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Anzeiger für die Stabt Fulda und den Landkreis Fulda. Amtliches Kreisblatt

Nr 78.

^ilcheml sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen „Die Welt tm Bild" und „Buchenblätter". Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernsprecher Nr. 9. Monatl. 1,80 einschl. Postgeb. (30 bezw 48 Pf.) ohne Zustellg

Donnerstag, 4. April 1929.

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Postscheckkonto Frankfurt n. M. Nr 4051

Sö.Zahrg.

Um fnglildp ftnniöfildjf Eiiiveriiehliikil und NrilWand.

In Cannes hat eine Crinnerungsfeier an den Gründungstag der französisch­britischen „Entente c o r d i a l e" stattge­funden, an der der Großherzog von Connaught, von französischer Seite jedoch keine offizielle Persön­lichkeit teilgenommen hat Der „Temps" ver­sucht jetzt, Äeser Feier anläßlich eines Besuches französischer Frontkämpfer in London eine beson­dere Bedeutung zu geben und glaubt berechtigt zu sein, von deutschen Reaktionären spre­chen zu können, die noch nicht jede Hoffnung auf Revanche aufgegeben hätten und die wohl wüßten, daß das sicherste Hindernis für jeden neuen Krieg das Einvernehmen zwischen London und Paris sei. Die Geschichte der letzten fünf Jahre liefere den Beweis dafür, daß die entente cordiale die Annäherung der Völker, die Lösung des Friedensproblems und die wohltuende Aktion des Völkerbundes fortgesetzt begünstigt habe. Seit­dem die Beziehungen zwischen London und Paris ihre ursprüngliche Herzlichkeit wiedergefunden hät­ten, seien berechtigte Aussichten für den europäi­schen Frieden zu verzeichnen. Die vertrauensvolle Zusammenarbeit Briands und Chamberlains habe ermöglicht, die Politik von Locarno zu führen, Deutschland in den Völkerbund aufzunehmen und im gegenwärtigen Augenblick sogar das große Problem einer vollkommenen und endgültigen Re­gelung der Reparationen anzuschnsrden. Der „Temps" kommt dann auf die Politik zu sprechen, die anläßlich des englisch-französischen Flottenkom- promisses eingesetzt hatte und die, wie er behaup­tet, gezeigt habe, welches die Wünsche derer seien, die sich durch hinterlistige Mittel, wenn auch ver­geblich, bemühten, die entente cordiale zu zerstören. Sie würden mit ihren verbrecherischen Plänen kein Glück haben; denn weder in England noch in Frankreich könne jemand ernstlich daran denken, aus eine erprobte Politik zu verzichten, die heute noch die sicherste Garantie für die Erhaltung des Friedens in Europa bilde.

Dom Völkerbund.

Das Arbeitsprogramm des Völkerbundes für April weift etwa ein Dutzend Veranstal­tungen auf. Das meiste Interesse erweckt der Vorbereitungsaussckuß für die Abrüstungs-

Die Suche nach Ersparnissen.

Die vertraulichen Einzelbesprechungen der Haushaltssachverständigen aus den Fraktionen der Sozialdemokraten, des Zentrums, der Deutschen Volkspartei und der Demokraten sind, wie der „Lokal-Anzeiger" mitteilt, sofort nach den Fei­ertagen wieder ausgenommen worden, und voraussichtlich wird der Reichsfinanzminister am Donnerstag die erste gemeinsame Sitzung mit den an diesen Besprechungen beteiligten Abgeord­neten abhalten.____________________

Gegen den Radikalismus.

