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JVo 58.

Samstag, ven 9. März 19°9.

Fuldaer Zeitung

3. Blatt.

Druck der Fuldaer Acklendruckerel, Fulda.

vrahtz'eher.

Von besonderer Seite wird uns geschrieben:

Der verantwortliche Redakteur der Wochenzei­tung des dcutschnalionalen Reichstagsabgeordneten Prof. Martin Spahn ist vor einigen Tagen von dem erweiterten Schöffengericht zu Derlin-Schöne- berg zu 200 Mark Geldstrafe verurteilt worden. Er hatte in keiner Zeitung einen Artikel verbreitet, der Beleidigungen der gegenwärtigen Staatsform enthielt.

Der Verfasser des Artikels gehörte zu jener gro­ßen Zahl deutscher Akademiker, denen politisches Unverständnis eine kritische und sachliche Einstel­lung zu den politischen Ereignissen verbietet, die, wenn sie in Politik machen, keine kausalen Zü- sammenhänge sehen und sich zu den lörichsten und sinnlosesten Behauptungen hinreißen lassen. Daß solche, zu innerst ganz unpolitische Menschen, die in der Vorkriegszeit groß geworden sind, von poli- tischen gesellschaftlichen Ueberliefcrungen nicht los- zukommen vermögen, ist eine Tatsache, die aller« dings gerade bei Akademikern bedauerlich sein mag. Wenn ihnen dann noch Organisationen wie der Stahlhelm politische Erziehungsfaktoren sind, werden sie zu ihrem eigenen Schaden und zum Schaden ber deutschen Volksgemeinschaft sich nim­mermehr im heutigen Volksstaate zurechtfirrden können. Zu ihrer verdrossenen und ablehnenden Einstellung muß sich notwendigerweise eine Form der Kritik' gesellen, die intoleranter und gehässig und dem Ansehen unseres Akademikertums im Ln- und Ausland nicht förderlich ist.

Wenn ihre politischen Erzeugnisse aber den Weg tn die Oeffentlichkeit finden und erst dadurch wei­teren Schaden und Verhetzung unter einer kritik­losen Leserschaft und in der Allgemeinheit anzu­richten vermögen, dann entsteht die Frage, wo die eigentlichen Schuldigen, die Drahtzieher sitzen. Sie sitzen da, wo die Unsinnigkeit solcher Auslas­sungen sehr wohl erkannt, aber aus parteipoliti­schen Zweckmäßigkeitsgründen, aus demagogischen Ueberlegunaen ausgenutzt wird. Indem das Ge­richt die verbreitende Stelle, nämlich die deutsch­nationale Wochenschrift Martin Spahns, in ihrem verantwortlichen Redakteur faßte und mit zur Be­strafung heranzog, zeigte es auj die nicht formell, sondern auch auf die letzten Endes moralisch ver­antwortliche Stelle hin.

Ueber die sournalistischen Methoden des Spahn- fchen Organs, das sich als „katholische Wochenzei­tung für das deutsche Volk" bezeichnet, haben schon weite Kreise, tq^d auch solche, die der deutschnatio­nalen Volkspartei garnicht so fremd gegenübe'-ste- hen, den Kopf geschüttelt. Es muß in der Tat Auf­sehen erregen, wenn eine Zeitung nicht nur in ihrem Titel, sondern auch in religiösen Facharti­keln Wert darauf legt, ihre katholische Färbung herauszustellen, in ihrer politischen Polemik aber so maßlos ist, daß sie über die elementarsten Grund­regeln katholischer Publizistik hinweggeht und De­magogie und Verleumdung betreibt. Cs gehört schon eine arge Selbstgefälligkeit dazu, sich oben­drein selber das Zeugnis auszustellen, daß man „eine angesehene katholische Wochenzeitung" ist. Don anderer und zuständigster Seite würde man dieses Lob wohl auch schwerlich erwarten. Es ist bezeichnend, daß die Wochenzeitiing sich bis in die jüngste Zeit hinein an Hand positiver Unterlagen hinsichtlich ihrer journalistischen Methoden Urteile sagen lassen mußte, die angefekme Blätter nicht ohne Rechtfertigung hinnehmen würden. Schließlich geht die „Angesehenheit" doch nicht so weit, daß es sich aus ihr heraus erübrigt, zu konkreten Vorwür­fen Stellung zu nehmen, ganz abgesehen davon, daß sonsten des Spahn'sche Organ nicht so wähle­risch ist und da, wo es etwas für sich herausholen kann, die nebensächlichsten Dinge in epischer Breite behandelt, gleichgültig, woher sie kommen.

