Fuldaer Zeitung
GottesdienstordnuM
i-t. 7 hl. Messe. 8 Oberrealschulgottesdienst. —
über Skandinavien und der Druckanstieg england spricht. Infolgedessen bleibt in &
über Nord-
Falte fltöendracRerel, Fulde
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kalte Ostströmung erhalten und es treten allenfalls im südwestlichen Deutschland vorübergehend leichte Schneefälle auf.
Witterungsaussichten für Samstag: Vielfach neblig, sonst zeitweise heiter, Fröste sich verstärkend, östliche Winde.
Zraaenberg. Weihnachts-Missionsfest für die Mitglieder des Franziskaner-Missionsvereins. Hl. Messen 5—7 Uhr. 8 Uhr hl. Messe mit Missionspredigt. 9 Uhr Missionspredigt und feierl. Levitenamt, das für die Mitglieder des Franziskaner. Missionsvereins gehalten wird. 2 Uhr Missionspredigt mit kurzer Andacht. Die Kollekte um 8, 9 und 2 Uhr ist für den Franziskaner-Missionsverein. (Vom 18. bis zum 25. Januar tst Gebets - Oktav für die Wiedervereinigung im Glauben. Während der Oktav findet jeden Nachmittag um V«5 Uhr eine Bittandacht mit sakram. Segen statt).
Neuenberg. 719 Uhr Amt und Predigt. — Lehner;. 8 Uhr Amt und Predigt. — Dieterrhan. VzlO Uhr Amt und Predigt.
warum entziehen Sie sich mir immer? Was soll ich tun, um Sie mir geneigt zu machen? Warum haben Sie nicht einen jener vertrauten Blicke für mich, die Sie an Roger Waltmann so oft verschwenden und für die der Eishellige doch absolut kein Verständnis hat?"
Elvira ist bald rot, bald blaß geworden unter diesen leidenschaftlichen Worten; doch sucht sie, so gut es ihr gelingen will, ihre Ruhe zu bewahren; Sie erinnert sich an Walter Rolands Worte, die er damals an jenem ersten Abend ihres Auftretens sprach: „Elvira, dies ist einer jener Mensch, die Sie zwar verachten müssen, die Sie sich aber nicht zum Feind machen dürfen."
D, wie recht hatte Walter gehabtl Ach, wenn er doch hier wäre!, denkt sie mit einem Seufzer.
Zu dem Ungar aber spricht sie so ruhig wie möglich: „Ich weih wirklich nicht, Herr Pokorny, was ich schon wieder verbrochen haben soll! Sie pressen ja meine Hand, als wollten Sie ein ungezogenes Schulmädchen züchtigen!"
„Verzeihung, Fräulein Elvira, ich wollte Ihnen nicht wehe tun!", murmelt Sador, anscheinend zerknirscht, ihre Hand loslassend, „doch warum halten Sie sich immer von uns zurück? Es ist nicht klug von Ihnen, das werden Sie noch einsehen. Wenn man bei den Wölfen ist, so muh man mit ihnen heulen. Kommen Sie also heute abend? Was soll ich meinen Kollegen sagen?"
„Daß ich leider schon anderweitig zugesagt habe, daß ich sonst ganz gern gekommen wäre. Doch meine Hauswirtin hat mich bereits eingeladen."
„Diese Zusage können Sie doch wohl rückgängig machen. Sie haben dieselbe ja nur gegeben, weil Sie nichts Besseres vorhatten."
„Nein, darum bestimmt nicht, sondern weil ich mich wirklich auf den Abend in der feinen und gebildeten Familie freue. Auf keinen Fall möchte ich die Dame, die ich sehr schätze, kränken. Sagen Sie das bitte den Kollegen und Kolleginnen mit einem herzlichen Dank für die liebenswürdige Einladung. Und nun geben Sie mir meine Schlittschuhe, ich muß mich beeilen, ich w»cht» Frau Petri heute nicht warten lassen."
(Sortiefeuna folat.)
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geht durchaus seinen eigenen Weg. Wir brachten nur ein paar Abende gemeinsam bei einer befreundeten Fa- mile zu."
„Ja, und machten dann, nachdem man der Dame vorgemacht, man müsse heim, einen gemeinsamen Bummel durch entlegene Straßen. O, Sie Scheinheilige, Sie sehen, ich bin gut unterrichtet", schließt Sandor triumphierend.
Wieder trifft ihn der kühl verwundert« Blick aus El- virens Augen.
