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Schriftleiter: Dr. phil. Johannes Kramer.

Meinland im Eis

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in

Leo Stern, X“"

Marktstrasse 15

Telephon 578

Eä:

, Sie »‘en iinh Mitzen Funker

Roman von Marten Korch.

51

Der bis 1. die 4.

Gso« Ruppe!, FaMa K,nÄße

Fuldaer Union- ond Münchener Hacker-Biere in Flaschen and Siphon’«

' I und dchen grau in ihrem Schlafzimmer sowie den 22 I Sopre alten Sohn in einem yndern Zimmer bewußtlos I **uf- "Ille drei Personen wurden sofort in das Städtische I Krankenhaus gebracht, wo nach längeren Wiederbele­bungsversuchen die Bewußtlosen wieder ins Leben yi* I rückgerufen werden konnten. Ob das Gas aus einer de- I i^ften Stelle der Gasleitung innerhalb des Hauses aus« geströmt oder von der Straße her in das Haus einze-

I drungen ist, konnte bisher noch nicht ermittelt werden.

~ Ein vorgekäuschker Raubüberfall. Die Polizei I wurde Freitag nachmittag nach dem Pelzwarengeschäft von Sizkos u. Guliuris, Battonstraße, alarmiert. Hier

I wollte der Teilhaber Sizkos während der Mittagspause überfallen worden sein Ein junger Mann habe ihn durch narkotische Mittel betäubt. Als er bann nach an»

I derthalb Stunden aus der Betäubung erwacht sei, habe er im Pelzlager Diebe bemerkt, die das Skunkslager ausräumten. Im gleichen Augenblick habe er einen Schuß in die linke Schulter erhalten. Die Diebe feien

I mit ihrem Raub unerkannt entkommen. — Ein wesent- I lich anderes Bild ergaben die Nachforschungen der Kri- I minialpolizei. Nirgends hat man in dem verkehrsrei- I chen Haufe etwas von Einbrechern bemerkt. Die Schuß- I wunde des S. ist außerordentlich leicht, und der Kanal I geht seltsamerweise von rechts nach links scharf unter der I Haut entlang. Der Schuß ist aus unmittelbarer Nähe I abgegeben worden. Schließlich fand man bei genauer I Durchsuchung der Räume unter Gerümpel einen Revol- I Der, in dessen Magazin noch eine Kugel steckte, deren I Kaliber mit dem des Geschosses übereinstimmte, das man I im Heiliggeisthospital aus der Schulter des Verletzten ent» I fernte. — Sizkos ist nur leicht verletzt und kann in etwa I einer Woche als geheilt wieder aus dem Krankenhause entlassen werden. Wie wir hören, befindet sich die Firma,

I deren Inhaber Griechen (Levantiner) sind, in Zah- I lungsschwierigkei ten. Der Ueberfall ist dem- I nach vermutlich nur vorgetäuscht worden, I ebenso der Diebstahl wertvoller Skunkse. — Tragiko- I misch war Samstag früh bei der Durchsuchung der I Räume durch die Polizei die Lage, als plötzlich auch ein Gerichtsvollzieher auf der Bildfläche erschien und sich

I gleichfalls an der — Durchsuchung nach geeigneten Ob- I jetten für feine Zwecke beteiligte.

= Die Vücherdiebstähle in der Skadkbibklokhek. Ein volles Jahr schon liegt jetzt die Verhaftung des Privat-

I gelehrten Dr. Kogler zurück, der des Diebstahls wert- I voller Inkunabeln aus der Frankfurter Stadtbibliothik I beschuldigt wird. Dr. Koglers Derbaftunq erfolgte seinerzeit in Salzburg ohne Zutun der Frankfurter Be- Horden, da gegen Dr. Kogler auch ein Steckbrief des

