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Fuldaer Leitung

Kein Einfrieren mehr bei langem Varken

der

handgefertigte Fi

Die Heizbombe für Automobile

Der hl. Abend naht!

heiligen Gerichts primitiv, roh und man Stücke echter

Heizbombe reguliert sich selbst und ist explosions- sicher.

Da soll die Stimmung des Weihnachtsabends, das freundliche Gedenken derer im fernen Lande fruchtbar gemacht werden dem Willen zur Erhal­tung des Deutschtums im Auslands, namentlich dem der eigenen Konfession. Der enge Zusam­menhang zwischen Glaube und Heimat, Sprache und Religion. Kirche und Volk kommt nie ergrei­fender zum Bewußtsein als in den Wmhnachtsta-

ermöglicht auch in größter Kälte, den Motor des auf eisiger Straße parkenden Autos so warm zu halten, das ein Einfrieren verhindert wird. Die

Weitere Geschenke wie Kleiderbürsten, Kleiderbürsten - Garnituren, Haarbürsten usw. schon zu ganz niedrigen Preisen.

Fußmatten* Fensterleder, Kämme, Schwämme, Bohnerwadis und Waschmittel verschiedener Art.

Schönem zu bieten hat, heute machen sich alle auf wie in der Heiligen Geschichte „singuli in suam ci- vitatem", „ein jeder in seine Stadt."

Haltet die Hände derer, die sich in diesen Ta­gen von fern nach euch ausstrecken, fest in der Hei­mat! Das ist der Weihnachtswunsch eines Deut­schen im fernen Rom.

M 296.

T<mir««a. °c» T->cmd-r 1928.

möchte diesen kind- j------ ...... ....

der im Grunde so I gen. Soviel die ewige Stadt auch an Großem und

L. Blatt.

Druck der Fuldaer Ackieadruckeret, Fulda

viel wertvoller ist als all der Glasflitter, der so manchen Tannenbaum ziert.

Dort in der Zuckerbude schlägt ein Konditor den zähen Teig der duftenden Süßigkeiten. Er flicht ihn in breite Zöpfe, zieht ihn zu silbernen Baudern, durchsetzt ihn mit farbigen Streifen; dann ein paar kräftige Schnitte und die ersten warmen Zuckerstangen sind fertig, um die sich alt und jung reißen. Wie bescheiden ist im Grunde dieser ganze Weihnachtszauber! Hält man gar den Hamburger Dom dagegen, wo bleibt dieser be­rühmte römische Weihnachtsmarkt? Dennoch dürs­ten die römischen Kinder im Gefühle ihres Glückes um nichts hinter anderen zurückstehen. Im Ge­genteil, dieses Glück kann man doch nach steigern, ohne daß die Kleinen verwöhnt werden.

Wir erstehen für verhältniznEAg teures Geld, in Italien ist der Zucker ja so teuer, er kostet das Pfund über 75 Pfennig! zwei Blocke Torrone, des Mandelkuchens, den man aus Schokolade oder aus Pfefferminzmasse bäckt. Was wäre Weihnach­ten ohne Torrone! Run noch einige Apfelsinen, Nüsse, Datteln und Trauben, auch die kandierten Bozener Früchte dürfen nicht fehlen, dazu aus den Delikatessen-Läden einige Proben der leckeren Sachen, die mit Grün und farbigem Papier schon geschmückt überreichlich ausliegen, und das Fest kann beginnen.

Oder sollte noch das Beste fehlen? Deutschen wird die Christmette in der Santa Maria dell' Anima unentbehrlich sein. Während die alten hei­matlichen Weihnachtslieder erklingen, dies Jahr unter der Begleitung der erneuerten Orgel, wan­dern die Gedanken heimwärts in die selige Kinder­zeit zurück. Nie wird inniger und hingebender ge­sungen als in der Heiligen Nacht, ganz besonders aber in der Fremde.

