Anzeiger für die Stadt Fulda und den Landkreis Fulda. Amtliches Kreisblatt
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Sonntag, 24. Jebruar 1929
W Aussichten Der Regierungs Umbil-nng
Zwei Wochen SachoerstönDigen-Konserenz
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^rfchemt sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen: „Die Welt im Bild" und „Buchenblätter". Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernsprecher Nr. 9. Monatl. 1,80 einschl. Postgeb. (30 bezw 48 Pf.), ohne Zustellg.
auch der Volkspartei die Verantwortung für das Scheitern der Koalitionserweiterung genommen.
Der „Vorwärts", der in Zweifel zieht, daß bei den Verhandlungen in Preußen die Kon kor- datsfrage eine Rolle gespielt habe — seines Wissens habe sich in dieser Frage überhaupt noch niemand gebunden — schreibt: Gelänge es nun wirklich, im Reich die Personalfragen zu lösen und auch in Preußen dasselbe zu erreichen, so wäre Entscheidendes noch immer nicht damit gewonnen. Entscheidend ist nicht die Befriedigung personeller Ansprüche, sondern die sachliche Zusammenarbeit.
wtb. London, 23. Febc. (Eig. Meld.) „Times" meldet aus Paris, es verlautet, daß der im Schoße des Sachverständigenausschusses gebildete Unterausschuß einen Plan aufgcgriffen habe, der vorsehe, daß em Teil der deutschen Reparationszahlungen von der Kontrolle befreit und der Verantwortlichkeit der Deutschen Regierung überlassen wird, während der Rest der Reparationszahlungen der Kontrolle eines an die Stelle des augenblicklichen Transferausschusses tretenden beratenden Ausschusses unterworfen wird. Anscheinend werde in den Kreisen der Sachverständigen die Ansicht vertreten, daß eine Summe bestimmt werden kann (in manchen Kreisen werde sie ganz inoffiziell mit X'A Milliarden Mark angesetzt), in deren Höhe der Transfer ruhig Deutschland überlassen werden könne, ohne irgendwelche Gefahr für die Stabilität der deutschen Währung und ohne Beeinträchtigung des deutschen Wirtschaftslebens. Es werde vorgeschlagen, daß der Restbetrag, der ebenfalls '(nach inoffizieller Einschätzung etwa 1 Milliarde Mark zu- züglich einer veränderlichen, auf den Wohlfahrts- mdex begründeten Annuität betragen würde) in Reichsmark bei der Reichsbank eingezahlt wird und dort den Gläubiger-Rationen für den Transfer zur Verfügung steht, wobei lediglich die Zustimmung des neu zu schaffenden beratenden Ausschusses vor dem Transfer einzuholen wäre. Im Zusammenhang mit diesem Vorschlag sei, wie „Times" weiter berichtet, darauf hingewiesen worden, daß ein ungünstiger Bericht des beratenden Ausschusses unter solchen Umständen ernste Folgen in anderen Richtungen haben könnte, da er auf einen ungünsff- gen Bericht über Deutschlands Wirtschaftsverhältnisse hinauslaufen werde.
