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Freitag, ven 30. November 1023.
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„Nein, aber . . . O, Sie werden sicher lachen, Herr Doktor, wenn ich Ihnen sage, daß diese Tatsache" ganz und gar nicht in meine Theorie paßt."
,Ln Ihre Theorie?' Wie das?" fragte der Rechtsanwalt, nun seinerseits verwundert.
„Ja, sehen Sie, ich habe mir so meine eigenen Gedanken über das Verbrechen zurcchtgelcgt, das verübt worden ist. Roch ists nicht weiter als eine unerprobte Theorie. Aber ich glaube, sie ist so übel nicht. yber wenn ich nun von Ihnen hören muß, daß Franz van Beekum das Mädchen kennt und sich daran beteiligt hat, sie über die Grenze schassen zu lassen, so muß ich mich geirrt haben. Denn ich weiß ganz gmau, Franz [ft ein ehrlicher Junge, der unter keiner Bedingung Qn einem Schurkenstreich teilhätte."
Arthur Roger kannte den jungen Mann seit Jahren und wußte ebenso gut, daß Fräulein Burton mit ihrer Behauptung recht hatte. Er konnte sie nur in ganzem Umfang unterschreiben. Und doch berührte es ihn unangenehm. daß Dora sie mit solcher Sicherheit aussprach. Sie mußte großes Vertrauen zu Franz van Beekum haben. Und der Rechtsanwalt dachte daran, daß der Detektiv ihm von der Liebe des jungen Mannes zu Dora Vurton gesproch i hatte. Es hatte sogar geheißen, die b'ihcn wären jedenfalls ein Paar geworden, wenn sich ’V’.’bt die greuliche Untat trennend zwischen sie gestellt hatte. Er fragte sich also, ob wohl auch Dora ihn liebte, und km,i,te nicht umhin, diese Frage zu bejahen. Wollte t unter ^iner Bedingung auch nur einen Augen- . lick, etwas annehmen oder zugeben, was zu seinen Un- Esten sprach
1 fd)aute ihn verwundert an Es war ihr nickst entgangen daß feine Gedanken sich augenblicklich mit etwas anderem beschäftigten.
„Meinen Sie nicht auch," fragte sie „daß Franz eines Verbrechens nicht fähig
Roger fuhr zusammen.
„D ja, natürlich bin ich davon überzeugt. Er würde sich nie zu einer zweifelhaften Tat hergeben." Und doch
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fühlte er wieder wie einen Stachel das Gefühl der Eifersucht in ihm bohren und schmerzen. . Daß Dora den jungen Mann so ganz selbstverständlich für unschuldig hielt.
Das durfte er ihr natürlich nicht sagen. Sie schien indes zu fühlen, daß ihm ihr unumschränktes Vertrauen auf Franz van Beekum irgendwie peinlich war, und es erwuchs ihr daraus eine gewisse Unsicherheit im eigenen Urteil. Beurteilte sie Franz am Ende doch nicht richt g? Ein Klopfen an die Tür unterbrach sie in ihren Ge- dankengängen. Das Dienstmädchen meldete Herrn Rvfch.
Der Detektiv war nicht wenig Überrascht, seinen Freund hier zu finden. „Fräulein Burton kann sich wahrlich nicht beklagen," sagte er nach der Begrüßung lachend, „sie wird von ollen Seiten auf dem Laufenden gehalten. Und ich hoffe, du hast ihr nichts mitgeteilt, was chre Theorie über den Haufen wirst."
„Wenn ich nicht besser wüßte, m't wem ich es zu tun habe, würde ich glauben. Sie hätten an der Tür gehorcht, Herr Rosch!" rief Dora erstaunt aus
„An der Tür gehorcht? O nein. Aber das liegt doch auf der Hand. Sie intcreff eren sich ungemein für die geheimnisvolle Geschichte. Sie bringen durch Berichte von mir und andern und durch eigene Beobachtung ver- ichiednes in Erfahrung und tun nun, was jeder denkender Mensch tun würde: Sie versuchen, die Tatsachen 'n Zusammenhang zu bringen. Sie stellen eine regelrechte Theorie auf, wie sich olles ereignet haben kann. Dabei laufen Sie natürlich Gefahr, daß jeden Augenblick etwas daherkommt, was in diese Theorie durchaus nicht P^fen will, und ich möchte hundert gegen eins wetten, manches von dem, was Ihnen mein Freund hier soeben mit9eteiit hat, will sich in den Kranz Ihrer Vermutungen und Annahmen nicht fügen,"
»Das trifft allerdings zu", gestand Dora freimütig. „Silber darum brauche ich mich noch immer nicht völlig geirrt zu haben."