In Kiel eröffnete Oberpräsident Kürbis den Schleswig . Holsteinischen Provin­zial l a n d t a g mit einer Rede, in der er nach einem Ueberblick über die schwierige Lage in In­dustrie und Landwirtschaft auf die jüngsten Vor­gänge in Schleswig-Holstein zu sprechen kam. Er sagte:

Wir haben in den letzten Wochen hier in der Provinz eine Bewegung erlebt, die sich „Rot- hilfe" nennt, die aber, weil sie sich gegen den Staat und gegen die eigenen zur Verantwortung berufenen Körperschaften richtet, nicht aus der Not hilft, sondern nur tiefer tn die Not hineintreibt. Das ist die einzige Folge sol­chen unverantwortlichen Auftretens, von dem der besonnene Teil unserer landwirtschaftlichen Be- völkerung we-t abrückt. Wir haben auch mit Schaudern erleben müssen, daß politische Verhetzung zu Bluttaten geführt hat, die wir tief beklagen und die scharfe Maßnahmen zur Erhaltung der Ruhe nötig machten. Die Verant­wortung dafür tragen die Clemente, die den Kampf des einen Volksteiles gegen den ande­ren wollen und die sich bewußt von einer friedlichen Zusammenarbeit des ganzen Vol- kes, die uns allein aus unserer Not herausreißen kann, abwenden. Diese Verantwortungslosen fordern nicht nur die Staatsautontät heraus, sie schaden zugleich allen denen, deren politisches Ur­teil so unklar ist, daß sie sich ihren Bewegungen anschließen. Die Staatsautorität ist genug Herr der Lage, um jedem umstürzlerischen Willen von jeder Seite zu begegnen. Ich hoffe, daß der ge- sunde Sinn unterer Bevölkerung, dem wir nach wie vor glauben, in allen schwierigen Lagen ver­trauen zu können, auch diese unsinnigen und schädlichen Bewegungen a u s s ch a l t e n wird um weiteres Unglück von dem Einzelnen abzuhal­ten. ____________________

* Die Erkrankung des Kanzlers. Der Reichs­kanzler, der an einer Gallenaffektion leidet und be­reits die Osterwoche bettlägerig war, wird auf ärzt­liche Anordnung noch bis Ende dieser Woche das Bett hüten müssen.

♦ Ein deutscher Gesandter für Tirana. (Erg. Meldg.). Der Botschaftsrat Hey ist zum deutschen Gesandten in Tirana ernannt worden. Gegenteilige Meldungen, welche sich an die Abreise des Bot­schaftsrats von Twardowski nach Moskau ge­knüpft haben, treffen nicht zu.

* Der vorläufige Reichswirlfchastsrat. Der Vorläufige Reichswirtschaftsrat veröffentlicht eine liebersicht über den Stand feiner Ar.be i­

konferenz, der nach mehr als einähriger Pause am 15. April zu seiner 6. Tagung Zusam­mentritt. Die Tagesordnung dieser Konferenz, die nach einem Beschluß des Dorbereitungs­ausschusses vom März vorigen Jahres endlich die zweite Lesung des Abkommenentwurfs über di» allgemeine Beschränkung und Herabsetzung der Rüstungen bringen soll, steht noch nicht fest. Man weiß nur, daß die Regierungen von Paris, Rom und London wiederholt in Fühlung standen. Die zweite Lesung war in der Märztagung des vorigen Jahres wegen der Gegensätze in der Seeabrüstungs­frage gegen den deuffchen Einspruch abgesetzt wor­den. Diese bestehen bekanntlich auch heute unver­ändert fort.

Weitere Punkte der Tagesordnung sind der deutsche Antrag auf Erweiterung der Peröffent- lichungen über den Rüstungsstand der ein­zelnen Länder und der zweite sowjetrussische Vorschlag über die partielle Abrüstung, über den sich der Ausschuß nach seiner abweichenden, aber sachlich ablehnenden Haltung im vorigen Jahre nunmehr ebenfalls in zweiter Lesung ausspreck-en soll. An der neuen Tagung nehmen 28 Staaten, Darunter drei Nichtmitglieder des Völkerbundes, teil, nämlich die Sowjetunion mit dem stell­vertretenden Außenkommissar Litwinoff als Dele­gationsführer, die Türkei mit Außenminister Tewfik Ruschdi Bey und die Vereinigten Staaten mit ihrem Brüsseler Botschafter Gib- son, der bekanntlich zurzeit zur Besprechung der Abrüstungsfrage in Washington weilt. Auch die übrigen Länder werden im wesentlichen wieder ihre bisherigen Vertreter und Experten nach Genf entsenden. So steht die deutsche Delegation wieder unter der Führung von Graf Bern- storff und die englische unter der Leitung von Lord Cushendun. Frankreich wird sich an­stelle des zurückgetretenen Paul-Boncour wahr­scheinlich durch Massig!,, den Dölkerbunds- referenten am Quai d'Orsay, vertreten lassen, wäh­rend China erstmals seinen Berliner Gesandten Tsiang Tso Ping nach Genf entsendet.

