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Fuldaer Zeitung

Deutsche Heereö-Skimristerschasten in Klingenthal

General yeye beim Start zum 25 Kilometer-Skilauf der Reichswehr

TRannschafks-Palrouillenlauf unserer Reichswehr.

feite wie du ein Sprüchlein: Des Menschen Feinde sind seine Hausgenossen ....

Der Mann im Monde.

In Klingenthal kam der Militär-Patrvuillen» lauf über 25 Kilometer als erster Teil der deutschen Heeresmeisterschaft zum Austrag. Auf der lan­gen Strecke war eine Höhendifferenz von 300 Me­ter zu überwinden. 18 Mannschaften starteten. Jede Mannschaft bestand aus einem Offizier und

ist doch zuweilen die „christliche Nächstenliebe. Schreibst du mir deine Adresse, so sende ich auch dir ein Heiligenbildchen und schreibe auf die Rück-

vier Mann, die geschlossen das Ziel erreichen mutz­ten. Bon den Gebirgstruppen schnitt am besten die Münchener Pioniermannschaft ab (2 Stunden 18 Min. 17 Sek.) Unter den Flachländern fiel der Sieg dem Magdeburger Infanterieregiment zu (2 Stunden 39 Min. 13 Sek.).

Ihr lieben Abstinenzler, ich habe es wirklich nicht so schlimm gemeint. Im Faste der ©rippe ist Alkohol doch mir als Medizin gedacht. Für mich allein trinke ich von dem Stoff so wenig, daß eine Verallgemeinerung dieser gesunden Praxis momen­tan eine wirtschaftliche Katastrophe heraufbefchwö- ren würde. Ich achte ehrlich das herrliche Beispiel der ganz Enthaltsamen, wie ich denn nach langer Hebung es dahingebracht habe, fremde Tugend neidlos betrachten zu können. Wenn ich in Zukunft noch einmal Prosit sage, dann habe ich immer ein Glas Fachinger in der Hand oder Emser Wasser oder Fürst-Bismarck-Ouell ober wie die Gesund­brunnen der Natur sonst heißen mögen. Ich weiß auch, daß ihr das Prinzip der Freiheit nicht anfech­tet und darum weit entfernt seid von jener ameri­kanischen Praxis, die jüngst die Ziffern der Grippe­erkrankungen nur darum so hoch emporschnellen ließ, weil ein Grippekranker statt % Liter einen Ganzen von staatswegen sich zusprechen lassen durfte. Also schließen wir unfern Frieden!

Viel peinlicher sind heute die Steuerfragen. Ein Gutes haben die oft so drückenden Finanzen, daß sie nämlich von einer unerbittlichen Wahrhaftigkeit sind. Ueberall kann man muscheln und schwindeln, aber in einem Finanzministerium ist das auf Sie Dauer nicht möglich. Ferner kreist in diesem Res­sort der Blutlaus des staatlichen Lebens. Kommt Sa immer weniger ins Herz zurück, als hinausgepumpt worden ist, nun, dann stellen sich eben Bläffe und Schwindsucht ein. Ob da ein Kommunist sitzt, ob ein Nationaler, ob ein Zentrumsmann, ob ein Sozialist, bezahlt muß halt werden! Viele Dokto­ren melden sich heute zum Wort, vor allem solche, die dem Reich einen Erholungsurlaub in der Villa Sparsamkeit empfehlen. Die Frage ist nur, wie mnn das anfangen soll? Wer unter allen den Aerzten hat noch den Mut, dem Kranken Sie volle Wahrheit zu sagen und vor allem diese Wahrheit auch praktisch anzuwenden? Beeilt euch, sonst wird noch ein Doktor Eisenbart berufen unS der wird dann auf seine Art kurieren! Oder wird Pierpont Morgan helfen? Schwere Scblcksalsentscheidungen fallen, während das souveräne Volk Fasching feiert.

