Einzelbild herunterladen
 

Mittwoch, 6. Februar 1929

Nr 31

dauert hat, war der A u

gekränkten bayer

Chamberlain überRheinlanbräumung und Reparation

Die

Die Äusstandsbewegung in Spanien

eilt und

,echsmal wöchentlich. Wochendeilagen: „Die Welt im Bild" und „Buchenblätter". Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernsprecher Nr. 9. Monatl. 1,80 einschl. Post geb. <30 be,w. 48 Pf.s, ohne ZusteNg

Die Ministernräsidentschaft hat die vom König unterzeichneten Verordnungen veröffentlicht.

wtb. Paris, 5. Febr. (Eig. Funkm.).

Newnork Herald hält es für unwahrscheinlich, daß

verzichten können, mit ihr glauben umspringen zu können. Wenn die Zentrumsfraktion ihre Ge­schlossenheit bewahrt, wird es ihr nicht schwer fallen, solche Rankünen zu zerbrechen.

Die Volkspartei fordert zwei Sitze im preußischen Kabinett.

Die volksparteiliche Preußenfraktion hat ihre Sitzung abgehalten, in der Abg. Stendel darüber berichtete, daß am Samstag Ministerpräsident Braun ihm eröffnet habe, die Dolkspartei könne bei der Umbildung des preußischen Kabinetts ei­nen Ministerposten bekommen. Nach längerer Debatte wurde einmütig das Verlangen nach zwei Portefeuilles ausgesprochen, was Herr Stendel Braun mitteilen wird.

*

= Berlin, 5. Febr. ((Fig. Meld.) Der Reichs­kanzler setzt heute die Besprechungen mit den ein­zelnen Parteien zur Koalitionsbildung fort, und

Im englischen Unterhaus wurde an die Re­gierung die Anfrage gerichtet, ob es die Politik der Negierung sei, die Regelung der Reparations­frage mit der Frage der Rheinlandräumung in Verbindung zu bringen. Staatssekretär des Aus­wärtigen Chamberlain antwortete: Die Regierung ist ebenso sehr von dem Wunsch beseelt, eine end­gültige Regelung der Reparationen wie eine bal­dige Räumung des Rheinkandes herbeizuführen. Mit beiden Fragen sind große Schwierigkeiten ver­knüpft. Cs kann kein Zweifel darüber fein, daß eine Vereinbarung über das erstgenannte Problem das Zustandekommen einer Vereinbarung über die zweite Frage erleichtern würde. In dieser Weise sind die beiden Fraaen unvermeidlich mit einander verknüpft, und die Regierung wird ihr Möglichstes tun, um die Regelung beider fördern zu helfen.

Parker Gilbert.

nungen bezieht sich auf die Schaffung einer beson­deren Staatsanwaltschaft, die ständigen Charakter haben und direkt von der Ministerpräsidentschaf! abhängen wird. Unter die Zuständigkeit dieser Staatsanwaltschaft fallen alle Fragen, die die Si­cherheit des Staates und der Behörden betreffen Eine andere Verordnung enthält Ausführungsbe- I stimmungen zu einer starken Unterstützung der pa­triotischen Vereinigungen; so wird die Spitzenorga nisation der patriotischen Vereinigung offiziösen Charakter erhalten und das Recht der Vornahme von Untersuchungen und der Mitteilung von Nach­richten haben, um mit den Behörden zusammenzu­arbeiten zum Ziel der Aufrechterhaltung der öffent­lichen Ordnung. Eine weitere Verordnung versetzt den Ministerrät in die Lage, zeitweilig Beamte von ihrem Posten zu versetzen oder abzulösen, die eine feindselige Einstellung gegen das herrschende Re­gime oder die Regierung beweisen oder in irgend einer Art und Weise ihrem PresUge Abbruch tun. Eine andere Verordnung regelt die Aufnahme offi­ziöser Mitteilungen der Regierung in allen Zeitun gen Spaniens; 'jede Zeitung soll ein Sechstel ihre? Raumes der Regierung zur Verfügung stellen.

