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Anzeiger für die Stabt Fulda und den Landkreis Fulda. Amtliches Kreisblatt.

Nr 73.

Mittwoch, 27. März 1929

Für eine Revision der Friedensverträge

warten, zeigen sich häufig höchst unklug bei dem Versuch sie auszuführen.

§och's Begräbnis.

ichsvräfibent hat an den am 1 April seinem Amte scheidenden Reichsge-

herzkiches

auf Halbmast gesetzt worden.

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Die Schadenfrage.

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* Der Keii

ds. Js. aus

Erkrankung des Reichskanzlers.

= Berlin. 26. März. (Cig. Meld.) Nach der B. Z. ist die gestern gemeldete Verschiebung der Verhandlungen der Einreisegesuche Trotz­ki s im Kabinett darauf zurückzuführen, daß der Reichskanzler an einer Magenverstimmung erkrankt ist und das Bett hüten muß. Da vor Ostern keine neue Kabinettssitzung in Aussicht genommen ist, wird das Gesuch Trotzkis erst nach den Feiertagen erledigt werden können. Dann wird übrigens auch Dr. Stresemann wieder in Berlin sein.

richtspräsidenten Dr. Simon ein sehr Abschiedsschreiben gerichtet.

sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen: ..Die Meli 'm Bild" und „Buchenblätter". Rotationsdruck und Verlao der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernsprecher Nc 9 Monatt.I.M einschl.Postoeb. t.W bezw 4» Pf., ohne Zustellq."

Der Lloyddampfer,Europa in Flammen.

Die größte Feuersbrunst, die bisher einen Dampfer im Hamburger ^afen heimgesucht hat.

wtb. London, 26 März. (Eig. Meld.) „Daily News bringt einen Beitrag von Lord Rothe- mere, in dem er sich besonders über die durch die Friedensverträge geschaffenen Grenzen in Euro»pa äußert. Er sagt u. a.: 3^ Millionen Ungarn sind gezwungen, außerhalb der heutigen, ungarischen Grenze zu wohnen. Seit 10 Dahren sind diese Leute systematisch un­terdrückt, ausgeplündert und mißhandelt wor­den. Für Oesterreich hat der Frieden von St. Germain 10 Jahre Armut gebracht. Die Oester- reicher sehen in der Vereinigung mit Deutschland den einzigen Ausweg aus ihrer unmöglichen Lage. Bei dem Versuch, dies zu verwirklichen, wird Eu­ropa jedoch wiederum der Gefahr eines Krieges nahe Jem. Dieselben düsteren Anzeichen müssen

eis D(Lr' a"ni.CLen Menschen wahrgenommen wS»?? °B"vn. Grenzlinien Deutschlands betrachtet und dabei siebt, wie Ostpreußen

'LpoI.n,f^n Korridor" vom übrigen w Ä^^""'st-.Der Artikel schließt: Das englische Volk wartet mit Besorgnis darauf, daß der britische Außensekretär die Führung bei der Befeitigung der tödlichen Gefahren übernimmt, die die Fehler der Friedensverträge in Europa zurück- gelassen haben.

Die Reparat'onsziffern.

Die Havas-Agentur berichtet über den Verlauf der kurzen Vollsitzung der Reparationskonferenz am SRontag, daß nach Erstattung der Berichte durch Lord Revelstoke und den amerikanischen Delegierten Perkms der Vorsitzende Owen D. Young das Wort ergriffen und erklärt habe, daß nach seiner Ansicht der Augenblick gekommen sei, die Frage der Ziffern anzuichneiden. Er habe vorgeschlagen, daß die Delegierten tn privaten Unterredungen von Delega- f.a“Ort ju Delegation darüber sprechen, um die ver- i>«r Vollsitzung vorzubereiten,. ®ieKr Vorschlag sei von dem Neparationssachver-

m-3" Leitartikel der „New York Times" zum

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Wt der Deutschnationalen Partei in der öffent­lichen Meinung abnimmt. Die Partei leidet an Soutfrtje sympathisieren mit ihren liefen mihhil.