Die in einem Teile der deutschen Presse neuerdings erschienenen Hinweise darauf, daß die deutsche Wirtschaftslage einer Fortsetzung der Reparationszahlungen in der derzeitigen Höhe äußerst ungünstig und daß ferner die angebliche wirtschaft, liche Wüte Deutschlands eine Illusion ist, sind, dem Pariser Korrespondenten der „Times" zufolge, von
Aus dem Reichstag wird uns geschrieben:
Was wir dieser Tage im Reichstag erlebt ha- ben, war im höchsten Grade unerfreulich. Demokraten, Deutsche Volkspartei und Sozialdemokraten haben sich gegenseitig in Stellung von Agitationsanträgen überboten. Es handelte sich um Anträge, die zum Teil viele Hunderte von Millionen Mark an einmaligen und auch an lausenden Ausgaben bedingen, ohne daß es den Antragstellern überhaupt eingefallen wäre, zu sagen, auf welche Weise denn diese Forderungen gedeckt werden sollen. So stellten die Demokraten einen Siedlungsantrag, dessen Durchführung etwa 250 Millionen Mark erfordern würde, die Deutsche Volkspartei hat mit ihrem Kleinrentnerantrag, ohne zu sagen, woher das Geld nimmt, über einen Betrag rnn über 250 Millionen Mark verfügt, und die Sozialdemokraten haben natürlich alles übertrumpfen zu müssen geglaubt durch ihre Anträge zum Ausbau der In- validen-Versicherung, die nach den eigenen Feststellungen des sozialdemokratischen Reichsarbeitsministers annähernd zwei Milliarden Mark er« forderten^
Run hat das Reichskabinett, in welchem also die Demokraten, die Sozialdemokraten und die volksparteilichen Minister sitzen, über all diele Anträge beraten und einmütig, also unter voller Zustimmung der den betr. Parteien angehörenden Minister beschlossen, all diese eben gekennzeichneten Anträge als absolutunmöglich und untragbar und damit auch undurchführbar abzulehnen. Und der Reichskanzler hat diese Eröffnung den Vertretern der betreffenden Regierungsparteien gemacht und dabei gleichzeitig die Gelegenheit wahrgenommen, um eindringlich zur Sparsamkeit zu mahnen.
erklärte, er wisse von Briand, daß diesem Frankreich umgekehrt zu große Abhängigkeit Ehamberlain vorgeworfen werde.
Gilberts Rückreise.
V. D. Z. Berlin, 23. Febr. (Eig. Meldg.) Nachdem sich der Reichstag bis zum nächsten Diens- tag vertagt hat, sind auch die AuSfchußbera- tungen bis zum Dienstag unterbrochenworden. Nur die Ausschüffe des Reichsrates setzen auch während dieser Pause im Reichstag ihre Ar- beit am Reichshaushaltsplan für 1923 fort. Die
5lus den Parlamenten.
Reichstag.
Im Reichstag wurde am Freitag die Aussprache über die Betriebssicherheit der Reichsbahn durch die Annahme der Ausschußentschließung angenommen. Reichsoerkehrsminister Schätze! faßte das Ergebnis der Aussprache wie folgt zu- sammen: Die Betriebssicherheit der Reichsbahn ist gegenwärtig gegeben. Ob sie für die Zukunft weiter gegeben ist, ist eine Geldfrage und wird von den Aufwendungen abhängen, die dafür ge- macht werden. Für uns steht die Betriebssicherheit im Vordergrund, und wir betrachten es als unsere Pa-9a.öe 3u ihrer Aufrechterhaltung erforder- lichen Schritte zu tun. Der Minister sagt also mit anderen Worten, daß es jetzt die Aufgabe der P a- di-. »»'s? ° " o n s v e r h a n d l u n g e n ist.
r Reichsbahn ruhende Reparationslast so t$tern' die notigen Mittel zur Aufreckt- ÄS' S'M'teM’rWI auch In Duns, jjnb-, Der Samstag und der Montag Nkiin^Ik^^mE'uem Veschluh des Aeltestenrats sitzungsfrel. Am nächsten Dienstag soll die Jnter- pellation der Kommunisten über die Denkschrift des Reichswehrmlnlsters zur Panzerkreuzerfrage behandelt werden. 0
den Sachverständigen einer eingehenden Prüfung unterzogen worden. Man sei in sachverständigen Kreisen der Ansicht, daß diese Behauptungen durch die tatsächlich vorliegenden Verhältnisse nicht erwiesen werden.
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wtb. Paris, 23. Febr. (Eig. Meld.). Der Außenpolitiker des Matin will gestern abend aus dem Munde eines Sachverständigen folgende Aeu- ßerung gehört haben: Unsere Arbeiten können jetzt 8 Tage oder 1 Monat dauern, 8 Tage im Falle eines Mißerfolges und einen Monat im Falle des Gelingens. Die Möglichkeit eines M i ßerfolg es ist leider noch nicht ausgeschlossen, aber ich kann sagen, daß, wenn wir aus unserer ersten Aussprache glücklich heraus sind, und uns über Zahlen einigen, wir dann, und zwar in diesem Falle unter Mitarbeit der Amerikaner, den 2. Teil unserer Aufgabe in Angriff nehmen können, mit der größten Aussicht, fte zu einem guten Ende zu führen.