„Es scheint so; ich wußte bisher allerdings nicht, dah Sie ein Spion sind; nun bin ich auch davon unterichtet. Im Uebrigen aber, mein Herr, wenn Sie uns gesehen haben, so müssen Sie auch wissen, daß wir ruhig unseres Weges gegangen sind. Wir haben lediglich den Umweg gemacht, um noch ein bißchen frische Lust zu schöpfen."
Sandor war es einen Moment unbehaglich unter dem kalten Blick und der unumwundenen Austichtigkeit seiner Begleiterin, aber schon hat er seine ihm angeborene Frechheit wieder.
„Wers glaubt," sagte er mit höhnischem Auflachen und in seinen Augen liegt wieder das diabolische Leuchten, das Elvira so sehr abstößt.
„Daß der schöne Roger Sie nicht bei Frau Petri aufsucht, ist ja selbstverständlich; Ihr liebenswürdiger Hausdrache würde ihn schön hinausbugsieren. Aber leugnen Sie doch nicht, daß er es war, der Sie bei der schönen Frau Ellinor einführte. Glauben Sie denn, daß diese Frau Sie empfängt, bloß um Ihrer unschuldigen Augen willen oder aus Großzügigkeit, weil Sie hier fremd sind? Nein, meine schöne Kollegin, wenn Sie auch ziemlich weltfremd sind und von den Menschen eine gute Meinung haben, solch edle Motive werden Sie selbst bei der schönen Weltdame wohl nicht suchen. Also wird sic sich von ihrem Freunde wohl einen anderen Lohn ausbedungen haben, oder meinen Sie nicht?"
Elvira ist blaß geworden; sic fühlt, daß der Ungar sie beleidigen will, daß er versucht, ebenfalls Roger bei ihr zu verdächtigen. Im ersten Augenblick will sie ihm eine zornige Antwort geben, will ihm Rogers selbstloses Handeln offenbaren, doch sagte sie sich, daß das unklug sei, daß der Ungar sie verlachen, ihr nicht glauben würde, datz es auch unklug sei, eine andere Person zu verteidi-
Evangelischer Gottesdienst.
Sonntag, den 13. Januar. $#l6a. Um 97, Uhr norm, und abends 6 Uhr Pfarrer und Missionar Woell- Hersfeld. (Kollekte für die Mission). 11 Uhr vorm. Krndergottesdienst. Amtswoche: Kreispfarrer Weber. — vad Salzschlirf. 10 Uhr vorm. KreiLpfarrer Weber.
Mittwoch, 16. Januar, gulba. 8 Uhr abends Bibelstunde (Schwesternhaus).
Freitag, 18. Januar. Zulda. 8 Uhr abends Jungmädchen-Vereinigung im Schwesternhaus.
Evangel. landeskirchl. Gemeinschaft, Zulda, vuitlarstr. 17.
Sonntag, 13. Januar. Abends um 8 Uhr Bibelstunde. Dienstag abend 8'/« Uhr Bibel- und Gebetstunde. Jedermann ist herzlich eingeladen.
wird. Unsere Gegner- die Deutschlands gutes Recht auf die frühere Räumung leugnen und die aus dieser Frage ein neues reparationspolitisches Geschäft zu machen versuchen, sollen nicht darauf Hinweisen können, daß das rheinische Volk lärmend und laut, ohne Rücksicht auf das Wohl der Allgemeinheit, seine Befreiung verlange. Gerade jetzt, wo die endgültige Entscheidung in der Reparationsfrage cngebahnt ist, soll iede öffentliche Geste der Ungeduld, die als eine Pression auf die Entschlüsse derReichsregierung gedeutet werden könnte, vermieden werden. Die Entschlüsse der deutschen Persönlichkeiten, die die kommenden Reparations- Verhandlungen zu führen haben, soll einzig bestimmt werden durch die Rücksicht auf die tatsächliche Leistungsfähigkeit der deutschen Volkswirtschaft.
Das ist der Standpunkt der Bevölkerung in den noch besetzten deutschen Gebieten, ein Standpunkt, der so heroisch ,so selbstlos und so national ist, baß Jeder, e rwschlre ßl i ch »des „Völkischen Beobachters", vor ihm sein Haupt in Ehrfurcht beugen sollte. Das ist aber auch der Sinn der Rüdesheimer Rede des Zentrumsführers. Keine Partei im Rheinland, keine dort irgendwie maßgebliche Körperschaft hat die Rede des Prälaten Kaas anders verstanden. Auch keine politisch beachtsame Stimme im Reiche hat sich dagegen erhoben. Mit seiner perfiden Verketzerung des Chefs der Zentrumpsartei steht der „Völkische Beobachter" völlig allein da.
