Fuldaer Zeitung
s. Blatt.
Druck der Fuldaer AcNendruckerel, Fulda
M 282.
Donnerstag, ven 6. Dezember
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Rus dem Reichstag
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Hoovers Vropaganba-Fahrt in Südamerika
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So sprach Frau Ludendorff. Und reicher Bei- fall folgte ihren Worten!
Armes deutsches Volk, wie bist du krank, daß solche Torheit dir gefällt und die klare Wahrheit dir gefällt und die klare Wahrheit dir nicht zusagt! Nein — so wie in den Worten der Beiden sich die Ereignisse spiegelten, das ist nicht die Wahrheit. Das sind Träume! Fieberträume! Das sntt üble Ausgeburten der Phantasie! Wenn das Volk
„Vor dem Baron haben Sie aber pon diesen fürchtungen nichts verlauten lassen. Weshalb das? haben vielmehr den Anschein erweckt, als glaubten an die baldige Rückkehr des Detektivs. Warum?"
Erzeugnisse ausgetauscht. Cs handelt sich um gewisse Abänderungen, und zwar sind zur Liste B des Handelsabkommens im Protokoll, das den Gegen- stand der Vorlage bildet, Zollherabsetzung für Koffein und Berichtigungen bei Zinnoxyd und einem anderen chemischen Produkt, außerdem Zoll, erhöhungen bei Kollodium und teilweise bei Glas» flaschen mit eingeriebenem Stöpsel vorgesehen. Der Ausgleich für die erwähnten Zollerhöhungen zur Liste B ist in Veränderungen zur Liste E des Handelsabkommens insofern zu finden, als Frankreich uns bei Bannen, bei Lederschuhen und bei Riet- draht die handelspolitische Freiheit, die durch Abmachungen des Handelsabkommens beschränkt war, zurückgibt. Außerdem sind unter den Veränderungen zur Liste E Zugeständnisse für Gerbstoffauszüge, beschwerte Seidengewebe und baumwollene Möbelstoffe enthalten, die für die Gegenseite mit einem gewissen Ausgleich für die Liste A. und B französischerseits gegebenen tariflischen Aenderun- gen bieten sollten.
Im Laufe der Verhandlungen erschien es weiter zweckmäßig, auch einige Veränderungen ins Auge zu fasten, die in beiden Ländern der parlamentarischen Genehmigung bedürfen. Sie sind in dem Protokoll enthalten, zu dem mit dieser Vorlage die Zustimmung der gesetzgebenden Körperschaften erbeten wird. Außerdem sind eine Reihe von weiteren Aenderungen aus Zweckmäßigkeitsgründen durch Notenwechsel zwischen den Präsiden- ten der Delegation festgelegt.
Der Notenwechsel vom 29.—31. Oktober 1928 enthält die Erweiterung des Zugeständnisses für Palmblatthüte, die der französischen Delegation in Aussicht gestellt worden war.
Um das Ergebnis der Verhandlungen richtig zu würdigen, ist es notwendig, die beiden Protokolle und die Notenwechsel der Delegationsführer als Ganzes zu bewerten. Das Gesamtbild zeigt, daß beide Teile bestrebt gewesen sind, sich gegenseitig die Erleichterungen zu gewähren, die der Entwick-
Schirme schützen Gesundheit und Kleidung!
Im spräche schäft
wird er jedenfalls bald wieder auftauchen. Ich bin schon sehr neugierig, was er dann zu berichten haben wird."
„Wollen Sie mir versprechen, Herr Doktor, mit Ihrem Freund zu mir auf den Cichenhof zu kommen, so- bald der Verschollene wieder unter uns erscheint? Oder, wenn dies zu viel verlangt ist, mich zu verständigen. Ich möchte ihn wirklich gerne sprechen."
