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Fuldaer Zeitung (Amtliches Nreisblatt).
Nr. 4.
Samsiag, 5. Januar 1929.
Es ist erstaunlich
daß die konsequent durch geführte Rationalisierung gestattet, für 5 Pf, eine Zigarette herzustellen, die der Qualität nach 6 Pf. kosten müßte. Dabei duldet die Zigaretten-Fabri- fcation keinerlei Surrogate. Ersparnisse am Tabak oder Un vollkoni men« heilen der technischen Herstellung würden sofort im Geschmack des Fertig-Fabrikates zu spüren sein.
Deshalb ist es vollkommen zwecklos, Rezepte und Methoden anzugeben. Das zuverlässigste Mittel, Sie als Greiling-Rancher zu gewinnen, ist die Bitte: Vergleichen Sie Greiling-Auslese mit Goldmundstück zu 5 Pf. mit jeder beliebigen anderen Marke und üben Sie strengste Kritik. Stellen Sie am Geschmack der Zigarette fest, welche Fabrik die besteingerichtete sein muß.
I stehen werden, die hoffentlich die gleiche Höhe er- ' rpirfion ttiPrhpn mio hro oii+inrorhonhnM ST)?f++of ho«
reichen werden, wie die entsprechenden Mittel des
Im Rahmen eines Entwurfes des Steueroerein- heitlichungsgefetzes ist von der Reichsregierung dem Reichstag auch eine Hauszinssteuerverordnung oorgelegt worden. Als Zeitpunkt für das Inkrafttreten der Hauszinssteuerverordnung ist der 1. 4. 1930 vorgesehen. Die Staatsregierung wird daher die Verlängerung der Geltungsdauer der Haus- zinssteuervewrdnung, die bis zum 31. 3. 1929 befristet ist, bis zum 31. 3. 1930 in einer Gesetzesvor- läge beim Landtag beantragen. Tritt diese Verlängerung ein, woran wohl nicht zu zweifeln ist, so ergibt sich, daß dem Wohnungsbau aus den Hauszinssteuererträgnissen auch im kommen- den Jahre wiederum Beträge zur Verfüguna
.Die gestrigen Amtsgerichtsverhandlungen beschäftigten sich vor allem mit Uebertretungen der Krastfahrzeugordnung. Weil der 23jährige Kauf-
Der Verlagsdirektor Sch. von Frankfurt a. M. hatte seinen Personenkraftwagen fast 2 Stunden lang verkehrshindernd in der Karlstraße aufgestellt. Urteil: 5 Mark Geldstrafe. — Die Ehefrau W. I. von hier war des Betrugsversuches zum Nachteil eines Konkursgläubigers und ihr kaufmännischer Angestellter L. der Beihilfe hierzu angeklagt. Beide wurden freigesprochen. — Der Hausbesitzer Sch. von hier hatte gegen seinen Mieter G. Sch. Anzeige erstattet, weil dieser fortgesetzt in der Küche der gemieteten Wohnung seine Familienwäsche waschen läßt, ohne die vorhandene Waschküche hierzu benutzen zu lassen. Das Gericht sprach den Mieter aus formellen Gründen frei
Zur Frage der pädagogischen Akademien.
Don Franz Heurich, Kassel.
Kürzlich hat der preußische Ministerialdirektor Paul K a e st n e r in der Presse das Wort genommen, um „Fragen um unsere Volksschule" zu erörtern. (Vgl. Nr. 301 der Fuld. Ztg.). Die Aus- fuhrungen gruppierten sich vorwiegend um die sog. Berechtigungen (Das Wort vom deutschen .Berechtigungsfimmel ist ja nicht neu!), um die Lasien- deckung und Lastenverteilung und um die Lehrer- bildungsfrage. Mit letzterer ist ja die Frage nach den Pädagogischen Akademien eng verbunden und von diesen soll in folgendem näher die Rede' sein.
