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Nr. 69.

Srenag, ti. mur3

Fuldaer Zeitung (kkmtliches Kreisblati).

Hulda, den 2 t Mär^ 19*29

Frühlingsanfang.

Nur Geduld, ihr lieben Menschenkinder! Was war das ein Seufzen und Stöhnen, als im Februar und Anfang März die sibirische Kälte nicht weichen wollte. Ucberall sah man verzweifelte Gesichter und ein allgemeines Jammern hob an, daß eine neue Eiszeit über uns hereingebroch-en sei und man Las schlimmste befürchten müsse. Kommt Zeit kommt Rat! Heute, am 21. Mürz, dem Datum der Tag- und Nachtgleiche, des Frühlingsanfangs wird keiner mehr an den Pessimismus erinnert sein wol­len, den er noch vor 14 Tagen mit klappernden Zähnen entwickelte. Der Lenz ist da! Sonnen­schein, schwellende Knospen an Baum und Strauch, Lögelzwischern, buntbemützte Schülerscharen ziehen übermütig in die Landschaft hinaus, gegen den weichenden Rest des Wintereises und Schnees durch derbe Schuh; und Wadenstrümpfe geschuht. Ihr Menschenkinder, was wollt ihr noch mehr. Stiles ist aufgetaut, was eingefroren war. Allmählich tauen oi ch die Herzen. Und wieder einmal hat iich ge­zeigt, daß die Optimisten zuleßt recht haben, wenn die Pessimisten auch zeitweilig mit dem Thermo­meter in der Hand schlagend beweisen, daß die Temperatur fortgesetzt sinkt. Eine lehrreiche und tröstende Erkenntnis aus dem großen Buch der menschlichen Prüfungen.

Em Wandrlkonzrrt

des Trompeterkorps des Art.-Rgt. Nr. 5 findet itnter Leitung des Herrn Musikmeisters Hewers morgen (Freitag), nachmittags von 5—6 Uhr, int Schloß garten bei günstiger Witlemng statt.

Dre Landesbibliothek

ladet hiermit noch einmal zu der Eröffnung ihrer aus Anlaß des Tages des Buches veranstalteten Ausstellung „Neue Literatur aus allen Gebieten" herzlichst ein. Besonders sind die Mitglieder der Vereinigung der Freunde der Lcm- desbibliothek willkommen.

Elternabend tm Dienste der Lernanfänger.

In diesem Zeichen stand der Ellernabend, den die stadtpfarrliche Volksschule gestern veranstaltet hat. Ueber 200 Väter und Mütter, bas ist fast die gesamte Elternschaft der diesjäh­rigen Abcschützen aus den Seelsorgbezirten St. Blasius, Heiliggeist und Sturmius, füllten den kleinen Gesellenhaussaal. Mit großer Freude also konnte der Ssmlleiter, Rektor Kolke» die An­wesenden begrüßen und ihnen einen TeÜ des Kol­legiums der Knaben- und Mädchenschule vorstel­len. Hauptredner war Lehrer Becker. Er sprach über die Wirkung und Wichtigkeit des Schul- eintritts und die erfte SchuLarbck.t. Mit Ver­trauen mögen die Ellern ihre Kleinen bringen, die dann mit Freude in die Klaffe treten, wo sie jeder berufsfreudige Lehrer offenen Herzens empfängt. Dankbar und überzeugt spendeten die Anwesenden dem Redner Beifall. Es wurden verschiedene technische Fragen beantwortet, insbesondere wurde auf den Wert des gesundheitlichen Fragebogens hingewiesen und das sehr zweckdienliche, ideal ge­haltene Schriftchen der katholischen Schulorgani- saiion „Unser Kind kommt in d ie Schule" empfohlen. Nachdem Herr Decker als Diözesangeschäftsführer der katholischen Schulor­ganisation die Eltern noch gebeten hatte, derselben beizutreten, da sie die Elternschaft einigt zum Kampfe für die konfessionell-katholische Schule,

schloß der Leiter die harmonisch verlaufene Ver­sammlung mit kurzem Lankeswort.