Sieh Dir jene Gruppe an: Der Klang ihrer Stimme verrät sie, sie sind jetzt zuhause in ihren Bergen. Nach anstrengender Wanderung durch die verschneite Nacht haben sie ihre Waldkapelle er­reicht. Und dort ist man jetzt in Bayern, da in Köln, dort im Münsterlande, wieder ein anderer tief drinnen in Oesterreich.

Wer immer liebe Freunde und Verwandte in der Ferne, gar hier in Rom weiß, der kann in die­sen Stunden dessen sicher sein, daß im Geiste diese Lieben jetzt bei ihm daheim sind.

Und das soll auf den besonderen Wunlch der Weihnacht hinleiten, der heute einmal ausgespro­chen zu werden verdient.

Wenn ihr daheim euer Christfest begeht, ge­denkt derer, die draußen, vielleicht schon lange, von euch getrennt leben, und die womöglich nicht oft, sicher aber am Weihnachtsabend an euck den­ken. Alle Völker machen jetzt gewaltige Anstreng­ungen, ihr Volkstum in der Fremde zu bewahren, zu sammeln und zu stärken. Besonders die Ita­liener sind eifrig am Werk, ihre Söhne 'n der Ferne dem eigenen Volkstum zu erhalten. Wir können es uns nicht leisten, unsere Auswanderer preiszugeben, zumal es oft genug die Besten und Leistungsfähiasten sind, die ihre Kraft dem frem­den Volke leihen.

an finb mir aus der Piazza Navona, di« mit ihrem malerischen Weihnachtsmarkt so recht der Brennpunkt des römischen Weihnachtsgetrieoes st. Hier gibts vor allem Krippen zu kaufen, die i \ je­des römische Haus gehören. Aus Baumrinde wer­den höhlenähnlich- Ställe und ganze Landschaften gemacht, und hinein setzt man <*-

guren, die die Gestalten der darstellen. Alles ist äußerst grell gefärbt, selten nur sieht Volkskunst, und dennoch, wer lich-bunten Zauber entbehren,

Neichsrat zu Lensinys Tod.

In der öffentlichen Vorsitzung des Reichsrats vom Mittwoch nachmittag widmete der Vorsitzende Staatssekretär Z weigert dem verstorbenen Reichsratsmitglied Dr. Leasing einen herzlichen Nachruf.

Allgemein wird getrauert um den Entschlafe­nen, einen Mann, der in jahrzehntelanger un­ermüdlicher Arbeit als Politiker, Publizist und Verleger sich hohe Verdienste um Volk und Staat erworben Kat. Seine engere Heimat, die Provinz Westfalen, verliert in ihm einen ihrer berufenen Führer Auch der Reichsrat, dem der Verstorbene seit dem Jahre 1921 ununterbrochen als Vertreter 'einer Hauptprovinz angehört hat, beklagt den Ver­lust eines ausgezeichneten Mitgliedes, das es sich trotz seines geschwächten Gesundheitszustandes nicht nehmen ließ, an unseren Sitzungen bis zu seiner letzten Erkrankung teilzunehmen, dessen wertvolle Mitarbeit in unserem Kreise hochgeschätzt wurde, und dessen menschliche vornehme Eigenschaften ihm bei uns allen wärmste Sympathien er­worben haben. Sein Bild wird im Reichsrat in ehrendem Andenken gehalten werden als das Bild eines in langem politischen Leben erprobten charak­tervollen Mannes, der seinen geraden Weg, einen Weg voll Mühe und Arbeit, aber auch reich an Ruhm und Erfolgen, ohne Ermatten vollendet hat, als das Bild zugleich eines warmherzi­gen Menschen und treuen Mitarbei­ter s a m V o l k e. Sie haben sich zu Ehren des Berstorbsnen, an dessen Sarg ein besonderer Ver­treter des Reichsrats einen Kranz niederlegen wird, von ihren Plätzen erhoben. Ich stelle dies fest.

Der Zuckerzoll.

