Fuldaer Zeitung
Gottesdienstordnunst
Berliner Warenhaus in Flammen
pfarrlirche 51
Ansprache, K>
iunt heiligen Geist. 7 Uhr Frühmesse mit
!omm. bes Männerapostolates. 8 Hochamt
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Treue Herzen.
Roman von Marie H a r l i n g.
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konnten die Personenzüge den Tunnel nicht passie- ron. Die Reisenden wurden durch Lastautos weiterbefördert. Die Güterzüge passierten den Tunnel, nachdem die Etsenbahnbeamten vorher mit Gasmasken versehen worden waren.
Zentrum und Mittelstand.
Im Preußischen Landtag führte über die Lage des Mittelstandes und die Mittel zur Behebung der materiellen Not im Handel und im Handwerk sowie im gewerblichen Mittelstand der Zentrums- adgeordnete A l t e g o e r u. a. folgendes aus:
Die hohen Ausländsanleihen belasten unsere Wirtschaft mit einem hohen Zinsendienst, der die Selbstkosten erhöht und dadurch den Export erschwert. Die Entwicklung unserer Handelsbilanz gibt uns ein Bild der gesamten wirtschaftlichen Verhältnisse unseres Landes, das doch allseitig mit der Weltwirtschaft verflochten ist. Der Umfang von Erwerb und Ablaß bleibt noch weit gegen t)ü Friedensverhältnisse zurück.
, Auch die Notlage im Handel und Handwerk wird allseitig anerkannt. Es fehlt dem Handel und Gewerbe bei der schlechten Geschäftslage und bei dem, Druck der öffentlichen Lasten die Möglichkeit, genügendes eigenes Kapital zu besitzen. Flüssiges Geld aus anderen Kreisen wird nicht genügend als Sachkapital der Wirtschaft zugeführt, sondern erzielt als Dank- und Leihkapital höheren Zinsfuß.
Der Finanzbedarf der öffentlichen Verwaltungen hat sich vom Jahre 1925 bis 1927 um 3,3 Milliarden Mark erhöht (25 Prozent) Daraus ergibt sich die fortwährende Erhöhung der Steuern und Abgaben, die tief 'n die Rentabilität der gesamten Wirtschaft eingreifen. Die übermäßigen Steuerlasten treffen nicht nur die großen Wirtschaftskrise, Industrie, Landwirtschaft, Handel und Gewerbe, sie treffen oft mehr oder weniger durch ihre Auswirkung auf die Preise jeden Haushalt. Daraus ergibt sich, welche große weltwirtschaftliche Bedeutung dem Ausbau eines guten und die Lasten gerecht verteilenden Steuersystems zukommt. Ein zu stark angespanntes Steuersystem muß zur allgemeinen Senkung des Lebensstandards führen tnit seinen verderlichen Folgen, Verringerung der Zahl der Eheschließungen, Geburtenrückgang, Zunahme der Steuerverschuldung.
Evangelischer Gottesdienst.
Sonntag, 3. Februar.
9% Uhr vorm., Kreispfarrer Weber, 11 Uhr Militär- aottesdienst, 11 Uhr Kindergottesdienst im Saal des Schwesternhauses, 6 Uhr abends Pfarrer Hattendorfs.
Amtswoche Pfarrer Hattendorfs.
Großenlüder, 10 Uhr vorm., Pfarrer Hattendorf,
Dad Salzschlirf: Montag, 4. Febr. 4% Uhr nach- mittag Bibelstunde.
Fulda: Mittwoch, den 6. Febr., 8 Uhr abends, Bibelstunde im Schwesternhaus. — Freitag, den 8. Febr., 8 Uhr abends, Jungmädchenzusammenkunft im Schwestern» hause.
Am Freitag den 1. Febr., Samstag, den 2. Febr., Sonntag, den 3. Februar, nachmittags 3% Uhr und 8 Uhr abends Vorführung des Lutherfilms im großen Saale des Gemeindehauses.
MiMonenschrvindel mit Aktien.