Generalversammlung der Fuldaer Acliendruckerei.

Die Aktiengesellschaft Fuldaer Actiendruckerei h'ell gestern nachmittag in ihrem Geschäftshaus die 55. ordentliche Jahresversammlung ab, die Herr Rentner Richard Schmitt leitete. Es waren 43 Aktien vertreten. Der im Druck vorliegende Ge­schäftsbericht fand die Billigung der Versammlung, ebenso wurde der Rechnungsabschluß für 1928 ge­nehmigt. Dem Vorschlag des Vorstandes gemäß wurde die Festsetzung einer Dividende von 5 Pro­zent (M 600 aus 12 000 M Aktienkapital) beschlos­sen. Die beantragte Entlastung des Vorstandes und Aufsichtsrates wurde mit Worten des, Dankes an die beiden Körperschaften, erteilt.. Die , Ein­stimmigkeit der Beschlüsse trat auch bei Erledigung des letzten Punktes der Tagesordnung in die Er­scheinung: der seitherige Vorstand, die Herren O. Goebel, Dompfarrer Schüler und Eduard Schmitt und die früheren Mitglieder des Aufsichtsrates, die Herren Richard Schmitt sen., Prälat Domdechant Prof. Dr. Leimbach, Domkapitular Prof. Dr. Rich­ter, Landtagsabg. Rhiel und Dr. med. Raabe, wurden durch Zuruf wiedergewählt. Rach Ver­lesung und Genehmigung der notariellen Verhand- lungsniederschrift wurde die Versammlung durch den Vorsitzenden geschlossen. Es verdient erwähnt zu werden, daß Herr Richard Schmitt sen., der einzige noch lebende Mitbegründer der Fuldaer Actiendruckerei, an allen 55 Generalversammlun­gen der F. A. teilgenommen hat. Der Geschäfts­bericht des Vorstandes der Fuldaer Actiendruckerei ist in der heutigen Ausgabe der „Fuldaer Zeitung" abgedruckt. Der Dividendenschnn für 1928 kommt nunmehr mit 7,50 M. zur Einlösung.

Ein Veteran der Lurhessischen Presse.

Am 22. März begeht der Buchdruckereibesitzer und Verleger des Hünfelder Kreisblattes, Herr Wilhelm A l b i e z, im nahen Hünfeld in körperli­cher und geistiger Frische seinen 7 5. Geburts­tag. In der Kurhessischen Verlegerschaft erfreut er sich allgemeiner Beliebtheit und Wertschätzung. Durch seine langjährige Tätigkeit als Vorsitzender der in Fulda stattfindenden Gehilfen-Prüfungen int Buchdruckergewerbe ist er int ganzen Buch­druckerstand unseres engeren Heimallandes eine bekannte Persönlichkeit. Herr Albiez ist von Geburt Stuttgarter, kam aber schon vor saft 50 Jahren nach Hünfeld, wo er sich mit der Witwe des Grün­ders des Hünfelder Kreisblattes, Äxten, verhei­ratete. Als Verleger erlebte er all das Schwere, das keinem in diesem Beruf Stehenden erspart bleibt: vor allem war er auch im Jahre 1888 von dem schweren Vrandunfall betroffen, der Hünfeld damals beimsuchte. Trotz reichlicher Berufsarbeit hat Her Albiez, wie man es im Verlegerberuf an­erkennenswerter Weise häufig findet, seine Ar­beitskraft auch der Allgemeinheit in großem Um­fang zur Verfügung gestellt und jahrelang in der Stadtverordnetenversammlung und im Magistrat der Stadt Hünfeld und im Hünfelder Kreistag mit- gewirkt. Stets war er auch am Platze, wenn die Zentrumspartei im Kreise Hünfeld rief. Zu seinem 75. Geburtstag entbieten wir ihm als tinferm" ge­schätzten journalistischen Nachbarn die herzlichsten Glückwünsche.

Das heimatliche Iugrndherbergswesen.

