M 294.
Donnerstag, ven 20. Dezember 1928.
Fuldaer Zeitung
S. Blatt.
Druck der Fuldaer AcNendruckerel, Fulda
Hegemonie -er Wirtschaft?
Von 2>r. Dr. Ferdinand Jacobs, Geschäftsführer bei der Bereinigung der Deutschen Bauernvereine Berlin.
Jede Wirtschaftsepoche ist eine Auswirkung der Macht von Ideen. Unsere gegenwärtige Wirtschast steht vorwiegend unter der Auswirkung der Idee der Macht.
Im Wirtschaftsleben der Vorkriegszeit entwickelten sich Wirtschafts- und Jnteresfenverbände zu starken Organisationen. In diesen Verbänden herrschte der Gedanke der unbedingten Solidarität, der gemeinsamen Interessenwahrnehmung vor. Die Jnteresfenverbände der verschiedenen Wirtschaftszweige standen sich vielfach schroff und feindlich gegenüber.
Durch di« Schulungsarbeit der Organisationen lernte der einzelne Verbandsangehörige, sich in ein größeres Ganze einzuordnen und gemeinsamen Zielen zu fügen. Weiter verstärkte diese Erziehungsarbeit das Standes- und Klassenbewußtsein bis zum Willen zum Kampf. Unbewußt und meist auch ungewollt bereiteten auf diese Weise die Verbände den geistigen Boden vor für die Zusammenfassung aller Kräfte des Wirtschaftslebens zur nationalen Verteidigung.
Mit dem Anwachsen der Verbände mußte sich immer mehr die Gefahr steigern, daß einstens die wachsenden Gegensätze zu gefahrvollen Entladungen und Zusammenstößen führen würden. Sorge um die Selbsterhaltung war es daher, wenn der Staat ein dichtes Netz von Gesetzen und Verordnungen um die Wirtschast herum spann. Aber starke Zuckungen wiesen damals bereits darauf hin,
Die „Lande§mutter"von Oesterreich.
Leopoldine Miklas, die Frau des neuen Bundespräsidenten von Oesterreich, wurde als Tochter des „bürgerlichen Gastwirts" Josef Heidmger in Horn in Nieder-Oester- reich geboren. 1899 kam der damals 27jährige Wilhelm Miklas als Lehrer an das Horner Gym- nafium. Schon im nächsten Sommer hat er sich mit der schönen Wirtstochter Leopoldine verheiratet. Nun zieht sie als die erste Frau des Landes in das Wiener Präsidentenhaus ein. Sie wird eine echte Landesmutter, da sie nicht weniger als dreizehn Kinder ihrem Manne geschenkt hat.
Der Vorgänger von Miklas, Präsident Hai- nisch, war unverheiratet. In den acht Jahren seiner Präsidentschaft hat seine nunmehr 89jährige Mutter, Frau Marianne Hämisch, die Rolle der „Landesmutter" gespielt.
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wie leicht dieses dünne Netz gesprengt werden konnte. Da zwang die gemeinsame Wirtschaftsnot während des Krieges Staat und Wirtschaftsverbände noch einmal zu gemeinsamer Arbeit zusammen. Dabei fiel dem Staat auch in wirtschaftlichen Fragen die Führung zu. Die Kriegswirtschaft bildete ein engeres Zusammenwirken aus zwischen den Fachverbänden der Wirtschaft untereinander und mit dein Staat. Staat und Wirtschaft wurden zu einem neuen Gebilde zusammengeschweißt mit dem festen Willen zum unbedingten Durchhalten. Der Gedanke an den Kampf für den gemeinsamen Bestand ließ kleinliche Streitigkeiten zurücktreten. Die Bedeutung der Parlamente ging zurück.
Diese Entwicklung brachte mächtige Ansätze zur direkten Fortbildung der Wirtschaftsform in Richtung auf einen Staatssozialismus.