Die Berli n e r Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei beschäftigen sich mit einem eigenarti- gen Aktiengeschäft, das die Firma Jos. Rothenberg u. Co., Unter den Linden, getätigt hat. Der Zentralverband des Deutschen Bank- und Ban- kiergewerbes hat vor der Firma, die sich mit der Herausgabe von Vö r se nma r k t- V orau s-> sagen befaßte, früher schon gewarnt. Vor einiger Zeit versandte die Firma Sonderberichte und kündigte darin Börsentipps ihrer Zweigstelle in New Ports an. Cs wurden amerikanische Aktien angeboten. Aufträge unter gleichzeitiger Anzahlung des Betrages wurden telegraphisch, telepho- nisch oder durch Eilbriefe erbeten. Zahlreiche Leute haben trotz sofortiger Bezahlung die von ihnen gekauften Aktien noch nicht erkalten. Einem
Warenhaus Tleh-verlin im Feuermeer.
_________________ (Originalzeichnung von Fritz Oehlschlägel.)
I nahe vergnügt kann sie nach einigen Wochen die Reise zu Rogers Sommeridyll antreten. —
Eine lange Reise ist es zu dem kleinen Stranddorf in dem Roger seine Lieben untergebracht. Roger selbst ist an der Bahn mit seinem Töchterchen.
Heißes Rot flutet in Elviras Wangen, als sie Roger wiedersieht; um ihr Erröten zu verbergen, beugt sie sich zu dem lieblichen Kinde nieder und küßt es auf die Wange.
Roger sieht so heiter und glücklich aus, so ganz an» ders als in M. Dort tätigt er nur die kalte, spöttische Maske, hier zeigt er sein wahres Gesicht.
Unter munterm Geplauder wird die kurze Strecke bis zu dem kleinen, von Klematis umrankten Häuschen zurückgelegt. Auf der Schwelle tritt ihnen eine vor» nehme, nicht mehr ganz junge Dame entgegen, Rogers Schwester.
„Willkommen, herzlich willkommen, liebe Elvira. Sie erlauben doch, daß ich Sie so nenne, denn Sie sind mir keine Fremde, mein Bruder hat mir schon viel von Ihnen erzählt. Ich heiße Edith!",'fügte sie dann einfach hinzu.
Elvira errötet wieder, aber dieses Mal vor Freude; mit aufleuchtendem Blick legt sie ihre Hand in die dar- gebotene Rechte: „Wie schön ist es hier, welch herrliches Heim haben Sie Ihrem Bruder geschaffen, Edith."
„O, Tante Elvira, dann mußt du erst mal unsere See sehen, die ist schön," plaudert die kleine Lilly. „Darf ich dich hinführen?"
„Ja, Maus, aber erst muß sich die Tante ausruhen," erklärt Edith lächelnd, „sie ist müde und hungrig von der weiten Reise."
Das ist ein herrliches Wandern, zu zweien oder mit der kleinen Lilly als Dritte im Bunde, In den Dünen und am Strand entlang. Immer ist das Meer schön, immer ist es wieder neu, jeder neue Tag bietet ein anderes* Bild.
Heute liegt die See still und ruhig, ihr grünes Auge funkelt und schillert im Mittagssonnenglanz, kein Mensch sollte glauben, daß sich unter der trügerischen Ruhe solch wilder Dämon berge.
„Gerade wie bei Frau Ellinor," muß Elvira denken, die Roger gegenüber in dem weißen Boote sitzt und ihre Hände in die schimmernde Flut taucht.
Eine Berliner Funkmeldung vom Freitag vormittag besagt:
Wettervorhersage für das mittlere Norddeutschland: Fortbestand des heiteren Wetters mit ziemlich starkem Frost, östliche Winde.
Wettervorhersage für das übrige Deutschland: Nur im äußersten Westen Temperaturen zeitweise über 0. Im übrigen Reiche Fortbestand des besonders nachts strengen Frostes und größtenteils heiterer Himmel.
und Prediat, Komm, des 8. Schuljahres, »/dl Kindergottesdienst und Ansprache. */»12 Uhr Christenlehre für die Jünglinge. Um 5 Uhr abends Andacht. Werktags ist die erste hl. Mefle um 8/«7, die Schulmesse »,«8.
