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M 295.

Miitwoch, «en 19. »ezember 1928.

Fuldaer Zeitung

2. Blatt.

Druck der Fuldaer AcNendruckerei, Fulda

Weihnachtstisch 1928

(Ein 80 jähriger Gelehrter

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düng eine feste Mehrheit gesichert ist und vor allen Dingen aber auch eine Mehrheit, die die Verantwortung für die Deckung des Defizits über­nimmt. Die ursprünglichen Steuerpläne des Reichs fin anzm'inifters sind inzwischen in den Parteiberatungen stark zerzaust worden. Zur Stunde steht überhaupt noch keine einzige steuer­liche Deckungsquelle fest.

„Ja, das ist, wie mich dünkt, ganz erklärlich. Mein Doppelgänger gab sich scheinbar mit Absicht, als wäre er der Baron von Weitenfeld."

„Gewiß. Aber kommt es Ihnen nicht sonderbar vor, daß jener Chamois nicht den Pseudobaron überfiel, der aus dem Bauernhaus kam, sondern Sie?"

„Ja, das kommt mir sonderbar vor. Ich weiß jedoch nicht, was für ein Beweggrund ihn leitete. Er kann gemeint haben, ich sei der falsche Baron. Es war für die Zuschauer ja wirklich fast unmöglich, zu entscheiden, wer von uns beiden Komödie spielte."

„Das ist richtig. Trotzdem liegt die Annahme nahe, daß Chamois, dessen Absicht es war, dem Detektiv zu Hilfe zu kommen, sich an den Mann gehalten hätte, der aus dem Bauernhaus 'kam."

Schriftleiter: Dr. phil. Johannes Kramer, Fulda. Verantwortlich für die Anzeigen: Direktor der Fuldaer Actiendruckerei I. P a r z e l l • r.

Rennfportvereins durch Ausgabe falscher Schecks Veruntreuungen angeblich in Höhe von mehr als 80000 Mark verübt haben soll. Er soll in der Nacht zum Sonntag in einem Dortmunder Hotel einen Selbstmordversuch verübt haben und mit einer schweren Vergiftung in das dortige Johannes- Hospital eingeliefert worden fein.

Tante Briand: „Para und Bott, die Friedenssuppe wird kalt!"

Para und Boli: „Laß mal Tante. In den Tropen werden Suppe und Rache kalt genossen!"

digeu Botschaft zurück. Er erzählte von dem Bauern hier, der gesagt habe, ich sei mit einem zweiten Herrn zu ihm gekommen und hätte einen Kranken bei ihm zurück­gelassen. Ich war nicht dort gewesen und wußte dem- nach, daß es mein Doppelgänger gewesen sein mußte. Das wollte ich jedoch sofort feststellen, denn ich vermutete, daß der sogenannte Kranke niemand anderes war als den verschwundene Detektiv Rosch. Ich begab mich da­her mit dem Gendarm und dem jungen van Beekum in jenes Bauernhaus. Und nun scheinen wir leider doch zu spät gekommen zu sein, um den Unglücklichen zu ret­ten. Aber ich habe mich überzeugen können, daß in der Tat mein Doppelgänger die Hand im Spiel hatte."

Der Untersuchungsrichter sagte:

„Das ist wirklich eine sehr merkwürdige Geschichte, Herr Baron. Ich möchte Sie noch fragen, ob Ihnen auch etwas bekannt ist bezüglich eines minder guten Einverständnisses zwischen Ihrem Doppelgänger und dem Notar Burton. Wenn der Bankier ihn kurz vor oder nach dem Morde an dem Notar vor dessen Fenstern ge­sehen hat, fällt der Verdacht natürlich auf ihn."

Der Baron überlegte einen Augenblick.

„Nein," erwiderte er nach einer Weile, „einen Grund warum er ein derartiges Verbrechen begangen hätte, wüßte ich nicht anzugeben, und ich habe, als ich anneh­men mußte, daß er es gewesen, den der Bankier gesehen, zwar einen Augenblick daran gedacht, den schrecklichen Gedanken aber dann doch gleich verworfen. Nur . , ."

Cr zögerte.

„Nun? Fahren. Sie fort," sprach der Richter.

„Nur, fürchte ich, wenn mein Halbbruder ein In­teresse daran hatte, den Detektiv auf die Seite zu schaf­fen, so ist er auch an jenem Mord nicht unschuldig."