I Landgerichts Graz wegen einer Scheckfälschungssache vor- I , 6 Nach der seinerzeitigen Beendigung des Unter­suchungsverfahrens wurde Dr. Kogler gegen eine Si- cherstellung von 10 000 S. auf freien Fuß gefetzt. Die Frankfurter Staatsanwaltschaft hatte damals die Wei­terverfolgung des Verfahrens, da Dr. Kogler österreichi- scher Staatsangehöriger ist, der Grazer Staatsanwalt­schaft übergeben. Wie jetzt aus Graz berichtet wird, will die Grqzer Staatsanwaltschaft trachten, daß die AngelegenheitimMärzzurDerhandlung kommt. Bei dem Termin vor dem Grazer Landgericht werden auch verschiedene Frankfurter Zeugen oernom- [ men werden müssen.

— Sturm gegen die Hausangestelltenfkeuer. Zahl­reiche Körperschaften und Hausfrauenverbände aller Konfessionen, die Karitasvereine und die Zentrale für vri- vate Fürsorge wenden sich in einer gemeinsamen Ein­gabe an den Magistrat und die Stadtverordneten mit ter dringenden Bitte, die geplante Hausangestelltensteuer Nicht zur Einführung zu bringen, weil sie unsozial ist und eine neue Erschwerung der Arbeitslosenoerrnittlung darstellt. Tausende von jungen Mädchen würden nach der Einführung der Steuer auf die Straße geworfen. Das Halten einer Hausangestellten fei kein Luxus, son­dern für die meisten Familien dringende Notwendigkeit.

- Eine Ausstellung moderner Stühle in Frankfurt a. 2R. Sonntag, den 3. März, wird im Kunstgewerbe- mufeum eine Ausstellung „Der Stuhl" eröffnet, in der etwa 150 der neuen Modelle der deutschen und aus­ländischen Stuhlfabrikation gezeigt werden sollen. Die Ausstellung wird gemeinsam veranstaltet vom Städli- scheu Hochbauamt, Städtischen Wirtschaftsamt und von der Städtischen Kunstschule. Sie hat einen Teil der in der Stuttgarter Stuhlausstellung im letzten Jahr gezeig­ten Modelle übernommen und ist durch weitere Modelle vermehrt. Die Ausstellung, die als erste einer Reihe gleichartiger Veranstaltungen gedacht ist, verfolgt vor allem den Zweck, die Oeffentlichkeit über die besten For- men neuerer Fabrikation zu unterrichten.

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Dienstag, 19. Februar, 19^ Uhr: Die Zauberflme.

Mittwoch, 20. Februar. 19% Uhr: Die Fledermaus

Jetzt behauptet Jörgen, Onkel Johann habe ein neues Testament gemacht, das er einem seiner Freunde, einem Schiffskapitän, der auch zur gleichen Zeit in Kalkutta war, in Verwahrung gegeben habe. In diesem neuen Testament soll Jörgen zum Erben der Hälfte von Onkels Besitz eingesetzt sein."

„Hat er Beweise?" fragte Dulder.

„Jörgen weiß den Namen jenes Kapitäns nicht, dem das Schriftstück in Verwahrung gegeben wurde, und das Testament ist auch nicht ans Tageslicht gekommen. Der einzige Beweis den Jörgen besitzt, ist ein Brief, den ihm der Onkel geschrieben hat, kurz ehe er jene Expedition antrat, wobei er den Tod sand, und dieser Bries ist zweifellos echt."

»ftyast du ihn gesehen?"

„Ja, ich habe ihn gelesen. Onkel schreibt, er wolle -in neues Testament machen und Jörgen zum Erben der Hälfte seines Besitze, einsetzen. Es ist ja auch wohl zu verstehen, daß Onkel jenes Vorgehen gegen Rasmus bereute. Er sendet ihm viele Grüße und bittet Jörgen, bei seinem Vater ein gutes Wort einzulegen."

»Aber damit wird Jörgen nicht viel erreichen," meinte Bulder.

Helga sprang ungeduldig auf. „Selbstverständlich md)t!" rief sie eifrig. „Der Junkerhof gehört Thomas und mir."

