Nr. II-
Fulda, den 12. Januar 1929.
Der Zrost.
Lxute morgen zeigte das Thermometer im « lda-Tal — 16 Grad Celsius, in den Höhenlagen Len wgar 17 bis 17,5 Kältegrade gemessen. ~ . Mhr am Mühlengraben ist eingefroren.
den östlichen Bezirken Deutschlands wird u-uerd-ngs ein Rückgang der Kälte gemeldet. Berlin waren am Freitag mittag 12 Uhr nut 2Lk 5% Grad unter Null. Man führt den bor» !jasn Temperaturrückgang auf wärmere Luftmas. sen zurück, die von Nordosten nach Mitteleuropa (fronten und schon Ostpreußen erreicht haben. Im ciften Deutschlands soll die Milderung des Frosl- wetters rascher, im mittleren Deutschland langsamer vor sich gehen. Im Westen und Süden iverde es vorerst noch kalt bleiben. Fast überall sei mit Bewölkungszunahme zu rechnen.
Promotion.
An der Universität in München promovierte der hochw Franziskaner Rembert Reinhardt, Mitglied der thüringischen Ordensprovinz, gebürtig aus Mittelrode, Kr. Fulda, mit der Note „Sehr gut" (Magna cum laude) zum Doktor der Philosophie. Während vier Jahre studierte er an den Hochschulen von Freiburg, Tübingen und München Philosophie und Naturwissenschaft. Seine Studien dienten einem bevorstehenden Lehrauftrag für Natnrphilosopie an der philosophischen Fakultät im Kloster Gorheim-Sigmaringen, woselbst die Kleriker der Fuldaer Ordensprovinz in einem zweijährigen Lehrgang dem Studium der Philosophie obliegen.
Meisterprüfungen.
Vor der hiesigen Meisterprüfungskommisston bestanden ihre Meisterprüfung die Schmiede: Friedrich Helfrich-Hettenhausen, Herrn. Herbert-Sickels, Jos. Hohmann-Malzbach (Krs. Hünfeld) und Willi Simon-Schachen (Krs. Gersfeld).
Aufwertung von Lebensversicherungen.
Der Schutzverband der Lebens- und Feuer- versicherten e. 23., Derbandsleitung München 13, Neureutherstr. 13, teilt uns mit: Die Zahl der durch das Reichsaufsichtsamt für Privatversicherung genehmigten Teilungspläne wird ständig größer. Es befinden sich darunter u. a. auch die Pläne verschiedener größerer Gesellschaften, wie „Friedrich-
Gemeindttche Haushaltrsorgen.
Vie stets wachsenden Vohtfahrtslasten erschüttern den Haushaltsplan.
Angesichts der ungeheuren Steigerung der Aufgaben der Sozialversicherung wird nur wenig die verhältnismäßig noch höhere Steigerung der Wohlfahrtsausgaben der Gemeinden erwähnt. Wie aus der vom Statistischen Reichsamt veröffentlichten Finanzstatistik hervorgeht, stieg der Zuschußbedarf bei der wirtschaftlichen Fürsorge gegenüber der Vorkriegszeit von 158 auf 715 Millionen Reichsmark. Es haben sich also die Ausgaben vervierfacht; ja in den Städten mit 25 000 bis 100 000 Einwohner sogar verfünffacht, während die daraus sich ergebenden Steuerlasten auf -as Vielfache gestiegen sind. Bei der gesamten Wohlfahrtspflege stieg der Zuschußbedarf der Gemeinden anteilsgemäß von 14 v. H. in der Vorkriegszeit auf 38 v. H. der Gegenwart. Am stärksten tritt diese Steigerung in den Großstädten mit 19 v. H. gegen 48 v. H. in Erscheinung, während sie in den Kleinstädten von 8 bis 9 v. H. auf 22 bis 25 v. H. angewachsen ist. Mein bei der Ju- Sendwohlfahrt ist eine Steigerung des Zuickußbe- arfs von 125 auf 254 Millionen Reichsmark zu verzeichnen. Auf den Kopf der Bevölkerung entfallen auf die Ausgaben für Jugend-, Wohlfahrts, und Gesundheitswesen in den Großstädten 8,17 Rm., in den Mittelstädten 4,54 Rm.; für das Wohnungswesen in den Großstädten 15 Rm., in den Mittelstädten nicht ganz 10 Rm. je Kopf, bei einer Gesamtausgabe von 450 Millionen Rm. Dem standen in der Vorkriegszeit, ebenso wie dem jetzigen Zuschußbedarf von 112.5 Millionen Rm. der Erwerbslosenfürsorge, nur geringe Summen gegenüber.
