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M 78.

Donnerstag, ven 4. April 1929.

Fuldaer Leitung

3. Blatt.

Druck 6er Fuldaer Acliendruckerei, Fulda

(Etwas vom BriHentragen.

In einer Wochenschrift war kürzlich behauptet war­ben, daß wir Deutschen im Zeitalter der Brille lebten, und die ausländische Jllustrationspresse stellt von deut­schen Reisenden stets eine Anzahl als Brillenträger dar. Nun, etwas Wahres ist schon an der Sache. Man braucht nur im städtischen Straßenbild sein Augenmerk auf die Vorübergehenden zu richten, um wahrzunehmen, daß die Zahl der dauernd Gläsertragenden keinesfalls gering ist. Und alle Altersklassen finden sich unter ihnen, das kaum schulpflichtige Kind, größere Schüler und Schü­lerinnen, junge Damen, ältere Frauen und Männer vom „gesetzten" bis zum Greifen-Alter.

Den Ursachen der Fehlsichtigkeit nachzugehcn, mag ärztlichen Autoritäten überlassen bleiben. Vielfach — bas ist wissenschaftlich sestgestellt — hat die mangelhafte Ernährung in den Kriegsjahren mitgesprochen, die auch auf die Sehnerven nachteilig wirkte, aber ein wesentlicher Grund wird auch darin zu suchen sein, daß namentlich die weibliche Jugend, nehr wie früher in den wirtschaft­lichen Kampf gestellt, anhaltende Nah- und anstrengende Büroarbeit zu leisten gezwungen ist. Dabei wird von ärztNcher Seite beton.', daß die Anzahl der Fehlsichtigen eine noch viel größere ist, als allgemein angenommen wird und demzufolge die Zahl der Brillenträger eine mehrfach höhere feie müßte.

Warum unterlassen es nun noch so viele Kurz-, Schwach, oder U-bersichtige, ihrem edelsten Organ, dem Luge, die oft so dringend notwendige Korrektur zu geben? Diese Frage ist mit zwei Worten gelöst: aus Eitel­

©polierte der Deutschen Lugendkraft.

Die Bedeutung des Sports.

Sporhmedigl in der Mauriliuskirche Serlin-Lichtenberg, -Halten von f Dr. Sonnenschein, anläßlich der Wettkämpfe der „Deutschen Jugend kraft".

Wie seltsam! Gregorianisches Hochamt und sport­liches Stadion! Geballte Fäuste und gefallene Hände. Straffer Körper und gebeugtes Knie. Wie findet sich das zueinander! — An die Dome des Mittelalters schmiegen sich Giebel und Dächer der Kaufbuden. Die Krrchmeß fidelle und bollerte um die gotischen Fenster der hohen Kirche. Aus ihrem Portal zog der Duft des getveihten Wassers und des persischen Weihrauchs, lie­ber die Fähnlein auf dem Marktplatz. Die Welt der bunten Fenster und die Welt der prallen Sonne waren •ine Well.

ikaßt mich drei Dinge sagen.

1. Kirche und Sport haben miteinander |u tun. Patron dieser Kirche ist Mauritius. Unter all den Heiligenfiguren, die an den Wänden und auf den Altären stehen, sehe ich keinen Spießbürger. Nir- gends schlampige Haltung. Eher sehniggestraffte Kör­per. Die Thebais, aus der dieser Mauritius an den Rhein zog, war die Wüste der Askese. Das Training des Körpers hat ihnen gelegen. Um letzter Ziele mit­ten. Sie waren keine Toren. Sellsame Männer! Aber ftn Grunde Lebenskundige. Ihr verzichten hatte ei­nen Sinn. Sie sahen die Welt mit klügeren Augen als Despasian und Caligula, die Kaiser. ' Mauritius war Soldat. So lag auch ihm die Disziplin. Die Selbstzucht. Die Körperbeherrschung. Ein paar Mo­nate ohne Alkohol, ohne Nikotin, ohne Ausschweifung ist etwas. Die Kirche hat Sinn dafür. Nicht nur das. Diese Disziplin liegt in der Linie ihrer Menschenbe- Handlung. Die Modernen sagen, Askese und Sport seien abgrundoerschieden. Sie sind verschwisterter, als man meint.