»Und das Geld ist aufgebraucht!" lachte Thomas. ..Jörgen ist in erster Instanz auch mit Glanz durchge­fallen."

"Und nun ist die Sache in zweiter Instanz."

jawohl, Jörgen hat Berufung eingelegt. Er ist selbst nach Kalkutta gefahren, hat auch einen Zeugen auf- getrieben, der erklärte, er habe einige Tage vor Onkels Abreise einige Papiere mit unterschrieben Der Zeuge kann aber nicht angeben, was in den Papieren stand. Es war ein augenscheinlich recht einfältiger eingeborener Missionar. Er hat jedoch drei Namen genannt, deren 2-riiger mit dabei waren: ein englischer Anwalt Mr.

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Geisa

Dekarmtmachuimg.

Die endgültige Jahreseinschätzungslifte für den Wasser zins 1928/29 liegt vom

Montag, den 18. Februar ds. Is.

ab eine Woche lang zur Emiicht der Beteiligten im Statt- jekretariat Zimmer Nr. 5 öffentlich auf.

Beschwerden sind nur gegen die eigene Einschätzung binnen einer Woche nach Ablauf der Auflagesrist bei dem Unterzeichneten schriftlich einzureichen. Später eingehende Einsprüche werden zurückgewiesen.

Gleichzeitig werden die Wasser enlnehmer an die Zoblunx der Wafserzinsbeiträge nochmals binnen längstens 14 Tagen bei Meldung der Beitreibung erinnert.

Geisa, den 15. Februar 1929.

Der Stadtvorstand.

Hohmann, Bürgermelfter.

। horchen, mußten hinauf- oder herunterschweben, je nach I des Meisters Willen. Im Hintergründe ragten mächtige | Holzstapel hoch auf, hinter denen die grünen Bäume I des ©artens vorschimmerten.

»Weißt du, dein Onkel Rasmus ist nicht dumm ge- wesen," sagte Bulder. „Was er hier hingestellt hat, ist I wirklich imponierend."

I _ „Es heißt, das Junkerhaus sei der größte Kaufhof I un Lande," versetzte der Konsul mit einer gewissen Fei- I erlichkeit. — „In den Ställen dort unten ist Platz für I Zweihundert Pferde, und in dem Schuppen dort mit hem

Soröarf; können vierundzwanzig Wagen trocken stehen. I Neuzeitlichere Lagerräume wirst du in keinem Kaufhof I antreffen. Allerdings, Rasmus Junker hat den Hof ge- I baut, ich aber habe ihn der Neuzeit angepaßt."

„Und dir gehört all diese Herrlichkeit! Ei, du bist ja ein König, Thomas Junker!"

„Sprich nicht von Königen, Karl Bulder, du weißf heutzutage wackeln die Throne. Aber nun komm, wir I "ollen zu Fräulein Hardn hinaufgehen und ein' biß­chen frühstücken."

Der Konsul öffnete die Haustür, und sie schritten zu­sammen die teppichbelegte Treppe hinauf.

3.

Sn dem großen Hause war alles still. Die Angestell, ten hatten schon lange den Laden und die Geschäftsräume verlassen. Es war zwar noch hell, aber die großen Spie, gelscheiben glichen leeren, starrenden Pupillen, hinter denen sich kein Leben mehr regte. Nur im Privatkontor des Konsuls im ersten Stock war noch Licht; dort saß Thomas und arbeitete. Er saß an seinem großen Schreib­tisch am Eckfenster, mit einem dicken Geschäftsbuch vor sich, dessen lange Zahlenreihen er zusammenrechnete und das Ergebnis auf ein loses Papier schrieb - JIe,blr eine stunde lang hatte er schon so gesessen, äußerlich ganz ruhig und doch belebt von einer aewast- famen Energie, einer bebenden Hast. Das sah man an her ft- rote er die Sttrne runzelte unb zuweilen nervös zu­sammenzuckte. Wenn er so am Schreibtisch saß und angestrengt arbeitete, sah man wohl, baß er kein ganz junger Mann mehr war. Das Haar über her Stirn be- si?"" 'ch äu lichten, unb um feine Augen lagen kleine ^"chew (Fortsetzung folgt.)