Diese durch den Krieg erzwungene „Harmonie" zwischen den Wirtschaftsverbämden untereinander und zwischen Wirtschaft und Staat besteht heute nicht mehr. Der Besitz, der während des Krieges starke Einschränkungen des Eigentums willig ertragen hatte, begehrt dagegen auf, daß man an die Stelle des unbeschränkten, individualistischen, „statischen" Eigentumsbegriff einen neuen, der Entwicklung und Veränderung unterworfenen, „dynamischen" Eigentumsbegriff setzen will. Von der Gegenseite wird geltend gemacht, daß man das Eigentum nur noch gelten lassen könne im Rahmen der Interessen der Gesamtheit. Diese neue Lehre von einem staatlichen Vorrecht am Eigentum kommt als wissenschaftliches Argument den Bestrebungen auf Ausdehnung des finanziellen Hoheitsrechts des Staates sehr gelegen. Man kann dabei außerdem auf die zwingende Notwendigkeit einer Ausweitung des Staatsbedarfs infolge des Krieges nicht mit Recht verweisen.
Man hat in den zurückliegenden Jahren die Eigentumsidee, als die Stöße gegen sie schärfer und brutaler geführt wurden, bezeichnet als das Problem, an dem sich die Geister scheiden. Die Diskussion hierüber wird sobald nicht wieder zur Ruhe kommen; sie wird im Gegenteil — mit feineren Waisen geführt — zunehmen an Lebhaftigkeit und Durchdenkung der Problemstellung. Dahin gehören die Bestrebungen, die die Forderung erheben, die im Enteignungsfalle für Grundstücke zu zahlende Entschädigungen in Verbindung zu setzen mit der für die Besteuerung erfolgten Bewertung der Grundstücke. Man will keinen Unterschied mehr gelten lassen zwischen den auf nachhaltig erzielbaren Reinerträgen aufgebauten Ertragswerten der Steuer und den beim Verkauf von Grundstücken erzielten Verkaufspreisen (Bodenreformer) oder erklärt, daß die erzielten Verkaufspreise identisch mit den Werten und der einzig richtige Bewertungsmaßstab seien (Aöreboe). Man glaubt, dabei darauf Hinweisen zu dürfen, „daß in dieser Verknüpfung von Steuerwert und Entschädigungswert (!) ein sehr heilsames Erziehungsmittel zu größerer Gewissenhaftigkeit in Steuerdingen enthalten" sei, und daß man „gerade auch vom Standpunkt der Gerechtigkeit und des christlichen Sittengesetzes den Gedanken nur begrüßen" könne (v. Nell-Breuning).
Die Parlamente, die sich früher mehr mit Fragen der großen Politik beschäftigten, behandeln beute, durch die wirtschaftlichen Umwälzungen der Kriegs- und Nachkriegszeit gezwungen, in der Hauptsache wirtschaftliche Fragen. Damit gewinnt aber auch der Einfluß der Wirtfchaft und der Wirtschaftsverbände auf die Volksvertretung an Bedeutung. Die Erscheinungsformen, die dabei zu Tage treten, lassen sich folgendermaßen zusammenfassen:
1. Die Wahllisten kommen zustande durch Berücksichtigung der verschiedenen Wirtschaftsinteressen
Die Tragödie des Königs Aman Allah
Der Abgeordnete glaubt meist nur dem Interesse der Wirtschaftsgruppe dienen zu müssen, die ihn auf die Liste gebracht hat. Die Wähler spielen bei der Wahl eine sekundäre Rolle.