„Das kann ich Ihnen schon versprechen, Herr Baron. Nur ist es mir nicht möglich, länger als bis morgen in Schillerhorst zu bleiben. Dann muß ich unbedingt in die Stadt zurück. Die Sache hier ist ja sehr interessant, aber Sie werden begreifen . . "
„Natürlich. Geschäfte rufen Sie. Und^Sie erfahren ja dann, wie die Geschichte ausgegangen ist. Wenn Ihr Freund also zurückkommt . . ."
„Dann werden wir uns erlauben, bei Ihnen vor- zusprechen, Herr Baron."
„Gut, und wir wollen nun nicht mehr über die leidige Angelegenheit sprechen," fügte er, zum Bürger- meister gewendet, huldvoll hinzu. „Der Herr Doktor hat recht, irren ist menschlich, und eigentlich trifft den Detektiv die größre Schuld daran als Sie. Ich werde meinen Diener schon bereden, die Sache begraben sein zu lassen."
Der Bürgermeister war froh, daß alles so gut ablief. Er stand gern mit dem Baron auf gutem Fuß, und cr war Roger sehr dankbar, daß er ihn so glücklich herausgeholfen hatte. Der Abschied war sehr höflich, aber als das Auto des Barons abgefahren war, konnte sich der einfache Bürgermeister doch nicht enthalten, mit einiger Bosheit im Ton zu bemerken:
-,Die Herren vom Adel scheinen wirklich zu meinen, daß sich ihnen alles beugen muß. Kommt man einem Diener zu nahe, so ists' wahrhaftig, als hätte man sie persönlich beleidigt."
Roger, lächelte. Er verstand vollkommen, daß der Bürgermeister sich nicht in allzu gnädiger Stimmung befand, und das paßte ihm gerade. Es kam ihm für feine Pläne trefflich zustatten.
„Hm, ja," bemerkte er, „da haben Sie so unrecht nicht, Herr Bürgermeister. Und überdies bleibt immer die große Frage noch offen, ob der Mann, für den der
3um deutsch-französischen Handelsabkommen.
Dem Reichstag ist ein Protokoll und ein Notenwechsel zum deutsch-französischen Handelsabkommen zugegangen. In der Denkschrift darüber wird geltend gemacht, daß die umfangreichen Veränderungen, die die Liste B des deutsch-französischen Handelsabkommens vom 17. August 1927, die von Frankreich im Jahre 192.8 mit anderen Ländern geschlossenen Handelsverträge und schließlich die französische Zolltarifnovelle vom März 1928 für den französischen Zolltarif gebracht haben, es begreiflich erscheinen lassen, daß sich schon wenige Monate nach Inkrafttreten des deutsch-französischen Handelsabkommens die Notwendigkeit ergab, eine Reihe von Fragen der Auslegung und Anwendung dieses Vertrages mit Frankreich zu klären. Da ähnliche Wünsche auch auf der Gegenseite bestanden, wurden im April 1928 in Berlin Delegationsbespre-- chungen aufgenommen, die im Juni in Paris beendet worden sind. Bei Beginn dieser Verhandlungen ging man davon aus, nur solche Aenderungen und Klarstellungen vorzunehmen, denen beiderseits durch Regierungsverordnungen oder Verwaltungsanweisungen entsprochen werden konnte.
Das Hauptergebnis ist in einem Protokoll zusammengefaßt. Darin werden zwischen der deutschen mÄ> der französischen Regierung die Erklärungen bezüglich der Zollbehandlung bestimmter
. , nach fast siebenstündiger Dauer beendet. Vor Eintritt in die Tagesordnung hatte Dr. Bredt von der Wirtschaftspaktes einen Beschluß des Ael- testenrates bemängelt, der die Ausschußbesetzung
Präsident Hoover begibt sich an Bord der Kreuzers „Maryland".
Herbert Hoover, der neugewählte Präsident der Vereinigten Staaten von Nordamerika, hat sich in Los Angeles zu einer großen Südamerika-Reise eingeschifft. Da es nicht üblich ist, daß ein bereits im Amte befindlicher Präsident von Nordamerika Auslandsbesuche macht, will Hoover die Zeit bis zu seinem Amtsantritt, der im März 1929 erfolgt, benützen, mit den Staatsmännern der großen si damerikanifchen Republiken persönliche Fühlung zu nehmen.
