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Fuldaer Zeitung

Der Führer -er Slowaken.

en als die <5la

Das Parlament ln Bukarest

wird zum ersten Male Abgeordnete sehen, die aus

liberalen" Partei und

nur 50 Bauernverireter

einer freien ohne Polizeiterror durchgeführten faßen, sind in der neuen Kammer 340 Bauernab-

Wahl hervorgehen. Während im alten, von Bra-

geordnete und nur 12 Liberale nebst den kleineren

tinau „ernannten" Parlament 300 Mitglieder der Splitterparteien zu zählen.

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hier noch eine

antwortlicher Redakteur ist, unter Mißbrauch fei­ner Immunität strafbare Handlungen begeht, ins­besondere sich Beleidigungen und Schmähungen schuldig macht, soll in Zukunft jeweils die Aufhe­bung der Immunität beschlossen werden.

* Eine Granake in einem Berliner Postamt. Auf dem Postamt 65 in der Gerichtsstraße im Nor­den Berlins ereigente sich Freitag vormittag ein aufregender und vorläufig rätselhafter Vorfall. Kurz nach Betriebsbeginn des Amtes sah ein Be­amter in einer Ecke des Vorraums zu den Schal­terhallen einen Gegenstand liegen. Als er ahnungs. los näher trat, um den Fund aufzuheben, ent­deckte er zu seinem Schrecken, daß vor ihm eine Feldgeschützgranate lag. Er benachrichtigte sofort den Vorsteher des Postamtes, der den Vorraum absperren ließ. Die Beamten des nächsten Polizei- reviers riefen Beamte der politischen Polizei hin­zu, die die Ermittungen ausnahmen. Es stellte sich heraus, daß es sich um eine regelrechte Feldgranate 7,7 Zentimeter mit Zünder handelt

kilometer großen Gebiet der Slowakei wohnen zwei Millionen Slowaken, 140 000 Deutsche und 650 000 Magyaren. In der Tschechei wurden sechs, einhalb Millionen Tschechen und 3 Millionen Deut­sche gezählt.

(Originalzeichnung von Godal, mit eigenhändi- gerUnterschrift des Äbg. Pater Hlinka.)

überwiegend liberal sind, könnte hier noch Ueberraschung passieren. Dann müßte man

scheint mehr die herrschenden Tscheche

waken zu befriedigen. Auf dem 50 000 Quadrat-

den neuen Senat auflösen.

Sicher ist, daß der neue Gesamtkurs erst nach den Wahlen in seiner vollen Schärfe sichtbar wer­den wird, und daß die nächste Entwicklung von ei­ner Reihe explosionsartiger Geräusche begleitet sein könnte. _______________

[ sagt, er fühle sich nicht wohl, ihn in seiner Kammer zu­rückgelassen und ihm ein schönes Trinkgeld gegeben. Der Baron. habe gesagt, er habe ihm etwas zu riechen gege­ben, davon werde er wohl aufwachen. Aber dies sei nicht der Fall gewesen, und da habe der Baron gesagt, er werde am nächsten Morgen einen Arzt schicken.

„Missen Sie ganz sicher, daß Sie es mit Baron von Weitenfeld zu tun gehabt haben?" fragte der Unter­suchungsrichter. „D ja, er war es. Aber es heißt all­gemein, er sei es nicht gewesen. Ich wußte nicht, daß es zwei gab", lautete die Antwort.

„Und haben Sie gestern abend noch mit jemand über die Sache gesprochen?"

„Nein, das heißt, ja. Eine halbe Stunde oder eine Stunde darauf kam jemand zu mir, und mit dem habe ich ein bißchen davon gesprochen."

„Aha, und wer was das?"

„Ein Junge vom Eichenhof. Er war im Dorf ge­wesen. Er habe den Baron gesucht, und es fyabe ge­heißen, er sei hier des Weges gegangen. Er fragte mich, ob ich ihn gesehen hätte. Nun, und da sagte ich eben ja. Sie hatten sicher ein Fest, sagte ich noch, denn es war noch ein Herr bei ihm, und der liegt jetzt in meiner Kamnter, um seinen Rausch auszuschlafen. Ich glaubte nämlich zuerst, meine Herren, der Kranke fei einfach stockooll betrunken. Aber ich bin wirklich an nichts schuld, wenn dem Mann etwas zustöht. Ich weiß von nichts."