Ikatholischer ®ottesbienft.
Sonntag, den 13. Januar 1929. Fest der hei- Hocn Familie. Zulda. vom 1. Beichtgelegenheiten sind: Jeden Samstag des morgens von 7,6 Uhr ab; nachmittags von 2—3 für Kinder; von 7-5—7 Uhr und von V28 Ubr ab für Erwachsene; Sonntag morgens von ‘'26 Uhr ab. 2. Sonntagsgottesdienste: 7,6, 6, 7s 7 und 7 Uhr yl. Messen mit Gelegenheit zum Empfang der hl. Kommunion. 7 HI. Messe und Komm, des Jugend, und Jungmännervererns in der Marienkapelle. Um 8 Uhr Pfarramt mit Predigt, Kommunion des 7. Schuljahres. 7110 Kathedralamt mit Predigt. 7*11 Christenlehre für die Jünglinge. 7*12 Uhr letzte HI. Messe mit Predigt. 7,2 Uhr sakram. Andacht mit Segen. 2 Uhr Christenl. der Jungfrauen. 4 Uhr Predigt, Andacht und Segen. 6 Uhr abends Herz - Mariä - Bruderschaft mit Segen. 3. Werktagsgottesdienste: Jeden Morgen von 7,6—7 Uhr halbstündlich bl. Messen mit Kommunion-Austeilung. 7«8 Pfarrgottesdienst mit HI. Kommunion. Um 9 Uhr letzte hl. Messe mit Austeilung der heiligen Kommunion. Montag abend 5 Andacht zu Ehren der HI. Familie. — Stadtpfarrkirche. Beichtgelegenhelten sind: Am Samstag nachm. 3—7,77,—87», Sonntag früh 57«—7 U. Sonntags- Gottesdienste: 6 hl. Messe und Komm, der Dienstmädchen, 67« hl. Messe und Kamm, des Jugendvereins und der Jugendabtlg. des K. K. V. 8 Uhr erster Schulgottesdienst, Predigt und Komm, des 7. Schuljahres. 7-10 Uhr Pfarramt und Preü. 11 Uhr zweiter Schulgottesdienst mit Predigt. 9'7« Andacht der Jugendkongregation in der Severikirche. IV, Christenl. der Jungfr. 27, sakram. Andacht zu Ehren der hl. Familie. 4 Andacht der Dienstmädchenkongreg. in der Severikirche. Die hl. Kommunion wird von 57«—7V, ,Uhr jede halbe Stunde gespendet, außerdem um 8V, und 97« Uhr. Werktagsgottesdienste: l *», 7,77« und 87, Uhr. Mitt- woch, Freitag, Samstag früh 67, Uhr Beichtgelegenheit. Am Freitag nachmittag ist um 5 Uhr Segensandacht. Vop Freitag, den 18. Jan. bis Freitag, den 26. Jan. Gebetsoktav um Wiedervereinigung im Glauben im Anschluß an die täglichen Morgengottesdienste. — Pfarrkirche ;um heiligen Geist. 7 Uhr Frühmesse mit Ansprache. 8 Uhr Hochamt und Predigt, Komm, der Jünglinge und des 7. Schuljahres. '/«II Uhr Kinder. gotieSdienst und Ansprache. 5 Uhr abends Andacht. Mittwoch, den 16. Januar, abends um 5 Uhr Andacht. Werktags ist die erste hl. Messe um '/«7, die Schulmesse 7«8. Beichtgelegenheit jeden Morgen von 7,7—7 Uhr und
3. Blatt.
Druck der Fuldaer Actiendruckerel, Fulda
\M 10.
Samstag, den 10. Januar 1929
Treue Herzen.
Roman von Marie H a r l i n g.