Eine Minderheitendenkschrift für Genf.

= Berlin, 3. April. (Eig. Meldg.). Die Min- derheitendenkschrift für Genf ist in Vorbereitung und wird bis zum 15. April abgesandt fein.

ten am 1. April. Dem Finanzpolitischen Aus­schuß liegen Anträge zum Einkommensteuergesetz vor. Danach sollen die steuerfreien Beträge für Deranlagungspflichtige die gleiche Höhe er­halten, wie die für Lohnsteuerpflichtige. Die E i n- künfte aus Schwarzarbeit sollen restlos steuerlich erfaßt werden. Es soll weiter geprüft werden, ob' Einkommensteuer-Erleichterungen für ältere Steuerpflichtige mit einem Einkommen bis zu 10000 Mark geschaffen werden können. Schließlich sollen den in landwirtschaftlichen Be­trieben mitarbeitenden Familienangehörigen die gleichen Freibeträge zugebilligt werden, wie ent­lohnten fremden Arbeitskräften.

* Goebel v. harranl gestorben. Am 31. März ist der Wirkliche Geh. Rat Dr. Rudolf Goebel v. Harrant im Alter von 67 Jahren verstorben. Aus dem badischen Justizdienst hervorgegangen, trat er im Jahre 1890 in den auswärtigen Dienst ein und wurde im Jahre 1914 mit der Wahrnehmung der Dirigentengeschäfte der handelspolisischen Abtei­lung des Auswärtigen Amtes beauftragt. Im Jahre 1918 trat er mit dem Charakter als Wirkl. Geh. Rat in den Ruhestand.

* Oberst Dillenburger versetzt. Der preußische Minister des Innern hat laut „Boss. Zeitung" die Kündigung des Berliner Polizeioberften Dil­lenburger, die der Polizeipräsident von Berlin aufgrund verschiedener Vorgänge zum 31. März d. Is. ausgesprochen hatte, zurückgenommen und Oberst Dillenburger nach Oberhausen versetzt.

Reparationszahlungen.

Deutschland.

Aus Berlin wird gemeldet:

Die am 1. bezw. 2. April fällig gewordene erste Halbjahresrente der Jndustriebelastung für das Se Reparationsjahr in Höhe von 150 Millionen mark ist frist- und ordnungsgemäß von der Bank für deuffche Jndustrieobligationen an den Generalagenten für Reparationszahlungen für Rechnung des Treuhänders für deuffche Jndustrie­obligationen überwiesen worden.

Bulgarien.

Ans Sofia wird gemeldet: Da Butzariens Antrag auf Stundung der diesjährigen Repara- tlonsraten von der Reparationskommission noch nicht beantwortet worden fft, hat die bulgarische ^Egwrnng in der Erwartung, daß mindestens die der Raten gestundet wird, gestern bte Hälfte per famgen Aprilrate erlegt. Die andere Hälfte m von 2y2 Millionen Goldfranken, wird für alle Falle bereitgehalten.

Verständigung zwischen Prinz Louis und dem Tlationalrat von Monaco. Wie Havas aus Monaco berichtet, hat kurz vor Ostern eine Unterredung zwischen dem Prinzen Louis von Monaco und den zurückgetretenen Mitgliedern des Nationalrates stattgefunden. Es sei eine Verständigung über bte Wiederinkraftsetzung der aufgehobenen oeffassungsmaßigen Ordonnanzen und die Fest­setzung der Kommunalwahlen vor dem 1. Juni mit anschließenden Wahlen für den Nationalrat und über bte Verfassungsreform erzielt worden.