2. Während der Legislaturperiode werden die Wirtschaftsverbände bei der Vorbereitung wirtschaftlicher Gesetze als Sachverständige zugezogen. Je mehr dies geschieht, desto größer wird ihr Einfluß. Sie befassen sich immer mehr auch mit Fragen rein staatspolitischer Natur (Verfassungsreform!). Das geschieht zunächst in Form von Entschließungen und Denkschriften, die sich auf ein umfangreiches und scheinbar objektives Unterlagenmaterial stützen, bei dessen Sammlung aber bereits eine gewisse Tendenz mitgewirkt hat. Diese wirtschaftlichen Verbände legen Wert darauf, Abgeordnete der verschiedensten Parteien für sich als Mitglieder zu gewinnen (Querverstrebung). Jn- falge dieser Bindung an die betreffenden Wirtschaftsgruppen sind die Abgeprdneten geneigt, sich nicht,, wie es Art. 21 der Reichsverfassung verlangt, als Vertreter des ganzen deutschen Volkes zu betrachten, sondern die Forderungen der wirtschaftlichen Verbände zur Forderung ihrer Parteien zu erheben. Nicht die Partei selbst bestimmt mehr unabhängig Programm und Taktik, sondern in wachsendem Umfange die wirtschaftlichen Verbände. Auch daher sehen große Teile der Wähler in vie
len Abgeordneten mit zunehmender Skepsis in erster Linie den Vertreter einer bestimmten Wirtschaftsgruppe. Ihr Vertrauen zu diesem Abgeordneten schwindet dahin. Die Fühlungnahme der einzelnen Abgeordneten mit der Gesamtbevolkerung geht verloren. ,, ...
Das taktische Zusammengehen weltanschaulich grundsätzlich gegensätzlich eingestellter Parteien laßt bei der Masse der Wähler den Eindruck entstehen, als ob keine großen Verschiedenheiten zwischen den Parteirichtungen bestehen. Die Taktik der Führer verbindet bei den Geführten das, was verschieden ist, und trennt, was weltanschaulich zusammengehört!
3. Der einzelne Abgeordnete kann den Gesamtkomplex wirtschaftlicher Fragen nicht mehr übersehen. Das führt zu einer Arbeitsteilung m den Parteien. Den einzelnen Abgeordneten wird ein bestimmtes Spezialressort zur Bearbeitung überwiesen. Dadurch steigert sich sein Interesse für diese Fragen (Speziallistentum) und verringert sich sein Interesse an den Problemen, die nicht in seinem Interessenkomplex liegen. Der klare lieber« blick über die Gesamtzusammenhänge geht verloren.
4. Die Gesetzentwürfe werden nicht mit der Gründlichkeit durchberaten, die erforderlich wäre. Die eigentliche Ausgestaltung der Gesetze erfolgt durch Äusführungs- und Durchführungsbestimmun-
Der König von Afghanistan gab den Volksvertretern Unterrichtsstunden über europäische Kultur,
aber er konnte sie von der Notwendigkeit der Reformen nicht überzeugen. Nur widerwillig haben sie auf Fez und Turban und ihre patriarchalischen Gebräuche verzichtet. Ungern legten sie die vom König anbefohlene europäische Kleidung cm. Aber umso eifriger haben sie die Gelegenheit des ersten Ausstands benützt, um die Sache des modern denkenden und handelnden Königs zu verraten. Aman Ullah, der vor toenigen Monaten von allen europäischen Großmächten als Ehrengast begrüßt wurde, mußte flüchten und sieht in einem Fort schweren Kämpfen entgegen.
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Aus New Delhi wird gemeldet: Wie verlautet, trifft der britische Luftdienst Vorbereitun!- gen, um im Notfälle die britische Gesandtschaft
in Kabul in Sicherheit zu bringen. In Pessawar eintreffenbe Reisende berichteten, daß bei ihrer, Abreise aus Kabul der Belagerungszustand über die Stadt verhängt war, daß das Zusammenkommen von mehr als fünf Personen untersagt und das Betreten der Straße nach Anbruch der Dunkelheit verboten war. Der in der letzten Woche in ben Kämpfen bei Jalalabad eingetretene Waffenstillstand bezog sich anscheinend nur auf den Stamm der Mosmands. Die Regierungstruppen bet Jalalabad sollen von den Aufständischen einge- schlossen worben sein. 20 führende mohammedanische Priester habm ein Manifest erlassen, in dem das Volk aufgefordert wird, seinem König Gehorsam zu leisten.
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Eine geheimnisvolle Geschichte von Wilhelm Holt.
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„Mer in der Nacht haft du ihn doch gesehen'" rief Koger aus, „als er den Baron überfiel und dann bewußtlos liegen blieb."
„Ja. Da erkannte ich ihn auch. Der Baron rief aus: Da ist der verfluchte Kerl wieder. Und es war derselbe, den er mir früher als denjenigen gezeigt hatte der die Kranke gegen ihre Familie aufhetzte."
