Nr. ob.
Fuldaer Zeitung (Amtliches KreisbTatt).
Donnerstag, 21. Marz 1929.
Heimat
II j
Fulda, den 20. März 1929.
Wie es geht!
Nachdem sich die berufsständigsn Vertretungen »jgr Stadt Fulda zu dem Haushalts-Entwurf des Magistrats kritisch geäußert haben, roirb a n - sangs nach st er Woche die Finanzkom- miss'on der Stadtverordneten-Dersammlung mit y,rer Arbeit beginnen. Möge chr ein ähn. Mer Erfolg beschieden sein, wie es dem Hauptaus- fchuß der Frankfurter Stadtverordnetenver- ^mllung beschieden war. Der vom Magistrat in Frankfurt a. M. vorgelegte städtische Haushalt für das 2ahr 1929 hatte einen ungedeckten Bedarf von 4.1 Millionen Mark ausgewiesen, dessen Deckung durch eine Erhöhung der Gewerbeertragssteuer, der Erundoermögensteuerzuschläge sowie durch Einführung einer Hausangestelltensteuer erfolgen sollte. Der Hauptausichuß hat in wochenlanger Arbeit Streichungen auf der Ausgabenseite in einem Umlauf vorgenommen, die es ermöglichen, unter Zuhilfenahme von 883 300 Mark Ueberschuß des Jahres 1927 den Etat zu balanzieren, ohne daß Steuererhöhungen vorgenommen oder neue Steuern eingeführt werden müssen.
Wann uns das Ausland unsere Not glauben tzK, dann muß mit der Sparsamkeit Ernst gemacht werden. Alle Körperschaften neigen schon aus Tatenlust zum Ausgeben, aber sie schrecken vor Steuerbewilligungen ;u- rück. Wer sie auffordert, im Ausgeben nicht so ängstlich zu sein, findet offene Ohren. Aber wenn die Deckungsfrage angeschnitten wird, zeigt sich schnell, daß die Ermunterung zur Dewilligungs- freude eine Kurzsichtigkeit war.
ALchaelskirche.
Freitag vorm. 7 Uhr findet ein Amt mit Kommunionausteilung zu Ehren der Sieben Schmerzen Mariae statt.
neue Bezeichnung für landwirtschaftliche Schulen.
Durch einen Runderlaß des Ministers für Land- wirtschaft, Domänen und Forsten ist bestimmt war- den, daß die landwirtschaftlichen Schulen der Land» Wirtschaftskammern vom 1. April ab die Bezeichnung „Landwirtschaftsschule und W i r t- • schaftsberatungs stelle" zu führen haben.
Der Tag des Buches in $u!öa
Für den Todestag Goethes, den 22. März, ist tof Anregung des Börsenvereins der deutschen Buchhändler und des Reichsverbandes des deutschen Schrifttums geplant, zum ersten Mal in Deutschland einen Tag des Buches zu veranstalten, wie er zum Beispiel in Spanien am 7. Oktober, dem Geburtstag von Cervantes, gefeiert wird. Der Tag soll der Aufgabe dienen, durch Vorträge, Ausstellungen und Veranstaltungen anderer Art die gegenwärtige Gesamtlage des guten Buches in breitester Oeffentlichkeit darzustellen und dem Buche als vornehmstem Mittler deutschen Geistesgutes die ihm gebührende Verbreitung und Wertschätzung in allen Volkskreisen zu verschaffen. Der Tag ist zugleich gedacht als Mahnruf, um gewissen Heber- treibungen auf dem Gebiete des Sports, des Films und anderer unerfreulichen Anzeichen zunehmender Entgleisung und Verflachung entgegenzutreten. Gleichzeitig handelt es sich um einen ersten Versuch aktiver Bekämpfung der Schund- und Schmutzliteratur und auch einer gewissen mittelmäßigen ausländischen Produktion, die sich heute auf dem Buchmarkt breitmacht. Im Gegensatz zu den südlichen Ländern, wo sich der Tag des Buches mit Rücksicht auf Volksart und klimasifche Verhältnisse Ehr in der Oeffentlichkeit fast als Jahrmarkt der Bücher abspielt, wird man in Deutschland es vorziehen, in Vorträgen und feierlichen Kundgebungen Hem Buch zu huldigen.
