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Fuldaer Zeitung

Rund um die Woche

Landwirtschaftliches.

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ahnt, gegen welche Front von Eisen und Mam- monismus sie eigentlich kämpft, und überhaupt ist dieses herrliche Wort in seiner reinen kompromiß­losen Fassung schon längst jenem andern gewi­chen: Wenn du den Frieden willst, so bereite den Krieg.

In Zeiten versetzt, die uns so vulkanisch immer­fort bedrohen, ist es schwer, den ruhigen Kultur­bestrebungen zu dienen, die nur auf gesicherter staatlicher Grundlage ihren rechten Erfolg haben können. Es geschieht ja viel bei uns in dieser Art, und es sind ganze Ministerien in ihrem plötzlich aufspringenden Kutlurwillen geradezu in eine Art Raserei geraten. Was geht nicht alles an Ver­fügungen hinaus an die Leiter unserer Schulen? Worauf soll ein armer Gymnasialdirektor nicht al­les achten? Wie drängt man sich zudem noch fort­gesetzt zu den höheren Studien! Wie schießt der „akademische Fimmel" allenthalben wieder ins Kraut! Mag da im einzelnen manches gut und berechtigt sein, als Ganzes hat dieses Kulturgetue mit echter Bildung wenig zu schaffen. Inter arma silent musae. Zwischen den wirtschaftlichen und politischen Kämpfen muß naturgemäß das Stre­ben nach höheren geistigen Gütern leiden. Es künst­lich aufputschen zu wollen, nützt nichts, und man sollte für die zu diesen Zwecken so reichlich hinaus­geworfenen Summen zunächst lieber Wohnungen bauen und gesunde Lebensverhältnisse schaffen. Ich will die Musik der Goethewoche, die nun anhebt, nicht stören. Cs möge auch der katholische Volks­teil sich sinngemäß an diesen Bestrebungen beteili­gen. Ich für meinen Teil kann mich für Bildung von Reichswegen nun einmal nicht begeistern. Aber

Wissenschaft und Forschung.

- Auge und Atter. Der Augenarzt kann das Alter eines Menschen oft mit ziemlicher Sicherheit feststellen, weil die Brechkraft der Augenlinse mit zunehmendem Alter von Jahr zu Jahr abnimmt und er so, besonders bei älteren Personen vorn etwa 40. Lebensjahr ab, aus der vorhandenen Brechkraft das Alter berechnen kann.

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Aber Henry war ein tapferer Mann gewesen, er hatte es verstanden, lautlos und stille zu sterben, um der klei­nen Frau willen, die er liebte. Er war als Held gestor­ben.

Auch Thomas verdankte seinem toten Freunde vieles. - Er war stark gewesen, ohne die geringste Spur von Ge­fühlsschwäche hatte er seinem Schicksal ins Angesicht ge­sehen und sich bestrebt, für den Fall seines Todes alles gut zu ordnen. Es war eine schwere Aufgabe gewesen, aber er hatte sein Ziel erreicht. Die Verhältnisse lagen so, daß seine Frau ohne Sorgen in die Zukunft sehen konnte.

Ihre Trauer war in Wirklichkeit wohl auch nicht zu groß, dafür hatte sie nicht genug Gefühlstiefe. Sie würde vergessen könnnen und in einem Jahr oder zwei sich wie­der verheiraten. Aber selbst dieser Gedanke hatte Henry keinen Kummer gemacht. Thomas konnte viel von sei­nem verstorbenen Freunde lernen. Mit sanfter Hand strich er ihm über die Stirne: dann ging er.

Auf der Straße traf er den Schutzmann, der die Wache auf dem Markte gehabt hatte. Thomas erkannte ihn, da Duus ihn am letzten Abend gegrüßt hatte. Wenn er den Bürgersteig den Markt entlang ging, hatte er ge­rade Duus' Schlafstubenfenster vor sich. Thomas berich­tete dem Mann den plötzlichen Tod des Rechtsanwaltes und fragte ihn ob er vielleicht beobachtet habe, um welche Zeit das Licht in feinem Fenster erloschen fei.

„Ich bin beinahe Schlag ein Uhr abgelöst worden, und kurz nach ein Uhr bin ich auf dem Nachhausewege am stause vorbeigekommen, da war alles dunkel," sagte der Polizist mit Bestimmtheit.

Thomas nickte. Das stimmte alles mit seiner eigenen Annahme.

den breiteren Volksschichten mehr versperren, als Armut und Arbeitsüberlastung."