2. Der Sport darf nicht zur Sekte wer­den. Er ist kein Ersatz für Religion. Die Muskeln allein schaffen es nicht. Neben den Athleten müssen die Phllofophen stehen. Neben den Siegern des Lebens die Heroen des Opfers und die Engel des Gebetes. Kör­perkultur muß wie die Architektur in das Ganze ein- gegliedert fein. Sie ist das Sandsteingerippe der ho­hen Fenstern. Das Blei des Glases. Sie trägt den Geist. Wie der Kelch den Wein. Die Menschen brau- eben diesen goldenen Wein, und er ist köstlicher als der silberne Kelch. So hat es einen Sinn, daß ihr Leicht­athleten. ihr Fußballer, ihr Handballer an den Stufen btefes Mares kniet. Daß euer Sonntag mit einem gregorianischen Hochamt beginnt. Daß euch die Worte des Evangeliums vorgelegt werden, lieber die Neun­fache eures Stadions reckt sich ewiger Himmel. Die Welt ist nicht in die Pfähle eurer Atheletik eilige- zwängt. Drüben steht noch ein Himmel voll unendli­cher Größe und trunkener Herrlichkeit. Gliedert euren dienstbaren Sport in die Universalität ihrer Weltauf- fasiung ein. Der Kirche liegt das Maß. Der Jugend liegt die Uebertreibung. Auch der Ueberfchwaug des Sportes wird wieder verebben. Und nicht mehr jeder Kanaldurchguererin und.jedem Meisterlär»fee--wird das Bürgerrecht von Newyork gegeben werden Die Ge­sundheit des Körpers ist vonnöten. Aber Spannung und Hingabe des Geistes sind Letztes. Sind Kultur. Zu allerletzt siegt in der Geschichte der Völker Kultur.

3. Der Sport erschlägt den Geist nicht. Er dient ihm und empfängt von ihm seinen Inhalt. In der berühmten Epistel zu Septuagesima knüpst Paulus an den korinthischen Sport an. An das Sta- dion dieser griechischen Stadt. Er mag gelegentlich im Stadion gewesen sein. Einer vom Kirchenvorstand hat ihn wohl mitgenommen. Dessen Sohn eine Riege führte. Vielleicht gab es Freikarten. Er mag gesehen haben, wie der mazedonische Breitensträter seinen nu- midischen Gegner schlug. Vielleicht war die „Jugeud- fraft“ der korinthischen Gemeinde am Wettkampf be­teiligt. Hat, auf hoher Standarte, den Lorbeerkranz einmal vom Stadion mit nach Hause gebracht. Mit ins Atrium der Gemeindeversammlung. Die Stadt hat nichts davon gewußt. Einer der Sieger war Christ. „Brüder". Nur einer erringt den Preis. Aber alle mühen sich. Rennen im Stadion. Haben Monate lang trainiert. Wegen dieser Lorbeerkronen, die ihr

auf eurer Standarte heimtragt. Brüder, wir sind alle Sportleute im Dienste Christi. Unser Leben ist Trai­ning. Unser Leben ist Rennbahn. Unser Leben ist ^ieg. Aber keine welkenden Lorbeeren. Eine goldene Krone. Die nicht erbleicht. Die nicht beschlägt. Die nicht verrostet. Eine Krone, wie ihr sie in den kon- stantinischen Apsiden seht. Wie die Aellesten der Ge­heimen Offenbarung sie auf linnenbedeckten Händen tragen. Ja! Um diese Krone laufe auch ich! Paulus! Nicht ins Ungewisse. Ich bin meines Christentums feher. Ich trainiere, wie die Svortsleute von Korinth, und weiß, daß das keine Luftstreiche sind. Ich diszi­pliniere meine Lenden. Meinen Körper. Lehre ihn dienen, damit ich nicht verworfen werde.

(Vster-Zuhballspiele der D3K.

Sporte. Gersfeld — D. 3. fi. Dom Fulda 0 : 11 (0:6).