Auch in Fulda wird man des Tages in verschiedener Form bewußt werden. Eine öffentliche Veranstaltung plant die Landesbibliothek mit einer Ausstellung „Neue Literatur aus allen Gebieten." Dieselbe wird am Freitag vormittags 11K Uhr im Saale der Bibliothek mit einer Ansprache des Direktors über das Buch und die Denutzungsmöglichlichkeiten der Landesbibliothek eröffnet und bis zum Ostermontag einschließlrch bei freiem Eintritt zu besichtigen sein. Die Dolkslese- halle und Borrornäusbibliothek, die den Tag des Luches auch begrüßen, sehen mit Rücksicht auf ihre ständigen Einrichtungen des Borromäussormtags von einer besonderen Veranstaltung ab. Da der Tag vor ollem auch gedacht ist, den Eigenbesitz des Luches zu fördern, werden naturgemäß auch die Vermittler dieses Besitzes, die Buchhandlungen, besonders nachdrücklich auf ihre Schätze Hinweisen. Die Fuldaer Actiendruckerei beabsichtigt die von chr besonders gepflegten Heimatbücher, Schriften zur
Fuldaer Geschichte usw. auszustellen. Die Buchhandlung Lohmüller u. Sommer hat das Thema Jugendschriften zur Auslage gewählt. Die Hof- bvchhandlung Ä. Maier wird vorwiegend Kunst, Reifewerke und katholische Literatur vorführen, daneben auch das Buch des Bibliophilen mit kostbaren Einbänden zeigen. Unter dem Blickfang „Der, Die, Das" wird die Buchhandlung F. I. Reinhardt ihre Bücher gruppieren nach den Titeln Der neue Roman, Die billigen Bücher, Das Be- rufsbuch. So werden nach den verschiedensten Gesichtspunkten die Büchermasfen gegliedert und übersichtlich weitesten Kreisen vorgeführt. Alle Radioempfänger seien sodann auch auf die große öffentliche Kundgebung hingewiesen, die am Donnerstag, den 21. Mörz, abends 8 Uhr, im großen Reichstagssaal stattfindet und durch den Deutschlandfender übertragen wird. Nach einer Begrüßungsansprache wird der durch seine Rhönerzäb- lungen gerade auch hier besonders bekannte Dichter Dr. Leo Weismantel über Brich und Volk sprechen, der Kulturverleger Eugen Diedrichs die Krisis des deutschen Buches, Walter v. Molo den Weg des Schriftstellers m unserer Zeit behandeln und Prof. Anna Siemsen das Thema Duck und Leser erörtern.
Hoffentlich werden alle diese Deranstalttmgen doM beitragen, auch in Fulda wieder mehr als bisher geistige Interessen $u wecken, die Freude am Buch zu fördern und dadurch die Bevölkerung zu befähigen, sich der alten Fuldaer Geisteskultur ihrer Vorfahren würdig zu erweisen! Dr. Theele.
Mehr Vürgerkuude in den Schulen.
Erhebungen des preußischen Kultusministeriums haben festgestellt, daß die Einführung der Kinder in das Verständnis der Verfassung des Reiches und der Länder den Bedürfnissen nicht genügt. Darum hat der Kultusminister an die ihm Nachgeordneten Instanzen ein Schreiben gerichtet, in welchem Anweisungen enthalten sind, die diesem Uebelstand abhelfen sollen. Darin wird u. a. darauf hingewiesen, daß nach den Richtlinien vom 15. Oktober 1922 eine dem Verständnis der Altersstufen angepaßte Einführung In unsere staatlichen, wirtschaftlichen und g e s e l l s cha f t- lichen Zustände von,Anfang an im Geschichtsunterricht und auch in anderen Fächern zu betreiben ist. Dabei müsse stets auf die G e g e n w a r t Bezug genommen werden. Die Verfassung müsse als das Ergebnis der bisherigen geschichtlichen Entwicklung erkannt und gewertet werden. — Die Anregung des Ministers ist sehr zu begrüßen und sollte nicht nur in der Volksschule, sondern auch in den Berufsschulen für Knaben und Mädchen Beachtung finden Bekanntlich geht heute im Reich, Staat und Gemeinde alle Gewalt vom Volke aus, was voraussetzt, daß die Volksgenossen planmäßig in die gar nicht leichten Begriffe und den Sinn des bürgerlichen Lebens eingeführt werden. Planmäßige Arbeit auf diesem Gebiet muß es möglich machen, daß sich eines Tages auch das deutsche Volk unter den politischen Völkern Europas sehen lassen kann und wenigstens die überwiegende Mehrheit nicht mehr Tagesgötzen mit hoffnungslosen radikalen Anlockungsmitteln nachläuft.