Hier wie in der Wirtschaft und Politik kommt es heute mehr als je darauf an, daß man sachlich und ehrlich den Fragen ins Gesicht schaue. Sagt man manchen früheren Monarchen nach, daß sie von Hofschranzen belogen wurden, so ist es -welsel- los sicher, daß nie ein Monarch der Weltgeschichte so belogen worden ist, wie das souveräneVoik von heute ' Der Mann im Monde.

Für Thomas kamen arbeitsreiche Tage, weil er seine kostbare Zeit zwischen Frau Duus' Angelegenheiten und Zeinen eigenen teilen mußte. Aber er war der armen Witwe auch eine aufrichtige Stütze gewesen. Jetzt hatte

ist die Ursache vieler Leiden UnrClIltS 3Ö1UI Nehmen Sie morgens und abends anfangs 1, ipäier 2 Heibex-Kerne, b;e tlut« reinigend und säfteauffriichend wirken. Herbex-Kerne er­halten Sie schon in Men,en von 30 Gramm in den Apotheken, sicher Hof-Apotheke zum Schwan.

Wieder ist man in Genf auseinandergegangen ttnti wieder ist nichts Wesentliches geschehen. Sie Minderheiten in aller Welt müssen verzweifelnd erkennen, daß es für sie kein Recht gibt auf Erden. Fast mit zynischer Offenheit wurde das Faustrccht den humanen Forderungen Streseinanns gegen­über herausgekehrt. Cs ist notwendig, diese Tat­sachen so nackt und brutas zu sehen, wie sie wirklich sind. Immer waren wir geneigt, Locarno roman­tisch zu vergolden. Das Wort „Völkerbund" hat v einmal einen hohen neuen Klang gehabt. Rach Krieg und Revolution schien sich von dort aus die milde Herrschaft der gegenseitigen Verständigung und der gerechten Verteilung aller Lasten anzu- bahnen. Den Staatsmännern, die nach Genf gin­gen, haben wir freigebigst Vorschußlorbeeren mit auf den Weg gegeben. Die Idee bleibt uns auch heute heilig. Selbst wenn die Zeiten des Raub­rittertums wiederkehren sollten, so werden wir im­mer für die Herrschaft des Friedens und der Ge­rechtigkeit eintreten. Aber cs muß das alles mit nationaler Würde geschehen und man muß die Grenzen kennen, an denen die Lächerlichkeit beginnt.

Mir hat es wenig gefallen, wie man bei uns in Deutschland die holländischen Veröffentlichungen über die eventuellen Kriegspläne der Belgier und Franzosen behandelt hat. Wie ich aus Hollarch pri­vatim erfahren habe, zweifelt in diesem Augenblick kein Mensch im Innersten seines Herzens an der Echtheit der Dokumente. Eine unparteiische Un­tersuchung, die willig zugestanden wurde, hat noch nicht stattgefunden. Offensichtlich trugen die Be­mühungen, die ganze Sache als Fälschung zu er­weisen, den Charakter eines unruhigen Gewissens, das es ja gewöhnlich an jeder Logik fehlen läßt. Haben wir wirklich Grund, hier die Wahrheit ver- tuschen zu helfen, die Wahrheit, die allein uns frei macht? Verlangt der Geist von Locarno von uns wirklich auch das Opfer der Vernunft in allen Dingen ,die mit Völkerbund und Genfer Politik Zusammenhängen?

Stresemann hat wieder eine seiner großen Re­den gehalten. Eine jede von ihnen hat bisher noch das Ideal der Humanität verherrlicht. Keiner von ihnen ist deshalb jener Erfolg versagt geblieben, der immer der Verherrlichung der Humanität das internationale Echo sichert. Waren diese Reden vielleicht das Tiefste, was in Genf gesagt worden ist, so gingen sie dennoch der Sache nicht auf den Grund. Diese Humanität entbehrt nämlich jener ewig gültigen göttlichen Verpflichtung und Sanktionierung, die allein im Stande ist, den menschlichen Willen zu beugen. Von den Rechten, die das Christentum der Persönlichkeit gibt, von den Rechten, die es jedem Volk auf seine Mutter­sprache und auf seine Kultur einräumt, von den ewigen Gottesrechten, ohne die alle Menschenrechte sich in ein Nichts verflüchtigen, wurde darin nicht gesprochen. Darum zerschlagen sie die Götzen nicht. Darum ist es bis heute nicht gelungen, neben die Worte des Friedens entsprechende Taten zu stel­len? Im Gegenteil schreiten die Rüstungen über­all fort. Der englische Generalfeldmarschall Ro­bertson sah sich noch vor kurzem veranlaßt, ein­dringlich vor neuen Kriegen zu warnen. Alle Par- lamente hallen wider von Wehrprogrammen und Rüstungsausgaben. Das Wort des Friedens zu sprechen aber wird den Armen Überlassen, die poli­tisch ohnmächtig sind, obwohl es um ihre Haut doch geht, oder es flüchtet sich zur Jugend, die gar nicht

Die betrogenen Minderheiten. — Noch einmal die holländischen Dokumente. — Humanität und Gottesrechte. — Reichsbuchwoche. — Berliner Tagung wider Schmutz und Schund.