„Aus dem einfachen Grunde, weil ich dem Baron nicht traue. Ist der Mann, den Rosch als den Mörder bezeichnet hat, schuldig, so ist der Baron mitschuldig."
„Das ist eine entsetzliche Annahme."
„Das gebe ich zu. Es ist eine Annahme, und nicht mehr. Aber ich traue dem Freiherrn nicht."
„Ich gebe gern zu," sagte der Bürgermeister, „der Baron fft mir im höchsten Grade unsympathisch. Aber
Baron sich gar so interessiert, auch tatsächlich unschuldig
„Ich meine, es ist noch keineswegs ausgeschlossen, daß der Detektiv recht hat."
„In diesem Falle wäre es umso unverantwortlicher von ihm, daß er nicht zurückkommt."
„Das heißt, wenn er kommen kann."
„Kommen kann? Sie sagen das in einem so eigentümlichen Ton, Herr Doktor? Was meinen Sie damit?"
„Ich will Ihnen offen sagen, was ich denke, Herr Bürgermeister. Ich kenne Herrn Rosch schon jahrelang. Allmählich sind wir gute Freunde geworden. Er ist ein Mann, der seinen Beruf sehr ernst auffaßt und der bereits glänzende Erfolge zu verzeichnen hat. Wenn er in Sie drang, den Mann zu verhaften, so haste er mehr als leere Vermutungen, die ihn dazu bewegten. lieb« rigens hat er mir gegenüber auch behauptet, das Rätsel gelöst zu haben. Und jetzt ist er plötzlich verschwunden. Wir wissen, es muß Menschen geben, die an seinem Verschwinden das größte Interesse haben müssen, sobald er dem Geheimnis auf den Grund gekommen ist. Glauben Sie, dieselben schreckten, wenn sie es für notwendig erachten, vor einem neuen Verbrechen zurück?"
„Sie nehmen also an, daß hier in unserem friedlichen Schillerhorst wieder ein Verbrechen verübt worden ist?" stammelte der Bürgermeister erschrocken.
Der Rechtsanwalt nickte.
„Ja", sagte er, „das fürchte ich. Ich vermute, daß der Detektiv, der so plötzlich vom Schauplatz verschwun- . den ist, nicht freiwillig fernbleibt, nachdem es wenigstens Ihnen gegenüber feine Pflicht ist, zurückzukehren."
der Dichter und Denker sich berauschen kann an sol- °>en krankhaften Gedankengängen, dann wird es noch Schlimmes erleben! Ist General Luden- dorff erst durch den Nervenschock des Kriegsverlustes so eigenartig geworden? Oder war er schon corper so? Man sah viele Versammlungsbesucher nachdenklich nach Hause gehen. Und das ist recht so! Denn daß Solches passieren kann, das ist eine ernste Sache!
Reichstag wurde am Dienstag die über die Notlage der Landwirt-
Ludendorff in Würzburg.
Angesichts der Tätigkeit der mit Ludendorff sympathisierenden radikalen Nationalisten ist folgender Bericht, den die „Fränkische Volkszeitung" über das Auftreten Ludendorffs und seiner Frau in Würzburg, in einer Versammlung des Tannenbergbundes, veröffentlicht, von Interesse.
Nach dem Bericht führte Ludendorff aus:
Drei Krankheitserreger wirken wie Spaltpilze in der Seele des deutschen Volkes. Das sind die Juden, die Freimaurer und die Jesuiten. Dieses sind die überstaatlichen Mächte, die zuerst den Krieg verursachten, dann verhinderten, daß er gewonnen wurde, dann die Revolution verschuldeten und zuletzt durch den Vertrag von Versailles Deutschlandvernichteten. Die Juden hatten durch den Betrug des Judenfreundes Melanchthon den d e u t f chen Protestantismus des Luther an das Judentum verraten und durch den heiligen
Bretter, Bohlen, Fußböden, Latten, Stollen und Bauhölzer sowie Industrie- und Schreiner-Hölzer stets vorrätig.
zu ungunften der Wirtschaftspartei geändert hatte Das Ergebnis der Debatte war ein Beschluß, wonach nun auch die früher vom Asltestenrat zugunsten der Wirtschaftspartei getroffene Regelung aufgehoben wird, und die bei den Fraktionen gastierenden kleinen Bauerngruppen überhaupt keine Vertretung in den Ausschüssen haben.
