uloaerZertung
Anzeiger für die Stadt Fulda und den Landkreis Fulda. Amtliches Kreisblatk.
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Donnerstag, 14. Februar 1929.
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Jeutscher CliiKwunsch zu den Lateran-Pertrögev.
- Berlin, 13. Febr. (Eig. Meld.) Der Reichspräsident von Hindenburg und der Reichskanz. Müller haben dem päpstlichen Nuntius und dem italienischen Botschafter in Berlin ihre Glückwünsche anläßlich der Unterzeichnung des Vsr- trages über die römische Frage ausgesprochen..
Die Botschafter von Neurath und .v Ser« gen in Rom sind angewiesen worden, ihre Glückwünsche sowohl bei der Kurie wie bei der italienischen Regierung auszusprechen, Botschafter v. Bergen auch im Namen der preußischen Regierung.
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Wie das „Journal" berichtet, hat der französische Außenminister B r ia n d an den französi- scyen Botschafter beim Batikan am 8. Februar ein Glückwunschtelegramm an denBatikan anläßlich des zwischen diesem und der italienischen Regierung abgeschlossenen Abkommens gerichtet, auf das Kardinalstaatssekretär Gasparri mit einem Dankschreiben geantwortet hat. Das Gebäude der französischen Botschaft beim Heil. Stuhl war im Augenblick der Unterzeichnung des Abkommens beflaggt.
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Der Doyen des Kardinalskollegiums, K a r - dinal Bannutelli, erklärte in einem Interview, das er einem Mitarbeiter des „Popolo di Roma" gewährte, man habe seit Beginn der faschistischen Herrschaft immer darauf vertraut, daß eine Versöhnung zwischen Staat und Kirche eintreten werde. Er sei überzeugt, daß der Vertrag die römische Frage regele und im Ausland sehr günstig ausgenommen werden würde. Das.Problem werde durch dieses Abkommen derart geregelt, daß dem Papst die volle Ausübung der für die freie, unabhängige Regierung der Kirche unumgänglich notwendigen territorialen Souveränität zugebilligt werde. Der Kardinal erklärte zum Schluß, die Namen Pius XI., Gasparri und Mussolini, der der wahre Führer der weisen und religiösen bürgerlichen Politik sei, würden in der Geschichte dieses Ereignisses rühmlich fortleben.
Der neue vatikanische Staat umfaßt 44 Hektar. Obschon der Papst erklärt hatte, daß er den Segen urbi et orbi mit Rücksicht darauf, daß die Aussöhnungsurkunden noch nicht von den zuständigen Faktoren ratifiziert seien, nicht erteilen werde und obwohl eine gleichlautende Note des päpstlichen Maestro di camera in den Blättern erschien, ließ sich der Papst dennoch bestimmen, angesichts der Tausende von Zuschauern, die auf dem Petersplatz im Regen ausharrten, auf der Empore der äußeren Fassade von St. Peter im Straßenkostüm zu erscheinen, um der Menge den einfachen Segen zu erteilen. Alsdann nahm der Papst Abschied von der Menge durch Winken mit der Hand und schließlich dadurch, daß er seinen großen Hut obnahm und damit der Menge zu- winkte.
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Ein Telegramm der „Voss. Ztg." besagt über die Kundgebung an St. Peter: An dem Tag, an dem er vor sieben Jahren als eben gekrönter Pontifex Marimus und als erster Papst seit der Einnahme Roms von der Loggia über dem Hauptvortal des Petersdomes das Volk von Rom vor ihm segnete, hat Pius XI. diesen Akt wiederholt Damals war es von vielen als symbolischer Akt gedeutet worden, daß der elfte Pius das „Non Pos- sumus" des neunten Pius in ein „Possumus" wandeln wollte. Heute war es die Bestätigung der vollzogenen Wandlung. Eine ungeheure Menschenmenge, die trotz des niedergehenden Regens feit Stunden, während im Innern des Petersdorns
der Papst das Erinnerungs-Pontifikalamt seines Krönungstages zelebrierte, auf dem Riesenplatz zwischen den Kolonnaden aus- geharrt hatte, brach in wahrhaft italienische Evvia- Rufe aus, als der Papst sich an dem geöffneten Mittelfenster der Loggia zeigte. Ein solches Toben der Begeisterung hat selbst Rom nicht oft erlebt. Und was bisher stets nur ein Protestruf weniger Getreuen gewesen: „Evviva il Papa-Re", heute wurde es zum begeisterten Zuruf dieser jubilierenden Massen, die minutenlang Regenschirme, Hüte und Taschentücher schwenkten, um dann stumm in die Knie zu fallen, als Pius XI. die Hand zum apostolischen Segen erhob.