Der Herr Ministerialdirektor kündigte an, daß das Jahr 1929 voraussichtlich vier weitere Akad--- mien bringen würde. Nach den Wünschen der Un- terrichtsverwaltung sollen es Anstalten für evangel. Studierende werden, „weil die Nachfrage nach neu
Johres 1928. Im Einvernehmen mit dem Finanzminister ersucht der Minister für Volkswohlfahrt die Nachgeordneten Behörden, den Gemeinden und Eemeindeverbänden alsbald hiervon Kenntnis zu geben und darauf hinzuweisen, daß grundlegende Aenderungen der für das laufende Jahr maßgebenden Richtlinien für die Verwendung des für die Neubautätigkeit bestimmten Anteils am Hauszins- steueraufkommen für das koinmende Jahr nicht beabsichtigt sind. Soweit etwaige Aenderungen im einzelnen notwendig sind, werden sie in Kürze bekannt gegeben werden.
Rauchverbot für Lehrlinge.
Eine Handwerkskammer hatte zu ihrem Lehrvertragsmuster folgenden Zusatz beschlossen: „Dem Lehrling ist das Rauchen verboten." Der Gesellen, ausschuß hatte dagegen die Bestimmung vorgeschlagen: „Dem Lehrling ist das Rauchen in Werkstatt und im Hause des Lehrherrn verboten." Der preu- ßische Handelsminister übermittelte als Aufsichtsbehörde die Angelegenheit dem preußischen Hand- werkskammertag zur gutachtlichen Aeußerung. Nach einer Rundfrage bei den Vorstandskammern äußerte sich der Handwerkskammertag dahin, daß das von der betr. Handwerkskammer beschlossene v ö l- l i g e Rauchverbot durchaus in den Rahmen des Lehr- und Erziehungsvertrages falle. Es entspreche auch den Bedürfnissen der Volksgesundheit, wenn Jugendliche möglichst lange von dem zweifellos für sie schädlichen Genuß des Rauchens ferngehalten werden.
Der Aufwertungsfonds der Sparkassen.
lieber diese Angelegenheit hat der Preußische Minister des Innern in Beantwortung einer im Landtage gestellten Kleinen Anfrage folgendes erwidert: 1. Sie Aufwertung der von den Sparkassen an die Gemeinden gegebenen Darlehen erfolgt nach den maßgebenden gesetzlichen Vorschriften, mithin, so weit es sich um Darlehen handelt, über die Schuldscheine ausgestellt sind, nach den Vorschriften des Anleiheablösungsgesetzes. 2. Die an die Sparkassen auf ihre Aufwertungsansprüche geleisteten Rückzahlungen gehören insoweit zum Aufwertungsstock der Sparkassen, als sie nach dem 13. Februar 1924 erfolgt sind. 3. Die Aufstellung einer Aufwertungsbilanz zwecks Nachprüfung der Festsetzung eines Einheitssatzes wird erneut, aber erst dann veranlaßt werden, wenn die Aufstellung einer für diesen Zweck brauchbaren Bilanz geschehen kann, d. h. sobald ein genauer lieberblick über den Stand der Aufwertungsaktiven möglich fein wird.
C£in Flüchtling festgenommen.
Der von der Staatsanwaltschaft in Mainz wellen Betrugs steckbrieflich gesuchte 24jährige Schuhmacher Franz Wilhelm Seeh aus Tuttlingen in Württemberg wurde heute durch die hiesige Sri- mmalpolizei festgenommen, und dem Ger'ichtsge- fängnis in Fulda zugeführt.
Aus dem Gerichksfaal.
Massenandrang zum Invenfur-Ausverkauf.
«ntmenhin^ &er ^S""käufe ist wieder La. Viele Hausfrauen hoffen, bei diesen Käufen wohlfeil 31 nÄ&ÄÄX, Äl“”* W »m tauf.
