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Wilhelm von Bote gestorben.

Exzellen; Dr. Nilhelm von Bode.

Deutschlands berühmtester Kunstforscher, früherer Generaldirektor der Kgl. Museen in Berlin, ist gestorben. Wilhelm von Bode wurde am 10. De­zember 1845 in Calvörde (Braunschweig) geboren; er war ursprünglich Jurist, wandte sich dann der Kunstgeschichte zu und hatte besonderen Anteil an der Gründung des Berliner Kaiser-Friedrich- Museums.

Ae rolcn und nw.cn Mer.

Roman von Marten K o r ch.

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„chatten Sie uns Dänen wirklich für freundlich?"

„Ja, unbedingt," versetzte Fräulein Coa. „Sie soll­ten nur die einfachen Leute aus Kopenhagen sehen, wenn sie Sonntags hier heraus kommen, Arbeiter, kleine Leute mit Weib und Kind. Niemals sehe ich sie das Wild ver­scheuchen. Es ist, als genössen sie nur ganz behutsam das Schöne, das Gott erschaffen hat. Ich glaube, sie werden besser und reiner dadurch. Ich sitze oft hier in meinem Schlupfwinkel und habe meine Freude an ihnen."

„Das kommt gewiß nur daher, weil Sie selbst alles mit solch freundlichen Augen betrachten, Fräulein Ring."

„Nein, ich glaube, es kommt daher, weil es die Wahr­heit ist. Hierher kommen alle müden Kinder des Werk­tags, und der Tiergarten schließt sie ein in sein Feen­reich und schenkt ihnen Ruhe."

„So müssen Sie also ein Sonntagskind sein, Fräu­lein Ring, denn Sie kommen ja alle Tage hierher."

„Zuweilen glaube ich selber, daß ich eines bin. Cs gibt nicht viele Menschen, die den Tiergarten hier so gut kennen wie ich. Ich liebe ihn, weil er mir jo viel Schö­nes und Gutes geschenkt hat. Aber nun habe ich mein Miezchen ganz vergessen, und es hat mir all mein Garn durcheinander gewirrt." Eva bemühte sich, das Kätzchen einzufangen, und dann wanderte es mit dem Tuch und der Stickerei in den Korb. „Ich muß jetzt heim," sagte sie.

„Darf ich Sie begleiten? Ich möchte so gerne sehen, wo Sie wohnen," fragte Thomas: und dann wanderten sie zusammen nach Taarbeck zurück. Viele Worte wur­den nicht mehr zwischen ihnen gewechselt. Thomas fühlte die Verpflichlung, unterhaltend und aufmerksam zu sein; aber das war ihm nicht möglich. Ein großes Erlebnis war in sein Dasein getreten, und in seiner Seele war hoher Festtag.

Fräulein Eva blieb vor einer kleinen Villa mit einem raten Tach, die am Tiergartenweg lag, stehen. Das Haus hatte eine Veranda mit darüberliegendem Altan, von dem man eine herrliche Aussicht haben mußte; aber

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Fuldaer Zeitung

Für

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die Erdarbeiten am Mittellandkanal sind bisher 9 Bau­lose vergeben worden, die ungefähr ein Drittel der Ka­nallänge umfassen. Die durchschnittliche Tagesleistung betrug bisher ungefähr 28 000 Kbm. bei den Erdarbei­ten. Fertiggestellt wurden bereits drei Eisenbahn- und 17 Straßenbrücken. Mit der Fertigstellung des Mittel­landkanals ist erst im Jahre 1937 zu rechnen.

Mittel gegen alle Zersetzung. Ohne diese Mensch­lichkeit aber ist alle Ordnung wie em etftger Zwang, der heute oder morgen krackend zerbricht. Der Mann im Monde.

J\fs 55.

Sonntag, ven 3. März 1829.

Sie zeigte ihm noch den nächsten Weg zum Bahnhof und verabschiedete sich bann. Thomas empfand den Druck ihrer Hand, dann wandte Eva sich und verschwand im Garten.

Thomas blieb noch einen Augenblick stehen und starrte die Pforte an, hinter der Eva verschwunden war, dann schaute er zurück nach der großen Buche und prägte sich alles gut ein,.denn der Baum war jetzt ein wichtiger Punkt geworden, zu dem er sich zurückfinden mußte.

8.

