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Fuldaer Zeitung

s. Blatt.

Druck der Fuldaer Ackieadruckerel, Fulda.

M 68.

Donnerstag, ven 21. März 1929.

gern. unentsch.

berl.

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Weitsprung, Stabhochsprung, Kugelstoßen, Steinstoßen, Speerwerfen, Diskuswerfen, Staffeln: 4 mal 100, 4 mal 400. 3 mal 1000 Meter und 10 mal eine halbe Runde- ftaffel. Desgleichen wurden noch Hebungen festgesetzt für ejne Unterstufe, für Vereine mit weniger als 200 Mit­gliedern und für die Turnerinnen; ferner ein Vereins» wettkampf. Dem Ausschuß des Kreises gehören an: Engelbrecht-Kassel, Schade-Kassel. Henne-Melsungen.

— 6. Kreiswartetagung der Deutschen Turnerschasl. In der Zeit vom 25. bis 27. März tritt in Mannheim die Versammlung der Fachwarte der DT. zusammen. Sie vereint die Führer der 18 deutschen Turnkreise aus den Gebieten des Männerturnens, Frauenturnens, Volksturnens, Schwimmens, Fechtens, Kinderturnens so­wie die Oberturnwarte. In Beratungen der Fachaus­schüsse sowie in gemeins. Beratungen soll die geplantet ur­nerische Arbeit gefördert werden, und man will für die nächsten Jahre Wege und Ziele des Auf- und Aus­baues finden und festsetzen. In diesem Zusammenhangs werden auch wichtige Fragen verbandspolitischer Natur erörtert. Die Tagung findet im Vereinshaus des Tv. Mannheim 1846 statt.__________________

torfchiffe „Beethoven" und „Freiherr vom Stein". Außer- dem wird auf dem Niederrhein von Düsseldorf abwärts noch der Dampfer „Stadt Düsseldorf" regelmäßig ver­kehren.

Unfallversicherung bei Sporkunfällen der D. 3. ft. Wichtig für jeden DJSler. — Ausschneiden.

1. Wer ist versichert? a) Mitglieder der Ju­gend- und Iungmännervereine, wenn sie eine Zeitschrift persönlich halten („Wacht", „Wacht der Landjugend", „Deutsche Jugendkraft", oder für Jugendliche bis zum 17. Lebensjahr „Jungwacht") und einen vorschriftsmäßigen Patz besitzen.

b) Mitglieder der Gesellenvereine: 1. Der Gesellen- oerein hat eine eigene Versicherung für aktive Mit­glieder, wenn sich der Unfall bei einer offiziellen Ver­anstaltung des Gesellenvereins oder einer seiner Abtei­lungen ereignet oder bei einer allgemeinen Sportsver­anstaltung. bei.der der Gesellenverein offiziell mitwirkt.

2. Gesellenvereinsmitglieder, die aber einer DJK.- Abteilung eines Jungmännervereins angehören, sind nicht beim Gesellenverein versichert. Diese kön­nen sich versichern durch eine Versicherungspatzmarke von 50 Pfennig vro Jahr Dis Liste der zu Versichern­den, durch den Vereinspräses unterschrieben, muß nach Düfseldorf eingelchickt werden. Beginn des Versiche­rungsjahres 1. April. Die Versicherungsmarke hat nur Gültigkeit in Verbindung mit dem Patz. Ebenso kann versichert werden, wer Mitglied des KKV., des Arbeiter­vereins ober des Schülerverbandes Neudeutschland ist. An Stelle der Versicherungsmarke ist auch der versichert, wer das Hauptorgan „Deutsche Jugendkraft" bezieht.

2. Was geschieht bei einem Unfall, der durcb Düsseldorf oerf i*ert i ft?

1. Möglichst bald ärztliche Behandlung!

2. Sofort kurze Meldung, spätestens innerhalb einer Woche nach Düsseldorf. Karte genügt. Bei Todesfällen telegraphisch innerhalb 24 Stunden.

3. Auf diese Meldung hin, schickt die Zentrale For­mulare, die in dopvelter Ausfertigung ausgeführt, mög­lichst bald zurückgeschickt werden müssen. Diesen For­mularen ist beizufügen 1. der gültige DJK-Patz, 2. Die Bescheinigung des Zeitschristenbezugs, 3. Falls der Ver­letzte noch nicht 21 Jahre alt ist und der Verein der staatl. Jugendpflege anaeschlosien ist, die Be­scheinigung, daß der Verein der staatl. Jugendpflege an- geschlossen ist. Diese Bescheinigung stellt das Kreis» j u g e n d a m t aus.

