Donnerstag, 4. April 1929
Fuldaer Zeitung (Amtliches ttreisblatt)
Nr. 78
Wie der Freistaat Waldeck preußisch wurde
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Preußischer Innenminister Grzesinskl halt die Festrede.
gemeldet, in 1 Landesdirektoriums Dr. Herberg, Regierum den preußi- I stdent Dr. Friedensburg, Landeshauptmann am Redner- | Gehren und andere Ehrengäste zu sehen.
von
schen Minister des Innern Grzesinski
ir haben der breiten Öffentlichkeit
kürzlich bekannt gemacht, daß für unsere 5-Pfg.
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Schwierigkeiten in sich barg, wurde die Mission 1911 einer einzelnen Provinz übertragen, und zwar der Fuldaer Provinz, die bisher bereits den höchsten Prozentsatz an Missionaren dort gestellt hatte.
Das Jahr 1915 brachte dann ein weiteres wichtiges Ereignis für die Mission: die Abtrennung vom bisherigen Diözesanverband und Bildung eines selbständigen Sprengel, einer Apostolischen Präfek. tur, deren Leitung P. Wenzeslaus Kinold übertragen wurde.
Nach der Unterbrechung durch den Krieg wuchs die Zahl der Arbeitskräfte wester, und mit ihr die Zahl der Missionsstationen und das Tätigkeitsgebiet. Entsprechend steigerte sich auch die Anzahl der Christen. Heute wirken in llständig besetzten Missionsstationen 20 Patres und 1 japanischer Weltpriester. 2000 Christen stehen mitten zwischen 2 300 000 Heiden. — An Schwestern wirken Franziskanerinnen Mariens in 2 katholischen, unter Leitung katholischer Aerzte stehenden Krankenhäusern und Franziskanerinnen aus dem Mutterhaus Thuyne. Letzteren obliegt vor allem der Unterricht in einer vor wenigen Jahren eröffneten höheren Mädchenschule, die — ohne noch voll ausgebaut zu sein — bereits von 610 Schülerinnen besucht wird. — Ein Werk der letzten Jahre ist auch Das erste eigentliche Kloster, das in der Hauptstadt des Missionsbezirkes, in Sapporo, errichtet wurde. Ein kleines Seminar, das junge Leute zum Priester heranbildet, fehlt nicht. Ein japanischer Priester ist daraus bereits hervorgegangen. Zwei Prie-
Die Vereinigung des kleinen Freistaats Wald- , pult. Links vom Pult find der Vizepräsident de« eck mit Preußen wurde wie schon gemeldet, in 1 Landesdirektoriums Dr. Herberg, Regierungsprä- Arolsen vollzogen. Unser Bild zeigt
Fulda und die Hauszinssteuer.
Der Stand der Wohnungswirtschaft in Fulda.
An Hauszinssteuer zur Förderung des Wohnungsbaues gingen in der Zeit vom 1. Jan. bis 31. Dezember 1928 = 274613,60 RM. ein. Hiermit wurden insgesamt 66 Neubauwohnungen
(Ein neuer Bischof aus der Fuldaer Franziskanerprovmz.
Erhebung der 3apanermiffion der Fuldaer Franziskanerprovinz zum Apostolischen Vikariat.
Als Osterbotschaft kam aus Rom die Nachricht, daß die den Patres der Fuldaer Franziskanerprovinz übertragene Mission in Nordjapan vom Hl. Vater zum Apostolischen Vikariat erhoben worden ist, und daß P. Wenzeslaus Kinold aus derselben Provinz, der vor über 20 Jahren die Mission begründet und seitdem dort gewirkt, sie auch bisher schon als Apostolischer Präfekt geleitet hat, zum ersten Bischof gewählt wurde.