Daran zweifelte niemand, und die wohlwollenden Ge­sichter in der Runde beruhigten den Bauer.

Endlich wurde Baron von Weitenfeld aufgerufen, und es kam eine Spannung in die Sache. Denn das eine war allen klar: welche Rolle immer der Freiherr von Weitenfeld von Dalen in dem Drama fpielte, von ihm waren genauere Angaben zu erwarten, er war ver­pflichtet, Erklärungen abzugeben, die manches aufhellen würden.

Nach den gewöhnlichen einleitenden Fragen ging der Untersuchungsrichter unverzüglich auf den Kern der Sache los.

„Herr Baron von Weitenfeld" begann er, „als Sie heute nacht in die Nähe des Bauernhauses gekommen sind, haben Sie gleich verschiedenen anderen Personen

So wurde also unmittelbar der Sturz des Regimes Bratinau wohl durch die Finanzlage ausge'öst.

Die Weiterführung der Blaire-Verhandlung ist ein reines Theater. Der Unterhändler Zugolanu wird in Paris die Verhandlung abbrechen und wahrscheinlich nach London gleich weiterfahren. Dort erwartet ihn die erwähnte, von Titulsscu vorbereitete neue Verhandlung. Die englische Gruppe ist mir nicht genannt worden. Aber Buka­rester wohlinformierte Kreise meinen, es könne sich nur um Schröder-Diskontogesellschaft handeln. Zweifellos wird diese Anleihe günstiger sein als die Blaire, dafür aber die außenpolisische Festleg­ung auf neuer Grundlage zur Folge haben. Dann erst wird Titulescu sich entscheiden, ob er als Au­ßenminister nach Bukarest geht. Die wesentlichen Funktionen übt er auch jetzt von London her aus. Daneben erteilt der englische Gesandte Herrn Ma­nin 2 bis 3 mal wöchentlich ein mehrstündiges Pri- vatissimum. Mironescu ist lediglich beamteter S.rch-

2. Blatt.

Druck der Fuldaer Actiendruckerei, Fulda

M 292.

$Un8i«e, een 18. Dezember 1928

„Es tut mir leid, diese betrübliche Feststellung ver­nehmen zu müssen", hörte er den Baron sagen. „Es tui mir umso mehr leid, als ich überzeugt bin, daß jenei Mann die Hand im Spiele bei diesem Verbrechen hat von dem soeben die'Rede war."

„Sie meinen Ihren Doppelgänger, Wer ist er?"

„Ach," seufzte der Baron, „es läßt sich leider nicht mehr verschweigen. Er ist mein Halbbruder."

Alles schaute verwundert auf. Ein Halbbruder de- Barons von Weitenfeld von Dolen . . . Das war da- letzte, was man erwartet hatte. Und auch diejenigen, die sich in der Familiengeschichte der Freiherren auf dem Eichenhof gut auskannten, erinnerten sich nicht, je von einem Halbbruder des jetzigen Schloßherrn gehört zu haben. Einen Augenblick herrschte tiefe Stille. Dann nahm der Baron wieder das Wort, ohne weitere Fra­gen abzuwarten:

„Ich werde Ihnen auseinandersetzen, wie sich da­verhält. Mein Vater war in jungen Jahren viel auf Reisen gewesen und hatte auch einige Jahre in Amerika gelebt. Dort hat er sich mit einem Mädchen unter fei­nem Stande verheiratet, und dieser Ehe ist ein Sohn entsproßen. Seine Frau hat ihn bald darauf verlassen. Die Ehe war noch den Gesetzen unseres Landes nicht gültig und ist hier auch niemals bekannt geworden. Erst vor etlichen Jahren ist der Sohn meines Vaters aus jener Ehe aufgetaucht und scheint der Meinung zu sein, daß jene Ehe meines Vaters in Amerika auch hier rechts­gültig sei. Wäre dies der Fall, so änderte sich damit feine Lage vollständig. Und auch meine. Denn ich wäre dann nicht der älteste legitime Sohn meines Vaters. Der Mann hat sich an einen Rechtskundigen gewendet, der indes rasch seine Lustschlösser niederriß und seinen Erwartun­gen den Boden entzog. Hierauf versuchte er durch Ver­mittlung des Notars Burton mit der Familie zu verhan­deln, und wir sagten uns, daß wir immerhin gewisse mo­ralische Pflichten gegen den nahen Verwandten aus Ame­rika hatten, wenngleich die Gesetze bei uns ihn nicht als solchen anerkannten. Kurz, wir haben ihm damals eine bestimmte Summe ausgezahlt, und er hat versprochen, nicht mehr zurückzukehren. Daran hat er sich jedoch nicht gehalten. Von Zeit zu Zeit tauchte er wieder auf, und das hat zu manchen Unannehmlichkeiten geführt. Erst vor einigen Tagen kam es mir zu Ohren, daß er sich

vermalter — mehr nicht!

