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Erjchcinl icchSmal roödjentnd). 'Ißo^änCeüaflcn. „Die Weil

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Dienstag, 25. Dezember 1928

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^eihe von Abstimmnnoen gegeben, bei denen Reoieruno-parteion cnse'nandergefallen sind, bei der Panzerkreurrrsrage. so bei dem G.sttz ^bönderuno der Unfo.llversichernncien.. so in

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Gesricrfleisckfraoe, io bei der Frage d»r Besteue­rung der Toten Hand, so bei den Abstimmungen >"ber die Krstenllir'org": ganz abgesehen von der Mannigfaltigkeit des Widerstreits der Koa'stions» horteten bei der Formulierung ihrer Shiträoe und ^tbünderunosanträqe au dm Reaierunasror'aam. Man kann nicht fag-r. bah der Bergauf aller die­ser Abstimmungen irgend nre ein Beweis für die Regier" nnstücktigk»ij her h'fteb"r,b!,n Koalition i^t und hoch sind sie alle an sich nicht im geringsten so bedeutsam rote das komm-nbe Verba'ten der Re- gtenmgsogrte'en bei b-’n Bcrai'-ngen d»-, neuen Etotz und b-r zur Beseitigung seines Dllizsts er- syrder'ichen Stenergosetze. Mst rm6->Tt Vergnügen rereeiAnet die d"-t'chngtmugle. Bresse i-ves ft"n* dig» Aus"'nanderlalssn Hollen w>r. bah der Frie­den der Mechngchislerien die Zur Reg'»runo be- r"kenen Fraktionen g»nügLyd berühmt, bah si" au einer stetig e n Z « f a fn m enarbeit befähigt werden. . ' * -

im Bild" und „Buchendlätter' . Rotationsdruck und Berlaq »er Fuldaer Slctiendruckerei "f, Fulda. Fernsprecher Ne 9. Monat!. 1.80 einschl. Postaev. (30 berw. 48 Pf.» ohne.lustella

Rußland große Aufmerksamkeit gefunden und Moskau rechnet bereits damit, daß die ganze Frage demnächst im Unterhaus wieder zu einer grund­sätzlichen Erörterung gestellt wird. Man glaubt vor allem, daß die Arbeiterpartei von sich ans einen Vorstoß zu einer Neuregelung des englisch- russischen Verhältnisses machen werde. Augenblick­lich erscheint diese sowietrussische Kalkulation aber noch als reichlich optimistisch, denn es ist kaum Zu erwarten, daß das gesamte englischeKabinett, wenn es sich auch darüber im klaren sein muß, daß der vor zwei Jahren begonnene Einkreisungsversuch gegenüber Rußland gescheitert ist, das Steuer sei­ner Russenpolitik völlig umwerfen wird. Es gibt ohne Zweifel einflußreiche englische Geschäftskreise, die den Verlust der alten Fühlung mit Rußland nur ungern ertragen, dafür aber rechnen die aus­schlaggebenden volirischen Faktoren in London im­mer noch mit einem baldigen Zusammenbruch des russischen Systems und verzeichnen mit gro­ßem Eifer sedes Symptom, das auf seinen Zu- sgmmenbn'ch hindeuten könnte. Man muß ober auch bedenken, daß selbst Boothbn die Wiederher­stellung der englisch-russischen Beziehungen von "anz bestimmten Voraussetzungen abhängig macht, so vor allem den Verzicht Ruß'ands auf kommu- 'llstisck» Propaganda in England und eine qrund- lätzliche Anerkennung der alten Schul- d e n, wenn auch nur ihre teilweise Tilgung. Aber ''ei einem solchen russischen Entgegenkommen will Boockhy den Russen mit ausgedehnten finanziel­len Unterstützungen unter die Arme greifen. Seit dem Abbruch der enalisch-rnsiilchen Beziehungen hat das Englandgeschäst zu Ruß'avd um 35 Pro­zent abgenommen. Man muß allerdings dazu be­merken. daß es den Borkriegsverkehr bei weitem noch nicht erreicht hatte. Immerhin sind alle d'ele Unterhaltungen bedeutsam genug, um mit Sorgfalt registriert zu roerben.