Ber Geflügelzucht referiert hatte, tarnen als Hauptredner Der Veranstaltung Diplomlandwirt Küthe aus Hersfeld CJKattoneUer Betrieb der Rassegeflügelzucht") und Dr. Filler-Buchenau („Kükenaufzucht, Natur- u. Kunstbrui"') zu Wort, wußten eine Fülle wervoller Anregungen zu bieten unb wiesen besonders auf den Wert der genos­senschaftlichen Eierverwertung hin.

0 Hanau. Die Ortskrankenkasse für den Stadtkreis ^anau teilt mit, daß sich infolge der anhaltenden Kälte der K ran kenbestand au hergewöhnlich oer- sind z. Zt. über 10 Prozent des ge» '"roten Mitgliederbestandes krank gemeldet. An Kran- o-nnAA T $er abgelaufenen Woche her Betrag von 000 „„^ gezahlt worden, während an Beiträgen nur 24 000 Mark eingegangen find. Die Stillegung i jaa^VA.16?,5 Dunlop-Gummi-Eomp. in Hanau, die 1400 Arbeiter betroffen hat, wirkt sich dahin aus, daß, ha kein Lohn an die Arbeiter gezahlt wird, von diesem zerrieb auch keine Beiträge eingehen, während anberer- feirs ein großer Teil der Belegschaft sich sofort krank gemelbet hat. In ben letzten Tagen sind allein 275 Jieufranfmelbungen von Dunloparbeitern erfolgt. — Bei her Ortskrankenkasse des Landkreises Hanau sind bei ei­nem Mttg.ieberbestanbe von 12 500 rund 1000 Kranke ZU verzeichnen.

Ku§ dem Freistaat Hessen.

--Oppenheim. In Oppenheim grassiert in letzter Zeit öhmich wie auch in anderen Städten die Unterschiagungs- mame. Nachdem erst vor einiger Zeit größere Unterschla­gungen von Rechnern von Spar- und Darlehnskassen und oe, der Eisenbahn ausgedeckt worben waren, würbe in ben letzten Tagen festgestellt, baß her verheiratete Kreis pf an bin ei ft er Krebs aus Oppenheim ebenfalls größere Veruntreuungen an von ihm eingenommenen staatlichen Seibern begangen hat. Bis Wt ist ein Fehlbetrag von nahezu 10000 -0t ark f e ft g e ft eil t worben, hoch scheint hie verun­treute summe bedeuten!) höher zu sein, da die Einnah. men aus ben einzelnen ©emeinben bes Kreises Oppen- beim noch nicht nachgeprüft finb. Der ungetreue Beamte heg nach Entdeckung her Veruntreuung Frau unb Kin. her im Stich unb ging flüchtig. Die Staatsanwaltschaft hat gegen Krebs einen Steckbrief erlassen.

Tagung her Kinderreichen Hessen-Nassaus.

— Limburg. Am Sonntag fand hier her Dele- f'ertentagbesBunhesherKinberreichen (Bezirk Provinz Hessen-Nassau) statt. Die Veranstaltung war trotz her großen Kälte aus allen Teilen her Provinz ftark besucht. Verbanbsvorsteher Jansen Frankfurt a M. eröffnete hie Veranstaltung unb gab bann ben Ge- schaftsbericht. Er klagte insbefonbere über hie finanzielle Notlage bes Verbandes, der mehr als bisher von ben Behörben unterstützt werden müßte. Die Verkaufsstellen roie sie in Frankfurt a. M. unb Kassel eingerichtet roor- ben stnb, hatten sich nicht bewährt. Der Verbanbsbei- £ra9mmuf?e>.auf 20 Pfg. erhöht. Eine Umgruppierung bes Vorstandes unb eine neue Arbeitsteilung ist erkor- berlich. Bei ben bann getätigten Wahlen würbe Dr med Falbesaner-Limburg zum zweiten Vorsitzenben gewählt. 0.1 rourde ferner beschlossen, einen neuen Bezirksverba,ib Limburg zu errichten, her ben gesamten Westerwald um- fallen soll. Als Ort der nächsten Verbandstagung wurde n» «-2 6 a6U ^‘romt In der daran anschließenden öffentlichen Kundgebung sprach Dr. Falbesaner über „Die Jtettung der Familie vor demZusammenbruch".