Aber auch i n n e r p o l i t i f ch ist der jetzige Zustand ein Provisorium. Der Unterschied zwi­schen Maniu einerseits und Mickalake-Madgearu andererseits und schließlich noch Stere als dritter besteht fort. Die Nationalzaristen sind eben keine Partei, sondern eine Koalition. Die Zaranisten (Michalaka) sind mit dem jetzigen Zustand unzu­frieden. Das Kabinett ist nicht homogen und ent­hält noch einzelne Franzosenfreunde. Dazu auch der in Berlin wohlbekannte Raducanu gehört. Auch den Finanzminister Popovici wollen die Za­ranisten ausbooten. Maniu tröstet sie m>t dem Argument, die jetzige Regierung sei nur ein Wahl­kabinett. Nachher werde man sehen. Nun ist das Wahlergebnis ohnehin feststehend, bis auf einen Punkt: die Proportionen innerhalb der Nasional- zaranisten. Die altrumänischen Zaranisten ei war­ten folgende Gruppierung: Zaranisten (Micha­laka) 200, Nationalpartei (Siebenbürger) 70, Stere (Bessarabien) 40 Mandate. Ferner 10—12 Liberale, 15 Sozialisten und zirka 20—25 Mandate für die Ungarn und Juden. Die Deutscben sind schon bei den Siebenbürgern eingerechnet (12 Man­date). — Das heißt also eine Mehrheit für die en­gere Partei Michalake-Madgearu allein. Anderer- feite bilden die Senatswahlen eine Gefahr Da die Gemeinderäte wahlberechtigt und diese

Abgeordneker Paiec Andrej Hlinka, der Führer des slowakischen Volkstums in der Tsche­choslowakei wird im Zusammenhang der neuesten Bestrebungen um die Trennung der Slo­wakei von den Tschechen genannt. Es heißt, daß die „slowakischen Generalstaaten" bereits den Entschluß gefaßt haben, auf friedlichem Wege aus der Tschechoslowakei auszuscheiden und ein von den Tschechen unabhängiges Land unter dem Schutz des Völkerbundes zu gründen. Die „Ehe" der Tsche­chen und Slowaken ist erst 10 Jahre alt und

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politische Studien zu machen, zu vernehmen. Dieser Bericht bewegt sich in folgenden Darlegungen:

England hat in Rumänien sowohl von unten, wie von oben Revolution gemacht. Zwischen Ma­niu und dem englischen Gesandten hat seit Mona­ten ein enger Kontakt geherrscht. Während aber immerhin Maniu die Krise auf dem Verhandlungs­weg herbeiführen wollte — und ja auch herbeige­führt hat — hielt Michalake es für einen Umweg und bereitete die Revolution vor. Sein Sicher­heitsgefühl zeigt deutlich, daß er den Rücken der revolutionären Bewegung gut gedeckt wußte.

Gleichzeitig bereitete die Königin Maria die Re­volution von oben vor. Abgesehen von ihrer Haupt­rolle — als Engländerin — soll sie auch aus Sorge um die Dynastie gehandelt haben, die durch das temperamentvolle Leben der meisten erwachsenen Mitglieder immerhin schon ziemlich belastet ist, nun aber vor einer wirklichen politischen Gefahr stand:die Dynastie war durch den Haß mitbedroht, der gegen die Regentschaft entstand. Die Bemü­hungen der Königin, die Regentschaft zur Preis­gabe der Liberalen zu veranlassen, gipfelten in der Drohung, die Dynastie werde sich an die Seite des Volkes, gegen Regentschaft und Liberale, st-llen. Die Königin soll Anfang Oktober den Prinzen Nikolaus veranlaßt haben, seinen Rücktritt aus der Regentschaft anzukündigen, wenn man Bratinau nicht fallen lasse.