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Dienstag nachmittag wurde dem König von Italien aus Anlaß der Unterzeichnung des Abkommens mit dem Heil. Stuhl eine große Huldigung dargebracht. Eine riesige Menschenmenge, unter der sich zahlreiche Faschistengruppen mit Standarten befanden, füllte den Platz vor dem Quirinal und die ganze Umgebung des Schlosses. Unter begeistertem Jubel erschienen der König und die Königin mit dem Generalsekretär der Faschistischen Partei, Turati, den Vertretern der obersten faschistischen Behörden und dem Gouverneur von Rom auf dem Balkon und dankte der Menge für die Huldigung. Da die Begeisterung nicht aufhören wollte, mußte das Königspaar sich immer wieder zeigen. Im Anschlüsse hieran begab sich die Menge zum Palazzo Chigi, wo sie einige Zeit verweilte und Mussolini zujubelte.
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Nach privaten Informationen besteht der Vertrag zwischen dem Hl. Stuhl und Italien aus einem Vorwort und 27 Artikeln. Diese Artikel bestimmen, daß die katholische Religion gemäß der Verfassung Staatsreligion ist. Der Hl. Stuhl erhält die volle und absolute Souveränität im Vatikan in seinem jetzigen Umfang. Ser neue vatikanische Staat wird ausschließlich vom Hl. Stuhl ohne Einmischung der italienischen Regierung verwaltet. Die italienische Regierung gründet in der vatikanischen Stadt alle öffentl. Verkehrseinrichtungen, darunter eine Eisenbahnstation sowie direkte Verkehrsverbindun- gen mit her übrigen Welt durch Telegraph, Radio, Telephon und Post. Ein besonderes Abkommen wird abgeschlossen über die vatikanischen Derkehrs- ntittel zu Lande und in der Luft über italienischem Gebiet, lieber die in der vatikanischen Stadt woh- nenden Personen icht der Hl. Stuhl die vollen Hoheitsrechte aus. Besondere Vorrechte werden allen kirchlichen Würdenträgern gewährt, auch wenn sie nicht in der vatikanischen Stadt wohnen, ebenso den Mitgliedern des päpstlichen Hofes und denjenigen Beamten, die der Hl. Stuhl für unabkömmlich erklärt. Die Erterritorialität wird den vatikanischen Basiliken verliehen sowie einigen Gebäuden und Palästen außerhalb der vatikanischen Stadt, in denen der Hl. Stuhl die päpstlichen Aemter und erforderlichen Büros für seine Verwaltung unetrhält. Italien errichtet beim Hl. Stuhl eine Botschaft und der Hl. Stuhl beim italienischen Hofe eine Nuntiatur. Dieser Nuntius wird der Doyen des diplomatischen Korps beim Quirinal fein. Die Sehenswürdigkeiten und Kunstdenkmäler im Vatikan und im Lateran werden weiter dem Publikum zugänglich sein. Die Verbrechen, die in der vatikanischen Stadt begangen werden, werden von den italienischen Be» Hörden aufgnmb einer Delegation des Hl. Stuhles abaeurteitt. Diese Delegation kann von Fall zu Fall erteilt werden, oder ein für alle Mal. Die va« tikanilche Autorität wird diejenigen Flüchtlinge, die sich Vergehen schuldig gemacht haben, die nach der Gesetzgebung beider Staaten verfolgt werden, ausliefern. Der Hl. Stuhl erklärt, daß er nicht beabsichtigt und daß er nicht teilnehmen wird an zeitlichen Kompetitionen mit den anderen Staaten und
hier wurde -er Stiebe zwischen Italien und lern Papst geschlossen.