In der landwirtschaftlichen Debatte beklagten sich auch int Hinblick auf den vorhergefaßten Beschluß die Bauerngruppen über mangelndes Em- gegenkommen des Reichstages. Aber schließlich fft der Reichstag nicht dazu da, die Wünsche von 3-Männer Fraktionen zu erfüllen, sondern die Schwierigkeiten 'ber deutschen Wirtschaft zu beheben. Das Programm des Reichsernährungsmini- sters wurde von den Vertretern der meisten Parteien günstig beurteilt. Von rechts wurde aller- dings eine völlige Umgestaltung der Wirtschafts- und Handelsvertragspolitik im Sinne höherer Schutzzölle verlangt. Von sozialdemokratischer Seite wurden die Magen der Landwirtschaft als stark übertrieben bezeichnet.
Reichsernährungsminister Dietrich beantwortete die Interpellationen zugunsten des Weinbaues. Er wies darauf hin, daß die Finanzämter den frostgefchädigten Winzern bereits Steuererleichte, rungen gewährt hätten, und daß die Zinsen der Winzerkredite zunächst bis zum 31. Dez. gestundet seien. Die Regierung sei sich darüber einig, daß die bisherige Art der Winzerunterstützung schon aus finanziellen Gründen nicht fortgesetzt werden könne. Der bessere Weg sei der Zusammenschluß der Winzergenossenschaften zur Selbsthilfe. Für diesen Zweck würden die noch zur Verfügung stehenden 500 000 Mark verwendet werden.
Nach dem 2W*h'ü trr Debatte wurden die meisten Anträge den zuständigen Ausschüssen überwiesen.
Die nächste Sitzung findet am 11. Dezember 3 Uhr statt. Alls der Tagesordnung stehen die Anträge für ein Kleinrentnerversor- gungsgef etz.
ttonrmunalpolitffches.
= Die erste Etappe der südwestdeukschen Gasfernleitung. Am vergangenen Sonntag wurde die Gassern- leitung vom Frankfurter Gaswerk-Ost nach Offen- bach in das Malnbett versenkt. Nach dem künftigen Ausbau der Gasfernversorgung des Südwestens wird dieser 2. Dezember ein historisches Datum sein, sozusagen der Tag der Grundsteinlegung der Gasfernversorgung vom Gaswerk-Ost aus, das bekanntlich für die Versorgung des gesamten Südwestens bis an die Schweizer Grenze aus- reicht. Das nahtlose, umjutete und geteerte Stahlrohrpaar von je 300 Millimeter lichter Weite, da- in einer zwei Meter tiefen Rinne, unter Kies geborgen, im Bette des Mainstromes von Frankfurt nach Offenbach zieht, dient in erster Linie der Versorgung der Stadt Offenbach mit täglich etwa 50 000 Kbm. Gas, es ist aber gleich- zeitig auch der Ausgangspunkt der späteren Gassern-
Loyola auch die kaholische Kirche dem Judentum untertänig gemacht. Die Juden haben Frankreich, Rußland und England gegen Deutschland aufgeboten. Poineare ist Judenfreund, ebenso wie Mussolini. Die Juden und Freimaurer in Deutschland haben den Sozialismus und den Liberalismus geschaffen, welcher die deutsche Seele verdarb. Sie arbeiten gemeinsam am Tempel Salomons, das beißt an der Errichtung der jüdischen Weltberrschaft. Leider waren sogar deutsche Fürsten, wie Wilhelm I., Freimaurer Die Jesuiten haben im Bunde mit den Freimaurern und Juden immer gegen Deutschlands Größe gearbeitet. Der Papst wollte nicht den Sieg Deutschlands. Kardinal Faulhaber hat