»Natürlich nicht. Vielleicht kann ich wieder ein paar andere Tatsachen beistellen, die das Bild des Verbrechens, wie Sie es sich vorstellen glücklicher ergänzen."
„Wa, für Tatsachen wären das? Haben Sie etwas Neues entdeckt?"
»3a, einiges, wenn es vielleicht auch nicht von allzu großer Bedeutung ist."
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„Und?"
„Darf ich es auch hören?" fragte Roger.
„O ja, ganz ruhig. Ich mochte übrigens gerade deine Meinung darüber hören", antwortete der Detektiv. „Du haft Fräulein Burton sicher die Fabel von dem wahnsinnigen Mädchen erzählt, das mit van Beekum über die Grenze hätte gehen sollen, und zwar ausgerüstet mit einem Paß, den man meinem Angreifer vom Eichenhof abgenommen hatte?"
„Die Fabel? War denn das eine Fabel?" fragte Dora und schaute den Rechtsanwalt forschend an. Ehe dieser antworten konnte, fuhr der Detektiv fort:
„Ja, aber Sie dürfen nicht glauben, daß mein Freund hier Sie täuschen wollte. Er hat selbst geglaubt, was man ihm vorgelogen hat."
Dora nickte.
„Ja, ja,“ sagte sie, „es klang auch zu unglaublich."
„Aber", begann sich nun Oer Rechtsanwalt seinem Freunde g genüber zur Wehr zu setzen, nachdem ihm die Lage allmählich peinl'ch wurde, „ich habe mich nicht etwa auf leere Behauptungen des Baron verlassen. Ich . . .
„Du hast Beweise, willst du sagen Aber hör zu und laß dir sagen, erstens, daß van Beekum nicht im Ausland ist, zweitens daß sich die Kranke nach wie vor auf dem Eichenhof befindet und drittens, daß der Mann, mit dem du gesprochen hast und der angebl ch gekommen war, um das Mädchen zu entführen, verhaftet ist."
„Verhaftet?" riefen Dora und Roger wie aus einem Munde.
„Das klingt doch ganz unglaublich," fetzte der Rechtsanwalt hinzu. „Ich hatte den Eindruck, daß der Baron den Mann lieber laufen ließ, so gefährlich der Bursche auch sein mochte, um die aufsehenerregende Gesch'chte mit der kranken Richte nicht ruchbar werden zu lassen. Und jetzt hätte er ihn doch verhaften lassen?"
„Entschuldige, das hat er nicht getan. Ich habe es veranlaßt."
„Du? Weil er dich niedergeschlagen hat?"
„O nein. Ich habe eine viel schwerwiegendere Klage gegen ihn eingebracht."
„Seinen Versuch, die junge Dame zu entführen?"
„Daran ist er vollkommen unschuldig." ।
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„Dann begreife ich die Sache überhaupt nicht," ereiferte sich Roger. „Warum hast du ihn verhaften lassen? Was legst du ihm zur Last"
„Ich habe die Klage wegen Mord gegen ihn eingebracht," klang es seelenruhig zurück.
„Wegen Mord? Wen soll er ermordet haben?"
„Ich zeihe ihn des Mordes an Notar Burton, Ihrem Onkel, Fräulein. Aber nun können Sie beruhigt fein. Wir haben den Täter."
Dora Burton schaute den Detektiv entsetzt dn.
„Sie müssen sich irren," sagte sie schließlich, „das ist doch ganz ausgeschlossen."
Der Detektiv lächelte.
„Das heißt, es verträgt sich nicht mit Ihrer Theorie, nicht wahr?" Aber diese taugt wahrscheinlich nichts. Jedenfalls . . ."
„Jedenfalls bin ich eine Gute", sprach der Rechtsan. walt.
VIII.
Eben als Doktor Roger das schöne Geständnis abgelegt hatte, daß er eine Eule lei, »topfte es wieder an hie Tür. Das Dienstmädchen erschien neuerdings und brachte ein Telegramm Cs war an ben Detektiv gerichtet, und er bat um die Erlaubnis, es öffnen zu dürfen. Der Bericht schien ziemlich lang, aber nicht unbefriedigend zu sein, denn Rasch war sehr aufgeräumter Stimmung, nachdem er ihn zur Kenntnis genommen hatte, und er steckte das Papier vergnügt zu sich.