* Russischer Entschädigungsanspruch in Wa­shington abgelehnt. (Einer Beibuna dar Wocia-

teb Preß aus Washington zufolge hat das Oberste Schiedsgericht das Gesuch der russischen Handels­flotte auf Gewährung einer Entschädigung von VA Millionen Dollar für die von der amerikanischen Schiffsbehörde aufgrund des Gesetzes vom Jahre 1927 für Kriegszwecke requirierten russischen Schiffe abgelehnt. In der Begründung wird daraus hingewiesen, daß amerikanischen Bürgern von den Sowjetgerichten kein Rechtsschutz gewährt werde, infolge dessen Bürger der Sowjetunion auch keine Forderungen vor. amerikanischen Ge­richten geltend machen könnten. Das Gericht müsse die Tatsache berücksichtigen, daß die amerikanische Regierung der Sowjetunion die Anerkennung verweigert habe.

* Operation des Oberst House. Aus New - York wird gemeldet: Oberst House, der private Ratgeber des verstorbenen Präsidenten Wilson, unterzog sich heute einer schweren Operation zur Entfernung eines inneren Gewächses. Nach Mit­teilungen der Aerzte ist die Operation erfolgreich verlaufen.

* Marschall Zoffte erkrankt. Aus Paris wird gemeldet: Marschall Joffre, der sich auf seinem Landgut aufgehalten hat und nach Paris zurückge- kehrt ist, muß auf Anordnung der Aerzte vollkom­mene Ruhe wahren. Er ist von einem Drüsen­leiden befallen.________________

Chamberlain und Mussolini.

Zwei Freunde.

Wie die Agenzia Stefani meldet, erfolgte in der Villa Gioiesa in der Umgegend von Florenz, in der der englische Außenminister Chamberlain für einige Tage Aufenthalt nehmen wird, eine Zu- fammenkunft zwischen Mussolini und Cham­berlain. Im Verlaus einer längeren Unterhaltung, die den Stempel persönlicher herzlicher Freundschaft zwischen den beiden Staatsmännern trug, beschäftigten sich beide mit der allgemeinen Lage und bekräftigten erneut die Herzlichkeit der Beziehungen zwischen England und Italien. Sie gelangten zu der Feststellung, daß beide Regierun­gen in den wichtigsten politischen Fra­gen, welche die beiden Länder interessieren, über­ein stimm en. Daraus gab Mussolini Chamber­lain und seiner Gattin im Schloß Montalbane ein Frühstück.

*

Ans Florenz wird gemeldet: Der Präsident der Ballila, Abgeordneter Ricci, nahm die Parade der toscanischen Abteilung der Ballila- Jugend ab. Vor den 16000 jungen Schwarzhem­den dieser Vereinigung, im Beisein der lokalen Be­hörden und in Anwesenheit des englischen Staats­sekretärs des Aeußern Chamberlain, der die Oster- feiertage in Florenz verbrachte, hielt Ricci vom Balkon des Palazzo Vechio eine Ansprache, die von den auf dem Platz Versammelten lebhaft begrüßt wurde.

Besuch des Grafen Dethlen in Italien.

wtb. Paris, 3. April. (Eig. Meldg.). Der Privatkorrespondent des Echo be Paris in Rom berichtet, der ungarische Außenminister Gras Bethlen sei für einige Tage nach Ita­lien gekommen. In gewissen Kreisen erkläre man, daß Graf Bethlen auch nach Rom kommen werde, um mit Mussolini eine Unterredung zu haben. ____________________

Rman Ullahs plane.

Wie Reuter aus Peschawar berichtet, glaubt man, daß ein eigentlicher Kampf zwischen Aman Ullah und Bacha Sakao vermieden werden kann, wenn Nadir Khan, der sich auf dem Wege nach Afghanistan befindet, rechtzeitig ein- trifft. Nadir Khan, der sehr einflußreich ist, hat bereits einen Nationalrat einberufen, der bestimmen soll, welcher Thronprätendent dem Land am mei­sten zusagt.