Bedenkt man dabei, daß die Steuerbefugnisie sowie die Steuerkraft der Gemeinden gegenüber der Vorkriegszeit sehr beschnitten sind, dann ist es erklärlich, daß der Etat der Gemeinden äußerst schwierig zu balancieren ist, eine Tatsache, die sich auch in Fulda nicht verkennen läßt und dm städtischen Körperschaften in den kommenden Wochen der Etatsberatungen viel Kopfschmerzen machen wird.
Fuldaer Zeitung (Amtliches Kreisblatt).
Sonntag, 13. Januar 1929.
Wilhelm", „Gothaer", „Kriegerbund" usw. Tsie Quoten bewegen sich durchweg zwischen 9 und 22,5 Prozent. Mit der Regelung der Ansprüche aus solchen Versicherungen wurde bereits begonnen. Sämtliche Versicherungsgesellschaften, deren Quoten bereits feststehen, sind in einem 11 Seiten umfassenden Bericht zusammengestellt, aus dem auch olles. Wissenswerte über die Auszahlungsarten, wie Barauszahlung, Umwandlung in beitragsfreie neue Police ufw. zu ersehen ist. Der Bericht ist ergänzt mit Angaben der Versicherungsgesellschai- ten, deren Teilungspläne zwar dem Reichsaufsichtsamt für Privatversicherung vorliegen, welche die Genehmigung aber bis jetzt noch nicht erfahren haben, wenn dies hier auch in Bälde zu erwarten ist; zttletzt sind auch noch jene Versicherungsunternehmungen angeführt, bei denen die Treuhänder die Aufwertungsarbeiten noch nicht beenden konnten. Hier find soweit als möglich Angaben über den Termin der vermutlichen Fertigstellung der Pläne gemacht worden. Diesen Bericht gibt der Schutzverband der Lebens- und Feuerversicherten e. 23., München 13, Neureutherstraße 13, an Interessenten gegen Einsendung von doppeltem Briefporto kostenlos ab; ebenso erteilt der 23erbant) Auskünfte in allen Versichsrungs- Aufwertungsfragen.
Die Mnlersporkzüge.
Am Sonntag, den 13. Jan., verkehren Wintersportzüge Nr. 1560 und 1561 Frankfurt a. M. —Gersfeld (Rbön) und zurück. Frankfurt (M.) Hbhf. ab 5,28, Fulda an 7,32, Fulda ab 7,48, Gersfeld (Rhön) an 8,43 und Gersfeld (Rhön) ab 18 25, Fulda an 19,20, Fulda ab 19,44, Frankfurt (M.) Hbhf. an 21,45.
Ein neuer Führer durch Fulda.
Das 1885 als erster Führer durch Fulda von Geh. Sanitätsrat Dr. Schneider herausgegebene Büchlein wird demnächst in neunter, vermehrter und verbesserter Auflage im Verlag Aloys Maier erscheinen. Dieser Führer in handlichem Taschenformat erhält ein modernes Gewand, wird vornehm ausgestattet und mit zahlreichen Bildern geschmückt werden. Der beliebte Pharus-Plan wird auch nicht fehlen. Die Außenseite des Einbandes wird mit einem heimatlich betonten Bilde des Kunstmalers P. Schmiegelow: „Herbststim- mung" geziert fein. Die Darstellung der Geschichte Fuldas hat Sanitätsrat Dr. Gustav Schneider einer Neubearbeitung unterzogen; die Bilderreihe wird um mehrere Motive der Bonifatius- stadt bereichert werden.
Gültige Pfändung.
Vielfache bei der Kriminalpolizei erstattete Anzeigen finden ihre Begründung darin, daß in weiten Kreisen Irrtümer darüber herrschen, wann eine von dem Gerichtsvollzieher und auch anderem Vollziehungsbeamten vollzogene Pfändung, die int übrigen nicht mit der kriminalpolizeilichen Beschlagnahme verwechselt werden darf, zu Recht besteht und gültig vollzogen ist. Diese Unkenntnis besteht aber nicht nur in Kreisen des Publikums, sondern es kommen auch Irrtümer der die Pfändung vollziehenden Beamten vor, sodaß tatsächlich oft genug die bann später erstatteten Strafanzeigen aus unrichttgen Voraussetzungen *"ßen. Voraussetzung für den nach unserem Sttafge,etzbuch zu bestrafenden Pfandbruch ist stets, daß die Pfändung den gesetzlichen Vorschriften entsvrochen hat. Eine gültige Pfändung liegt einmal vor, wenn ein Gerichtsvollzieher die Pfandsache in Besitz genommen hat und weggeschafft, meist auf der Pfandkammer in Verwahrung gegeben hat. In solchen Fällen ist eilt Pfandbruch unmöglich, weil ja der Schuldner nicht mehr an die Pfandsache heran kann. Bei größeren Pfandsachen wird aber sehr häufig diese Wegschaffung wegen der darin liegenden Unbe- guemlichkeit und der dadurch entstehenden hohen Kosten nicht stattfinden; dann kann an Stelle der Wegschaffung die 9Inlegung von Pfandsie- geln treten.