Am 2. Dfterfeiertag war die 1. Mannschaft derDJK Dom in Gersfeld zu Gast, um gegen die 1. Mannschaft des dortigen Sportvereins ein Freundschaftsspiel auszu­tragen. Nach bem Anstoß durch Gersfeld entwickelte sich ein flottes Feldspiel, doch bald stellte sich die Ueberlegen- heit der Dörner heraus, das Spiel wurde mehr in die Spielhälfte des Gastgebers verlegt, sechs Tore sind die Ausbeute bis zur Halbzeit. Bei Beginn der zweiten Hälfte wurde die Platzverteidigung auf eine harte Probe gestellt, jedoch mußte sie noch fünfmal die Ueberlegenheit der Dörner anerkennen. Der Unparteiische leitete zur Zufriedenheit beider Parteien. Besonders hervor,zuhe­ben ist die mustergültige Haltung aller Spieler. Nach dem Spiele saß man noch in froher Runde zusammen, bis die Abfahrt des Zuges zum Aufbruch mahnte.

Die zweite Mannschaft der D. I. K. Dom spielte ge­gen die zweite Elf des F. C. Kickers, Fulda, die stark üerfüngte Elf der Dörner konnte dies Treffen mit 6 : 2 für sich entscheiden.

D. 3. 8. Steinhaus—v. 3. fi. Margretenhaun 1:0.

Arn Montag trafen sich die beiden ersten Mannschaften obiger Vereine zum fälligen Verbandsspiel in Steinhaus. Gleich zu Beginn des Spieles setzte ein lebhaftes Spiel ein. Die Mannschaften, die sich als gleichwertige Gegner gegenüberstanden, gingen mit „Unentschieden" in die Halbzeit. In der zweiten Spielhälfte drückte Steinhaus kräftig auf das gegnerische Tor und konnte durch den lin­ken Stürmer den entscheidenden Ball einsenden. So endete bas Spiel mit 1:0 für Steinhaus. Bezirksleiter Schneider als Schiri leitete das Spiel zur größten Zu­friedenheit.

D. 3. 6. Hanau 2.—D. 3. fi. Mühlheim 1. 3:8 (1:5).

Der Hessis.A-Klastenmeister schlug am 2. Dfterfeiertag Hanaus 2. (B-Meister) nach überlegenem Spiel. Mühl­heim hatte den Hanauern einiges voraus, zeigte bei aller Flinkheit gutes Können und schöne Kombination. Die Verteidigung arbeitete vorzüglich und der Sturm war mit gutem Erfolg angriffsfreudig. Was bei Mühlheim un­angenehm auffiel und dem Spiel die.gute Note nahm, war das Laute und Harte, das von Anfang an vor­herrschte. Hanau spielte zerfahren, der reichliche Ersatz konnte sich durchaus nicht anpaffen, sodaß ein auch nur einigermaßen zufriedenstellendes Spiel nicht aufkam. Der Schiedsrichter, der anfangs gut leitete, ließ alsbald merk­lich nach und war dem Spiel eben noch gewachsen.

Mitteilungen der Bezirksleitung.

Alle Gesellschaftsspiele müssen nach der Kreisspielordnung § 30 behandelt werden. Ich bitte diese einmal eingehend zu studieren.

Die Schiedsrichter haben bei dem näch­sten Verbandsspiel alle Pässe zu kontrollieren und insbesondere darauf zu achten, ob jeder Spieler die neue Paßmarke eingeklebt hat. Spieler ohne neue Paß­marke sind nicht fpielberechtigt. Im Spielbericht haben die Schiri über den betr. Fall an den Spielwart beson­ders zu berichten.

M e l d e t e r m i n e zu den Veranstaltungen der Deutschen Iugendkraft. a) Frühlingswaldlauf des Be­zirkes in Johannesberg am 14. 4. 29. Meldung an Oskar Frech, Fulda, Abtstor 4 bis spätestens 12. 4. 29. Verpflichtung für jeden Verein 4 Läufer zu stellen, b) Kreiswaldlauf am 21. 4. 29 in Sämmerfpiel. Meldungen gehen durch den Bezirk an die Bezirksleitung. Adresse: Lehrer Kimmel, Soisdorf, Post Mansbach. Meldeschluß bei der Bezirksleitung am 10. 4. 29; da dje Kreisleitung am 14. 4. 29 abschließt. Meldegebühren sind sofort an Postscheckkonto des Kreises Frankfurt a. M 41383 zu zahlen. Bei der Meldung an den Bezirk ist anzugeben,

daß die Gebühren bereits eingezahlt sind. Die Aus­schreibung in der Sportecke der Karwoche.

