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Fuldaer Zeitung

Eine Königin im Rundfunk

ftönigin-TNulter Emma der Niederlande

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* Mehr Schlachlungen in Preußen. Nach amt­lichen Ermittlungen wurden im dritten Mertel­jahr 1928 in Preußen geschlachtet: rund 116 000 Ochsen und Bullen, 250 000 Kühe, 145 000 Jung­rinder, 546 000 Kälber, 389 000 Schafe, 21000 Pferde, 21000 Ziegen, 2 581000 Schweine. Mit Ausnahme der Schafschlachtungen bedeuten diese Ziffern überall eine Zunahme gegen den entspre­chenden Zeitraum von 1927. Die heimische Erzeu­gung an Fleisch und Fett war reichlicher als 1927.

* Ein Jugendlicher wegen Totschlags zu 71/* Jahren Gefängnis verurteilt. Der 17 Jahre alte Schlosserlehrling Bäcker aus Zoppot, der am 25. Oktober in das Geschäft der Witwe von Santen in Zoppot eindrang und die Inhaberin, Frau von Santen, ermordete, wurde vom Jugendgericht we­gen Totschlags zu sieben Jahren sechs Monaten Gefängnis verurteilt.

1879 mit dem um 41 Jahre älteren König Wil- Helm in. der Niederlande vermählt. Sie hat nach

zur oder gegen Asien?

Von Hermann Wilhelm Reuß, Berlin.

Seit Kriegsende blicken die Völker Europas mti wachsender Spannung nach dem großen asiati­schen Kontinent. Er war uns lange Zeit wie ein schlaftrunkener und plumper Riese erschienen, der seine Zeit in tatenloser Erschlaffung und halb­wachem Traume zubringt. Nunmehr ahnen wir, ja sehen wir bereits, daß die Lebenssäfte dieses Riesenleibes keineswegs ausgedörrt sind und daß er Energie zu sammeln und zu neuem, tatenfrohenl Leben zu erwachen beginnt. .

Allenthaltben, in Indien wie in E h i n o und auf den vorgelagerten Inseln rütteln die er» .. ,,‘i.oen Riesenkräfte Asiens an den Ketten, in die sie Europa schlug. Es geht ein frischer Zug durch die farbigen Völker des Ostens, sie haben der weißen Rasse gegenüber nicht mehr das Se» fühl der Minderwertigkeit, sondern rüsten sich lang, sam auf allen Gebieten, um Europa ihre Eben­bürtigkeit zu beweisen.

Diese Lebensäußerungen Asiens, die Kraftcnt- faltung und der Erfolg, mit dem uns asiatische Völker täglich aufs neue überraschen, haben man» chen europäischen Beobachter in eine bedenkliche Stimmung versetzt und das angsterfüllte Wort von der „gelben Gefahr" aufs neue in die Dis- kuffion geworfen. In Deutschland verfolgt man zwar im allgemeinen den Aufstieg und den Be­freiungskampf der asiatischen Völker mit unver­hohlener Sympathie. Werden doch davon im we­sentlichen unsere ehemaligen Kriegsgegner, beson­ders England, betroffen, worin wir eine gerechte Strafe für den Frevel erblicken, den unsere ehe- maligen Gegner während des Weltkrieges mit dem europäischen Ansehen getrieben haben. Denn ge­rade die Tatsache, daß farbige Soldaten im Solde der Alliierten auf europäischen Schlachtfeldern kämpften und gegen weiße Männer ihren Ge-

student: „Ich frage nur, wozu braucht ein Kondi­torlehrling Reife für Obersekunda?"

