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Anzeiger für die Stadt Julda und den Landkreis Fulda

Donnerstag, 7. Februar 1929

Nr 32

v. Hünefeld gestorben

Der Militärputsch in Spanien

^rlcheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen: „Die Welt im Bild" und „Buchenblätter". Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernsprecher Nr. 9. Monatl. 1,80 einschl. Postgeb. (30 bezw. 48 Pf.). ohne Zustellg.

Der Prozeß der norwegischen Staatsbeam­ten. Aus Oslo wird gemeldet: Der Finanzmi­nister wird, wie verlautet, in der Angelegenheit der Löhne der Staatsbeamten an das höchste Ge­richt appellieren. Einer Mitteilung des Finanz­ministeriums zufolge handelt es sich bei den von den Staatsbeamten eingeklagten Forderungen um die Summe von 18 Millionen Kronen jährlich.

wtb. Bombay, 6. Febr. (Eig. Meld.). Die Unruhen haben sich heut« früh fortgesetzt, be­sonders im Stadtbezirk Parel. Truppen bewachen dort die Straßen. Mehrere Personen wurden an­gegriffen, Straßenbahnwagen mit Steinen beworfen.

Unruhen in Colombo.

Trotz des im Straßenbahnstreik abgeschlosse­nen zwölftägigen Waffenstillstandes herrschte in Colombo eine große Erregung. Ein Streikführer wurde mißhandelt Die Polizei verstreute eine Menschenmenge. 15 000 Hafenarbeiter und Eisen­bahner sind in Streik getreten, jedoch hat der größte Teil die Arbeit bereits wieder ausgenommen. Ge­stern abend wurden Steine gegen die Hauptpolizei- wacbe geschleudert. Die Polizei ging dreimal mit der "Waffe vor. Mehrere Personen wurden ins Krankenhaus gebracht. Zehn Polizisten wurden verwundet. Die Lage ist bedrohlich, und die Po­lizei befindet sich in Alarmbereitschaft.

* Der Umgemeindungsenkwurf für Westdeutsch­land. Das preußische Staatsministerium hat den Entwurf des preußischen Innenministers über die kommunale Neugliederung, des rheinisch-westfäli­schen Industriegebietes angenommen. Das preußische Staatsministerium wird nunmehr die­sen Gesetzentwurf unverzüglich dem Staats- r a t zuleiten.

* Derwalkungsrat der Reichsposl. Der Ver­waltungsrat der Deutschen Reichspost genehmigte nach längerer Aussprache den zweiten Nachtrag zum Voranschlag für 1928 und nahm Mitteilungen über die Landpostverkraftung und einige Betriebsangelegenheiten entgegen.

Freiherr von Hünefeld der durch seine Teil­nahme am Ozeanfluge berühmt wurde, ist Diens- tag abend um 10 Uhr an den Folgen einer Ma­gen- und Darmoperation im Westsanatorium in Berlin gestorben.

Beileidsschreiben des Reichspräsidenken.

wtb. Berlin, 6. Febr. (Eig. Meld.). Der Herr Reichspräsident hat an die Mutter des verstorbe­nen Ozeanfliegers von Hünefeld nachstehendes Bei­leidstelegramm gerichtet: „Sehr geehrte gnädige Frau! An dem schweren Verlust, der Sie durch den so unerwarteten Tod Ihres Sohnes betroffen hat, nehme ich aufrichtigen Anteil. Ich bitte Sie und Ihre Familie, den Ausdruck meines herzlichen Beileids und die Versicherung entgegenzunehmen, daß ich dem Verstorbenen, dessen Name in der Ge­schichte der Deutschen Luftfahrt weiter leben wird, ein ehrendes Gedenken bewahren werde. Mit dem Ausdruck vorzüglicher Hochachtung bin ich Ihr sehr ergebener gez. v. Hindenburg."

Vie 5ee-Rüstung.

Verschiebung des britischen Kreuzerbauprogramms.

Aus London wird gemeldet: Der politische Berichterstatter des Daily Ehronicle meldet: Ur­sprünglich waren in dem britifdien Bauprogramm für 1928/29 drei neue Kreuzer vorgesehen: auf einen davon wurde im vorigen Jahre Verzicht ge­leistet. Jetzt sei auch der Bau der beiden anderen Kreuzer, mit dem in diesem Jahre begonnen wer­den sollte, aus unbestimmte Zeit ver­schoben worden. Dieser Beschluß wurde im Ver­laufe von Konferenzen zwischen Baldwin, Cham­berlain und Churchill auf der einen und Bridge­man und den Seelords auf der anderen Seite er- reicht. Er bedarf noch der Bestätigung durch das Kabinett, doch glaubt man nicht, daß er umgc- stoßen werden wird.