erst kürzlich den Kriegeroereinen verboten, mit den vaterländischen Verbänden zu gehen. Der Sozialismus ist ein Werk des Judentums, der Freimaurer und Jesuiten. Hermann Müller, der jetzige Reichskanzler, war kurz vor dem Kriege in Frankreich und hat erklärt, die Sozialisten würden die Kriegskredtte nicht bewilligen, darum liegen die Millionen Toten des Weltkrieges auf den Schultern der deutschen Sozialdemokratie. Als Ludendorff aus dem Hauptquartier ge- gangen war. ging schnell alles zugrunde. Der Freimau- rer Prinz Max von Baden, setzte den Kaiser ab, die Offiziere im Hauptquartier sagten den Gehorsam auf, der Jesuit Erzberger unterschrieb die Bedingungen des Waffenstillstandes. Alles was nachfolgte, der Dawesplan, der Ruhrkampf, die Inflation, war ein Werk des Judentums, der Freimaurer und der Jesuiten. Also und ähnlich sprach General Ludendorff fast anderthalb Stunden. dann schloß er.
Am liebsten wäre es mir gewesen, ich ginge sofort hinaus und weinte bitterlich!
Aber es kam noch FrauLudendorffund spann so den Faden weiter: 90 Prozent des Volkes sind Judengegner geworden, 80 Prozent Gegner der Nur der Jesuit steht noch fest! „
offnung des Iudentums. Aber das deutsche Wesen wird auch über ibn Herr werden. Die deutsche Rasse hat ihre eigenen Gesetze des Blutes. ' ihre eigene deutsche Religion. Sie braucht keine fremde! Man soll seine Kinder nicht in den bibl. Unterricht gehen lassen, wo sie die Geschickten von Abraham u. Jakob hören. Es ist nicht recht, wenn die Missionäre den Negern das Ehristentum bringen. Diese sinken dadurch tief Jedes Volk soll nur feine eigene alte (beibnitoe!) Religion haben. Das Kreuz war ein alter heidnischer Kultgegenstand und wurde erst nach 300 Jahren von den Christen übernommen. Der Feldherr Ludendorff habe die Chinesen, welche sich an ihn wandten, gewarnt vor der deutschen Kultur, weil sie sonst den Juden verfallen würden. Der letzte scklimme Plan der Juden sei, den Deutschen ihre Muttersprache zu nehmen und ihnen dafür die Freimaurersprache Esperanto auszudrckngen.
Der Berichterstatter schließt:
es ist noch weit bis dahin, daß man einen verdächtigt, die Hand bei einem heimtückischen Mord im Spiel gehabt zu haben."
„Gewiß. Ich möchte Ihnen den Gedanken auch gar nicht aufdrängen. Ich wollte nur ruhig erklären, daß ich dem Manne nicht traue. Und ich will versuchen, der Sache auf den Grund zu kommen. Dazu bedarf ich 'Ihres Beistandes, Herr Bürgermeister."
„Ja, aber . . ." sagte dieser zögernd.
„Es ist durchaus nicht meine Absicht, Sie zu Un klugheiten zu verleiten," fuhr Roger fort. ,Jw Gegenteil, das könnte meine Pläne nur gefährden. Und ich sehe ein, daß Sie nach dem Vorgefallenen doppelt vorsichtig sind. Eben deshalb müssen Sie mir helfen, den Schleier zu lüften, der noch immer über dem Geheimnis liegt."
„Wenn ich kann, helfe ich Ihnen gerne. Aber ich wüßte nicht, wie dies geschehen könnte. Was wollen Sie eigentlich unternehmen,"
„Vor allem muß ich in Erfahrung bringen, wo mein Freund ist."
„Haben Sie eine bestimmte Vermutung?"
Der Rechtsanwalt zuckte die Achseln.