Auch die Soziallasten bilden heute einen nicht geringen Teile der Abgaben, welche von Wirt- ichaftskreisen getragen werden müssen. Die gewerblichen Kreise des Zentrums stehen einer gesunden sozialen Gesetzgebung nicht entgegen, sie ist notwendig, aber auch für den gewerblichen Mittelstand gibt es heute eine soziale Frage, so daß Für- sorge für diese Betriebe durch Verringerung ihrer Lasten als ein Stück unserer Sozialpolitik zu betrachten ist. Soziales Denken, wie es vom Zentrum gepflegt wird, schützt auch ein gesundes Eigentumsrecht. Es schützt das Verfügungsrecht des Unternehmers, wie auch die Rechte der Arbeiter. _ Handel und Handwerk wollen bewußt starke Stütze des deutschen Volksstaats sein, sie wollen auch künftig die historische Mittlerrolle zwischen Kapital und Arbeit nicht aufgeben. Die Erhaltung und Förderung des gewerblichen Mittelstandes ist für die Zentrumspartei ein hervorragendes Tätigkeitsfeld gewesen. In ihrem Programm würdigt die Partei die Bedeutung dieser Stände für un- uvsere Volkswirtschaft und für eine gesunde soziale Schichtung unseres Volkes.
Aufblickend begegnet sie Rogers Augen; er muß lächeln, dann sagt er neckend: „Soll ich einmal raten, woran Sie dachten, Elvira? An Frau Ellinor!"
Als er ihre überraschten Augen sieht, muß er herzlich lachen. „Nun, das Rätsel ist doch leicht zu raten. Wenn ich die See wie heute sehe, erinnert sie mich immer an die schöne Frau und wenn ich Frau Ellinors Augen in freundlichem Glanz sah, mußte ich an die See denken."
So plaudern sie wie zwei fröhliche Kinder, wie liebe, gute Kameraden. Vergessen ist, was hinter ihnen liegt und Elvira kann nun aus aufrichtigem Herzen sagen: „Nichts will ich fein als Ihr treuer Weggenosse, Ihr fröhlicher, tapferer Kamerad!"
Heute hat man eine Segelpartie unternommen. Edith und Lilly mit ihrer jungen Lehrerin sind auch mit dabei. Die Fahrt ist herrlich, die See ist ein wenig bewegt, eine frische Brise hat sich aufgetan. Bei der Heimfahrt sind alle schweigsam, sie genießen den herrlichen Sonnenuntergang wie ein seltenes Wunder. „Solch eine Naturschönheit ist tausendmal schöner als alle menschliche Kunst," denkt Elvira, „so etwas kann auch die größte Bühne nicht schaffen."
Die Sonne taucht die weißen Schaumköpfchen der Wellen in rosige Glut, wie verrinnendes Gold sieht der breite Wasserstreifen aus, in den das Schiff nun hinein treibt. Silberweiße Möwen berühren mit ihren Flügeln fast das Wasser.
Fern am Horizont gleitet die große, runde Sonnenkugel langsam ins Meer hinab; hinter dunklem Wolkenberge leuchtet sie noch einmal hervor, sendet ganze Raketen von Feuergarben über die gurgelnde, aufschäumende Flut.
Elvira sitzt in andächtigem Schauen versunken, die Hände um die Knie verschlungen, den Blick wie abwesend in unendliche Fernen gerichtet.
Edith blickt voll inniger Liebe auf das schöne Mädchen, sie begreift, wie weh es ihrem Bruder getan, daß es durch ihn gelitten hatte.
Klein Lilly hat das Köpfchen müde in Tante Ediths Schoß gelegt; da zieht ein warmes Leuchten über das Gesicht des stillen, ernsten Mädchens. Oft schon hat sie heimlich gezürnt, daß Roger einst in jugendlichem Leichtsinn sein Leben selbst verpfuscht und dennoch — hätte er die Frau damals nicht genommen, so hätte sie jetzt
Uathalischer ©ottesbknft. ______
SamStag, 2. Febr. EwlgeAndetung in der Seberikirche. 6Vs HI. Messe mit Aussetzung. 7 20 hl. Messe. 8 hl. Messe. 9 Hochamt. 5 Schlutzandacht mit Le Deurn und sakram. Segen. Dan h Erteilung des Blasiusfegens.
