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Nr. 76.

Fuldaer Zeituna (Amtliches KreisbtatD

Sonntag, 31. Marz 1929

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Heimat

KulBa. den 30 Lärz 1929.

von unseren Schulen.

Herr Christian Scherer, Konrektor an bsr stadtpsarrlichen Knabenschule und Kantor an der Stadtpfarrkirche, scheidet mit dem 31. März ds. Js. aus dem Schul- und Kirchendienst aus. 45 Jahre lang hat er als Lehrer und 35 Jahre als Organist und Chorleiter mit vorbildlicher Be- rufstreüe uns) segensreichem Erfolge die Würde und Bürde der beiden schwierigen Aemter getragen.

Während sein stilles, gewissenhaftes Wirken in der Enge des Schulhauses naturgemäß nach außen hin weniger in die Erscheinung treten konnte, of­fenbarten sich feine vielseitigen Betätigungen auf kir- chenmusikallfchem Gebiete "in der Öffentlichkeit in markanter Weise.

Sein Orgelspiel in der Pfarrkirche war meister­haft und musterhaft; stets stand es im vollen Ein­klänge mit der Erhabenheit und dem Reichtum der katholischen Liturgie. Der von Herrn Scherer geleitete gemischte Chor hatte bei seinem Auftre­ten in der Kirche sowohl als auch bei gelegent­lichen Ausführungen außerhalb des Gottesdienstes vielfach Höchstleistungen zu verzeichnen. Bis an dis Grenzen der heimischen Diözese ist gedrungen der Ruhm, den der staütpfarrliche Kirchenchor unter der sicheren Leitung seines unermüdlichen Diriaen- ten sich errungen hat bei der Ausführung Mehre­rer Oratorien, wie Passion, Heliand, St. Elisabeth u. c. Auch wo es galt, den Glanz der die All- asmeinhert betreffenden Festlichkeiten bürgerlicher Art durch gesangliche Darbietungen zu erhöhen, war Scherers tapferer Chor bereitwillig auf dem Platze.

Möge dos feierliche Alleluja, Das morgen, «m hl-, Osterfeste, aus den wuchtigen Akkorden der Pfarrkirchorgel wie aus den freudigen Hymnen * des Sängerchores herausauillt, dem aus seinen | Aemtcrn ausscheidenden Lehrer, Organisten und , Chorleiter ein gutes Omen sein für alle seine Zu- kmft! Das walte Gott!

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Aicher Herrn Scherer scheidet mit dem 31. März auch der lange Jahre erfolgreich an der hiesigen erangl. Schule tätige Herr Konrektor Sohl aus dem Schuldienst aus, ferner an der Mädchenschule Der Stadtysarrei Frl. Konrektorin A u t h, eine im Schuldienst unserer Stadt gleichfalls sehr bewährte Kraft. Den drei scheidenden Lehrpersonen hat namens der Düvg-erschaft der Stadt Fulda der M ag i st r a t in einem Schreiben herzlichen Dank und die besten Wünsche für ihren Lebensabend übermittelt

Versonennachrichten.

Der seither an der Fachschule für das Bauge. werbe zu Frankfurt a. M., auftragsweise beschäf­tigte Ingenieur und Gewerbeoberlehrer Johannes W i n g s s aus Dipperz, wurde zum hauptamtli­chen Gemerbeoberlehrer ernannt. — Am ; Freitag feierte der auch in Fulda bekannte Gcheime j Justizrat Dr. jur. Eduard Ha r n i e r in Kassel sei­

nen 75. Geburtstag. Er ist einer der angesehen­sten Rechtsanwälte im heimatlichen Gerichtsbezirk und hat namentlich in der Kasseler Gemeindepolitik vom liberalen Toden aus eine einflußreiche Rolle gespielt. Zeitweilig gehörte er auch dem Landes- ausschuß und dem Kommunallandtag an.

3m Bischöflichen Tiink

am ersten,Osterfeiertag singt der Dom- und Alum­nenchor die Missa in honorem S. Josefi von Jos. Dietrich mit Orgel- und Orchesterbealeitung.

Der Kirchenchor der HeiliZ-EcistPfarrei singt am ersten Osterfeiertag im Hochamt die deutsche Messe von Franz Schubert.

Ein Dandelkonzerk

des Trompeterkor-ps des Art.-Regt Nr 5 findet unter Leitung von Obrrmusikmeister H e w e r s morgen (Ostersonntag) von 11.30 bis 12.30 Uhr bei günstiger Witterung im Schloßgarten statt.