Kein Veto Coolidges gegen dos Floklenprogramm.

Aus Washington wird gemeldet: 3m Weißen Hause wurde mitgeteilt, der Präsident mißbillige den Senatsbeschluß, bestimmte Baufristen für das Kreuzerprogramm festzusetzen; er werde jedoch, da er selbst den Bau von Kreuzern wünsche, gegen den Gesetzentwurf voraussichtlich kein Veto ein­legen.

Der Bundessenat hat die Kreuzervorlage unter Beibehaltung- der vom Präsidenten Coolidge ge- mißbilligten Vaufristklausel mit 68 gegen 12 Stim­men angenommen.

„Königreich Jugoslawien". ,

Aenderung der Slnatsbezeichmmg.

Wie die „Wiener Balkan Korrespondenz" er- I fährt, befaßt sich die gesetzgebende Kommission des I Justizministeriums mit e;ner bedeutsamen Aende­rung des Staatsnamens. Im Sinne der bishen- gsn Tätigkeit des Kabinetts Zifkowitschs wird der bisherige Eraatsname, „Königreich der Serben, I Kroaten und Slowenen" in der neuen Verfassung I nicht mehr erscheinen, sondern durch den im Aus- I land landläufig gewordenen Namen „Kömgre'.ch I Jugoslawien" ersetzt werden. In Regierungskrer- I sen erwartet man, daß dann auch sämtliche serbi­schen, kroatischen und slowenischen Vereine kulru- reller, sozialer und humanitärer Natur ihre Stam- rnesbezeichnung im gleichen Sinn der jugoslawisch- nationalen Einheitlichkeit anpassen werden.

Die zahlreichen Regierungsakte des Kabinetts ließen als logisch und vernünftig erwarten, daß die Abänderung der Staatsbezeichnung diesmal Wirk­lichkeit werde. Bereits ’m Jahre 1918 wurden | derartige Anregungen vorgebracht. Damals war es Pasitsch einerseits und der kroatische Nationalrat in Zagreb andererseits, welche sich gemeinsam mit Verschwinden der Stammesgenossen aus der Staatsbezeichnung widersetzten. Wiederholt wur­den im Laufe der vergangenen zehn Jahre dies­bezügliche Anträge in der Skuptschina eingebracht, ohne daß sie jedoch gegenüber kleinen, parteitak- tzschen Gründen durchdringen konnten. Als das Kabinett Zifkowilfch zuerst jene Parteien und Or­ganisationen auflöste, welches Stammes- oder kon­fessionellen Charakter litten, später alle übrigen Parteien verbot, die — wie die Altradikalen — zwar nicht den Stammescharakter im Titel, wohl aber im Herzen trugen, als weiter verlautete, daß auf den Ruinen der Stammesparteien und ihrer Quadratur des Zirkels eine alle Gebiete umfas­sende „jugoslawische Staatspartei" gegründet wer­den würde, da war es klar, daß man aus diesen Tatsachen auch Konsequenzen für den Staatsnamen ziehen werden müsse.

Mit dem neuen Staatsnamen beschreitet das seit Jahrhunderten in Stämmen zerrissene und auf Staaten aufgeteilte südslawische Volk Den Weg, den Frankreich seit Ludwig XIII. ging, den das Deutsche Reich seit 1871 beschritt, den Italien bei seiner Einigung erreichte; aus stammlichsn und geogravhischen Sonderbegriffen entsteht ein Volk, eine Nation. Daß dies am Balkan erst in diesem Jahrhundert sich vollziehen kann — aber auch vollziehen werden wird — liegt I in der Natur der staatshoheitlichen Entwicklung, I die man als Außenstehender mit dem gleichen I Maßstab messen muß, wie bezüglich des eigenen I Volkes.

König Alexander gehl nach Agram.

Der Agramer Bürgermeister Dr. Srkulj wurde I vom König in Belgrad in Audienz empfangen, I nach der er erklärte, der König habe ihm in Aus- I sicht gestellt, daß er in absehbarer Zeit zu einem I längeren Aufenthalt nach Agram, der kroatischen I Hauptstadt, kommen werde.

Die Regierungsumbildung.