* Oberst Fitzmaurice technischer Berater des Flugplatzes Lang Island. Oberst Fitzmaurice, der frühere Oberbefehlshaber der Luststreitkräfte des irischen Freistaates, der seinerzeit an dem Irans« ozeanslug der „Bremen" mit Köhl und v. Hünefeld tetlnahm, ist in New Bork eingetroffen. Gr wird künftig technischer Berater des neuen Flugplatzes Lang Island sein und sich der Zivillustfahrt wid­men. Oberst Fitzmaurice erklärte bei feinem Emp­fang durch Bürgermeister Walker, er hoffe, bei fei­nem nächsten Atlantikflug mit Köhl, der von Potsdam mich New Bork gehen fülle, das bisherige Gewichtsminimum der Ozeanfluge durch eine zweimalige Ergänzung des Benzinvorrats, beim Verlassen des Kontinents und auf den Azo­ren beträchtlich Dertingern zu können.

Mexiko und Nordamerika.

Fehlgegangene Fliegerbomben. — Amerikanischer Grenzschutz.

Aus Naco (Arizona), wird gemeldet: Flug­zeuge der Aufftändischen unternahmen einen Luft­angriff auf die angrenzende mexikanische Stadt Naco-Sonora und warfen vier Bomben ab, von denen zwei auf der amerikanischen Seite einschlugen und im Geschästsviertel zahlreiche Fen­sterscheiben zertrümmerten. Ein amerikanischer Knabe wurde durch einen Bombensplitter verwun­det. Der Luftangriff der Aufftändischen auf Naco- Sonora, das von 12 000 Mann Bundestruppen besetzt ist, begann am Sonntag. Insgesamt wur­den 19 Bomben ab geworfen und auf der mexika­nischen Seite zwei Personen getötet und vier ver­wundet. Die hier stehenden amerikanischen In­fanterietruppen sind angewiesen morben/ zu ver- hindern. daß durch die 'merikarülckLu. LLmtzLnaü-

würfe weiterer Schaden auf amerikanischem Ge­biet angerichtet wird.

*

Der Abwurf von mexikanischen Bomben au die mexikanische Grenzstadt Naco bürfte die Ver­einigten Staaten veranlassen, weitere Maß­nah m e n zu treffen, um eine Wiederholung eines derartigen Zwischenfalles zu verhindern. Im Staatsdepartement wurde angedeutet, daß Gene­ralmajor Lafsiter, der Kommandeur des 8. Korps­bezirks in San Antonio, Flugzeuge von den texa­nischen Flugfeldern nach Naco beordern dürfte.

La Cru; befehl.

wtb. Mexiko, 3. April. (Eig. Meld.). Die an der Westküste vorgehenden Regierungstruppen ha­ben gestern, wie der Befehlshaber General Carillo meldet, La Cruz besetzt. _ _/

Vie Lage in China.

Nach einer Meldung der Agentur Judo Pacb fique aus Peking erklärt man dort, daß Fengh- jusiana, bevor er für Tschiangkeifchek Partei nahm, drei Millionen Dollar und dos Versprechen erhal­ten habe, daß die Provinz Hupeh ihm zufallen wurde. Die Truppen von Nanking halten eine lange Front besetzt: Anhuei-Kiangsi-Fukien. Grup­pen Fenghjusiangs drangen aus Honan ein und be- setzten die Eisenbahnstrecke Peking—Hankau bis zur Grenze von Hupeh.

Schwere Kämpfe am Jangtse.

Daily Telegraph meldet aus Schanghai vom 1. April: 60 Meilen nordöstlich von Hankau sind am Nordufer des Jangtse zwischen den Truppen der Nankingregierung und den Hankau-Streitkräften schwere Kämpfe im Gange. Die Nankingregierung erwartet zuversichtlich, daß General Fengjusiang Hankau binnen zwei Wochen in feiner Hand haben werde. Der Handelsverkehr im Jangtsetal ist völlig lahmgelegt.

