Einzelbild herunterladen
 

Fuldaer Zeitung

Weihnachtsplauderer

aut Und der Mann mit den Knochenbrüchen? Nach

P, < .1 ___'TV»für ist Titp orfem-

-K-MN-L-WL |-MLZW« MMMMZ SMLMW

cs

Von der Mutter zur Tochter

blickt der Lehrer und das zorngerötete Gesicht der k?rau,

HESSE

HESSE

nun roie- über dem

der trotzige Blick Eloirens sagen ihm, daß etwas zwi­schen Mutter und Tochter norgefallen ift Er kennt sein leicht erregtes Kind: schon gar manches Mol hat es der etwas derben Art der Mutter gegenüber Ausdrücke ge­braucht, die er nicht ungestraft hingehen lasten durste. So beordert er auch jetzt die Buben ins Wohnzimmer zurück: dann tritt er mit drohendem Blick auf feine Tochter zu. Elvira ist groß und schlank wie der Vater, sie hat dasselbe schmale, rassige Gesicht, dieselben dunkel- grauen Augen, die so warm und begeistert, aber auch lo kalt und hart blicken können, als ob ein Feuerfunke aus hartem Metall spränge. Beide haben üppiges und hellbraunes Haar, das bei Elvira einen schimmernden Bronzeton zeigt und in natürlichen Locken die weiße Stirn- umgibt. Elvira gleicht auch im Charakter dem Vater; sie hat seinen scharfen Verstand, der ihr dos Lernen zur Spielerei macht, seinen für alles Schöne be­geisterten Sinn, seine herrliche Stimme, ober auch seinen festen Willen.

Die' Mutter steht noch immer und blickt schreckens­bleich auf die Tochter, die solche Rede geführt: Elvira aber zittert am ganzen Körper, die zornig bückenden Augen des Vaters machen sie erbeben. Er hat den Arm der Tochter erfaßt und zieht sie worllos zur Mutter bin.

„Bitte der Mutter ab, was du ihr angetan! Roch weiß ich nicht, was es gewesen, aber sicher etwas Arges, da sie dich so entgeistert anblickt."

Elvira ist wie. eine Feder unter seiner Hand wieder zurückgeschnellt.

„Was soll ich denn abbitten, Vater? Ich habe der Mutter kein Unrecht getan. Ich habe ihr nur gesagt, was ich werden möchte."

Der Lehrer blickt fragend auf seine Frau.

„Ist das wahr, Mutter? Du hast doch so enstetzt ge- rufen!"

Da kommt endlich Leben in die erstarrte Frau: beide Hände vors Gesicht schlagend, stößt sie unter heftigem

mal hat sic sich selbst die Worte vorgesagt, die sie sagen wollte, um das Herz des Vaters zu erweichen, und nun, da sie vor ihm steht, weiß sie nichts mehr von all den leidenschafttichen, hinreißenden Worten.

Der Lehrer steht einen Augenbsick wie versteinert da. dann spielt ein wehes, bitteres Lächeln um seinen Mund. Kein Sturm bricht los, ganz ruhig bleibt der Lehrer, nur seine Stimme zittert und in seinen Augen liegt ein tiefes Weh.

„Geh auf dein Zimmer, Elvira, ich rede später mit dir. Mutter, sorge dich nicht, es wird alles schon recht werden."

Er geht hinaus, seine Frau in Ungewißheit lassend, ob er für oder gegen Eloirens Wunsch ist. Einen Augen- blick steht sie noch, als müsse sie sich auf die Wirklichkeit besinnen, doch dann kehrt ihr die Vernunft zurück.

Sie muß doch sorgen, daß das Abendbrot auf den Tisch kommt, die Jungens werden Hunger haben, und da ist ja endlich auch Lina wieder.

„Schnell Lina, decke den Tisch, die Kinder müssen esten, sonst kommen sie zu spät ins Bett!"

Wohl zittern ihre Hände noch von dem ausgestan­denen Schreck, als sie die Apfelstrudeln sorgsam in das aufzischcnde Fett gibt, wohl weilen ihre Gedanken noch einen Augenblick droben bei der Tochter, aber als, wie allabendlich, die Jungens jetzt lachend in die Küche stür­men, sich mit der Mutter necken und sie in tollem Wirbel durch den Raum ziehen, da vergißt sie in ihrer Mut- tsrfreude das störrische Mädchen, das so wenig zu ihrer Art paßt.