Vill gung für Strefemann.

Don welchen Auffassungen Dr. Stresemann bei seinem Bericht im Reichskabinett, über die 4, a - qung von Lugano sich hat letten lassen kann wohl aus den Mitteilungen der dem Außenmt- rtter parteipolitisch nahestehenden Nat'onalube- ralen Korrespondenz geschlossen werden. toir glauben zu wissen, heißt es in den Ausführungen, daß man auch über die Idee einer allmahl'chen und etappenweisen vollständigen Räu­mung gesprochen und diese Idee mit Recht abge­trennt'bat. Wir glauben auch überzeugt zu fern, daß f)crr Briand das ganze Verhängnis der RH'inlandbesaMng erkennt und ein Zusammenw-r- ten der drei Mächte in allen großen Fragen Nicht nur wünscht, sondern auck befürworten wird.

Zur Fraae der F e st st e l l um g s k o m m i s- ! i o n bemerkt die Korrespondenz: hoffentlich ist es dabin gekommen, daß man diesen Wechsell'a'g der Kommission mindestens nach dem Jahre 1935, bes­ser noch sofort ins Grab gelegt bat. Bleibt nicht die Möglichkeit, irgendeinen Schiedsrichter anzu- rufen? „ ., , ,

Die Rede des polnischen Außenmi­nisters Zaleski wird als ein Ued-mfall be­zeichnet, den die Polen überraschend aus dem f)iit= terbalt auf die deutsche Delegation unternahmen. Dieser Angriff s-i von dm Polen sorgfältig vorbe- reitet worden. Diesem Aufwand vroparandillllcher Geschicklichkeit habe freilich der Erfolg nicht entsvro- chen. .

Schließsich wird auf die Bedeutung des ge­meinsamen Schl'lßkommuniaues hingewiesen, in- dem erklärt wird, daß das hervorragend» Seichen der A"ssnrache der Drang zur restlosen Wahrheit und Klarheit, sei wie zu eir»r geoenseit'gen Aus­richtigkeit. Das macke den Rückblick auf Lugano zu einem hoffnungsvollen Ausblick in die Zukunft. Die Frage der amerikanischen Beteiligung am Sach-

verständigen-Ausschuh.

wtd. Paris, 24. Dez. (Gig. Funkm.) Der Chi­cago-Tribüne wird aus Washington berichtet: Es ist offiziell bekannt gegeben worden, daß die Ver- einigten Staaten nicht formell an der Bera­tung über die Reparationsregelung durch wirt­schaftliche Sachverständige teilnehmen wollen. Wenn Europa die amerikanische Mitarbeit Genötigt, muß es s e l b st die amerikanischen Sachverständigen er­nennen, wie schon bei dem Dawes-Ausschuß. Die Bereiniaten.Staaten wollen sich lediglich Vorbehal­ten. die Auswahl, die Europa trifft, zu billigen ober zu mißbilligen, ohne jedoch irgend eine Verantwor­tung zu übernehmen. Amerika würde es vorziehen, wenn Eurova seine eigenen Probleme allein regeln würde, weil es fürchtet, daß bei der Reparations- aussprache auch unvermeidlicherweise die S ch u l-

'-rsiae M-iihnachtascst. das mst- im großen und ganzen o'-u^- vnb Mp^-in-rbar vor dem -/(■irer E--llcke:dung»n einge-

b't*?t siegt, uns B'uße g» mehren ?'*r ^»sinnunq cf >-«l?re B^llck'en '•on-xtffe-t dem R"ckst»n »uh g-aenüber unl-rem mn-e bi-fe S»lbst-

p-st'i'na in "NS dm feiert Entlch'-ß re'fen lasten. o'r '-nlc"' K ?u ve-ün^sm Sckmffen für das «ttoW uns'res Valerlandes einzusetzen.