Häufig genug ist die unsachliche und demago­gische Polemik von dem Spahn'schen Blatt gegen das Zentrum angewandt worden Wir erinnern nur an die letzte schwere Entgleisung, die ihm kürzlich bei der Behandlung der Umgemeindungs- frage unterlaufen ist. Zu dem Vorschlag des Lan­deshauptmanns der Rheinprovinz, also keineswegs der Zentrumspartei, die Erledigung der Urnge- meindungsfrage um fünf Jahre zurückzustellen, äu­ßerte sich die Spahn'sche Wochenzeitung folgender­maßen:

„Zunächst ist sie (die Zentrumspartei nämlich) auf den klugen Gedanken gekommen, die Sozial­demokratie um eine fünfjährige Gnadenfrist zu bitten. Vielleicht gibt es bis dahin infolge des Steuerdrucks schon keine Bauern mehr im Rhein­lande und Westfalen. Dann arbeitet das Zentrum wieder „Positiv" mit."

Solche Journalistik, die in ganz unzufriedener md geradezu bösartiger Verdächtigung im Lande draußen schüren soll, muß sich bei jedem ver­nünftigen Menschen von selber richten. Aber auch hier ist für das Svahnsche Organ der Rest Schwei-* gen. Dam gesellt sich das Bestreben, an allen mög­lichen katholischen Organisationen, die mit Politik garnichfe zu tun haben, herumzunörgeln und Querköpfen, die bekanntlich überall zu finden sind, mit Behagen die Spalten der , Zeitung jur Verfügung zu stellen. In dieser Hinsicht scheinen überhaupt die Seiten der Spahn'schen Wochcrnet- tunq sehr billig und ihre Ansprüche sehr bescheiden zu sein

Es ist sich-rlich sehr bedai'erlich, daß über eine „katholische Wochenzeitung" so eindeutige Worte g"bravcht werden müllen Und doch ist gerade hier klare Sprache notwendig, weil ganz allgemein die Reinigung der politischen Publizistik, von der Atmosphäre demagogischer Verhetzung eine B o r - aussetzung für die Gesundung des politischen Lebens überhaupt ist.

Landw'rlscbakt'ickes.

— D>e Lage der pte^itoen Landwirk'chasl im Fe­bruar Auf Grund der Ber-chte der preusill^en Land- toirtfrfiaftsfammern ergibt sich folgendes Bild über hie Lage der Landwirtschaft in Preußen im Februar 1929. Die aNqemeine Lage bat sich wenig o-ändert Die viel­fach einqetretene Erhöhung der Einheitswerte hat in verschiedenen Bezirken Anlaß zu Klagen gegeben In den schwierigen Kreditnerhättnilsen ist troß der H«rab- setzuna des Reichsbankdiskants eine. wesentliche Belke- rung nicht eingetreten. Die Umschuldungsaktion hat Ihren Fortgang genommen. Die für den Klein- und Mittelbesitz bereitgestellten Gelder sind stellenweise mehrfach überfordert worden. In einigen Bezirken wurde eine Zunahme der Zwanasversteigerungen beo­bachtet Im übrigen war der Grundstücksverkehr ge­ring. Der starke Frost und die hohe Schneedecke haben Feldarbeiten bisher unmöglich gemacht. Da der Frost stellenweise ein bis eineinhalb Meter in die Erde ein­

gedrungen ist, wird das Abtrocknen der Böden im Früh­jahr und damit die Frühjahrsbestellung voraussichtlich sehr verzögert werden. Inwieweit die Wintersaaten gc litten haben, ließ sich noch nicht feststellen. Größere Schäden werden an den eingemieteten Kartoffeln und Rüben befürchtet.