Es ist im Augenblick wohl die wichtigste Frage für uns, ob das parlamentarische System bei uns die Krast aufbringt, das Durchgreifende in der Ver­waltungsreform, in der Aenderung des Wahlrechts und in ähnlichen Fragen zu tun. Selbst ausge­sprochen demokratische Blätter sagen es heute frank und frei heraus, daß wir mitten in eine Krise Ses Systems geraten find. Hat man oft davon gespro­chen, es müsse die formale Demokratie mehr und mehr einer vom deutschen Wesen erfüllten weichen, so läge die Rettung wohl darin, daß wieder mehr Persönlichkeit und Berantwortungssreudig- keit und Iungmännerkraft eingeschaltet würde. Wenigstens ist das io die Stimmung im ßanSe, wo man eben fühlt, daß die Lage ernst ist und daß vie­len das Wasser schon bis an den Hals geht. Man täusche sich nicht, wenn nun allenthalben die Mas­kerade im Lande wieder beginnt. Manche TOasfe ist dabei, unter der großes Elend weint. Und auch nicht Fasching ist, manche Fassade glänzender Fir­men ist doch nur noch eine Maske des Banke- rotts, der in Wirklichkeit dahintersteht.

Wollte man zunächst einmal prüfen, wieviel Geld ganz unnütz vertan wird! Fuhr ich da neu- sich an einem mächtigen Bau vorbei, der eine Stadtbibliothek werden sollte. Alles gut, aber es gab dort schon Möglichkeiten genug, sich Bücher zu

M 29.

Sonntag, ven 3. Februar 19.9.

I verschaffen. Gewiß, man kann nicht genug tun für die Bildung der Menschen, und es sind Bildungs- fragen heute überhaupt Trumpf. Aber die Frage ist doch, ob diese Einrichtungen und das tatsächlich vorhandene Bedürfnis etnanSer entsprechen. Wir bemerken nämlich, daß in breiten Schichten des Volkes, dem Bildungsmöglichkeiten wie noch nie zu Gebote stehen, in Wirklichkeit die Bildung nicht zu­nimmt. Betrachtet man zum Beispiel den Film, so konnte sich ein so meisterhaftes Stück, das in aller Welt als die beste Leistung des letzten Jahres ge­priesen wurde, in Serini nur acht Tage halten. Es mußte dann jenen minderen Erzeugnissen weichen, die heute sich wieder stark geraSe in Ser deutschen Filmindustrie oorbrängen. Ich weiß nicht, ob es nicht besser gewesen wäre, bie Ausgaben für bie die Stadtbibliothek zunächst bem Wohnungs­bau zuzuwenden. Ein letztes Urteil darüber ist freilich schwer.

Das führt unmittelbar auf eine tiefere Erwä­gung. Ein angesehener Schulmann sagte mir mit Rücksicht auf bie große Zahl der diesjährigen Abi­turienten: Ob wir nicht in Gefahr kommen, unser ganzes Volk einfach zu „v er sch ulen"? Wir gelten bekanntlich in aller Welt als unerträgliche Schulmeister und bas nicht zuletzt darum, weit wir nicht ruhig sind, solange wir es nicht Schwarz auf Weiß nach Haufe tragen können. Fast alle unsere großen Dichter haben sich als Erzieher' gefühlt, auch der eben von allen Parteien beinahe mißhandelte Lessing. Für die Erziehung, die das Leben selbst leistet, die aus der Betrachtung der Natur erwächst, die in lebendiger Anteilnahme an den Vorgängen ber Oesf-ntlichkeit unb nicht zuletzt in einem reli­giösen Dasein liegt, haben wir kaum etwas übrig.

An biefer Stelle mochte ich ergämtenb mitteilen, was mir ein „Zöllner", wie er sich bescheiden nennt, über bas Anwachsen ber Beamtenziffern unb ihre Ursachen auseinanbersetzt. Sehr stimme ich dem „Zöllner" zu, wenn er der Ansicht ist, man könne im Verechtigungswesen nicht alles über einen Lei­sten schlagen, unb anders seien bie Anforderungen, je nachdem es sich nun um Steuer, Post, Bahn, Zoll, Justiz nsw. handele. Da hat er recht, unb auch darin, daß man nicht einfach die Vorbildung zurück- schrauben könne, wenn einmal eine gewisse Höhe er­reicht sei.