Durch die Anlegung von Pfandsiegeln muß nach den Vorschriften unserer Zimlvi-me^rdn""" Pfändung „ersichtlich" gemacht fein. Das ist em wesentliches Formerfordernis der rechtsgül igen Pfändung, bet dessen Fehlen auch ein strafbarer Pfandbruch nicht in Frage kommt, wenn der Schuldner jetzt über die Pfandsache weiter verfügt. Leider finden wir in keinem Gesetz eine Bestimmung darüber, was nun, unter der „Ersichtlichmachung", die die rechtsgültige Pfändung verlangt, zu verstehen ist. Nach der Rechtssprechung des Reichsgerichts (3. Str. S. 3 901/26) ist dazu erforderlich, daß durch die Anlegung von Siegeln zum Ausdruck gebracht wird, daß eben der Schuldner kein Ver- fücmngsrecht über die Sache hat. Erfolgt diese Ersichtlichmachung durch Anlegung von Psandsieaeln. fo müssen die Siegelmarken auf das Vfcmdstück aufaetlebt werden. Es genügt also nicht, wenn die Siegelmarke lose in die Pfandsache, z. B. in die Schublade eines zu pfändenden Schreibtisches
hineingelegt wird. Weiterhin muß das Pfand- sieget an einer in die Augen fallenden Stelle der Psandsache befestigt sein. Das Reichsgericht hat sich in solchen Fällen auf den Standpunkt gestellt, daß bei unsichtbarer Anbringung zwar von einer „Entdeckbarkeit" der Pfändung gesprochen werden kann, nicht aber von der für die rechtsgültige Pfändung geforderten „Erfichtlich- machung" derselben. Die Entdeckbarkeit der Pfändung genügt aber nicht, um später den Schuldner unter Anklage wegen Pfandbruches zu stellen, wenn er sich an eine solche nicht ausreichende Pfändung nicht gekehrt hat.
Reuverpachtung der Stadtsäle.
Bekanntlich läuft die Pachtzeit für den Wirtschaftsbetrieb in den Stadtsälen am 31. März die- fes Jahres ab. Auf Grund der erfolgten Ausschreibung hat der Magistrat der Stadt Fulda . den Wirtschaftsbetrieb vom 1. April ab an die Union- Brauerei in Fulda verpachtet und sich damit einverstanden erklärt, daß als Unterpächter der derzeitige Oekonorn des Bürgervereins, Herr Otto Zeller, eintritt. In den letzten Jahren betrug die Pacht für den Stadtsaal jährlich nur 1000 Mark. Dadurch war es bedingt, daß für die Aufwendungen, die alljährlich für den Stadtsaal erforderlich । sind, em nicht unerheblicher Zuschuß aus der I Stadtkasse geleistet werden mußte (in 1928 zum Beispiel 3360 Mark). Die Neuverpachtung erfolgt zu einer Jahrespacht von 4000 Mark. Die Stadt Fulda hat sich das Recht vorbehalten, di? Abberufung des Unterpächters zu verlangen, wenn der Wirtschaftsbetrieb nicht in einer Form geführt wird, wie sie für den Stadtsaal als einer Repräsentationsstätte der Stadt Fulda in Betracht kommen muß.
Das Badebedürfnis in Fulda.
Bekanntlich wurde im vorigen Herbst die Badeeinrichtung in der Fuldaer Ortskrankenkasse mit ihren neuzeitlichen Reinigungs- und Medizinalbädern eröffnet. Es läßt einen Schluß auf das große Bedürfnis nach Reinigungsbädern zu, daß gleich in den beiden ersten Monaten 2240 Wannenbäder und 297 Brausebäder verabfolgt wurden. Die Benutzung zeigt wachsende Tendenz Ein Wannenbad kostet 40 Pf., ein Braufth-d 20 Pfennig.
Aus dem Musikleben.