Der Richter ging darauf nicht ein, sondern verfolgte den Plan seiner Untersuchung weiter, indem er fortfuhr:

„Als Sie vor dem Bauernhaus Ihrem Doppelgänger gegenüberstanden, wurden Sie von einem Mann ange­fallen, den Sie gleichfalls kannten, einem gewissen Chamois. Dieser Chamois schien auch zu wissen oder doch zu vermuten, daß der Detektiv dort festgehalten wurde. Er scheint jedoch der Ansicht gewesen zu sein, daß Sie derjenige wären, den Herr Rosch zu fürchten hätte."

Geor$ Kuppel, Fulda

Fuldaer Union- nnd Münchener Hadrer-Biere in Flaschen und Siphon'e.

Jur politischen Lage.

Aus dem Reichstag wird uns geschrieben:

Noch vor dem Auseinandergehen des Reichstags kmven sehr wichtige Besprechungen in engeren par­lamentarischen Kreisen stattgefunden, und zwar im Anschluß an die Beratungen des Kabinetts über die Verabschiedung des Etats für 1929. Es ist nach Lage der Dinge dem Reichskanzler Müller nichl mehr möglich, noch vor Weihnachten zu einer festen Parteikonstellation zu kommen, und es ist damit auch unmöglich geworden, für den neuen Etat eine feste Mehrheit zu schaffen. Dazu kommt, daß auch innerhalb der gegenwärtig hinter der Regierung stehenden Parteien eine Einigung über die Deckung des Defizits für das nächste Reichshaushaltsjahr noch nicht möglich geworden ist. Außerdem wurden gerade auch von den gegenwärtigen Regierungs­parteien Wünsche wegen weiterer Abstrichs im Etat geäußert. Es werden nunmehr weitere Nachprüfungen innerhalb der Reichsressorts statt- finden niüssen, welcher Art solche Abstriche sein und welche Ministerien sie betreffen werden.

Die Reichsregierung hofft, anfangs Januar den Parteivertretern neue Vorschläge machen zu kön­nen, um dann in der Lage zu sein, dem etwa in der dritten Januarwoche zusammentretenden Reichstag den Etat in Vorlage zu bringen. Das wäre auch der äußerste Termin, wenn es möglich sein soll, den Etat zum 31. März fertigzustellen. Die Koalitions- wie die Etatsverhandlungen stehen also in einem engen Zusammenhang, denn eine Ver- ständigung über die politisch-parlamentarische Zu­sammenarbeit fetzt eine Verständigung über die Ge­staltung des Etats und die Deckung des Defizits un­ter den betreffenden Parteien voraus. Wird diese Verständigung erreicht, dann wird auch die Ver­abschiedung des Etats selbst keine allzu großen Schwierigkeiten mehr machen. Aber im Augenblick ist noch nicht abzusehen, ob überhaupt die koali­tionspolitischen Verhandlungen zu einem Ergebnis führen und welcher Art dieses Ergebnis fein wird.

Der Reichskanzler ist indessen entschlossen, den Etat erst einzubringen, wenn zu seiner Verabschie-

Prof. Dr. Ulrich v. Wilarnowitz-Möllendorff, der berühmte deutsche Altphilologe, begeht am 22. Dezember seinen 80. Geburtstag. Er wurde 1876 Universitätsprofefsvr in 'Greifswald, 1883 in Göt­tingen und wirkte 1897—1921 als Ordinarius der klassischen Philologie in Berlin. Seine Unter­suchungen über Homer, Platon, Aristoteles, Sappho, Pindaros und seine Uebertragungen aus dem Griechischen zählen zu den besten Arbeiten auf dem Gebiet der Philologie.

„Sagen Sie uns einmal, Herr Baron, wie standen Sie zu dem Mann? Sie kannten ihn, nicht wahr?"

„Gewiß, er war ein Abenteurer und behauptete, das Schicksal meiner armen kranken Nichte gehe ihm zu Herzen."

„Die junge Dame ist eine Nichte von Ihnen?"

„Ja. Cs ist außerordentlich peinlich für mich all diese Familienverhältnisse hier offen besprechen zu müs­sen, aber ich sehe ein, es ist unvermeidlich. Ich hatte einen älteren Bruder, dem gleich meinem Vater Reise­

fieber und Abenteurerlust im Blute lag. Er hat sich gleichfalls in der Fremde verheiratet, nur mit dem Un­terschied, daß diese Ehe auch nach unfern Gesetzen Gül­tigkeit hatte. Er hatte eine Tochter, über die ich die Vormundschaft übernehmen mußte. Die Ungückliche ist geisteskrank. Jener Chamois ist ein gefährlicher Bursche, er hat erst vor kurzem versucht, sie uns zu entführen. Doktor Roger wird ohnehin davon berichtet haben."