Das Jugendherbergswesen im Gau Main» Rhein-Lahn-Fulda hat im abgelaufenen Geschäftsjahr weitere erfreuliche Fortschritte ge­macht. Im Gau stieg die Zahl der Mitglieder im Jahre 1928 von 3197 auf 3 692. Wie tief die Er­kenntnis von der Bedeutung des Jugendwerkes bei den Behörden und Körperschaften durchgedrun­gen ist. erhellt aus den reichen Unterstützungen, die dem Gau zuflosftir. Es stellten u. a. zur Ver­

fügung der Landeshauptmann zu Kassel 5000 Mk.. der Regierungspräsident 1000 Mk., die Landesver- sicherungsanstalt Kassel 1000 Mk. Erheblich er­weitert wurde die Herberge zu Marburg, die 1928 rund 5000 Uebernachtungen aufzuweisen hatte. Die Benutzung der Herbergen im Bezirk hat im Jahre eine weitere Erhöhung erfahren, nämlich von 1429b tm Jahre 1927 auf 17157. In Fulda übernachteten 2742, in Dalherda 524, in Gers­feld 3624, in Hilders 616, in Petersberg 643, tn Hünfeld 76, Poppenhausen 460, Tann 271, Wüstensachsen 595, Gelnhausen 720, Hanau 955. j > ■.

Gegen Mißbrauch der Reichswehnmiform.

Der schon gestern erwähnte Erlaß des Reichs­präsidenten über das Tragen der Uniform hat folgenden Wortlaut: „Ter Zweck der Uniform und die Rücksicht auf die überparteiliche Stellung und das Ansehen der Reichswehr erfordern, daß für die ausgeschiedenen Reichswehrangehörigcn die Ausübung des ihnen auf Widerruf gewährten Rech­tes (§ 30 des Wehrgesetzes) zum Tragen einer Reichswehruniform an bestimmte Bedingungen ge­knüpft wird, um Mißdeutungen in der Oesfent- lichkeit und Angriffe gegen die Wehrmacht zu ver- meiden. Ich erlasse daher zum § 30 des Wehr­gesetzes folgende Ausführungsbestimmungen: l.Die beim Ausscheiden verliehene Uniform darf nicht getragen werden: a) in der Ausübung eines neuen Berufs einschließlich des Vorbereitungsdienstes dazu (gleichviel ob Staatsdienst oder sonstiger Be­ruf); b) bei allen Versammlungen, an denen die Reichswehr auf Grund des § 63 nicht tellnehmcn darf. 'Auskunft darüber können auf Anfrage bie Kommandanturen und Standortkominanbos. eitei- fen. Die grundsätzliche Betretung der ^usgeschiede- n»n Wehrmachtsance'wrtgfn von poetischen Be- l^räüFungen wird r'öurch nicht berührt. 2. Im übrigen untc.* 'ff die Ausübung des Rechts zum Tragen einer 77. ic form fernen 'Beschränkungen, fa­sern nicht das Ansehen des Soldatenstandes das Tragen von selbst verbietet."

