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Anzeiger für die Stadt Fulda und den Landkreis Fulda. Amtliches Kreisblatt.

Nr. 288.

Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen: „Die Welt im Bild" und „Buchenblätter". Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernsprecher Nr. 9. Monatl. 1.80 einschl. Postgeb. (30 bezw. 48 Pf.), ohne Zustella.

Donnerstag, 13. Dezember 1928.

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5S.Zahrg.

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)e abenteuerliche Züge Euro- iet — und rasch wieder aus

und nur päer in

r. . Parteitag in Magdeburg. Der von dem Vor- »Ä. i)er Sozialdemokratischen Partei für das nächste Frühjahr in Aussicht gestellte Parteitag Mrd laut „Vorwärts" am 10 März in Magde­burg eröffnet. Der Parteitag wird sich vor allem mü dem Wehrproblem befassen.

. *^fr“JUng im Essener Hirtsieser-Prozeß. In dem Peleidigungsprozeß, den der preußische Wohl- fahrtsmmlster chirtsiefer und der Landtagsabgeord-

Kloft aus Essen im Zusammenhang mit dem Zwischenfall auf dem Bahnhof Essen gegen die „Rheinisch-Westfälische Zeitung^ angestrengt har­ten, ist von beiden Parteien und dem Staatsanwalt Berufung eingelegt worden. Klä- ,er und Staatsanwalt hielten die erkannte Strafe son einem Monat Gefängnis nicht für ausreichend. Die „Rheinisch-Westfälische Zeitung" hat gegen da- Urteil ebenfalls Berufung eingelegt.

Abkommen uni

Rußland und Weltpolitik.

Im Zentral-Exekutivkomitee der Sowjetunion führte Volkskommissar Litwinow über die inter­nationale Lage u. a. aus: Die Locarno-Abmachun­gen krönten die Politik der Siegermächte in der ersten Nachkriegsperiode und engten die politische Handlungsfreiheit Deutschlands erheblich ein. Es leben die diplomatischen Intrigen nach dem Vor­kriegsmuster wieder auf. Das markanteste Bei­spiel derartiger diplomatischer Tätigkeit sind das

. Pas Befinden des Königs von England Der ffr'n3 von Wales ist ’n London eingetroffen. Er r dem König einen kurzen Besuch ab Seit ^.letzten ärztlichen Bulletin ist im Bünden des Königs eine leichte Wendung zur Besse- rung echgetreten.

ct«-,. Gründung einer katholischen Partei im Elsaß. rts wird gemeldet: Havas berichtet aus dort eine Sitzung des provisori- Fusses zur Gründung der neuen katho- Partei stattgefunden hat, die von dem aus „ r ^°"ischen Volksvereinigung ausgetrete-

neP Weydmann vorbereitet wird. Ne

^'dgu tme Gründung der neuen Partei und die Ve'v fentlichung ihres Aufrufs sollen demnächst er­folgen.

ihm heraus — führten. Als dann, vor rund hun­dert Jahren, Südamerika sich vom spanischen Mut­terlands emanzipierte und seine Teile die staat­lichen Formen annahmen, unter denen Südamersia im großen und ganzen noch heute erscheint, holte man jene Unterlassung nicht nach und es blieb da­bei, bis im Jahre 1907 das sogenannte Soler-Pi­nilla-Protokoll eine Linie im Gran Chaco festlegte, über die bis zur endgültigen, in den Einzelheiten präzisierten Grenzziehung keiner der beiden Staa­ten hinausgehen sollte.

Das Wirken nordamerikanischen Kapitals und die Unternehmungslust ehrgeiziger bolivianischer Generäle zog dann aber doch die Urwaldgebiete des südöstlichen Bolivien in ihren Bannkreis und tatsächlich entdeckte man dort Petroleumlager, die nun sofort den Urwald als höchst begehrenswert er­scheinen ließen. Bolivien rückte seine Grenzposten im Urwald so weit vor, wie nötig schien, um die petroleumhaltigen Gebiete sich zu sichern, ein Vor­gehen, das von Paraguay berechtigterweise als Vertragsverletzung angesehen wurde, und gegen

aus den Parlamenten.

Reichstag.