Die Sammlung des alten Volksgutes Im ehemaligen Surheffen
schreitet besonders dank der Mitarbeit der Lehrerschaft rüstig fort. Allein über 200 Volkslieder gingen ein, ebenfalls eine große Zahl von Hausinschriften, Töpfersprüchen und Volkstänzen. Sehr wertvolle Beiträge lieferten neuerdings Oberschullehrer Ludwig Schaake, Volkmarshausen (Kr. Kas- sl), Oberlehrer Heinrich Nuppel, Neukirchen (Kr. Hünfeld). Lehrer Heinrich Franz, Wolferode (Kr. Kirchhain), Lehrer C. Liese, Schreufa (Kr. Franken- berg) und Frau Agnes Gewecke-Berg, Wetzlos (Kr. Hünfeld). Um weitere Zusendung von Aufzeichnungen alten Volksgutes in Wort und Weise bittet die Kommission: Landesbibliotheksdirektor Dr. Hopf, Dibliotheksrat Dr. Struck, Rektor i. R. Huf- fchmidt und Johann Lewalter in Kassel.. — Auch im Fuldaer Lande sind noch reiche Schätze alten Volksgutes ungehoben. Die berufenen Kreise foU> ten die Mühe nicht scheuen und versuchen, sie durch Einreibung in die Sammlung der endgültigen Vergessenheit zu entreißen.
Warnung.
In der Umgegend von Fulda suchen Leute Papierblumen, Nadän und ähnliches zu verkaufen mit dem Bemerken, der Ertrag sei für das Marienheim in Fulda bestimmt. Diese Angabe ist unzutreffend. Es sei gewarnt!
Das Wildschwein in Hessen-Nassau.
Die Staatsforsten der Provinz Hessen-Nassau [ halten etwa 262 000 Hektar Waldfläche, gleich 42 । Prozent der gesamten Waldfläche der Provinz. Davon besitzt der Regierungsbezirk Kassel den weitaus größten Teil. Die Entwicklung des Wildstandes in den Staatsforften von dem Jahre. 1885 bis 1925 war derart, daß das Schwarzwild in der
Zeit von 1885 bis 1910 stark zurückgegangen, tm Jahre 1925 die Strecke sich aber wieder verdreifacht hatte. Die Abschrißergebnisse in den Staatsforften der Provinz Hessen - Nassau zeigen einen durchschnittlichen Abschuß auf je 10 000 Hektar im Jahre 1885 von 27,7 im Jahre 1910 eine Abnahme auf 6,4 und 1925 ein Anwachsen auf 18,7 Stück Schwarzwild.
Der älteste Taubstumme Deutschlands.
Gestern feierte der Schneider Adam Meister, der in Petersberg wohnt, seinen 85. Geburtstag. Er ist taubstumm, hat sich aber dabei den frohen Lebensmut bis in das hohe Wer bewahrt und erfreut sich großer körperlicher Frische. Er dürfte der älteste seiner Schicksalsgenossen im ganzen Reiche fein.
Die Lehrlingsprüfung im Friseurgewerbe, die gestern und vorgestern unter dem Vorsitz des Friseurmeisters Joseph Hartmann jtattfanb, be- standen sämtliche 10 Prüflinge. Die Leistungen in Theorie und Praxis waren sehr zufriedenstellend, was vor allem der zeitgemäß eingericheten Fach, schule und ihres sehr tüchtigen Lehrers zu verdanken ist. Abeichs um 8 Uhr fand die feierliche Ueberreichung der Lehrbriefe tm Handwerksamt statt. ’ ' 3
Wie der Wald geplündert wird.