Schlußprüfung der Landwirtschaftlichen Schule Fulda

Arn Mittwoch fand in der „Harmonie" die dies- jähige öffentliche Schlußprüsimg der Landwirtschaft­lichen Schule Fulda statt. Außer den Herren Reg - Asseffor Dr. Lorscheider als Vertreter des Herrn Landrats von Fulda, den Mitgliedern des Lehrerkollegiums, hatten sich auch viele Väter der diesjährigen Schüler sowie zahlreiche frühere Schü. ler der Anstalt oingefunden. Aus dem vom Direk­tor der Anstalt, Herrn Landwirtschaftsrat Trem­mel, rorgetragenen Jahresbericht ging hervor, daß die Schule nun ihr 3 9. Winterhalbjahr beendete Die Schule war früher eine Anstalt des Kreises Fulda, ist aber feit dem 1. April 1902 von der Landwirtschaftskammer Kassel übernom­men worden. Der Wirtschaftsberatungsbezirk der Landwirtschaftlichen Schelle und umfaßt die Kreise Fulda und Gersfeld. Früher ge­hörten zu diesem Schulbezirk auch die Kreise Hersfeld, Hünfeld, die aber 1910 bzw. 1920 infolge Neugründung von eigenen Landwirt­schaftlichen Schulen ausschieden. Die Schülerzahl betrug in diesem Winterhalbjahr 7 3 Schüler, davon besuchten 37 die Oberklasse und 36 die Un­terklasse. Seit dem Eründungsjahr (1890) haben 1486 Schüler die Anstalt besucht; von diesen er­hielten einschließlich der diesjährigen Oberklaffe 643 eine vollständige Ausbildung. An dem Bericht schloß sich die Prüfung in Fütterungslchre und or­ganischer Chemie durch Herrn Direktor Trem­mel, Prüfung in Pflanzenbau durch Herrn Leh­rer Schick, Prüfung in Geflügelzucht durch Herrn Diplom-Landwirt S i e l a n d. Vorträge hielten die Schüler: Joseph Müller aus Schwarzerden (Krs. Gersfeld) über Wiesenbau; Johann Beier aus Horas über die Frühjahrsbestellung und Jo­

seph Leinweber aus Pilgerzell über die volks­wirtschaftliche Bedeutung der Landwirtschaft, än Vertretung des Landrats Freiherrn von Eagern dankte Herr Reg.-Assessor Dr.L ° r s ch eite r dem Kuratorium und den Lehrkräften der Anstalt für ihre aufopfernde Arbeit an den Schulern. Die Er- gebniffe der Prüfung haben gezeigt, daß bte -Schu­ler mit großem Interesse bei der Sache waren Die deutsche Landwirtschaft leidet letzt größte Not. Es ist dringend notwendig, daß eine Derbesserung des Zollschutzes sowie bessere Absatzmöglichkeiten durch den Staat gefchaffen, ferner die hohen Ä'nsen und Steuern gesenkt werden. , An der Landw.rtschast liege es auch, neuzeitliche Ar bei tsmet Ho­den einzuführen, um auf diese Werse ihrebe­triebe zu rationalisieren. Herr Landwirt Reinhardt von Mauerschell (Krs. Ersfeld) sprach fick als Vertreter des Landrats von Gersfeld ehr lobend über die gezeigten Leistungen der Schüler aus, ebenso das Kreisausschutzmitglied V o- a e t - Zirkenbach. Herr Siretor Tremmel gab den Schülern der Oberklasse in seiner Schlußansprack^ recht beherzigende Worte mit auf ihren ferneren Lebensweg? Mit der Zeugnisvertellung erreichte die Prüfung ihr Ende.

Wohnungsbau im Ne?.-Vez. ttassel.

Nach den Feststellungen des Preußischen Stati­stischen Landesamts wurden im Regierungsbezirk Kassel im Jahre 1928 3149 Wohngebäude mit Ml Wohnungen erbaut. Die Bautätigkeit hot damit gegenüber dem Jahre 1927, m dem 2915 Wohnge­bäude mit 4763 Wohnungen erbaut wurden, eine bemerkenswerte Zunahme erfahren.

Von der Gesamtzahl der im Jahre 1928 er­stellten Wohngebäude und Wohnungen entfielen auf: ,

den Kreis Fritzlar 75 Wohngebäude mit 98 Wohnungen Stadtkr.Fntda47 , " 212

Landkr.Futda 146 . " oa«

KreiSGelnbausenIgi . » "

Kreis ttterSfeldt-3 „ » "

KreiS SerSfeb 294 „ * "Za *

Kreis Hünfeld 70 „ • b* •

KreiS Kirchhain76 „ * "

Kr. Schtüchter n77 „ -- 8-) "

Von den 5331 tm ganzen Regierungsbezirk e^ bauten Wohnungen wurden d:e meisten, nanllich 3750, von privaten Bauherren erbaut. Hol Wohnungen wurden von gemeinnutziaen Dauge- sellfchaften und 420 von öffentlichen Körperschaften und Behörden errichtet. .