Baron von Weitenfeld wandte sich an die Herren von der Kommission und sprach:
„Sie hören, Doktor Roger muß sich irren. Er kann mich einen Lügner nennen. Mer seinem Zeugnis steht nicht nur das meine gegenüber, sondern auch jenes Franz van Beekums."
Arthur Roger zuckte die Achseln.
„Ich bleibe bei meiner Erklärung," antwortete er einfach. „Ich hoffe, es gelingt der Polizei, diesen Chamois zu finden. Er kann nicht weit fein, er wird sicher zurückkehren."
In diesem Augenblick trat ein Mann von der berittenen Gendarmerie in die Stube und überreichte dem Untersuchungsrichter einen Brief.
Dieser las ihn, und in feinen Zügen spiegelten sich Entsetzen und Abscheu, so sehr er sich offenbar bemühte, seine Gefühle zu verbergen.
„Nehmen Sie indessen Platz," sprach er zum Baron. „Das Verhör mit Ihnen ist noch nicht zu Ende. Wir haben eine kurze Beratung zu halten."
Offenkundig war es eine sehr wichtige Nachricht gewesen, die er empfangen hatte.
Er ersuchte die Anwesenden, sich zu entfernen, und diese begaben sich in das Nebenzimmer, in dem sie gewartet hatten, bis die Reihe an sie kam.
Die Herren der Kommission blieben allein zurück, und es währte fast eine halbe Stunde, bis die Leute wieder eingelassen wurden.
Nachdem dies geschehen war, nahm der Untersuchungsrichter das Wort:
„Meine Herren, ich habe Ihnen eine Mitteilung zu machen, welche die meisten von Ihnen ebenso mit Bestürzung erfüllen wird wie uns."
Ms Arthur Roger diese Einleitung hörte, erbleichte er. Er war sich sofort klar darüber, was sie zu hören bekommen würden. Cs konnte nichts anderes fein, als die Nachricht, daß fein Freund Rosch gestorben war. Er war darauf gefaßt. Schon der kurze Bericht, den der Richter anfangs gegeben, hatte wie ein Todesurteil in feinen Ohren geklungen. Es fei keine Hoffnung auf Genesung vorhanden, hatte es geheißen. Und war jetzt von einer Mitteilung die Rede, die nahezu alle mit Bestürzung erfüllen würde, so konnte ja nichts anderes gemeint sein.
Derselben Ansicht waren auch die übrigen. Roger faßte den Baron scharf ins Auge, und einen Augenblick schien es ihm, als glitte flüchtig ein Siegerlächeln über feine Züge. Mer ganz flüchtig nur.
Der Richter fuhr fort:
„Die Mitteilung, die ich Ihnen zu machen habe, ist folgende: es ist in der Nähe der Stelle, von der Chamois verschwunden ist, eine Leiche gefunden worden. Wir haben alle Ursache, anzunehmen, daß es die jenes Unglücklichen ist."
Ein Schauer ging durch alle Anwesenden. Erstaunen und Enttäuschung malten sich abwechselnd in den Zügen des Barons. Und Roger . . .
Unwillkürlich entfuhr ihm ein Seufzer der Erleichterung. Cr hatte sich schon ganz in den Gedanken hineingelebt, daß der Tod seines Freundes verkündet werden würde. Es überkam ihn darum int ersten Augenblick nur eine große Freude, daß dem nicht so war. Rosch lebte. Das Glücksgefühl darüber überwog alles andere in ihm. Dann aber wurde er sich der Schreckenskunde erst bewußt und inniges Mitleid mit dem Manne, mit dem er am Abend zuvor ausgezogen und den nun bereits das Schicksal erreicht hatte, erfüllte ihn, Einen i Augenblick verlor er feine Selbstbeherrschung, und voll ] Abscheu wendet er sich an den Baron: i
„Das ist sicher wieder ein Opfer anderer!" sagte er mit lauter Stimme.