Neue Verhaftungen in Spanien.

wtb. Paris, 5. Febr. (Eig. Meld.) Nach einer im „Echo de Paris" veröffentlichten Agen­turmeldung aus Ceret besagen die in der vergan- aenen Nacht eingetroffenen Nachrichten aus Spa­nien, daß dort noch weiter größte Verwir­rung herrsche. Der Sohn des verstorbenen spa­nischen Dichters, Dlgco Ibanez, der vornehmlich in Frankreich gelebt hat, sei gestern vormittag, als er aus Mentone nach Valencia zurückkehrte, eben- falls verhaftet worden. General Sanjurjo habe Weisung erteilt, den früheren Ministerpräsidenten Sanchez Euerra unverzüglich an Bord eines Kriegsschiffes zu bringen, das ihn nach einem nicht bekannt gegebenen Bestimmungsort bringen solle Der frühere Krieqsminister Oueipo de Lano und der frühere Minister für öffentliche Arbeiten, Ti­mes seien ebenfalls verhaftet worden. Schließlich besagt die Meldung noch, daß 18 Regimenter ihre Beteiligung an dem Aufstand zu gesagt hatten.

zwar zunächst mit der Deutschen Volkspa r- t e i, dann mit dem Zentrum und dann mu seiner eigenen Partei.

Die bayrisch * preußische Debatte.

Bayern hat seinen Standpunkt Preußen ge­genüber nunmehr gleichfalls offiziell dargelegt. Die Erklärung der bayerischen Staatsregierung kommt zu folgendem Schluß:

„Die bayerische Regierung hat durch den Be­such ihres Ministerpräsidenten bei dem preußischen Ministerpräsidenten in den schwebenden lebens­wichtigen Fragen die notwendige Uebereinstim- mung zwischen Preußen und Bayern herzustellen sich bemüht. Nichts liegt ihr ferner, als in Bayern eine „preußenfeindlicheStimmung zu nähren. Das Verhalten der verantwortlichen preußischen Staatsminister, insbesondere das des preußischen Finanzministers, das auf diesen Besuch folgte, ließ leider keine andere Auffassung zu, als daß Preu-

FuldaerZettung

Anzeiger für die Stadt Aulda und den Landkreis Jutda. Amtliches Kreisblatt.

der Generalagent für die Reparationszahlungen, Parker Gilbert, vor Eröffnung der Sachverständi- gen-Verbandlungen durch die erste ofst.stöje Zu­sammenkunft am Samstag noch die geplante Reise nach Berlin unternehmen werde, da sein Gesundheitszustand sich noch nicht genügend gebesiert habe. Der Ereelsior stellt außerdem fest, daß Parker Gilbert seit seiner Ankunft in Paris infolge einer Grippeerkrankung noch nicht die be­absichtigten Unterredungen mit dem Ministervrä- sidenten Poincare und dem Gouverneur der Dank von Frankreich haben konnte.

Mussolini und die Reparation.

Aus Rom wird gemeldet: Im letzten Mini­sterrat sprach Mussolini- im Verlaufe der üblichen Erklärungen zur auswärtigen Politik auch über den gegenwärtigen Stand der deutschen Repara­tionsoerhandlungen. Diese Erklärungen werden erst jetzt veröffentlicht. Nachdem Mussolini fest- gestellt hatte, daß das Reparationspro'-lem nach wie vor das internationale politische Le­ben beherrscht, und nach einer Anspielung auf die nächste Sitzung des Sachverständigenkomitees in Paris fügte er hinzu, die faschistische Regierung wünsche diesen Arbeiten den besten Erfolg.

Gegenüber den anderen Gläubigerregierungen und gegenüber Deutschland sei der Faschismus willens, zu bleiben, was er auf allen vorherge­henden Entwicklungsstufen dieser Frage war, näm­lich ein fruchtbares Element des wirtschaftlichen Wiederaufbaues und der Stabilisierung Europas, ohne vorgefaßte Meinungen, und offen jeder billi­gen und vernünftigen Möglichkeit. Italien sei­nerseits erwarte von den anberen, daß bei dec Neuregelung der von Deutschland geschuldeten Re­parationen auch Itasiens unverjährbaren, auf dem Prinzip der Reparationsschulden aufgebauten Ansprüchen Genüge geleistet wird, entsprechend der erst kürzlich im Memorandum vom 12. Novem­ber wiederholten Angabe, in dem Italien $ur Genfer Entscheidung Stellung nahm, Italien könnte unter keiner anderen Bedingung sonst seine Einwilligung geben, ohne ungerecht gegen sich selber zu sein und gegen die Sache des europä­ischen Wiederaufbaues.