Durch das Eingreifen des Reichskanzlers ist, wie die „Voss. Ztg." bemerkt, eine neue Situation geschaffen. Der Kanzler hat für Mittwoch normst» taa das Reichskabinett zusammenberufen. Er will ihm den Vorschlag unterbreiten, der die Brücke sein könnte, auf der das Zentrum wieder in die Regierung zurückfindet nachdem es sich zur Abberufung des Herrn v. ®.ucer“rö aus dem Kabinett entschlossen hatte. Dieser Vor- chlaq ist noch das Geheimnis des Reichskanzlers Er will ihn an das Zentrum erst weitergeben, wenn das Kabinett ihn gutgeheißen hat.

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VDZ. Berlin, 6. Febr. (Eig. Meld.) Der letzte Versuch des Reichskanzlers Müller, eine feste Regierungskoalition zustande zu bringen, we­gen dessen die Zentrumsfraktion des Reichstages ihr« endgültige Entscheidung aus Mittwoch vormst» tag vertagt hatte, bestand in einer Besprechung, die Müller mit den Vertrauensmännern der drei hin­ter der jetzigen Regierung stehenden Parteien nn Kabinett, den Ministern Dr. Stresemann, Koch und von Guerard heute vormittag hatte. Da em Vorschlag des Reichskanzlers auf Grund dieser Konferenz bis 12 Uhr noch nicht vorlag, so wurde die entscheidende Fraktionssitzung des Zentrums noch einmal vertagt, um das Eintressen des Zentrumsoertreters von Guerard abzuwarten.

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wtb. Berlin, 6. Febr. (Eig. Meld.). Reichs- I Präsident von Hindenburg empfing heute denpreu, I ßischen Ministerpräsidenten Dr. h. c. Braun.

aus den Parlamenten. .

Reichstag.

Die Not der Erwerbslosen bildete den Gegenstand der Debatte in der Reichstagssitzung l am Dienstag. Von den verschiedensten Parteien lagen Anträge zu diesem Thema vor, dazu eine kommunistische Interpellation, die dem Reichs- I arbeitsminister Wissest Gelegenheit gab, in einer Antwortrede den Standpunkt der Regierung dar­zulegen Der Minister erklärte, von einem Zusam- I menbruch der Arbeitslosenversicherung könne trotz der gestiegenen Arbeitslosenzahlen keine Rede fern. Zu einer Äenderung des Arbeitslosenversicherungs­gesetzes sei die Zeit noch nicht gekommen.

In der Aussprache beklagten die Redner der I bürgerlichen Parteien besonders die Notlage der I älteren Angestellten.

Sämlliche Anträge wurden dem Sozialpolitischen I Ausschuß überwiesen.

Am Mittwoch stehen auf der Tagesordnung der Kelloga-Pakt, das Gesetz über die Entlastung des Reichsgerichts und das Ärbesterschutzgesetz.

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VDZ. Berlin, 6. Febr. (Cig. Meld.) D^r Haushaltsausschuß des Reichstages trat heute m die erste Lesung des Haushaltes des^Reichs- I verkehrsministeriums ein. Staatssekre- l tär Dr. Gutbrod: Der Minister hat mich beauftragt, feinem lebhaften Bedauern Ausdruck zu geben, daß er infolge der politischen Loge ver­bind e r t ist, den Haushalt des Derkehrsimmste- riurns hier persönlich zu vertreten. Eine Reihe Ti- I tel werden dem Unterausschuß überwiesen, eine Reihe weiterer genehmigt. Einstimmig angenom- I men wird ein Antrag, die wissenschaftlichen Lei- stungsfähigkeiten der deutschen Seewarten nachzu­prüfen. , _

Preußischer Landtag.

Der Preußische Landtag erledigte am Dienstag endgültig die zweiten Lesungen des Gestüts-, Do­mänen- und Forstetats durch Vornahme der zu- rückgestellten Abstimmungen. 3m wesentlichen blieb es bei den Ausschußbeschlüssen.

In der fortgesetzten Aussprache zum Innen- etat nahm Innenminister Grzesinski das Wort. Er setzte sich hauptsächlich mit Angriffen des Abg. Grafen von Garnier (Dnl.) auseinander von de- | nen er erklärte, sie hätten „an Unrichtigkeiten und Schiefheiten nichts ZU wünschen übrig gelob I sen" Es kam dann zu fortgesetzten sturnnscyen Kundgebungen auf der äußersten Rechten und zu den Minister stützenden Gegenkundgebungen der

I Regierungsparteien, so daß während der mehr als I einftünbigen Rede Grzesinskis der Landtagssaal I von tosendem Lärm erfüllt war, den, Präsident I Barels mittels seiner Glocke zu dampfen suchte.

