Fuldaer Zeitung
Samstag, ven 10. Februar 1929.
3. Blatt.
Druck der Fuldaer Acttendruckerel, Fulda
Treue Herzen.
Roman von Marie Harling.
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Zum Mittag läßt sie sich entschuldigen. Ein Glück, daß sie heute nicht zu spielen braucht, sie könnte es nicht.
Minna bringt ihr das Essen aufs Zimmer. Das al- ternde Mädchen hat grenzenloses Mitleid mit Elvira und Fräulein Hagen wagt Minna keine Vorschriften zu machen.
Elvira getraut sich kaum noch rhr Zimmer zu ver- lasien, sie fühlt sich auch körperlich elend. In fieberhafter Spannung wartet sie auf Roger. Wenn er nur bald käme! Denn daß er kommt, unterliegt für sie kei- nem Zweifel. Er allein kann hier helfen, Walter kann cs nicht, seiner biederen Ehrlichkeit liegen die Intrigen der großen Welt ja so fern. Trotzdem sie zum Umfallen müde ist, wagt sie es nicht, zu Bett zu gehen; sie fürchtet die kommende Nacht, denn eine bange Ahnung sagt ihr, daß es noch schlimmer kommen werde. Einmal ist ihr, als höre sie unter ihrem Fenster wispern und lachen, doch ein verstohlener Blick zeigt ihr nur die leere Straße, und doch hat sie sich nicht verhört.
Sandor hat am Mittag nach der Probe Anton Stemmler mit dem Ständchen, dessen Zeuge er zufällig gewesen sei, gehänscü und der listige Mensch hat geprahlt: „Nanu, Herr Pokorny, ich darf doch meiner Geliebten wohl ein Ständchen bringen?"
Die ganze Gesellschaft hat große Augen gemacht, aber sie ist gleich bereit, auf Sandors Plan einzugehen.
„Kinder, das gibt einen Hauptspaß. Wird Dame Elvira Augen machen, toenfl sie uns sieht," jubelt Milli.
So hat sich denn nun die ganze Gesellschaft im Neubau gegenüber von Elviras Wohnnug verborgen und wartet gespannt auf das Erscheinen Stemmers. Der läßt auch nicht lange auf sich warten. Wieder klingt die gröhlende Stimme zu dem entsetzten Mädchen hinauf und Worte ertönen, die Elvira die Heiße-Schamröte Ins Gesicht treiben.
Als der Sänger geendet, ertönt ein lautes Lachen und Händeklatschen.
RMatiMeHlluW nnö deutsche MMnmWst I
Von Arthur Zmarzly.
Frankfurter Radio-Programm.
■16.05: Haus,
von den Hochschulen.
nacht
Wte wird das Wetter?
Polen zunächst abgeschnitten. 3m rnropäischen Hochdruckgebietes sind
Der Bodensee zuaesroren
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Spur geführt. Für schnöden Mammon habe der bere Stemmer den Anstifter Pokorny verraten.
„Ich will nicht annehmen, meine Herrschaften, Sic Helfershelfer waren bei dem verruchten Plan
werde Pokorny zur Verantwortung ziehen, das können Sie glauben."
Unter dem Gesichtspunkt der rationellen Vertei- fung der Kolonialländer an die europäischen Staaten mit hohem Ueberichuß an Produktivkräften besaß Deutschland schon vor deu Kriege einen verhältnismäßig viel zu geringen europanahen Kolonialbesitz. Heute ist Deutschland unter den industriellen Großstaaten das einzige Land, das keine Kolonien hat. Die Wegnahme der deutschen Kolonialgebiete erfolgte ziemlich geräuschlos. England, das sich den größten Teil des deutschen Besitzes in der Form der Mandatsverwaltung einverleibt hat, verstand es, die deutsche öffentliche Meinung nach dem Kriege von diesem Raube abzulenken, indem es Frankreich als einen hartnäckigen Gläubiger hinsteilte. Mit der Wegnahme der Scaffe und der besten englischen Kolom-n hatte England sich von vornherein schadlos gehalten. In Deutschland nahm man auf die Stimmung in London allzu große Rücksicht — sie hat stch mchts weniger als bezahlt gemacht — und stellte das Thema der Neuregelung des deutschen Kolonialbesitzes immer wieder zurück. Der Appetit auf Annexion dieser Mandatsgebiete ist in London dadurch eher größer geworden.