Im Reichstag standen am Dienstag ver­schiedene internationale Verträge zur ersten Bera­tung, die ohne Debatte an die Ausschüsse verwie­sen wurden. Zur Beratung des Genfer Proto­kolls über das Giftgasverbot hatte sich jedoch der Kommunist Stöcker zum Wort gemeldet. Bald wurde der Zweck der Wortmeldung ersichtlich: Die Kommunisten hatten eine „Bomben"-Ueberraschung für den Reichstag. Sie setzten mit Gepolter eine große Granate auf den Tisch des Hauses, angeb­lich eine in der Schichau-Werft erzeugte Giftgra­nate. Der nationalsozialistische Abg. Ritter v. Epp wurde von den Kommunisten mit dem Ruf „Arbei­termörder" empfangen, stimmte aber sachlich dem kommunistischen Redner in der skeptischen Beurtei­lung eines internationalen Gaskriegverbotes zu. Das Protokoll ging an den Ausschuß. Ohne De­batte wurden das Gesetz zur Entlastung des Reichs­gerichts und das Gesetz über die Hypotheken in ausländischer Währung dem Rechtsausschuß, die Vorlage zur Verlängerung des Gesetzes über den Ver­kehr mit unedlen Metallen dem volkswirtschaftli­chen Ausschuß überwiesen. Ein Nachtrag zum Ge­setz über den Uebergang der Wasserstraßen au das Reich wurde in allen drei Lesungen angenom­men.

Zu einer längeren Aussprache kam es bei der zweiten Beratung der Novelle zum Unfallversiche­rungsgesetz, die die Versicherungspflicht auf eine ganze Reihe anderer Betriebe ausdehnt. Die Red­ner der Deutschnationalen und der Wirtschaftspar- tei wandten sich gegen die Vorlage, während die Vertreter der Sozialdemokraten und der Deutschen Volkspartei sie als einen sozialpolitischen Fortschritt begrüßten. Am Mittuwch, 3 Uhr, soll die Bera­tung fortgesetzt werden.^

VDZ. Berli«, 12. Dezember. (Eig. Funkm.) Dem Reichstage ist wieder eine Uebersicht über den Stand der Erhebung und Beitreibung der Besitz- und Verkehrssteuern sowie der Zölle und Verbrauchsabgaben zugegangen, und zwar nach dem Stande vom 1. Oktober 1928. An Besitz- und Verkehrssteuern sind in den Monaten Juli, August, September insgesamt 1191480 000 Mark eingegangen. Im vorausgegangenen Vierteljahr

Bürgerschaft durch Minister von Guerard verlesen worden. Man war sich darüber einig, daß nach Inhalt und Wortlaut die nötigen Rücksichten ge­nommen waren und daß somit eine Veranlassung m dem Einschreiten der Besatzungsbehörden nicht gegeben war.

VDZ. Berlin, 12. Dez. (Eig. Funkm.). Im Reichstage hielten heute vormittag fast alle be­stehenden Ausschüsse Sitzungen ab. Von den Frak- tlonen berieten vor Beginn der Plenarverhandlun­gen nur die Deutschnationalen, die Deutsche Dolks- partei, die Demokraten und die Wirtschaftspa riet. Das Zentrum, das feinen Fraktionsvor- 'ätzenden neu wählen will, hält seine Sitzung erst heute abend ab. Die Vollsitzung des Reichs­tages beginnt um 3 Uhr. Zunächst sollen die Einzelberatungen und die Abstimmungen über die Erweiterung der Unfallversicherung vorgenommen wEn. Dann folgt die Beratung der Zuckerzoll- erhohung. Unter den Ausschußsitzungen findet das meiste Interesse die des Auswärtigen Ausschusses, tie^sich mit zahlreichen Auslandsverträgen beschäf-

Preußischer Landtag.