Der seit Jahren von Herrn Jos. Nil. Mollenhauer betriebenen Aktion, eine einheitliche Stimmung von A — 870 Schwingungen für die internationale Musikausübung festzulegen, wendet nun die Kunstkommission des Völkerbundes ihr Interesse zu. Auch die beiden berühmten Dirigenten Generalmusikdirektor Dr. Wilhelm Furtwängler und Felix von Weingartner haben m persönlichen Handschreiben ihre Zustimmung zu den Ideen Mollenhauers zum Ausdruck gebracht. In den Schaufenstern der Fa. I. Mottenhauer u. Söhne sind diese Briefe z. Zt. ausgestellt.
Aus dem Gerichltjaal.
Vom Amtsgericht Fulda war v. I. der Kaufmann M. K. von Schlüchtern wegen fahrlässiger Körperverletzung freigesprochen worden. Gegen dieses Urteil hatte der Verletzte — als Nebenklä- ger — Berufung eingelegt. Daher beschäftigte sich die Kleine Strafkammer gestern mit dieser Sache. Der Tatbestand war folgender: Am 11. Juni vorigen Jahres, vormittags, kam der Kaufmann M. K. und beffen Vater in ihrem Auto von Schlüchtern her. Beim Jägerhaus in Bronnzell fuhr das Auto des K. zu weit links, denn sonst hätte es nicht das Motorrad des M. von Engelhelms, das sich auf der Fahrt von Fulda noch E. rechts befand, an» stoßen können, wobei M. zu Boden fiel und Verletzungen an Hüften und Schultern erlitt. Als M. K. Erhebungen über die Schuldfrage des Unfalls sofort anstellen wollte, wurde er hiervon durch Zurufe seines 23aters gehindert. Die Berufungsinstanz hob das erstinstanzliche Urteil auf und verurteilte den Angeklagten wegen fahrlässiger Kör- perverletzung und Uebertretung der Kraftfahrzeugordnung zu 50 Mk. Geldstrafe und Tragung der Kosten der zweiten Instanz. — In der Prioat- klage des Verlags L. M. in Nürnberg gegen den Vertreter S. des Zuschneidevereins aus München wegen Beleidigung hatte das Amtsgericht Fulda f. Zt. auf Freisprechung des S. erkannt. Gegen dieses Urteil hatte die Privatklägerin Beufung eingelegt. Nach Vernehmung zweier Sachverständiger hier wurde die Berufung auf Kosten der Privatklägerin verworfen, da die Absicht der Beleidigung nicht ersichtlich.
— IMssionsvortrag im Sladisaal. Der bereits angekündigte Lichtbildor-Vortrag des hochw. P. Provin- ,-,ials vom Kloster Frauenberg dürfte für viele Kreise in Stadt und Land interessante Einblicke in die ver-' schiedensten Länder und Naturschönheiten der Mittel- ineerländer, ferner Indiens und Chinas ganz besonders aber Japans bieten. Der Redner hat alle diese Aufnahmen selbst auf seiner Ostasienreise im Winter 1926»
27, gesammelt, die er im Auftrage der höheren Ordensoberen in Rom unternahm, um die in Nordjaoan mü- sionierenden Fuldaer Franziskaner kanonisch zu visitieren. Die meisten dieser Bilder sind bis heute noch nicht veröffentlicht oder wenigstens in Europa ziemlich unbekannt. Da die Rückreise auf dringenden Rat der Aerzte um den schwierigen Weg durch die heißen Länder des Südens wegen der angegriffenen Gesundheit des hochw. P. Provinzials zu vermeiden, über Amerika erfolgen mußte, stehen auch aus Nordamerika, besonders aber von der herrlichen Insel Honolulu im Stillen Ozean prächtig kolorierte Bilder zur Verfügung. Die den Vortrag umrahmenden Chöre und Deklamationen wollen sich harmonisch dem Ziele des ganzen Vortrages ein» gliedern, sodaß die ganze Veranstaltung zu einem Erlebnis für alle Freunde und Gönner des Misstonsgedankens, aber auch zu einer angenehmen Stunde für weite Kreise in Stadt und Land zu werden verspricht. Vgl. den heutigen Anzeigeteil sowie über die kirchliche Feier die Gottesdienstordnung unter „Kirchliches"
Nommunalpotttisches aus Hanau.
Unser Hanauer O-Mitarbeiter schreibt uns: Stadtbaurat Paul Ehr ich ist nach 16jahriger Dienstzett aus seinem Amte geschieden und in den Ruhestand getreten. Seit dem 1. April 1912 war er Stadtbaurat, am 1. April 1916 ist er zum besoldeten Beigeordneten der Stadt Hanau auf di? Dauer von 12 Jahren gewählt worden. Da jetzt seine 12jährige Wahlperiode abgelaufen ist und eine Wiederwahl durch die städtischen Körper- schäften nicht z u st a n d e kam, ist er automatisch aus dem Amte geschieden.