Die Zuckererzeugung ist, international gesehen, in einer gewaltigen Entwicklung. Die Wei erzeu- auna ist arößer als der Weltverbrauch Die An- S“ für und Pr-du'-

tionsbeschränkung, namen sich für R°h. Zucker welche von Cuba angeregt war, hat stch, Hne-t verflüchtigt. So herrscht letzt der unbe chrankte Wettbewerb auf dem internationalen Markt. Was das bedeutet! Die Kubaerzeugung nnrb tm Jahrs 1929 auf über 5 Millionen Tonnen geschah« Äuch Java hat nun seine gesamten Zuckerrohranoau- flächen mit der neuen ertragreichen Rohrso.-e be­stellt und wird infolgedessen erheblich größere Zuckermengen als im Jahre 1928 auf den Welt-

Die ungeheure Zunahme der Weltrohrzucker- erzeuqunq gegenüber der gesamten europäischen Rübenzuckererzeugung veranschaulichen fo.gende Zahlen: m ,

Wettzuckererzeugung Rübenzucker Rohrzucker

1913/14 8 908 COO t 47 % 10015000 t 53 °/e

1926/27 7935000 t 42 > 16753000 t 68 «Io

1927/28 9150 000 t 35 % 17 200 000 t 65 %

Am meisten aber bringt die Tschechoslowakei den Zuckermarkt in Verwirrung. Einmal sind dort v e Löhne und Lasten geringer als tn Deutschland. Dann hat das Tschechische Zuckerkartett 300 Mil . zur Verfügung. Die Hälfte dieses Betrages soll zur Aufbesserung des Rübenpreises, die andere Hälfte aber zur Zahlung von Prämien für Zucker- ausfuh-'en nach Deutschland dienen.

Dadurch wird der Zweck verfolgt, die deutschen rübenverarbeitenden Zuckerfabriken zu zwingen, ihren Landwirten so unzureichende Rübenpreise zu zahlen, daß dadurch der deutsche Zuckerrubenoau wesentlich zurückqeht und damit Platz ,ur eine dauernde Einfuhr tschechischen Zuckers nach Deutsch­land geschaffen wird.

Damit ist die Notwendigkeit begründet, den deutschen Zuckerrübenbau und Zuckerfabrikation unter erhöhten und wirksamen Schutz zu stellen.

I Der Zuckerrübenbau ist volkswirtschaftlich von I hoher Bedeutung. Derselbe ist die Voraussetzung

Ein Weihnachtsgruß aus Rom

Römischer Brief unseres eigenen Mitarbeiters.

rt- knackstet in Rom! Wirklich? Nun rott EnWn die Kälte wieder einmal recht zu fühlen be- S" ie O, so ein Wintertag in der Heiligen Stadt! Der ist recht eine Auswahl aller Jahreszcr- ten-2)ie Sterne haben in der Nacht vom dunkeln Himmel geflimmert; jetzt haucht der frühe Morgen- S> ei? Ichn-idender N-rd-ft d-r f Tramontana, vom Apennin herüber. Dw Daqer bereifen und über dte Wasserlachen zieht stck eine Eiskruste. .

Willst Du frierende Menschen sehen? Da wirjl Di, nickt nach Sibirien gehn, wo erst em „-uater- chen, Eure Nase!" den Nachbarn an seinen er­starrten Gesichtserker erinnert. Nein, steh Dir d^e phantastisch verhüllten Gestalten an. d'e ztt ernd um die Ecke huschen. Es sind Marktleute, dre ihren Ständen zueilen.

Schon knistert hier und da auf der Straße zwi­schen den Obstkarren ein Feuer. Hier^^rtri t n an eine Kiste, dort häuft man Pappe und Holzwolle zusammen Alles was brennbar ist, muß dran gchuben^Dortzünden sich Marktfrauen ein Holz- kohlenfeuer in einem Eimer an, den sie sich her­nach zwischen die Beine stellen. Und em Junge setzt sich auch wohl mitten hinein m die glimmende Asche.