Samstag von 4—6 Uhr. Sonntag morgen 6—7 Uhr. — Sobalität. Vormittags um 7,10 Uhr Gottesdienst. — St Sturmius-Pfarrkirche. 77« Kommun. -Austlg. 77- Fruhmesse mit Predigt. 97, Uhr vormittags Hochamt mit Pred. Danach Christenl. 7,2 SegenSandacht. — klbteikirche der venebilrlinerinnen Sonntag um '/«6 Uhr Konventamt. Werktags 7«6 stille Messe, 7,9 Konventamt, 3 Vesper. — herz-Jesu-heim. Sonntags ist um 7,7 Uhr hl. Messe, st-9 Uhr Amt und Predigt. 2 Uhr Andacht und Segen. Werktags 7,7 Uhr hl. Messe. Mittwo " abend um 87« Uhr Andacht und Segen. —
gen, die man eigentilch doch zu wenig kennt, um all ihre Motive durchschauen zu können. So begnügt sie sich damit, kühl zu erwidern: „Zum ersten muß ich Sie bitten, Herr Pokorny, von einer Dame, die ich sehr schätze, achtungsvoll zu reden in meiner Gegenwart; ich meine, das erfordert die einfache Höflichkeit. Warum mich Herr Waltmann bei feinen Freunden eingeführt hat, ist mir an sich ganz gleichgültig; ich freue mich, daß ich in dem durchaus vornelmen Haufe ein paar angenehme Abende verleben durste."
Der Ungar hat eine andere Antwort erwartet, er hat gehofft, Elvira würde den Freund eifrig zu verteidigen suchen. Das sieht man an seinem für einen Moment verblüfften Gesicht, doch dann verbirgt er seinen Aerger schnell unter einem hämisch triumphierenden Auflachen: „Sie verteidigen Ihren Freund nicht, Sie brechen keine Lanze für ihn? O weh, der arme Roger. Wie wird ihn das schmerzen, wenn er es erfährt!"
„Herr Waltmann ist Mann genug, für sich selbst einzustehen, er braucht keinen Verteidiger! Sagen Sie ihm doch einmal die Liebenswürdigkeiten, die Sie mir gesagt haben, ins Gesicht! Das wagen Sie ja gar nicht!" sagt Elvira mit spöttischem Lächeln.
„Doch, ich bin zu Hause, ich danke für Ihre liebenswürdige Gesellschaft! Geben Sie mir nun bitte meine Schlittschuhe!"
Durch ihre spöttische Ruhe pariert sie die Bosheit des Ungars besser als sie denkt. Der Faden, den er so fein gesponnen zu haben glaubte, um das harmlose Mädchen darin zu fangen, hat sich in seinen Händen verwirrt; das läßt seine wahre Natur herrortreten und macht ihn brutal.
Fast unhöflich stößt er die Hand fort, die ihm die Schlittschuhe abnehmen will; dann sagt er brüsk: „Ihre Schlittschuhe bekommen Sie nicht eher, als bis Sie mir versprechen, heute abend zu dem kleinen Fest, das wir ganz unter uns arrangieren, zu kommen."
Groß und erstaunt blickt Elvira ihn an, dann will sie, ohne ihn einer Antwort zu würdigen, ins Haus gehen. Doch da ergreift der Ungar ihre Hand und zwingt sie so, wenn sie kein unliebsames Aufsehen erregen will, stehen zu bleiben. Sandors Zorn schlägt jetzt in das Gegenteil um, er bettelt beinahe demütig: „Elvira,
Dr. Leopold v. Hoesch, deutscher Botschafter in Paris, ist zur Rücksprache über die Reparationskonferenz in Berlin eingetroffen. Unser Bild zeigt den erfolgreichen Diplomaten, der seit sechs Jahren auf dem schwierigsten Posten steht, vor seinem Besuch beim Reichspräsidenten.
„Vielen Dank, Herr Pokorny, aber ich kann meine Schlittschuhe ganz gut selbst tragen. Ich muß zudem nach Haus und wir haben doch nicht denselben Weg."
„Ich möchte aber den kleinen Spaziergang bis zu Ihrer Wohnung mit Ihnen machen, Elvira, oder wollen Sic mich fortschickcn?"
„Warum sollte ich das, wenn es Ihnen Vergnügen macht, mit mir zu gehen? Im Uebrigen aber möchte ich Sie bitten, mich nicht bei meinem Vornamen zu nennen."
„Hu, immer noch die Glctscherjungfcau? Der „Graf" hat wohl abgefärbt?"
„Der Graf?"
Mit kühl erstauntem Blick, in dem auch etwas wie Spott funkelt, blickt Elvira den Ungar an.
„Nun ja, wissen Sie denn nicht, daß Roger Waltmann unter Kollegen der „Graf" genannt wird oder zur Abwechslung auch mal der „Eisheilige", wie ihn die übermütige Milli getauft hat?"
„Nein, das wußte ich nicht! Ich wußte überhaupt nicht, daß es unter vernünftigen Menschen Sitte ist, sich Spitznamen zu geben. Ich dachte, das täten nur die Studenten in ihrem Iugendübermut."