Zwischen den Revolutionen von unten und von oben war noch eine dritte, der wohl Herr Titulescu sehr nahestand und die auch englisch ist. Man kann leicht vermuten, daß die mörderischen Beding­ungen der Blaire-Anleihe (Emissionskurs zwischen 79 und 83 Prozent, 7 Prozent Zinsen) nicht ohne englisches Zutun entstanden. Das Angebot war offenkundig auf Unannehmlichkeit eingerichtet. Die wirklichen Anleihe-Verhandlungen hat Titulescu inzwischen in London vorbereitet, (davon nachher).

i einem Maße ähnlich war, daß man von einem Doppel- I ganger sprechen darf. Der Unbekannte kannte Sie, aber es haben auch alle Zeugen der seltsamen Begegnung den bestimmten Eindruck, daß er Ihnen desgleichen nicht fremd war. Sie haben etwas vom Verhindern weiterer Untaten gesprochen, und es ist daher anzunehmen, daß Sie von anderen Verbrechen wissen, die jenem zur Last Zu legen sind. Erwarteten Sie ihn dort?"

„Ja, ich leugne nicht, daß ich dem Manne bereits früher im Leben begegnet bin. Und ich erwartete, daß er dort eine neue Untat verübt hatte, wenn ich auch nicht voraussehen konnte, daß wir einander auf, ich mag wohl sagen, dramatische Art und Weise gegenübertreten sollten."

„Sie können uns also sagen, wer der Mann ist, der Herrn Rosch in den bedenklichen Zustand versetzt hat, in dem er sich jetzt befindet?"

„Ich will nicht hoffen" zersetzte der Baron lebhaft, „daß der Detektiv ernstlichen Schaden genommen hat durch den Anschlag, den jener Elende auf ihn verübt. Er wird sich zweifellos bald wieder erholen."

Der Richter schüttelte den Kopf.

„Ich muß leider feststellen", sagte er, „daß fein Zu­stand hoffnungslos ist. Wir haben jeden Augenblick die Nachricht von feinem Hinfcheiden zu gewärtigen."

Diese Mitteilung löste offenkundig tiefe Ergriffenheit unter den Anwesenden aus. Der einfältige Bauer be­teuerte halblaut dem neben ihm stehenden Gendarm seine Unschuld.

Niederschmetternd war die Kunde für den Rechts­anwalt. Rofch war ihm ein lieber Freund. Seit dem Abend war er in großer Sorge um ihn und erst jetzt fühlte er fo recht, wie teuer er ihm im Laufe der Zeit geworden war. Und da hörte er sozusagen das Todes­urteil über ihn sprechen. Der brave Mann war in Aus­übung feiner Pflicht von ein paar Schurken in feiger Weife dem Tode überantwortet worden. Vor noch nicht vierundzwanzig Stunden hatte er mit ihm gesprochen hatte ihn zu feinem Erfolg beglückwünscht, da er die Lösung in der verwickelten Geschichte gesunden hatte. Und während ihn ein berechtigtes Gefühl des Stolzes erfüllte, war er den Schurken zum Opfer gefallen. Ro­ger ballte die Fäuste, und während er feinen Grimm mit Gewalt unterdrückte, schwor er sich, den armen j Freunb au rfirfien ................I

GchMerhorft.

Eine geheimnisvolle Geschichte von Wilhelm Holt.

38] ---------

Das offene Wort machte einen guten Eindruck und die Herren der Kommission begnügten sich menqftens für den Augenblick mit dieser Erklärung Schließlich muhte der junge Mann noch erzählen, wie er in der kritischen Nacht mit dem Freiherrn und dem Gendarm in das Bauernhaus gekommen sei. (Forti s)

„Der Baron hatte mich ersucht, am Abend noch ein­mal bei ihm vorzusprechen", sagte er, „und als ich auf dem Eichenhof anlangte, sand ich ihn im Gespräch mit dem Gendarm. Er erzählte mir, es habe ihm jemanb den Bericht zukommen lassen, daß Herr Rosch bei jenem Bauer festgehalten werde. Nach langem hin und her beschlossen wir schließlich, uns dahin zu begeben. Der Gendarm war nicht gerade verpicht darauf, kam aber am Ende doch mit."

Was Franz weiter zu berichten wußte, hatte man be­reits von Roger erfahren, und die Aussagen der beiden Herren stimmten vollkommen überein.