Die Berechtigung Deutschlands zur kolonialwirt- fchaftlichen Betätigung ist unbestreitbar. Als gleichberechtigtes Völkerbundsmitglied kann es den Anspruch auf Kolonialmandate erheben. In Locarno ist ihm dieses moralische Reckt bestätigt worden. In der Mandatskommission des Völkerbundes sitzt feit einiger Zeit auch ein Vertreter Deutschlands, das Vorstandsmitglied des Reicksverbandes der deutschen Industrie, Ludwig Kastl, ein ehemaliger Kolonialbeamter. Das Deutsche Reich hat bisher seinen Anspruch offiziell nicht angemeldet. Der Zeitpunkt, dies zu tun, scheint aber jetzt heran zu kommen. Der günstige psychologische Moment für eine solche Handlung liegt zweifellos in den kommenden Verhandlungen zur Neugestaltung der Re- parationsverpflicktimgen. Deutschland braucht zum Schutze seiner Valuta eigene Rohstoffquellen, es braucht Siedlungsland und ein festes Absatzgebiet für seine Jndustrieerzeugnisse, damit es feine Produktionsanlagen ausnutzen kann. Im Boden Afrikas liegt das natürliche Rohstoffland für idle europäische' Industrie. Daß Deutschland mit seinen erprobten Kräften und feinen technischen Erfahrungen wieder Kolonialwirtschaft treiben muß, liegt nicht allein in seinem Interesse, sondern in dem Gesamteuropas, das gegenüber den auf ergiebigen Rohstoffquellen auf gebauten Wirffchaftsener- gien Amerikas und Asiens zu einem unaufhaltsamen Niedergänge verurteilt märe, wenn es nicht feine ganzen Kräfte zur wirtschaftlichen Erschlie- ßnng der afrikanischen Gebiete einsetzte. Nur, in Afrika ist der Boden, auf dem deutsche Kolonial- arbeit wieder ausgenommen werden könnte. Cs handelt sich hier um Landstriche, die von allen Ken- nern als fruchtbar, entwicklungsfähig und au* in beträchtlichem Maße als für europäische Siedler geeignet geschlldert werden.
Die Streitfrage nach der Zweckmäßigkeit deutscher Kolonialwirffchaft, die in Deutschland nach dem Kriege hin und wieder auflebte, war mehr eine Verlegenheitssrage. Die schwachen Gegenargumente konnten nicht überzeugen. Ist es denn richtig, daß die deutsche Wirtschaft in den fremden Kolonien bessere Absatzmöglichkeiten erhält, wenn die eingeborene Bevölkerung erfährt, daß Deuffch- land keine Kolonien besitzt? Keineswegs! Das Schutzzollnetz wird auch über diese Gebiete gezogen. Und das Selbstbestimmungsrecht der Eingeborenen? Es ist selbstverständlich, daß heute eine andere Eingeborenenpolitik getrieben werden muß als vor hundert oder fünfzig Jahren. Aber heute schon von einem Selbstbestimmungsrecht — im europäischen Sinne — der eingeborenen Bevölke-
fere Einfuhr aus anderen Ländern stark herabdrückte also unsere Zahlungsbilanz verbesserte.
Die Zeit, die deutschen Ansprüche auf Kolonial- Mandate in Afrika anzumelden, ist mit der Neu- und Endregelung der Reparationen gekommen. Deutschland darf sich seiner europäischen Pflicht,
Mit einer Stimme, die bis in die entferntesten Winkel des großen Hauses bringt, sagt er: „Wer von Ihnen hat die Hand im Spiel gehabt zu dem Bubenstreich, den man an einem unschuldigen Kinde verübt hat?"
Betretenes Schweigen, aber dennoch ein ganz feines Spottlachen in aller Augen.
Da tritt Roger auf Pokorny zu: „Schandbube, Sie sind es gewesen! Leugnen Sie es, wenn Sie können. Ihr sauberer Helfershelfer ist auch für andere käuflich."
Er holt zum Schlage aus und trifft den zurücktaumelnden Sandor mitten ins Gesicht.
„So, bas ist ein Denkzetel! Sie können mich ja verklagen, wenn Sie Lust haben. Hat noch jemand Lust, mit meiner Faust Bekanntschaft zu machen?"