Eiatjorgen 1929.

Unter dieser Ueberschrift spricht der „Vorwärts' über die Bemühungen des Reichsfinanzmimslers Dr. H i l f e r b t n g. das Defizit des neuen Etats zu verringern und eine Einigung im Kabinett über die Lteuervorfchläge zu erzielen, mit denen er das Defizit decken möchte. Es heißt in dermlo- tiz, daß der Reichsfinanzminister mit den einzel­nen Ministerien in Verhandlungen stehe, um ite zu veranlassen, ihre Anforderungen an den Reiche­säckel möglichst zurückzuschrauben, um das Defizit so niedrig wie möglich ju halten. Es wird dabei gesagt, daß das ein sehr schwieriger Kampf sei und daß, trenn er gelänge, immerhin noch ein Minus von 350 Millionen Mark übrig bleibe. Bei dieser Berechnung ist noch nicht in Betracht gezo aen. ob das Sleucraufkommen im laufenden Etats­jahr die veranschlagten Einnahmen roll erreichet wird. lieber dte Einnahmen des Reiches vom 1. April bis 30. November, also über zwei Drittel dieses Etatsjahres, liegt jetzt eine rom Reichs!inanz- Ministerium ausgeaebene Uebersicht vor, in der es heißt daß sich in dieser Zeit die Gesamteinnahmer. auf 6 252.91 Millionen Mark stellten. Die Gesamt- einnahmen für das Rechnungsjahr 1928 ist auf 8 862 Millionen Mark veranschlagt. Danach be­trägt die Gesamteinnahme in den ersten acht Mo­na ien des Rechnungsjahres etwa 345 Millionen Mark mehr als tröe vorgesehene Durchschnitts- summe für 8/12 des Jahressolls. Da jedoch in diese acht Monate bereits drei Monate gefallen sind, in denen Vorauszahlungen für die E nkom- men-, Körperschafts- und Umsatzsteuer zu entrich­ten waren, in die restlichen vier Monate aber nur noch ein solcher Monat fällt, läßt sich aus dieser Eegenicherstellung noch kein bestimmter Schluß auf das endgült'ge Ichresergebnis ziehen. Vor- läufig ist a’fo der Reichsfinanzminister nicht in der Lage, bei seinen Kalkulationen über die Deckung des Dellzits einen etwaigen Ueberjchuß aus den. lauienden Ctatsfa.hr eineurechnen, er w'rd vor­läufig das laufende Etatsjahr ganz außer Betracht lassen.

Das Defizit des neuen Etats ist nicht zuletzt aus den Notstandsmaßnahmen zu erklä­ren, t)ie vor den Reichs-agswah'.en von der alten Koalition eingeleitet wo den sind. Teilweise sind t:eren Kosten in einen Rach ragsetat btneingsar beitet, teilweise zu einem besonderen Notetat zu- sämmengefaßt worden. Demokraten unb, Soz al* demokraten haben den früheren Etat a.5ge!ehnt. weil sie dieses Defizit erwarten mußten. Das aber entbindet die Soz'a'demokrasie jetzt nicht non der Aufgabe, das Defizit auszufüllen, denn sie ist durch den Wah'ausfall vom 20. Mai zur Lösung dieser Ausgabe berufen. Vor einigen Wochen hat es der ..Vorwärts" a's ganz selbstverständlich hingestellt, daß die Ausfüllung des Defizits rrcht. zu Lasten der iozmlpolitilchen Aufgaben des Reiches gehen könnte, soweit diese noch im Etat variabel zu ge­stalten sind. Seine Bemerkung zum gleichen Thema in der letzten Nummer klingt aber schon etwas gs- dompfter, wenn er nämlich sagt: ..Wir wollen hof­fen, daß die Ausgaben für notwendige sozialpoli- tische und ku'turelle Zwecke nicht beschnitten wer­den." Der .Vorwärts" ist weiter der Auffassung, daß, der Etat mahrscheinl'ch erst im M^nat Febr. dem Reichstage when wird, gegen Ende Januar würde er dem Reicherat roraetegt werden können. Aber a«ch diese Term'nsetzung sei noch mn der Bvrm'sfetnnn anhängig, daß bis Ende Januar "her die Gestaltung der Regierung Sicherheit ge­schaffen sei.