Und nun bittet mich, um auch auf diesen Brief noch zurückzukommen, ein Töchterlein des Landes, etwas über die Pflichten der Väter zu schreiben, die ihre noch so sittsamen Kinder wohl in die Tanz­stunde, nicht aber bann auch zum wirklichen Tanze gehe nlassen. Da ist nun guter Rat teue< unb es käme am Ende gar ber weise Salomon in Ver­legenheit. Was bieses Kind betrifft, so möchte ich Fürsprache einlegen, vorausgesetzt natürlich, daß es sich, wie hier selbstverständlich, um ein durchaus ehrbares Vergnügen handelt. Man muß den Teu­fel vom Harmlosen zu unterscheiden wissen, sonst beginnt er auch mit den Harmlosigkeiten. Geschäfte zu machen. Und schließlich sind alle Tränen b’tter, auch jene, die ein lebensfrohes Ding weint, weil Va­ter es nickt zum Tanze läßt. Also,'Väterchen, glaub an dein Kind!

Endlich wäre noch ein Brief zu erwähnen, der mir einen Tropfen Wermut in den Lebensbecher mischt. „Stilles Fr-tzchen", wie du dich nennst, du bist doch nicht ganz recht orientiert. Was du Lie­bes sagst, dafür danke ich dir. Was du aus Gehäs­sigkeit schreibst, das verzeihe dir Gott. Lies zu bet. ner Erbauung in ber Schrift bie ßegenbe von dem Splitter und von dem Balken . . , O, wie boshaft

3. Blatt.

Druck der Fuldaer Acklendruckerei, Fulda

Rund um die Woche.

Eine Heine Entschuldigung. — Villa Sparsamkeit. — Mehr Persönlichkeit. — Die Gefahr der Verschulung. — Aus meinem Brieswechsel.

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*

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* ins

Franz WcnZGly Mittelstraße 8

während des ganzen Abends fällt kein Wort mehr über I

Herren-ü. Knabenmützen

Sie Ihr Mitleid, Elvira, sie verdient es Mutter, die ihr Kind verließ, verdient es

31)

„Sparen nicht. Eine

Treue Herzen.

Roman von Marie Harling.

matten Lächeln; da weiß sie, daß er ihre Bitte erfüllen will.

„O Roger, wie konnten Sie solch flehentlicher Bitte widerstehen?"

Der lichte Augenblick der Kranken aber ist schon wie- der vorüber. Doch auch der scheue, ängstliche Ausdruck ist aus dem blaffen Gesicht verschwunden, ein stilles, glückliches Leuchten liegt über demselben.

diese Angelegenheit. Am andern Morgen aber, als El­vira mit tränenfeuchten Augen zum' letzten Frühstück kommt, da tritt auch Roger reisefertig aus seinem Zim- mer. Elviras erstaunten Blick beantwortet er mit einem

Wer seine Kinder zum vernünftigen Sparen erzieht, erweist ihnen den besten Dienst fürs Leben.

Städtische Sparkasse gegr. 1825

früher Friedrlchsmarkt — jetzt Bahnhofstraße Nr. 5 Ausgabe von Helmsparkassen.

nicht besser. Alles kann ich ihr vergeben, nur dieses eine nicht," erwidert Roger hart.

„Doch Roger, Sie müssen vergeben, Sie dürfen diese Frau nicht mit dem strengen Maßstab Ihres Ehr­gefühls messen. Bei Ihnen wirkten Geburt und Er­ziehung zusammen, um Ihnen einen Halt fürs Leben zu geben. Aber bei Ihrer Frau lag der Hang zum Ko­mödiantentum im Blut. Sie sehnte sich in ihren alten Umgangskreis zurück. Als Sie es ihr abschlugen, nahm sie sich selber die Freiheit. Sie war jung und leicht­sinnig, sie glaubte vielleicht. Sie würden sich mit der Zeit mit ihrem Schritt aussöhnen."