Die Kommerzialisierung.

Der „Neuyork Herald" spricht von den in Pari­ser Kreisen erörterten Plänen, bei den Beratungen des Sachverständigenausschusses das Problem der Kommerzialisierung völlig auszuschalten und die Kommerzialisierung einer halbständigen Ex­pertenkommission zu übertragen, die die deutschen Eisenbahn- und Industrie-Obligationen auf ton Weltmarkt in Serien entsprechend der Aufnahme­fähigkeit unterbringen sollte. Die erste Serie würde sich auf 500 Millionen Dollar belaufen. Man nimmt an, daß etwas weniger als die Hälfte die­ses ersten Schubs vom amerikanischen Markt aus­genommen werden könnte. Das gleiche Matt will mitteilen können, daß hierin gut unterrichtete Kreise die Festsetzung der Dawes-Annuität auf rund zwei Milliarden Mark anneh­men.

Im „Petit Parisien" spricht Seydoux davon, daß der Sachverständigenausschuß grundsätzlich die Kommerzialisierung der deutschen Schuld entschell den und auf'diese Weise die Wege für die Mobili­sierung vorbereiten könnte. Die Mobilisierung selbst aber, die mehrere Jahre beanspruchen werde, würde ohne Zweifel einem internationalen Ban- kenkonjortium übertragen werden.

Havas erhält aus San Sebastian eine längere Zuschrift über die Vorfälle, die sich in Spanien in der letzten Woche abgespielt haben. Aus diesen Mit­teilungen seien folg-nde Stellen wiedergegeben:

Es ist richtig, daß die Regierung rasch H e r r i n der Lage geworden ist. In Madrid zeigte sich nicht das geringste Symptom von Unruhe. Fest steht aber, daß der kürzliche Aufstand, wenn er auch rasch unterdrückt wurde, die ernsteste oppositionelle Kundgebung gewesen ist, die seit Einführung der Diktatur stattfand. Valencia zeichnet sich seit länge­rer Zeit durch seine republikanischen Ansichten aus. Gleichzeitig mit dem Aufstand in Ciudad Real und der Aktion Sanchez Guerras in Valencia fand in Alcoy ein Generalstreik statt. Es ist nicht er­staunlich, daß die Sozialisten gegen die Diktatur Partei ergriffen haben, obwohl diese nach Ansicht gewisser konservativer Kreise gerade den Sozialisten gegenüber großes Entgegenkommen bewiesen habe. Die Opposition setzt sich aus sehr verschiedenen Ele- mert-n zusammen: 1. d-r Artillerie (mveft-llos nnd die Ereignisse in Ciudad Real mit den Ereignissen vom September 1928 in Segovia in Verbindung zu bringen) 2. der Marine (Cartagena) und 3. konservativen Politikern (Sanchez Guerra hat viele Freunde und Bewunderer). Man behauptet sogar, daß auch innerhalb der Zivilgarde Unzufriedenheit herr'che meqen der Ernennung des Generals San­jurjo zum Befehlshaber dieser Garde. Das G-rück» oeht um, daß der Befehlshaber der Ziniloarde in Ciudad R"al verhaftet worden ist; eine Bestätigung war jedoch nicht xu erlangen. Ein Teil der kom­promittierten Militörpersonen ist nach Portu­gal geflüchtet. Die Festnahme Sanchez Gauer- ras. der große Achtung genießt, ist für die Regie- nmg kein Erfolg. Das Gefängnis, in dem Sanchez Guerra sich befanb, konnte nicht gebeizt werden. Man stellte in die Zelle ein offenes Kohlenbecken; die dadurch entstehenden Gase hätten den Gesänge- n»n beinahe erstickt. Der Erfolg d-r Regierung ist nichts weiter als eine provisorische Lösung.

DDZ. Berlin, 5. Febr. (Eig. Meld.) I» I Reichstag beschäftigte sich heute der Auswur- tige Ausschuß mit dem deutsch-litauischen Handelsvertrag und dem deutsch-russischen Finanz­abkommen, die nach kurzer Aussprache dem Han- delspolitifchen Ausschuß überwiesen werden. Dann folgte die Beratung des Kelloggpak- t e s An der Aussprache beteiligte sich aucy der Reichsaußenminister Dr. Strefemann.