Das ist allerdings ein sehr wichtiger Pu"kt da ja bis jetzt infolge der Selbstdistan,zierung der an der Regierung betei'igten Parteien gegenüber der nerantmortlichen Führung noch keine einheit* l'd)e Kadinettsausfassung ich-r die Gestaltung der neuen Steuern gesunden ist. Sollte die Große Koalition nicht in aller Form zustandekommen und demgemäß auch keine einmütige Haltung des Ka­binetts in der Steuerfrage, so bliebe wahrschein­lich nichts anderes übrig als den Etat und dst Steueraefetze als sozusagen „Privatarbeiten" des Reichsfinanzministeriums dem Reicksrat und den Reichstag vorzulegen und die Mehrheiten so zu suchen, wie sie schließlich sich von Fall zu Fall herausstellen können, wobei denn, schließlich noch die Endabstimmung zweifelhaft bliebe. Naturge­mäß gäbe es nichts Fataleres für unseren Varia- mentarismus als solcke dokumentierte Unfähig- feit, einen geschloßenen und für die politische Führung verantwortlicken Mehrheitswillen zu for. 'vieren. In den letzten Monaten hat es eine ganz»

gen zu Rußland als wünschenswert

klärt. Dieses Llriftretens Boothbys hat

Seif Ende November befindet sich eine deutsche Delegation in Moskau, um den Rahmen und die Bedingungen ftstzulegen, unter welchen die im Frühjahr abgebrochenen deutsch-russischen Wirt- sthaftsverhandlungen wieder in Gang gesetzt wer­den können. Man erinnert fick, daß jener Bruch durch die Verhaftung deutscher Ingenieure im Do- nezgebiet erfolgt ist. Die letzten Nachrichten, die über die Besprechungen Lieser Kommission ver- "'fentlicht worden sind, kllngen sehr optimistisch. Es he'sit dast d'e Derhand'unaen vor einem vosi- llven Abschluß ständen. Es kann sich selvstver- ständllch bei d-eien De-Hemdlunaen nickt darum bandeln. d"ß R'ch'and sein Wirt'chaftssnstem än­dert, aber Deutschland muß dock eine größere Frei­heit im Ausbau seiner Niederlassungsrechte bekom­men Es müssen die Voraussetzungen, die Ruß­land in Deutschland für die Funktionsfähms-ff fei­nes Handelsgeschäfts erfüllt siebt, wie z. B. w:rt- ichsftlicher Pach"ichtendienst, Konjunkturforschung i'.nd Auskunfteinholung im Rahmen des russischen ^andelsmonouo's für die deutschen Unternehmer ein gewisses Aeauivalent erfahren, dessen Durchfüh­rung nicht gleich als Landesverrat gebranbmgrtt werden kann, weil die russische Wirtschaft und das russische Staatsleben grundsätzlich sozusagen iden­tisch sind. Auck muß D»utfckland verlangen lön- nen, daß die rusiisckr Außenhandelsstelle in Deut'ch. land nicht dazu dient, Gelchäste mit Deutschland zu erschweren, womit nicht der bürokratische Be­trieb der Austenhandslsstelle gemeint ist, als viel­mehr die rusiische Methode, in anderen Ländern .Konkurrenzunternebmungen gegen deutsche Wirt­schaftszweige anzoreizen. um auf di»se Weife bann dm Handel mit Deutschland unter Druck zu setz»n. Rußland dürfte in den letzten -obren gemerkt ha- b?n, w - wertvo'l für feinen Wirtschaftsbetrmb ge- ,ade die .deutsche Brücke" in d'e fapitafiftifdhe 52»lf ist Bringt es R-ß'and fertig, mit Deutsch­land m einem lovalen Wirtickaftscerkehr zu kom­men. so bat es damit r;n» bedeutsame politisch- Waste m b»r lßand um die anderen großen Staa­ten Er-rovss fick selber tr: tfdja'tiicf? näher zu brin­gen. Da« Geschäft m't dem Sowjetstaat ist. nack wie vor ein großes Risiko und w'rd e« umso mehr bl-ibm je 'weniarr das kommunistische System ars folckes das istnerr'.-Mch' W'-rtfckastsleben zu fördern geeignet erlcke'nt Die 5'llfe, die die Sow- istleute von dem kavitalistllchrn Europa wünschen kann deshalb mit einiger Zure-sickt n"r b'-nn er märtet ro-r^en w'"n dos t-»ntfch-russische Geschäft n's Locknn^el fou-f^-n stabil b'eibt. Wird Deutsch­land das Rgllenacschäft müde, so wmden die an­deren eurr"ö!fchen Staaten die in Rußland nacki wie vor einen polltifcken Fe'nd sehen, und noch imm"r mit dem Gedanken liebäugeln, das Sow- setsysteni oersck'aaen, sicher aussichtslos blei» ben. ^".stontlich hat man das inzwischen in Ruß­land erkannt und dementsprechend den Entschluß