Auf der Landstraße längs der Küste, wo die Junker ihren Sitz hatten, kam ein Auto daher gefahren. Es war kein Luxuswagen, sondern ein blau angestrichenes Lastauto, aber es lief leicht und gut. Es war voll leerer Kisten und Flaschen, und auf dem Führersitz saßen Rasmus Junker und Cornelius, letztrer steuerte.

„Das ist mir die reinste Pläsir," sagte Cornelius und drehte sein vergnügtes Gesicht dem Freunde zu. „Es ist gerade, als stünde man wieder am Steuerruder."

„Das Fahrwasser ist nur ein bißchen schmal," meinte Rasmus.

„Sehr schmal. Aber weißt du, ich bin ja auch Flußkapitän gewesen, und das warst du niemals. Pfui! — Ja, man hat allerlei mitgemacht, Rasmus, und das hier ist noch lange nicht das Schlimmste."

„Und wir kommen gut vorwärts, das ist das Wich­tigste," versetzte Rasmus.

„Vorwärts gehts, ja es geht wie geschmiert. Wenn wir so fortmachen, müssen wir bald mit zwei Autos fah­ren," lachte Cornelius.

„Nun paß aber auf, Cornelius, du schlingerst zu arg, so geht das nicht auf der Straße," warnte der Ka­pitän, als sie über die steinerne Brücke fuhren.

„Du wirst sehen, die Leute ziehen rasch die Zehen ein. wenn wir daherkommen," sagte Conelius; und ganz rich­tig, die Leute gingen schnell aus dem Weg, und Cor­nelius landete ohne Unfall in der Bachstraße.

Es war schon nach Ladenschluß; aber Jörgen saß noch bei der Arbeit. Er war den ganzen Tag mit dem Knecht allein gewesen, und sie hatten tüchtig zu ckun gehabt.

Die beiden Alten waren, als Jörgen berantrat, um sie in Emvfang zu nehmen, in bester Laune.

Musik und Gesang.

— klemperer-konzerl in Rom. Im Augusteum- Theater in Rom fand das angekündigte Konzert unter Leitung des Siricenten Siem per er statt. Das zahl­reiche Publikum bereitete dem Meister große Beifalls­kundgebungen.

Hymne zu Ehren der kleinen heilwen Theresia. Im Päpstlichen Hofmusikverlag Aloys Maier Fulda er- schien soeben eine Hymne zu Ehren der heil. Theresia vom Kinde Jesu. Text und Musik dieses Liedes auf eine so außerordentlich schnell volkstümlich gewordene Hei­lige decken sich in schöner Weise. Sowohl die Worte des Pater Rupertus O. C. D. als auch ihre Vertonung durch den Domorganisten Karl Wolff in Loughrea (Ir­land) zeichnen sich vor allem durch eine tiefe religiöse Auffassung aus. Kirchenchören, Klöstern und Institu­ten sei diese Hymne empfohlen. Die Komposition ist durch das Imprimatur der Bischöfe von Loughrea und Fulda in den Schatz der Musica sacra aufgenommen worden und eignet sich vorzüglich für den Gottesdienst

Rund um die Woche.

Birom und Landschaft. — Die Revolution unter dem Eis. — Antivolschewismus? Politische Tätigkeit. — Verband Wohnungsbau. — Einsame Verkäuserin.

das Ganze sah doch recht verkommen aus. Das Holz­werk war morsch, und der Anstrich blätterte überall ab. Der Garten war ganz klein, aber voller Blumen — sicherlich Fräulein Evas Werk.

Thomas starrte das Haus an, als sei ihm jede Klei- nigkeit von größter Bedeutung und dürfe nie vergessen werden.

„Hier bin ich daheim," sagte Fräulein Eva.

„Ja, und ich sage Ihnen tausend Dank, Fräulein Ring. Nun ist doch eines der Rätsel gelöst, die mich bisher getrieben haben."

„Sie haben mir nichts zu danken, Herr Junker; ich wollte, ich könnte Ihnen die Nachricht von Ihrem Onkel nach der Sie suchen, vexschaffen.

„Es ist eben keine vorhanden, ober sie ist vernichtet," versetzte Thomas rasch, als wolle er dieses Thema ver­meiden.

„Aber eines kann ich noch für Sie tun, ich kann Vaters Briefe aus jener Zeit alle durchlesen. Ich glaube nicht, daß er den Namen Ihres Onkels erwähnt hat, aber ich will alles durchsuchen, ob sich nicht doch etwas findet, das möglicherweise von Wichtigkeit für Sie ist."