Der Lakeraa-Palast in Rom
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war der Schauplatz eines weltgeschichtlichen Aktes Im Papstsaat des Palastes haben Mussolini als Vertreter des Königs von Italien und Ka dinal- Staatssekretär Gasvarri als Vertreter des Papstes die Verträge der Wiedererrichtung des Kirchenstaa
tes unterzeichnet Mgr. Dorgongini-Duca (rechts), der Stellvertreter des Kardinal-Staatssekretärs Gasparri, hat sich in den Friedensverhandlungen zwischen dem Vatikan und Quirinal vielfach hervorgetan.
nicht an internationalen Konferenzen, die zu solchen Zwecken einberufen werden, es fei beim, day seine Vermittlung von den interessierten Mächten angerufen wird. Ader der Hl. Stuhl behält sich vor, feine moralische und geistige Macht in die Wagschale zu werfen in allen solchen Fragen. Die vatikanische Stadt wird infolgedessen stets und ewig als neutrales und unverletzbares Gebiet zu betrachten fein. Der Vertrag schließt mit den Worten: Der Hl. Stuhl erklärt, daß mit diesem heutigen Vertrag alles gegeben worden ist, um in vollkommener Unab» hängigkeit und Freiheit der freien Fürsorge von Rom und der Weltkirche zu genügen. Deswegen erklärt der Hl. Stuhl die römische Frage für erledigt und anerkennt den italienischen Staat unter der Regierung des Hauses Savoyen mit Rom als Hauptstadt. Italiens seinerseits anerkennt den Staat der vatikanischen Stadt unter der Souveränität des Hl Vaters und anerkennt, daß das Granatiegesetz abgeschafft ist, ebenso wie alle Gesetzesbestimmungen, die diesem Vertrag widersprechen.
Das Konkordat besteht aus 45 Artikeln. Es wird darin bestimmt, daß alles, was mit dem heiligen Charakter Roms im Widerspruch steht, vorn italienischen Staat vermieden und nicht erlaubt werden wird. Der Staat anerkennt alle von der Kirche eingesetzten Feiertage als Staatsfeiertage. Die Fürsorgefreiheit wird garantiert, der geistige Zuspruch bei den militärischen Körperschaften wird zugesichert. Die Wahl der Bischöfe und Erzbischöfe erfolgt nach dem für Polen festgesetzten Konkordat.
Es folgt sodann die Regelung der Kirchlichen Gesetzgebung und der Anerkennung der religiösen Orden als juristische Personen. Bezüglich, des Ehe- rechtes wird die Wirkung der rein kirchlichen Ehe anerkannt und die italienische Regierung erklärt, daß sie alle gerichtlichen Urteile der geistlichen Gerichte anerkennen wird, sowohl was die Nichtigkeitserklärungen der geistlichen Gerichte betrifft wie die Dispense? Der Religionsunterricht wird nicht nur in den Volksschulen, sondern auch in den Mittelschulen erteilt werden. Das Programm hierfür wird allgemein vereinbart werden. Die katholische Aktion wird anerkannt. Die finanzielle Regelung besteht in der direkten lleberweiiung von 750 Mül. Sire und einer Milliarde in Staatsrenten (Kon- sols) Wie verlautet, wird eine Bestimmung des Konkordats erklären, daß die Distumsgrenzen den Landes- und Provinzialgrenzen entsprechen sollen.
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T)id Erörterungen über die Auslegung der bisher nur auszugsweise bekannt gewordenen Bestimmungen der Lateranverträge haben in Rom bereits begonnen. Einige suchen auf Grund der Erklärung, daß der Heilige Stuhl sich nicht auf „comvetitiones temporales" mit anderen Nationen einlassen und an internationalen Kongressen, die • zu diesem Zweck einberufen werden, teilnehmen werde, zu schließen, daß der Heilige Stuhl damit von dem Beitritt zum Völkerbund ausgeschlossen sei oder sich selbst ausgeschlossen habe. Lindere weisen aber mit Recht darauf hin, daß das durchaus nicht der Fall fei, weil der Heilige Stuhl nur darauf verzichtete, sich an rein territorialen Diskussionen zu beteiligen. Ebenso ift man im Unklaren über die neuen Bestimmungen der kirchlichen Eheschließung. Es verhält sich damit folgendermaßen: Nach der kirchlichen Eheschließung fertigt der Geistliche eine Bescheinigung aus, die alsdann innerhalb einiger Tage auf das Standesamt gebracht und dort registriert wird. Die Geistlichen werden also nicht, wie man behauptet hatte, die Standesbeamten werden.
Die Sachverständigen am werk.