D.D.Z. Berlin, 5. Febr. (Eig. Meld.) Nach längerer Aussprache g e n e h m i g t e d i e M e hr- h e i t des Auswärtigen Ausschusses den K e l l o gg- Pakt und nahm gleichzeitig folgende Resolution des Abg von Rheinbaben (D.V.P.) an:

Der Reichstag erwartet, daß die ReichsregSe» nung entsprechend der Erklärung in der Note des Reichsministers des Auswärtigen an den amerika-

I uischen Botschafter in Berlin vom 27. April 1928 das Inkrafttreten des Kellogg-Paktes zum Anlaß

I nimmt, um auf Grund dieser neuen Garantien für die Erhaltung des Friedens bei den Regierungm

I der Vertragspartner und im Völkerbünde auf E r- I -Altung her Verpflichtung zur ollge. I meinen Abrüstung sowie zum Ausbau der I Möglichkeiten vorhandene und entstehende Gegen- I sätze der Dölkerinteressen und offenkundige Unge- I rechtiakeiten auf friebfithem Weae zu be« I festigen, mit allem Nachdruck hinzuwirken.

Zum Schluß wurden noch Reparationsfragen I behandelt.

DDZ. Berlin, 5. Febr. (Eig. Meld.) Von der I deutfchnationalen Reichstaasfraktion ist I antragt worden, in den Haushalt für 1929 3 Mil- I Honen Mark zur Förderung des Luftschutzes I < ü r die deutsche Z i v i lb e v ö l ke ru n a rn» I msetzen. Ein D e ck u n g s v o r sch l a g schnnt I dem Antrag nicht beigefügt zu sein.

Preußischer Landtag.

I Der Preußische Landtag beendete am Mon'ag unächst die Aussprache zum Forstetat. Die Ab- I ’tinpnitngen sollen am Dienstag ef-Tgen. Land- I vir'tfchaftsminister Dr. Steiger, ter noch das I Wort nahm, wies im Zusammenhang mit den I gegenwärtigen preußisch-bayrischen Auseinander- I Atzungen darauf hin, daß Preußen allein an Forst- I besitz auf gründ deS Versailler Vertrages Werte I von 1,7 Milliarden verloren habe, deren Derzin- I lung auch nur zu 2 Prozent das Reich allein 34 Millionen kosten würde, während der Finanzmini.

I fter für die Verluste auf allen Gebieten zusammen nur 25 Millionen Zinsmhlungen eingesetzt habe. Im übrigen meinte er, daß man einen Schutz für daS deutsche Holz nicht entbehren könne.

Das Haus begann noch die zweite Beratung des Etats des Innenministeriums. Der Hauptausschutz hat sich namentlich mit den Grenz- I gebieten beschäftigt, und schlägt dem Hause einen I neuen GrenzfondS von 15 Millionen für Dauer- I maßnahmen vor. DaS Staatsministerium soll zu- I gleich die Reichsregierung zu einem entsprechenden I Vorgehen veranlassen.

• Die Beratung wird DienStag fortgesetzt. Auch 1 der Innenminister will dann das Wort nehmen.

geschaffen, wo die „kulturjortschnttllchen" Aussas- sungen deS Zentrums in einem unmittelbaren und sehr sichtbaren Gegensatz zueinander gem ­eine Lösung der so wichtigen kulturpolllifchen Fra- I gen der Strafrechtsform unmöglich gemacht wurden. Man operierte also mit dem Hinweis, daß die Zentrumsfraktion wieder in einen parlamentarischen Robust and geraten würde, der sie zwingen mäße, die Verantwortung für das Schellern der Straf­rechtsform auf sich zu nehmen. Dieses Manöver schetnr durch einige ernste Unterhal.ungen cinPar- , lammt als unnütz erkannt worden zu fern. Dafür l bereitet sich aber neuerdings eine andere Tak.ik vor, um das Zentrum abzuhalten, ferne derer. als berechtigt erfanden Forderungen durch'Usuhren »der die Konsequenzen zu ziehen, fall- ste nicht erfüllt werden. Man will die Verhandlungen noch unr eine Woche hinauSschieben, also bis zu dem Tage, da die Reparationskonferenz Zusammentritt. Man kalkuliert, daß, wenn es gelänge, dre Regie- ^ungLerweiterung bis dahin hinaus uzögern, die pen* hurttifraftion nicht mehr in der Lage sein wurde, b-e Autorität der Reichsreaierung durch Zuruckzrch- ung ihres Vertreters im Kabinett, v. Euerard, zu schmälern. Zum mindesten würde es daS Zentrum