Im ganzen Regierungsbezirk kamen im ^ahv. 1928 254 Wohngebäude mit 522 Wohnungen durch Abbruche, Brande usw. in Abgang. Der durch den Neubau von Wohngebäuden erzielte Relmu- gang betrug demnach 2895 Wohngebäude mit 5009 Wohnungen. Durch Umbau oder durch Einbau m nicht eigentlich Wohnzwecken dienende Gebäude (Fabriken usw.) wurden unter Berücksichtigung der Abgänge (Brand usw.) 410 Wohnungen gewon­nen. so daß die Bautätigkeit im Regierungsbezirk Kassel tm Jahre 1928 insgesamt 5 419 neue Wohnungen geliefert hat.

Dom Fernsprecher.

Die Fernsprechvermittlungsstelle S ch! ü ch 'er* hält vom 1. April ab unu nie k :" chnen Fernsprechdienst ab.

Falsches Silbergeld.

In. Berlin ist in der letzten Zeit überaus viel falsches Silbergeld aufgetaucht und zwar handelte es sich um falsche Zwei-, Drei- und Fünfmark­stücke. Es muß angenommen werden, daß auch i m Lande diese Fälschungen auftauchen. Sie lassen sich än bestimmten Merkmalen leicht er­lernten. Die Legierungen enthalten nämlich in der

Milt FrühlisTg^beginrH

"kommt so rech! die Zeil für

NIVEA" CHEME

Der Holzschnitt war wieder große Kunst ge­

rn

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worden.

Es ist ein interessantes Schauspiel, sich Holzschnitte der verschiedensten Entwicklungsstadien vor Augen zu führen und zu sehen, rote diese scheinbar so einfache Tech­nik durch den Willen des Künstlers, der sich in ihr aus- svricht. mächtig bewegt wird. Was wird das westere Schicksal des deutschen Holzschnllts sein?

kündigt hatte. Dabei wirkte die Erfindung des Englän­ders Bewick entscheidend mit, der an Stelle des üblichen Langholzes das harte Hirnholz nahm, das ein Arbeiten mtt dem Stichel gestattete und Abdrücke ermöglichte, die Kupferstichen, Radierungen oder Federzeichnungen ähn­lich waren. Dor allem arbeiteten jetzt Rechel und Men­zel für den Holzschnitt. Rechels Totentanz und Men­zels Illustrationen zu Kuglers Geschichte Friedrichs des Großen gehören zum Besten, was die deutsche Kunst des 19. Jahrhunderts überhaupt hervorgebracht hat. Zu nen­nen sind weiter Schnorr von Earolsfeld, der Illustrator der Bibel, und Ludwig Richter, dessen Holzschnitte zu Märchen, Volksliedern und dergleichen Allgemeingut des deutschen Hauses geworden sind. In den sechziger Jahren setzte aber schon wieder ein rascher Abstieg ein. da Photo­graphie und Autotypie den Holzschnitt als Illustration so gut wie überflüssig machten. Erst im letzten Jahr­zehnt des 19. Jahrhunderts erhielt das Holzschnittver­fahren im Zusammenhang mit dem Expressionismus einen neuen Antrieb von außerdeillfchen Künstlern (Gau­guin, Munch), die ihn nicht als Illustration sondern wie­der als eigene Form künstlerischen Ausdruck ansahen. Die feine Stichelarbeit wurde aufgegeben, und man kehrte zum Lanqholzschnitt zurück. Es werden nicht so sehr die Stege für den Druck ausgenutzt als die (viel­fach von weißen Linien durchzogenen) zusammenhän­genden schwarzen Flächen. Diese, von erregten Kon­turen begrenzt, wurden nun vielfach Träger des Aus­drucks. All das ist bei Gauguin schon vorgebildet und wurde jetzt im zweiten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts von den deutschen Expressionisten übernommen: von Nolde, Marc, Kirchner, Heckel, Pechstein, Rohlfs und

jetzt ein Zahn übersandt worden, der als der größte jemals aufgefundene Zahn gelten kann. Er mißt mehr als 11 Fuß und hat ein Gewicht von 300 Pfund. Sie« fer Zahn wurde an einem Nebenfluß des Pukon in Alaska aufgefunden. Die Gelehrten glauben, daß der Zal)N von einem riesengroßen Tier aus der vorge­schichtlichen Zeit herrührt und schon gegen 50 000 Jahre in der Erde gelegen hat.