„Ich danke Ihnen, Fräulen Ring, so darf ich also hoffen, Sie wiederzusehen. Ich reife jetzt heim, aber in drei Wochen komme ich wieder her; darf ich Sie dann besuchen?"

„Gewiß, und bis dahin werde ich Vaters ganze Hinterlassenschaft durchgesehen haben."

„Und dann müssen Sie mir den Tiergarten zeigen. Wenn ich darf, werde ich Sie um sieben Uhr hier ab­holen."

„Fräulein Eva überlegte einen Augenblick. „Wenn es Ihnen nicht unlieb ist. möchte ich Sie lieber hier drau­ßen treffen. Meine Mutter ist so schwach und kann keine fremden Menschen ertragen."

„Nennen Sie mir nur den Ort, Fräulein Ring, so werde ich dorthin kommen."

„Dann schlage ich die gleiche Stelle vor, an der Sie mich heute trafen. Die große Buche werden Sie gewiß finden."

„Ja, darauf können Sie sich verlassen. Also, am Samstag, von heute über drei Wochen."

„Gewiß, ich werde es nicht vergessen," erwiderte Fräulein Eva lachend.

glaubt, daß sie nicht weiter bedrohlich sei, und so wertet man auch andere radikale Elemente nach ihrer parteimäßigen Stärke Das ist ober ganz unrichtig. Einmal ist es gänzlich verkehrt, das Bedrohliche nur im Kommunismus vieler Ar­beiter zu sehen. Vielmehr gibt es zersetzende Kräfte in allen Schichten des Volkes, so in den gebilde­ten vielfach noch mehr als in den anderen. Fer­ner handelt es sich durchaus nicht bloß um fene Zersetzung, die den Besitz an Boden, Häusern und Geld ' angreift, sondern vor allem um senk, die den geistigen Besitz, die religiösen und sittluben | Grundlagen des Lebens bedrohen. Da, es wird der Kampf gegen den Bolschewismus oft gerade^ ver­logen, wenn man nämlich damit bloß den Kampf gegen jene meint, die die wirtschaftlichen Grund­lagen einer verrotteten höheren Gesellschaft in Frage stellen. So ist es aber doch. Dn der Aus­fassung über die Religion, über die Ehe, über die Moral reichen sich nicht selten Leute die Hand, die rein wirtschaftlich im stärksten Spannungsverhalt- nis zueinander stehen. Es ist einfach pharrfaifch und unwahrhaftig, wenn man gerade zu diesem Zweck die Religion herbeiruft, die einem sonst He- kuba ist. .. , . *

Wer aufrichtig die Revolution bekämpfen will, der muß vor allem der Zersetzung von Religion und Sitte entgegenarbeiten. Er muß helfen, die Schmutz- und Schundwelle einzudämmen, die sich breit und verführerisch mitten durch unsere Zivi­lisation wälzt. Er muß sich vor allem an der po­sitiven Arbeit beteiligen, die für das gute Buch, den anständigen Film, das erhebende Theaterstück, die bildende Schallplatte sich einsetzt. Er muh sein eigenes Leben vorbildlich gestalten und be­sonders das seiner Familie.

Darüber hinaus wird er natürlich auch tätig fein im Bereiche der politischen und wirtschaftlichen Voraussetzungen der geistigen Kultur. Es ist nicht gut, daß sich heute gerade die braven u»rd ehr­lichen Menschen so wenig um das politische Leben bekümmern. Diese Würdigkeit ist vom Uebel, da sie das Feld dem Teufel überläßt, der niemals schläft. Mag man Grund haben, gegen die Praxis des parlamentarischen Lebens von heute zu sein, es wird doch nur gebessert durch aktives Mitar­beiten. Möge jeder seinem Gewissen folgen und sich den Standort wählen, auf dem er sich politisch betätigt, aber Pessimismus und Resignation sind noch niemals die Kräfte gewesen, die etwas Gutes an die Stelle des Schlechten gesetzt haben.