Tarifwesen.

— Die Parteien zum Schiedsspruch in der mittel­deutschen Landwirtschaft. Der Schiedsspruch in der mit­teldeutschen landwirtschaftlichen Tarifaemeinschaft (um­fassend die Gebiete Sachsen-Anhalt, Thüringen. Frei­staat Sachsen, Braunschweig, Südhannover und Kur- Hess e n wurde von den Arbeitgebern ange­nommen Die Entscheidung über die Berbindlichkeits-

erklärung wird das Reichsarbeitsministerium zu fällen haben. Ueber die Stellungnahme der Arbeitneh­merverbände wird folgendes bekannt: Am 3. März nahmen die erweiterten Funktionärkonferenzen der Landarbeiterverbände zu dem Schiedsspruch Stellung. Der Schiedsspruch wurde allgemein als untragbar bezeichnet und beschlossen, daß am 9. und 10. März in allen Zahlstellen der Gaue Magdeburg, Erfurt, Halle, Dresden und Frankfurt a. M noch einmal die Mit­glieder beider Landarbeiterverbände, sowohl des Deut­schen Landurbeiteroerbandes als auch des Zentralver­bandes der Landarbeiter, Rücksprache nehmen und daß eine Eingabe an den Reichsarbeitsminister gerichtet wird, in der der Standpunkt der Landarbeiter, eine Erhöhung des Stundenlohnes um 5 Pfg. als Mindest­satz zu fordern, noch einmal vertreten wird

Gottesdienstordnunq.

Ikatholischer Gatterdienft.

Sonntag, den 10. März. Beginn der öster­lichen Zeit. Fulda. Vom. 1. Beichtgelec.enheiten-- sind । Jeden Samstag morgens von *'s6 Uhr ab; nachmittags von 2—3 für Kinder; von */«5—7 Uhr und von V-8 Uhr ab für Erwachsene; Sonntag morgens von u-6 Uhr ab. 2. Sonntagsgottesdienste: */i6, 6, ‘/«V und 7 Uhr hl. Messen mit Gelegenheit zum Empfang der hl. Kommunion. 7 hl. Messe und Osterkommunion des Jugend- und Junnmännervereins in der Manenkapelle. 8 Uhr Pfarramt mit Predigt, Komm, des 7. Schuljahres, Osterkommun. aller Jünolinge und Jungmänner der Dompfarrei. ValO Kathedralamt mit Predigt, ’/ill Christenlehre für die Jünglinge. V.12 letzte hl. Messe mit Pred. >/-2 sakram. Andacht mit Segen. 2 Chrrstenl. der Jungfr. 4 Uhr Fastenpredigt, Andacht und Segen. 7 Uhr abends Herz-Mariä »Bruderschaft mit Seoen. 3. Werktagsgottesdlenste: Jeden Morgen von V«6—7 Uhr halbstündlich hl. Messen mit Kommunion-Austeilung. '/«8 Pfarr ottesdienst mit hl. Kommunion. Um 9 Uhr letzte hl. Messe mit Austeilung der heiligen Kommunion. Montag abends um 5 Ubr Fastenandacht mit Segen. Donnerstag abend um 8 Uhr Fastenpred. mit Segen. Freitag nachmittag 5 Uhr Kreuztoegandacht. Samstag 5 Uhr Andacht zu Ehren des hl. Joseph mit Segen. — Stadtpsarrknche. Beichte: Am Samstag nachmittag von 3—7, 7*/i—SVi, Sonntag früh 6—7 Uhr. Sonntags» Gottesdienste: 6 hl. Messe, 6’/« hl. Messe und Osterkomm. der Jungmänner und der Jugendabtlg. des K.K.V., 8 Uhr erster Schulgottesdienst, Predigt und Komm, des 7. Schuljahres. ValO Pfarramt und Predigt. 11 zweiter Schulgottesdienst und Pred 9 Andacht der Jugendsod. in der Severikirche. i'/z Christenl. der Jungfrauen. 2*'i Uhr Bruderschaft von der Todesangst des Herrn. Die HI. Kommunion wird von 6—7'/, Uhr jede halbe Stunde gespendet, außerdem um 81/» und 9V« Uhr. Werktagsgottesdienste: 6, 61/,, 7*/, und 8 Ubr. Miltwoch nachm. 5 Uhr Kreuzwegandacht. Freitag 8 Fastenpred. Samstag nachm. 5 Andacht zu Ehren des hl. Joseph. — psarrtirche jnm heiligen Seift. Um 7 Uhr Frühmesse und Aniprache. 8 Hochamt und Predigt, Komm, der Jünglinge und des 7. Schuljahres. ',«11 Kindergotie?- dienst und Ansprache. '/,12 Christenl. der Jungfrauen. Um 5 Uhr Andacht. Samstag, Sonntag und Montag abends um 5 Uhr Andacht zu Ehren des hl. Joseph. — Sobalität. Vormittags um */»10 Uhr Gottesdienst.— St. Sturmius-Pfarrkirche. 7'/. Kommun.-Austlg. 71/, Frühmesse nut Predigt. 91/,' Uhr vormittags Hochamt mit Pred. Danach Christenl. */,2 Segensandacht. — klbteikirche der Benediktinerinnen. Sonntag um 3/«6 Uhr