Zum ersten Mal sieht man den sonst so ruhigen und beherrschten Mann aufgeregt, jedoch, was er an diesem Morgen erfahren, läßt auch die kühlste Natur in Harnisch geratene ,
Keiner aus der ganzen Gesellschaft wagt ein Wort zu sagen. Sanbor hat sich erhoben, er blutet aus Mund und Nase, der Schlag hatte gut getroffen. Vor Wut brüllend will er sich auf Roger stürzen, doch nun tritt der Direktor vor und gebietet Ruhe.
„Hier ist kein Fechtplatz! Was die Herren miteinander auszumachen haben, das können sie anderswo tun. Ich ersuche um Aufklärung! Was ist vorgefallen?" Er ahnt, daß die ganze Sache mit der fehlenden Elvira zusammenhängt.
Und Roger spricht. Die ganze Verachtung über die Elvira zugefügte Bosheit und Gemeinheit spricht aus feinen Worten. Er sagt, daß ihn Elviras Notschrei her- beigerufen, daß er aber leider erst in der Nacht habe fahren können. Dann sei er gerade gekommen, als man bas todkranke Mädchen zum Krankenhaus geschafft habe. Von den Hausgenossen habe er erfahren, was vorgefallen fei, die Beschreibung, die man ihm von dem Strahensänger gemacht, habe ihn gleich auf die rechte
wie einen Hund? Ich bin krank, todkrank, ich kann nicht gehen. Haben Sie doch Erbarmen!"
Einen Stein, hätte das jammervolle Bild erweicht, Fräulein Hagen aber hat ein härteres Herz.
.Frank sind Sie? Ja, krank vor Schlechtigkeit, das glaube ich Ihnen. Bis zum Mittag haben Sie das Haus zu verlassen, verstanden?"
Ihr Kleid zusammenraffend, damit es Elvira nicht streift, geht sie mit höhnischem Blick hinaus.
Das Zimmer scheint sich um Elvira zu drehen, bann sinkt sie mit lautem Aufschrei zusammen.
Den Schrei hat Minna in der Küche gehört; sie eilt hinaus und sieht Elvira am Boden liegen. Mit Aufbietung aller Kräfte bringt bas brave Mäbchen die Ohnmächtige zu Bett, dann eilt sie zum Arzt.
Der Arzt verordnet sofort die Ueberführung ins Krankenhaus.
„Die Dame muß eine schwere Erschütterung gehabt haben. Was es ist, kann ich noch nicht feftftellen!", fagt er zu der weinenden Minna.
Im Theater wartet man indessen vergeblich auf Elviras Erscheinen zur Probe. Die Zornesader auf der Stirn des Gewaltigen schwillt beängstigend.
„Die Dame erlaubt sich in letzter Zeit allerlei Unregelmäßigkeiten," wütet er. „Los! Wir müssen ohne sie beginnen. Wer hat das erste Wort?"
Der Anfang wird gemacht, aber auch das Ende muß ohne Elvira gemocht werden, denn sie liegt ja im Krankenhaus in schweren Fieberdelirien. Die Hiobspost im Theater zu melden, ist keinem in den Sinn gekommen.
Sanbor Pokorny lacht triumphierend. Jetzt ist es Zeit, das Eisen zu schmieden, gleich nach der Probe will er zu Elvira gehen.
Doch fein hämisches Triumphlachen verwandelt sich in bleiche Furcht, als plötzlich Roger Waltmann auf der Bildfläche erscheint —, Roger Waltmann, mit einem Blick, der auch den Mutigsten erbeben macht. Er hat Elviras Angstruf erhalten, aber er konnte nicht eher kommen, da er am Abend noch zu spielen hatte. Nun ist er die ganze Nacht gefahren und doch zu spät gekommen.