Noch über eine dringende Sache ein kurzes Wort. Wir haben alle mit Entrüstung von den Vorgängen im Elsaß gelesen. Wie ist das mög­lich, so fragen wir, und wie können die Vertreter geistlicher Interessen durch diese Verquickung von Politik und Religion das Christentum unserer deutschen Brüder dort, besonders die Bekenntnis­schule, in solcher Weise gefährden? Sehr fromme, kirchlich gesinnte Männer hörte ich sagen: „Wir be­achten bei uns streng die Weisungen der Katholi­schen Aktion und lassen von der Religion aus je­dem die Freiheit der politischen Entscheidung. Sind denn diese Weisungen nur für uns Deutsche da? Gelten sie für Franzosen nicht? Und treten sie außer Kraft, wenn eine deutsche Mlmderheit ver­gewaltigt werden foU?"" .... Wir hoffen, daß die Dinge, wenn sie an der entscheidenden Stelle wirklich bekannt werden, im Sinne der Gerechtig­keit ihre Storung finden.

Emma, eine geborene Prinzessin von Waldeck, steht im 71. Lebensjahr und hat sich am 7. Januar

gentschaft für ihre minderjährige Tochter, die ge­genwärtig regierende Königin Wilhelmine, geführt.

Treue Herzen.

Roman von Marie Darling

„Der gute Vater!"

Ein großes Glücksleuchten liegt in Elviras Augen.

„Da bat er wohl euch als seine Abgesandten geschickt, weil er fürchtete, daß sein kleines Mädchen sich heute abend in der Fremde einsam fühlen könnte. O, ihr lieben, lieben Menschen!"

Nun füllen sich Elvirens Augen doch mit Tränen, aber es sind Freudenperlen, die jetzt auf den rosigen Wan­gen schimmern.

„Doch ganz so schlimm wars nicht!", fügt sie schon wieder munter mit allerliebstem Schelmenblick auf die ein wenig beklommen zur Seite stehenden Söhne der Hauswirtin bei.

„Dank der Liebenswürdigkeit der Frau Sanitätsrai und ihrer Söhne wäre das Weihnachtsfest doch nicht ein­sam für mich gewesen."

„Aber nun müssen wir aus den Regionen der Hei­mat wieder zu unserem Weihnachtsbaum zurückkehren", scherzt Frau Petri.

„Fräulein Vollmer, bewundern Sie doch einmal pfiichtschuldigst Ihre Geschenke! Ich habe es schon getan. Welch herrliche Blumen haben Sie mir gespendet, und meine Jungens haben sich ebenfalls zu kostbaren Geschen­ken aufgeschwungen. Ich bin ganz gerührt!!"

„O, du liebe Mutter, die Kleinigkeit für all deine Liebe!"

Sie umringen die Mutter jubelnd und lachend, da kann Elvira sich einstweilen fassen und ihre Geschenke in Augenschein nehmen.

„Ach, welch reiche Geschenke!", rief Elvira gerührt, „und für euch beide habe ich nichts!", fügt sie bedauernd hinzu.

„Wir haben ja dich, Kleinchen, da haben wir genug!", lacht Marianne.

Sie betrachtet den herrlichen, mattgelben Seidenstoff von den Geschwistern Roland, das Pelzbarettchen mit pas­sendem Muff von zu Hause. Frau Petri hat ein feines Goldkettchen mit einem zierlichen Anhänger, eine Perle als Tautröpfchen aus ihrem Schmuckkästchen gestiftet: doch das schönste Geschenk sind die beiden Bilder in brei­ten Goldrahmen. Das eine stellt die Eltern und die Brüder dar, das andere das schlichte, liebe Schulhaus.

(Fortsetzung folgt.)

Kinder, die mit vor Erwartung blitzenden Augen und vor Freude glühenden Wangen unter den Weihnachls- baum treten.

Draußen hört Elvira die Hauskli^gel erschallen, sie horcht hinaus und glaubt ihren Namen zu hören; aber als sie nach einigem Zuhören, um nicht allzu neugierig zu erscheinen, hinausguckt, ist der Flur leer und Minna antwortet auf ihre Frage nach dem Briefboten, derselbe habe nichts für sie gebracht.