Von allen Warten erbitte ich wegen des Kreis­berichtes bis zum 28. jeden Monats einen kurzen Bericht.

Der Bezirksturnwart ist von feinem Posten zurückgetreten. Alle turnerischen Angelegenheiten wer­den einstweilen vom Bezirksleiter miterledigt.

Es wird höflichst gebeten, alle Postsendungen an die Bezirksleitung frei zu machen. Strafportos müs­sen die Vereine tragen die ihre Postsendungen nicht richtig behandeln. Der Bezirksleiter.

*

1. Das wiedergegebene Kreis-Rundschreiben liegt noch in einigen Ausfertigungen beim Bezirkspräses und kann dort von den Warten abgeholt werden.

2. Förderkarten der DIK. können beim Be­zirkspräses bezogen werden (vorrätig). Das Stück wird zu 0.50 Mk. abgegeben nur an Präsides und Vereins­vorstände. Die Vertreibung dieser Fördererkarten wird den Vereinen sehr empfohlen zur Stärkung ihrer Kasse.

3. Ihr Spieler der A- und B-Klasse, wo bleiben Eure Spielberichte? (Verbands- u. Freundschaftsspiele.) Hat sich denn noch keiner im ganzen Verein gefunden, der die kleine Arbeit übernimmt? Ihr wollt doch immer Berichte von euren Spielen lesen. Wer trägt also die Schuld, wenn solche fehlen! Also rafft euch mal wieder auf und seid auch im Schreiben echte DIKer.

Mit Iugendkraft Heil

Die Bezirksleitung. Bilz — Kimmel.

Rundschreiben des Kreifes.

Kreisvorstand.

Im Einverständnis mit den hochw. H. Diözesanprä­sides haben der Gau Hessen und der seitherige Kreisvor­stand den neuen Kreisvorstand gebildet.

Anschriften: 1. Kreisvorsitzender Kaplan Grohn, Frankfurt-Süd, Holbeinplatz, 2. Kreisvorsitzender: Ka­plan Niklaus, Mainz-Kostheim, Kreisleiter: Karl Bauer, Frankfurt a. M., Hinter dem Buchwald 73, Kreiskasfenwart: Alfons Reith, Frankfurt a. M.-Ecken- heim, Schwabstraße 7, Wart für Leichathletik: Mar Schmitt, Frankfurt a. M., Niddastr. 58, Wart für Turnen: Albert Zolloke ns, Frankfurt a. M., Elbe­straße 33, Wart für Spielen: K. Schichtel, Flörs­heim a. M., Untermainftr. 20, Wart für Schwimmen: Th. D r ö f e r, Frankfurt a. M., Taunusstr. 23.

Die Geschäftsstelle des Kreises ist: Frank­furt a. M., Seilerstr. 20, Kath. Gesellenhaus.

Bei der Bildung des Vorstandes mußte von dem Be­schluß des Kreistages abgewichen werden. Wir bitten daher die Bezirke um eine Erklärung, daß sie mit der Regelung einverstanden sind.

Organisation.

Die Bezirke der Regierungsbezirke Wiesbaden und Kassel werden zum Eau Nassau hezw. Gau Fulda zusammengefaßt, lieber die Zusammensetzungen der Gau­leitungen ergeht noch Nachricht.

Turn- und Sportveranstaltungen der Bezirke.

Bis spätestens 15. 4. 29. wird Mitteilung darüber er­deten, wann und wo sportliche Veranstaltungen der D. I. K. stattfinden werden.

Gau- und treisoffene Veranstaltungen.

Anträge hierzu müssen unter Beifügung der Aus­schreibung bis spätestens 15. 4. 29 gestellt werden.

Kreissporttag.