Die Reparationsfachverständigen haben in Paris am Dienstag die zwei regelmäßigen Sitzungen aS- geh alten.
Das „Journal deS Debats" stellt fest, daß die Delegierten, als sie von Journalisten mit Fragen oestürml töurden, sich geweigert hätten,, irgend etwas zu erklären. Der Sitzungssaal ift überdies von dem übrigen Hotel vollkommen isoliert; au, Siele Weise soll jede Indiskretion vereitelt und eine unbehinderte Diskussion ermöglicht werden.
Jede Delegail'on darf uörigenS unfer ihrer eigenen Verantwortung, sowesi es nokwenbrg drsihemk, zur Vervollsiändlgung Oet Information uno nun Dem ®etfie oet Mttrgretr Genüge zu iTm, <r>"a g>- verständige, die nicht Delegierte sind, zur Vernehmung zuziehen. In Anwendung dieses Grundsatzes ist bereits der Direktor für wirt- schastliche Fragen bei der Bank von Frankreich, Quesnay, vor den Sachverständigenausschutz berufen worden, um ergänzende Aufschlüsse zu geben.
Im Weißen Hause in Washington wurde m Uebereinstimmung mit dem am Sonntag ausgegebenen Kornmuniquee erklärt, daß Coolidge die Wahl eines NichtamerikanerS zum Vorsitzenden des Sachverständigenausschusses vorgezogen hätte; da sich dies aber offenbar nicht ermöglichen ließe, habe er Owen D. Poung mitgeteilt, er halte es im Interesse der Sache für inopportun, seine Bedenken aufrecht zu erhalten und stelle daher Poung anheim, die Frage selbst zu entscheiden.
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Der Matin glaubt über die Ausführungen der einzelnen Delegationen in der ersten Reparations- sachverständigen-Sitzung folgendes berichten gu tonnen: Frankreich, fo habe Morreau erklärt, verlangt die Bezahlung seiner eigenen Schulden und einen weiteren Bewag für seine Wiederaufbauarbeit, Italien forderte ebenfalls, in die Sage versetzt zu werden, seine Schulden bezahlen zu können. Belgien bestand daraus, daß es 4,5 Prozent der Dawesan- nuitäten erhält, da es eine Reihe von Jahren nicht die vorgesehenen Zahlungen erhalten habe. Mor- gan habe daraus erklärt, der amirikaniscllL Standpunkt fei, das Reparationsproblem wie eine große
internattonale Bankangelegenheit unter Berücksichtigung aller berechtigter Forderungen zu regeln. Tr. Schacht habe verlangt, daß die wirtschaftliche Sage Deutschlands aufmerksam geprüft werde, damit Deutschland nicht veranlaßt werde, Verpflichtungen über den Rahmen des Möglichen hinaus zu übernehmen.
Excelsior zum R:paratftnsproblem.
totb. Paris, 13. Febr. (Eig. Meld.) Einige Morgenblätter wenden sich dagegen, daß sich der Sachverständigenausschutz in eine Diskussion der Statistiken entläßt. Die wirtschaftlichen, steuerlichen und sozialen Angelegenheiten des Reparationsproblems, so schreibt Excelsior, berühren so eng die juristische und politische Seite der Frage, datz man sich, wenn man sie zu vertiefen sucht, der Gefahr aussetzt, eine kostbare Zeit zu verlieren und die Verhandlungen, von derem wahren Ziel, nämlich den Dawesplan zu vervollständigen und die selbständige Regelung des Reparationsproblems von dem wirtschaftlichen Gebiete abzutrennen. Vielleicht ift es nicht überftüssig, hinzuzufügen, so fährt das Blatt fort, daß bei der Festsetzung der interalliierten Schulden Amerika niemals eine spätere Revision aufgrund der Zahlungsfähigkeit seiner Schuldner ins Auge gefaßt habe. *
Auflösung des schlesischen Sejms.
