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FuldaerZertung

Anzeiger für die Stabt Fulda und den Landkreis Fulda. Amtliches Kreisblatk.

7lr. 289.

Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen „Die Well im Bild" und „Buchenblätter". Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernsprecher Nr. 9 TO onat 1.1,80 einschl. Postgeb. (30 bezw 48 Pf.) ohne Zustellg.

Jreitag, 14. Dezember 1928.

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55.Zahrg.

Reichskanzler Müller über Außenpolitik

Die

Zu-

Industrie und Steuern.

Vorsitz gm ab.

Präsidium erörterte eingehend die

des Das

zialdemokraten keine Annäherungs­politik wünschen. Sie bemühen sich, uns die Versicherung zu geben, daß man Deutschland ver­gebens einen großen Teil seiner Schulden erlassen hat und die Soldaten vergebens zurückberuft, die die Wacht am Rhein halten. Figaro vertritt den Standpunkt, daß der Reichskanzler das Verdienst habe, sich mit hartnäckiger brutaler Aufrichtigkeit ausgedrückt zu haben. Er nehme gar keine Rück­sicht auf das, was Chamberlain, Mussolini Jalpar und Briand gesagt haben. Gaulois sgt: Die Er-

Präsidlum, Vorstand und Hauptausschutz des Reichsverbandes der deutschen 'h strie hielten in Berlin unter dem ‘ D1 '

Industriellen Frowein-Elberfeld Schm

als die bitteren Früchte des absurden Vertrauens der Politiker von Angers (also b- Radikalen) auf den guten Willen Deutschlands. Das Reich, das wirtschaftlich und finanziell wieder hergestellt ist, nutzt den „guten Willen" der veruneinigten Sieger

Die Auswahl der für Führerstellen vorgesehenen Personen bleibt dem Krieaskammisfar allein vorbe­halten. Sie kann sich nach seinem Gutdünken auf bestimmte Menschengruppen, Rationalitäten odei Gegenden erstrecken.

Der Kriegskommissar hat das Recht, die Restr, ven jederzeit durch Heranziehung der bisher vo» Kriegsdienst befreiten Personen aufzufüllen. Enp lassungen aus der Armee können nur durch der Kriegskommissar, nicht mehr durch die örtlicher Sowjets vorgenommen werden.

Auf Verfügung des Kriegskommissars haben in Kriegszelten, bei Belagerungszuständen und in

brutale Offenheit dieser Rede ist geeignet, den Glauben zu erwecken, daß die deutschen So­

ner Presse wird von 3 rechtsstehenden Blattern be­sprochen, die sie ablehnen. Avenir schreibt: Die

rotb. Paris, 13. Dez. (Eig. Funkw.).

Rede des Reichskanzlers Müller im Verein Berli-

das neue Sachverständigengremium unbedingt frei pon politischen Instruktionen und völlig unabhängig sein müsse. Das Komitee dürfe sich nur leiten lassen von dem allgemeinen Interesse am Aufbau der Weltwirtschaft und der Sicherheit der mtev- natwnalen Handels- und Kreditbeziehungen Von einer wirklichen Lösung der Reparativnsftage könne nur dann gesprochen werden, wenn die Endreqe- lung die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Deutsche lands nicht übersteigt, d. h., wenn sie Deutschland die Ersüllung seiner Verpflichtungen dauernd aus eigener Wirtschaftskraft und ohne Gefcchrdung der Lebenshaltung des deutschen Volkes ermöglicht.

* Der Vorsitz in der Ienkrumsfrakkion. Man schreibt uns aus Berlin: Die Zentrumsfraktion batte die Absicht, in ihrer Fraktionssitzung vom Mittwoch den endgültigen Vorstand zu wählen, nachdem die Fraktion ja bisher noch von dem frü­her amtierenden Vorstand mit Stegerwald, Per- , l'tius und Esser vermaltet wird. Alle Bemühungen, um Stegerwald zur Uebernahme des Vorsitzes zu bewegen, sind ober erfolglos geblieben. Steger- I maiö hat endgültig abgelehnt, nachdem er nach wie PPr Huf der Meinung beharrt, daß für ihn nur vie Uebernahme beider Führerämter, also des ^vrsitzes der Gesamtpartei, wie auch des Vorstan-

m der Fraktion, in Frage kommen könne öc£ Zentrumsfraktion hingegen ist man in maß« gevenden Kreisen der Auffassung, daß gerade unter I m-i^genwärtigen Verhältnissen der Beschluß des oreichsparteitags, diese beiden Aemter in der Füh- s»; " voneinander zu trennen, durchaus begründet I «„„„.„a außerdem die in der Oeffentlichkeit be- I