4. Wenn der Verletzte wiederbergestellt ist, ist eine Be­scheinigung der Abschlußbehandlung des Arztes nach Düsseldorf einzuschicken. Die Karten zu dieser Beschei­nigung werden in jedem einzelnen Falle durch die Zen­trale zugeschickt. Daraufhin werden die Hnfallgelder an den Präses ausgezahlb

Wissenschaft und Forschung.

---- Das Zentrum des Weltalls. Der englische Pro- fesior Shaplen vom Harvard-Observatorium hat das Zentrum des Weltalls berechnet. Seinen Feststellungen nach liegt dieses Zentum 47 000 Lichtjahre von her Erde entfernt im Sternbild des Schützen und in der Milch­straße. ________________

Aus Anlaß des Papstkrönungstages fand in Berlin vor kurzem eine weltliche Festfeier statt, die sich neben der Ehrung des Papstes zu einer gewaltigen Kundgebung : für den Schutz der Jugend gestaltete. Bei dieser Ge­legenheit sagte Nuntius Pacelli: „Die Kirche vertraut der Jugend. Sie weiß, wie vielen Jugendlichen von | heute es bitter ernst mit ihrem religiös. Streben, mit I fhrem Ringen nach sittlicher Reinheit, mit ihrem Willen, I im Gemeinschaftsleben nicht selbstsüchtig nur das f eigene Glück zu suchen, sondern auch andere glücklich zu machen. Lieber Jugendkraftler, wie steht es mit Dir? Y Bist Du dieses Vertrauens, das die Kirche zu Dir hat, murdig? Sie erwartet ja weiter nichts von Dir, als *’a&.?Vlne wahrhaft christliche Gesinnung hast. .Oder merkst Du nicht manchmal, daß die Selbstsucht in Dir und Demen Kameraden ihr böses Spiel treibt? Ist sie es nicht die Dich unglücklich macht, wenn nicht Dein Verein die Meisterschaft gewinnt, sondern ein anderer?

“ sie Dich noch nicht dazu verleitet, Schimpf- und Schmähreden gegen Deine Bundesbrüder zu führen? Sollte sich nicht in unserm Bunde ganz besonders dieses Gemeinschaftsleben zeigen, dem der christliche Stempel aufgedrückt ist? Und Du läßt manchmal die Selbstsucht so Herr über Dich werden, daß Du sogar grausam wer­den kannst gegen Deine Brillier? Die Gier, an die erste Stelle zu, kommen, läßt in Deiner Seele Zorn wider den Nächsten, Neid und Gehässigkeit aufkommen. Du merkst, das widerspricht dem, was Du eigentlich sein willst, ein christlich katholischer Jungmann. Du weist, daß der, nach dem Du Dich nennst, gesagt hat: „Ein je­der, der seinem Bruder zürnt, wird dem Gerichte ver­fallen fein." Was nun? Willst Du diesem tierischen Trieb in Dir weitere Nahrung zuführen? Oder willst Du nicht an Stelle des Tierisch-Gemeinen etwas Gött­liches setzen? Was ist das Göttliche? Auf diese Frage soll Dir Anton Heinen antworten: „Es ist die hel­fende aufbauende Liebe, die an die Stelle des stumpfen Naturtriebs setzt die lebendige Idee, an die Stelle der Gier die hochherzige Hingabe an die Lebensgemeinschaft und an die Stelle des tierischen Zornes die hohe Be­geisterung." Leibesübungen treiben wir wegen der Freunde, die sie in uns wecken und wegen der Erhal­tung unserer Gesundheit Denk einmal darüber nach, ob hierzu Meisterschaftsspiele notwendig sind, die so oft unchristliche Gesinnung auslösen, ober ob es nicht besser ift, an ihre Stelle Pflichtgesellschaftsspiele zu setzen, wie das schon in manchen Bezirken her DJK. geschieht. (Agr.)

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Mitteilungen der Verbandsspielausschusses.

t. Spiele um die Kreismeisterschaft.