, ,, Landtag stimmte am Dienstag ohne De- batte mit großer Mehrheit einem deutschnationa­len An-rag zu der darauf hinweist, daß vor zehn m-l6? Gebiets durch Truppen fremder

Machte besetzt und preußische Land an der Saar der Staatshoheit entzogen wurde

Im ubngen verabschiedete das Haus endgültig ^Prere Heine Vorlagen, darunter das Gesetz, das 150 Millionen für die werteschaffende Arbeitslosen- fürforge neu bewilligt. Ferner wurde die Aus­sprache über Ben Flaggenantrag der Regierungs­parteien zu Ende geführt, der die Gesetzbasis für Flaggenanweuungen der Regierung an die Kom­munen schaffen will. Die Abstimmungen hierüber finden später statt.

VDZ. Berlin, 12. Dez. (Eig. Funkm.). Der preußische Landtag begann t)2ute nad) Erledigung kleiner Vorlagen die erste Beratung des Etats für 1 929, die mit einer Rede des Fi­nanzministers Dr. Hovker-Aschoff eingeleitet wurde. Er verwies zunächst auf feine Ausführun­gen im Hauptausschuß, in dem er mit aller Offen- bnt die sehr gespannte °n31q ge bes preußi- Wen Staates dargelegt habe. @r b/$be damals *on erklärt, daß die Ueberschusie aus dem Jahre 1924 restlos aufgebranchl feien.

protestierte. Noch im ver- kW-es zu einem ähnlichen Zwi- fchenfau, der allerdings durch eine Dermittlungs- aktion Argentiniens vorläufig beigelegt wurde. Den

Krieg im Urwald.

Der bolivianisch'paraguanische konflikl.

Die Schüsse, die jetzt in den Urwäldern des Gran Chaco am Oberlauf des Paraguay-Stromes er­tönen, lösen eine jahrzehntelange Spannung. Sie Dorgeschite dieses Konfliktes geht um zwei­hundert Jahre zurück, als der südamerikanische Kon­tinent noch von spanischen Vizekönigen verwaltet wurde. Damals gehörten die Gebiete des jetzigen Bolivien und Paraguay zum Verwaltungsbezirk des spanischen Vizekönigs von Peru. Im Jahre 1776 wurde das Gebiet des jetzigen Paraguay dem neuen Vizekönigreich Buenos Aires, aus dem spä­ter Argentinien hervorging, angegliedert und da­mals versäumte man es, durch die unergründlichen Urwälder des Gran Chaco am Oberlauf des Para­guay-Stromes eine klare und eindeutige Grenz- linie zu legen. Dieses riesige Urwaldgebiet, be­völkert von Indianern, gegen deren Geschicklichkeit in der Handhabung tödlicher Giftpfeile es keinen Schutz gab, schienen in ihrer Undurchdringlichkeit wertlos, zumal die Besiedlung des Kontinents ja jn erster Linie von den Küsten aus vor sich ging

englisch-japanischen Verhandlungen. Die Teilneh­mer an dieser Abmachung und an diesen Verhand­lungen behaupten offiziell, daß diese von nur be­schränkter Bedeutung feiert. Es genügt jedoch, nur in der englischen Presse nachzulesen, um zu der Ueberzeugung zu gelangen,-daß wir es mit sehr bedeutsamen und bedrohlichen Erscheinungen zu tun haben.

Die Sowjetregierung muß die Teilnahme der unmittelbaren Nachbarn der Sowjetunion an in­ternationalen Kombinationen und Gruppierungen sowie alles, was ihre Interessen unmittelbar be­rühren könnte, besonders wachsam verfolgen. In dem Bestreben, zur Wahrung des Weltfriedens nach Kräften beizutragen, hält es die Sowjetunion deshalb für ihre Pflicht, internationale Intrigen, denen Elemente des Krieges inne wohnen, aufzu­decken. Daneben weist die Sowjetregierung einen konkreten Weg zur größtmöglichen Sicherung des Weltfriedens. Als einen solchen Weg betrachtet die Sowjetregierung nach wie vor die sofortige volle und allgemeine Abrüstung ober wenigstens die größtmögliche Herabsetzung der Rüstungen als erste Etappe zur vollen Abrüstung.

Den größten Dienst hat die Sowjetregierung bem Frieden schon burch bie Tatsache erwiesen, baß dank ihrer Initiative bas Problem einer all­gemeinen vollstänbigen Abrüstung zum ersten Male offiziell angeschnitten wurde.