^Oebene Erklärung Stegerwolds über die I ,n Köln, die Ht der Führerfrage zu- ^^ P'angen, die Gesamtlage erschwerten, hielt für zweckmäßig, die Vorstandswahl I ä ■<tf5 3u vertagen, schon um des- npnwi'rtL?' /1''’’1 diese neue Wahl aus den ge- Stimmungen heraus ebenfalls als rJCf e^un9 Stegerwalds gedeutet werden I tonnte, wovor man sicher sei, wenngleich Steuer» J

Im Reichstag wurde am Mittwoch die zweite Beratung des Gesetzes über die weitere Ausdeh­nung der Unfallversicherung abgeschlossen. Bei den vielen Abstimmungen, die sich besonders um die zhisbehnung der Versicherung auf kaufmännische und Verwaltungsangestellte in versicherungspflich- ngen Betrieben drehten, gab es in verschiedenen Parteien Absplitterungen der Angestelltenvertreter von dem Gros der Fraktion. Keiner der vielen Aenderungsantröge sand aber die erforderliche Mehrheit und so wurde die ganze Vorlage im we­sentlichen nach den Ausichußbeschlüssen' nut un­wesentlichen, mehr redaktionellen Aenderungen an­genommen. Auch in der dritten Beratung, die Donnerstag folgen wird, ist mit der Annahme der Vorlage zu rechnen. Angenommen wurden auch die Ausschußentschließungen, in denen eine Er­höhung der Leistungen der Unfallversicherung und ihre Ausdehnung auf weitere Berufe für die * fünft angeregt wird.

: [ Russische MlitSrpoliM.

Folgen der französischen Anki-Sowjetsronk.

, Don W. Hoeppener-Flatow.

Die Agitation der Bolschewisten hat von je hex > mit dem Schlagwort: „Nie wieder Krieg! Nieder : I mit dem Militarismus! Tod dem Wehrgedanken!" 1 gearbeitet, und die heutigen Machihaber Sowjet- i I rußlonds verdanken ihre Erfolge nicht zum klein- i ften Teil diesen Sätzen, die von den hunge nden I und kriegsmüden Soldaten und Bauern mehr als I freudig aufgenommen wurden. Aber schon in den I ersten Jahren ihrer Herrschaft wichen die Sowjet« von ihrer pazifistischen Einstellung erheblich ab und richteten ihre Augenmerk immer mehr auf die Schaffung einer schlagkräftigen und starken Armee. : Zwar betrachtete man diese Armee nur als not- 1 I wendiges Hebel; zur Zeit der ersten — und tef- * tigsten! — Oppositionskämpfe aber erwies sich die 1 „Parteipolizei", die Tscheka, doch als nicht ausrei. chend, und so ging Trotzki daran, das Heer zu I entpolitisieren, eine straffe Disziplin einzuführen und die einzelnen Formationen auszubauen, wobei ♦er sehr zum Aerger seiner Gegner eine Reihe ehe­mals zaristischer Offiziere zur Mitarbeit heranzog. I Trotzdem Trotzki wirklich jede Eignung zum ziel- I ftrebigen Misitärdiktator abgiv" taucht» 'm K > ml zum ersten Male das Gespenst frS „Bonaparos- mus" auf, der, gestützt auf die Armee, ngebl ch den roten Muchthcbern Widerstano bieten und sie I letzten Endes von ihren so mühsam errungenen I Posten jagen sollte. Daß Trotzki in die Verban­nung gehen mußte, zeigt deutlich, wie groß diese Angst damals schon war; einen Riß in der Partei und das verständnislose Kopfschütteln des Aus» I landes sah man lieber als an der Spitze der roten I Armee einen Mann, dem die Trupve unbedingt I gehorchten. Man erkannte nach Trotzkis politischem I Ende aber auch, daß die Armee eine nicht zu unter- I schätzend innen- und außenpolitissche Waffe sei und widmete ihr seit Trotzkis Sturz erhöhte Auf­merksamkeit.