Um eine Kreismeisterschaft kann nur in der höchsten Spielklasse gekämpft werden — Erstrebenswertes Ziel

Kunft und Literatur.

— Die oberbayerische Handwerkskammer zeigte dieser Tage in einer öffentlichen Ausstellung eines Modells einen Innenraum für eine her besuchtesten Kirchen New- yvrks, welcher van Architekt A. Bachmann in München angefertigt wurde. Die sehr schöne Farbengebung, die in einzelnen Fachblättern ganz besonders gelobt wurde, vollführte Frater Gelasius Wirth aus Mackenzell- Fulda (Kloster Frauenberg), her zur Zeit in München als Kunststudierender tätig ist. Diese hervorragende Leistung, welche das höchste Interesse des hochwürdigen Klerus und des geistigen Münchens sand (die Ausstel­lung wurde u. a. besucht vom Päpstlichen Nuntius, vom Kardinal, vom Weihbischof, vom Domkavitel, von Mi­nisterpräsident Held, Oberbürgermeister Scharnagki. hat den besonderen Zweck, gute Tradition nach Amerika zu bringen. Wir wünschen unserem verehrten Landsmann noch manch weiteren Erfolg.

wie wird das weiter?

Eine wesentliche Aenderung der Hochdruckwetterlage ist nicht zu erwarten, jedoch wird bei zunehmender Trü­bung der Luft auch in unferm Gebiet zeitweise etwas Bewölkung auftreten.

Witterungsaussichten für Donnerstag: Kein« wesentliche Aenderung.

Neue Bücher.

Matthäus Schiestl: Bauern, Ritter und hev Nge. Bilder und Worte. 88 Seiten, gebunden Mk. 6.— Gesellschaft für christliche Kunst, Kunstverlag GmbH. München. Die Auswahl der etwa hundert Bilder aus der Künfllerseele Matthäus Schiestls ist gezeichnet einer- feits durch die Originalität, in der sie vielfach neues noch ■ wenig gesehenes Material veröffentlicht; anderseits durch eine glückliche Reproduktion zumal der farbigen Tafeln, wie auch durch so treffende, meist der Sage und Dichtung entnommene Begleittexte, daß sich dem Leser die Ver­mutung aufdrängt, die Stellen aus Chamiffo, Novalis, Dante, Weber, aus den mittelhochdeutschen Dichtungen usw. hätten den Maler Schiestl zu den Werken erst entzündet. Die Ausstattung ist der „Bilder und Werke" wahrhaft würdig und gestaltet die Publikation zu einer hocherfreulichen Gabe an den Künstler Matthäus Schiesll zu dessen 6 0. Geburtstag am 27. Mörz.

Tagungen.

= 18. Deutscher Esperanto-Kongreß. Während de» Dftertage findet in Frankfurt a. M. der 18. Deutsche Esperanto-Kongreß statt. Er ist verbunden mit der Jah- res-Hauptversammlung des Deutschen Esperantobundes. Der Kongreß dient einerseits der Klärung wichtiger Fra­gen und Probleme auf dem Gebiete der Esperanto-Bewe- gung, andererseits soll durch den Kongreß einer bret­teren Oeffentlichkeit Gelegenheit gegeben werden, sich über die praktische Bedeutung der neutralen Welthilfs­sprache Esperanto zu unterrichten.

Turnen.

— Gausportwart-Versammlung kn Eschwege. Die mehr als fünfstündigen Beratungen waren dem volks­tümlichen Turnen gewidmet. Es wurde Beschluß ge­faßt, den diesjährigen Kreisgeländelauf ganz ausjaixen zu taffen. Einem Anträge wurde stattgegeben, der die Startberechtigung feftiegt, wonach bei Vereinswechsel innerhalb eines Ortes nur noch die halbjährige Sperr­frist in Anwendung kommen soll. Jedoch bedarf dieser Beschluß noch einer Genehmigung höherer Instanzen. Für die im Kreise stattfindenden Dolksturnwettkämpfe wurden einzelne Persönlichkeiten bestimmt, die als Ver­treter des Kreises daran teilnehmen. Als Vertreter für bas Rhönturnfest ist Henne-Melsungen bestimmt. Die Kreismeisterschaften werben in biesem Jahre in Kassel abgehalten unb bestehen in 100, 400, 1500, 5000 Meter- Laufen, 110 Meter-Hürben, Marathon-Laus, Hochsprung,

Tarifwesen.