„Der Vater wird schon mit ihr fertig werden!" denkt sie und gibt sich der Freude über ihre Jungens hin.

Der Lehrer ist unterdes hinausgeeilt in den dunklen Herbstabend. Heulend fegt der Sturm durch die Stra­ßen, er bricht sich an den Mauern der alten Kirchs, zieht knirschend am Glockenstrang, daß man glaubt. Geister­stimmen im hohen Turmgemäuer zu hören: Durch die dunkle Wolkenwand am Himmel bricht plötzlich der Monk hervor, die ganze Gegend mit seinem bläulich-weißen Schimmer überstrahlend. Gespenstisch recken die Fried­hofslinden ihre nackten Arme empor, weiße Grabsteine tauchen aus dunklen Cypreisengruppen und das welke Laub raschelt unter den Füßen des einsamen Wanderers.

(Fortsetzung folgt.)

Treue Herzen.

Roman von Marie H a r l i n g ■ - ;

(Nachdruck verboten.) .

Das Schulhous zu Holtrup liegt sebr anmutig mit­ten in einem großen Garten voll schöner, alter Obst-/ oaume und einer Unmenge blühender- Rosen. Von dem f eigentlichen Schulgebäude liegt es etwa 50 Meter enr- fernt, eine große Annehmlichkeit für seine Bewohner, die nun nicht den ganzen Tag den Lärm der HollrUper Schuljugend anzuhören brauchen. Wilhelm Vollmer, der schon ziemlich bejahrte Lehrer, ist Vater dreier Kin­der, die eben jetzt, da der trübe Herbsttag schon ziemlich früh die Dunkelheit gebracht, um den großen, runden Tisch im Wohnzimmer unter der grün verhangenen Hängelampe sitzen. Es sind hübsche, geweckte Kinder, ein Mädel und zwei Jungens. Elvira, die Aelteste, zähll 16 Jahre: sie besucht, ebenso wie ihre Brüder Hans und Fritz das Lyzeum in der nahegelegenen Kreisstadt.

Elvira packt mit etwas verdrossener Miene ihre Bücher zusammen.

„Seid ihr noch nicht fertig, ihr Drömmelfritzen?", ruft sie den beiden Brüdern zu, indem sie die Winkel ihre- kleinen, kirschroten Mundes etwas verächtlich W) unten zieht.

„Laß die beiden ruhig lernen, Kind, geh du und hilf der Mmter ein wenig in der Küche!", erwidert statt der Brüder der Vater, der ebenfalls am' Tisch sitzt und die Hefte seiner Schüler nachsieht Der verdrossene Zug auf dem Gesicht des hübschen Mädchens vertieft sich zum Glück aber sieht es der Vater nicht. Wilhelm Voll­mer ist sehr streng, er läßt seinen Kindern keine Unge­zogenheit durchgrhc'n.

Elvira ist in die Küche gegangen, die ebenso wie das Wohnzimmer einfach, ober gediegen eingerichtet ist, und hier wie dort glänzt alles in blendender Sauberkeit. Frau Vollmer steht am Herd, um Apfelstrudeln für den Abendtisch zu backen; fte wendet der Eintretenden ihr gutmütiges, von den Flammen des Herdfeuers stark ge­rötetes Gesicht zu.

» „Ach. Elvira, bist du mit dem Lernen fertig? Das

3. Blatt.

4*5* 6er Fuldaer Ackiendruckerei, Fulda

JV» 298.

Dienstag, ven 25. Dezember 1928.

An beiden Feiertagen, das grosse

Weihnachts-Potpourri

Schluchzen hervor: „Wilhelm, unser Kind ist verloren, will Schauspielerin werden."

Mussolini siebenfacher Minister.

Dieser Tage ist der Kolonialminister Feder» zoni Mirücf getreten. Ministerpräsident M'lssolml übernahm auch dieses Ministerium, so daß er l tf. Portefeuilles des Aeußern, des Innern, des --krie- ges und der Marine, des Luftmsiens, der Korpo­rationen und der Kolonien innehat.

Auch der Gouverneur von Triposts, General de Bono, und der Gouverneur der Cnrenwka Te- ruzzi, sind zuruckgetreten. Bono wird an Stelle de« Aba Bolroni Unterstaatssekretär im Kolonial amt. Zum Gouverneur von Trivolis und dei Cnrenaika wurde Marschall Pietro Badvgli« ernannt, so daß mm diese beiden Gebiete einer einheitlichen MUibärverwaltung unterstellt sind. Teruzz! wurde an Stelle des zurückaetretenen Generals Bazan Gencralstabschef der Miliz.