Ein seltenes Jubiläum.

Am 1. April dieses Jahres kann der Erste Bei­geordnete der Stadt Fulda, Herr Kaufmann Kar l A r n d , auf eine 25jährige Tätigkeit im Magi ft rat der Stadt Fulda zurückblicken. Nachdem er schon am 19. Februar 1897 zum Mit­glied des außerordentlichen Türgeraussckusses ge­wählt worden war, und vom 1. Auugst 1898 ab sechs Jahrs der Stadirerordnstenosrsamnüung angehörte, trat er am 1. April 1904 in den Magi­strat ein. 19 Jahre bekleidet er das Amt eines Bei­geordneten. Oberbürgermeister Dr. Antoni und die übrigen Mitglieder des Magistrats der Stadt Fulda überbrachten Herrn Arnd die herzlichen Glück­wünsche zu dem seltenen Jubiläum. «Oberbürger­meister Dr. Antoni würdigte in herzlichen Worten die Tätigkeit des Jubilars und sprach ihm den Dank der Stadt Fu'da für die langjährigen wert­vollen und treuen Dienste aus. Der Vorsitzende der Zentrumsfraktion der städtischen Körperschaften, Domkapitular P-of. Dr. Thielemann, hat namens der Fraktion ein herzliches Glückwunschschreiben an den Jubilar gerichtet. Auch weite Kreise der Fuldaer Bevölkerung, die wissen, wie Herr Arnd charaktervoll, unbeirrt durch die Anfeindun­gen, die solche Stellungen mit sich bringen, immer ein Hort städtischer Selbstverwaltung gewesen ist, wie eifrig und opferbereit er stets seine Kenntnisse, seinen zähen Willen tm-b seine guten Absichten für das Wohl unserer Vaterstadt eingesetzt hat. wer­den sich den Glückwünschen aufrichtig anschließen. 70. Geburtstag.

Am 31. März vollendet Herr Prälat Direktor R h i e l sein 70. Lebensjahr. Nach Absolvierung des hies. Gymnasiums machte er als Zögling des Fnldaneums seine philosophischen und theologischen Studien, an der Universität zu Würzburg. Am 20. April 1882 empfing er die hl. Priesterweihe Er ging dann wieder zur Universität Marburg, um Mathematik und Staatswissenschaft zu studie­ren zur Dorbereitung auf eine Sehrerfteüe an der damalige!) städtischen Realschule. Wegen des drin­genden Priestermangels berief ihn dann Bischof Kopp nach zwei Jahren zurück und sandte ibn als Kaplan und Kooperator des erkrankten Dechanten Muller nach Hanau. Dort kam feine besondere Neigung und Befähigung zur Jugendseelsorge zum Durchbruch. Die dort jetzt noch blühenden Kon­

gregationen verdanken seinem Seeleneifer Grün­dung und Aufschwung. Als deshalb im Jahre 1892 die Stelle des Leiters der Knabenerziehungs­und Fürsorgeanstalt in Sannerz frei wurde, über­nahm Rhiel unter vorläufigem Verzicht auf eine Pfarrstelle die Leitung der Anstalt. Sein Leben war nun fortan der Erziehung der sittlich gefähr­deten männlichen Jugend geweiht. Der Anstalt in Sannerz gab er ein neues Gepräge, erbaute die schöne Kirche dortselbst und kaufte den größeren Teil des alten Propsteigutes zurück. Seine frucht­bare Tätigkeit lenkte bald die Aufmerksamkeit des bamalic;en Referenten für Fürsorgeschulen im Kul- tusmimsterium, des Ministerialrats Dr. Krone, auf ihn. Dieser bestimmte ihn zur llebernahme der Di­rektorstelle in der staatlichen Erziehungsanstalt tn Steinfeld, Bez. Aachen. Er übernahm die Anstalt im Mai 1900 und wirkte 25 Jahre segensreich dort­selbst. Wieviel Sorgen und Mühen umschließt eine Tätigkeit, die täglich 200 bereits auf Abwege ge­kommene junge Menschen im Alter von 14—21 Jahren umfaßt? Mit väterlicher Liebe und'un­erschütterlicher Geduld hat er viele wieder auf gute Wege zurückgeführt. Seine große Erfahrung hat er auch in der weiteren Oeffentlichkeit nutzbar zu machen verstanden. Er war Gründer und bis zu seinem Abgang erster Vorsitzender des katholischen Erziebungsvereins für Rheinland und Westfalen, und Vorstandsmitglied des allgemeinen deutfcben Erziehungsvereins, auf deren Tagungen er oft Re­ferate übernahm. Seit 4 Jahren hat er sich in das hiesige Mutterhaus zurückgezogen. Wir wün­schen ihm von Herzen einen langen, glücklichen Le­bensabend.