Der Direktor will dem Sänger liebenswürdig die Hand bieten, doch Roger übersieht die ausgestreckte Hand.
kräste, eine leistungsfähige Industrie und Technik und über einen starken Willen zur Systematisie- rung, der die Ergebnisse der Wissenschaft auszuwerten versteht. Die dringende Verbesserung der afrikanischen Gesundheitsverhältnisse ruft direkt nach den Leistungen der deutschen medizinischen Wissenschaft und der hygienischen Technik. Lte beiden Hauptprobleme des europäischen Kontinents im allgemeinen und Deutschlands im besonderen liegen in der Rohstoffversorgung und in den Niederlassungsmöglichkeiten. Die englischen. Anne- xionsgelüste und der Widerstand gegen die Neuverteilung der Kolonialmandate sowie gegen die deutsche Kolonialbetätiqunq auf geeignetem afrikanischen Boden bedeutet Widerstand gegen die Eindämmung der europäischen Gefahrenquellen.
Die dicke Eisdecke des Bodensees
bildet ein« natürliche Derkehrsstrecke von Ufer zu Ufer und wird von den Fußgängern eifrig benutzt. Auch der Eissport ist in regem Betrieb.
„Bravo! Bravissimo, Anton! Nun wissen wir auch, wo Sie Ihren Schatz haben. Elvira, kommen Sie doch herab, seien Sie gnädig, der heißgeliebte Anton wartet, wir verbuften schon I"
Wieder schallendes Gelächter, bann zieht die lose Schar ab.
„Sandorchen, das haben Sie fein gemacht, das war unbezahlbar," lacht Milli.
Sandor aber wirft schnell einen Brief an Elvira in den Kasten. Er bittet in fast demütigen Worten Elvira, ihr doch helfen zu dürfen. Er habe dem unverschämten Kerl einen Denkzettel gegeben, der komme nicht wieder. An dem Skandal habe er keine Schuld, die ausgelassene Bande habe Lunte gerochen, und sei durch nichts zu bewegen gewesen, von ihrem Vorhaben abzustehen.
„Wenn sie aber mich an Ihrer Seite sehen, werden sie keine Beleidigung wagen," schließt er. „Ein Ruf von Ihnen genügt und wenn Sie mir das Recht dazu geben, werde ich jeden zur Rechenschaft ziehen, der Ihnen auch nur ein schiefes Wort sagt."
Vergnügt reibt sich Sandor die Hände. „Das wirb sicher wirken, mit beiben Hänben wird sie zugreifen," denkt er zufrieden.
Elvira sind die Sinne geschwunden, als sie den Spektakel da unten gehört, sie weiß nicht, daß man an ihre Türe geklopft und gerüttelt hat, sie hat nicht gehört, daß Fräulein Hagen im höchsten Diskant gerufen hat: .Hinaus, hinaus in Ihren Sündenpfuhl, Sie nichtswürdiges Geschöpf! Keine Stunde länger bleiben Sie im Haus!"
Als Elvira wieder zu sich kommt, fühlt sie zuerst nur eine betäubende Schwere im Kopf, sie weiß nicht, was geschehen, warum sie auf dem Teppich liegt. Nach und nach kommt ihr alles, was vorgefallen, wieder in den Sinn, und das Blut pocht ihr in den Adern, als sie sich ihrer schrecklichen Sage bewußt wird. Sie schleppt sich zur Tür, um zu öffnen, denn es wird energisch geklopft. Eine hagere, graue Gestalt tritt ins Zimmer.
Mit gebietender Bewegung streckt dieselbe die Hand aus. „Sofort verlaßen Sie dieses Haus! Alle Damen sind entsetzt, daß man ihnen zumutet, mit solch einem Geschöpf zusammen zu sein."
Mit todwundem Blick hebt Elvira die Augen empor. „Was tat ich denn, daß Sie mich hinausjagen wallen
Frankfurter Oper.
Samstag, 9. Febr., 19.30 Uhr: Der fliegende Holländer.
Sonntag, 10. Febr., 19.30 Uhr: Samson und Dalila.