‘'J™ M->n°pi>I zur B-Witzun/de, deut. i*en Osteressen. Es ist seitens der gewühlten deut.

nicht möglich irgend eine Gelegen­heit flu verpassen, einen Druck zur Herabsetzung der Schilden Deutschlands ausziÄben, aber die- ,ewigen, tue am lautesten diese Herabsetzung Hüt.

Rufruf des Iungdo.

Das „Hochkapitel" des „Jungdeutschen Ordens" erlaßt eine Erklärung, in der es den „Hochmeister" ^E^ti ohne Rücksichtnahme auf heutige partei- politische Gegensatz^ „die Kraft des Jungdeutschen Ordens für die Front der Nation gegen ber ^«tion nzusetzen."

An alle Ordensbrüder richtet das So.hkavitel die Aufforderung, „aufrüttelnd und aufklärend den Ruf terziltrage?"^" nationalen Erneuerungsfront wei-

sette auf Grund liegt. Infolge der glühenden Hitze sind sowohl die eisernen Aufbauten als auch die Schotten im Innern des Schiffes verbogen und eingeknickt. Am äuße- ren Schiffsrumpf selbst sind noch keine besonderen Schä. den bemerkbar. Ob und wann es gelingen wird des Feuers Herr zu werden, und ob es möglich sein wird, das Schiff wieder herzustellen, läßt sich zur Stunde noch nicht sagen.

Heber die

Entstehungsursache des Brande,

Eia merkwürdiger Schritt des Herrn Hngenberg.

Der deutschnationale Zührer biedert sich bei den Amerikanern an und setzte die deutsche N-lchrr-gi-rung herunter. - <Er empsiehtt den Yankee; sein- Porter „als einziges Bollwerk gegen den Bolschewismus."

wtb. Hamburg, 26. März. (Cig. Meld.) Heute früh um 3.26 Uhr wurde von der Werftfeuerwehr von Blohm u. Boß die Hamburger Feuerwehr wegen Feuers auf dem Dampfer „E u r o p a" alarmiert. Zug 2 rückte so­fort aus. Bereits 20 Minuten später erfolgte der Alarm Groß feuer. Sämtliche im Augenblick zur Verfü­gung stehenden Züge rückten unter Branddirektor Dr. | Minder aus. Die Dienstmannfchaften wurden an ihre Wachen beordert. Der vordere Teil des 46000 len- ncn Schiffes brennt. Vom Lande und

vom Wasser aus greifen die Wehren an. Mehrere in der Nahe des Dampfers befindlich gewesene Fahrzeuge wurden wegen des starken Funkenfluges von ihren Platzen entfernt.

Um 11 Uhr vormittags dauerte der Brand auf der „Europa" noch immer an. Das Hauptaugenmerk der Feuerwehren ist darauf gerichtet, alle Vorkehrungen zu treffen, um ein Umschlagen des Schiffes zu v e r h i n d e r n. Der Brand ist der g r ö ß t e, der je­mals auf Dampfern im HamburgerHafen zu ver­zeichnen war. Sämtliche Hamburger Feuerwehren sind unermüdlich tätig, um den Brand zu bekämpfen, der sedoch mit unverminderter Heftigkeit fort, w " t e tz Undurchdringlicher Rauch lagert über der Brandstätte. Das vermutlich im Kühlraum ausgebro­chene Feuer verbreitete sich vorn Vo r d e r s ch i f f aus nn Laufe des Vormittags auch über das Mittel- und H ' nie r s ch i ff, jedoch konnten die Flammen im Hin­terschiff anscheinend späterhin wieder eingedämmt wer­den. Gegen 11 Uhr vormittags drangen besonders dichte Rauchschwaden namentlich aus dem Vorder- und Mit­telschiff und durch mehrere Bullaugen konnte man auch öte nn Inneren wütenden Flammen beobachten. Die Feuerwehr mußte sich zeitweise darauf beschränken, das tfeuer von außen her zu bekämpfen, jedoch ging sie zur genannten Zeit auch wieder zur Bekämpfung des Bran- aes.lm Innern über. Infolge der ungeheuren in das Schiff geschleuderten Wassermassen erhielt es nach und nach starke Schlagseite nach Steuerbord. Man hofft aber, daß die Gefahr des Kenterns im Augen- blitf beseitigt ist, da das Schiff auf der Steuerbord-