So muß sie sich wohl geirrt haben. Ein wenig drückt der Gedanke, keinen Gruß aus der Heimat zu bekommen, an diesem ersten Weihnachtsabend, den sie in der Fremde verleben muß, ihre Freude herab.

Eine ganz leise Hoffnung hat sie ja doch. Vielleicht kommt der Vater morgen; aber dann sagt sie sich auch wieder, daß er an so hohen Festtagen das Amt, die Orgel in der Kirche zu spielen, keinem andern überlassen kann. Früher als sonst soll heute zu Abend gegessen werden und als Elvira im weißen Kaschmirkleid hinabgeht, ist ihr Gesicht doch wieder strahlend fröhlich, sie will den an­deren mit einem trüben Gesicht die Festesfreude nicht ver­derben.

Nach dem Essen zündet Paul die Kerzen an, während Hans Elvira zu ein paar schönen, alten Weihnachtsliedern begleitet. Wie herrlich die Stimme klingt! Paul vergißt beinahe das Anzünden der Kerzen, wie elektrisiert starrt er zu der jugendschlanken Gestalt der Sängerin hinüber.

Lautes Beifallklatschen ertönt, als Elvira geendet, und als sie sich lachend umwendet, um nun ihrerseits das Tuch von den Geschenken zu nehmen, da stockt plötzlich ihr Fuß, wie entgeistert starrt sie die beiden Menschen an, die dort unter dem Weihnachtsbaum stehen.

„Walter, Marianne!", stößt sie jauchzend hervor und schon liegt sie in den Armen des großen, blonden Mäd­chens, das mit so liebem, glücklichen Lächeln neben dem fast riesenhaft großen Bruder steht.

„Bekomme ich denn keinen Kuß, Elvira?"

„Ach Gott, Walter, ich weiß ja gar nicht, wie mir ist vor lauter Freude! O, wie tut solch ein Gruß aus der Heimat wohl!"

„Ja, Liebling, und vom Schulhaus haben wir einen ganzen Sack voll Grüße. Sind olle wohl, nur der Va­ter hat sich ein wenig erkältet, sonst wäre er nach den Feiertagen wohl selbst gekommen", erklärt Marianne.

M u.

Sonntag, den 13. Januar 1929

zu denken Anlaß gegeben und sie zur Vorsicht gemahnt hätte, einem Blick brutaler Leidenschaft, der nichts Gutes bedeutete.

Das Mittagessen verlief heute nicht so offiziell wie sonst meist. Sonst saß die Sanitätsrätin oben am Tisch, zwei Mädchen in blendendweißen Schürzen servierten, es wurden ein paar alltägliche konventionelle Redens­arten gewechselt, zum Schluß eine gesegnete Mahlzeit gewünscht, und man war fertig.

Heute aber waren die sonstigen Mittagsgäste bis auf "Elvira alle ausgeflogen. Dafür waren der Frau Sanitätsrat beide Söhne, ein paar hübsche, liebenswür­dige junge Herren, anwesend.

Die alte Minna servierte heute mittag allein, aber nicht so steif wie sonst; das duldeten Hans und Paul nicht, die Minna schon seit ihrer ersten Kindheit kannten.

Einen Blick nur hatten die übermütigen Studenten mit Elvira gewechselt, und sie wußten gleich, daß sie keine Spielverderberin war. Es herrschte dann auch bei Tisch ein so ungezwungen luftiger Ton, wie ihn der Speisesaal wohl noch selten gehört hatte.

„Minnchen, ums Himmels willen, nun setz doch die Vratenschüssel einfach auf den Tisch! Du stehst dir ja die Füße in den Leib!", rief Hans eben übermütig dem altmodernen Mädchen die Platte abnehmend und sie mitten auf den Tisch plazierend. „Wir langen schon zu, wenn wir Hunger haben, nur keine Bange!"