I Der Aufbau der russischen Armee ist bekannt. Durch die sehr umfangreichen Kriegsrüstungen rna- I tenelter und militärtechnischer Art erhielt nun die I rote Armee eine in den letzten Jahren immer mehr I steigende Bedeutung. Aber trotzdem wurden die I Rechte der Führer immer noch bis auf das Aeu- I ßerste beschnitten. Eine Absolute Kornmandoge- I walt gab es in Sowjetrußland bisher überhaupt nicht. Denn bei jedem Stabe befand sich ein Kom- I miffar. der argwöhnisch das Tun und Lassen der I Offiziere beobachtete und der von fernem Veto- I Recht sehr häufig Gebrauch machte Man hatte I m Moskau eine tödliche Angst davor, daß ein ehr» I geiziger militärischer Führer — ähnlich wie P-il- I fudski in Polen — sich aus dem Umwege über die j Armee zum Alleinbeherrscher aufschw'ngen könnte. I Diese Angst war der einzige Grund, weswegen I man sich davor scheute, einmal energisch an die I Reorganisation des Heeres heranzugehen. Lieber I verzichtete man auf jede außenpolitische Aktivität I und beschränkte sich darauf, die Nachbarstaaten dürft I Agitatoren „friedlich durchdringen" zu lassen.

I Solange die Gefahr eines Angriffs von außer I her nicht drohte, ließ sich dieses merkwürdige Sty | stem auch einigermaßen reibungslos durchführen I Als aber die immer wachen polnischen Expaw I fionsgelüste ganz offen die Ukraine für Polen in I Anspruch nahmen, fing man im Kreml doch an, I aufzuhorchen und sich der Armee als Machtmittel I ?u erinnern Und man mußte mit größter Sorge ftststellen, daß der bisherige Aufbau des Heeres eine wirksame Abwehr von Angriffen so gut wie unmöglich machte.

Die letzten Meldungen aus Rußland lassen ganz klar erkennen, daß man sich der aus dem polnisch­rumänisch-französischen Offensiv-Bündnis drohenden ! Gefahren vollauf bewußt ist. Und das Erkennen dieser Gefahr hat die leitenden Sowjets zu einem ihrer folgenschwersten Entschlüsse veranlaßt: zu der Reorganisation des Heeres und zu der Ausstattung der militärischen Führer mit unumschränkter Kom­mandogewalt. Es wird den roten Machthabern im Kreml gewiß nicht leicht geworden sein, dem Mili­tär weite Gebiete des öffentlichen Lebens einzu» räumen; die Befürchtungen, daß das Heer anti- bolschewistische Tendenzen annehmen könnte, sind heute sicherlich noch längst nicht geschwunden. Die Berbältnisse aber sind stärker geworden als die Parteigrundsätze, man bat ihnen Rechnung trauen müssen, indem man Beschlüsse faßte, die der russi. scheu Verfassung tatsächlich einen fast rein militätt. ichen Anstrich geben und eine völlige Abkehr von den bisherigen bolschewistischen Methoden bedeuten.

Sie wichtigste Regierungsverordnung der letz­ten Zeit ist die Uebertragung weitgehender Beftm- ntfie und Vollmachten auf ben Kriegskommis, [ar, der daurch zum unumschränkten Befehlshaber der roten Armee wird. Im einzelnen bat Oer Krieaskommissar nunmehr ft-v—

... aktive' Vestand der roten Armee ist ob- hängig von den Entscheidungen des Kriegskommis, sars, der eine Erhöhung des Sollbestandes jederzeit vornehmen kann.

aus. *

Es schadet nichts, wenn die Franzosen schimp­fen: sie müssen die Wahrheit hören.

Der Sachverständigen - Russchuh.

Der Entwurf zur Antwortnote in der Reparations- frage.

Der Amtliche Britische Funkdienst meldet: Nach Beendigung des Gedankenaustausches zwi­schen den interessierten Regierungen ist der Ent­wurf einer Antwort auf die deutsche Note vom o0. Oktober, die die Einsetzung eines Sachverst'in- digenausschusses zum Studium der Reparations- ftage zum Gegenstand hatte, fertigstem worden. Die britische Regierung hat die französische Regie­rung wissen lassen, daß sie mit der Formulierung Mer Antwort unter der Voraussetzung einoer. 'landen ist daß auch die anderen beteiligten Regie­rungen zustimmen. d

Aus Lugano.