Gleichzeitig wurde de^ Generalsekretär der fa- schistischen Miliz, Turoti, auf Grund der Bestim­mungen des Gesetzes über den großen Faschisten­rat in den Ministerrat berufen.

Zu diesen Mitteilungen ist noch folgendes zu i bemerken: Die Ernennung des Marschall Badgosto

Denn wenn die Synagoge damals ihn verfolgt hat, uns versteht die Kirche dafür um so beste«, ,e tiefer wir uns in die katholische Aktion Christ, hur- einleben. Nicht bloß das: Sie ist es. die allem unser Tun so einzustellen, so zu ordnen und leiten vermag, daß es wirklich dem Geiste gemäß bleibt Nur ihr als dem fortlebenden Ehr,, stus kann diese Bürgschaft eigen sein

Lassen wir also In solchem chr'ststcken und kirchlichen Bewußtsein die katholische Aktton des göttlichen Kindes in uns an Weihnachten begmnenr Unser Leben wird dann von selbst zu einer katho­lischen Aktion an unseren Brüdern und Schwestern werden. Das Wirken ist die eindnngltchste Lehre. Und echt katholische Aktion von der Sappe aus ist die beseligendste Frohbotschaft für die bedruckte, harrende Menschheit.

Zur katholischen Aktion.

Veihnochlsgedanken von Universttätsprosessor Dr. Georg Wunderte.

Das Wort ist Fleisch geworden. . .

Wir Haven seine Herrlichkeit gesehen . . - «nie oft schon konnten wir im Geiste und m Wahrheit die Herrlichkeit Gottes schauen! A» Weihnachten tritt sie uns entgegen nicht als furcht­bare, demütigende Macht, sondern in lieblichster, anziehendster Gestalt. Gott ist wie einer aus.un­geworden-, seine Menschenfreundlichkeit und Gut.g' leit lächelt uns aus der armseligen Krippe ent- gegen als die gewinnendste Frohbotschaft neuen Lebens. Und doch fühlen wir, umfangen mm diesem Lichte der göttlichen Liebe den der mitten aus dieser freundlichsten Herrttchteft ,P1es muß für den ernstesten Christen der Smn und der Segen des Weihnachtsfestes bstiben durch V« kindlich hingebende Freude an dem Ai ^gangs der göttlichen Sonne die Bitterkeit des 1-Lb.n9 zu tderwinden und frische, frohe Kraft zu Wneln für ein hochgemutes Wirken. Das Licht mutz die | Finsternis besiegen; die christliche rzroh^oNchatt rmiß den Pessimismus übertönen; d>e lebendige Tä­tigkeit mutz alle scheue Trägheit austreiben.

Licht und Finsternis vertragen sich nicht. Wie gerne möchte der moderene Mensch sw oft beisam­men haben! Aber es gibt nun einmal feine dop­pelte Wahrheit. Nur eines ist notwendig nur eines ist auch beglückend. Das Licht des wahren Glau- bei12>er heutige Mensch hat gewiß einen starken Sinn für die Wahrheit; er strebt in Wissenschaft und' Kunst nach Sachlichkeit und will un ganzen Ausdruck seines Erlebens die entsprechende, wayr- bafte Gestaltung feiner inneren Bewegungen er­ringen. Aber wie zersplittert, wie schwach ist so ost sein Wllle! Zermürbt von der Unrnye, die ihn umtost. Und dem Entwurzelten verschwimmt dann in seiner Verzweiflung der Unterschied zwi­schen Licht und Finsternis. Es geht ihm nicht sel­ten so, wie Mereichkowski Julian den Abtrünnigen zeichnet: hie Licht — hie Finsternis; beides will wahr fein, beides beansprucht die Seele des Men­schen. Und er ist, vor die Entscheidung gestellt, trotz seines Wahrheitssuchens blind und machtlos, verachtet die Wahrheit des Lichtes und lauft ins Dunkle — oft nur, um nicht so „gewöhnlich" wie