Fabrik ein Rad verschafft. Nun saß er unter dem Baum und wartete. Es war ihm ganz leicht ums Herz; er wunderte sich selbst darüber; aber es war gerade, wie wenn alle Sorge und Angst aus seiner Seele gewichen wären.

Er hielt scharfen Auslug auf die Straße nach Taarbak, und kaum waren einige Augenblicke vergangen, als er auch schon Fräulein Ring in der Ferne auftauchen sah. Sie saß auf dem Rad, und ihre Bewegungen waren weich und wiegend, was ihr allerliebst stand.

In dem Augenblick, wo Thomas sie gewahrte, wurde ihm erst klar, wie groß seine Sehnsucht nach ihr gewesen war. Ja, seit ihrem letzten Beisammensein hatte er dieses heimliche Sehnen in seiner Seele getragen. Er hatte es verdrängen wollen, aber es war gewachsen und immer größer und stärker geworden. Und jetzt wurde diese Sehnsucht zu einer Lawine, die alles mit fortreißt.

Sein Herz jubelte. Sie kam — Fräulein Eva kam! Sie hatte Tag und Stunde ebenso treu im Gedächtnis be­halten wie er, und sie hatte sich schön gemacht ihm zulieb! Sie trug ein schimmerndes rotbraunes Seidenkleid und einen roten Hut mit weißer Feder. Etwas Festliches lag in ihrer Erscheinung und ihrer Kleidung.

Thomas verbarg sich hinter dem Buchenstarnme, folgte aber mit den Blicken jeder einzelnen ihrer Bewegungen. Jetzt sprang sie vom Rad; sie sah enttäuscht aus, wäh­rend sie durch das Gras schritt, wohl weil sie ihn noch nicht sah.

Als sie ganz nahe war, trat Thomas hervor; lächelnd zog er den Hut ab, und Fräulein Eva wurde ganz ver­wirrt.

„Sie sind also doch gekommen!" sagte sie schnell und. verbarg ihr Gesicht in ihrem Taschentuch.

—„Gewiß bin ich gekommen. Glauben Sie, ich hätte heute fernbleiben können?"

„Nein, natürlich nicht. — Sie haben sich wohl hinter dem Baumstamm versteckt gehabt?"

„Ja, es war so vergnüglich, hier im verborgenen zu fitzen und Sie herankommen zu sehen. Ich habe Sie schon entdeckt, als Sie noch ganz dort hinten bet jenem hohen Baum waren und habe Sie sofort erkann»"

(Fortsetzung folgt.)

.Landhaus Einstein"

heißt seit dem 14. März In Reu-Cladvw an der Havel ein Einfamilienhaus, das die Stadt Berlin dem Gelehrten Professor Albert Einstein mit Wohn recht auf Lebenszeit zur Verfügung gestellt hat.

3. Blatt.

+$+ Druck ver Fuldaer Actieudruckerei, Fulda.

JVs 65.

Sonntag, ven 17. Mär; 1929

sie ihre Verwandten bei sich und war ganz ruhig gewor­den.

Nach der Beerdigung saß Thomas in seinem Kontor bei der Arbeit. Am folgenden Tage mußte er nach Ko­penhagen, und trotz allem Trüben und Schweren emp­fand er doch eine frohe Sehnsucht nach Eva und dem Tiergarten. Gegen die sonstige Gepflogenheit waren Bulder und Prokurist Jokumsen bei ihm, da noch allerlei zu besprechen war.

Bulder war der tiefe Eindruck, den Duus* Tod auf Thomas gemacht hatte, nicht entgangen, dagegen hatte Thomas vor seiner Schwester zu verbergen gewußt, wie sehr ihn dieses Ereignis aus dem seelischen Gleichgewicht gebracht hatte. Bulder fühlte ordentlich Mitleid mit Thomas, der neben allen seinen Geschäften noch soviel Scherereien hatte.

„Ich bin nur froh, daß die Sache jetzt überstanden ist, Thomas, du hast anstrengende Tage hinter dir," sagte er. „Aber jetzt mußt du dir das Ganze aus dem Sinn schlagen."