„Spitznamen gibt es überall, wo leichtes, überschäumendes Blut fließt und beim Theater ist das doch sicher der Fall!!", lacht Sandor belustigt.
„Ja, da muß ich Ihnen leider beipflichten!", erwidert Elvira ernst.
Einen Augenblick schweigen beide, bann fragt Sandor unvermittelt: „Wo werden Sie übrigens den heutigen Abend zubringen? Ihr getreuer Begleiter hat Sie ja treulos im Stich gelassen."
Elvira blickt ihrem Begleiter stolz und fest gerade ins Gesicht; das geniert den schönen Ungar doch ein wenig, obwohl er sich sonst nicht leicht verblüffen läßt. Ruhig erwidert sie bann: „Sie finb sehr im Irrtum, Herr Po- 'orny, wenn Sie glauben, baß Herr Waltmann seine ittianh» io meiner Gebrlltckast ru DerbritlOCD vfteat: er
wie wird das Wetter?
Das bei Englanb erschienene flache Tiefbruckgebiet wirb in ber Hauptsache nach Süben abgebrängt, wofür auch bie neuerliche Verstärkung bes Hochbruckgebiets
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Katholische wett.
— Ein neues heiliges Jahr. Wie ber römische Vertreter ber „Kölnischn Volkszeitung" meldet, hat Pius XI. anläßlich des Gedenkjahres seines goldenen Piesterjudi- läums soeben eine bedeutsame apostolische Konstitution erlassen, in der ein annum sanctum extra ordino, dem Beispiel Leos XIII. folgend, für den ganzen katholischen Erdkreis verordnet und die besonderen geistlichen Äna- benspriöilegien dieses Jubiläumsjahres festgelegt werben.
— Der Generalvikar der Wiener Erzdiözese f. Der Generalvikar ber Wiener Erzbiözese, Erzbischof Dr. Joseph Pflüger, ist im Alter von 62 Jahren in Wien gestorben. Der Bunbesprüsibent brückte dem Metropolitankapitel sein herzlichstes Beileid aus.
petfiöe Verketzerung.
Leute, die es mit der Sachlichkeit und der Sauberkeit im Kampfe der Meinungen nicht allzu genau nrchmen, lieben es, dein polinschen Gegner durch tendenziöse Berichterstattung über seine Reben, durch zusammenganglose Wiedergabe einzelner seiner Sätze und durch ähnliche redakt'onell? Tafchenspielerstückchen Abbruch zu tun. Diese Methode findet man leider auch in einem Teile der d-utschen Presse nicht selten. Selten, ja fast einzigartig^ aber ist es, -daß eine deutsche Zeitung an den entstellten und entstellenden Auszug aus einer gegnerischen Rede einen Kommentar hängt, der, auch in der Form unflätig, den Sinn d'es->r Rede gewaltsam ins Gegenteil kehrt. Das hat der „Völkische Beobachter" des „Politikers" Adolf Hitler in seiner Nummer vom 8. Jan. 1929 fertig gebracht. Das Wart hat die Rede des Prälaten Kaas in Rüdes heim unfair verstümmelt und im Anschluß daran unter Berwen- duMz persönlich beleidigender Ausdrücke sie Behauptung gewagt, der „b e r üch t i g t e Prälat", der sich „ein so unbedingtes Urteil über die Rheinländer und ihre Stellungnahme zur Besatzung anmaße", habe gesagt oder sagen wollen, die Schlußfolgerung aus der Genfer Abfuhr laute: „Nur nicht überstürzen! Die Rheinländer haben die Besatzung ganz gerne! Ich kenne doch die Rheinländer!" Dieses unqualifizierbare Resümee z-cht der „Döl- kilckis Beobachter" aus der Rüdesheimer Red l des Chefs dei Zentrumspartei die in ihrem außenpolitisch entscheidenden Teile folgendermaß',n lautete:
„Gewisse Krcisc an führender und verantwortlicher grelle hat sich eine Art von Erfolgshunger bemächtigt, der für bie sachliche Politik nicht günstig ist. Wer nicht warten kann, bis bie Früchte von selbst reifen, kommt, mag er wollen ober nicht, mag er es noch so ehrlich und aufrichtig meinen, zu unsachlichen Hanblungen. Erwarten toie nicht von mir, baß ich hier am beutschen Rhein mit Nachdruck, mit stürmischer Ungeduld zum soundsovielten Male die Raumungsforderung wiederhole. Das deutsche Volk hat diese Räumungsforderung klar und deutlich gestellt, die offizielle deutsche Außenpolitik hat sie ebenso gestellt, und ebenso klar und deutlich war letzten Endes das Nein, das das Ergebnis der Scp- temberberatungen des vorigen Jahres in Genf gewesen ist- Denn, wenn ich auf einen Rechtsanspruch auf Räu- mung antworte mit einer Gegenforderung, bann ist das sclbstverstänblich die Verneinung des Rechtsanspruches und die Anmeldung der ganzen Sache als politisches Geschäft.