Gedde, ein Kapitän Kelly und ein Matrose Villes; aber feinen von diesen dreien hat Jörgen aufzutreiben ver- mocht. Mister Gedde ging mit dem letzten torpedierten Schiffe unter, unb der Kapitän unb her Matrose sind vom Erdboben verschwunben."

„Haben also niemals existiert," sagte Helga. „Die Hauptsache ist, baß das Testament nicht zum Vorschein gekommen ist, unb solange das nicht geschieht, haben Helga unb ich keinen Grunb zur Furcht."

„Handelt es sich habet um große Summen," fragte Karl Bulber. Er gab sich alle Mühe, biefe Frage in ganz gleichgültigem Tone zu stellen; aber es glückte ihm nicht recht. Sowohl her Konsul wie Helga warfen ihm einen raschen Blick zu.

Der Konsul zögerte etwas — „O ja, her Onkel war em reicher Mann; währenb bes Krieges verlor er zwar einen Teil feines Vermögens; aber hier hatte er noch über zweimalhunberttausenb Kronen stehen, abgesehen vom Junkerhof, her nur mit einer kleinen Hypothek be- laftet ist, hie Helga unb ich mit übernommen haben."

„Unb bas mit allem Recht, nicht wahr, Thomas"" Helga beugte sich vor unb legte bie Hanb auf bas Knie ©res Brühers. Thomas war für sie her Inbegriff alles Ehrenhaften unb Guten: aber einiges in her Erzählung .si°"e sie doch unruhig gemacht.

„Ja, der Hof gehört uns," antwortete Thomas. WM-n Gkl?er jPnfet geschrieben, fo wäre ich feinem ffr fort °i frnVQm9e,fomlnen: aber cr bat « nicht getan.

8r Versprechungen gemocht; aber nach rei- fommen'"6" C8en roaren bo$ wohl Bebenken ge-

Helga war nicht ganz befriehigt von her Antwort ihres Brühers, aber sie schwieg.

„Cs ist ja auch nicht ganz gleichgültig, wie es ging, taenn nur fein ~eftament oorhanhen ist; solch einen Bis­sen gibt man nicht gutwillig her," meinte Bulber. Diese Rebe tat ben Geschwistern in ben Ohren weh.

Helga hob ben Kopf mit hem prächtigen btonben Haar. „Ja, Bulder, ich verabscheue sicherlich bie Roten in her Bachffraße. Aber wenn ich nicht vollständig von unserem Recht überzeugt wäre, so befämen sie jeden Knopf von mir, darauf können Sie sich verlassen. Aber nun ist ja gottlob bas Recht auf unserer Seite.*