Thomas meinte jedoch, es sei eine Mahnung für ihn gewesen, denn niemand sei seiner Tage ganz sicher. Doch darüber lachte Bulder und erhob Widerspruch.

Aber Thomas erwiderte: „Wenn ein solches Ereignis eintritt, so mahnt es uns, die eigenen Angelegenheiten zu ordnen, und das hab' ich getan. Sie einmal her!" Tho­mas erhob sich und schloß den Kassenschrank auf. „Sieh dir diesen versiegelten Briefumschlag an; er liegt hier im untersten Fach."

„Vermutlich dein letzter Wille. Das muß ich sagen, du hast deine Sachen in Ordnung," lachte Bulder.

„Das soll man auch," entgegnete Thomas und trug Sorge, daß beide Herren sahen, wie er den Umschlag wie­der an seinen Platz legte.

Nun entfernte sich Jokumsen, und auch Bulder war im Begriff zu gehen. Ader da kam Helga wie ein Wirbel­wind hereingestürmt.

„Thomas, hast du's schon gehört? Rasmus Junker soll als dein Gegenkandidat aufgestellt werden!" rief sie aufgeregt dem Bruder entgegen.

„Gewiß weiß ich es, es steht in der Zeitung," ent­gegnete Thomas.

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von den Hochschulen.

— Don der Universität Gießen. Der ordentliche Pro­fessor für englische Philologie an der Universität Gießen, Dr. Walter Fischer, hat den an ihn ergangenen Stuf an die Handelshochschule Leipzig für Wirtschafte.inghstik (neuer Lehrstuhl) abgelehnt.

Tarifwesen.

= Der Gemeinde- und Staalsarbeilertaris gekün- diat Wie wir erfahren, haben die am Gemeinde- uno Staatsarbeitertarif beteiligten Gewerkschaften dem Rhein-Mainischen Bezirksarbeitgeberverband die Kün­digung des bestehenden Lohntarifs zum 31. Marz über- reicht.' Detaillierte Forderungen werden dem Arbeit­geberverband noch zugehen.

vielleicht wäre es gut, aus diesem Anlaß einmal i zu untersuchen, ob denn im wirtschaftlichen Betrieb | dec Herstellung der Bücher nicht von Reichsweger etwas geschehen könnte. Gibt es hier kcineMonopole, die man brechen müßte, wollte man dem deutschen Buch wirklich nützen? Wir wollen einmal sehen, ob nicht diese Reichsbuchwoche die Mißstände wie­der einmal eher verschleiert als enthüllt.

Dagegen begrüßte ich auf das herzlichste die Tagung, die der Zentralarbeitsausschuß der deut­schen Katholiken zur Förderung der öffentlichen Sittlichkeit am 12. und 13. März in Berlin abhielt. Man ist ja immer, wenn es sich um Abwehr gegen Schmutz und Schund handelt, etwas skeptisch, weil da allerhand Heuchelei mit unter­läuft und auf einmal Menschen auf der Bildfläche der Literatur erscheinen, die man bei positiver Ar­beit vergeblich sucht. Droht aber einmal der ganze Bauernhof in der Mistkuhle zu ersäufen, so braucht es Menschen, die hier mit richtigen Instrumenten die notwendige Herkulesarbeit vornehmen. Man lasse sich da auch nicht abschrecken durch das Ge­zeter derjenigen, die die Freiheit der Kunst angegrif­fen sehen, sobald man sich gegen Schmutz und Schund wendet. Sehr richtig bemerkt dazu im Februarheft der „Deutschen Schule" der bekannte I. Tews: „Alle die Redereien von der Bedrohung der Freiheit der Kunst durch jenes Gesetz halten einer gewissen Prüfung nicht stund. Die Kunst und das Schrifttum kommen überhaupt nicht in Frage, sondern nur die Gewerbe, die Schund und Schmutz erzeugen und vertreiben, deren Inhaber weder Schriftsteller noch Künstler, sondern Unternehmer, in der Mehrzahl Großunternehmer sind, die gar nicht an Kunst und Schrifttum denken, sondern al­lein an ihren Gewinn, den sie von der Befriedi­gung niederer, zumeist auf dem Gebiete der ge­schlechtlichen Lüsternheit liegenden Bedürfnisse er­warten, um Leute, die ganz bewußt mit Schund und Schmutz handeln und durch ihr bloßes Dasein der Kunst und dem Schrifttum den Zugang zu

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Roman von Marten Korch.