Der Baron dagegen hatte seine Selbstbeherrschung nicht verloren. Geringschätzigen Blickes schaute er den Rechtsanwalt von oben bis unten an und sprach zur Kommission:
„Ich möchte die Herren ersuchen, mich gegen die dummen Anschuldigungen seitens dieses Herrn zu schützen. Er macht Anspielungen, als sei ich am Tode jenes Chamois schuldig."
„Herr Doktor, ich muß Sie in der Tat bitten, sich ein wenig zu mäßigen. Trachten Sie Ihre Nerven zu beherrschen. Es wartet Ihrer noch eine Ueberraschung . . . angenehmer Art."
Auf das Ihrer legte er besonderen Nachdruck. Dann flüsterte er dem Polizeidiener ein paar Worte zu. Dieser erhob sich, trat zur Tür, öffnete sie und sprach laut und deutlich, daß ihn jeder verstehen konnte:
„Darf ich Sie nun bitten, einzutreten?"
Aller Augen wendeten sich der Türe zu. Es erschien ein Mann im Rahmen, derjenige, von dem man allgemein vermutete, daß er im Sterben liege: Detektiv Rosch.
Roger stieß einen Freudenschrei aus, der Baron vermochte einen Schreckensschrei nicht zu unterdrücken. • •
„Wir wollen nun hören," sagte der Richter ruhig, „was Herr Rosch uns zu sagen hat."
13. . • • ■
Es herrschte atemlose Stille, während der Detektiv seine Aussage machte.
Niemand zweifelte mehr daran, daß nun der Schleier gelüftet, die Geheimnisse enthüllt würden, welche die Verbrechen umgaben, die in den letzten Tagen jedermann in Spannung erhalten hatten. Am meisten überzeugt davon war Roger, denn er kannte seinen Freund und hatte aus seinem eigenen Mund die Versicherung gehört er habe das Rätsel gelost.
Auch ein anderer schien dessen gewiß, daß nun die Wahrheit an den Tag kam, wenn es ihm auch nicht zur Freude gereichte. Baron von Weitenfeld gab jedoch den
Kampf noch nicht auf, die Sache noch nicht verloren. Und merkwürdig, alle Anwesenden ohne Ausnahme, auch diejenigen, die nur sehr wenig von der ganzen Ange- legenheit wußten, fühlten, es wurde ein Kampf zwischen dem Schloßherrn vom Eichenhof und dem Detektiv. Noch ehe dieser beginnen konnte, machte der Baron eine höhnische Bemerkung:
„Herr Rosch scheint auf wunderbare Weise genefer ZU sein. Wir glaubten ihn dem Tode nahe, und ei steht heil und gesund mitten unter uns. Gehört das ZU den Kniffen eines Detektivs, alle und selbst die rich. terliche Kommission zu nasführen?"
Rosch antwortete mit einem Lächeln:
„Es gehört zu meinem Fach, Verbrecher zu nas- führen, Herr Baron. Sie können ganz beruhigt fein, die Herren hier waren bester unterrichtet. Es ist auf meinen ausdrücklichen Wunsch hin geschehen, daß man besonders Sie in der ursprünglich gerechtfertigten Mei- nung beließ ,ich sei dem Tode nahe und könne somit nicht mehr vernommen werden. Sie fragen wohl nicht, warum. Es geschah, weil ich wollte, daß Sie Ihre Ko- mädie ungehindert zu Ende spielen und mit umso greif bareren Lügen Ihre Verteidigung zu führen suchen sollten. Der Plan ist gelungen. Sie haben anders gesprochen, als dies vielleicht der Fall gewesen wäre, wenn Sie gewußt hätten, daß Sie ihre Behauptungen auch wejnen. Beschuldigungen gegenüber aufrecht zu erhalten haben würden."
„Ich fürchte Ihre Beschuldigungen nicht. Sie werden mir nichts Ungünstiges nachweisen können und Ihr- Phantasien werden nicht gewichtig in die Wagschale lallen."
Der Detektiv zuckte die Achseln.
„Wenn Sie gestatten," sagte er, zu den Herren der Kommission gewendet, „werde ich nun berichten was id, weiß."
„Beginnen Sie," antwortete der Untersnchmch°rich ter.
(Fortsetzung folgt.)