Konventamt, 3 Vesper. Werktags 3/*6 Messe, V,9 Konvent­amt, 10 Vesper. — Herz-Zesu-kieim. Sonntags ist um *',7 Uhr hl. Messe. */,9 Uhr Amt und Predigt. 2 Uhr Andacht und Segen, Werktags */,7 Uhr hl. Messe. Mittwoch abend um 8'/« Uhr Andacht und Segen. — Hriedhosrkapelle am Hranzosenwcildchen. Sonntag: 61/« bl. Messe mit Ansprache und Kommunion - Austeilung. Werktags: 71/, hl. Messe mit Kommunion-Austeilung. — Severikirkbe. 7 hl. Messe. 8 Oberrealschulgottesdienst. — Frauenberg. Hl. Messen von 5—7 Uhr. 8 Singmesse mit Predigt, liturg. Gebeten und Josepbsandacht. 9 Uhr Levitenamt mit Pred. '/,3 Uhr Andacht mit Ansprache für die Mitglieder des Franziskaner »Miisionsvereins. (Während des Monats März wird jeden Morgen eine Andacht zu Ehren des hl. Joseph gehalten und zwar an Werktagen nach der 7 Uhr-Messe, an den Sonn- und Feiertagen während der 8 Uhr-Messe).

Neuenberg. */,9 Uhr Amt und Predigt. — Leh? er; 8 Uhr Amt und Predigt. — Dieterrhan. */,10 Uhr Ami und Predigt.

Dienstag, 12. März. Frauenberg. 5. Dienstag der Novene zu Ehren des hl. Anlomus. Aussetzung des Allerheiliasten von morgens 5 Uhr bis zum Schluß des Hochamtes. V,8 hl. Messe mit Antoniusandacht. V,9 Levitenamt, darauf Kreuzwegandacht. Nachm. V-5 Uhr Antoniusandacht.

Evangelischer Gottesdienst.

Sonntag, den 10. März. Fulda. Um 91/, Uhr Pfarrer Hattendorfs. 11 Uhr Kindergottesdienst Um 2 Uhr nachm. Prüfung der KonsirmanVinnen 7 Ubr abends Missionsfilm in der Kirche. — Bad Salzschlirf. 10 Uhr Superintendent Ruhl. Amtswoche: Krelspsarrer Weber.