wagen, dem Kabinett Schwierigkeiten zu suchen, wenn eS auch im Kabinett nicht mehr ver- “tien ^in würde. Man will also die Zen rumS- Aktion wieder in einen „parlamentarischen Not- Wand" versetzen, der ihre Handlungsfreiheit ein- Wanken würde. Wir glauben zu wissen, daß auch ^rhch^st^es^^betzh^ämerw^Ewie ^Pmst^ei^^di'e 'auf biTim Hinblick auf die Zwischenfälle der letzten btt loyale Mitarbeit der Zentrumspartei nicht! Woche beschlossen worden sind. Eine dreier Derord-

Das Bedauern der bayerischen Regierung.

wtb. Berlin, 5. Febr. (Eig. Meld.). Der Amtliche Preußische Pressedienst teilt mit: Der bayerische Gesandte in Berlin, Dr. von Preger, erschien am Spätnachmittag deS Montags beim preußischen Ministerpräsidenten Dr. Braun. Ter Gesandte sprach dem Ministerpräsidenten das Sc­hauern der bayerischen Regierung über den be- kannten Münchener Vorfall und über die für die Kritik gewählte Form aus. Der preußische Ge­sandte in München, Dr. Denk, verläßt heute, Dienstag, Berlin, um sich toi eher auf fernen M ünchener Posten zu begeben.

aus den Parlamenten.

Reichstag.

Der Reichstag verabschiedete am Montag di» HandwerkSnovelle. Die in ihr enthaltene Verbesserung der Organisationsformen des Hand- Werks wurde allerseits anerkannt. Die einzige Aen- derung gegenüber den Ausschußbeschlüssen war die Wiedert^rstellung der vom Ausschuß gestrichenen Bestimmung, wonach Zwangs Innung sm ei- st er Mitglieder ihrer freien Innung blechen kon-

Die Genehmigung zur Strafverfolgung des Abg. Strasser von den Nationalsozialisten wurde gegen die Stimmen der Kommunisten und der Na- tconalsoziallsten erteilt.

Die zweite Hälfte der Sitzung war mit der ersten Lesung des Entwurfs über die unehelichen Kcnd er ausgefültt. Dieses Gesetz, das h^er schon gewürdigt wurde, ist eine Novelle zum BGB. Es will, wie Reichsjustizminister Koch in ferner Be- arünbungsrebe betonte, ermöglichen, daß die eiter- iiche Gewalt über uneheliche Kinder der Muller oder auch dem Vater übertragen werden kann.

Nächste Sitzung Dienstag 3 Uhr: Erwerbs'?'ew sürsorge und Vorlage über Schaffung eines -•? stellungszwangeS für ältere Angestellte.

parlamentarische Notzustände. I

Das Wort vom parlamentarischen Notzustand I fit geprägt worden, als vor zwei Jahren die Zen- I trumssrattion des Reichstages im Gegensatz zu I ihren vorher gefaßten Beschlüssen in eine Rechts- I koalition eintrat. Die Negierungsverhandlungen hatten fast zwec Monate gedauert, nachdem bas Kabinett durch einen Mißtrauensantrag der So- I italbemotratie, der von den Deutsch- i nationalen unterstützt wurde, gestürzt worden I war. Die Sozialdemokraten wollten die Große Koalition bilden, aber die Deutsche Volkspariei sah lieber den Eintritt der Deutschnationalen ins Kabinett, sodaß es zu einem heftigen Ringen zwi- I scheu der Zenttumsfraktion und der Deutschen I Dolkspartei um die Form der Regierung kam. Der größere Teil der Zenttumsfraktion wünschte | mit der Sozialdemokratie zusammenzugehen, doch I wurde das Bestreben der Deutschen Volkspartei aus Wiederherstellung einer Rechtskoalitiou wie I zwei Jahre vorher durch einige führende Zen- trumsmänner unterstützt, die sich durch den sozial­demokratischen Mißtrauensantrag verletzt fühlten. I Da die Zenttumsfraktion sich mehr als die Deutsche I Dolkspartei für ein glattes Funktionieren des Par- I lamentarismus verantwortlich fühlt, war das Ende des Kampfes leicht vorauszusehen. Die Deutsch: I Dolkspartei bewies die größere Rücksichtslosigkeit gegenüber dem moralischen Prestigebe- I dürfnis des Reichstages. Unter der Führung des Reichskanzlers Marx wurde dem „parlamentarischen Notzustand" dadurch ein Ende gemacht, daß die Koalition mit den Deutschnationalen geschlossen wurde. Durch gewisse, aber nur taktisch gemeinte Erklärungen der Deutschnationalen, die sogenannten Richtlinien, wurde die innere Härte des ganzen Vorganges für die Zenttumspartei abgemildert.