Das BJafferroerf kauet mit Elektrizität.

Während man bisher sehr mühsam durch Ein- blasen von Wasserdampf gefroene Wasserleitungen auftauen mußte, een Verfahren, das oft Stunden in Anspruch nahm, ist jetzt durch ein neues Ver- sal)ren, das der außergewöhnlichen Kälte dieses Jahres mit ihren Folgeerscheinungen seine Entste­hung verdankt, die Möglichkeit gegeben, den Aus- truprozeß in einigen Minuten zu erledigen. Das städr. Wasserwerk Fulda hat ein Auto ausgerüstet, auf dem ein Transformator aufgebaut ist. Dieses Auto fährt in die betreffende Straße, wo Hauptleitungen, Zuleitungen oder Hausleitungen eingefroren find Dem gewöhnlichen elektrischen Hausanschluß wird gewöhnlicher Lampenstrom von 30 bis 40 Ampere entnommen. Der Transforma­tor verwandelt nun diesen Strom in eine Stärke von 200 bis 300 Ampere. Dann wird die vereiste Wasserleitung in den Stromkreis von 300 Ampere eingesckaltet. Der Widerstand führt dazu, daß sich das Rohr so schnell erwärmt, daß der Auftanpro- zeß in kurzer Zeit erledigt ist. Der Transformator wurde dem städt. Wasserwerk vom Ueberland- w e r k, das ihn eigens für diese Zwecke hergestellt hat, zur Verfügung gestellt. Er soll, nachdem in unserer Vaterstadt all» Hausleitungen eisfrei ge­macht sind, im Kreise Fulda und der Nachbarschaft Verwendung finden.

Eine wichtige AnmÄdeftist.

Der Anmeldefrist für die erweiterte Un­fallversicherung läuft mit dem 15. April 1929 ab. Zur Anmeldung verpflichtet sind: a) Kran­kenhäuser, Hell- und Pflegeanstalten, Entbindungs­heime und Anstalten, die Personen zur Kur und

Pflege aufnehmen, b) Laboratorien für naturwis­senschaftliche, medizinische oder technische Untersu­chungen und Dersuck)e, c) Betriebe, die Rönlgen- einrichtungen verwenden, d) Betriebe zur Bewa­chung von Betriebs- und Wohnstätten (z. D. Wach- und Schließgesellschaften), e) Schauspielunterneh­mungen, Schaustellungen und Vorführungen; Un­ternehmen, die Musikausführungen, Gesangs- und deklamatorische Vorträge veranstalten; Lichlspiel- unü Rundfunksendebetriebe. Bei Zweifel, ob Be­trieb zur Anmeldung verpflichtet ist, empfiehlt es sich, die Anmeldung zu bewirken.

Gesellenprüfungen.

Die diesjährigen Prüfungen für das Maschinen­schlosser- und Drehsrhandwerk finden im Monat April 1929 statt. Nur diejenigen wollen sich mel­den, die ihre Lehrzest handwerksmäßig be­endet haben. Meldungen sind an den Vorsitzenden Anton Neiüert, Langenbrückenstr. 38, unter Vorzeigung des Lehrvertrages zu richten.

Opfer der käste.

In einem Wasserloch hinter der Filzfabrik, zwi­schen der alten und neuen Fulda, in der sogenann-

Eine heimatliche Denkmünze.

Ein Gedenkkaler zum Tage der Vereinigung Waldecks mit Preußen.

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Zur Feier der Vereinigung Waldecks mit Preu­ßen ist von der Berliner Münze ein Dreimarkstück geprägt worden, das auf der Vorderseite das Wal- deckfche Wappen, auf der Rückseite den Reichsadler zeigt.

sind in der ganzen Welt und auch bereits in weitenTeilen

ungarische

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Deutschlands beliebt. Es hat sich erwiesen, daß das eigenartige, herbsüße, starkeAroma der aus bulga­rischen Edeltabaken her­gestellten Zigaretten die Ge schmacksrichtung desdeut sehen Rauchers trifft.

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