„Doktor Roger konnte natürlich nur berichten, was er von Ihnen wußte, aber ich muß hinzufügen, daß er für die Wahrheit dieses Berichtes nicht einsteht. So glaubte ich ihn wenigstens verstehen zu müssen."

„Ganz und gar nicht stehe ich für die Wahrheit die- ses Berichtes ein," sagte Roger. „Im Gegenteil, es ist meine tiefste Ueberzeugung, daß Baron von Weiten- feld mir etwas weisgemacht hat, weil er fühlt, daß er etwas tun mußte, um mein immer wachsendes Miß­trauen gegen ihn zu unterdrücken. Ich habe ihm da­mals geglaubt, aber mein Freund, der Detektiv, hat die Achseln gezuckt und von einer Fabel gesprochen. Was Baron von Weitenfeld jetzt behauptet hat, ist Lüge. Denn cr selbst hat mich mit dem Manne bekannt gemacht, der die junge Same hatte entführen wollen, und das war nicht Chamois gewesen."

„Es war Chamois," behauptete der Baron neuer­dings.

„Chamois hat gestern abend zum erstenmal mit mir gesprochen. Ich habe ihn vorher nie gesehen."

„Sie irren sich," widersprach der Baron.

„Das ist nicht schlecht," rief der Rechtsanwalt leb- hast aus. „Der Mann, mit dem ich auf dem Eichenhof gesprochen habe, soll derselbe gewesen fein wie der, mit bem ich gestern ausgezogen bin! Ich hätte ihn bloß nicht erkannt, aber es wäre derselbe gewesen!"

Der Richter wandte sich an Franz van Beekum:

„Sie haben ja den Herrn Chamois auch gesehen," sagte er, „als er gestern abend Ihren Freund um eine Unterredung bat. Vielleicht hatten Sie ihn bereits auf dem Eichenhof kennen gelernt und können uns also näher Auskunft geben."

„Den Mann von gestern abend habe ich kaum gesehen Er trug einen langen Mantel und einen breitränbigen Hut." (Forts, folgt.)

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„Vielleicht? Er konnte jeboch auch meinen, ich hätte den Detektiv bahin gebracht, während der andere

Gchitterhorst.

Eine geheimnisvolle Geschichte von Wilhelm Holt 39] ---------

„Von wem Haden Sie das erfahren?"

„Don Herrn van Beekum."

Der Richter suchte mit dem Blick Franz van Bee- kurn. Das bemerkte der Freiherr, und er beeilte sich, zu erklären:

„Nein, nein, ich meine nicht den jungen van Beekum. Ich meine seinen Vater."

„Kannte denn der Bankier den Fremden?"

„Nein. Aber wie Sie ja bereits wissen werden, war er zurückgekehrt, um seine Unschuld am Tode des Notars Burton darzutun. Nun, und da erzählte er mir, er habe damals, als er im Auto des Notars davonfuhr, mich vor einem Fenster stehen sehen."

„Waren Sie dort?"

„Nein, nein. Ich war nicht dort. Ich habe dies dem Bankier auch gejagt, aber er blieb fest und steif dabei, mich gesehen zu haben. Eine Täuschung sei ausgeschlos­sen, behauptete er. Es gab daher für mich nur mehr die eine Erklärung, baß eben mein Halbbruber wieder da war, der mir nicht nur im Gesicht, sondern auch in der Gestalt und der ganzen Haltung so sehr gleicht, daß man Uns leicht miteinander verwechseln kann. Es war vor­derhand nur eine Vermutung von mir, aber diese Ver- mutung wurde allmählich zur Gewißheit. Ich bemerkte nämlich, daß der Detektiv Rosch mir mißtraute Dieses Mißtrauen erklärte sich aus dem merkwürdigen Zusam­mentreffen von verschiedenen Umständen und wunderte mich nicht allzusehr. Später sagte ich mir aber bann, der Detektiv müsse doch noch andere Gründe haben, und bald hatte ich die Bestätigung für diese Annahme. Er hat eine Tat meines Halbbruders auf meine Rechnung gesetzt. Da tarn mir zum erstenmal der Gedanke, mein Doppelgänger verrichte vielleicht mit Absicht verschiedene Dinge, von denen er wünsche, daß sie mir zugeschrieben werden, um mich in Unannehmlichkeiten zu bringen. Es würde jedenfalls, was er tat, mir angerechnet werden. Nun kam gestern abend spät ein Junge vom Eichenhof, der mich hatte suchen müssen, mit einer ganz merkwür-

Ö)ie wird bas Wetter?