. ?k.A.Eichster Dr. Strefcmann und der französische Minister des Aeußeren Briand sind zu einer zweiten Besprechung zusammengekommen. Die Besprechung dauerte anderthalb Stunden und verlief wieder in sehr freundschaftlicher Form. Die Besprechungen werden fortgesetzt. Die Zusammen- . ft galt einer allgemeinen Erörterung der deutsch- französischen Politik und ihrer Weiterentwicklung. Unmittelbar nach feiner Unterredung mit Dr. Strete« mann stattete Briand dem englischen Außenminister noch einen Besuch ab, der etwa eine Viertelstunde dauerte. 1

Der Verein Berliner Presse veranstal­tete seinen diesjährigen Empfang zu Ehren der Reichsregierung und der preußischen Staat5r-,gin= rung. Als Gäste der Berliner Presse vereinigten sich bei dem Bankett mit den Mitgliedern des Reichs- und des preußischen Kabinetts, den aus­ländischen Diplomaten und Vertretern des Reichs­tages, den Führern der politischen Parteien, her­vorragende Vertreter der Kunst und der Wissen­schaft, der Industrie, der Finanz und des Handels.

Bei dem Empfang, der alle Träger erster Na­men vereinigte, hielt Reichskanzler Müller eine längere Rede. Er gedachte zunächst der feit dem letzten vor 13 Monaten veranstalteten großen Ban­kett des Verbandes Berliner Presse aufgrund der Wahlen vom 20. Mai eingetretenen Veränderun-

die Regierung bei der Gewerbe- und Grundsteuer tergeschlagen habe, seien viel zu hoch und müßten ^ herabgesetzt werden, daß sie keinen Anreiz mehr ihn1,.aIä Normalsteuersätze angesehen zu werden, f r °edingt sei die Aufhebung der Steuer« Hobelt der Betriebe der öffentlichen S)mtüLiu verlangen. Der Redner schloß mit einem belaftun«*!1^ außerordentliche Höhe her Steuer«

S« Wirtschaft.

die Entwi^a"^chuß behandelte Geheimrat Käst! ter Genfer s der Reparationsfrage seit und die Vortereiu^ tiDm 18‘ September 1928 ftänbiaenautadit^1^6" $u einem neuen Sadjber« eS ber beunk begründete die positive Ein- rollung der Reva?^ ^ndustne zu der Wiederauf­einzelnen den Verlach"und^die" V m

Miste “Ä**» Ä & d« d-uffchm MB

_ . ^,’tage her E r- portförderung und bekannte sich einstimmig zu der Auffassung, daß für Deutschland eine ab titie und intensive Exporfförderungspvlitik eh>» dringliche Notwmdigkeit sei.

Der Vorstand nahm zunächst einen Bericht be? geschäftsführenten Präsidialmirgliebes, Geheimrat Kastl, über bie bisherige Entwicklung des Eisen- konfliktes entgegen. Dann referierte Geheim­rat Dr. Bücher über die Ausbildung der Ge­werbelehrer. lieber aktuelle Steuerfragen sprach Direktor Dr. Haußmann, Vorsitzender des Steuerausschusses des Reichsverbantes der deut­schen Industrie, der zunächst die Vorschläge zur D e ck u n g des auf etwa 500 Millionen Reichsmark bezifferten Defizit es des Reichsetats 1929 be­handelte. Die Steuermeßbeträge, fuhr er fort, die