rotb. kaklowih, 13. Febr. (Eig. Meldg.). Durch Verordnung des polnischen Staatspräsidenten aufgrund des Art. 22 der Verfassung ist der schlesische Sejm aufgelöst worden. Die Auslösung kommt nicht überraschend. Es befremdet jedoch, daß sie vor der Beendigung der Budgetberatung erfolgte. In Polska Zachodnia wird ein Interview mit dem Wojwoden über die Gründe der Auflösung veröffentlicht. Der Wojwode erklärt darin, daß die Gründe der Oefsentlichkeit verständlich fein müßten, denn der schlesische Sejm habe in der letzten Zeit keinepositive Arbeit mehr leisten ton. nen. Nicht eimal der Wg. Ulitz fei auf Antrag der Staatsanwaltschaft wegen Beihilfe zur Fahnenflucht ausgeliefert worden. In oppositionellen Kreisen wird Grund zur Auslösung dann gesehen, daß man eine Fortsetzung der Budqetberatung verhindern wollte, da gegen den ersten verantwort- lühen Beamten in der Woiwodschaft wegen der Finanzverwaltung sehr schwerwiegende Dorwürfe erhoben werden. Korfanty erklärte, daß der erste Beamte der Woiwodschaft vor den Staatsanwalt gehöre. *
* Kattowih. 13. Febr. (Eig. Meld.) Der G e- schäftsführer des deutschen Volksbun« des, der Sejm-Abg. Ulitz, ist heute früh auf An- orndung des Staatsanwaltes sowie der Staatsanwaltschaft kurz nachdem die Auflösung des schlesischen Sejms bekannt wurde, verhaftet worden. Gegen Ulitz hatte im vorigen Jahre die Staatsanwaltschaft einen Auslieferungsantrag an den schlesischen Sejm gerichtet, da Ulitz zur Beihilfe von Fahnenflucht von polnischen Militärpflichtigen beschuldigt wird.
In der Sitzung des polnischen Sejm in Warschau hielt 3 a (e s t i eine Rede, in der u. a. ausführte: Der Universalität der internationalen roirt- schaftllcken Zusammenarbeit fei die Hauptbedln- gung eines Erfolges. Das Problem der Aktion auf dem Gebiete der Wirtschaft beruhe auf zwei Bedingungen: erstens auf der allgemeinen Anteilnahme uyd zweitens auf dem Ausgleich zwischen den Opfern und den Gewinnen der einzelnen Staaten Zu dem deutslh-polvisck'en Handelsvertrag habe er, so erklärt der Redn-r, bereite im Sejm - Ausschuß Stellung genommen Polen wünsche einen Handelsvertrag mit Deutschland abzuschließen, da es der Ansicht sei. daß ein auf dem Gleichgewicht zwischen den Vorteilen und den Verpflichtungen beruhender Vertrag im Interesse beider Länder liege. Die Regelung der Handelsbeziehungen zu Rußland fei vielleicht noch schwieriger, und zwar wegen des prinzipiellen Unterfchie- des zwischen der polnischen und sowjetrussischen Handelspolitik. Trotz dieser Schwierigkeiten wünscks die polnische Regierung einen Handelsvertrag mit Rußland abzuschließen, der die beiderseitigen Warenkontingente festsetzen soll. Nach Ansicht des Ministers werde das am Samstag in Moskau unterzeichnete Protokoll zur Klärung der polisischen Lage beitragen und den Abschluß des Handelsver- träges zwischen Polen und Rußland erleichtern.
Der Völks rbundspakt, so erflärte der Minister weiter, bilde ein Fundament des allgemeinen Friedens. Das Genfer Protokoll, das von 50 Delegierten der verschiedenen Staaten unter,zeichnet worden sei und das eine harmonische Ergänzung des Dölkerbundspaktes gebildet habe, fei leider umgestoßen worden. Die Wiederaufr'ch- tting dieses Protokolls liege aber im Interesse Polens wie der übrigen Staaten.
Die britischen Aottenneubauten.
rotb. London, 13. Febr. «Eig. Meldg.). „Financial News" will wissen, daß die Admiralität in den nächsten Tagen eine ganze Anzahl von Bestellungen an britische Regierungs. und Privatwerften vergeben wird. Es handele sich abgesehen von den beiden 10 000 Tonnen-Kreuzern um 8 Zerstörer, 1 Flottillenführer, 5 U-Boote, 1 Flußkanonenboot und 2 Schaluppen.
• lumuttszenen im sächsischen Landtag. Im «en Landtag kam es bei der ersten Sera» es Etats für das Rechnungsjahr 1929 zu stürmischen Szenen. Als der Abgeordnete Renner (Kommunist) gegen den Finanzminister und gegen seins Finanzpolitik polemisierte, erfolgten wiederholt Zwischenrufe von der Tribüne, die