— Lohnbewegung der Metallarbeiter im Wuppertal. Das im Wuppertal bestehende Lohnabkommen in bet Metallindustrie ist von den Gewerkschaften mit Wirkung zum 31. März gekündigt worben. Es wirb eine zehn- prozentige Lohnerhöhung geforbert. Dis Lohnbewegung wirb etwa 75 000 Arbeiter umfassen, da auch in ben Bezirken Radevormwald, Remscheid uni Velbert bie Tarife gefünbigt würben ober noch gctün» bigt werden sollen.

all unserer Arbeit muß es fein, bie Jugend keine Mei- sterschaftsspi tstragen zu lassen, sondern den Weg der Pflichte iftsfpiele ohne Punktewertung zu be­schreiten, de mancherorts schon bewährte.

_ 2. 6 i n t; i iidjer Schiedsrichterausweis für das ganze Verbandsgebiet.

Ein solcher liegt vor und ist maßgeblich für alle Kreise. Er kommt vielen Wünschen entgegen und kann für alle Klassen und Spielarten Verwendung finden. Der Ausweis ist nur in Verbindung mit dem Verbands- ausweis gültig. Zu beziehen durch den Verband.

3. Schlagball-Einheitsregeln.

. Für die neue Spielzeit sind die wesentlich umgeänder- ten Einheitsregelw verbindlich.

Bezirkswaldlauf am 17. März in Kirdorf. Start: 2.37T Uhr.

Die Gaumeisterschafk im (Bau Kurhessen. Johannesberg—Wetzlar 3 : 1.

Am vergangenen Sonntag fand das dritte Treffen Dn ben Gaumeister statt. Herrliches Frühlingswetter hatte eine stattliche Zuschauermenge auf ben Johannes­berger Platz gelockt. Der aufgeweichte Boben stellte hohe SInforberungen an die Ziehmuskeln der Spieler, doch die ftifchen DJKler wurden der Schwierigkeiten Herr. Jo­hannesberg spielte während der ganzen Spielzeit über­legen, so stark, daß der Kampf fast immer vor dem Wetzlarer Tor sich abspielte. Trotzdem konnte Johan­nesberg in der ersten Halbzeit nur 1 Tor für sich buchen. Glänzendes Durchspiel von Johannesberg bis vor das gegnerische Tor, und dann fehlte entweder der gute Schutz Und der Mut dazu, ober her Ball ging fehl. Wetzlar konnte bei einem erfolgreichen Durchbruch ausgleichen. Mit 1 : 1 ging es in bie Halbzeit. In her zweiten Hälfte^ bot sich dasselbe Bilb. Johannesberg war bau« ernb überlegen. Gegen Ende des Spieles hat er noch zwei mal Erfolg. Johannesberg hat feinen Sieg wohl verdient. Mit etwas mehr Glück und Geschick in der ersten Stürmerreihe hätte her Sieg viel höher sein kön­nen. Den Wetzlarer merkt man noch an, datz sie erst wieder ein halbes Jahr spielten. Die hintere Mannschaft ist noch ziemlich schwach der schnelle Sturm gefällt sehr. Die Mannschaft verspricht für die Zukunft eine gute Ent­wicklung. Schiedsrichter Stenner-Franksurt leitete das Spiel sehr gut und ruhig.

Bäber unb Kurorte.

= Rach der Grippe bietet das Kaiser-Karls-Bad h Bad Lippspringe am Süd-Teutoburger Walde Er holung unb Heilung. Die tägliche Trinkkur, bte Bader unb die täglichen Inhalationen, sowie das milde Klima, bringen dem Kranken schon nach wenigen Tagen Erleich­terung unb Kräftigung. Trinkhalle, Babehaus und In­halatorium sowie geeignete HotelsunbKurheimefinbbf' reits geöffnet. Prospekt Nr. 51 vom Kaiser-Karls-Ba» in Bad Lippspringe gibt weitere Auskunft.

Spiels

Blauweiß-Kaffel 2

DJK. Johannesberg 2

DJK. Wetzlar 2

Sportecke der Deutschen Iugenökrast

Dem Jugenbkrastler zum Nachbenken.