Die Schaffung „parlamentarischer Notzustände" zur Zermürbung der bisher so starken parlamen­tarischen Position der Zenttumsfraktion scheint alb mählich zu einer gewissen Hebung zu werden. Das erste Mal hat es Dr. Luther versucht, der tm ersten Kabinett Marx Reichssinanzminister war, und sich durch seine Arbeit auf der Londoner Daweskonferenz eine außerordentlich wichtige Stel­lung in unserem politischen Leben gesichert halte. Nach den Dezemberwahlen im Jahre 1924 stieß die Regierungsbildung deshalb auf große Schwierig­keiten, weil die Deutsche Volksparei die Deutsch- nationalen ins Kabinett einbeziehen wollten. In der Regierung war Dr. Luther nicht zu entbehren, stellte sich aber für seine Person auf den Stand­punkt, in kein Kabinett eintreten zu können, das nicht ein Kabinett einer parlamentarischen Mehr­heit sei. Das bedeutete damals, da es die Sozial­demokraten ablehnten, mit der Deutschen Volks­partei eine Koalition zu bilden, die Unvermeidbar­keit eines Nechtskabinelts. Der bisherige. Kanzler Marx konnte in ein solches Kabinett. nicht ein- treten, es konille nur unter einer Reichskanzler- schäft Luther gebildet werden. Die Rechlskoalition ist denn auch durch Dr. Luther, indem er durch seine vorhin erwähnte Erklärung für das Zentrum einen .parlamentarischen Notzustand" herstellle, gebildet worden.

In der Folgezeit ist wiederholt die A u t o r i t ä t des Reichspräsidenten mißbraucht worden, um die Zenttumsfraktion zu bedeutsamen Ueber- zeugungSopfern zu zwingen. In der Frage des Duellgesetzes ist das in einem gewissen Matze ge­lungen. AIS der Versuch nach dem Scheitern der Verhandlungen über das Reichsschulgesetz wieder­holt wurde, zeigte sich allerdings die Fraktion sehr spröde. Weil ohnehin Reichstagswahlen vor der Türe standen, kündigte sie die Koalition mit der Deutschen Dolkspartei und erzwang eine baldige Reichstagsauflösung. In eine eigentliche Oppo- sltionsstellung allerdings ist die Fraktion damals nicht eingetreten.

Neuerdings stehen wir vor ähnlichen Manövern, die den Regierungswillen der Zenttumsfraktion oder besser gesagt die Uebernahme einer größeren Verantwortung als sie zur Zeit besitzt, hemmen sollen. Zunächst hat man mit dem Gedanken operiert, daß die SiraftechtSform scheitern würde, wenn die Zenttumsfraktion^ im Kqbinett zu stark vertteten sein würde. Es würde dann ein Zustand

ßen in diesen Fragen Bayerns Gegner ist. Die Aeußerung des bayerischen Finanzministers tn der Münchener Pressebesprechung am 31. Januar, ir.e er vom ersten Augenblick ihrer Form wegen be­dauert hat, war der A u f s ch r e i d e s z u t i e ftt gekränkten bayerischen Rechtsemp­findens, dem nur durch Erfüllung der durch Staatsverträge verbrieften Rechtsansprüche Bay­erns Genüge geschehen kann."

Anzeigen.Preise «lemtetle ((Solonel) lotai u 1 £> JUL

auswärts 0,20 JUl Reklame,eile: lokal 0£0 JUL 563ut)tQ auswärts 0,80 JUl. Bei Wiederholungen Rabatt.

Pofticheckkonto Fronkturt a. M. Nr 4051