Mit großer Schnelligkeit ist im Zusammenhang mit dem isländischen Tief ein Einbruch relativ feuchter und warmer ßuftmaffen in den Höhen über Mitteleuropa erfolgt. Verbreitete Schneefälle treten von den Alpen nordwärts über Jütland und weiter nach Westskandina- vien hinauf. Es erfolgt allgemein starker Druckanstieg, odatz mit dem raschen Vordringen des westlichen Hoch- irucks zu rechnen ist, dem im Westen ein neues Tief olgt. Die Temperaturen erfahren besonders in West- »eutschland noch eine Milderung, gehen aber später bei nächtlicher Aufheiterung wieder stärker zurück. Die Nie­derschläge hören allmählich auf.

Witterungsaussichten für Mittwoch: Vorüber­gehend aufheiternd, kälter, schwache Luftbewegung.

„Gewiß. Wir werden ihn schon finden, tot lebendig," antwortete der Richter ruhig. „Sie wissen natürlich nicht, wohin er gekommen ist?"

„Wie sollte ich bas wissen? Er hatte bas Bewußt­sein verloren ober stellte sich wenigstens so, unb Herr »an Beekum unb ich ließen ihn liegen, um ben anbern ju folgen. Der Genbarm war als erster roieber an der Stelle, fanb aber den Mann nicht mehr da. Es ist immer schon seine Gewohnheit gewesen, plötzlich aufzu­tauchen."

meine Rolle spielte, um ihn leichter befreien zu nen. Um zu erfahren, was der Mann dachte, muß er selbst verhört werden."

„Sie wissen doch, daß er verschwunden ist?"

„Ja, aber er muß doch auch gefunden werden nen."

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Frankfurter Oper.

Mittwoch, 19. Dez., 20 Uhr: Cavalleria rufticana; hieraus: Der Bajazzo.

Donnerstag, 20. Dez., 20 Uhr: Der fliegende Hollän­der.

• Wolfsplage in Bosnien. Infolge der riesigen Schneefälle, die in den letzten Tagen über die höher gelegenen Gegenden Nord- und MUtelbosniens nieder­gegangen sind, haben zahlreiche bosnische Ortschaften stark unter der Wolssplage zu leiden. Die Raubtiere kommen scharenweise aus den Wäldern hervor, und der Viehbestand in ben betroffenen Orten ist erheblich dezi­miert worden. Die Regierung hat ben Einwohnern der fraglichen Ortschaften die Erlaubnis zum Waffentragen gegeben.

Wissenschaft und Forschung.

— Archäologische Ausgrabungen in der Krim. Die Krim-Expedition des Anthropologischen und Echnogra- phischen Museums der Akademie der Wissenschaften in Petersburg hat bei Batschisari Ruinen einer mittelalter­lichen Stabt entberft, bie auf einem etwa zwei Kilometer langen Berge liegen. Es hanbelt sich allem Anschein nach um die unter Justinian dem Großen gegründete alte Hauptstadt der Goten, Theoboro. Bei ben Ausgra­bungen wurden die Mauern der Stadt, zahlreiche lieber* refte verschiedener Bauten, in Felsen aus gehauene Woh- nungsräume und sechs Höhlentempel mit Fresken aus bem 13. unb 14. Jahrhundert freigelegt. Auch eine goti- sche Totenstadt aus der Zeit Justinians mit etwa 300 gut erhaltenen Skeletten konnte von der Expedition frei- gelegt werden.________________

* Unterschlagung Sei einem Rennoerein. In Berliner Sportkreism erregte dem „Montag" zufolge am Sonntag die Nachricht großes Auf- fchen, daß der Generalsekretär eines bekannten

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Technik und verkehr.

=■ (Eine Slraßen-Rollkreppe für Fußgänger und Fahrräder. Im Sommer wurde die Montmoreney-Roll- treppe in Le Havre dem Betrieb übergeben, die einen Verkehr von durchschnittlich 5000 Personen in der Stunde zu bewältigen hat. Die Treppe überwindet einen Höhen­unterschied von 51 Metern, sie hat eine Nutzbreite von 1,06 Meter, bie Stufen haben eine Tiefe von 0,96 Meter, so daß bie Treppe auch für ben Verkehr mit Fahrrädern unb Kinberwagen geeignet ist, was sie von ähnlichen Anlagen unterscheidet. Die Steilheit beträgt 38 Prozent, bas Gesamtgewicht bes bewegten Teiles der Anlage er­reicht 110 Tonnen. Die Beförderungsbauer beträgt bei Anwendung bes kleineren Motors sechs Minuten zur Zeit bes Stoßverkehrs vier Minuten. Wie jetzt berich­tet wirb, hat sich diese Rolltreppe außerordentlich gut bewährt.