Der Kreissporttag findet am 21. Juli in Darmstadt statt. (3. Sonntag) — Hessen — Genehmigung ist ein- geholt. Es werden die Meisterschaften in Leichtathletik, Turnen und Schwimmen ausgetragen. Die Vorbereitung hat die DJK.-Darmstadt übernommen.

Reichsoffenes Sportfest der DIK. Arminia, Frankfurt a. M.

Das reichsoffene Sportfest der DIK Arminia am 30. 6. 1929 wurde genehmigt. Die Ausschreibung geht den Bezirken in den nächsten Tagen durch den Veranstal­ter zu.

K r e i s w a l d l a u f am 21. 4. 2 9. in Lämmer- spiel.

Die Ausschreibung ist ergangen. Meldungen durch Bezirke und Gau b's spätestens 14. 4. 29 an die Ge­schäftsstelle des Kreises.

Turnen.

Laut Turnordnung § 1 Allgemeine Bestimmungen muffen die Hebungen für die Bezirksveranstaltungen

mindestens acht Wochen vorher dem Gau und Kreis zur Genehmigung vorgelegt werden. — Die Zusammenstel­lung der Kreisturnriege für Würzburg or­tetet in den nächsten Kreisvorturnerftunden. Wir bitten, daß zu diesen Stunden alle erscheinen, die gewillt sind, an der Reichsveranstaltung in Würzburg teilzunehmen.

Schwimmen.

Die seitherige Ordnung verliert ihre Geltung mit dem 15 4. 29. Von diesem Termin an gilt nur noch mc neue Verbandsschwimmordnung.

Stadionkursus an der Deutschen Hoch­schule f. L.

Der Stadionkursus in diesem Jahre ist nur offen füi Wassersportler und Schwimmer Siehe Verbandsorgan vom 15 3. 29 Seite 130. Meldungen zur Teilnahme sind spätestens 15. Mai 29 dem Kreis vorzulegen

M a n n fch a f t s st e u e r.

Es sind noch nicht alle Seniorenmannschaften im Be­sitz der Ausweise für Mannfchaftssteuer Wir setzen eine letzte Frist bis 15. 4. 29.

Ländertreffen in Mannheim.

Die Ausschreibungen zu dem Ländertresfen in Mann­heim am 3. und 4 August gehen den Gauen und Bezir­ken in Kürze zu. Der Meldeschluß ist am 1. Juli 29 Alle Meldungen (Leichtathletik, Turnen und Schwim men) sind durch den Bezirk und Gau dem Kreis vorzn- legen und müssen bis spätestens 20. Juni 29 eingehev

Der Ich esbericht des Turnwarts.

Die Stelle eines Kreisturnwarts ist seit undenklichen Jahren wieder besetzt. So fing denn auch im Jahre 1928 die turnerische Arbeit an. Die 1. K. T. V. gab den einzelnen Vertretern Gelegenheit zur Aussprache, es er­gab sich für den Anfang ein ganz erfreuliches Bild, denn in Offenbach, Ffm. Südhessen, Mainz und Oberheßei (jetziger Bezirk Wetterau) wurde noch geturnt, obwoh. alles in organisatorischer Hinsicht brach lag. Es wurde ein K. T. V. gebildet, welcher sich im März zu einer 2. K. T. V. zufammenfand.

Hier wurde dann das Kreis-Turnfest besprochen; man kam zu dem Entschluß, daß das Turnen, um der allge­meinen Sache dienlicher zu fein, mit der Leichtathletik zusammengelegt werde. Es wurden dann die vom Kreis- turnroart ausgeschriebenen Hebungen durchbesprochen und allgemein für die Leistungen unserer Turner für gut befunden. Kreisvorturnerstunde wurde in Geisenheim festgesetzt.

Der Besuch der 1. K. Vorturnerstunde war gut, die Vorbereitung lag in den Händen des Rheingauer Bez. Turnwarts, Herrn Buz. Erwähnt ist auch, daß der Be­zirk Mainz und Rheingau eine Arbeitsgemeinschaft grün­dete. Die Teilnehmerzahl betrug 32. Ucbungsffoff waren die Hebungen für das Kreisturnen.