„Aber Hans, als Referendar darfst du solche Stu­dentenstreiche nicht mehr machen."

Frau Petri sucht verweisend auszusehen und doch kann sie das Lachen nicht verbeißen über Minnas ver­blüfftes Gesicht.

„So, Muttchen, dann habe nur noch ich ein Anrecht darauf, Streiche zu vollführen; ich habe doch den Doktor

3. Blatt.

*"♦"* Druck der Fuldaer Acliendruckerel,' Fulda

Das Cafe / Die Konditorei Täglich Künstler-Konzerte

noch nicht ganz hinter mir!" sagt Paul ganz naiv aus­sehend.

„Schlingel seid ihr alle beide," lacht die Mutter, „was soll das noch werden, Fräulein Vollmer? Die beiden sind der mütterlichen Zucht ganz entwachsen."

„Wäre auch schlimm, Muttchen, wenn sie das noch nicht wären!", wirft Hans neckend ein.

Elvira sagt mit strahlenden Augen: „Ach, gnädige Frau, Sie sind ja auch keine Spielverderberin, ich finde den Uebermut Ihrer Söhne köstlich und erfrischend. — Ganz helle Augen haben Sie bekommen, gnädige Frau, und ordentlich jung sehen Sie aus, man kennt Sie gar nicht wieder."

„Siehst du, kleines Mamachen, Fräulein Vollmer hat die rechte Ansicht. Humor ist des Lebens Würze, sonst vergrämt man ja ganz."

Unter derlei luftigen Neckereien wird das Mittagessen beendet und Hans sagt zu Paul, nachdem Elvira auf ihr Zimmer und die Mutter wieder in die Küche gegangen ist: „Eine reizende Krabbe, die Kleine, nimmt nichts übel, die könnte ein guter Kamerad werden!"

„Ja, Hans, und so was ist beim Theater! Schade! Ich hatte mir ganz was anderes unter der Theaterdiva vorgestellt, eine schrecklich eingebildete, aufgeputzte Dame, die andauernd Huldigungen fordert!"

„Ach, Paulchen, da warst du wohl sehr enttäuscht, als du die Kleine heute mittag sahst?"

„Ja, Hans, aber angenehm ,das kann ich dir sagen."

Am Nachmittag mußte der Baum geputzt werden; Elvira hatte sich angeboten, das zu besorgen. Nun steht sie in Frau Petris hübschem, traulichem Wohnzimmer vor der fast deckenhohen Tanne, um all den bunten Kram, der in Kistchen und Schachteln um sie herumsteht, auf den Baum zu verteilen. Ueber den Tisch vor dem Sofa breitet sie ein feines, weißes Damasttuch. Auf dem­selben ordnet sie die Geschenke, die ihr Frau Petri für ihre Söhne gegeben. Sie selbst hat für die Sanitäts­rätin einen wundervollen Blumenkorb, Hans hat ihr dann noch eine feine japanische Vase und Paul eine aller­liebste Rokokoschreibtischuhr für die Mutter gep.bcn.

Als Elvira fertig ist, breitet sie ein weißes Tuch über die Geschenke, damit kein unberufener Blick die Uebcrra» schung zu früh erspäht. Heute sind sie ja alle wieder

Parker Gilberts Bericht und die Weltwirt- schaftskrise beschäftigen noch immer die Geisler. Man liest und würdigt die verschiedensten Auffas­sungen und — wundert sich. Fast schien es mir noch am richtigsten, den Optimismus des Ameri­kaners dadurch zu erklären, daß er die Anleihe- Freudigkeit der Pankee's neu beleben und je­denfalls beruhigen will. Das stehe dahin, ich ver­lange für meinen Teil nur Eines, nämlich Wahr­heit und Klarheit. Zwefelhafte Bilanz läßt auf zweifelhafte Buchführung schließen, und das ist ein ungestinder Zustand. Ich möchte nicht, das unser Volk eines Abends reich zu Bette geht, um am andern Morgen zu erfahren, es fei über Nacht arm geworden. Man sagt von manchen Firmen, daß es bei ihnen jeweilig eine fünffache Ausferti­gung der Bilanzen gebe: eine für die Steuerbe­hörde, eine für den Äuffichtsrat, eine für die Zei­tung, eine für den Arbeitgeber, eine für die Ar­beitnehmer, und eine, das wäre also schon die K, die richtige, für wen denn noch diese? Seit