— Deutsche Iorschungsgesellschasl für künstliche reqnuna. Um den praktischen Landwirten, die eme reqnungsanlage betreiben, Gelegenheit zur Verwertung und zum Ausbau ihrer Erfahrungen zu geben, ist die Deutsche Forschungsgesellschaft für künstliche Beregnung ins Leben gerufen worden, deren Vorsitz der Präsident der Landwirtschaftskammer für Pommern, von giem» minq auf Paatzig, führt. Als wissenschaftlicher Beerbet, ter ist Prof. Freckmann von der Landwirtschaft­lichen Hochschule Berlin gewonnen worden.

Soziales.

— Ende Februar noch geringe Zunahme der Ar­beitslosigkeit. In der zweiten Februarhalfte hat sich die Zahl der Unterstützungsempfänger in der Arbeits­losenversicherung und Krisenunterstützung noch um etwa 10 0 0 0 0 Personen erhöht. Am 28. Februar gab es in der Arbeitslosenversicherungg einschließlich Sonderfürsorge bei berufsüblicher Arbeitslosigkeit rund 2 460 000 Hauptunterstützungsempfänger gegen rund 2 360 000 am 15. Februar. Davon waren nach vor­läufigen (Ermittlungen etwa 940 000 Personen in dec Sonderfürsorge. Die Zunahme betrifft ganz uberrme» aenö diese Gruppe, während in der Arbeitslo enversiche- rung — zum ersten Male seit vielen Monaten em kleiner Rückgang der vielen Unterstützten zu verzeichnen ist (um 32 000 oder 2 v. H.). Die geringe Zunahme der Krisenunterstützung um rund 7000 Personen hat für öas Gesamtergebnis keine wesentliche Bedeutung.

Kommunalpolttifcbes.

— Der Berliner Etat. Der Haushaltsausschuß Stadtverordnetenversammlung beendete die zweite sung des städtischen Haushalts, der in Einnahmen Ausgaben mit 1 137 875 490 RM. schließt.

„Es wäre eine Schmach, wenn er gewählt würde. Sind doch schon Vater und Großvater Präsidenten gerne» sen, und du sollst es auch werden."

„Deshalb hab' ich mich ja auch aufstellen lassen, ob­gleich ich gar keine Zeit dazu habe," versetzte Thomas.

„Was heißt Zeit! Es ist ein Ehrenamt, und folglich mußt du gewählt werden. Wenn Rasmus ausgestellt ist, so kannst du glücklicherweise trotzdem noch lange gewählt werden," warf Bulder ein.

„Ja,, das fehlte wahrhaftig noch! Und ich sage dir, Thommy, nun gerade muß deine Wahl durchgesetzt wer­den, koste es, was es wolle, und wenn ich von Tür zu Tür gehen und Stimmen sammeln müßte!" Helga schlug mit ihrer kleinen Hand so energisch auf den Tisch, daß Thomas und Bulder hell aiflachen mußten.

„Ja, ja, wartet nur wenigstens, bis ich wieder von Kopenhagen zurück bin, bann fangen wir an!" rief Tho­mas lachend.

„Ich spreche im Ernst, Thomas; diesmal sollen uns die Roten in der Bachstraße nicht wieder ein Schnippchen schlagen, wie sie es in letzter Zeit so häufig getan haben."

„Ich hätte am liebsten gar nichts damit zu tun ge­habt, Helga; aber nun ich einmal die Kandidatur ange­nommen habe, werde ich mir auch alle Mühe geben, um meine Wahl durchzusetzen, das verspreche ich dir," sagte Thomas.

„Und wir alle werde« dir dabei behilflich sein, darauf kannst du dich verlassen. Du sollst sehen, wie viele Freunde du hast, und wenn mir zusammenstehen, so werden wir auch siegen, Thommy. Aber nun komm auch mit hin­über. Am letzten Tage vor deiner Reise will ich dich für mich haben."

Damit ergriff Helga die Hand des Bruders und wollte ihn mit sich fortziehen.

„Soll Bulder nicht mitkommen?" fragte Thomas.

„Selbstverständlich," entgegnete Helga. Sie ergriff Bulder mit der anderen Hand und zog beide mit sich ins Wohnzimmer hinüber.

13.

Thomas stand schon etwas vor der verabredeten Zeit an der Buche. Er hatte mit Fräulein Ring verabredet, sie wollten Fahrräder mitbringen, und so hatte er sich in der

Fleißig sparen, emsig streben, Gibt allzeit ein fröhlich Leben 1

Spare

bei der

Mischen Musse

geg r. 1825

früher Friedridismarkt, Jetzt Bahnhofstraße 5.

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