In den anderen Teilen des Kreises werden die Hebun­gen in Bez. Sßorturnerftiinben vom Kreisturnwart vorge- turnt. So war denn eine gute Abwicklung des Kreisturn­festes gewährleistet. Eine Vorprüfung für unsere Turner war das Gautreffen in Viernheim. Mit diesem Fest hot­ten wir einen guten Anfang im Gaugebiet Man sah, daß doch nicht alles von her Turnerei eingeschlafen war. Mit 2—300 Wettkämpfern und 1500 Zuschauern steht es wohl stattlich in der Reihe unserer Veranstaltungen ha. Besonders hervorzuheben sind die Leistungen der Lam­pertheimer Riege, welche sich den Titel „Gaumeister" holte.

Das kreisoffene Sportfest der DIK. Obermörlen brachte auch zum ersten Male den Turnern im Bezirk Oberhessen die lang ersehnte Wettkampfgelegenheit. Die Leistungen waren durchschnittlich.

Das Turn- und Sportfest in Offenbach war ein vol­ler Erfolg. 250 Wettkämpfer traten zu den allgemeinen Freiübungen an. Die Organisation war vorbildlich. Das Bez.-Turnfest in Frankfurt a. M. war in diesem Jahre nicht von der Bedeutung, wie es hätte fein muf­fen. Hoffentlich wird es in diesem Jahre besser. Auf dem Sreisfporttag am 26. August sah man zum ersten Male die Turner mit den Leichtathleten zusammen in friedlichem Wettkampf. Dank des gegenseitigen Ver­stehens der Kreiswarte klappte die Organisation gut. Von einem Vereinsriegenturnen sah man ab

Die Führerausbildung bezw. die Vorturnerschulung wurde im Kreise Hessen-Nassau durch Vorturnerkurse und Stunden gefördert. Vom Kreise wurden in diesem Jahre 39 Bez.-Lorturnerstunden durchgeführt Es müßte jedes Jahr ein Kursus für Turnwarte durchgeführt wer­den. Denn im Turnen ist es wohl am schwersten, rich­tige Führer zu bekommen. Doch fehlen dem Kreis die hierzu notwendigen Mittel. Vorturnerkurse wurden in 2 Bezirken durchgeführt. In Münster absolvierten 5 Turner einen achttägigen Turnkursus. Im Kreise stehen jetzt ungefähr 690 Turner mit Paß.

Empfohlen wird allen Bez.-Turnwarten die Bildung von ÜSorturneroereinigungen, da es von Vorteil ist, wenn sich die Turner im geselligen Leben näher kennen lernen.

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der Erfte, der Reste!

feit! Namentlich unsere weibliche Jugend leistet darin Großes. Man will nicht den ganzen Tag mit „so einem Ding auf der Nase", wie man die Brille kennt, in der 2Belt berumlaufen. So behilft sich also das eigensinnige junge Fräulein noch eine Zeitlang ohne Glas, bis die oft rasch zunehmende Verschlechterung der Augen doch den Anlaß zum „schweren Gang" zu Arzt und Optiker ^^"tessung gibt. Die Folge dieser Nachlässigkeit be­steht darin, daß nun weit schärfere Gläser als früher ver- orbnet werden müssen. Andererseits ist auch der An- nahme zu widersprechen, daß das Brillentragen etwa eine Modesache sei.

®ie schon bemerkt, sträuben sich viele Leute gegen öen ständigen Gebrauch der Augengläser und vertreten die gänzlich irrige Meinung, daß die Brille die Sehfähig- kelt weiter herabsetze. Werden Kindern Gläser verord- net, so verfugt das elterliche Machtgebot die ordnungs­gemäße Verwendung. Bei größeren Kindern wirkt der Hinweis auf Gleichaltrige, die bereits eine Brille tragen.

.f)at man nun das ärztliche Rezept erhalten, so sollte man auch nicht die Anschaffung der Brille noch länger hinausschieben und beim Kauf bedenken, daß nur das Allerbeste für das edelste menschliche Organ in Frage kommen kann. Die deutsche Optik hat ja auch einen der­artigen Hochstand erreicht, daß auch für die komplizierte­sten Fälle das Richtige und Paßende erzeugt werden kann.