Es folgte bann die erste Beratung eines Ge­setzes, durch das der Zoll für Verbrauchs- z u ck e r von 15 auf 25 Mark je Doppelzenter er­höht werten soll unter der Voraussetzung, daß der an der Magdeburger Börse amtlich notierte Zuk- kerpreis nicht 21 Mark für 50 Kilogramm über- steigt. Hierzu sprachen nur zwei Redner. Die Sozialdemokratin Frau Sender kündigte für die Aussftnißberatung Anträge auf Ermäßigung des Zuckerhöchstpreises und auf Sicherheitsmaßnahmen gegen eine Umgehung dieses Höchstpreises an und erklärte sich für den Fall einer Erfüllung der sozial- temokratischen Wünsche mit der Vorlage einver- standen. Das gab dem kommunistischen Abgeord- I veten Hoernle Veranlassung, den Sozialdemokraten eie Verleugnung ihrer Parteiprinffpien im Sinne bes Konsumentenschutzes vorzuwerfen. — Die Vor- I läge geht an ben Handelspolitischen Ausschuß. I Schließlich wurden noch ohne Debatte verfehle- bene Anträge auf Hilfsmaßnahmen für die Sturm- geschädigten, beschleunigte Auszahlung ter ört­lichen sonderzuschläge an die Beamten und auf Weihnachtsbeihilfen für Erwerbs- I o f e, Sozial- und Kleinrentner, den zuständigen Ausschüssen überwiesen.

Die Donnerstagssitzung beginnt um 15 Uhr. Aus ihrer Tagesordnung stehen Anträge und kleinere Vorlagen.

»

m V. D. Z. Berkin, 13. Dez. (Eig. Funkm.). Die Reichstagsftaktion der deutschen Volkspartei hat I beantragt, für ben Kleinwohnungsbau wettere Mittel als Zwischenkrebite mit niedrigem Zch^fuß, die nicht unter 5 Jahren zurückzuzahlen Mb, zur Verfügung zu stellen.

Deutscher Schritt in Reval.

. Der deutsche Gesandte in Reval, Schroetter, hat, wie die „Voss. Ztg." meldet, im Auftrage bes Aus- I »artigen Amts der estländischen Regierung mit- I geteilt, daß der Reichstag ben vor einigen Tagen I abgeschlossenen teutsch-estländischen Handelsvertrag j nicht ratifizieren könne, wenn nicht zuvor die I Frage der Entschädigung der in Estland enteigne- I t«n, heute reichsdeutschen Grundbesitzer zufrieden- I stellen erledigt sei.

Die „Voss. Ztg." tritt ter Auffassung entgegen I tes ob durch die Verknüpfung der beiten Fragen ungerechtfertigten Ansprüchen baltischer Daröne Vorschub geleistet werden sollte. Das Blatt betont daß, nachdem eine auch für die estländische Staats. I fasse annehmbare Grundlage in ter Cntlchädi- I gungsfrage gefunden wurde, die ganze Angeleaen- heit zu eine; Rechtsfrage geworden ist £ ^.ß-ste.da bie m Frage stehenden Besitzer niemals Estländer waren und heute Reichsdeutsche sind rm Interesse der teutsch-estnischen Beziehungen aus der Welt geschafft werten wird. 7 tien 0U5 1

fangen der Sechs darauf hingewiesen, dM auch keine Sorge um die besetzten Gebiete un^oeran- laßt, diese Forderung zu erheben. Die Bevölke­rung ter besetzten Gebiete will ausharren, wenn das notwendig fein sollte. Nicht aus Grün­den der inneren Politik, sondern aus denen der äußeren Politik fordern wir die Räumung, weil sie zur Befriedung Europas einfach notwen­dig ist. Die Grenzen im Westen sind durch die Locarnoverträge garantiert. Auch daraus muß als Konsequenz gezogen werden, daß endlich Rhein und Saar befreit werden.

Echo in Paris.

gen in der Zusammensetzung bes Reichstages und des Kabinetts und erklärte im Hinblick auf die in Deutschland bestehenden sieben bis neun Parteien:

Der Zugang der Jugend hat in der Nachkriegs­zeit zur Vereinfachung des deutschen Parteiensn- ftems noch nicht beigetragen. Vielleicht liegt bas mit daran, daß wir in Deutschland immer noch nicht unsere volle Freiheit wieder haben. Gemäß dem Vertrag von Bersailles haben wir zehn Jahre nach dem Kriege immer noch fremde Trap- ven im Lande und sind immer noch nicht im Besitz der vollen Souveränität. Der Reickskanz- j ler gedachte in diesem Zusammenhang des von j schwerer Krankheit genesenen Reichsaußenmini- I fters, der sich in Lugano dafür einsetze, naß i Deutschland vonfremderBesatzungfreii . .. , --------

werde und sagte hierzu: Das ist ihm nicht nur ] närungen des Reichskanzlers sind nicht anderes Deutschlands Ziel, sondern Z i e l ö e r i n t e r n a = ~ “'' " “

tionalen Politik. Für bie Pefriebung Eu­ropas hat er in ben letzten fünf Jahren feine ganze Arbeitskraft eingesetzt. Es wird Zeit, daß diese Arbeit bessere Früchte trägt.