fiele; es muh eine katholische Aktion sein, die der | Mensch in die Krippe legt: Ein Leben, das ggnz durchleuchtet ist vom frohen Glanz des göttlichen Weihnachtskindes, das ganz getragen ist von der Übernatürlichen Liebe zu Gott und den Menschen, das sich allüberall ansroirkt im Familien- und Be­rufsleben. Und nicht als Entbindung dunklen Le­bensdranges darf das alles in d'S Erichemung treten, es muß bewußte, starke kindlich freudige Hingabe an den sein, der fene göttliche kachv- liiche Aktion mit klarster Einsicht und festestem Wil­len, aber auch mit Öen: fröhlichen Gehorsam des Kindes unter den Augen seines himmlichen Vaters begonnen und durchgeführt hat. Nur wenige haben ihn damals verstanden; viele haben ihn beargwöhnt und angefeindet. Wir haben es hier viel leichter als der Meister, ob wirs auch nicht verdienen.

„Opernsängerin möcht ich werden."

Elvira wundert sich selbst über die unnatürliche Ruhe in ihrer Stimme. All die Tage und Wochen hat cs getobt und gestürmt in ihrer Brust unh -rcbl Hunden- >

(FTpira beginnt gedankenlos in dem Kuchenteich ZU I rühren, dann plötzlich dreht sie sie sich zur Mutter um, , ein brennender Rot auf dem vorher ziemlich blassen Gesicht.

„Ach, Mutter, ich habe doch so wenig Lust zur Arbeit, auch dos Studieren paßt mir nicht, ich will nicht Leh­rerin werden."

Erschreckt durch die In bitterech Ton gesprochenen Worte stellt Frau Vollmer die Pfanne, die sie gerade in der Hand hält, ziemlich unsanft auf den Herd nieder, dann sieht sie die Tochter scharf an: „Elvira, wie kommst du zu solchen Gedanken? Was soll der Vater dazu faaen* Gerade du hast das meiste Talent und du willst nicht lernen? Ja, was willst du dann? Du weißt, daß wir über große Reichtümer nicht verfügen, ihr müßt beizeiten lernen, fest auf eigenen Füßen zu stehen."

Elvira ist während der Worte der Mutter zum Fen- fter'aetreten; beharrlich starrt sie in die Dunkelheit hin. aus die fliegende Röte kommt und geht auf ihren Wan- aen’ ihre Pulle klopfen stürmisch. Soll sie es sagen, ma« sie will es der Mutter verraten, was sie so leiden­schaftlich ersehnt, schon seit Wochen, schon seit jenem Tage, da sie bei einem von der Schule eingeübicn Theater­stück hatte mMpielen dürfen Später dann war sie nach einmal auf der Bühne bet einem Wohl tätigte, issest tur die durch Waisernot Geschädigten in einem entfernteren Landerteil Damals hatten der sturm sche Applaus und das überschwängliche Lob ihr kaum sechzehnjähriges Herz mit einer zur sehnsüchtigen Leidenschaft sich steigernden Liebe für die Bühne erfüllt

Plötzlich wendet sie sich um, ein trotziges Licht blitzt aus ihren Augen, sie krampft die Hände ineinander, ihre Pulse hämmern. „Was ich will, Mutter? Soll ,ch d,rs sagen? Opernsängerin will ich werden, «o, nun ist es heraus.

Trotzig hat sie die letzten Worte hervorgestoßen, nun atmet sie erleichtert auf und eine seltsame Ruhe kommt über sie.

„Elvira!" Der Ausruf klang so entsetzt, so zornig, daß er den Vater und die Brüder im Wohnzimmer alarmiert: im Augenblick erscheinen sie unter der Z>w- mertür.

bringen es nicht zu einem hohen Wer, und viele von ihnen sterben schon dahin m den besten Aoan- I nesjahren ... Du, der du in einer reinlichen Stube sitzt und ein Dach über dem Kopf hast, du, der I bu immer noch leicht einen Weihnachtsbaum schmücken und ein Tischlein mit Geschenken her- I richten kannst, gedenke der Not, tue umgeht m l trüber Winternacht. Die 13 Mark Arbeitslosen- I Unterstützung genügen nicht für eine ^rnthe nu vier fünf Kindern Da muß dre Liebe helfen, Nicht bloß die Liebe des Reichen zu den Armen, auch die Liebe des Armen zum noch Aermeren. Warum ist nicht mehr Liebe auf Erden? Warum macht der Wrrtschaftskampf so hart? Warum dieses mH- | lionenfache Elend? Reglos steheii die Baume, eie schweigen, wie der liebe Gott.