Mittwoch, 13. März. Fulda. Um 8 Uhr abends Passionsgottesdienst im Saale des Schwesternhauses.

Donnerstag, 14. März Fulda. 8 Uhr abends Mütterverein im Schwesternhaus.

Freitag, 15. März. Fulda Um 8 Uhr abends Jungmädchen. Verein im Saale des Schwesternhauses.

lkvaugel. landerkirchl. Semeiuschaft, Fulda, Suttlarftr. 17.

Sonntag, den 10. März. Nachm. 3*/> Uhr Kon- ferenz. Thema: „Das neue Leben und unscre Gemein- schäften", nach Kol. 3. V. 1- 12. Prediger Roth und Seiles, Kassel. Abends 8 Uhr Bibelstunde. Dienstag abend 80, Uhr Bibel- und Gebetfiunde. Jedermann ist herzlichst eingeladen.

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Schutz der älteren Angestellten.

Zum Schutze der älteren Angestellten ist nun­mehr im Reichstage nach den Beschlüssen des Aus­schusses für soziale Angelegenhesten ein Gesetzent­wurf angenommen worden, der folgenden Wort» laut hat:

Artikel I.

Das Versicherungsgesetz für Angestellte wird wie folgt geändert:

1. 8 53 erhält folgende Fassung: § 53 Die Wartezeit dauert sechzig Beitragsmonate. Sind weniger als dreißig Beitragsmonate auf Grund der Derficherungspflicht nachgewiesen, so beträgt die Wartezeit neunzig Beitragsmonate.

2. § 397 erhält folgende Fassung: § 397. Als berufsunfähig im Sinne des § 30 gilt auch, wer das sechzigste Lebensjahr vollendet hat und seit min­destens einem Jahr ununterbrochen arbeitslos ist.

Das Ruhegeld wird für die weitere Dauer der Arbeitslosigkeit gewährt.

Besteht ein Anspruch auf Arbeitslosenunterstützung (Versicherungsmäßiger Arbeitslosenunterstützung, Krisenunterstützung oder Sonderunterstützung bet berufsüblicher Arbeitslosigkeit) so beginnt das Ruhegeld frühestens mit dem Wegfall dieses An­spruchs.

Das Ruhegeld fällt mit dem Ablauf des Mo­nats weg, in dem der Empfänger in eine inva­liden- oder angestetttenversichcrungspflichtige Be­schäftigung eintritt.

Für die Anwendung der Absätze 1 und 4 bleibt eine Beschäftigung, die über eine gelegentliche Aushilfe nicht hinausgeht, außer Betracht.

Die Vorschriften des Abs. 1 tritt mit dem Schluß des Jahres 1933 außer Kraft. Ein bis dahin festgestelltes Ruhegeld wird von dieser Ter­minbestimmung nicht betroffen.

Artikel H.

Das Gesetz tritt mit Wirkung vom 1. März 1929 in Kraft.

Ist ein Antrag auf Leistungen vor dem In­krafttreten dieses Gesetzes rechtskräftig abgewiesen worden, so ist auf Antrag zu prüfen, ob die Vor­schriften dieses Gesetzes für den Berechtigten gün­stiger sind. Wird diese Frage bejaht oder wird es von dem Berechtigten beantragt, so ist ihm ein neuer Bescheid zu erteilen. Der Antrag auf Nach­prüfung kann nur bis zum Schlüsse des Jahres 1930 gestellt werden.

Ansprüche auf Leistungen, für die das Feststel­lungsverfahren am Tage des Inkrafttretens dieles Gesetzes schwebt, unterliegen von diesem Tage an den Vorschriften dieses Gesetzes. Ihre Nichtan­wendung gilt auch dann als Revisionsgrund, wenn das Oberversicherungsamt sie noch nicht anroenben konnte.

Nachzahlungen für die Zeit vor dem Inkraft­treten dieses Gesetzes finden nicht statt.