Das Zentralexekutivkomitee nahm im Anschluß an den Bericht Litwinoffs einstimmig eine Ent- schließung an, in der die Politik der Sowjet­regierung, die auf Herstellung und Festigung friedlicher Beziehungen zwischen der Sowjetunion und allen Staaten der Welt gerichtet sei, voll ge­billigt wird. Das Exekutivkomitee stellt fest, daß die Konsequenz friedlicher Politik der Sowjetre-

Aussprache zu Dreien

Das „B. T." meldet aus Lugano: Nach den Be­sprechungen, die Briand und Chamberlain nnt tone, sc mann gehabt haben, Mrd nunmehr eine Aus­sprache zu dreien ins Auge gefaßt. Da man im­merhin mit der Möglichkeit rechnen zu müssen glaubt, daß Chamberlain mit Rücksicht auf das Be­finden des Königs Georg unter Umständen Lugano früher als beabsichtigt verlassen muß, wird diese Besprechung zu drei möglicherweise schon tm Laufe des Mittwoch stattfinden.

*

Auf der Tagesordnung der Sitzung des Dölker- bundsrates stehen folgende Punkte: 1. der gegen­wärtige Stand der p o l n i f ch - l i t a u i s ch en B e- Ziehungen, 2 die Verlängerung der Mandate der fünf Mitglieder der Saarregierungs- kommission für ein weiteres Jahr, d. h. bis Ende März 1930 und 3. der Antrag der Regie­rungskommission zur Aufnahme einer Anleihe des Saargebiets. Während die Erledigung der beiden Saarfragen keine längere Aussprache trfordern wird, ,rechnet man damit, daß der pol­nisch-litauische Streitfall wieder den Gegenstand Äner längeren öffentlichen Debatte vor dem Rat bilden wird. Der Bericht des spanischen Rats­mitgliedes Quinenes de Leon wird, wie verlautet, in Bezug, auf die im Sept, des Jahres aufgewor­fene Frage der Beeinträchtigung von Interessen dritter Staaten auf Artikel 23 aufgebaut sein, in dem sich die Dölkerbundsstaaten zur Aufrechterhal­tung der Freiheit des Verkehrs und des Durcy- gangsverkehrs und zur gleichberechtigten Behand­lung des Handels aller Völkerbundsstaaten ver­pflichten. Die Frage der Saaranleihe wird der Völkerbundsrat nach dem üblichen Verfahren zu­nächst zur näheren Prüfung an das Finanzkomitee überweisen.

Ueber das Ergebnis der Unterredungen S trese- mann-Briand und Stresemann-Cham- b er Iain berichtet der AuhenpoMker des Malin aus Lugano, Chamberlain und Briand hätten die gleichen Ansichten über die Rechtsauffassung hin­sichtlich der Räumung des Rheinlandes. Wenn sie mit gleicher Entschlossenheit annähmen, daß Deutschland die Räumung nicht als etwas ihm Geschuldetes fordern dürfe, so seien sie doch der Ansicht, daß es opportun und politisch wäre, die Räumung zu bewilligen, sobald man bei den batten über die Räumung zu einer Gesamtregelung gekommen sein werde. Stresemmm sei von seinen beiden Kollegen über diese Auffassung unterrichtet worden.

Der Sonderkorrespondent des Excelsior meldet, zweifelsohne werde die zweite Besatzungszon« schon im März kommenden Jahres geräumt werden, sobald die Finanzarbesien der Sachverständigenkom­mission sich klar abzeichneten. Die Räumung der dritten Zone jedoch hänge von der endgültigen Regelung des Reparationsproblems und von der Einsetzung der ost genannten Feststellungskommis- Tlon ab.

Hoesch der poincare.

Aus Paris wird gemeldet: Ministerpräsident Poincare hatte Botschafter von Hoesch um einen Besuch gebeten, um nnt ihm bie Besprechung über die Einsetzung des Sachverständigen­ausschusses für die Reparationsfrage fortzusetzen. In der Unterredung, &ie daraufhin stattfand, und die eine Stunde dauerte, wurden die noch ausstehenden Fragen einer eingehenden Prüfung unterzogen. Diese Unterredungen wer­den fortgesetzt werden.