Chamberlain und Briand.
wtb. London, 23. Febr. (Eig. Meld.). Staatssekretär des Aeußern, Chamberlain, hat eine Rede in Torquay dazu benutzt, sich gegen den Vorwurf zu wenden, er habe sich von Briand in die Tasche stecken lassen. Chamberlain
iptb. Paris, 23. Febr. (Eig. Meld.) Der neralagent für die Reparationszahlungen, Parker Gilbert, ist, wie es heißt, vollkommen wieder her- gestellt und beabsichtigt, sich morgen nach Berlin zurückzubegeben. Parker Gilbert glaubt, wie er selbst betont, nicht, daß er in der nächsten Zeit vor dem Reparationsausschuß zu erfahrnen brauche.
«in überflüssiger Vorstoß der Deukschen volks- parkei. In dem Pressedienst der Deutschen Volks- portet, Nr 38, wird der volksparteiliche „Erfolg" m der Rentnerfrage, der bekanntlich darin besteht, daß eine Entschließung auf Sicherung eines Rechtsanspruchs für d,e Rentner vom Reichstag, und zwar unter entscheidender Beteiligung des Zen- trums, angenommen worden ist, jehr laut unter-
Miinchmeyer.
Stürmischer Verlauf einer nationalsozialistischen Versammlung.
wtb. Görlitz, 23. Febr. (Eig. Meld.) Die gestrige nationalsozialistische Abeiwversammlung im Tivoli, in der der seines Amtes als evangelische, Pfarrer entsetzte Agitator Münchmeyer-Borkum einen Vortrag über „Sch warzeSturmvögel an der Schwelledes Jahres 1929" hielt, nahm einen äußerst stürmischen Verlauf. Schon vor ihrer Eröffnung kam es zu scharfen Ausein- andersetzungen, als der Vorsitzende den deutsch, nationalen Redakteur Heine» der im Saale Platz genommen hatte, aufforderte, unverzüglich das Lokal zu verlassen. Als Heine der Aufforderung nicht Folge leisten wollte, entstand em derartiger Tumult, daß die Polizei einschritt und Heine aus dem Saal entfernte. Im Verlause des Abends mußte die Polizei noch dreimal gegen kommunistische und deutschnationale Proteste eingreifen. Der Redner richtete in seinen Ausführungen scharfe Angriffe gegen die deutsche Republik und die jetzige Staatsform. Als sich am Schluß ein kommunistischer Redner zum Wort meldete, kam es wiederum zu Tumulten und abermals mußte die Polizei Ordnung schaffen.
V. D. Z. Berlin, 23. Febr. (Eig. Meld.) Auf der Tagesordnung steht als erster Gegenstand die gemeinsame Beratung der drei Steuergesetze: Der Gewerbesteuer, der Grundvermögenssteuer und der Hauszinssteuer. Die Entwürfe über die Gewerbesteuer und die Hauszinssteuer bedeuten lediglich eine Verlängerung des bisherigen Z u st a n d e s bis zum 31. März 1930. Aenderun- gen bringt die Novelle zur Grundvermögenssteuer. Sie führt den Einheitswert als Besteuerungsgrundlage ein für Grundstücke, die dauernd landwirtschaftlichen, forstwirtschaftlichen und gärtnerischen Zwecken dienen, außerdem insbesondere für das Baugelände. Die gemeinsame Beratung wird eingeleitet durch eine Rede des preußischen Finanzministers Dr. Höpker-Aschosf.