Roger blickte sinnend in das von warmem Glanz überhauchte Gesicht des jungen Mädchens, nun nimmt «r ihre Hand in die feine.

„Um der Fürsprache dieses treuen, reinen Herzens willen soll jener Frau vergeben sein. Edith sagte mir dasselbe, was Sie mir sagen; doch ich konnte nicht dar­über hinwcgkommen, daß sie ihr Kind verlassen hat. Sie hat ja tm Anfang öfters geschrieben, sie verdiene genug für uns alle. Doch ich habe ihre Briefe zer- rissen, geantwortet habe ich ihr nie. Mein Stolz ver­bot es mir, mich von dem (Selbe meiner Frau ernähren zu lasten."

„Roger," bittet Elvira, und In ihren Augen glänzen Tränen, „darf ich einmal zu Ihrer Frau? Sie ist ja nicht krank. Mir ist, als könne ich das unglückliche We­sen trösten."

Roger fährt zurück, in seinen Augen liegt ungläu­biges Staunen.

„Was wollen Sie dort, Elvira?", stößt er dann her- oor, „solche Orte sind kein passender Aufenthalt für Sie."

„Doch, Roger, ich bin stärker, als Sie glauben. Bitte, lasten Sie mich einmal zu ihr."

Roger antwortet nicht; es spiegelt sich der innere Kampf auf seinem sonst so beherrschten Gesicht. Auch |

Edith und Lilly gehen mit zur Bahn. Lillys mun­teres Geplauder hilft über das Weh der Trennung hin- weg.

Edith hat vorhin Elviras Hand gedrückt, mit einem vielsagenden Blick ihrer treuen, ernsten Augen.

,^)ch bin so froh, Elvira, daß Sie zu ihr gehen. Ro- ger wollte es mir nicht erlauben. Die Aerrnste ist nicht so schuldig, als Roger glaubt, aber er hat eine stolze, streng ehrenhafte Natur und kann so schlecht verzeihen."

Ein großes, düsteres Haus ist es, in dem man Ro­gers Frau untergebracht hat; aber der Garten, der es umgibt, versöhnt wieder. Er ist groß und schön und voll Sonne. Einzeln und zu Paaren, begleitet von barmherzigen Schwestern, gehen die Kranken dort spa­zieren unter einem blühenden Goldregenbaum steht ein 'egestuhl und in demselben liegt ein zierliches, reizen­des Wesen: Rogers Frau, Lillys Mutter - das sieht ste auf den ersten Blick.

Goldenes Gelock umgibt das zarte Gesicht, aber die ornblumenblauen Augen haben einen seltsamen Glanz.

5.Jarte Wesen den herankommenden Mann er­blickt, geht zuerst ein Aufleuchten über das stille Gesicht,

F°mmt entsetzliche Angst in die weit ge- öffneten Augen.

■ „Roger! , stöhnt sie, „Roger tu mir nichts. Ich tu es gewiß nicht wieder, ganz gewiß nicht!"

Da nimmt der große, starke Mann das zerbrechliche Wesen kraftvoll in seine Arme, er drückt sein Gesicht in d.e goldige Lockenflut. „Liesel, sei ruhig, ich habe dir vergeben, voll und ganz vergeben, um dieses reinen Engels willen, der für dich gebeten."

„Roger! Rogeri", jubeln da die blasten Lippen und ich darf Klein-Lilly sehen? O. Roger, nur ein einziges Mal! Sieh mich an, ich darf meinem Kinde in die Augen fehen, um seinetwillen bin ich rein fleblieben/

Elvira schluchzt laut auf.

11.

Wieder hat Elvira von der Heimat Abschied genom­men. Dieses Mal ist ihr der Abschied unendlich schwer geworden. Lange hat sie am Grabe des Vaters ge­kniet und als dann Walter wie schon so oft gekommen ist, um sie zu holen, da hätte sie ihn am liebsten ge­beten: „Behalte mich hier, Walter, laß dein armes Kind nicht ziehen, ihm graut vor der Welt."