*

Nach einer Havasmeldung aus Schanghai teilt das Hauptquartier Tschangkaischeks in Kiukiang mit, daß die Regierungstruppen die Stadt Hwangt- schou eingenommen und zahlreiche Gefangene ge­macht haben und ihren Vormarsch auf Hankau mU größtmöglicher Geschwindigkeit fortsetzen.

* Reue Strafanzeige gegen Max holz. Gegen Max H S l z ist bei der Staatsanwaltschaft I B " r- l i n eine Strafanzeige wegen Nötigung und Be­drohung eingegangen Hölz stand feit geraumer Zeit mit der geschiedenen Ehefrau eines bei einem Berliner kommunistischen Blatt tätigen Journali­sten ten freundschaftlichen Beziehungen, der Ein­wendungen dagegen erhoben hatte, daß sein bei der Frau lebendes Kind mit Hölz zusammen politische Versammlungen besuchte und den weiteren Verkehr des Kindes mit Hölz untersagt. Hölz soll nun eines Tages in dem Büro des Redakteurs gegen diesen tätlich vorgegangen sein, wobei er drohte, daß er ein Verbrechen begehen würde, auch wenn er dafür nochmals ins Zuchthaus müsse.

* Ein kommunistisches Attentat in Lille. Wid­dern „Echo de Paris" aus Lille gemeldet wird, e x- plädierte dort kurz vor der Abfahrt der letzten Straßenbahn nach Tourcing vor dem Haufe eines Polizeikommiffars eine Srpnate, die glücklicher­weise nur geringfügigen Sachschaden anrichtete. Nach dem Blaste handelt es sich um ein kommu­nistisches Attentat, um Arbeitswillige an der Wie­deraufnahme der Arbeit zu hindern. 400 Mann der republikanischen Garde haben einen Patrouil­lendienst in der Stadt ausgenommen.

Das Winterwetter.

Anhaltender starker Schneefall im Riesengebirge.

wtb. Hirschberg, 3. April (Eig. Meld.) Im Riesengebirge hält der starke Schneefall an. Bis heute vormittag war auf dem Hochgebirge und in den Borbergen etwa % Meter Neuschnee gefallen. Die Schneehöhe auf dem Kamm beträgt wieder etwa VA 9Jt eter. Selbst im Tal liegt wieder eine zusammenhängende Schneedecke von 20—25 Zentimeter. Heute vormittag waren auf dem Kamm und in den Vorbergen < Grad Kälte, tm Tal etwa 2—3 Grad. Bei leichtem Nordwind schneit es weiter. Der Verkehr auf den Landstraßen ist durch den neuen Schneefall sehr erschwert.

Frost und Schnee in Rorddeutschland.

wtb. Schwerin, 3. April. (Eig. Meld.) In de. letzten Nacht sank die Temperatur bis auf tninue 5 Grad Celsius. In Schwerin wurde als Minimun minus 4 Grad gemessen. In den späten Nacht­stunden trat starkes Schneetreiben ein, das auch heute vormittag bei 2 Grad Kälte anhielt In Ro­stock schneit es seit gestern abend ununterbrochen-

Schneetreiben in Oberbaden.

wtb Freiburg, 3. April (Eig. Meld.) Au«, heute früh fällt bei einer Temperatur um den 0- Punkt in ganz Oberbaden Schnee. Der Feldberg meldet zur gleichen Zeit eine Temperatur von mi­nus 8 Grad. Der gestrige Tag bat im süd­lichen Schwarzwald eine Neuschnee- decke von 15 Zentimeter gebracht, während in den Tälern und in der Ebene die wärmere Ta- gestemperatur den Schnee teilweise wieder wea- schmolz.

wtb. Köln, 3. Avril. (Eig. Meldg.) Am unter-n Mittelrhein in Köln und Düsseldorf hat heute vormittag noch dichter Schneefall eingesetzt. 311 Wh .reime dqtz TÜLvUMriLlLT 1 üher