Minister Dr. Höpker-Aschoff erklärte, wenn jetzt bei der Gewerbesteuer und bei der Hauszinssteuer nur die Verlängerung um ein Jahr vorgeschlagen werde, so deshalb, weil die große gesetzgeberische Aufgabe im Steuerrecht der Reichstag zu leisten haben werde durch das Steuervereinheitlichungsgesetz. Im Jahre 1927 wurde die doppelte Besteuerung des gewerblichen Grundvermögens durch Grundoermögensfteuer und Gewerbekapitalsteuer beseitigt, die Mieten und Pachten wurden wenigstens mit 75 Proz. aus dem Gewerbeertrag herausgenommen. Es erfolgte eine Herabsetzung des Steuersatzes der Ertragssteuer. Das Gewerbesteuerrahmengesetz in der Fassung wie es vom Reichsrat angenommen worden ist, übernehme die bewährten Grundgedanken des preußischen Gewerbesteuerrechtes mit der Objektsteuer, den Besteuerungsgrundlagen — allerdings in ab- pcanbcrtcr Kombination — und die preußische Staffelung bei dem Tarif der Eewerbeertraqs- steuer. Bei der Verabschiedung der 2. Novelle - 2«m Gewerbefteuergesetz wurden vom Landtag
Entschließungen angenommen, die die Einführung des dreijährigen Durchschnitts forderten und ferner eine Prüfung der Frage, ob eine Veranlagung der Realsteuern durch die Reichsfinanzverwaltung zweckmäßig fei. Eine Kommission unter dem Vor! sitz des Staatssekretärs Popitz, die zusammengefetzi war aus Vertretern der Wissenschaft, Wirtschafi und der Ministerien, sei zu einer Entschließung gekommen, die den Augenblick für die Einführung des dreijährigen Durchschnitts noch nicht al- gekommen bezeichnete.
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B.D.Z. Berlin, 23. Febr. (Eig. Meldg.) Dei Preußische Ministerpräsident hat dem Präsidenter des Landtages mitgeteilt, daß beabsichtigt ist, di« staatlr'chen Elektrizitäts- und Berg- w er kSakri enges ellschaften in eine: neu zu errichtenden Aktiengesellschaft zun Zwecke des Geldausgleiches und der Geldbeschaffung zusammenzufassen, deren Aktien sich sämtlick im Eigentum des Staates befinden werden. Di« Veräußerung oder Verpfändung der Aktien dei neuen Gesellschaft soll ebenso wie die der alter Gesellschaften an die Zustimmung des Landtages oder eines Landtagsausschusses gebunden jein.
Der Ministerpräsident bittet deshalb, folgende, Beschluß zu fassen:
1- Die Zustimmung des Landtages zur Ein- brmgung der Aktien der Preußischen Elektrizitäts- Aktiengesellschaft, der Preußischen Bergwerks-uni Hütten-Aktiengesellschaft, der Bergwerks-Aktiengesellschaft Recklinghausen, der Bergwerksgesell« schäft Hibernia in eine neu zu errichtende Aktiengesellschaft wird erteilt.
2. Die Veräußerung oder Verpfändung bei Aktien der neu zu errichtenden AktiengesellMsi fft an die Zustimmung des Landtages oder eines Ausschusses des Landtages gebunden.
Die Deutsche Volkspartei in Preußen und im Reiche hat abermals eine ihr gebotene Chance verspielt. Der Preußische Ministerpräsident hatte, und zwar nach vvrangegangcner Fühlungnahme mit maßgebenden Persönlichkeiten der Demokratischen und der Deutschen Volkspartei — das Zentrum ist um eine Stellungnahme nicht angegangen worden — als „letztes Wort" der Deutschen Volkspartei den Vorschlag gemacht, in Preußen ein Ressortministerium zu besetzen und daneben in der Person des volksparteilichen Reichswirtschaftsministers Dr. Curtius einen Preußischen Minister ohne Portefeuille zugesprochen zu erhalten. Der Vorschlag mar diktiert von dem Bestreben, eine engere Ver- l'tnDung zwischen Reich und Preußen, namentlick- auch gerade in denjenigen Fragen zu erhalten, bei denen cs in der letzten Zeit mehrfach