— Napoleon und die Aerzke. Allgemein wird be­hauptet, daß Napoleon für die ärztliche Kunst nicht viel übrig gehabt habe, und nur selten habe er dieselbe in Anspruch genommen. Dem war nun doch nicht so; denn wie aus den Papieren eines Staatsarchivs in Pa­ris hervorgeht, sind die Ausgaben Napoleons für Arzt und Apotheke jährlich rund 200 000 Frank. Auch ven Zahnarzt nahm Napoleon, wie aus den Rechnungen hervorgeht, in Anspruch. Es ist bekannt, daß Napoleon ein schönes Gebiß befaß, auf das er stolz war und es gut versorgte. Wie eine Rechnung vom Oktober 1808 besagt, hat er einmal sechs Dosen mit feinstem Koral­lenpulver für 361 Frank gekauft, das er als Zahnvulver verwandte. Es wurde von dem vornehmsten Parfü­merie- und Drogenhändler in Paris geliefert. Aus dem­selben Geschäft bezoa Napoleon auch Eau de Cotogne, wovon er monatlich 60 Flaschen verbraucht haben soll.

an in seiner Entwicklung durch große Meisterpersönlich- keiten getragen zu werden. Der Buchholzschnitt war bloße Illustration mit der bescheidenen Aufgabe, be­stimmte Stellen des Tsrtes möglickist knapp und drastisch bildhaft zu machen. Mit einem Schlaae wurde das an­ders durch Dürers Apokalypse von 1498. jene Folge von Blättern, die zum Größten gehört, was die deutsche Kunst überhaupt hervorgebracht hat. Die Holzschnitt-Technik war zu einem volltönenden Instrument in der Hand des Künstlers geworden, schroff und unbegreiflich, einzig­artig in der Geschichte der Kunst. Die einzelnen Striche und Strichsagen erhielten eine unerhörte, formbezeich­nende Kraft, Licht- und Schattengegensätze liefen zu dynamischen Gegensätzen auf. Es wogt und blitzt in die­sen Blättern, die von dem Anschauungs- und Gefübls- strom des größten deutschen Künstlers überzuguellen scheinen. Dürer hat .?eit seines Lebens den Holzschnitt als Ausdrucksmittel bemttzt, dem nichts unzugänglich f*rieb. was er zu sagen hatte. In den Hotzschn'tten des Marienlebans erschloß er neue G-biete der d-ut'chen Seele künstlerischer Darstellung, in seinen sväteren Pas- sionsbtättern oeftn^ete er b:e grolle imd klare Form der italienischen Renaissancekunst in d-utschem Geiste nach Alles, was jetzt von deutschen Künstlern an Holzschnitten geschaffen wurde, bat Dürer zur Boraussebunq. Er be­geisterte gleichsam die anderen, sich dieser Technik zu be­dienen: Durgmair und Holbein. Ergnach und Altdo-ser. Wolf Xmber nrb IW Gr-st. .fi-ms lFoldung Gri-". N''o- laus Manuel Deutsch und viele andere. Es gibt kein Land, dos einen solchen Reichtum prachtvoller Aolzs*niste auizuwellen hätte, ro-e Deutschlcmd in den ersten Ichr- rhnten des 16. ^ahrhunderta. Aber b-nt» $»-tf n>:Arf-«- Vlüte dauerte nicht lange. Der Kupferstich machte dem Holzschnitt immer me^r Konkurrent, und ob dieser sich auch bemühte, km-te-stichnhnliche Wirkungen b-rvorzu- h-inoen — eg ball ihm nir-g nichts: nach der M'tte des 16. lllab^bundert ist er s"st auf der ganzen Linie vorn Kunferstich verdrängt worden und soielt in den nächsten .llahrbundertLN nur eine untergeordnete Rolle als billige Illustration.