und darüber, wie es möglich war, daß dieser einen so grofjen Umfang annehmen konnte, schwirren an der Brandstätte zahlreiche Gerüchte. So wird u. a. ver­mutet, daß Brandstiftung vorliege. Ferner wird auch die Behauptung ausgestellt, daß die Werftfeuerwehr von Blohm u. Voß nicht sogleich die Hamburger Feuer­wehr alarmiert, sondern versucht habe, den Brand zu- nächst allein zu bekämpfen. Alle diese Behauptungen sind aber vollkommen unkontrollierbar. Die behördliche tersuchung ist mit vollem Nachdruck im Gange

Die Kampftage in Mexiko.

wtb. Mexiko, 26. März. (Eig. Meld.) Der Kommandant von Mazatlan meldet den Abzug der Rebellen nach Norden. Die mexikanische Regierung schätzt die Zahl der Soldaten, die von den 45 000 Mann der Gesamtarmee zu den Rebellen über­gehen, auf etwa 15000, die sich jedoch auf 5 Staaten verteilen. Von den ungefähr 35 000 Mann, die loyal geblieben sind, wurden 18 000 der Armee des General Calles, der Rest dem Besatzungsdienst zu- geteilt. Der sonstige Zulauf zu den Rebellen werde, wie es heißt, durch die Unterstützung der Bundes­regierung von Seiten der Landbevölkerung aufge» wogen.

Spanten.

Primo de Rivera denkt an Rücktritt.

Ministerpräsident Primo de Rivera führt in einer halbamtlichen Mitteilung aus, er fühle sich weder kräftig noch jung genug, um von dem Lande und von dem König die Erneuerung ihres Vev- tr(tuend für eine neue fünfjährige Amtsperiode zu erbitten. Deswegen halte er es für gut, die Vorbe­reitungen zur Niederlegung der Macht zu beschleu­nigen, da eine Nachfolge ab intestato besonders durch ein überraschendes Ereignis, das die große Masse der Bürger in Verwirrung bringen würde, das Schlimmste für das Land wäre, das man sich denken könne.

Menschheit, die, wie die Grippe, über Ozeane reu fen kann. Unsere Sache ist ebenso die Ihre!"

Die deutschnationale Pressestelle veröffentlicht eine Erklärung zu dem Schreiben Dr Hugenbergs nach Amerika, das von der „Berliner Montagspost , im Wortlaut veröffentlicht wurde. Die deutschnationale Pressestelle bestät ig t dar­in d, e E ch t h e i t d e s B ri e fe s. Dr. Hugen- berg habe den Brief vor ein paar Wochen' an 'amtliche Senatoren und Abgeorb- n e te, an die Gouverneure und Bürger­meister, an alle führenden Zeitungen und an hervorragende Persönlichkeiten des wirt- schaftlichen und geistigen Lebens in Amerika ge- fanbt. In der Erklärung heißt es weiter: Im Au­genblick ber .für Deutschland lebenswichtigen Ver­handlungen in Paris war es notwendig, den Ame. rikanern, bie bei den Verhandlungen eine entfchei- bende Rolle spielen, ein Bild über die tatsächlichen VerhÄtmsse in Deuffchland, die zum Teil ver- schleiert werden, zu geben. Dr. Huaenbera hat deshalb den Anregungen, die ihm in dieser Bezie­hung von amerikanischer Seite gemacht w'krd'n. gern entsprochen.

Schlechtes Echo in Amerika.