P. Wenzeslaus Kinold ist geboren am' 1. Juli 1871 in Eiershagen (Diözese Paderborn). Am 7. Oktober 1890 trat er in die Fuldaer Provinz des Franziskanerordens ein, am 1. Juli 1897 wurde er zum Priester geweiht. In den folgenden 10 Jahren wirkte er als Lehrer der Ovdensjugend, als Novizenmeister und Guardian, bis er 1906 dem Rufe des Ordensgenerals P. Dionysius Schuler folgend, als erster in das Missionsgebiet Nordjapans ging.
Zusammen mit einem französischen Mitbruder betrat P. Wenzeslaus im Januar 1907 den Boden Japans. Cs war nicht leicht, dort festen Fuß zu fassen und sich ein Arbeitsgebiet zu erringen. Nach und nach kamen in den folgenden Jahren Patres und Brüder hinzu aus verschiedenen Provinzen und Ländern, und Missionsstationen konnten begründet werden. 1911 waren es schon 16 Ordensmitglieder aus 5 verschiedenen Ländern. International war so der Anfang der Mission und nach dem ursprüng- lichen Plan sollte es so bleiben. Da dies aber doch
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Hauptvoranschlag vorgesehenen Mitteln für den Straßenbau stehen für 1929 insgesamt 12030000 Mk. (7 597 485 Mk.) zur Verfügung. Davon sollen diesmal für Kleinpflaster 2510000 Mk.und für Straßenteerungen 1450 000 Mk. über die normalen Unterhaltungsleistungen hinaus ausgewendet werden. Infolge der Uebernahme von 218 Kilometer Waldecker Straßen und etwas über 200 Kilometer Waldecker Kreiswege müssen etwa 300 000 Mk. laufende Neuaufwendungen in den Voranschlag eingestellt werden.
Die Landeskrankenhäuser in Eschwege, Fulda, Hanau, Hersfeld, Kassel, Rinteln und Schmalkalden erfordern insgesamt mit den Kliniken in Marburg 794 600 Mk. (512 960 Mk.). Der Kommunal-Land- tag soll eine Vorlage des Landesausschusses prüfen, ob nicht durch eine Erhöhung der Verpflegungssätze in allen Landeskrankenhäusern und in den Kliniken in Marburg dieser Zuschuß vermindert werden könnte. Der Gesamtausgabenbe- trag für die Landeskrankenhäuser ist auf 3 262 600 Mk. gestiegen.
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Bekanntlich haben die preußischen Minister angeordnet, daß die kommunalen Verwaltungen im Notjahr 1929 unter keinen Umständen die Steuern heraufsetzen sollen. Was den Gemeinden recht ist, sollte den Bezirksbehörden, die ihre Steuerforderungen auf die Gemeinden umlegen, billig sein. Man wird sehen, was der Kommunallandtag gegen die Forderung der Bezirksverwaltung auf Steuererhöhung ausrichten wird.
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Fulda, den 3. April 1929
Die Erhöhung der vezirkssteuern.
Es müssen fast eine MUlion Mark mehr aufgebracht werden. — Der Hauptvoranschlag des Bezirksverbandes Kurhessen-Waldeck. — Der Kommunallandtag tritt am 8. April zusammen. — Die Berpfle- gungssätze in den Krankenhäusern sollen erhöht werden. — Auch in dem Krankenhaus in Fulda?
Gleich nach der feierlichen Uebernahme Waldecks in den preußischen Staatsverband und damit in die Eingliederung der drei waldeckischen Kreise in den Bezirksverband Kurhessen-Waldeck legt die Verwaltung des Bezirksverbandes den Hauptvoran- fchlag für 1929 der Oefsentlichkeit vor, der in der kommenden Woche den am 8. April in Kassel zu- stlmmentretenden Kommunal-Landtag für Kurhessen-Waldeck eingehend beschäftigen wird.