Am Sonntag konnte man an ganz besonders geschützten Stellen endlich die ersten Weiden- und Haselkätzchen bewundern. Herzlich freute sich der Wanderer über diese ersten Regungen erwachenden Lebens. Hundert Mal halte man in den letzten Wochen in allen Zeitungen gewarnt: Schont die Kätzchen! Nun erst recht nicht, dachten manche Ausflügler, die am Sonntag in die Wälder gingen und alles, was ihnen unter die Finger kam, aßrupften und bündelweise mit in die Stadt schleppten. Das Herz Blutete jedem Wanderfteund, als er Sonntagabend diese „Naturfreunde" mit ihrem Raube heimkehren sah. — Jede Plünderung unserer Frühblüher ist unter Strafe gestellt, aber niemand sindet sich, der an den Bahnhöfen aufpaßt
und die Schänder zur Bestrafung notiert. Verheerend ist vor allem, daß die Weidenkätzchen unbehindert auf 'ben Märkten verkauft werden können.
Heue llnifotmoerortmung für die früheren Reichs- wehroffiziere.
Wie die Blätter erfahren, wird morgen in Reichsgesetzblatt eine neue Uniformverordnung de» Reichspräsidenten für die früheren Offiziere der Reichswehr veröffentlicht, denen das Recht $um Tragen der Uniform verliehen wor. den ist. Die Verordnung bestimmt u. a., daß diese Offiziere bei allen politischen Veranstaltungen de Uniform nicht tragen dürfen.
Eisgang im Auldakanal.
Infolge der warmen- Tagestemperaturen der letzren Tage hat sich das Eis im Fuldakanal an der Frankfurterstraße in Bewegung gesetzt Im Saufe des gestrigen Dienstages staute es sich teilweise. Da man städtischerseits Vorbereitungen getroffen hatte, wurde men der Gefahr bald Herr und die Keller der anliegenden Häuser konnten vor größerer Ueberschwennnung bewahrt weichen. Im Uebrigen schmilzt das dicke Eis der eigentlichen Fulda nach und nach immer mehr, da das Wasser schon einige Wärmegrade hat. Eine Hochwassergefahr ist nicht mehr vorhanden. Der Schnee in der Rhön ist größtenteils verschwunden.
wieder Einbrecher am Werk.
Den Einbrüchen in die Büros zweier hiesige. Gewerkschaften, die vor kurzem gemeldet wurden, sind in der letzten Nacht weitere ähnlich geartete Einbrüche, u. a. in das Büro des A r b e i t g e b e r- Verbundes in der Sturmiusstraße und dae Büro des Christlichen Bergarbeiterverbandes irr Gesellenhaus gefolgt. Diesmal wurden nur gan- geringfügige Beträge von den Einbrechern, die rniii einem Stemmeisen die Tischkästen aufgebrochen haben, erbeutet Hoffentlich gelingt es der Kriminalpolizei, die Täter diesmal unschädlich zu machen.
Sitzung des Kreistages in Fulda.
Teilnahme des Regierungspräsidenten Dr. Zriedensburg. — Der Voranschlag für das Jahr 1929. — Reine Erhöhung der Rreisumlagen. — Der Zuschuß der Stadt Hulda zu den „Unterhaltungskosten" der Landstraßen des Rreises. — Rann durch die heran- Ziehung des Rreiswasierwerkes ein wasiermangel in der Stadt verhütet werden?
Die auf Dienstag, den 19. März, einberufene Sitzung des Kreistages im Landkreise Fulda war dadurch ausgezeichnet, daß ihr der Präsident des Regierungsbezirkes Kassel, Regierungspräsident Dr. Friedens bürg, beiwohnte und Gelegenheit hatte, die Art kennen zu lernen, mit der man im Fuldaer Land an die Lösung der wirtschaftlichen und politischen Fragen hermMht. Er konnte dies um so besser, als der Hauptpunkt der Tagesordnung die Feststellung des Kreishaushaltsooranschlages
für das Rechnungsjahr 1929
war. Wie Landrat Freiherr von Eagern in seiner Eröffnungsrede ausführte, hat die Kreisvev- waltung bei Aufstellung des Etats mit allen Mitteln versucht, ohne Erhöhung der Kreisumlagen auszukommen, obwohl im verflossenen Jahre festgestelll werden mußte, daß einerseits die Ausgaben vielfach den Voranschlag überschritten, andererseits die Einnahmen hinter den Erwartungen zurückblicken. Die Ausbalanzierung des Etats konnte freilich nur dadurch erreicht werden, daß die Ausgaben auf das allernotwendigste eingeschränkt werden sollen, und daß der Voranschlag für die Einnahmen so hoch als möglich gemacht wurde.