Frankfurter Rabio-Programm.

Donnerskag. den 21. März.

12 .30: Schallplatten-Konzert: Walzer unb Charakter stücke. 16.35—18.05: Von Stuttgart: Konzert bei Rundfunkorchesters. 20: Vom Plenarsaal des Reichs- taaes: Oeffentliche Kundgebung zum Tag des Buches. 21.30: Gesangs-Konzert Paula Lindberg. 22: Von Mannheim: Kammermusik-Abend des Kergl-Quartetts.

von ben Hochschulen.

— Akademische Berufungen. Zur Wiederbesetzung des durch den Weggang des Prof. 21. v. Solls nach Heidelberg an der Universität Münster erledig­ten Lehrstuhls der klassischen Archäologie ist ein Ruf an ben Privatbozenten Dr Karl Lehmann-Hartleben in Heibelberg ergangen. Dr. Lehmann, her zurzeit vertre­tungsweise bas Heibelberger Archäologische Institut leitet, ist 1894 in Rostock geboren unb wirkte früher in Rom als Präsibent bes Archäologischen Instituts unb als Pri- vatbozent in Berlin.___________________

Reife unb wanberung.

= Internationale Konferenz für Reiseverkehr und Reklame. An ben Dfterfeiertagen finbet in ben Räu­men her Frankfurter Messe eine Internationale Konferenz für Reiseverkehr unb Reklame statt. Auf ber Konferenz werben vertreten sein in- unb ausländische Verkehrs- und Reiseunternehmungen, Babe- und Kur­orte, Ministerien, Runbfunkgesellschasten usw. Die Kon­ferenz bient der Förberung unb Lösung einer Reihe von Fragen auf bem Gebiete bes Reiseverkehrs unb der Re­klame, insbesondere der Anknüpfung neuer Beziehungen auf diesen Gebieten.

— Eröffnung der Versonenschisfahrt auf dem Rhein. Die Eröffnung der Personenschiffahrt auf dem Rhein wird in diesem Jahre am 29. März (Karfreitag) erfolgen. Der bis zum 3. Mai einschließlich geltende Fahrplan sieht zunächst folgende Fahrten der Köln-Düsseldorfer- Rheindampfschifahrts-Gesellschaft vor: Ab Koblenz Rich­tung Mainz vormittags 10.15 Uhr und Schnellfahrt nachmittags Richtung Mainz 13.49 Uhr. Richtung Köln ab Koblenz nachmittags 13.40 Uhr. Der Schnelldampfer, der zunächst nach Mainz fährt, um von dort aus am Karfreitag bie regelmäßigen Fahrten zu eröffnen, wird daher schon am Gründonnerstag Gelegenheit nehmen, nachmittags 13.49 Uhr ab Koblenz Richtung Mainz zu fahren. Als erste Schiffe der Köln-Düffeldorfer-Rhein- dampfschiffahrts-Gefellschaft laufen aus den Winter­häfen: die großen Salon-Doppeldampfer „Kronprinzessin „Cecilie" und „Rheinland", sowie die beiden neuen Mv-

Heiteres.

„Ansehensminderung." In den Mitteilungen des Vereins höherer technischer Staatsbeamten in Bayern ift zu lesen: „Es muß ferner ein Weg gesucht werden, den bisherigen Oberregierungs-Bauräten diese Amtsbezeichnung zu erhalten, da für sie die Be­zeichnung Regierungsoberbaurat eine .An­sehensminderung gegenüber den Amtsbezeichnungen im Reich und in den meisten anderen Ländern bedeutet."

Die roten nnö weiften Imker.

f Roman von Marten K o r ch.

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„Gewählt — nein, der Konsul wird nicht gewählt, sondern Rasmus, darauf kannst du dich verlassen." Cor­nelius sagte dies ziemlich taut, er war ganz in Eifer geraten.

„Das will ich erst sehen, eh' ich's glaube; nun wollen wir abwarten, wie es morgen geht, wenn Rasmus im großen Saale des Prinzen aufstehen und eine Rede hal­ten soll. Das gelingt dir nicht, Rasmus, du bringst ge­wiß kein Wort heraus, Rasmus."