Dieses Kommunique beweist, daß die Meldung des „Temps" über eme bereits erfolgte ober un­mittelbar bevorstehenbe Einigung minbe- ften als verfrüht bezeichnet werden muß.

Bus dem besetzten Gebiet.

Das Kundgebungsverbot in Ludwigshafen.

Die Besatzungsbehörde hat die Kundgebung her Ludwigshafener Bürgerschaft aus Anlatz d-r zehnjährigen Besetzungsdauer verboten Der Minister für die besetzten Gebiete hat bei der Internationalen Rhemlandkommifsion sofort Vor­stellungen bagegen erhoben. Eine Antwort ftebt noch aus, die Angelegenheit wird aber pxm dem Reichsminister für die besetzten Gebiete nachorücklich werterverfolgt. Im Reichstagsausschuß für die be-

k. Hiervon sind mehr 300 Millionen ge- )et, runb 10 Millionen erlassen oder nieder­geschlagen. An Zöllen und Verbrauchsabgaben sind m den , Monaten Juli bis September 783030048 Mark eingegangen. Hier waren am 1. Oktober etwa 8050 Rückstände in Höhe von 113000000 Mk. vor­handen.

die Sowjetregierung, Friedens- und rii- I Vorschlag," die ganze Frage einem Washingtoner stungspolitik une fortzusetzen, gleichzeitig I Schiedsgericht zu unterbreiten, lehnt Paraguay ab,

jegliche Versuche, bie f hinjielen, den Frieden I roci[ Bolivien als Voraussetzung dafür die Zutei» zu verletzen und die Menschheit in ein neues Ge- I [unfl Hafens Puerto Pacheco (auch Bahia Ne- metzel hlneinzuzrehen. aufmerksam zu verfolgen I $ra genannt) forderte, eines unter den neu hervor- unö einen Emen Kampf für die Durchführung getretenen Gesichtspunkten immerhin sehr zu- dieser Versuche und für bie Fortsetzung ber fneb» I xunftsreichen Hafens am Paraguay-Strom, den lichen Zusammenarbe-. aller Volker zu fahren. I an Bolivien abzutreten Paraguay sich mit dem

* I Hinweis baruf weigerte, daß er nie zu Bolivien

Eine Unterbrechung der deutsch-russischen I gehört habe und von rein paraguanischer Bevöl- Wirtschastsverhandlungen während der Weih- I kerung bewohnt sei.

ÄSZn Ä^mieSr Die Tatsache, daß als Voraussetzung für die

n^rh^ imh I Ginroimgung in eine Vermittlungsaktion der

en<?xrÄ6nnnm nnh ™ mi^hpr I U.S.A. Bolivien so weitgehende Forderungen

t^rnrotni;nn-r stellte, kann zugleich als Symptom dafür gelten, r $3JL h;„ h I daß Bolivien glaubt, auf eine ihm sehr wohlwol-

’n Morfin fnrfoefettf ' I lende Entscheidung seitens Washington rechnen zu

werden die Verhandlungen in Berlin fortgesetzt. können. Diese Wahrscheinlichkeit ergibt sich denn ’ . | auch daraus, daß Bolivien seine Staatseinkünfte,

* Glückwünsche der Reichsregierung an Geheim- I seine Bank- und Eisenbahnaktien an bie U.S.A. rat Dr. Dove. Reichskanzler Müller hat namens j refp. an Vertreter des Wallstreet-Kapitals gegen der Reichsregierung, dem früheren freisinnigen Ab- I riesige Anleihen verpfändet hat. Ferner darf man geordneten, Geheimrat Dr. Dove zur Vollendung I in diesem Zusammenhang daran erinnern, daß die seines 75. Lebensjahres telegraphisch die besten I U.S.A. bereits einmal versucht haben, den lang- Glückwünsche übermittelt. I jährigen und komplizierten Tacna-Arica-Streit