Sonntag, 3. Februar. Kollekte für dasSt Benno-Gymnasium in Dresden. §ulba. Som. 1. Beichtgelegenheit: Samstag morgens von ‘/»6 Uhr ab; nachmittags von 2—3 für Kinder; von l/s5—7 Uhr und von Vi8 Uhr ab für Erwachsene; Sonntag morgens von */i6 Uhr ab. 2. Sonntagsgottesdienste: ’/s6, 6, */»7 und 7 Uhr bl. Messen mit Gelegenheit zum Empfang der hl. Kommunion. 8 Uhr Kerzenweihe, Prozession, Pfarramt mit Predigt, Komm, des Männerapostolates und des 8. Schuljahres. V>10 Uhr Kerzenweihe, Prozession, Kathedralamt. »/dl Christenlehre für die Jünglinge. Vd2 Uhr letzte hl. Messe mit Predigt. Vi2 Andacht zum hl. Oerzen Jesu, danach Erteilung des Blasiussegens. 2 Christenl. der Jung fr. 4 Predigt und Andacht. Erteilg. des Blasiussegens. 6 Andacht in der Marienkap. 3. Werktagsgottesdienste: Jeden Morgen von V,6—7 Uhr halbstündlich hl. Messen mit Kommunion-Austeilung. X!A Pfarrgottesdienst mit hl. Kommunion. Um 9 Uhr letzte hl. Meße mit Austeilung der heiligen Kommunion. Montag abend 5 Andacht zu Ehren der Gottesmutter. — Sfabtpfarrltrdie. -veft des hl. Blasius, Kirchen. Patrons. Beichtgelegenheiten sind: Am Samstag nachm. 3—7,7Vr—8'/,,Sonntag früh 5'/«—7 U. Sonntags- Gottesdienste: 6 hl. Messe und Komm, der Dienstmädchen- fongregation, 6’/« hl. Messe und Komm, des Männerapostolates. 8 erster Schulgottesdienst, Predigt und Komm, des 8. Schuljahres. *M0 Kerzenweihe, Vfarr- amt und Pred. 11 Uhr zweiter Schulgottesdienst mit Predigt. 91/* Uhr Christenl. der Jungmänner in der Seberikirche. IV- Uhr Christenl. der Jungfr. 2V» Uhr Rosenkranz-Bruderschaft. 4 Andacht der Dienstmädchenkongregation und feiert. Aufnahme in der Seberikirche. Die hl. Kommunion wird von 5V«—7V, Uhr jede halbe Stunde gespendet, außerdem um 8V, und 91/« Uhr. Werktagsgottesdienste: 6V-, 7, 7’,7 und 8'/» Uhr. Mittwoch, Freitag, Samstag früh 61/« Uhr Beichtgelegenheit. Am Freitag nachmittag um 5 Uhr Segens-Andacht. —
wie wird das Wetter?
Starker Luftdruckfall über England deutet erneu, auf einen u. zwar stärkeren Vorstoß des westl. Wirbels hin. Die milde Südströmung an der Ostfeite des Wir- bels wird dabei auch bei uns erneutes Nachlassen der Fröste und diesmal voraussichtlich auch Temperaturanstieg über den Gefrierpunkt bringen. Die Bewölkung wird dabei zunehmen. Auch sind späterhin Niederschläge wahrscheinlich.
Witterungsaussichten für Samstag: Meist bewölkt, zeitweise Niederschläge, weitere Milderung, meist südliche Winde.
JV» 28.
Samstag, den 2. Februar 1979.