Frankfurter Radio-Programm.

Mittwoch, den 19. Dez. 1928.

6.30: Morgengymnastik. Anschließend: Wetterbericht und Zeitangabe. 12.45—13.15: Schulfunk. 1315-14.15. schallplatten-Konzert: Aus Werken von Bach Mozart Beethoven. 15.05-15.35: Stunde der Jugend. 16 öS bis 18.05: Nach Stuttgart: Konzert des Rundfunkorche­sters: C. M. v. Weber. (18. Dez. 1786). 18.10-18.30. Bücherstunde — Ernst Glaefer: „Der Krieg ""Roman 18.30—18.45: Von Kassel: Fünfzehn Mmu en Ratschlage für Mutter und Kind. Vortrag von Mathilde Meißel. 18.45—19.15: Stenographischer Fortlnldungskursus sur Anfänger unb Fortgeschrittene (Diktat von 60 Silben aufwärts), erteilt von Georg Kalis, Berger Straße 373 1. 19..15—19.30: Senckenberg-Viertelstunde (eine Viertel­stunde Naturkunde, unter Leitung von Prof. Drever- mann): „Meeressäugetiere II", Vortrag von Dr. R. Mertens. 19.30—19.45: Französische Literatur proben, vorgetragen von Rektor I. Stehling. 19.45—20.15: Fran­zösischer Sprachunterricht, erteilt von Rektor I. Stehling. 20.15—21.15: Von Stuttgart: Militär-Musik. 21.15 bis 22.15: Konzert bes Rundfunkorchesters: Alte Ope­retten.

* Sicherung der öffentlichen Mittel für den Woh­nungsbau bezweckt ein Urantrag, den die Abge­ordneten Dr. Dr. Porsch, Köthenbürger, Hensen (Godesberg), Hebborn und die übrigen Mitglieder der Fraktion der Zentrumspartei im Preußischen Landtag eingebracht haben und der folgenden Wortlaut hat: „Am 1. April 1929 läuft die reichs­gesetzliche Regelung für die Sicherstellung der öf­fentlichen Wohnungsbaumittel ab. Wie die Er­fahrung früherer Jahre lehrt, tritt fast zwangsläu­fig zu dieser Zeit eine Stockung im Wohnungsbau ein — wodurch Arbeitslosigkeit bedingt ist — und dazu hernach durch Nachholung des Versäumten eine unnötige Beunruhigung auf dem Baumarkte, von der im Rahmen der Gesamtwirtschaft insbeson­dere der Mittelstand erheblich betroffen wird. Der Landtag wolle beschließen: Das Staatsministerium wird ersucht, dafür zü sorgen, daß 1. sofort Maß­nahmen zur ununterbrochenen Wetterführung des Wohnungsbaues im Jahre 1929 getroffen werden, und 2. für die folgenden Jahre ein feststehendes Wohnungsbauprogramm mit Finanzierungsplan aufgestellt wird."

Soziales.

— Slenberungen in der Invalidenversicherung regt ein Antrag an, der im Reichstag von Abgeordneten bes Zen­trums, der Bayerischen Volkspartei, ber Sozialbemokraten unb ber Demokraten eingebracht worben ist. Danach wirb bie Reichsregierung ersucht: bem Reichstag bis zum Wiederzusammentriit im Januar 1929 bas Ergebnis einer Prüfung mitzuteilen, ob bie folgenben Slenberungen in ber Jnvalibenversicherung möglich finb: 1. eine Erhöhung bes ©runbbetrages und bes Kinberzuschusses; 2. eine Ver­besserung bes Begriffs ber Invalidität im Sinne einer Minderung bes geltenben Zweidrittel-Satzes; 3. bie Ge­währung ber Witwenrenten an solche Witwen, die min- berjährige Kinber erziehen ober bas Alter von 50 Iah- ren erreicht haben; 4. Aufbau weiterer ßohntlaffen. — Auch bezüglich ber Ange st eilten-Versicherung wünscht ein Antrag von Abgeordneten ber gleichen Par­teien bie Vornahme einer Prüfung, ob nachstehenbe Än­derungen möglich finb: 1. eine Erhöhung bes Grunb- betrages und des Kindergeldes; 2. eine Anpassung des Steigerungsbetrages an den Prozentsatz in der Invali­denversicherung; 3. eine Herabsetzung ber Altersgrenze; 4. eine Verkürzung der Wartezeit; 5. die maßgebende Mit- Wirkung der Versicherten In ben Organen ber Selbstver­waltung. ___

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