„Meinst du denn, ich hätte nicht ebensoviel Einsicht tn bie Wohlfahrt ber Stadt wie ber Konsul, ja, weißt du, ich hab' auch Erfahrung im Praktischen." Dabei sah Ras­mus Karen höchst selbstbewußt an.

„Das steht aüerbings auch in ber Zeitung", erroiberte Karen mit einem spöttischen Lächeln unb sah nach ber Tür, wo eben Jörgen eintrat.

„Jawohl, unb es paßt auch akkurat, Stegmännchen," beteuerte Cornelius.

„Aber bie Rebe, Rasmus, die Rede! Wie willst du es fertigbringen, vor alle Leute hinzutreten und eine Rede zu hatten?"

„Die Rede hab' ich schon hier!" versetzte Rasmus, in­dem er einen Foliobogen aus der Tasche zog. Allerdings ist sie von bem Redakteur Junge verfaßt, aber das ist einerlei, es ist eine Rede."

»Jawohl, sie ist ausgezeichnet," stimmte Cornelius zu.

„Allerdings ist sie reichlich mit Spitzfindigkeiten und Dergleichen gespickt, unb bas ist eigentlich nichts für mich Was meinst benn bu, Jorgen, bu hast sie ja gelesen?"

.Ich hatte sie für gut," sagte Jorgen. „Die vielen Stichelreben auf ben Konsul sind mir allerdings auch zu­wider; aber du kannst la einige mit Stillschweigen über* gehen, Vater."

„Die Rede ist aber viel zu lang, Jörgen, sieh nur, vier dichtbeschriedene Selten." Rasmus entfaltete das Pa­pier.

„Sie könnte wohl kaum kürzer fein, Vater. Und ver­giß nicht, bu mußt sie gut auswendig können, wenn du stecken bleibst, bist du erledigt."

„Ich glaube nicht, bah ich das alles auswendig ler­nen kann," sagte Rasmus in kläglichem Tone.

„Da hort ihr es selbst!" jammerte Karen.

„Unsinn, Vater, jetzt haben wir so viel drangesetzt, nun darf die Sache nicht an so wenig stranden. Gleich morgen gehst du mit Cornelius irgendwohin, wo ihr allein seid, unb bann lernt ihr die Rebe miteinanber. Du, Vater, lernst ausmenbig unb hältst bie Rebe, unb bu Cornelius, überhörst ihn, bu weißt, er muh die Rebe wortgetreu können."

„Ja, ich werbe tüchtig mit ihm arbeiten, er soll schon Hebung bekommen, bas ist doch wohl die Hauptsache; denn richtige Reden hatten, nein, das hat er bisher noch nie versucht," sagte Cornelius.

„Nein, unb es geht auch nicht, in alle Ewigkeit nicht!" rief Karen. „Wenn Rasmus biefe Rebe ausmenbig lernt, bann will ich Hans heißen!" Karen sah bei bie,en Wo» ten so komisch verzweifelt aus, baß bie Hmstehenben hell auflachen mußten.

Sie wußten ja wohl, baß niemanb mehr als Karen Rasmus Erfolg wünschte; aber sie war eben voller Angst für ihn. „Rasmus wird niemals gewühlt", fügte sie mit einem kläglichen Blick auf Jörgen hinzu.

„Wenn Vater sich morgen gut hält, bann werden wir gewinnen, das glaube ich fest," erwiderte Jörgen mit Nachdruck. Das war das erftemal, daß Jörgen sich so bestimmt über bie Aussichten seines Vaters ausfpram. „Aber ich meine, bu sollst alles baran setzen, um heute schon so viel wie möglich davon auswendig zu lernen, Vater."

Der Kapitän setzte sich ruhig an einen Tisch in der Ecke unb entfaltete ben Papierbogen.

Karen sah nach Rasmus hinüber, unb unwillkürlich brückte ihr Blick große Achtung aus, bann wenbete sie sich an Jörgen. „Meinst bu wirklich, es könnte gehen, Sär­gen?"

„Gewiß, unb bas ist meine wirkliche Meinung, über« bies ist es jetzt auch eine recht wichtige Sache, bie für das Geschäft unb für uns alle sehr viel bebeutet, auch für dich, Karen."

„Ach, für mich hat es wohl nicht viel zu bedeuten, ich bleibe deshalb doch nur, was ich bin."