Auch der Gendarm hatte nichts Neues mitzuteilen. Der Bürgermeister hatte ihm den Auftrag gegeben, das Schloß gut im Auge zu behalten, jedenfalls wegen des Wieners, der zuerst verhaftet worden war, aber wieder datte freigelaffen werden müssen, weil derjenige plötzlich ^Uchwunden war, auf dessen Betreiben die Verhaftung JW war. Als der Baron gesagt habe, er wisse, wo ernm vermißte aufhalte, wo er festgehalten werde, fei beit h 9an9en‘ Auch er bezeugte die vollkommene Gleich- das q L.beiben Doppelgänger. Er fei dem einen durch fein "achgelaufen, habe aber bald eingesehen, daß

Stelle umsonst fei. Hieraus habe er sich an die funhen F^tfbe9eben' wo die seltsame Begegnung stattge-

.,/ be- und sie leer gefunden Lange habe er indes wieder erfd;Tenen.braUd)en' bnü> Qnbmn

,ber. JBaucr an die Reihe. Ausführlich und ein h 9 Richtete er, was er wußte, und versicherte Dee Mal. er fei vollkommen unschuldig.

rn„ ^wenigsten- jemand, den er für den Ba- Si« hSrt. e"h einetn Herrn zu ihm gekommen. hatten den Kranken zwischen sich gehabt, ihm ge-

3ur Lage in Rumänien.

Die rumänischen Wahlen haben mit einem gro­ßen Sieg des Ministerpräsidenten Maniu und der hinter ihm stehenden Regierungsparteien geendet. Von 400 Mandaten haben die Regierungsparteien über 360 erhalten.

Rumänien hat das allgemeine und geheime Wahlrecht für Männer vom 21. Jahre ab. Durch­schnittlich entfällt auf je 50 000 Einwohner ein Abgeordneter. Die Abstimmung erfolgt nach Li­sten. Die für eine Partei im ganzen Lande abge­gebenen Stimmen werden in der Zentrale in Bu­karest zusammengezählt. Die Zahl der Abgeord­neten wird dann aus einem besonderen Schlüssel ausgerechnet. Das ist das Prinzip der faschistischen Methode. Diejenige Partei, die die relative Mehr­heit aller Stimmen, mindestens aber 40 Prozent erhalten hat, bekommt schon vorweg als ersten Teil der Beute die Hälfte aller Mandate. Die andere Hälfte wird dann nach dem Prozentsatz der Stim­men aufgeteilt. So erklärt sich dann auch die große auf die Regierungsparteien entfallende Man­datszahl.

Die Deutschen haben 9 Sitze erhalten, und zwar handelt es sich um: 1. Dr. Rudolf Brandsch- Hermannstadt, 2. Hans Otto Roth-Tarnawa Mare, 3. Fritz Konnerth-Kronstadt, 4. Arthur Konnert- Nasaud, 5. Hans Hodrich-Tarnawa Mica, 6. Fritz Kräuther und 7. Franz Reiter-Temesvar Toronotal. 8. Hans Beller-Arad, 9. Pfarrer Haso- Cetatsa Alba (Bessarabien.)

Es dürfte von großem Interesse sein, über die gegenwärtigen Verhältnisse in Rumänien und ins­besondere über die Rolle Englands in Rumänien von einem befreundeten Gewährsmann, der jetzt einen längeren Reiseaufenthalt in Rumänien hin­ter sich hat, und dort Gelegenheit fand, eingehende

* Gegen den Mißbrauch der Immunität. Es ist bisher immer als ein großer Mißstand betrach- ! tet worden, daß Abgeordnete, die Redakteure sind, ; ihre Immunität in ihrer publizistischen Betätig- ; ung mißbrauchen. Diese Jmmunitätsfrage hat; schon wiederholt den Geschäftsordnungsausschuß des ' Reichstags beschäftigt, so auch erneut wieder. Er faßte jetzt einen Beschluß, wonach die Regelung ! der Vorschriften über die Handhabung der Im­munität künftighin strenger als bisher erfolgen soll. Namentlich soll in jedem einzelnen Falle geprüft werden, ob das öffentliche Interesse oder das In­teresse des Verletzten an der Strafverfolgung grö­ßer ist. Und danach soll die Frage entschieden werden, ob das Parlament an der Aufrechterhal­tung der Immunität des betreffenden Abgeord­neten ein Interesse hat oder nicht. In solchen Fäl­len, in denen ein Abgeordneter, der zugleich ver­

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