Gar nicht nebensächlich ist die Form der Brille. Aber gerade hierbei werden von den Käufern „Schönheitssün­den" begangen. Welcher Optiker hätte es nicht oft erlebt, daß ein Käufer oder eine Käuferin den Laden betritt und

ein altes Brillengestell vormärzlicher Konstruktion aus­packt, in das die verordneten Gläser eingezogen werden möchten, damit die Sache „nicht zu teuer" werde. Nichts ist unangebrachter als solche „Sparsamkeit". Auch für wenige Mark gibt es heute Gläserfassungen, die sich gut tragen lassen und das Gesicht keineswegs, wie oft fal­scherweise behauptet wird, entstellen. Es läßt sich sogar von einer Aesthetik der Brille sprechen. Früher bevor­zugte man kleine, länglich-ovale Gläser in Nickel- ober Goldgestellen, heute sieht man in der Hauptsache farbige Gestelle rntt großen runden Gläsern, die das Auge voll­ständig überdecken und somit das Gesichtsfeld nicht be­einträchtigen. Die Hornbrille mit ihren dicken Rändern und Bügeln mag für diejenigen, die nur zum Lesen und zur Naharbeit der Gläser bedürfen, paktisch fein, für den ständigen Gebrauch wirkt sie unschön. Auch die Farbe des Haares kommt bei der Wahl des Brillengestells mit in Betracht. Eine Dame mit hellblondem Haar würde keine gute Wahl treffen, wenn sie eine Brille mit dunkel­farbigem oder schwarzem Gestell kaust. Am unauffäl­ligsten und demnach kleidsamsten ist immer noch die randlose Brille mit Goldgestell. Sie beeinträchtigt das Antlitz tatsächlich in keiner Weise, ja sie hebt sogar das Aussehen ihres Trägers bezw. chrer Trägerin, da Fehl- sichtige ohne Glas meist einen matten ober unsicheren Blick haben.

Heber den ständigen Gebrauch einer Brille Beleh­rungen erteilen zu müssen, sollte eigentlich überflüssig er­scheinen, und doch läßt sich hierzu noch manches Beach­tenswerte sagen. Werden die Gläser zu ständigem Ge­brauch verordnet, bann gehört die Brille nach der Mor­

gentoilette sofort auf die Nase und wird erst abends vor dem Schlafengehen wieder abgelegt. Von dem jetzt viel- erwähnten Liederkomponisten Franz Schubert mürbe, be­hauptet, daß er seine Brille auch im Bett während des- Schlafens aufbehalten hätte. Das dürste kaum der Wahrheit entsprechen, denn in der Praxis ist so etwas schwierig und nicht ganz ungefährlich. Selbstverstänblick müssen die Gläser blank gehalten werben unb man be­nützt dazu nicht das im Gebrauch befindliche Taschentuw. sondern verwahre gesondert stets ein zweites sauberes Tuch, das ausschließlich für das „Brillenputzen" bestimmt ist. Auch ein kleines Stück weiches Wildleder eignet sich für diesen Zweck. Der stündig Brilletragende braucht für seine optische Sehhilse kein Futteral. Höchstens könnte er in einem solchen die Reseroedrille verwahren, falls bei irgend einer Gelegenheit doch ein Glas zerbricht. Für die meisten Fehlsichtigen ist es ein geradezu unerträgli­cher Zustand, sich auch nur für kurze Zeit ohne Brille be­helfen zu müssen.

Damit dürfte das Wesentlichste über bas Brilletragen gesagt sein. Tröstlich bleibt immer, daß unsere heutige, auf höchster Stufe stehende Optik auch die fchwierigsten Fälle von Fehlsichtigkeit vollständig ober doch wenigstens dermaßen auszugleichen vermag, daß den Betreffenden die Freude am Geben nicht verkümmert wird. Biel schlimmer sind dagegen die Schwerhörige daran, denen man noch keine ähnlich wirkende Hilfe reichen konnte. Also, es ist noch lange kein Unglütf und feine körperliche Benachteiligung, wenn eine Brille zum ftänbiaen Ge­brauch verordnet werden muß. ' x