s hörte, lese ich lieber lyrische Gedichte statt wirtschaftliche Bilanzen. Da reimt sich doch wenig­stens eines aufs andere, während man im wirt- schaftlnhen Bezirk so oft dem Ungereimten be­gegnet.

Wenn man schon schwindelt, ist vielleicht doch die Mahnung am Platze, es nicht zu auffällig zu machen, denn so ganz dumm sind die Leute doch nicht! Da erzählten mir Arbeiter eines größeren Werkes, daß sie um eine Lohnerhöhung eingekom­men seien, die aber abschlägig beschieden fei. Cs gehe eben nicht von wegen der bekannten Ren­tabilität. Sie geben sich zufrieden, um dann spä­ter zu erfahren, daß die Gehälter der Direktoren in der gleichen Zeit erhöht worden seien, und daß diese Summe ungefähr das ausgemacht habe, was insgesamt die Lohnerhöhung der Arbeiter gekostet hätte. Ich will den Fall nicht verallgemeinern und erzähle ihn nur in der Absicht, doch zur Ehr­lichkeit zu mahnen. Man soll nicht mit dem Feuer spielen, und daß da Feuer unter der Asche glimmt, das zeigen die kommunistischen Blätter und Zeitschriften. Eine neue, „Die Front", liegt da gerade in einigen Nummern vor mir und es ist nicht gerade zum Spaßen. Auch kann jeder, der will, beobachten, daß es heute bereits „bessere" kommunistische Zeitschriften gibt, das heißt solche, die sich auf bemerkenswerter Höhe bewegen. Auch in ihnen wird gerechnet und mit Bilanzen gespielt. Da sie politisch von Moskau, dem gerissenen Ge­genspieler Genfs, bedient werden, der in jedem Falle ausgezeichnet Bescheid weiß, so sind sie na­türlich in Iber Lage, manche Lüge glatt aufzu­decken und mit ihr sofort zu einem wohlgezielten Dolchstoß auszuholen.

Man nehme auch das Wort von der Welt­wirtschaftskrise nicht zu harmlos. Einmal schon deshalb nicht, weil sie bei uns außer den nor­malen Ursachen, die sich vielleicht, vielleicht, behe­ben werden, auch einige ganz unnormale hat. Dann aber, weil diese Probleme doch nicht auf die Dauer durch die Erwerbslosenunterstützung werden gelöst werden können. Man muß sich diese Dinge ganz lebendig anschauen und sie zum Bei­spiel auch einmal aus dem Munde des Bauern hören. Es schadet nichts, wenn auch der Industrie­arbeiter davon weiß, zumal ich nicht Partei nehme, sondern eben nur berichte und meine, daß die Wahrheit in jedem Falle gehört werden muß.

Also mein Dauer sagt mir, daß er den Erwerbs­losen alles Gute gönne, aber er sehe doch nicht ein, daß er 12 und mehr Stunden in schwerster Sorge schassen sollte, damit denen geholfen werde, die einem ganz andern wirtschaftlichen Bereich ange­hörten. Warum, so fuhr er fort, gibt man miir nicht wenigstens, wenn ich schon mitzahlen soll, billige Arbeitskräfte, da doch so viele überhaupt ohne Beschäftigung sind? .... Die klugen Wirt­schaftspolitiker werden gewiß für diesen Bauern eine Antwort bereit haben, und ein Idealist sagte mir, in solchem Falle müsse man von der Volks­gemeinschaft sprechen und dem Familiengefühl al­ler, die im gleichen Lande leben .... Ich habe ihn eingeladen, dies selber zu besorgen und zu dem Zwecke sich einmal zu den armen Moselbauern zu begeben ....