Seine Wied-mb'lebung erfolgte in Deutschland erst um das Jabr 18N. nachdem fie sich schon im 18 Jahr­hundert und in den ersten Jahrzehnten des 19. ange­

allabendlich, aber auch am Tage, bevor Sie In die rauhe Luft hinausgehen. Gesicht und Hände mit Nivea-Creme ein. Ihre Haut bleibt dann wunder» bar zart und wird niemals .rissig und spröda

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Schicksale des deutschen Holzschnitts.

Don Dr. JohannesJahn, Privatdogent für Kunstgeschichte an der Universität Leipzig.

Vergleicht man die einzelnen Kunstgattungen unter­einander auf die Stetigkeit ihrer Entwicklung hin, so scheint eine Rangordnung unter ihnen zu bestehen, der­gestalt, daß die Gattung, die umfangreiche Werke in lang- ferner Vollendung hervorbringt, wie z. B. die Architek­tur. auch die stetigste und geschlossenste Entwicklung hat und daß neben der Kleinheit her Werke und der Leichtig­keit ihrer Entstehung eine unstete, an Rückschlägen reiche Entwicklung einher geht. Wenige Kunstgattungen gibt es, die dies so deutlich zeigen, wie der Holzschnitt. Hat er doch alle Stufen zwischen ganz großer Kunst und be­scheidener kümmerlicher Buch-Illustration durchlaufen.

Die frühesten Holzschnttte sind wahrscheinlich Ende des 14. Jahrhunderts in Deutschland entstanden. In eigen­tümlicher Vollendung liegen sie vor uns, die ganze Kill- tur gotischer Linienführung steckt in ihnen; aber diese ist nicht mehr elegant und zart, sondern in den starken Hän­den einer demokratischen Künstlergeneration zu mocht- vollen und ernsten Formgebilden geworden, heilige Mo­tive aus der cheilsgescknchte stellten diese meist großfor­matigen Blätter dar. In einer Uebergroßschrift des heil. Geschehens riefen sie zur Andacht auf. Aber schon um 1430 ist diese erste Blütezeit vorbei. Die Produktion nimmt außerordentlich zu gerät aber immer mehr in handwerkliche Hebung hinein. Man svart an eigener Er­findung. weil es beauemer war, Vorhandenes zu kopie­ren. Auch die Buchholzschnitte, die in den sechzioer und siebziger Jahren in den iungen Erzeugnissen der eben ins Leben getretenen Buchdruckerkunst auftauchten, können bis auf wenige Ausnahmen kaum als Kunstwerke ge­wertet werden, lieber der Massenhaftigkeit der Herstel­lung wurde die Verfeinerung der Technik vollkommen vernackiläPgt. Was in dieser Zeit auf dem Gebiete der Graphik in Deutschland an Selbständigem und Versön- llchem entstand, das wurde im Kunferstich geschaffen, der zwar später auf den Plan getrei-n mar als der cholz- ftfmitt etwa 1440. der aber das Glück batte, von Anfang

Die Zeitung.

Aphorismen von Prof. Hanns Schmiedel.

Die Zestung ist ein zoologisches Wunder: sie ist jene Eintagsfliege, die jeden Tag neu ausschwärmt.

Die Zeitung ist das gegen die Dämonie der Heim- lichkett gerichtete Argusauge offener Welterkenntnis.

Zeitungen sind riesenhafte Geistesmägen mit wun­derbar präziser Verdauung.

Auch die Zeitung darf von sich königlich sagen: ich habe keine Zett müde zu sein.

Schmähet ruhig über die Presse, ohne Rotations- maschine gingen euch die Gegengründe längst aus.

ön den ersten 1O Dahren

sollte jede Mutter ihr Kind nur mit der reinen, milden

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