Stadtbaurat Ehr ich hatte also keine Aussicht, wieder gewählt zu werden und ist infolgedessen in den Ruhestand getreten. ,
Die Stadt Hanau hat einen Geschäftsanteil der am Hanauer Mainhafen a n - gesiedelten Speditions- und Schifffahrtsfirma Karl Presser & Eo., G. m. b. H., für 126 000 Mark zu 100 Prozent erworben. um damit ihre Interessen als Mainhafenstadt bei dem in Bildung begriffenen Rhein- und Main-Schiffahrtskonzern wahrnehmen zu können. Hiermit ist auch eine Verbindung mit der Bavaria- Schiffahrts- und Speditions-A.-G. insofern hergestellt, als die G. m. b. H. Karl Presser & Co. an der „Bavaria" beteiligt ist. Die Kosten des Geschäftsanteils von 126 000 Mark konnte die Stadt Hanau aus dem Erlöse des Kasernengeländever- taufe entnehmen. Der Stadt Hanau ist bekanntlich die Kaserne des ehemaligen 3. Eisenbahnregiments und ein Teil des Nebenerfatzparks durch einen Vergleich mit dem Fiskus zugefallen. .
Das Hessen-Nassauische LandgesM
zu Dillenburg von 1871 bis zur Gegenwart.
Von Wilhelm Frese, Frankfurt a. M.
Im Zeitalter der Technik, in dem eine Erfindung die andere überholt, in dem die Mechanik der Maschinen herrscht, erscheint es geboten, das in Wort und Bild festzuhalten, was durch sie verdrängt wird.
Kraftwagen und Kraftpflug drohen das Pfeid beiseite zu fetzen. Wenn mir auch noch nicht so schwarzseherisch geworden sind, dth wir schon in abfehbarer Zeit das Pferd zu den „gewesenen" Wesen zählen, fo steht doch unbestreitbar fest, datz durch das 2luto die Zahl der Pferde wesentlich verringert worden ist. 2lm sinnfälligsten beweisen das die Zahlen aus unserem Landgestüt in den beiden letzten Jahren.
1925 stellte es 180 Hengste in unserer Provinz auf, darunter 28 Warm- und 152 Kaltblüter;
1926 stellte es 163 Hengste auf, darunter 28 Warm- und 135 Kaltblüter.
Ist die Verringerung her Hengste um 17 Stück 'innerhalb Jahresfrist schon eine außerordentlich hohe Zahl, so zeigen die Zahlen der in den beiden Jahren gedeckten Stuten erst im vollen Maße die Einwirkung des Kraftwagens auf die Pferdezucht.
1925 wurden 6876 Stuten gedeckt,
1926 wurden 4484 Stuten gedeckt,
das sind gleich 2412, gleich rund 30 Prozent weni. ger. Während unsere Landwirte bei der Pferdezucht bisher ein zweifaches Ziel verfolgten:
1. Erhaltung des eigenen Bestandes und
2. Schaffung eines Absatzmittels, das mit einem bestimmten Betrag jährlich eingesetzt wurde, so fällt dieses letzte Ziel von 1926 völlig fort. Es ist zwecklos, Pferde zu züchten, die man nicht verkaufen kann, die aber Futtermittel kosten, die besser anderweitig Serwandt werden können. Die Landwirte begnügen sich damit Pferdezucht soweit zu treiben, als es die Bewirtschaftung des eigenen Bodens erfordert Wie sich die Entwicklung in Zukunft gestaltet, ist beute noch nicht klar zu übersehen. Wenn die Technik die zu fordernden Ersatzmittel für das Pferd auf dem Lande zu zweckentsprechenden Preisen zu schaffen vermag, dann dürften die Tage des Pferdes gezählt fein und da-
Mercedes-Benz
IC
DAIMLER-BENZ AKTIENGESELLSCHAFT
ns
Der rassigste Wagen seiner Klasse! Der beste Bergsteiger seiner Größe! Konkurrenzlos in seiner Fahrsicherheit! Höchster Wert für niedrigen Preis!
Der meistbeachtete Wagen auf allen europäischen Automobil-Ausstellungen dieses Winters ! Klassische Schönheit und technische Vollendung, ideale Fahreigenschaften und höchster Komfort! — Der grosse Kreis derjenigen, die diesen Wagen heute schon besitzen urteilt begeistert:
Verkaufsstelle Frankfurt a. M, Abt. Personenwagen, Rathenauplatz 14.
Uertretun$: Klrcher-luK Fulda, Mittelstraße 13-11 Fernruf 184.
Mit einem Worts Ein fabelhaftes Fahrzeug von