zu Differenzen gekommen war. Die Deutsche Volkspartei so-5 x in ihrer preußischen wie in ihrer Reichstagsfraktion dieses Anerbieten abgelehnt und erneut daran festgehalten, daß sie in Preußen unbedingt mit zwei Ministern vertreten sein will. Hinter diesen Forderungen stehen aber auch Ten- öen3en auf die Gewinnung eines bestimmten kul- ^rpbllbschen Einflusses in Preußen durch die Deutsche. Volkspartei, die nach dem Kultusmini ste ri u m strebt. Eine starke Gruppe taktiert ferner darauf hin, in Preußen das jetzt vom Zentrum besetzt gehaltene Landwirtschaftsministerium zu erhalten, und zwar ist dafür der frühere Reichs- ernahrungsminister Graf K a n i tz in Aussicht genommen, der ja eine Zeitlang der Deutschnationa- len VEspartei an gehörte, aber später aus ihr ausschlsd Mit dieser Haltung hat die Deutsche Volkspartei den Versuch gemacht, die Entscheidung wieder dem Zentrum in Preußen wie aber auch tm Reiche zuzuschieben. Das Zentrum steht demgegenüber auf folgendem Standpunkt: m A das Reichstagszentrum und für den Parteichef selbst eine absolute Unmöglichkeit, einen erneuten Vermittlungsversuch in Preußen zu un- ernehmen, nachdem die früheren Bemühungen durch die Schuld der Deutschen Volkspartei gescheitert sind. Das Zentrum '.m Reiche kann zur Ent- ! Wirrung der Dinge in Preußen überhaupt nichts unternehmen. Das- Zentrum denkt auch nicht daran sich durch eine Pressions- oder Blufftaktik, wv- ber sie auch immer kommen möge, seine sachliche Stellungnahme erschüttern zu lassen. Das Zentrum denkt ferner nicht daran, wieder in die Re- gierung zu gehen, unter irgendwie gegenüber fei- neu damals gemachten Vorschlägen etwa verschlech- I mfrhnr^ f^9unlnri?1- Deutsche Volkspartei I Diese" Mahnung ist in der Tat dringender als müssen 0)0X1 fe ber um efnen Ausweg bemühen Je. Im Sozialpolitischen Ausschuß hat sich ja -L "»in», sR»r„ v . «y. I letzt auch das Schauspiel ereignet, daß die Sozial-
meafernn^n^fc^Ts beU^Lrh.eter, der jetzigen demokraten selber den Abbruch der Beratungen ner^tag auck ^- Reichskanzler am Don. über die von ihnen gestellten Anträge beantra- trum hat aber a b a e r» 9r^kn‘ .®as. $®n’ I gen mußten, weil sie sich in ihren eigenen Reihen
Besvreckuna m Woir;™ b n sch einer solchen I nicht klar darüber waren, wie sie derartige hand- reit, Mitteilungen des lauster?indessen be- I greiflich demagogische Forderungen überhaupt noch
rn" I Es ist ein Verdienst des Zentrums,
m • • ,x x * I daß es diese Klärung der Lage herbeigeführt hat.
fin« Lir«etöotf?nb der Deutschen Volkspartei muß endlich einmal Schluß gemacht wer-
den Reichszentralvorstand auf den mit jener unehrlichen Antragstellerei, die dar-
q-eX26- Februar, nach Berlin einzuberu- auf abgestimmt ist, den M as s en S a n d i n d i e
L ' x~;e Anst mußte so kurz bemessen werden, I Augen zu streuen nur um eiaener Partei-
Jüi--r«^Eeworsitzende, Reichsminister Dr. I politischer Vorteile willen. Wie will man denn bereits «m Freitagabend nach noch Vertrauen und Respekt im Volke einem Parder Laae rn borstand wird sich mit lament gegenüber verlangen, in welchem große
ten Haben, die sich aus den letz- Parteien nicht ernst gemeinte und UN-
gicrunaen im Reick. .bie<Y)Umbi[bun9 der Re- durchführbare Aktionen unternehmen? Der Er haMrXr^e mnni^putzen ergeben hat. ohnehin nicht mehr sehr große letzte Rest an Reber ’M taTäiW ?efaßt, daß spekt vor der Volksvertretung würde damit ver-
vrcukifcke Kabin-k? m ba§ nutztet werden. Soll das Parlament und seine
Md? koalitwnsmäb ae Bedingung Arbeit wieder zu Ansehen und Geltung kommen,