Geradezu ungeheuerlich ist es aber, baß in die- fern Schreiben den Amerikaner Vorhalte darüber gemacht werden, daß sie den Deutschen Gelb qe- fen! „Dw Amerikaner", so heißt es wörtlich in dem Schreiben, „würben beswegen in Wirklichkeit die Tributlasten Deutschlands bezahlen"! Die Ame. rikaner werben also förmlich aufgefordert, an Deutschland kein Geld mehr zu geben. Das' siebt übrigens durchaus im Einklang mit dem, was Hu- genberg vor einiger Zeit in aller Oeffentlichkett ausgesprochen hat, als er von der „Lüge der Sicherheit der deutschen Währung" sprach und die Amerikaner warnte, einem solchem Lande über- Haupt ihr Geld anzuvertrauen.

Der Schluß des betreffenden Schreibens hat folgenden Wortlaut:

„Die Deuffchnationale Dolksportei hält den Ge­danken des Privateigentums aufrecht als Basis jeder Act staatlichen Lebens. Sie lehnt es daher ab, mit dem Sozialismus einen Kompro­miße schließen. Sie weigert sich aus dem glei­chen Grunde — als einzige große Partei Deuffch- lands — die Regierung mit Sozialdemokraten zu teilen. Taffächlich ist es nur durch die Hilfe an­derer Parteien möglich, daß die Sozialdemokratte sich ihre marxistischen Regierungsexperimente fei­sten kann. Der Sozialismus ist der e r st e S ch r i 11 zum Bolschewismus. Deswegen stellt die Deutschnationale Volkspartei das einzige Bollwerk gegen das Chaos dar.

Unsere besondere Sache ist ebenso die Sache der Mitglieder jedes Volkes, die wünschen, das Chaos zu bekämpfen. Wenn durch unverständige Rege­lung der Tributfrage unser Kampf vereitelt wird, wird ein gewaltsamer Einbruch des Chaos in Deuffchland unb* Europa die Folge sein, und dieses Ereignis könnte die ganze zivilisierte Welt gefähr­den. Denn der Bolschewismus und der Sozia­lismus sind nicht besondere Produkte Rußlands, sondern eine Seelenkrankheit der industriellen

... Was 13 Auflösungsanträge der Linken im I Sächsischen Landtag innerhalb zweier Jahre nicht I vermochten, bas ist jetzt durch den Spruch des Staatsgerichtshofs verwirtlicht worden. Der Land- I tag, der im Oktober 1926 gewählt wurde und bis I Ende des Jahres 1930, also noch fast zwei Jahre I weiter hätte amtieren sollen, ist zu Ende und für I ungültig erklärt. Die Regierung des Freistaa­tes Sachsen ist verpflichtet, soforttge Neuwahlen herbeizuführen.

Als der Staatsgerichtshof Ende 1927 für Meck- fenburg und Hessen eine Entscheidung traf, daß jene Bestimmung eines Wahlgesetzes verfassungs- widrig sei, wonach eine neu in den Landtag tre­tende Partei bei Einreichung des Wahlvorschlages eme Summe von mehreren tausend Mark zu stel­len habe, die ber Staatskasse verfiel, wenn ber Kanbidat bei ber Wahl nicht burchkam, ba klagte bald darauf auch in Sachsen die Zentrums- p a r t e , gegen den sächsischen Staat. Auch hier be- stand eine Kautionsbestimmung, wonach bei Landtagswahlen 3000 Mark zu zahlen waren Das Zentrum hatte diese Summe bei den letzten Wah­len verloren, weil es seinen Kandidaten nicht durch- brachte. Gleichzeitig reichte mich die S S. P eine ähnliche Klage ein. Als dann aber die Zeit der Verhandlung herankam, zog das Zentrum feine Klage plötzlich zurück, weil es durch private Ab- machungen mit der Regierung feine 3000 Mark Zurück erhielt, und auch die Zusage gegeben wurde, baß wachsen von sich aus die Kautionsbestimmung S-wz allgemein zurückziehen werde. Die Klage der U. S P. aber wurde später vom Staatsgerichtshof aus formalen Gründen abgewiesen. Die sächsische Regierung gab damals ihrer Freude über die Wendung der Dinge offen Ausdruck, ja sie rief bald darauf das Reichsgericht an. Das Reichsge­richt verurteilte sie dann zur Aufhebung der Kau-