„Nein, da täuschst du dich, Karen. Bedenke, wenn Vater gewählt wird, bann mußt bu mit uns an bem vor­nehmen Enbe im Saal am Tische sitzen, neben bem Bür­germeister, bem Harbesvogt, bem Apotheker unb allen ben vornehmen Frauen ber Stabt."

„Ich! — Ach du barmherziger Himmel, bas kann bir boch unmöglich Ernst fein, Jörgen!" Karen war ganz be­stürzt, lachte aber trotzbem.

„Gewiß ift es mir Ernst! Fräulein Harber ist ja bei Konsuls immer mit habet, unb in Zukunft soll es bei bir akkurat ebenso sein. Wir haben ja bisher nur ganz für uns gelebt, wenn aber Vater gewählt wirb, müssen wir hier in ber Stabt zu allen Festlichkeiten, unb wo wir hingehen, ba kommst bu auch mit."

„Das geht nicht, Jörgen, nein, bas geht nie unb nimmer, ich werbe niemals fein genug sein, unb wie soll ich mich zwischen all ben vornehmen Leuten benehmen können? Nein, bann werbet ihr für mich zu vornehm." Karen lächelte Jörgen an, aber in ihrem Lächeln brückte sich große Angst aus.

Jörgen beugte sich zu ihr hin. „Du sollst nur so fein wie alle Tage, Karen. Wenn bu gut genug dazu gewe­sen bist, in so vielen Jahren alles Schwere mit uns zu tragen, bann bist bu sicherlich auch gut genug, wenn es uns besser geht," sagte Jorgen unb sah Karen mit seinem ruhigen, bestimmten Blick an, ber gleichsam jebe weitere Rede abschnitt.

„Liebstes Kinh, Jörgen, bann muß ich wahrhaftig eiligst hinauf auf den Speicher unb mein seidenes Kleid

I holen! Es muß hinaufgenommen werden, denn es ist | viel zu lang!" rief Karen eifrig unb wollte rasch zur Tur hinaus; aber Jörgen hielt sie zurück.

„Nein, gewiß nicht, Karen, meinst bu benn, bu bürf test in ber alten Montur auftreten. Morgen in aller Frühe geh' ich hin unb kaufe bir ein neues Kleid, das bu überbies schon lange gebraucht hättest, ich werbe es schon bezahlen."

„Jörgen, bu bist aber hoch ber herrlichste Junge ber Welt, ja, nun geb’ ich bir einen Kuß, ob bu beleibigt bist ober nicht!" Unb Karen tteß ben Worten sofort bie Tat folgen.

Cornelius lachte, unb ber Kapitän sah auf, im Be­griff etwas zu sagen, aber ba war Karen schon über ihm. „Wirst du wohl lernen, RasMus, hörst du, bu sollst jetzt nichts als ausmenbig lernen! — Da, setz' bich ganz in die Ecke dort hinten, und dann lerne, daß bir ber Kops raucht, hörst bu, bu sollst jetzt nichts als ausmenbig ler­nen. Wenn mir uns nun alle für bich abschinben, bann fehlte gerahe noch, baß bu bas ganze kaputt machtest. Nein, nein, gib bir nun auch mirklich alle Mühe, Ras­mus."

21lle brachen in schallendes Gelächter aus, aber bann menbete sich ber Kapitän doch ernsthaft feiner Rebe zu.

„Jetzt aber sagt mir einmal genau, mie alles zusom- menhängt, benn nun mill ich's wissen," fuhr Karen fort, inbem sie sich an Cornelius unb Jörgen menbete. „Wer soll benn eigentlich mählen, ich auch?"

„Nein, leider nicht, Karen, bu hast kein Stimmrecht."

„Was bie Frauen auch nie hätten bekommen sollen brummte Cornelius. *

„3a, aber mer soll benn bann entscheiben?" fragt, Karen wieder.

„Alle Vereine ber Stabt," erläuterte Jörgen. „Der Bürgerverein, die Schiffergilbe, bie Fischerzunft, bie Gmnbbesitzer, ber Klub unb noch viele anbere; sie gehö­ren alle miteinanber zu ber Patriotischen Gesellschaft, uni ihre Mitglieder Haden Stimmrecht. Dann sind ha noch bie orbentlidjen Mitglieder, bas sind indes kaum hundert an der Zahl." (Forts, folgt.)

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