In einer Entschließung wird die Reichsregie­rung ersucht, baldigst dem Reichstag einen Gesetz­entwurf über die Reform der Angestelltenverfiche- rung vorzulegen.

Katholische Welt.

— Domkapitular Dr. Keil gestorben. Im Alter von 70 Jahren starb der Trierer Domkapitular und Geistliche Rat Dr. Leonhard Keil im Franziskanerstist in Kreuznach, wo er zur Erholung weilte. Dr. Keil wurde am 1. Oktober 1912 zum Domkapitular, am 3. Februar 1916 zum Dompfarrer in Trier und am 24. Mai 19?2 zum Geistlichen Rat ernannt. Domkapitular Keil, der sich großer Beliebtheit und Verehrung er­freute. war auch wissenschaftlich tätig, vor allem auf dem Gebiete der historischen Forschung. Zahlreiche Aufsätze in wissenschaftlichen Zeitungen machten seinen Namen in ganz Deutschland bekannt.

Wissenschaft und Forschung.

— Aufzeichnungen eines heftigen Erdbebens. Die Seismographen der Hamburger Hauptstation für Erd­bebenforschung verzeichneten in der Nacht zum Don- nerstag in Uebereinstimmung mit den Apparaten der Sternwarte Königsstuhl in Baden und der Budapester Erdbebenwarte ein sehr heftiges Erdbeben, dessen Herd im nördlichen Großen Ozean, etwa im Gebiete süd­lich von Kamschatka, liegen dürfte.

Nunst und Citeratur.

» $rancesco Paolo Mchetti gestorben Wie aus Francavilla Mare gemeldet wird, ist der ital eni- sche Maler Francesco M i ch e 11 i im Alker von 78 Jah­ren gestorben.

von den Hochschulen.

— Neuer Ehrensenator der Hessischen Landesuniver- silät. Die Hessische Landesuniversität in Gießen er­nannte den Kommerzienrat Ludwig Rinn in Gießen zum Ehrensenator der Hessischen Landesuniversität. Kommerzienrat Rinn ist als oberhessischer Tabakindu­strieller weit über das Hessenland hinaus bekannt ge­worden.

Tagungen.

— Tagung der Elternbeiräte der Mittelschulen Hel- sen-Aassaus. Der Provinzialverband der Elternbeiräte der Mittelschulen Hessen-Nassaus hält am 17. März in Dillenburg eine Tagung ab. Im Mittelpunkt der Verhandlungen wird die Berechtigungsfrage stehen.

Theater und Musik.

— Die Salzburger Festspiele 1929 werden am Sonn­tag, den 4. August, mit einer Festoorstellung von Hos- rnannsthals „Jedermann" eröffnet und dauern bis 30. August. Das diesjährige Programm bringt Neuinszenie­rungen von Mozarts .'.Don Juan" und Richard Strauß' „Rosenkavalier", sowie Wiederholungen von Beethovens „Fidelio" Für die künstlerische Leitung wurden Cle­mens Krauß, Max Reinhardt. Franz Schalk und Lothar Wallerstein gewonnen. Acht Festkonzeite der Wiener Philharmoniker unter der Leitung von Clemens Krauß, Bernhard- Paumgartner und Franz Schalk, sowie Mo­zart-Serenaden ergänzen das Programm der diesjähri­gen Festspiele Nach der für Mitte März erwarteten Rückkehr Max Reinhardts aus Amerika werden die mit ihm schwebenden Verhandlungen über eine Schauspiel- Neuinszenierung zu Ende geführt werden.

Schriftleiter: Dr phll Johannes Kromer. Verantwortlich für Politik und Heimatliches Dr Kramer für den Roman und die „Buchenblätier" Anton Weßler. für den übrigen Text und die Unterhaltungs­beilage Dr rer pol Sari &u ft ermann, alle in Fulda. Verantwortlich für die Anzeigen: Direktor der Fuldaer Actiendruckerel I. P a r z e l l» r.