Die Ablehnung deutscher Kolonialwirffchaft in Afrika erfolgt meistens mit dem Hinweis, daß die Rohstofferzeügung in den alten Kolonien früher sehr gering gewesen sei. Es wird dabei übersehen, daß die Anfänge kolonialwirtschaftlicher Betätigung immer mit großen Kosten und Schwierigkeiten verbunden sind. Die Kolonialwirffchaft, die Deuffch- land heute treiben müßte und könnte, wäre übrigens wesentlich verschieden von der früheren, genau so verändert, wie es die wirtschaftlichen Verhältnisse im Heimatlande sind. Die in den früheren deutschen Kolonien heute gewonnenen Rohstoffe sind keineswegs so unbeträchtlich. So wurden 1927 aus diesen Kolonialländern unter anderm ausgeführt: Pflanzenöl 700 Tonnen (Pflanzenöleinfuhr Deutschlands 1927 rund 91000 Tonnen), Oel- früchte und -Samen 143 000 Tonnen (921000 Tonnen), Kakao 25 000 Tonnen (72 000 Tonnen), Sisalhanf 33 000 Tonnen (20 000 Tonnen), tropische Nutzhölzer 48 000 Tonnen (169 000 Tonnen), Rohkupfer 51000 Tonnen (307 000 Tonnen), Diamanten 741000 Karat (132 000 Karat), Gold 94 000 Unzen (224 000 Unzen). Wenn auch in diesen Zahlen die Produktionnseraebnisse von Neu- Guinea und Samoa enthalten sind, so entfällt doch der Hauptanteil auf den afrikanischen Besitz. Es wäre sehr wohl möglich, die Rohstoffgewinnung in den nächsten Jahren so zu steigern, daß sie un-
Technik und verkehr.
- Berlin im Personen- und Essen Im Güterverkehr an erster Stelle. Eine Zusammenstellung der Reichs- bahnbirektion Essen über ben Umfang des Personen, unb Güterverkehrs in ben einzelnen Direktionsbezirken der Deutschen Reichsbahn, aufgrunb der Ergebnisse des Jahres 1927, ergibt die Tatsache, baß ,m Personenver- kehr Berlin mit 207,8 Millionen verkauften Fahr- karten und im Güterverkehr E ssen nut 160,5 Mil- Honen Tonnen beförderter Guter an der Spitze stehen. In erheblichem Abstande folgen beim Personenverkehr erst Dresden mit 96,6 Millionen verkauften Fahrkarten, Altona mit 76 Mill., Essen mit 51,5 Mill Köln mit 55,8 Mill.. Stuttgart mit 44,1 Mill., Elberfeld mit 44 Mill. uta. Den relativ geringsten Personenverkehr ha- ben die Direktionen Schwerin unb Dlbenburg mit 9 bezw. 6,5 Mill. Fahrkartenverkauf.
— Ehrungen der Technischen Hochschule in Karlsruhe. Die Technische Hochschule in Karlsruhe verlieh die Wücke eines D r. i n g. h. c. dem Direktor Gottlob Fastnacht in Mülheim a. Rh. in Anerkennung feiner Verdienste um die Entwicklung der deutschen Maschinen- unb Dampf- turbinen-Inbustrie, bie Würbe eines Ehrensenators, dem Ingenieur C. Kallenbach in Hamm m Anerkennung seiner hervorragenden technischen und wirtschaftlichen Leistungen auf den Gebieten des Hoch- unb Tiefbaues, die Würde eines Ehrenbürgers, dem Professor Dr. Hugo Junkers in Dessau in Anerken- nung seiner grohen Verdienste um die Entwicklung des deutschen Flugzeugwesens und die Würde eines Ehrenbürgers dem Prof. Dr. Bernhardt Le p s i u s in Berlin in Anerkennung feiner großen Verdienste um die Entwicklung der chemischen Industrie.
schaffen.
Die enge Verbindung Europa-Afrika wird auch indirekt von der Sozialistischen Internationale an- erkannt, die ihren Standpunkt zur Kolonialfrage nach dem Kriege stark nach der positiven Seite hin geändert hat. Auf einem der letzten Kongresse wurde eine Entschließung angenommen, in der es heißt, daß für manche Kolonialvölker jetzt schon eine Beseitigung der Fremdherrschaft möglich sei. Auf einem entgegengesetzten Pol stehen Kolonialvölker, die vor der fremden Erobenmg auf einer primitiven Entwicklungsstufe standen und diese auch unter der Fremdherrschaft noch nicht wesentlich überschrit- ten haben. In diesen Gebieten beruhen die modernen Produktions- und Exportmethoden noch ausschließlich auf der Fremdherrschaft. Deshalb würde die sofortige Beseiffgung der Fremdherrschaft entweder der Herrschaft einer Minderheit von weißen Ansiedlern oder einheimischen Despoten oder die Eröffnung einer neuen Aera kapitalistischer Beutezüge und Kolonialkriege bedeuten.