„Nein," entgegnete er, „aber das eine weiß ich: es ist vor allem notwendig, den Eichenhof im Auge zu behalten."
„Soll ich ihn vielleicht von einem Gendarm überwachen lassen?"
„Das wäre nicht übel."
„Kann es der Baron aber nicht als Zeichen des Miß- trauens gegen ihn auffassen?"
„Das wird Sie nicht dazu zu bestimmen vermögen, daß Sie Ihre Pflicht vernachlässigen, Herr Bürgermeister?"
„Natürlich nicht. Ich gebe also einem Gendarm die Weisung, den Eichenhof nicht aus dem Auge zu lassen "
„Schön, das ist vorläufig alles. Darf ich Morgen vorsprechen, um zu erfahren, ob vielleicht etwas Auffälliges beobachtet werden konnte?"
„Gewiß," erwiderte der Bürgermeister, der im stillen froh war, daß Roger weiter nichts von ihm forderte.
Nun entfernte sich der Rechtsanwalt in aller Eile.
(Fortjetzung folgt.)
Schillerhorst.
Eine geheimnisvolle Geschichte von Wilhelm Holt.
23] ---------
„Gewiß. "Aber ich zweifle nicht daran, daß der Mann, wenn Sie es ihm raten, von einer weiteren Verfolgung der Sache abstehen wird."
Baron von Weitenfeld schien einen Augenblick zu iberlegen.
„Gut!" sagte er schließlich. „Es ist vielleicht besser so. Der Mann ist also auf freiem Fuß?"
„Ja, gewiß," antwortete der Bürgermeister.
- „Und Sie haben nichts gegen ihn vorzubringen,Utz fa, nichts, als daß der Detektiv ihn eines Verbrechens schuldig erachtete?" , ,I: ________
-Ja, des Mordes an Notar Burton."
„Du lieber Himmel, das ist doch eine zu törichte Behauptung."
„Das habe ich ihm auch gesagt. Aber er sprach mit solcher Bestimmtheit, daß ich am Ende nachgegeben habe."
. „Hm, ja," fügte der Rechtsanwalt bei, „mir hat er n auch gesagt."
r „So? Mit Ihnen hat Herr Rosch auch darüber ge- °hen?" fragte der Baron, zu Roger gewendet.
zähl?"' antwortete dieser, „das heißt, er hat mir er- i>em 's»- ^one den Mörder des Notars und habe ihn 2lber „9ermeifter genannt, daß dieser ihn verhafte, vom Gishenk1,116 mir "'Hl, daß es sich um einen Diener Herrn Sürn f,anbIe- Das hörte ich erst später vom erzählt aber pTeifter" Gr hätte vielleicht schon noch mehr nicht mehr zu se^geweft? "Abrufen und ist seither SchMch""« W”’ »“ SW
MlilrlM, g.rn, " „ T
gegen einen Diener von mir zu schöpfen. Es muß ihn irges-. etwas auf eine falsche Fährte gelenkt haben."
„Ja das wird wohl so fein Aber wo er ist, weiß ftt) nicht. kann es mir gar nicht vorstellen. Doch
I Leitung nach den für die Besorgung von Frankfurt aus 1 in Frage kommenden Städten, die der Südwestdeutfchen I Gas-A.-G. angeschlossen sind und ihr noch beitreten wN° | den. Zunächst also Mannheim. Michelstadt i. O. und andere. Die Inbetriebnahme der Gasfernleitung nach Offenbach wird in diesen Tagen erfolgen. Inzwischen werden noch verschiedene Leitungsprüfunaen mit Lust u. mit Gas vorgenommen, bevor der historische Augenblick, der dem Frankfurter Gas den Weg durch das Mainbett und die in der Strommitte laufende hessische Grenze nach Offenbach freigibt, Wirklichkeit wird.
Seit mehr als 100 fahren spart man in Stadt und Land bei der
Städtischen Sparkasse
gegr. 1825
früher Friedrlchsmarkt — Jetzt Bahnhofstraße Nr. 5
cUiRflSCUUL
Kanalstraße 51