Auch die wirtschastlichen Grundlagen besserer sittlicher Verhältnisse dürfen wir niemals aus dem Auge verlieren. Es ist da zum Beispiel von gro­ßer' Bedeutung, daß unter der Protektion der Bi­schöfe und der großen Organisationen der „Ver­band Wohnungsbau" (Geschäftsstelle M.-Gladbach Kyssbciuserstr. 5) gebildet hat, der die Magdebur­ger Bauhütte in der Frage des Wohnungsbaues in die Tat umsetzt. Da bemühen sich einmal Kreise, die in innigster Verbindung mit der Kirche sieben, nicht mir sittliche Forderungen aufzustellen, son­dern die Bedingungen zu verwirklichen, die sie mög- lich--machen oder erleichtern. Jeder, der bauen will, wende sich um Rat dahin, er wird gut be­dient werden.

Endlich möchte ich in diesem Zusammenhänge noch Hinweisen auf die praktische Durchführung des christlichen Gemeinschaftsgedankens, der immer wie­der im Kastengeist erstickt. Sprach ich da neulich eine Verkäuferin, die eine gehobene Stellung in einem höchst angesehenen großen Geschäft hat. Ich fragte sie nach dem gesellschaftlichen Verkehr, in Dem sie sich erhole. Es war ein nettes Mädchen, gebildet, zugänglich, sogar außergewöhnlich sym­pathisch. Aber sie ist eben nur Verkäuferm. Da­mit ist sie nach ihrer und so mancher Leute Mei­nung „gesellschaftlich" erledigt. Es hat mich das geradezu erschüttert. Einer Organisation gehört sie nickt an. Mit ein paar Freundinnen, die in ähnlicher Lage sind, kommt sie gelegentlich zusam­men. Dieses Mädchen ist ganz einsam sonst und ganz verlassen? Ist das richtig? Haben wir da­für das Christentum?

Stände muß und soll cs geben. Aber das ge­meinsame Element des Menschlichen soll sie alle miteinander verbinden, damit aus den Ständen nicht Klassen und Kasten werden. So entsteht eine gekünde Volksgemeinschaft, und sie ist das beste

Wie wichtig ist es doch für die Schönheit der Landschaft, daß es fließende Wasser darin gibt, .Ströme, auf denen die Schiffe auf und ab dampfen, j,leben und Bewegung. Zurzeit ist der Rhein auf »eite Strecken hin zugefroren und darum der An­blick dieses sonst so herrlichen Tales trostlos. Rach Singen zu ist das Eis so mächtig, daß man Zelte inib Hütten darauf gebaut hat, um die herum prächtige Schlittenbahnen aus dem Schneefeld auf« blitzen Dieses lustige Treiben, von farbigen Wim­peln überweht, fesselt das Gemüt der Vorüberfah­renden, weil man immerfort im Geiste unter dem heiteren Spiel die grausige Tiefe sieht.

Schon wendet sich die Phantasie dem Strome selber zu. Er ist gebändigt von der eisigen Faust >ines despotischen Winters. Aber unter der Schicht pes Ruhenden und des Festen brodeln die Wasser. Wie schwarze und grüne Schlangen bergen sich die Fluten unter her schneeigen Fläche. So als sännen sie auf Rache, so als wollten sie eines Tages hervorbrechen, so als wüßten sie, daß sie doch einmal die Sieger würden. Und der Tag wird ja auch kommen, an dem unter donnerähn- licheu Krachen die Eisdecke zerplatzt, und dann ist ihre Stunde gekommen. Block um Block werden sie auf ihren riesigen Rücken nehmen, ihn zer­schlagen, ihn wegspülen, hin gegen die Quadern her Brücken schleudern, wild, empört, wutauf- schäumend, bis das Werk vollbracht ist, und bis her Strom in feiner neuen Freiheit strahlend durch seinen Frühling zieht. Aber was wird zuvor seine jäh aufspringende revolutionäre Kraft zerschlagen und vernichten! Heiliger Johannes Nepomuk, schütze dann unsere Brücken und die Siedelungen der Menschen.

Gleicht diesem Strom nicht die europäische Ord­nung von beute? Die Mächte, die die wilden Was­ser der Tiefe zwingen, liegen darüber wie Eis. Man anerkennt sie nicht mit der Liebe des Her­zens, sondern höchstens duldet man sie oder er­trägt man sie, denn schließlich? Ordnung mufc sein. In einigen Staaten Europas herrscht einfach der offene Terror und in anderen der heimliche der stärkeren wirtschaftlichen Macht. Sprach man nach dem Kriege von Frieden, von Abrüstung, von Ver­ständigung, von Versöhnung, so heute fast überall nur noch von Wchrprogramm und von Bereit­schaft der Waffen. Unter der Decke der herrschen­den Gewalten aber ringeln sich zischenden Schlan­gen gleich die Mächte der Revolution.