gefaßt, die bisherige Politik, auch Deutschland als Söielball bei den Verhandlungen mit den euro­päischen Mächten zu mißbrauchen aufzugeben Denn das politische Verhältnis Deutschlands zu Rußland ist nun einmal durck den Ausfall des Krieges vernünft'gerweife ein ganz besonderes und hat ja auch als ein Sonderfall im Rapallovertrag offiziellen Ausdnick bekommen.

Es scheint übrigens, als ob die Wiederanknüp­fung der deutsch-rusiifchen Wirtschaftsbeziehungen bereits ihre Wirkungen auf das Verhältnis der englischen Wirtsckastswelt zu Rußland aus^trahle. Kürzlich hat der parlamentarische Sekretär des britischen Schatzkanzlers, nämlich der konservativ- Abg. Boothby, in einer besonderen Erklärung, wo­bei er allerdings sagte, daß sie seine ganz versön'icke Meinung wiedergebe, die Wie­derherstellung der abgebrochenen B:ziehun-

Wirken und Sckaffen ond in unseren eigenen War­t'" ’’""h den Gedanken der Eemein-

frieft vraktisteren.

b e n f r a g e erörtert werden wird. Als Männer, die in den Augen der europäischen Regierungen das größte Ansehen genießen und daher als amen- konische Sachverständige in Frage kommen könn­ten, wären zu nennen: Der Vizepräsident Charles G Dawes, Owen D.Joung und Charles Evans Hughes. Natürlich ist nunmehr die Frage zu klären, welcher Weg zur Ernennung der amerikanijchen Delegierten eingeschlagen werden soll, nachdem die Vereinigten Staaten sie n i ch t vornehmen wollen.

polit sche Weihnachtsruhe.

Das Reichskabinett hat seine Beratungen bis nach Nmjahr vertagt. Laut „Montagspost" ver­bringt Reichspräsident Hindenburg die Feier­tage in Berlin im Kreise seiner Familie. Ebenso bleiben Reichskanzler Hermann Müller,, Reichs­außenminister Dr.Stresemann ur.b die meisten Mit­glieder der Regierung die Feiertage über in Ber­lin. Die politischen Ferienruhe wird bis zum Jah­resbeginn dauern, bannt will bas Kabinett zunäckst an bie Verabsckiebuna des Reichsetats für 1929 riehen, der spätestens anfangs Februar rom Rercks- rat dem Reichstag zugeleitet werden muß.