Aber das ist drunten in der schattigen Straße. Wir stehen oben auf dem flachen Dach unseres Hauses und grüßen die warme Morgensonns. D:e Kivsel der Berge schimmern weiß vom Schnee, der jetzt auch schon tiefer zu Tal rückt. Wie Eisriesen erheben sich in der Ferne die zackigen Spitzen des Monte Velino.

Gegen Norden schützt eine Mauer das Dach ge­gen den scharfen Wind. So wird es um elf Uhr sommerlich warm. Und nun beleben sich die Dä­cher ringsum. Wäsche soweit man blickt! Hier ist der Winter vergessen. Das immergrüne Laub der vatikanischen Gärten untermischt mit Palmen und dem letzten Herbstgelb der Platanen grüßt herüber. Das sind Stunden, die man festhalten möchte, so schön sind sie.

Aber gegen vier Uhr geht die Sonne auf die Neige, und die rasch einsetzende Kälte erinnert uns wieder ans liebe Weib"achtsfest, das nun daheim begangen wird. Die Lichter in den Läden flam­men auf, und Kinderaugen bestaunen die Herrlich­keiten, die hier feilgeboten werden. Wir sind m Rom, in der Hauptstadt des Landes. Wie klein­städtisch mutet doch alles an, in den älteren Seiren- straßen fast dörflich. Es sind ja zu allermeist deut­sche Spielsachen, die die Blicke der Kleinen auf sich ziehen. Künstliche kleine Tannenbäume, Tannen­baumschmuck, bunte Kerzen, ja sogar Weihnachts­männer gibts zu schauen. Und vor den Blumen­läden liegen auch einige Tannenbäume. Ein we- nig fremd ist noch die Sitte, aber auf dem Wege über die Fremden aus dem Norden, bürgert sie sich langsam ein und verdrängt das Epiphanienfest als Tag der Bescherung.

Ergänzen Sie ihre Geschenke durch:

einen Mop (von 2.75 Mk. an)

einen Fußbodenbohner (von 3.75 Mk an)

einen schönen guten Roßhaarbesen (von 1.95 Mk. an)

Kanalstrasse 21 - Ecke Luckenberg.

Bürsten - Hauck

EchiNerdorst.

Eine geheimnisvolle Geschichte von Wilhelm Holt.

42] ---------

Der Detektiv zuckte die Achseln.

„Ihr Doppelgänger? Den gibt es nicht."

Da und dort einer in den Reihen der Anwesenden schüttelte den Kopf. Da wußten sie es doch besser, und der Detektiv, der mit so großer Bestimmtheit sprach, erwies sich nun trotzdem als nicht auf dem Laufenden. Denn daß der Baron einen Doppelgänger hatte, war nicht zu leugnen. Und gerade die Tatsache, daß der De­tektiv dies mit solcher Entschiedenheit in Abrede stellte, ließ das Zünglein wieder zu Gunsten des Barons aus­schlagen.

„Sie haben die diesbezüglichen Aussagen der ver­schiedenen Zeugen nicht gehört," entgegnete der Richter „Aber es ist eine Tatsache, nicht in Zwesiel zu ziehen, von der sich Herr Franz van Beekum, der Gendarm und Herr Doktor Roger, Ihr Freund, selbst überzeugen konnten."

In den Augen des Barons glühte ein Siegesleuchten auf. Aber Rosch blieb vollkommen ruhig.

„Wenn Sie gestatten, fahre ich mit meinen Dar­legungen fort," sagte er in gemessenem Ton, „und es wird sich gleich weisen, was ich bezwecke."

Der Richter nickte.