Es scheint mir, daß man ganz allgemein bei uns diese Kräfte der Vorsehung zu wenig beachtet und zu gering einschätzt. Man sieht auf die im ganzen doch schwache Kommunistische Partei und

Soziales.

t= Eine neue Deutsche Bergbahn. Im Allgäu, bas bisher ahne Bergbahn war, geht nun auch die erste Hochgebirgsbahn ihrer Vollendung entgegen. Sie wirb auf den touristisch lohnendsten Berg des Allgau fuhren, auf das Nebelhorn. Die Nebelhornbahn führt bis in eine Höhe von 2225 Meter, sie wird also einstweilen die höchste Bergbahn des deutschen Reiches fein, denn die deutsche Zugspitzenbahn ist erst im Bau und die Ehr- walder Zugspitzenbahn ist ein österreichisches Unterneh- nehmen. Die Nebelhornbahn nimmt ihren Ausgang von Oberstdorf (843 Meter ü. d. Meeresspiegel) und hat einen Höhenunterschied von fast 1200 Meter zu überwinden. Die Bahn-Trace selbst wird die vierfache Lange der zu überwindenden Höhe haben, nämlich 4850. Die Nebel­hornbahn wird also die längste aller Personen-Drahtseu- bahnen der Welt werden. Die Bahn wird im Mai er­öffnet werden und wird also, wenn unten im Tal bereits der Frühling einzieht, den Bergfreund noch in den Win­ter führen dürfen. ■

von den Gewerkschaften.

= Ein Führer der christl. Gewerkschaftsbewegung gestorben. Nach kurzem Krankenlager verschied in Betzdorf a. d. Sieg der im 51. Lebensjahr stehende Gewerkschaftsführer Fritz Julius, der Leiter der christlichen Bergarbeiterverbände im Siegerland. Ju­lius stand seit 'dem Jahre 1913 führend in der christ­lichen Bergarbeiterbewegung. Non 1926 ab übernahm er anstelle des Landtagsabgeordneten Effert die Ver- waltungsstelle Betzdorf des christlichen Bergarbeiterver­bandes. Der Verschiedene war außerdem Mitglied des Rheinischen Provinziallandtages und des Kreistages in Altenkirchen. —

Kunft und Literatur.

— 4. Große Kunstausstellung Kassel 1929. Der Kas­seler Kunstverein veranstaltet vom 1. Juni bis 1. Sep­tember eine umfassende Ausstellung junger Kunst, wozu der in der Karlsaue gelegene Barockbau der Orangerie wie zuletzt 1927 gelegentlich der Jubiläumsausstellung der 1777 gegründeten Kasseler Akademie einen wir­kungsvollen Rahmen bietet. Der Kunstverein hat sich sowohl der Mitwirkung der Kunstakademie wie der der freien Künstlerschast und der jungen Kasseler Sezession versichert. Die öffentliche Hand hat zur finanziellen Durchführung der Ausstellung ausreichende Mittel ge­geben. — Der Ausstellung wird sich eine Abteilung hes­sischer Kunst anschließen. Alle in Hessen-Nassau und dem Freistaat Helsen beheimateten, ansässigen oder mit dem Land durch hier verbrachte Studien- ober Ar­beitsjahre enger verbundenen Künstler werden gebeten, durch Einsendung ihrer Arbeiten bis zur Höchstzahl von 3 Oelbildern, Aquarellen oder plastischen Arbeiten an der Beschickung teilzunehmen. Die Ausstellungsbeding- ungen sind erhältlich beim Kunstverein zu Kassel, Ständeplatz. Die Frist für die Anmeldung schließt am 15. April. An nicht-hessische Künstler ergingen per­sönliche Einladungen zur Bescbickung der Ausstellung.

und religiöse Feiern. Die für gemischten Chor stimmte Hymne kann auch ein- ober zweistimmig Begleitung gesungen werden.

Technik und verkehr.

= Der Mittellandkanal wird erst 1937 fertig.

3. Blatt.

Druck Her Fuldaer AcNendruckerei, Fulda.

Klare Grenzen!

Sozialistisch-katholischer Synkretismus im „Rolei Bla»“.