rungsfrage im Reick ^t ÄS Regie- dann muß das Volk die Ueberzeugung haben, daß
ten ÖanbEnam in % bXn W bie Volksvertretung im Bewußtsein ihrer Verant-
datskrave 'di- " ch'l der Konkor- I Wörtlichkeit arbeitet und das in sie gesetzte Ver-
'r°"n °-ch WIE» J Ä* Regelung der preußischen Regierungsftage zum ' Mindestens noch längere Zeit in Anspruch nehmen durste,, wir!) der Zentralvorstand sich darüber zu entscheiden haben, ob fein früherer Beschluß weiter aufrechterhalten werden soll. D
Die „Daz.", die die Taktik der volkspar» teillchen Landtagsftaktion „sehr unglück- lsch nennt,_ berichtet, daß für die Haltung der Fraktion maßgebend waren der ziffernmäßig ungünstige Charakter des Braun'schen Kompromißvorschlages, die Geringschätzung des angebotenen Handelsministeriums, die Erklärung Brauns, bei einem Tausch des Handelsministeriums, etwa gegen das Kultusresjort, das übrige Kompromißangebot nicht auftechthalten zu können, die drohende Besitzung des Kultusministeriums mit einem So- zialdemokraten und schließlich die Konkordatsftage. Das Blatt spricht die Hoffnung aus, daß der Zentralvorstand der Volkspartei, der Dienstag zusammentteten wird, die Bereit- sihast zur Großen Koalition im Reiche von der oisherigen Bindung an die gleichzeittge Umbildung in Preußen trennen werde.
Aehnliche Erwartungen hegen auch die „Voss, jsud das ,,B. T.". Beide Blätter sehen in »Em Scheitern der Preußenverhandlungen noch lIefährdung der Großen Koalition JJ J^Eiche. In polittschen Kreisen habe man den .Ä ba6 Dr. Stresemann seine ganze Jut Eine positive Lösung der Krise em- ftandes 8^ m Eme Entscheidung des Zenttalvor- tofirh ,be.r Volkspartei m dem angegebenen Sinne wurde bedeuten, daß die Volkspartei der Ernen- -'Ä.fi-V?11 br!LJi3entrunt§miniftem im Reicke ihre Zusrnnmung nicht versagen werde. Dadurch wäre
erste Lesung dürste heute oder Montag. beendet sem und man hofft, am Dienstag oder Mittwoch mit der zweiten Lesung des Etats in den Reichs- ratsausschüssen beginnen zu können.
preußischer Landkag.
Der Preußische Landtag stimmte in seiner Freitag-Sitzung zunächst mehreren Anträgen des Landwirtschaftsausschusses zu, deren bedeutendster die Staatsregierung ersucht, die „wucherische P r e i s s p a n n e" bei Vieh zwischen Erzeuger und Verbraucher zu beseitigen. Der Hauptteil der Sitzung war dann der Weiterberatung des Han- delsetats gewidmet, lieber das Kapitel „gewerbliches Unterrichtswesen" ergab sich eine umfangreiche Aussprache, in der die Notwendigkeit betont wurde, das Berufsschulwesen zu fördern, um dem Handwerk und Gewerbe einen modern vorgebildeten Nachwuchs zu verschaffen. Namentlich bei den ländlichen Fortbildungsschulen liege noch vieles im Argen. Es wurde auch die Forderung aujgefteät, daß die Lehrer für die Berufsschulen der Praxis zu entnehmen feien. Von rechts widersprochen wurde jedoch der Forderung, daß die Berufsschullehrer unbedingt treu zur republikanischen Verfassung stehen müßten. Für das Handelsministerium beboi-erfp Ministerialdirektor Dr. Kühne, daß etwa 800 000 Jugendliche in Preußen noch nicht von den Berufsschulen erfaßt würden. Allgemein wurde gefordert, daß endlich ein Berufsschulgesetz vorgelegt werde, das auch den Mädchen die Berufsschulpflicht auferlege. Von Regierungsseite wurde erklärt, daß das Reichssache sei und jährlich etwa 50 Millionen kosten würde.
Samstag wird der Landtag die erste Beratung der Grundvermögens-, Gewerbe- und Hauszinssteuernovelle durchführen.
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