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Die „Newyork Times" schreibt in einem Seit- urmel: Stresemanns Probleme wie auch die Be- ^bungen der deutschen Bankiers, eine Lösung oer Reparationsfrage zu erreichen, werden durch .“'c, Hult ung der Deutschnational en nicht deren Parteivorsitzender soeben ein langes Rundschreiben mit altbekannten Argu- ^entt auch zu erwarten Ist, « mS« bcn E^bnissen der Reparattonskonfe- H gegenuberstehen wird, wie immer sie L.E-sfallen mögen, so bedeutet doch die Der- seitens der Deuffchnattonalen, daß sie icht Mitarbeiten werden, eme Drohung, bie nie­manden schreckt, Deutschlands Stel- lung tn der Welt jedoch wenig nützt.

tionsbeftimmung. Das war nun kein allzu harter Schlag, da die Regierung ja von sich aus diese Be­stimmung schon beseitigen wollte.

Somit wäre alles gut verlaufen, wenn nicht alsdann die oppositionellen Sozialdemokra­ten mit einer neuen Klage beim Staatsgerichts, pof auf den Plan getreten wären. Diese Klage richtete sich nicht nur gegen die Kautionsbestim­mung sondern forderte zugleich, daß auf Grund -^»-^^"^"^bMidrigen Kautionsparagraphen die 1926 abgehaltene Wahl für ungültig erklärt und darum der gegenwärtige Landtag aufgelöst werde. Der 1. Teil der Klage war bei ber jetzigen Ver­handlung vor dem Staatsgerichtshof überholt, da die sächsische Regierung tatsächlich auf Grund des Urteils des Reichsgerichts schon den Kautionspa- ragraphen beseitigt hatte. Der Staatsgerichtshof konnte also nur noch die zweite Frage entscheiden.

Kaum eine Partei in Sachsen hätte geglaubt, baß die Entscheidung gegen den Landtag fallen werde. Nicht einmal die Klägerin selbst glaubte richtig daran. Man rechnete damit, daß ber Staatsgerichtshof eine solche Entscheidung ben Parlamenten der Länder selbst überlasse, wie er es im Falle Mecklenburg und Hessen, wo die ver­fassungswidrigen Bestimmungen im Wahlgesetz bedeutend tiefer gingen, getan Hatte. Er zog in diesen Fällen nicht die Konsequenzen aus ber Fest­stellung ber Verfassungswribrigkeit, wenigstens lehnte er das damals vorläufig ab, und es blieb bei diesem „vorläufig", weil keine Partei der beiden Lander mit einer weiteren Forderung nach Land- ^^u losung an den Staatsgerichtshof herantrat. Im Gegenteil: In Hessen, das einen eigenen Staatsgertdjtsbof besitzt, wurde ausdrücklich die f?Sfe‘m?er ®aKDOn d-esem Gerichts be- Itafegt. Wenn also der Staatsgerichtshof in den Fallen Mecklenburg und Hessen nichts änderte, so

= Berlin, 26. März. (Eig. Meld.) Die „B. Z." be- mertt zu der Frage, wer den Schaden des Brandes der in U£sPa,r_i3u„tragen hat, daß der Auftraggeber, der Norddeutsche Lloyd, das Schiff ja noch nicht Übernom­men habe, die Verantwortung und der Scha- de n also bei der Bauwerst von B 1 ohm u. V oß liege. Die Werft habe sich aber für den Materialschaden im we- senttichen durch Rückversicherungen gedeckt. Immerhin sei die mittelbare Schädigung, die sie durch den Brand erleidet, naturgemäß außerordentlich groß. Das Schiff war zwar noch nicht fertig, aber man wird an- nehmen können, daß die Maschinenanlage bereits mon­tiert war. Der Wert des fertigen Schiff wurde sich auf 5 0 Millionen belaufen haben 1« Borstand des Norddeutschen Lloyd entsandte sofort zwei technische Direktoren nach Hamburg während die übri- gen Vorstandsmitglieder zu einer Sitzung zusammenge- treten sind, die um die Mittagsstunde noch andauert.