* Neuernennungen in der preußischen Presse­stelle. Anstelle des aus der preußischen Presiestelle ausscheidenden Oberregierungsrat Dr. Katzenber­ger, der, wie berichtet, zum vortragenden Lega­tionsrat in der Presseabteilung der Reichsregierung ernannt worden ist, wurde Regierungsrat Dr. P e i s e r zum Oberregierungsrat und zum stellver­tretenden Pressechef der preußischen Staatsregie­rung ernannt. An feine Stelle ist der bisherige wissenschaflliche M'.tarbeiter im Reichsfinanzmini­sterium, Dr. K'e r n, der der Zentrumsvartei an­gehört, als Regierungsrat in die preußische Presse­stelle berufen worden.

• Vayrsiche TitelVerleihungen. Auch in vielem Jahr hat die bayriscke Staatsregierung an eine große Zahl von Persönlichkeiten de? volltischen, wirtschafllichen, wisiensckaftlichen und künstlerischen Leben des Landes Titel als Auszeichnung verlie­hen. U. a. wurde d'm Kommetzienrw Dr. h. r. Waldkirck, Verleger der „Pfälzsick-n Rundickau in Ludwigshafen, der Titel eines Geheimen Kam- merzienrats verliehen. Den Titel eines Kommer­zienrats erhielt der österreichische Generalkonsul in Ludwigshafen. Badenheimer. Die B'rgermeister von Asckaffenburg und von Landau (WaM sowie ■ der Reichs'agsabgeorbnete Geheimrat Dr. Baoers- dörfer in Neustadt a. d. H. erhielten den Titel ei­nes Geheimen Rats. — In Bayern kann man ohne „Titel" nicht auskommen. Die Volksseele verlangt dort solche Ehrungen.

poMljche Weihnachten.

Von einem Parlamentarier.

Das Jahr 1928 war — nehmt alles nur in allem! — ein Lahr weiterer Konsolldterung der deutschen politischen Verhältnisse. Hand tn Nand Lamit ging auch eine Stabilisierung b:r .Jßtrb stl astslage. Allerdings wird dos Jahr 1929 nach ter wirtfckxrftlichen Seite hin enlicheibend fern. Denn in 1929 wird das große Problem ber Ji e • pa rationsf rage allen anderen voranstehen und von der Lösung dieser Raparations rage wird e« r-nn abbäntten. ob mir nicht nur wirtschaftlich sondern auch politisch wieder in feste geregelte Bah­nen kommen.

N-hmen wir jetzt nun einmal bas Jahr 1928 ned) der pclitijchen Seite zur Betrachtung, fo blik- «vn m:r auf eine Reihe bewegler Kämpfe, für die das Ergebnis der Reichstagswahlen rom 20. Mai nur ein Bentil war. Weniger nach außen hin, umso stärker ober im innern, sind die Kämpfe geblieben, und noch ist es nicht gelungen, eine unzweifelha't sichere Regierungsmajorität zu schaffen. Die poli­tische Weihnachtshoffnung, daß eine feste Koalition ruck die Fnße gestellt w-rden könnte, hat sich bis jetzt nicht erfüllt. De Aussichten für das Zustandekom­men einer solchen starken Basis können im Augen­blick überhaupt nicht zutreffend beurteilt werden. So festen wir uns um die Jahreswende in dem merkwürdigen Zustand, daß dis Reichsregierung den Etat für das kommende Rechnungsjahr rncht vorlegen kann, well noch gar keine Klarheit dar­über vorhanden ist. ob für ihre Anforderungen sich auch eine sichere Mehrheit findet. Schon diese 5"a - so.che allein kennzeichnet drasttfch die auqerblick- liche gesamtpolitische Situation in Deutschland.

Mit dem polltifchen Weihnachtsfrieden ist es st'i UNS ?”r Zeit anck nicht gerade zum Besten bcstellt. Nickt nur die Parteien in ihrem Verhält­nis zu U;rem Nachbarn, sondern auch die Parteien in sich bergen innere Spannungen, unter denen das gesamte teilweise in jahrzehntelonger Arbeit gewordene und gewachsene konstruktive Genüge zittert. Urfer ge'amtvolitisches Leben ist in einer g oßen Gärung begriffen, das neu fick Blldsnd- e-A 'fr'tt Wirrungen sich allmählich Heraus- sckalende ist heute noch kaum in Umrissen zu erken­nen.