— 4. Große Kunstausstellung Kassel 1929. Kunstverein zu Kassel veranstaltet am 1. Juni September 1929 im Orangerie-Schloß in Kassel Große K u n ft a u s ft e 11 u n g 1929, in der bie junge Kunst Deutschlands zu Worte kommen soll, um einen Ueberdlick über bie Wege zu gewinnen, bie die Kunst nach ben Stürmen bes Expressionismus genom­men hat. Etwa 200 Werke moberner Kunst her jungen Meister werben zur Ausstellung gelangen. Anschließenb wird die heimische Kunst mit etwa 150 Werken aus der Provinz Hessen-Nassau unb hem Volksstaat Hessen auf der Ausstellung vertreten sein. Angegliedert wird weiter eine Abteilung monumentaler Malerei. Die finanzielle Grundlage der Ausstellung ist gesichert, da der Minister einen Beitrag von 10 000 Mark, der Bezirksverband ei­nen solchen von 5000 Mark leisten will. Die Stabt Raf­fel hat ebenfalls einen Betrag von 5000 Mark in Aus­sicht gestellt. Weiter ist ein ©arantiefonbs von bisher 8000 Mark aus ben Kreisen der Kasseler Bürgerschaft gezeichnet worben, her burch weitere Zeichnungen eine Höhe von etwa 20 000 Mark erreichen soll. Für bie Ausstellung, beren Ehrenausschuh Oberpräsident Dr. Schwander, Landeshauptmann von Gehren und Ober­bürgermeister Dr. Stabiler bilben, ist ein engerer Ar­beitsausschuß gebildet worden, dem außer dem Direktor der staatlichen Kunstsammlungen Professor Dr. Luthmer eine Reihe von Mitgliedern der staatlichen Akademie unb der Sezession angehört.

wie wird das Wetter?

Die von Osten herangezogenen Tiefdruckstörungen ha­ben nur im nördlichen und östlichen Teil unseres Be­zirks zum Auftreten von Schneefällen geführt Das Störungsgebiet, das zur Zeit noch über Norbdeutschland liegt, wirb sich mehr und mehr ausgleichen, sodaß ein nennenswerter Einfluß auf die Witterung unseres Be­zirks nicht mehr zu erwarten ist. Während im nördlichen Teil unseres Bezirks die Fröste in der vergangenen Nacht nicht wesentlich mehr als minus 10 Grad erreich­ten, haben sie sich im südlichen Teil nur unwesentlich ab­geschwächt. Da her Luftdruck allgemein über Europa steigt, wird es sehr wahrscheinlich auch über Mitteleuropa zUD Ausbildung hohen Luftdruckes kommen, sodaß die Kälte vorläufig in ziemlich unverminderter Stärke an­hält, siH zum Teil aber auch verstärkt.

Witterungsaussichten für Dienstag: Zunächst keine wesentliche Äenderung.

Die zugefrorene Mosel bei whningen (In der Nähe von Koblenz)

Dort, wo vor einigen Monaten in Sonnenglut I heit für diese Gegend — Fluß und Landschaft r die Traube reifte, zeigt sich heute — eine Selten- * Eis und Schnee. r

Plombierte Brauereiabfüllung.

Telephon - Bestellung durch Nr. 22 und Nr. 298.

Heues aus Frankfurt.

— Der Senior her Frankfurter Aerzkeschafl gestorben. Im hohen Alter von 85 Jahren verschied hier her Ge- Heime Sanitätsrat Dr. Curt Daube. Der alte Herr übte noch bis vor wenigen Wochen seine Praxis aus unb beteiligte sich noch außerorbentlich rege an den regelmäßigen wissenschaftlichen Sitzungen der Senden- b°rgftchen Naturforschenden Gesellschaft unb bes Physj. tauschen Vereins Mit Geheimrat Daube verliert die Frankfurter Aerzteschaft ihr ältestes Mitglieb.

= Schwere Gasvergiftung in Frankfurt a. 2H.-Ober- rab. Als Sonntag gegen Mittag eine Verwanbte bie Fa- rollte bes tn her Speckgasse in Oberrad wohnenden Sou­rats E h r i st besuchen wollte, bemerkte sie beim Betreten bes Hauses starken Gasgeruch. Nichts Gutes ahnenb alarmierte sie bie Nachbarschaft. Man fand den Baurat

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’ Sie sah zu hem Konsul auf unb erwartete eineHse? Kräftigung ihrer Worte von ihm. Diese hatten zwar fest unb sicher geklungen, aber in Helgas Herzen saß nun doch ein Zweifel, ben sie sich gerne mit Stumpf unb Stiel ausreißen lassen wollte. Allein her Konsul lächelte ihr nur zu. Er war stolz auf sein Schwesterlein, sie er­schien ihm entzückenb in biefem Aufflammen. Er liebte sie, wie wenige Brüber ihre Schwestern lieben, unb ver­stand auch ihren Blick. Aber dennoch schwieg er.