Der Reichskanzler stellte hierauf eine Reihe au­ßenpolitischer Thesen auf, die Gemeingut des deut­schen Volkes seien und führte hierzu aus: Die Welt muß wissen, daß, Io uneinig bas deutsche Volk sonst in seinen politischen Auffassungen ist es einig ist in dem einen Punkt: der Forderung der Räumung der besetzten Gebiete. Der Ausgangspunkt für diese Forderung ist und bleibt der Rechtsstcindpunkt. Für diejeni­gen, die, wie ich, den Beitritt zum Völkerbund feit Jahren gefordert hatten, weil sie von der Noiwen- digkeit der Durchsetzuna ter Völkerdundsibee über­zeugt waren, war es selbstverständlich, daß Deutsch­land 'm Völkerbund als gleichberechtigt anerkannt wurde. Mit der Idee der Gleichberechtigung ver­trägt sich aber die Fortdauer der Besetzima' nicht. Die Besetzung, die nach dem Versailler V-rrroq zeitlich begrenzt ist, ist kein Sicherh-its- pakt. Außerdem ist die Entwaffnung Deutsch­lands anerkannt. Die Besetzung ist auch kein Lei­stungspfand. Nach dem Versailler Vertrag wird bie Zeit im Jahre 1935 auch für bie dritte Zone enden. Im übrigen hat der Dawesplan bisher funktioniert. Der Reparationsagent bestätigt das von Bericht zu Bericht öffentlich. Was fehlt, ist die E n d l ö f n n g. Die darf nur gefunden wer­den, nachdem die Leistungsfähigkeit Deutschlands ernstlich und genau nachgeprüft ist.

Reichskanzler Müller wies den Vorwurf zu­rück, daß der Reichsaußenminister seine letzte Reichstagsrede über bie außenpolitischen Fragen aus Gründen ter inneren Politik gehalten habe und erklärte: Da das deutsche Volk in der For­derung der alsbaldigen Räumung einig ist 'sind Rücksichten auf die innere Politik ii i d; f rt o trn e n= d i g, und ich habe bereits in Genf in ben Verhand-

malb, wie bereits erwähnt, die Uebernahme des ihm angebotenen Vorsitzes in der Fraktion end­gültig abgelehnt hat. Die endgültige Wahl des Fraktionsvorfitzenden und des ganzen Fraktions- vorstandes wird erst im Januar vorgenommen werden.

* Staatsminister a. D. Dr. Sollet gestorben. Aus Stettin wird gemeldet: Der ehemalige Staats« Minister Ernst v. Köller (Eantreck), Ehrenbürger der Stadt Eammin. der feit 1908 seinen Ruhesitz in Eammin hatte, ist im Alter von 87 Jahren bei einem Besuch in Stettin unerwartet gestorben.

Um das Konftorbat.

Wird es am Widerstand der Deutschnationalen scheitern?

Aus Kreisen, die der Päpstlichen Nuntiatur in Berlin nahestehen, hört die „D.A. Z.", man te« trachte das preußische Konkordat als einstwei­len gescheitert. Begründet wird diese Auf­fassung mft dem Hinweis auf die Haltung der Deutschnatronalen, die sich für gleichzeitigen Ver­tragsabschluß mit der evangelischen Kirche ausge­sprochen haben und auf die Iiotwendigke.it, die bisherigen Abmachungen über das Konkordat ohne Aenderung zur Annahme zu bringen. Man hält die Möglichkeit, tm Landtage eine Mehrheit für das bisherige Konkordat zu finden, anscheinend nicht mehr für gegeben.

In preußischen Zentrums kreisen ist man nach dem Blatt nicht ganz so pessimistischer Auf­fassung. Es hat den Anschein, als ob noch nicht alle parlamentarffchen Möglichkeiten ausgeschöpft seien. Es sei anzunehmen, daß in Besprechungen des preußischen Kabinetts, die in ben nächsten Tagen ftattfinben sollen, die Lage einigermaßen geklart wftte________________

Hus dem Reichstage.