Der Hauptvoranschlag schließt in Einnahmen und Ausgaben für 1929 mit 32404551 Mk. gegen 27 006 550 Mk. in 1928 ab. Die Einnahmen setzen sich zusammen.: Finanzverwaltung 13190833 Mk. (int Vorjahr 1009131 Mk.), Volkswohlfahrt 14497 485 Mk. (13490175 Mk.), Verkehrswesen (in der Hauptsache Kraftfahrzeugsteuer) 3548400 Mk. (2533000 Mk.), allgemeine Verwaltung 748 875 Mk. (686000 Mk.), Landeskultur 256844 Mk. (114351 Mk.), Volkswirtschaft 153 732 Mk. (82214 Mk.) und Gemeinnütziges 8 400 Mk. (9 300 Mk ), insgesamt 32404551 Mk. (27006550 Mk.); die Ausgaben erfordern für die Volkswohlfahrt 17 595 930 Mk. (16 366 750 Mk.), Verkehrswesen, insbesondere Straßenbau, 6166625 Mk. (4597 480 Mk.), allgemeine Verwaltung 991000 Mk. (924000 Mk.), Landeskul- tur 773479 Mk. (503 503 Mk.), Gemeinnütziges sowie Kunst und Wissenschaft 423023 Mk. (394550 Mk.) und Volkswirtschaft 372 716 Mk. (309 338 Mk.), insgesamt wieder 32 404 551 Mk. (27 006 550 Mark).
Es erfordern an Zuschuß aus den Mitteln des Bezirksverbandes: Volkswohlfahrt 3 098 445 Mk. (2 867 575 Mk.), Verkehrswesen 2 618 225 M. (1941 685 Mk.), Landeskultur 516 635 M. (437 452 Mk.), Gemeinnütziges, Kunst und Wissenschaft 414 623 Mk. (364 550 Mk.), allgemeine Verwaltung 242143 Mk. (283000 Mk.), Volkswirtschaft 218984 Mk. (203324 Mk.), insgesamt 7109055 Mark (6005286 Mk.).
Der Gesamtmehrzuschuß beträgt auf diese Weise 1178709 Mk., der zunächst durch Erhöhung der Bezirkssteuer um 978709 Mk. auf 3900605 Mk. gegen 2921896 Mk. und sodann durch den Mehrbetrag aus den Sonderüberweisungen des Preußischen Staates in Höhe von 200000 Mk. gedeckt werden soll. Anleihemittel werden in 1929 neuangefordert in Höhe von 6294 900 Mk. (6848000 Mk.), die in der Hauptsache für den Landstraßenbau Verwendung finden sollen. Diese Anleihen werden für den außerordentlichen Hauptvoranschlag in Anspruch genommen, sodaß die Ge- famtanleihen des Bezirksverbandes sich dann auf 25 934000 Mk. (19639174 Mk.) erhöhen werden. Mit den int ordentlichen und außerordentlichen
haben tatsächlich für nur 5 Pfennige in unserer
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stcrkandidaten gehen dem Ende ihres theologischen Studiums hier aus dem Frauenberg entgegen. Zwei weitere sind vor wenigen Tagen angekommen, um chr Noviziat und ihre theologischen Studien zu beginnen.
Es darf die nun zum Apostolischen Vikariat erhobene Mission freudig auf die 22 Jahre ihres Bestehens zurückblicken und zuversichllich in die Zukunft schauen. Mög sie unter der Leitung ihres Bischofs weiterhin so fortschreiten wie sie es bisher — mit der Gnade Gottes durfte. __
Am Donnerstag, 4. April, wird in der Klosterkirche auf dem Frauenberg ein feierlicher Dankgottesdienst abgehalten für den Segen Gottes, der bisher auf der Mission ruhte.
Allen die durch ihre Gebete, wie durch ihre Gaben und ihre Arbeit cn der Förderung der Fran- zikanermission mitgeholfen haben, mag dieser Fortschritt der Mission ein Anlaß zur Freude sein und ein Beweis, daß der Erfolg nicht ausbleibt.
(P. Norbert Kästner, Frauenberg.)
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