* Zwei Monate Gefängnis wegen Deleidigimg I zwischen Chile und Peru dadurch zu schlichten, daß des preußischen Staatsministeriums. Der frühere I sie Bolivien ein Stück des strittigen Gebietes zu- pvliti'sche Schriftleiter Mer deutschnationa- I erkannten, auf die Weise die feindlichen Nachbarn len Zeitung, Friederichi, wurde ypn dem Schöffen- I Peru und Chile voneinander trennten und zugleich gericht Halle wegen Beleidigung der Mitglieder des I Bolivien den lang gewünschten — und ehemals be« preußischen StaatsminPeriums, denen er „verlogene I iessenen — Zugang zum Pazifik verschafften. Diese rote Wahlpropaganda, mangelnde Bildung, Futter- I Entscheidung würbe nicht akzeptiert; sie zeigt aber krippenwirtschaft usw." vorgeworfen hatte, ?u zwei I deutlich, daß die U.S.A. Bolivien nach Möglichkeit Monaten Gefängniß verurteilt. In einem weiteren I zu fördern suchen. Auch in dem gegenwärtigen Verfahren war Friederichi mit seinem Kollegen | Konflikt, der kaum auf Bolivien und Paraguay Doering wegen Beleidigung des preußischen Land- j beschränkt bleiben kann, werden die U.S.A. miu- wirffchaftsm'inisters angeklagt. Doering wurde m I bestens diplomatisch umsomehr auf Seiten Boli- zwei Monaten Gefängnis und Friederichi zu 300 I viens stehen, als Argentinien, die Vormacht im Mark Geldstrafe verurteilt, well beide Angeklagte I Kampf gegen den Panamerikanismus Washing- sich in beleidigenden formen darüber geäußert hat- I tonet Prägung, der gegebene Verfechter der Rechte ten, daß der LandwirtschaftsmMster eine Verord- I und Interessen Paraguays ist, dessen Außenhan» nung erlassen hatte, nach dec die Reichsflagge auf I ^ei jn erster Linie auf argentinische Umschlagsplätze dm Rennplätzen zu hissm sei. angewiesen ist.

.. , I Es ist nicht gesagt, daß gerade dieser neue Kon.

Der Elsenschleorspruch. I flikt — obwohl ernster als jeder bisherige — zu Reichsinnenminister Severmg hat, dem „Abend" ^m^^ungen zwischen den bei.

zufolge, an bie MetallarbeiterverbLude folgendes I , Staaten fuhren muß. Allein ine völlige Un- Schreiben aericbtet- tergelegenheit Paraguays im Ernstfall macht es UN.

(£■ mit den Nerb-etem her Ar- I wahrscheinlich, daß Paraguay die Gegenoffensive ge-

der Eisenindustrie illordwest habe ich für Don- im GranChao,die sie im ersten

verstau den 13 Dezember, vormittags 10 Uhr I Augenblick hatten auf geben müssen, inzwischen rote« im ÄÄ» der Regung in Düffel- der zuruckerobert haben. Allein der Konflikt ist dorf anberaumt" I em Symptom für die Labilität der politischen Si-

' I tuation in Südamerika und im Zusammenhang mit

_ „ .. I dem Tacna-Arica-Problem, sowie immer noch un-

Aufdeckung einer Verschwörung gegen Hoover. I geschlichteten Grenzstreitigkeiten zwischen Ecuador Aus Buenos Aires wird gemeldet: Die Polizei I einerseits, Columbien und Peru andererseits, wo tente mit, daß sie eine Derfchworung gegen Hoover gleichfalls bie U. S. A. seit Jahren vergeblich ju vufgedeckt habe, gab aber keine Einzelheiten be- I vermittelt versuchen, ein Zeichen dafür, wie sehr rannt, um unnötige Beunruhigung zu vermeiden, diese Situation von den U. S. A. abhängig ist. ,, ,.te bisherigen Untersuchungen wegen der Ver» I Man darf gespannt fein, ob Hoover, der auf seiner cyworung gegen Hoover tn Argentinien lassen ver- Südamerika-Reise ja gerade in der Nähe des muten, daß vor dem Aug Hoovers Bom- ! „Knegsschuplatzes" angekommen ist, Gelegenheit ?.An gelegt werden foriten. 15 000 Mann Garde I nehmen wird, sich zu den Problemen zu äußern, stno zu einem besonderen Sicherheitsdienst für Hoo- I Mit Sicherheit bars man annehmen, daß er nicht oer kommandiert. 1 versäumen wird, die Probleme eingehend zu stu-