Die Anwesenheit des Regierungspräsidenten brachte es mit sich, daß die Kreistagsabgeordneten im Zusammenhang mit den Beratungen über den Kreishaushalt eine ganze Reihe von Wünschen äußerten, die die Bevölkerung des Landkreises Fulda von der Staatsregierung erfüllt sehen möchte. Kreisausschußmitglied Siebel nahm Stellung gegen die geplante
Zentralisierung der Landwirtschaftlichen Beruss- Bernfsgenosstmschaft
in Kassel. Bisher seien die Geschäfte der BerufS- genossenschast von dem Kreisausfchuß fozweckmäßig erledigt worden, daß die Derwaltungskosten bet einem Bettage der Gesamteinnahmen und Ausgaben von 120 000 RM. nur 4000 RM. betragen hätten.
Bet der Durchberatung des Haushaltsplanes des Kreiswohlfahrtsamtes batte der Vorsitzende auf die Differenzen hingewtesen, die in der Anstalts- frage zwischen dem Bezirksverband und dem Kreise Fulda herrschen. In der Stiftungsurkunde des
Landeskrankenhauses in Fulda
hatte der Fürstabt bestimmt, daß die ärmeren Kranken des Fuldaer Landes in der Anstalt frei verpflegt würden. Dem Sinn der Stiftung ent»
sprechend wurde deshalb bis in die Inflationszeit der Brauch beibehalten, daß die Stadt und der Kreis Fulda ihre ortsarmen Kranken im Laudes- krankenhause unterbringen konnten. Heute sind erst wieder eine bestimmte Anzahl von sogenannten „8 bet tag en" eingeführt. Eine gerichtliche Entscheidung wird den Streit wohl schlichten müssen, wenn der Bezirksverband den auf Grund der Stiftungsurkunde erhobenen berechtigten Fordemn- gen nicht entgegenkommt. In den Ausführungen, die Abg. Pfarrer Kircher-Petersberg namens der Zenttumsftaktion machte, kam die Erwartung des Kreistages und der Bevölkerung zum Aus- druck, daß der Bezirksverband den Wünschen des Kreises umso eher nachkommt, als das Landes- kränkenhaus in Fulda infolge feiner Monopolstellung und der billigen, aufopfernden Arbeit katholischer Schwestern kein Zuschußbetrieb ist; der Bezirksverband müsse aber 16 Prz. seiner Gesamtausgaben, für die auch der Kreis Fulda aufkomme, zur Unterhaltung der übrigen Krankenhäuser verwenden.
Die Verteilung der Ueberweffungen ans der Haus zins st euer ist in der Weise geregelt, daß der eine Teil durch den Kreisausschuß, der andere durch die „Hessische Heimstätte" an die Baulustigen verteilt wird. Im Interesse einer schnelleren Behebung der im Kreise herrschenden großen Wohnungsnot scheint die einheitlich« Verteilung durch den Kreisausschuß zweckmäßiger, da bann in der Bauart größere Rücksicht auf die Armut der Gegend genommen werden kann.
Bemerkenswert war die kurze Ansprache, die
Regierungspräsident Dr. Friedrnsbnrg
am Schlüsse der Sitzung hielt, da sie auf manch« der ihm borgetragenen Wünsche einging.
Nach herzlichen Worten des Dankes für die freund- liche Begrüßung gab er seiner Freude über die ruhige und sachliche Form Ausdruck, mit der der Fuldaer Kreistag feine Angelegenheiten erledige. Wenn man mit ver- fchleoenen Kommunalverwaltungen zusammen komme, wisse man diese Art besonders zu schätzen. Die Körper schaften der ländlichen Kommunalver» bände zeichneten sich stets durch sachliche Arbeit, starkes Beranrwortungsbewußtsein und große Gewissenhaftigkeit aus. Wenn er hier- her komme, so geschehe es, weil er die Kraftquelle kenne, die für unser Volk auf dem Lande liege. Der Kreis Fulda gehört zu den am schwersten belasteten und lei- stungsschwächsten Kreisen des Bezirkes. Er freue sich aber, daß die Bevölkerung trotz ihrer schwierigen Lage
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