Entschieden protestierte der Minister dagegen, daß die Deutschnationalen immer wieder ihren politi­schen Gegnern die nationale Gesinnung

I absprächen. ... m .

In der weiteren Debatte teilte die Regierung in Beantwortung großer Anfragen mit, demnächst werde eine Denkschrift über die steuerliche Be­lastung der Gemeinden erscheinen. Weiterberatung Mittwoch. #

VDZ. Berlin, 6. Febr. (Eig. Meld.) Der Landtag beschäftigte sich heute mit der 2. Beratung der deutschnationalen Novelle zumGesetzuber Gemeindewahlen. Der Ausschuß hat nun I aus der Vorlage, die in der letzten Beratung auf- I getauchten technischen Bedenken entfernt, so daß jetzt die Möglichkeit geschaffen werden soll, auch m I Gemeinden, die nach dem 1. März 1928 neu ge­wählt haben, ohne zwei Drittel Mehrheit den Bür- germeister, bzw. den Gemeindevorsteher usw. zu wählen. In allen anderen Fällen soll die Wahl- I zeit der Bürgermeister usw. durch die Gemeindever­tretung bis zum 31. März 1930 verlängert wer- I den können, wenn der Stelleninhaber zustimmt.

* Der Nachfolger des Reichsgerichkspräsidenken I Simons. Das Reichskabinett hat, wie die „Vosi.

Ztg." meldet, beschlossen, dem Reichspräsidenten als Nachfolger des Reichsgerichtspräsidenten Si­mons den Ministerialdirektor Sumte vom Reichsjustizministerium vorzuschlagen.

* Staatssekretär Heukamp. Ws Nachfolger des in den Ruhestand versetzten Staatssekretärs I Hoffmann im Reichsernährungsmini st e- I rium ist laut „Doff. Ztg." der dem Zentrum an- I gehörende Ministerialdirektor Heukamp in Aus- I sicht genommen.

Die Unruhen in Bombay.

I Der Inspekteur der europäischen Polizei, Priest - fey, ist im Krankenhause den Verletzungen, die er

I durch Steinwürfe davongetragen hatte, erlegen.

Die Königin-Mutter von Spanien gestorben.

wtb. Madrid, 6. Febr. (Eig. Funkrn.) Die Königin • Mutter Maria Christina ist heute i m Alter von 70 Jahren gestorben. Ma­ria Christina, eine Tochter des Erzherzogs Karl Ferdinand von Oesterreich, vermählte sich 1879 mit König Alfons XII, und führte nach dessen Tode von 1885 bis 1902 die Regentschaft.

• Der bayrisch-preußische Zwischenfall. (Privat- Meldung). Die bayrische Volkspartei-Korrespon» denz schreibt: „Nach einer amtlichen preußischen Meldung erschien der bayrische Gesandte in Berlin Dr. Preger am späten Nachmittag des Montag beim preußischen Ministerpräsidenten Dr. Braun. Der Gesandte soll dem Ministerpräsidenten das Bedauern der bayrischen Regierung über den be­kannten Münchener Vorfall und über die für die Kritik gewählte Form ausgesprochen haben. Dazu ist zu bemerken: In dieser Form wird die Nach­richt des amtl. preuß. Pressedienstes bei dem größ­ten Teil der bayrischen Oeffentlichkeit Erstaunen und Verwunderung auslösen und nicht verstanden werden. Wird dadurch doch der Eindruck erweckt, als ob die bayrische Staatsregierung in aller Form wegen ihres Verhaltens aufgrund der letzten Ber­liner Besprechung sich entschuldigt habe, als ob Bayern vor der preußischen Austasfung in dem ganzen Streitfall zurückgewichen sei. Wir hasten es für gänzlich ausgeschlossen, daß der Schritt des Herrn von Preger beim preußischen Ministerpräsi­denten einen anderen Zweck und Sinn .haben konnte, als die offizielle Uebermittlung der Ant­wort der bayrischen Staatsregierung auf die Er­klärung, die Herr Dr. Braun am vergangenen Samstagnachmittag abgegeben hatte. Ein Hinaus- gehen über diese Erklärung war nach der ganzen Sachlage keineswegs geboten. Sie trug in ihrem Punkte neun dem Gebote der Höflichkeit in sehr

Die Sachverftändigen-Lonferenz.