3. Blatt.
Druck der Fuldaer Ackiendruckerel, Fulda
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Beichigelegenheit jeden Morgen von ‘VT—7 Uhr und Samstag von 4—6 Uhr. Sonntag morgen 6—7 Uhr. — Sodaiität Mor wns um 6 Uhr Generalkommunion. — St Sturmius - Pfarrkirche. 71/. Kommun. - Austla. 7V, Frühmesse mit Predigr. 9V> Uhr vormittags Hochamt mit Preo. Danach Chriitenl. V-2 Segensandacht. — Ubteikirche der venediktinerinnen Sonntag um ' «g Uhr Konventamt. Werktags V.6 stille Messe, */«9 Konvcnt- amt, 3 Vesper. — Herz - Zesu - Keim. Sonntags ist um */»7 Uhr hl. Messe, */«9 Uhr Amt und Predigt. 2 Uhr Anoacht und Segen. Werktags l/i7 Uhr hl. Messe. Mittwoch abend um 81/» Uhr Andacht und Se:en. — jfriedhofrkapelle cm fkronzosenwäldcheii. Sonntag: 6". bl. Messe mit Ansprache uns Kommunion»'Austeilung. Werktags: 71/, hl. Messe mit Kommunion,Austeilung. — Seberikirche. 7 hl. Messe. 8 Oberrealschulgottesdienst. — Frauenberg. Hl. Messen von 5—7 Uhr. 8 Bruderschaftsmesse mit Predigt und liturg. Gebeten. 9 Uhr Hochamt mit Predigt. Um Vi3 Uhr Predigt und Andacht für die Terziaren. Erteilung des Llasiussegens.
Neuenberg. V29 Uhr Amt und Predigt. — Leh'er;. VülO Uhr Amt und Predigt. — vietershan. 8 Uhr Amt und Predigt.
Dienstag, 5. Febr. $raitenbtrg. Fest der hl. japanischen Märtyrer Petrus Baptista und seiner Ge. führten aus dem 1. und 3. Orden. Ablaßtag. Gegen V-7 Uhr Lebltenamt mit Aussetzung zu Ehren der hl. Agatha um Schutz gegen Feuersgefahr.
diese liebliche Menschenknospe nicht zu eigen, die ihrem Leben Inhalt und höheren Wert gibt.---
Heute haben Roger und Elvira ihren letzten Spaziergang gemacht; stundenweit sind sie in den Dünen hinausgewandert, müde und hungrig kehren sie heim.
Oben auf der Düne stehen ihre beiden schlanken Gestalten noch einmal nebeneinander; wie lichte Wesen heben sie sich in ihren weißen Strandkostümen vom abendlich dunkelnden Himmel ab.
Noch einmal wollte Elvira den Sonnenuntergang am Meere genießen; sie kann sich nur schwer lasreißen von dem wunderbaren Schauspiel. Nun steigen sie langsam die Düne hinab, Hand in Hand gehen sie dem Dorfe zu.
„Unser letzter Abend, Elvira! Werden Sie noch öfter wieder kommen?"
„So oft Sie es gestatten, Roger. Ich fürchte nur, ich war schon zu unbescheiden, ich habe Ediths Gast- freundschaft zu lange in Anspruch genommen."
„Edith kann durch Ihr Verweilen doch nur gewinnen, sie freut sich über Ihre Muntere, anregende Unterhaltung."
„Nur noch eftt paar Wochen, Roger, dann beginnt die Spielzeit wieder. Ich kann es mir gar nicht denken, daß ich mich nun ohne Sie behelfen muß: ich fürchte, mein Spiel wird ohne Ihre Inspiration sehr leiden."
„Im Anfang vielleicht, doch das gibt sich. Hüten Sie sich nur vor Pokorny, er ist kein guter Mensch. Reizen Sie ihn aber auch nicht unnötig, denn in feiner Nach- gier kennt er keine Grenzen."
Einen Augenblick schweigen beide, dann fragt Elvira leise, zagend: „Ihrer Frau, Roger, wie geht eS ihr? Ich möchte Edith nicht danach fragen." "
„Sprechen Sie auch mit Edith nicht darüber, Kind es tut ihr weh und ich möchte gerne alles Leid von diesem treuen Schwesterherzen fernhalten. Meiner Frau geht es den Umständen nach gut; die Aerzte meinen sie könne bei guter Pflege noch lange leben."