Weiter spinnen die Gedanken. Was wird die­ser Winter noch bringen? Die Konjunktur is- schlecht geworden und die Ursachen dafür sind mch. bloß jene, die normal gewisse Schwankungen he-.- beiführen. Wie kommen wir von den hohen ^rns- fätzen herunter, die unsere Wirtschaft belasten'. Wie werden wir neuen Aussperrungen, die im­merfort noch droben, entgehen? Wird die Geduld der leidenden Klassen ausreichen oder wird enbltd) doch einmal die Verzweiflung lichterloh aufflam- men? Was für ein Weihnachtsgeschenk hat uns Lugano gebracht und was bereitet sich da im Stil­len alles vor? In seiner wundersckönen neuen Erzählung „Die Welt im Winkel" läßt derrhet- niiche Siebter Heinrich Zerkauten em bedrucktes Menschenkind die Worte sprechen: „Wir haben es so b»rrlich weit gebracht, wir Menschen von beute, wir "bohren bis 'm die Hölle ,unb telefonieren bis zum Mars. Und dock muß jeder von uns von vorne anfangen mit allen Fehlern. Mit allen Um­wegen. Und fei es mit dein Ehe-Abc. Beine kann man gerade biegen und Köpfe wieder auffetz°n, nur das Herz da drinnen bleibt ewig unerforfck- sich. voll tausend Rätseln, voll tausend Unbegreif­lichkeiten . . ." So kommen und gehen die Ge­danken- Sinken wie sanfte Flocken auf das Geäst der Seele. Und nun wird sie auch still, so reglos wie die ernsten großen Bäume, von benen da und dort langsam eine Träne tropft. Als meinte da

Über ein Wunder/ Hinter den Wolken wie hinter Milchglas verborgen, leuchtete die Fackel des Mon­des. In ihrem blassen Schein wirkte die etraße wie ein fantastisch gestelltes Szenenbild. So dl die großen Häuser, so verträumt die kleinen, alle aber klar in ihren Giebeln gezeichnet unb in den architek­tonischen Linien. Die mächtigen elektrischen Sam» pen wirkten wie eine Dekoratin im tfeftfaal. Em Prunfaemach war alles, das auf den 2lugenbha märtet, wo die Gäste erscheinen. Gleich werden sie kommen, hörst du nicht schon die Klingeln der Schlitten? Oder sie werden leise über den weichen Schnee heranstapfen, geheimnisvoll und wie ver- zaubert. Eins schöne Frau wird kommen mit ihrem strahlenden Kinde, und es werden . dazu Schalmeien blasen, ja, es wird Weihnacht sem.

Nun führt dich der Weg unter einsame, sich schwer neigende Bäume. Sie legen in ihrer voll­kommenen' Ruhe und Reglosigkeit einen Bann auf deine Seele. Tein Inneres ist noch erfüllt von all den traurigen Dingen, die der Tag so gebrackt hat. Ein Arbeiter aus einer großen Industriestadt hat dir lein Herz ausgeschüttet, denn er ist heute entlassen worden. Acht Tage vor dem Fest ■ - - In der großen Stadt gibt es keinen Nebenverdienst

Es ist auch keine Ziege im Stall, wie bei ben Dörflein, die auch zur Fabrik gehen, die aber doch noch mit einem Stücklein Land der Mutter Erde, der immer nährenden, verbunden sind . . . Oder eine junge Frau bat dir heimlich verraten, rote fte die Weihnachtsgeschenke für ihre Kinder verdient, spät in der Nacht . . . Gott, wie kannst du das alles zulasten. Reglos stehen die Baume. Sie schweigen, wie der liebe Gott.

Warum mußte ich heute gerade eine Geschichte nach der andern hören, die sich auf das Gemüt legt, einfatn io wie der Schnee auf den Tannenznxm. Tiefer und tiefer senkt er sich unter der roet^en Last, daß er sckier zerbricht. Dieser Mann muhte regelmäßig nachts bestimmte Lieferungen von einer Stadt in die andere bringen. Er hatte ein Auto­unglück gehabt. Der Begleiter lag mit mehreren Knochenbrüchen auf der Landstraße. Man telesv» niert an die Firma. Antwort: Ist der Waaen noch in Ordnung? Ja. . Sind Sie vorschrifts- I mäßig gefahren? . . . Ja. . . Nun, dann ist alles

Mittags und abends erstklassige

oben irgendein Elend, ich weiß nicht wo. Wieviel Tränen tropfen in der Winternacht.