Wie der „Lokalanzeiger" hört, sind nunmehr die für den Beginn der Sachverständigenkonferenz erforderlichen Vorarbeiten der deutschen Regierung im wesentlichen abgeschlossen. Das zusammenge- ftellte Material umiatzi vor allem genaue stan- stische Aufstellung über Volksvermögen, Einkom­men, Wohlstandsindex, Außenhandelsziffer, Be­triebsvermögen, Zinsniveau unö Steueroelastung. Besonderer Wert ist darauf gelegt, entsprchende Vergleichszahlen des Auslandes hinzuzu- siigen. #

Aus Washington wird gemeldet: Im Wei­ßen Haus wurde auf Anfrage nochmals betont, daß Owen D. Young und Morgan ni ch t d i e R e g ie- rung der Vereinigten Staaten ver­treten, sondern sich lediglich als Sachverständige zur Unterstützung der anderen Sachverständiger' für die Regelung'der Reparationsfrage nach Pans begeben haben. Der Präsident würde es vorzie­hen, wenn eine der beteiligten Regierungen, also nicht die unbeteiligten Vereinigten Staaten, den Vorsitzenden im Sachverständigenausschuß stellen würden, aber die amerikanische Regierung jabe, wie gesagt, damit nichts zu tun, und es sei Sache der Sachverständigen selbst, diese Frage zu ent­scheiden. Einzig und allein die Sachverständigen seien auch in der Lage festzustellen, welche Fragen in ihren Beratungen zur (Erörterung kommen sol­len, und falls von ihnen beschlossen werden sollte, auch die Frage der europäischen Schulden in Ame­rika zur Diskussion zu stellen, so könne freilich die Regierung der Vereinigten Staaten sie nicht daran hindern, fühle sich anderseits aber auch durch der­artige Beschlüsse in keiner Weise gebunden. Die Hauptfrage nach Ansicht des Präsidenten sei, w t e viel Deutschland zahlen könne, und er sehe nicht ein, welche Beziehungen das zu dem Be­trag habe, den die europäischen Regierungen den Vereinigten Staaten schulden.

FuldaerZeUung

für hie Stadt Fulda und den Landkreis Fulda. Amtliches Kreisblatt.

König Alfons XIII. von Spanien.

Die Diktatur in Spanien wird fortgesetzt von neuen Putschen bedroht. Noch ist die Ruhe in dem Artilleriekorps, das in der Vorwoche rebellierte, nicht wieder hergestellt. Und schon wird ein Auf­stand der Garnison in Valencia gemeldet. Es scheint, daß die am 15. September 1923 gegründete Diktatur Primos, die durch die Beendigung des Marokkokrieges in Spanien zeitweilig sehr volks­tümlich war, an Sicherheit von Monat zu Monat verliert. Der 43jährige König Alfons steht vor neuen Entschlüssen.

Nach einer Havasmeldung aus Madrid erklärt die Agentur Fabra die Gerüchte über eine Meute­rei an Bord des spanischen Kreuzers „Don Jaume" für unbegründet, Desgleichen die Nachricht über einen angeblichen Selbstmord der in Giudad Real verurteilten Offiziere.

Nach einer weiteren Havasmeldung aus Madrid hat General Primo de Rivera seinerseits es als falsch bezeichnet, daß es zwischen den Aufstän­dischen und Regierungstruppen zum Kampf gekom­men fei. Nicht ein Schuß sei gefallen. Sämtliche Truppen hätten sich loyal verhalten, abgesehen von einer geringen Anzahl von Artillerieoffizieren, gegen die mit aller Schärfe vorgegangen werden würde. Der Generalkapitän von Valencia habe sich bxi der Verhaftung von Sanchez Guerra nicht um­sichtig und energisch genug verhalten und sei des­halb seines Postens enthoben worden. Er werde vor ein Kriegsgericht gestellt werden. Die Zahl der Politiker, Verschwörer und anderen unzufrie­denen Elemente belaufe sich auf vielleicht 1C00. Das fet die Wahrheit über die Lage m Spanien. Alles andere fei erfunden.

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wtb. Paris, 6. Febr. (Eig. Meld.) Wie .sia- fcas aus Ciudal Real meldet, haben die dortigen 'Leitungen eine Eingabe des Bischofs und EinKaben verschiedener Vereinigungen an die Militärbehör­den des Inhalts veröffentlicht, die Regierung möge ein anderes Regiment nach Ciudal Real in Garnison senden. Auch der Stadtrat habe einen entsprechenden Antrag angenommen.

I' wtb. Madrid, 6. Febr. (Eig. Meld.) Genenal G i l - Y u st e ist zum Befehlshaber der Garnison ^Valencia ernannt worden.

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