„SU&er bet Dran« nack vorwärts bat doch den vroantsmus ffer Parteien und damit ben Or- ganirnnus der deutschen Politik überhaupt erfaßt und in seiner Auswirkung gerade im letzten Jahr-» entscheidend befruckfet. Ans überkommenen Bin­dungen, deren Hütung teilweise zu einer Gefahr für tun inneren Zusammenhalt mancher Parteien teur. t"ckt man sick mehr u^d mehr zu lösen und neue Formen politsicher Eestallung und politischer Betätigung zu gero nnen. Ja, man könnte bei näh' von eine Phase der Erneuerung im Partei«

P»b«m fpruften, jedenfalls ist der Wunsch, aus überlieferten Formen herauszukommen und ? eue Wege zu beschreiten, allgemein wahrnehm­bar.

Entscheidend für dieses Streben und Drängen isi die große lo'lvlogllcke Umschicktung in unserem Volke, die, wie das Schicksal mancher Partei eeiat. niemand ungestraft verkennen kann. Das ist so das große deusick? Problem der Innern Politik Me schaffenden Kräfte r!d>t nur ihrem Reckte ent­sprechend in die politische Ordnung ei^-ugl'-d-rn f-t*'??*’ i'nen auck Raum für bie Entwicklung ihrer Eigenart ?u ge'n"n. Nickt-' -st mehr k-'u gern«, den inneren Frieden ?u stören, als t’e Zu- r"^r-<.,,nr, f-ArefbU’-ifer 5"nfereff<'n und d-r V-rlre- ter solcher Interesien. Im deu'scken Do'ksstaat soll und muß sick ein Seher roohlfühfen. und roeM”' Stelle er im Beruf-°ieb"n auch einnäbme, und fei es cm einsgckften D'atz->. — über hat nickt nv- das Recht, sondern die Pllickt. fick um d->s Schick­sal seivts B"'kes zn kumw-rn und hie G-stoltuno dieses Schicksals sellllt anzustreben. Es müssen ober auch die Möglichkeiten dazu geschaffen werden Hier erwachsen gerade den Parteien große Pflich- ten, um einmal ’u verhüten, d->ß der Radikalisie- rnngsvro-eß fm-tschreitet. um anderersest-! nh»r auch eine weiter sich entwickelnde innere Befriedung unseres Volkes zu erreicken. Und gerade in letzter Beziehung ist noch unendlich vieles zu tun.

Eo 'ef/f immer nock an h?r Wertung her Persönlichkeit. Es fehlt immer vrch an d"r Anerkennu"g d«s R"cksien. an der Achtung auch drr»r. di» bg-> einfacklle Arheitskle'd traa»n, tun. an her V»fn»kti»rt'no h»g M enfcken! D»s war ja des V''rhi'naul-!''o^e vor d»rn ^rl-a». bah q»° rate h-r einiock» Movn n'ckst Menfck, frnb»vp f*-s vnh V'"t*',YT^V

f-'(te tur>n hc die innere Verbi'nbenhest mit dem S'aai t»rh fei'*ent ui>.-r>p;^-rry^ irt-nm’n9 Unh xj-, verhängnisvoller R'"cksg'l in diese olle Anf'gssimg m»» mir 'n den l-tz'en konnten im so- n L»l'n be»sechten frrten. Wenn wir freu- für b'-stn' <Btngt fchnffend« Menschen heran. •'» r»«rfr„n b»nn V-Üssen ibn»" r>nck ha» Gell'bi inneren Verbundenheit mit diesemS'aat

Anzeiger für die Stabt Fulda und ben Landkreis Fulda. Amtliches Areisblalc — ioia. u,lo XK

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BoMckeckkonto Frankuirt a. Oll. Nr 4051