Dann lauschte ich hinauf Es muß doch der ! Schlitten kommen mft dem Kindlem und der ich - ven Frau Der Boden ist ja bereit, und es fahrt M Ä l«nfr «n» l-icht. ?° d-, » die Schellen festlich läuten, daß es em Echo gwt av Hecken und Höfen Die schöne.Frau und dasi lieh Kind werden durch die Well fahren. .In den r. - chen Häusern werden sie Halt macken und die Her zen rühren. Zu den armen Hutten werden su I eilen und Himmelsfreude hineingeben. -tte Er­innerung werden sie wecken an ein Land, wo im- I merfort der Lichterbaum brennt, und wo die Ker zen nicht mehr verlachen, und wo ein Glona r erelsi- das andere ruft Am Ende werden sie auch das frierende Waisenkind, dem niemand aus Erden ein Ehristkindlein bringt, mit sich nehmen. Dann wird es fahren durch den weichen Schnee beim luftigen Schellen der Klingeln, hinein m das Land des Märchens, weg von dieser Erde, wo die un- | schuld leidet, die Ungerechtigkeit triumphiert, ba-, I Makellose beschmutzt wird. Weg von dieser Erde, I nimm mich mit, ja mit. mit, mit . . . Reglos stehen die Bäume. Sie schweigen wie der liebe Gott.

Und dock kommt Kraft aus dieser «ttlle Was war Weihnachten? Die Ankunft Christi, des Erlösers. Der Himmel ist doch

I der offen. Ein Stern ist aufgegangen Leben, der nicht wieder untergeht Es gibt keine Armut mehr, die beschämt, seitdem das Gottcskind im fremden Stalle geboren wurde. Cs gibt über­haupt keine Niedriakett mehr in den menschlichen Verhältnissen, nachdem Gott selber das Gewanc unserer Niedrigkeit gewählt hat. Einen Anwal: haben nun die Leidenden, einen Richter Haber die Armen, ein Herz schlägt für Vie Weinenden. Es ist nickt mehr einsam auf dieser Welt und ntetnom) ist ganz verlassen. Horch, da klingen nun wirklich die Schellen. Ehristkindlein kommt. Helleres Lick flutet breft vom nächtlichen Himmel. Em Tag bricht an, an dem doch viel Gutes getan, wird im Namen des Kindes von Bethlehem und mft dem Lackeln Unserer Lieben Frau. Vom Kirchlein ruft es zur Mette. Ein Stündlein schweigt nun aNeu und über isie befriedigte Erde hin fängt em Lie? nur noch: Ehre sei Gott in der Höhe und tfnebc den Menschen auf Erden.....

Der Mann im Monde.

sie anderen zu erscheinen.

Aber, ist der Mensch „gewöhnlich", der trotz allem dem Lichte nachgeht, dessen er im Tiefsten seiner Seele bedarf? Er ist ein Gottes-mb; und das stl wahrlich das Höchste. In ihm ist der heilige Christ wiedergeboren, umleuchtet von der Herrlich­keit des ewigen Lebens.

Denn es ist Leben, ganzes Leben, was durch solche Weihnacht im Menschenherzen erwachst. Der Heiland fängt auch hier an zu wirken und zu lehren Oder ist es nicht eine Tat, mit der keines CeschLpfes Tun verglichen werden kann, daß er j»-n Menschen, der in diese Welt kommt, liebt? Ein inneres Wirken zunächst; jedoch bdTb zu reich- i._____ntpr Lulle entfalte:. sti unendli­

cher Barmherzigkeit. „Da er die Teinigen liebte, liebte er sie bis ans Ende." Vom Anfang bis zum Ende eilen Menschen und allen Völkern, zu jeder Stunde weltgeschichtlichen Geschehens gespen­det, das ist des Gottessohnes Liebe. Die wahrhaft katholische Aktion .. . . ....

Unb die Antwort des Menschen auf dieses gött­liche W'-rken? Jede andere wäre unwürdig des Wertes der von Gott so ausgezeichneten Menschen-

lst gut, Lina mußte noch ins Dorf, einige Einkäufe zu

besorgen; do hilf du mir nur schnell das Abendbrot „Was ist geschehen?' fertig ** * MJ/fi Sn»« Onttt-n« <•»$> Sz