So stehen wir heute. Ich verspreche mir nichts von einer demonstrativen Weiterbehandlung der Räumungsfrage in ber Ocffcntlichkeit. Das beutsche Volk, unb vor alles bas beutsche Volk hier am Rhein, ist gar nicht so ungebulbig, wie manche an anderer Stelle, wo man wenig unter den Auswirkungen der Besatzung leidet. Wir haben schon vor Jahren erklärt, daß wir keinen Weg der deutschen Außenpolitik wünschen, der zu wirt- lchaftlich nicht tragbaren Belastungen führt, daß wir lieber weiter warten, als Entschließungen zustimmen, die die Generationen, die nach uns kommen, uns tadelnd vermerken werden.
Darum sollte die Haltung des deutschen Volks gegenüber der Gegenseite im gegenwärtigen Augenblick we- mgcr die einer aufgeregten Demonstration unb Opposition fein, als bie einer mürbigen Reserve. Ich glaube, baß wir auf bem Wege eher zu praktischen Ergebnissen kommen, als wenn wir burch eine gewisse öffentliche Form ber Behanblung ber Räumungsfrage etwa ben Eindruck erwecken, als ob wir bereit feien, phantastische Opfer für eine Sache zu bringen, bie innerlich ja boch langst tot ist. Was ich in Köln gesagt habe, wieber- hole ich:
Der Besatzungsgedanke ist tot, der Termin ber Beerdigung ist letzten Endes eine Frage zweiten Ranges. Ich bin der Auffassung, bie Beerdigungskosten dürfen nicht zu hoch werden.
Seien wir offen, nüchtern und fachlich. Die Dinge stehen doch so, daß nach den Erklärungen der Gegenseite ein wirkliches Vorwärtskommen in der Räumungs- irage unb auch in anberen Fragen garnicht zu erwar-
griebl;« apelle am Hranzosenwäldchen. Sonntag: 67« ..... mit Ansprache und Kommunion. Austeilung.
: 77, hl. Messe mit Kommunion-Austeilung. —
ten ist, wenn nicht in ber Reparationsfrage greifbare unb abschließenbe Lösungen erzielt, werben. Der Bericht Parker Gilberts zeigt uns aber, baß wir auch in der Reparationsfrage eigentlich noch ganz im Slnfang ber Debatte stehen, baß eine gerabezu verhängnisvolle Woge optimistischer Beurteilung Deutschlanbs burch bas Aus- lanb geht. Dieser Optimismus würbe uns ja an sich ehren, wenn wir nicht wüßten, baß bie Konseguenz selbstverstänblich eine unsere Kräfte überfteigenbe reparationspolitische Belastung sein muß unb sein wirb. Wenn wir auch den ehrlichen Willen zur Erfüllungspolitik haben, im Interesse unseres Volkes unb Laubes unb barüber hinaus im Interesse einer vernünftigen unb ge- funben Weiterentwicklung ber weltwirtschaftlichen Zusammenhänge müssen wir jeder Forderung, bei ber nach unserer Uederzeugung unsere Leistungsfähigkeit überschritten wirb, ein klares unb männliches Nein entgegensetzen."
Wer den Sinn dieser klaren und jedem politisch denkenden Menschen ohne weiteres verständlichen Worte in der Weise mißversteht, wie es der „Völkische Beobachter" getan hat, der beweist entweder, daß er von der Politik keine Ahnung har oder, daß ihm in der Politik jedes, auch das bedenklichste Mittel recht ist. Prälat Kaas und mit ihm die Bevölkerung des besetzten Westens hat nicht erst in letzter Zeit, sondern' stets zum Ausdruck gebracht, man wosirl. trotz aller bisherigen Leiden, in Opferbereitschaft und Liebe zum ganzen deutschen Volke die Not und die Qual der Besatzung eher noch länger ertragen, cis zugeben, daß dis frühere Befreiung durch eine neurl zusätzliche Belastung des getarnten deutschen Volkes erkauft
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