Die Sozialdemokratische Partei tut sich gern ei roas darauf zugute, daß sie bet den Matwahlen im vorigen Jahre einen bemerkenswerten Erfolg davongetraqen hat, daß sie 153 Reichstagsmandate besitzt und augenblicklich die stärkste Gruppe m der deutschen Volksvertretung darstellt. In Wirk­lichkeit ist das alles trügerischer Schein, auch tue Sozialdemokratie ist von der allgemeinen Krise des deutschen Parteiiebens erfaßt. Di? Zersetzungser- scheinungen, die sich in ihrem Lager bemerkbar machen,'sind sogar ungewöhnlich stark und vielfäl­tig Besonders auffällig und, für die Partei manch­mal geradezu beschämend, ist ihre moralische Ab­hängigkeit von den K o m m u n i st c n. Wer rück­blickend die Politik der letzten Jahre betrachtet, stellt fest, daß es das ständige Bestreben der so- zialdemokratischen Parteileitung gewesen ist, m Allem den Kommunisten gegenüber gerechtfertigt dazusteh-n und ihnen in Rücksicht auf die eigene radikalisierte Wählerschaft jede taktische Chance ab- zujagen. Sogar in der Koalitionspolitik hat sich die Sozialdemokratie von der Angst vor den Kom­munisten leiten lassen. Fast jedesmal ist ihre Flucht aus der Regierung, die offiziell aus irgendwelchen anderen politischen Gründen erfolgt sein sollte, durch

Kampf gegen Tis und Schnee.

Oben:

Eissprengungen am Loreley-Felsen im Rhein.

Mitte:

Chaos der Eisblöcke auf der Rahe

Unten:

Ein Straßentunnel aus Schnee in Ostpreußen.

. Veresung und Schneeverwehungen machen in allen Teilen Deutschlands der Bevölkerung viel zu schaffen. Der Kamps gegen das Eis der Flüsse wird mit Sprengpatronen ausgenommen, die für freien Abfluß des Treibeises sorgen. Ueber die Schneeverwehungen hat man durch Untertunnelun- gen Herr zu werden versucht. Unser Bild (unten) zeigt eine solche Untertunnelung (2 Meter hoch, 2 Meter breit und TA Meter lang) in einem Dorf bei Insterburg.

^Heraus mit dem Buch, Rasmus!" rief Cornelius eifrig.

Der Kapitän zog das Bestellbuch heraus und gab es Jörgen.

„Ja, ich muß euch loben, bas sind oerbammt feine Bestellungen. Es sind sicherlich diesmal für 600 fro­nen." ____

„Wir haben sieben neue Kunben ba braußen ge­kriegt," fügte der Kapitän etwas ruhiger hinzu, „und die alten scheinen treu zu bleiben."

„Treu bleiben, hol mich der Kuckuck, ja bas fehlte gerabe noch! An bie Rackschöße werben sie sich uns nach hängen, wohin wir kommen!" sagte Cornelius mit großem Selbstbewußtsein.

„Ja, ich weiß schon, was es heißt, heutzutage Ware umzusetzen," versetzte Jörgen. „Aber ihr habt eure Sache gut gemacht, unb alles geht viel, viel besser, als wir erwarten konnten. Jetzt laßt nur alles liegen unb stehen unb kommt herein zum Essen! Ihr habt es wirk­lich verdient."

Die beiben Freunbe blickten einanber verstohlen an, sie fühlten sich burch Jürgens Worte außerordentlich geschmeichelt.

Karen Stegmann trug für bie beiden Zurückgekehrten reichlich auf, unb diese hieben mit gutem Appetit ein. Nachdem st.' gegessen unb ihre Pfeifen in Branb gesetzt hatten, ka« Jörgen herein. Karen setzte sich auch bazu, und so war die Familie versammelt.

„Nun müßt ihr uns auch etwas von eurer Fahrt er­zählen, wir wissen ja noch gar nichts," sagte Jörgen, der wußte, daß bie Sitten sich sehnten, loslegen zu bürfen.

„Ich sage, das ist ein Genuß," lachte Cornelius. „Was sagst du, Rasmus?"

"„Ich habe auch nicht zu klagen," erwiderte der Ka­pitän.

„Unb bann ist immer noch die Spannung habet, ge­rade wie bei einem Seeräuberzug."

„Sind Sie denn wirklich und wahrhaftig Seeräuber gewesen, Cornelius?" fragte Karen entsetzt. Sie hatte kein großes Vertrauen in Cornelius Vergangenheit.

(Fortsetzung folgt.)