gebildeten evangl. Lehrern schon in 3—4 Jahre beträchtlich sein wird" und der Bedarf für katho Bewerber und Bewerberiuneen noch für 7— Jahre gedeckt ist. Damit erfährt zugleich die La: unseres kathol. Lehrernachwuchses leider eine sek traurige Beleuchtung. Aus den Ausführungen dk Ministerialdirektors ist also auch zu entnehmen, da die Forderung der kath. Frauenakademie auf unbi stimmte Zeit zurückgestellt werden soll. „2tngi sichts der übergroßen Zahl kath. Schulamtsbewe, herinnen die Verantwortung für die neue Versuch: gründung zu übernehmen, ist schwer. Das scheine immer weitere Kreise zu fühlen. (Von grundsät lichen Erwägungen fei hier abgesehen.) Aber nii erleben wir folgendes Schauspiel: Gegen den gewa tigen Andrang kathol. Abiturienten erhebt dk Staat abwehrend wie ein Verkehrspolizist die Hani „Ihr könnt nicht Lehrerinnen werden!" Abk dann senkt er sie und fügt hinzu: „Freilich, wen Ihr die Weisungen Eurer Bischöfe in den Win schlagt, bann könnt Ihr es doch werden. In Fran! surt stehen Euch nach wie vor Tür und Tore offen? Das ist nicht nur eine Groteske, das ist ein unbali, barer Zustand. Das bedeutet Gewissensnot: ba‘ muß, gewollt ober nicht, zur Proselytenmacher: übelster Art führen. Darum sollte die Forderun der kath. Lehrer und Lehrerinnen lauten: Wen man den Zugang zum Beruf der kathol. Lehreri zur Zeit verschließen muß, dann soll man ih überall verschließen!" (Päd. P. Nr. 56, S. 735 Wir haben der hier gezogenen Schlußfolgerun nichts hinzuzufügen. Im übrigen wird im prsns Abgeordnetenhaus über diese Frage noch manche zu sagen sein.
Insgesamt ist die Einrichtung von 30 Akademie geplant. Es ist verständlich, daß sich die Städte ur Berücksichtigung eifrig bemühen. So sind auch fe:
Fulda, den 4 Januar 1929
Dom Finanzamt Fulda
wird uns geschrieben: Die Sprechtage des Finanzamts werden in 1929 abgehalten in Gersfeld am 1. Sienstcq. des Monats: in Hilders am 2. Dienstag t >s Monate in Tann am 3. Dienstag des Monats. Abweichend hiervon findet jedoch für Gersfeld der --1 nuarivrechtag am 10. Jan. 1929, für Hilders der Februarfprecküag am 14. Febr. 1929 statt. Danach ergibt sich: Gersfeld: 10. Jan., 5. Febr., 5. OTars, 2. April, 7. Mai, 4. Juni, 2. Juli, 6. August, Z. Sept., 1. Okt., 5. Nov., 3. Dez. In Hilder s: 8.' Jan-, 14. Febr., 12 März, 9 April, 14 Mai, 11. Juni, 9. Juli, 13. August, 10. Sept., 8. Okt., 12. Nov., 10. Dez. In Sann: 15. Jan., 19. Febr., 19. März, 16. April, 21. Mai, 18. Juni, 16. Juli, 20. August, 17. Sept, 15. Okt., 19. Nov., 17. Dezember. Die Sprechtage finden demnach abgesehen von den zwei Ausnahmen wie im Jahre 1928 an den drei ersten Dienstagen des Monats statt.
HHeberbeginn des Unterrichts
in den verschiedenen Abteilungen der Berufsschulen erfolgt Montag, den 7. Jan. Sa alle anderen Schulen erst Dienstag, den 8. Jan. anfangen, fei ausdrücklich hierauf hingewiesen.
Viehmarkt und Eisenbahn.
Trotz des starken Frostes war der gestrige erste diesjährige Biehmarkt mit seinem Auftrieb von 465 Tieren besser befahren als der im Dezember vorigen Jahres abgehaltene Viehmarkt, der nur 416 Tiere zählte. Am Vortage des gestrigen Marktes kamen 57 Wagen mit Vieh von auswärts zur Entladung. Nach Marktschluß wurden auf dem hiesigen Bahnhof 86 Wagen beladen.
Die Preußisch-Süddeutsche Skaatslotterie.
In der Ziehung der 3. Klaffe der 32. Lotterie, die am 14. und 15. Dezember v. I. stattgefunden hat, find die beiden Hauptgewinne von je 100 000 Mark auf die Nr. 209193 in den beiden Abteilun- aen I und II gefallen. In der 4. Klaffe, deren Ziehung am 11. Januar 1929 beginnt, kommen neben vielen anderen größeren Treffern wieder 2 Hauptgewinne von je 100 00 Rm. zur Ausspielung Die Lose zur 4. Klasse müssen wegen der großen Nachfrage bei Verlust des Anrechtes umgehend in I der zuständigen Lotterieeinnahme erneuert werden.
Am die Verlängerung der Geltungsdauer der Hauszinssteuerverordnung.
Alle
i mann A. B. von hier in 2 Fällen das Schlußlicht feines Personenkraftwagens nicht in Ordnung hatte, wurde er zu 6 Mark Geldstrafe verurteilt —