Bei all dem ist es verwunderlich, wenn man vom Auslande hört, wir könnten doch ganz gut zahlen, was durch die vielen Deutschen, die letziens die belgischen Bäder bevölkerten, klärlich genug bewiesen werde. Das seien doch alles reiche Leute mit einer fetten Valuta. Aehnliche Steuerungen wurden mir auch aus dem Osten zugetragen, auch aus Spanien. Ueberall sehe man die deutschen Ur­lauber und Sommerfrischler als reiche Leute. Auch die Pressa hat nach dieser Seite hin, ohne daß irgendeiner daran dachte, gewirkt. Es sei doch großartig gewesen, die herrlichen Gebäude, die köstlichen Veranstaltungen und überhaupt der Lu­xus l Das hat sich in der ganzen Welt verbreitet und eine Stimmung erzeugt, die einer glücklichen Erledigung der Reparationslasten eben nicht gün­stig ist. Heute rote einst fehlt es vielen von uns an der rechten Psychologie und an dem feinen Takt, wenn man im Auslande ist oder mit Aus­ländem zusammenkommt. Wir hatten im Kriege wenige Freunde und haben seitdem keine hinzuge- roonnen. Auch die Wenigen werden heute skep­tisch!

Auch dem wohlwollendsten Beobachter muß es auffallen, rote ungesund unsere Verhältnisse sind. Da lese ich eben die Sondernummer der „Zeit­schrift des Hilfsbundes notleidender Goistes.arbeft ter" (Berlin, Baumschulenweg, Baumschulenstraße 6). Das ist ja geradezu herzzerreißend, was da über die Not unserer Wissenschaftler und Schrift­steller gesagt wird. Es heißt dort: „Für den Ar­beiter gibt es Tarife, seine Arbeitszeit ist gesetzlich geregelt, seine Interessen vertritt eine Gewerkschaft, Krankenkassen sorgen während der Krankheit, So­zialversicherungen bei Arbeitsunfähigkeit und im Alter .... Zu dem Genuß aller dieser Vorteile kommt der Geistesarbeiter nicht!" Wie oft mag geschehen sein, was von dem kleinen Ort Unter­franken berichtet, wird, wo sich ter Schriftstelle" Dr. G. R. . . . . erschossen hat. Seine letzte Post­karte an den Verleger lautete: „Ich scheide frei­willig aus dem Leben und kann Ihnen das Re­ferat nicht mehr fertigftcr-en." .... Was wird aus uns, wenn unsere gei|tige Schicht verelendet? Dabei sind die wissenschaftlichen Bücher oft uner­schwinglich teuer, so teuer, daß man sie in anderen Ländern drucken läßt, von wo sie bann ins Aus­land gehen. Wie ungesund ist alles! Und wird noch immer schlimmer, denn wo sotten die Hundert­tausend Studenten von heute denn später eine ihrer Bildung entsprechende Beschäftigung finden? Ein wahrer akademischer Fimmel hat manche I Leute ergriffen und mit Recht spottet ein Werk- I

nimmt sie hastig die Schlittschuhe und eilt ins ohne sich umzusehen. Hätte Sic es getan, sie märe einem Blick in Sandors Augen begegnet, der ihr

AMMEYER

STURMIUSSTR.

Karl Hau

Rhönstr. 10 Dachdeckergeschäft Telephon 373

sprach durch den Rundfunk zu den Bürgern der niederländischen Kolonien in Südostasien anläßlich yeim --'. uer »nwnuiw -----

der 50. Wiederkehr ihres Hochzeitstages. Königin dem Tode ihres Gatten von 1890 bis 1898 die Re.

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