rung Afrikas, mit Ausnahme bestimuter Gebiete ------------- ------ j , -
Nordafnkas, zu sprechen, ist eine Phrase, so lange die produktive Kultur Afrikas zu beschleunigen, die Produktivkräfte Afrikas nicht auf eine gewisse | nicht entziehen. Deutschland^verfugt über Arbetts- Stufe gestiegen sind. Der Glaube naiver Gemüter, daß die Europäer die paradiesischen Lebensverhältnisse der Eingeborenen zerstörten, ist eben rntr em Glaube. In Zentralafrika herrschen periodisch Hungersnöte, die nach den Berichten zahlreicher For- cher Verheerungen in der Bevölkerung anrichten, von denen man sich selbst in den Hungergebieren Europas kaum einen Begriff machen kann. Die Seuchen und Epidemien vervollständigen das Ver- mchtungswerk. Ein größerer Nahrungsspielraum und eine gewisse Höhe der Zivilisation ist eben nur dann vorhanden, wenn richtige organisierte Arbeit geleistet wird. Das Selbstbestimmungrecht werden sich die eingeborenen Völker auf einer höheren wirtschaftlichen Entwicklungsstufe selbst geben. Das erkennen auch die Führer der schwarzen Rasse an. Ohne Anleitung kann die afrikanische Bevölkerung diesen Weg nicht gehen. Würde Kotmentaleuropa heute auf seine Kolonialwirtschaft in Afrika verzichten — woran natürlich kein Staat denkt — ’o käme dieser Verzicht einem Verfall der kontinental- europäilchen Wirffchaft mit allen ihren kriegerischen Folgeerscheinungen gleich Selbst ein zollpolitisch geeintes Eurova bedarf der afrikanischen Rohstoffquellen: ohne sie ist es überhaupt nicht zu
Während die Fröste In Mittel- unb Westdeutschland sich noch weiter verstärkt haben, haben sie sich irn östlichen Ostseegebiet durch Einbruch wärmerer Luftmassen stark gemildert. Infolgedessen ist die Zufuhr weiterer Kaltluftmassen aus Polen zunächst abgeschnitten. Im Bereich des mitteleuropäischen Hochdruckgebietes sind zwar bei uns zunächst noch starke Strahlungsfröste zu erwarten, doch wird bas Einbringen feuchterer Luft wie- der Nebel- und Wolkenbildung begünstigen, sodaß tpa- terhin mit dem Abbau der Froste gerechnet werden kann.
Witterungsaussichten für Samstag: Zunehmende Nebelbildung, aufkommende Bewölkung, Fröste spater sich wieder abschwächend.
Samstag, den 9. Febr. 1929.
6.30: Morgengymnastik. Anschließend: Wetterbericht und Zeitangabe. 12.45—13.15: Schulfunk. 13.15. ©4)afl» platten-Konzert: Orchesterkonzert (Grammophon). 15.05 bis 15.35: Stunde der Jugend. 15.55—16.05: Haus- frauenbienft 16.35—18.05: Konzert des Rundfunk- Orchesters: Alte Tanzmusik. In der Pause: Vereins- nachrichten und andere Mitteilungen. 18.10—18.30. Le- sestunde. 18.30-18.45: Briefkasten. 18.45-1915: Eiperanto-Unterricht, erteilt von W. Wischhoff. 19.15 bis 19.45: Schachstunde. 19.45—20.15: Stunde des Frankfurter Bundes für Volksbildung: „Die Epochen des weltgeschichtlichen Geschehens", Dortraa von Dr Do- ris Dauber. 20.15: Heiterer Karnevals-Abend. (Mit- wirkende werden betanntgegeben.) Anschließend bis 0.30: Von Berlin: Tanzmusik.
Sänser-MaskenDall in Horas
Fastnacht-Samstag, internationaler Sänger - Maskenball im Dletrlch’schen Saale
Grosse Ueberraschung: Feierlicher Einzug sämtlicher Könige von Afghanistan und deren Geloge. Während des Einmarsches wird das bekannte Sanger - Quartett Augustino-Anton;azzy aus Campolungo konzertieren — Erstklassige Musik der Feuerwehrkaoelle aus Wolter’s wissen. Es ladet ergebenst ein
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