„Ich will erzählen, was sich gestern abend ereignet hat. Ich wurde, während ich mich im baust des Rotar- Burton befand, durch irgend eine Botschaft von dort weggelockt und war so dumm, in die Falle zu gehen. Ein Stück weit draußen wurde mir plötzlich ein Tuch über den Kopf geworfen und eine Art Kappe überge­stülpt, und ich atmete ein giftiges Gas ein, kein Chloro­form, aber etwas Aehnliches. Ich verlor das Bewußt­sein. Als ich es wieder erlangte, das heißt, als ich zur Erkenntnis kam, was um mich geschah, lag ich irgendwo. Erst später bin ich dann daraufgekommen, wo. Ich fühlte mich sehr elend und blieb zwischen Wachen und Schlafen liegen. Plötzlich beugte sich jemand über mich und ließ mich neuerdings etwas einatmen. Ich hatte jedoch die Geistesgegenwart und Kraft. mi-h daaegen zu wehren.

Ich erinnere mich ganz deutlich, mit welcher Anstren­gung ich den Atem anhielt. Das muß mich gerettet haben. Ich wurde zwar wieder bewußtlos, aber wenn ich die ganze Dosis, die man mir zugedacht hatte, ein­geatmet hätte, wäre ich, wie die Aerzte erklären, nicht wieder erwacht."

„Herr Rosch wird nun vielleicht gar behaupten wol­len,"ich hätte ihm diese Bescherung bereitet", spottete der Baron.

„Sie haben mich in jenes Haus gebracht und sind an der Tat mitbeteiligt."

„Ich brauche Sie wohl nicht eigens zu fragen, ob Sie dies leugnen, Herr Baron von Weitenfeld", sprach der Richter.

„Rein, und selbst wenn ich so töricht rohre, es zuzu- geben, könnten es mir die Herren nicht glauben", er­widerte der Freiherr. „Ich könnte gegen Herrn Rosch den Tadel erheben, daß er uns Märchen erzählt, zu törichte Märchen als daß ein so ernster Mann sie glauben könnte. Aber all'das läßt sich ganz leicht erklären, und es tut mir leid, daß ich mich so scharf gegen ihn ausgelassen habe. Er ist überfallen, er ist dem Tode nahe gebracht worden, wie wir hören, und es ist zu begreiflich, daß er mich als den Schuldigen betrachtet, denn die Herren Zeugen wissen ans eigener Anschauung, wie vollkommen mein Doppelgänger mir in Haltung und Stimme gleicht. Auch daß der Herr Detektiv sich weigert, die Zeugenaussagen anzuerkennen, daß er hartnäckig an dem festhält, was doch osfenkundig unhaltbar ist, nehme ich ihm nicht übel. Es kann keinen anderen Grund haben, als daß er von den Folgen seines Unfalles noch nicht ganz wieder her­gestellt und daß sein Denkvermögen von den Giften, die man ihn einatmen ließ, noch etwas umnebelt ist. Er be­schuldigt mich, ich hätte ihn ermorden wollen. Auf den Gedanken kann er nur gekommen fern, da er als fest­stehend angenommen, daß ich der Mörder des Notars fei. Das hatte er entdeckt, und darum hätte ich ihn aus dem Weg räumen wollen. Die eine Anschuldigung ist ebenso unbegründet und erweist sich als ebenso unhaltbar wie die andere."

In diesem Augenblick erschien wieder ein berittener Gendarm vor der Kommission und sprach leise einige Worte mit dem Unteriuckungsrichter. Dieser beriet mit

den übrigen Herren und sah fragend nach dem Detektiv. Derselbe nickte zustimmend. Daraufhin erteilte er dem Mann im Flüsterton einen Befehl, und nachdem jener sich entfernt hatte, sprach er:

„Meine Herren, die Leiche, die man, wie ich bereits mitgeteilt habe, in der Nähe des in Frage stehenden Bauernhauses gefunden habe, ist in das Gemeindehaus

>:cdit morden. Ich habe den Befehl gegeben, sie hier­herzuschaffen. Vielleicht ist jemand unter Ihnen, der sie erkennt."

Alles schaute einander an, und es war totenstill im Raum, als zwei Diener mit einer Bahre erschienen. Unter dem Tuch, das darüber gebreitet war, sah man deutlich die Züge eines menschlichen Körpers. Alles drängte sich heran. Der Gendarm, der mitgetommen war, schlug das Tuch über dem Antlitz zurück. Es war Chamois, Roger erkannte ihn sofort. Ein Schreckensschrei klang durch den Saal.