standlgenausschuß angenommen worden. Entgegen den Beschlüssen der vorigen Woche würde in dieser Auche nur noch eine Vollsitzung abgehalten. Die Einberufung dieser Sitzung auf Mittwoch oder Donnerstag sei dem Vorsitzenden anheimgestellt worden. Die Konferenz werde ihre Arbeiten am Donnerstagabend über die Osterseiertage aus setzen und am 4. April wieder zusammen - treten.

Me Ungültigkeit des Sächsischen Anktages

Von unserem Dresdner Mitarbeiter.

•>5 ü? »ertiner Linkspresse vom Montag, den 25. Marz, wurde em New Yorker Kabeltelegramm ^"^geben, demzufolge der Vorsitzende der Deutschiia.ionalen Volkspartei, Reichstagsabgeorb- neter Hilgenberg, unter dem 5. März 1929 „iÄ Eenkanischer Führer ein vertrau- Mes, nicht für bie Oeffentlichkeit bestimmtes Schrei­ben gerichtet habe, in welchem Huaenbera für bie Deutschnationale Volkspartei in einer geradezu un­geheuerlichen Art Propaganda macht. In L Schreiben wird von Feinden auch innerhalb bes deutschen Volles gesprochen. Es wirb, ganz im Gegensatz zu der offiziellen Haltung ber Deutsch- nationalen tn diesen Dingen, von ber beutschnatio- naten „Sympathie mit den Kriegsächtungsbestre­bungen des Staatssekretärs Kellogg gesprochen und selbst ber m ber beutschnationalen Presse im»

wieder in Grund und Boden geschmähte Prä­sident Wilson mit seinen von den Deutschnationa­len nicht minder befehdeten 14 Punkten wird si­liert um auszusprechen baß die Deutschnationalen im Sinne Wilsons und seiner 14 Punkte mit einer Revision der Verträge einverstanden seien!

wtb. Paris, 26. März. (Eig. Meld.) Die Bei- setzungsfeierlichkeiten für Marschall Foch haben heute vormittag um 9 Uhr mit einem feierlichen @otteäbicnft tn ber Rotte Dame-Kirche begonnen. Rach Beendigung ber kirchlichen Feier setzte sich der Zug m Bewegung. Unter den ausländischen Dele­gationen ist die stärkste die englische. Sie be- st^ht außer dem Prinzen von Wales aus acht allen, dem Admiral der Flotte und dem Befehlshaber des Lufffahrdienstes. Belgien wird vertreten außer durch den Prinzen Charles durch den Kriegsminister sowie eine Abteilung belgischer Grenadiere. Italien hat Marschall Caviglia und einen Oberstleutnant sowie eine Kompagnie Alpen­jäger entsandt. Außerdem sind 13 Staaten vertte- ten, unter ihnen die Vereinigten Staaten durch Ee- neral Pershing. Die Leiche wird in dem Augen­blick, wo sie vor der Statue der Stadt Sttaßburg auf dem Place de la Concordia ankommt, mit ber Marseillaise begrüßt. Der deutsche Botschafter nimmt an keiner der offiziellen Trauerfeierlichkeiten, weder an der kirchlichen Feier noch an der UcVer­führung der Leiche noch an der Bei etzung im Jnvalidendom teil. Hingegen ist während der Bei­setzungsfeierlichkeit als Akt der Totenehrung die Reichsflagge auf dem deutschen Botschaftsgebäude