„Die Aerrnste! Ich denke es mir schrecklich, so allein zwischen fremden Menschen ohne Heimat. Schrecklicher aber noch, ein Kind zu haben und es nie wieder lebet zu sollen." 1
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Walter hat schweigend zugehört. Sein Gesicht ist sehr ernst geworden, aber in seinen Augen liegt etwas wie ein leiser Hoffnungsschimmer. Als Elvira geendet, erfaßt er ihre Hand. „Mein armes Kind, warum konnte ich nicht bei Ihnen fein, um Ihnen zu raten? Tat die Erkenntnis Ihrer —, Ihrer unerwiderten Liebe sehr weh?", fragt er dann ganz leise.
„Nein, Walter, das ist es, was ich selbst nicht begreife. Ich war nur im ersten Augenblick fassungslos, weil es meinen Stolz verletzte, von dem Manne, dem ich vertraut hatte, hintergangen worden zu (ein. Später, als Roger mir alles erzählt hatte, da fühlte ich nur ein unendliches Mitleid mit dem Manne, der so schwer am Leben trägt. Ich kann Ihnen nicht alles sagen, Walter —, Rogers Geheimnis kann ich nicht enthüllen —, aber Sie werden mir glauben, wenn ich Ihnen jage, daß er niemals etwas Unehrenhaftes beging."
„Ja, Kind, Augen, wie diejenigen Roger Waltmanns, lügen nicht, sie sind zu stolz dazu. Gibt es denn kein Mittel, den Kontrakt, der Sie an M. bindet, zu annullieren?"
„Nein, Walter, und ich möchte es auch nicht. Man soll in M. sehen, daß ich mich nicht fürchte, ich werde schon fertig," sagte sie frohgemut.
„Um eins nur möchte ich Sie bitten, Walter! Lassen Sie mich für ein paar Tage zu Roger ich gehen, ich habe es ihm versprochen."
„Fürchten Sie denn nicht, daß die kaum vernarbte Wunde von neuem bläut, Kind?"
„Nein, Walter; ich glau: ,> wenn ich mich überzeugt habe, daß Roger in seinem Jj<im glücklich ist, werde auch ich ruhiger sein." »<v. »
„So reifen Sie mit Gott, Elvira! Vorerst müssen •Eie aber noch ein wenig bei der Mutter bleiben."
„Gewiß, Walter! Ich bin so froh, daß die Mutter wun nicht mehr so kalt zu mir ist. Ich glaube, b£s verdanke ich auch Ihnen, Sie treuer Freund!"
Elvira freut sich, daß sie sich Wolter gegenüber »usgesprochen, nun ist ihr um vieles leichter und bet»
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I Teil von ihnen ist es gelungen, nach Drohungen I den größten Teil ihres Geldes zu retten. Andere dagegen sind völlig leer ausgegangen. Der Inhaber der Firma, Sachs, ist zur Zeit nicht auffindbar. Anscheinend hat er sich bereits nach Ame- rika in Sicherheit gebracht. Es dürfte sich bei dem großangelegten Schwindel nach den 'bisherigen Feststellungen um ein Objekt von 10 Millionen Mark handeln.
* Neues Nachspiel zum Düsseldorfer Sachliese- rungsprozeß. Nachdem der Millionenprozeß der französischen Kläger gegen die Max Falk-Konzerne bereits ein Strafverfahren gegen die Beteiligten nach sich gezogen hat, hat jetzt Kommerzienrat Max Falk in Düsseldorf gegen den Viehhändler L. Wolff, den früheren Vorstand der Wolff GmbH., Strafanzeige wegen Erpressungsversuches erstattet. Falk behauptet. Wolff habe von ihm 300 000 Mark erpressen wollen unter der Drohung, beim Untersuchungsrichter ungüstig gegen ihn und andere auszusagen.
* Ein Tunnel nnler Gas gesetzt. Wie Havas aus Marfaille berichtet, ist der Inhalt eines Eisenbahn-Tankwagens, nämlich Chlorwasserstoff, aus dem Privatgleis einer Ehlorfabrik in Cstaque aus- geströmt und hat sich in einem in der Nähe gelegenen Eisenbahntunnel verbreitet. Infolgedessen