Doch nein, das wäre kindisch gewesen! Warum will sie sich fürchten? Nur weil Roger nicht bei ihr sein tann? Cs muß doch auch ohne ihn gehen — wo hat sie denn ihren Überschäumenden Jugendmut. ihre un­gebrochene Kraft gelassen?

Wie gut und lieb waren alle zu Ihr in der Heimat rote lieb namentlich Walter. Wie besorgt hat er’ ihr ins Auge geblickt, als sie von ihrem Besuch bet Roger fo ernst und still zurückgekommen.

Da hat ste ihm alles erzählt, alles; Roger hatte ihr die Erlaubnis dazu gegeben.

- -Habe ich recht getan, Walter?", hat sie bann unter Tränen lächelnd gefragt.

Da mußte der starke Mann seine ganze Kraft zu- sammennehmen, daß er ste nicht an sich riß und den so lieb lächelnden Mund mit seinen Küssen bedeckte.

Noch einmal liest sie Rogers Brief, den ste gestern tern die weißen Tücher, tie dem Zuge nachwinken, im Wind. Dann, als nichts mehr von den Lieben zu sehen ist, da drückt Elvira sich still in eine Ecke ihres Abteils und durch ihre Gedanken zieht unwillkürlich der Schluß, vers eines Liedes, das sie früher so oft gesungen:

Die Winde durchwehen die Waldesruh

Im Tal und auf der Höh:

Da wehen weiße Tücher einander zu!

Ade, mein Lieb, ade!"

Doch dann trocknet Elvira energisch ihre Tränen. Was kann das Klagen und Jammern helfen? Sie hat j

Stuckfabrik

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es ja selbst so gewollt. Nun muß sie diesen selbst er­wählten Weg auch mutig gehen.

Noch einmal liest sie Rogers Brief, den ste gestern erhalten. Er schreibt jetzt so lieb von seiner kranken Frau, so rührend von dem Wiedersehen mit ihrem Kinde.

Und dann gehen ihre Gedanken wieder zurück zu dem kleinen Heimatdorf, von dem ber rastlos eilenbe Zug ste immer mehr und mehr entfernt.

Ein Lächeln spielt um ihre Lippen. Sie benkt an den jungen Lehrer unb an Marianne; denn sie hat bk still aufkeimende Liebe der beiden wohl gesehen. Ob es wohl bald eine Verlobung gibt?

Im Doktorhau» sitzen Indessen Walter und Marianne zusammen un reden von Elvira.

„Ob ste noch nicht bald genug hat von dem bunten Flitterleben?", fragte Walter bitter. „Ich kann mir gar nicht denken, daß Elvira an diesem Scheinleben Genüge findet."

„Du tust dem Kinde unrecht, Walter. Nicht das bunte Scheinleben zieht sie an, es ist die Kunst, die große, heilige Liebe zur Kunst. Sie ist nun mal ein eigenartiger Charakter unb kann nichj mit bem gewöhn­lichen Maßstab gemessen werden."

„Darin magst du recht haben, Schwester; doch ich ver­stehe das eben nicht. Ich bin ein zu praktisch veranlagter Mensch: solche Schwärmerei ist mir fremd."

„Und hast doch das Kleinchen so lieb, das verstehe ich nicht, Walter!"

Walter ist aufgestanden, mit großen Schritten durch­mißt er das Zimmer.

„Ja, Schwesterherz, hat denn der Verstand etwas mit der Liebe zu tun? Die Liebe ist eben ein impulsive, Gefühl, gegen das wir uns nicht wehren können."

„Auch wohl nicht wehren wollen, Herzensbruder!"

„Wenn Elvira nicht ein so liebes, herziges Kind wäre, ich konnte ste hasten, weil sie dich unglücklich und einsam macht; aber man kann nicht anders, man muß sie lieb haben."

„3n letzter Zeit ist Elvira um vieles ernster geroor» Öen," fügt Marianne bann finnenb hinzu.

..Der Tob des Vaters hat sie arg mitgenommen, ste hat ihn fo sehr lieb gehabt."

(Fortsetzung folgt.)