Sie hatten nun bie Stabt beinahe erreicht. Die Sonne schien gar warm auf bie roten unb blauen Dächer unb funkelte auf ber Kirchturmspitze. Der Winb spielte mit den vielen weißen Segeln und den wehenden Wim- peln, und um bas ganze her lag ber Fjord mit dem schönen tiefblauen Wasser. Es war ein liebliches Bild, unb dem Konsul wurde bei feinem Anblick warm ums Herz.

»Nun sieh dir mal bie Stabt an, Bulder! Du nann­test sie neulich ein Loch. Jetzt sieh sie dir an!"

»2lch ja, sie ist soweit ganz nett," erwiderte Bulder anerkennend, unb ber Konsul bemühte sich, ihm bie ver- schiebcnen Gebäube unb Fabriken zu erklären. Er geriet dabei so in Eifer, daß Helga einen Warnungsruf er­tönen lassen mußte, weil sie schon dicht am Ufer waren unb Gefahr liefen, gleich mit einem Ruck aufzustoßen. I

Ser alte Ole Vinb hatte gewartet unb nahm sich jetzt I des Hermelins an, während bie brei Insassen sich ihrer I Gelinden entledigten unb heimgingen.

Wo sie vorüberkamen, blieben bie Leute stehen unb ! schauten ihnen nach. Konsul Junker unb seine Schwe- fter gehörten zu den Vornehmsten der Stabt. Sie sahen immer gut aus, unb ber elegante bunkelhaarige Bulder I mar eine schöne Ergänzung bes hellblonben Geschwister- I Paares.

Durch bas monumentale Tor traten sie in ben Jun- I kerhof. Helga eilte ins Haus, währenb bie beiden Man- 1 ner stehen blieben. Cs war etwas Ueberwältigenbes I um diesen mächtigen Kaufmannshof, gerade als habe er einen Pulsfchlag. ber bie Menschen unwillkürlich mitriß. An ben beiben Längsseiten bes Hofes erhoben sich hohe Lagerhäuser. Unter ben Sabeborben standen Last­wagen; bie Winben waren in Bewegung, unb schwere Säcke baumelten langsam burch bie Luft. Die Ketten raffelten und knirschten, aber bl» Waren mußten oe. 1

Sonniagnachmittag ein etwa zehnjähriger Junge, dessen Name noch nicht ermittelt werden konnte, mit feinem Schlitten in eine offene Stelle. Beherzte Männer bil­deten sofort eine Kette und suchten das Kind zu retten. Der Versuch mußte jedoch wegen der drohenden Lebens­gefahr für bie Netter aufgegeben werben. Das Kinb verschwanb unter ber Eisbecke. Auf Anorb- nung ber Polizei würbe darauf ber Main in feinem gan­zen Umfange für bas Publikum gesperrt.

Kunft und Literatur.

Frankfurter Radio-Proaramm.

Dienstag, den 29. Februar 1929.

6.30: Morgengymnastik. 13.30: Schallplattenkonzert: Buntes Programm (Homocord-Platten). 16.35—18 05: Von Stuttgart: Ballettmusik unb Tanzlieber. 19.45 bis 20.15: Bert Brecht: Vorlesung aus eigenen Werken. 20.15—21.30: Militärkonzert des Trompeterkorps ber fünften Nachrichtenabteilung. 21.30: „Debipus" von So- phokles. Neue Bearbeitung von Heinz ßippmann. 1. Debipus ber Herrscher; 2. Oebipus auf Kolonos.

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