„Das ist ja der Mann", keuchte der Bauer, „der ge­stern abend mit dem Herrn Baron den Kranken zu mir gebracht hat."

Verwunderte Blicke richteten sich auf ihn. Roger be­griff überhaupt nichts mehr. Was war das nun wieder? Der Mann, der ihn zur Rettung des Detektivs aufgefor- der hatte, sollte ihn selbst dorthin gebracht haben? Das war nicht möglich. Einen Augenblick war er versucht, an« zunehmen, daß der Bauer, so dumm er sich auch stellte, mit im Bunde war und nicht so unschuldig, als er glau­ben machen wollte. Ja, ja, das mußte fein. Anders war die Sache nicht zu erklären.

„Irren Sie sich da nicht?" fragte der Untersuchungs­richter. „Wissen Sie das sicher?"

„Ja, ich weiß es ganz sicher. Er tarn mit dem Ba­ron oder dem Mann, der dem Baron so ähnlich sieht, und sie hatten diesen Herrn — er zeigte auf den Detektiv — bei sich. Sie stützten ihn von beiden Seiten. Später Ist der Baron dann allein zurückgekommen."

Baron von Weitenfeld richtete das Wort an den De­tektiv.

„Sie müssen einsehen, Herr Rosch", sagte er, „daß Sie sich geirrt haben. Dieser Mann war, wie Sie selbst er­klärt haben, mein Feind. Er war mit jenem andern bei dem Bauern, und daß /der andere mein Doppelgänger

war, ist erwiesen. Sie werden doch nicht annehmen, daß dieser Unglückliche und ich dort waren?"

Alles wartete mit Spannung auf die Antwort des Detektivs. Er hatte eine Niederlage erlitten, daran war kein Zweifel möglich. Seine Theorien hatten sich als unrichtig erwiesen. Auch Arthur Roger fühlte dies. Nur Rosch machte alles eher als den Eindruck eines geschlage­nen Gegners.

„Lassen Sie mich fortfahren", sprach er seelenruhig und bestimmt. „Baron von Weitenfeld glaubt noch immer, uns irreführen zu könnne. Ich muh ihm diese Illusion endlich nehmen. Sie sind gestern Abend dort ge­wesen."

Der Baron tippte mit dem Finger an die Stirn, als wollte er sagen, mit dem Detektiv müsse es da nicht rich­tig sein. Aber dieser sagte:

„Ich gehe weiter in meinen Auseinandersetzungen. Baron von Weitenfeld hat ein Faktotum. Er hat hier behauptet, jener Mann sei ein Halbbruder. Das kann ich nicht bestreiten. Aber auf jeden Fall ist der Mann

Fahrrad-Faulstich spricht:

Wenn Ihr Sprechapparat defekt ist, wird er bei mir schnei! und gut repariert.

Mittelstraße 42.

nicht fein Feind, sondern sein Helfer bei seinen verbre­cherischen Taten. Er spielte die Rolle eines Dieners, war aber eigentlich sein Verbündeter. Er ist ein verunglücktes Genie, ein Schauspieler. Vor etlichen Jahren trat er als Verwandlungskünstler auf, spielte allein ganze Theater­stücke, in denen vier, fünf Personen auftreten, die er alle ausgezeichnet nachmachte. Dieser Mann hat sich gestern abend in die Gestalt dieses Unglücklichen hier gehüllt, hat mich aus dem Hause des Notars Burton roeggelockt, und ich hielt ihn, so sehr ich auf der Hut war, doch für Cha­mois selbst. Er und der Baron haben mich bewußtlos gemacht und zu dem Bauern da gebracht. Später ist der Mann dann wieder getommmen, aber ganz verändert, nämlich als Baron von Weitenfeld."

„Wozu diese seltsame Komödie?" fragte der Richter.

(Schluß folgt.)