„Nun ja", sagte er, „wenn es so weiter geht, Fräulein Burton, wird meine Arbeit in Ihrem Dienst bald zu Ende sein. Wie ich Ihnen bereits sagte, ist der Mörder hinter Schloß und Riegel. Der Bürgermeister hier versteht nicht viel von solchen Dingen, ist aber ein energischer Mann und war auf meine Vorstellungen hin sofort bereit, den Mann in sichern Gewahrsam zu nehmen. Nun bleibt uns nur mehr die Aufgabe, seine Schuld har« zutun, bann ist alles in Ordnung."
„Seine Schuld darzutun? Sie werden die Beweise doch schon in Händen haben?"
„Nun ja, wenn man das Beweise nennen will. Ich weiß ganz sicher, daß er der Täter ist, und werde dies auch zu beweisen wissen. Aber doch ist noch alles nicht ganz aufgeklärt. Nun, das wird schon werden."
»—Guar—Win üeulidj auf immer!
Der Westausschuß für Pfalz, Saar und Rhein richtet am Trauertage o-s vor zehn Jahren, am 1. Dezember 1918, erfolgten Einmarsches feindlicher Truppen in deutsches Land am Rhein folgende Kundgebung an die Bevölkerung des besetzten Gebietes:
Deutsche Brüder und Schwestern am Rhein, an der Saar und in der Pfalz!
Wie gedenken Euer in tiefer Trauer bei der zehnjährigen Wiederkehr der Besetzung urdeutscher Erde. Eure Not mar und bleibt unsere Not
Wir gedenken Euer mit freudigem Stolz über Eure tapfere Abwehr, Eure opferfreudige Treue gegen Heimat und Volkstum.
Wir gedenken Euer mit bitterer Enttäuschung, daß, trotzdem sich Genf um Befriedung der Welt bemüht, das unbestreitbar juristische und mmalische Recht auf Räumung deutschen Bodens noch immer nicht erfüllt ist. Wann endlich begreift die Welt, daß kein wahrer Friede kommen kann, solange man d-"'tsche Ehre verletzt und deutsches Recht mißachtet?
Wir gedenken Euer mit feierlichem Gelöbnis, nicht eher ruhen zu wollen, bis der letzte fremde Soldat vom rheinischen Boden verschwunden ist.
Frei werde, deutsch bleibe der Rhein!
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In der Stadtverordnetenversammlung in S a a r- Brüden wurde anläßlich der 10. Wiederkehr des Tage-, an dem französische Truppen das Saor- gebiet besetzt hkben, eine vaterländische Kundgebung veranstaltet. Es wurde eine Resolution angenommen, in der es nach einem
Zahrenhorst und Konkordat.
Der Führer desEvanaelischenBundes, Direktor D. Fahrenhorst, der jüngst auch in Fulda in einer von der hiesigen evangelischen Geistlichkeit eröffneten und geschlossenen Versammlung sprach, hat sich zur Konkordatsfrage in einer Weise geäußert, der die „Germania", das führende katholische Blatt Deutschlands, scharf entgegentreten muß. Es schreibt:
Es ist eigentümlich, daß der „Evangelische Bund" sich den Kopf um das Wohl und Wehe der katholischen Kirche zerbricht. Gegenwärtig scheint er jedenfalls andere Sorgen und Aufgaben weder zu haben, noch zu sehen. Sein Lieblingsthema ist seit einiger Zeit das Konkordat. Nun brauchte man seine Aeußerungen allerdings nicht tragt f ch zu nehmen. Denn der „Evangelische Bund" wird in seiner Denkart und Methode vom Gros der Protestanten, die sich eine ruhige und objektive Haltung bewahrt haben, stsbst abgelehnt. (Hoffentlich besteht der Optimismus der Germania zu Recht. D. Schriftl.) Und feine jetzigen, im Gegensatz zu seinem neulich auch von uns behandelten Beschluß stehenden Anrempeleien zeigen, daß er sich abmüht, mit dem Thema Konkordat für sich s e l b st Propaganda zu machen. Wir würden uns mit der letzten Kundgebung weder befassen noch ans- einandersetzen, wenn nicht erheiterte, was man sich diesesmal in diesen Kreisen geleistet har. •
„Gelegentlich eines Presseempfanges", so wird vom „Nachrichtenbüro des Vereins Deutscher Zeitungsverleger" mitgeteilt, „fvrach der Präsident des „Evangelischen Bundes", Direktor D Fahren- h o rft, über Wesen und Bedeutung des Konkordats." Der Direktor gab dabei folgende Stilproben, von denen wir nur die unglaublichsten notieren:
„Direktor Fahrenhorst ging aus von der Gnindein- ftettung der römisch-katholischen Kirche, wonach alle Staaten und Staatsgewalten gewissermaßen tribut
Hinweis daraus, daß durch die Besetzung die tausendjährige Zugehörigkeit des Saargebietes zum Deutschen Reiche unterbrochen worden set, heißt:
„Nachdem die Bevölkerung zehn Jahre lang die Auswirkungen des Versailler Vertrages erfahren hat, erklären die Stadtverordneten von Saarbrücken als die gewählten Vertreter der Bürgerschaft: Die Ausrichtung eines politisch und wirtschaftlich vuto- nomen Gebietes hat sich infolge der organischen Zugehörigkeit des Saargebietes zur deutschen Wirtschaft als undurchführbar erwiesen. Sie würde ebenso dem politischen Willen der Bevölkerung widersprechen und in Europa dauernd einen Herd politischer Kämpfe und Streitigkeiten aufrecht erhalten. Die Stadt Saarbrücken hat nur den einen Wmstch, sobald als möglich wieder mit dem Deutschen Reiche und dem preußischen Staate, und zwar ohne Vorbehalt und ohne jede Beschränkung vereinigt zu werden.
Von der Presse aller Länder erwartet die Bevölkerung der Stadt Saabrücken eine offene und starke Unterstützung ihres Strebens nach Wiedervereinigung mit dem Mutterlande.
Von dem französischen Volk erwartet sie, daß es zu einer friedlichen Verständigung mit dem Deutschen Reiche über die Saarfrage die Hand bietet.
Sie erwartet weiter von dem R e ch t s s i n n der im Völkerbund vertretenen Nationen, daß sie zur Vermeidung eines nutzlosen politischen und wirtschaftlichen Kampfes im Saargebiet für eine schleunige Lösung der S a a r f r a g e im Sinne des Willens der Saarbevölkerung eintreten.
pflichtig gegenüber her römisch-katholi- chenMacht sind. Auch Deutschland sei, von Rom ge- ehen, nur eine Kirchenprovinz."
Nachdem der Redner sich dann mit der S ch u l - frage auseinandergesetzt und ihre Einbeziehung in ein Konkordat a b g e le h n t hat, fährt er fort:
„Von gleicher Unüberfeljbarteit der Auswirkungen wäre es, wenn der Wunsch nach Errichtung einer f a - thokischen Universität in Essen durch bas Konkordat erfüllt würde. Das hieße, die Konsessionalisie- rung auch in bas deutsche Hochschulwesen hineintragen und die Spaltung verschärfen. Untragbar ist auch die Forderung, daß die Ausbildung der deutschen römisch- katholischen Geistlichen ebenso auf ausländischen römisch- katholischen Hochschulen erfolgen könne, wie auf deutschen. Eine solche Bestimmung würbe den Ruin des deutschen Katholizismus bedeuten Viele deutsche Katholiken sind schon jetzt in inner st er Not um ihres Deutschtums willen, das sich mit romanischem Geiste nicht vertragen kann."
So gern wir uns sachlich mit einem Gegner unserer Anschauungen auseinandersetzen, weil wir etwas anderes nicht gewohnt sind, hier geht es wirklich nicht. Denn wir sind nicht in der Lage, den Redner ernst zu nehmen. Was fabuliert denn Herr Fahrenhorst von der „inneren Not der deutschen Katholiken um ihres Deutschtums willen", was denn „vom Ruin des deutschen Katholizismus"? Diese unglaubliche, geschmacklose Einmischung sogar in innerste katholische Angelegenheiten, diese absolute Ungereimtheiten und Albernheiten — wir wollen nicht noch derber werden — sind auf das Entschiedenste zurückzuweisen. Jeder, der Anstand und Takt besitzt, ganz gleich, in welches Lager er gebürt, wird Hr. Fahrenhorsts Tirade dorthin verweisen, wohin sie gehört, in das Gebiete unfreiwilllgen Humors, der sich auch in dem Satz äußert, in dem so romantisch schön von der „Tributpsticht aller Staaten dem Papst gegenüber" gesprochen w'rd. Daß die finanzielle U n t e r st ü tz u n g k a t h.
paiteileben und Parteitag.
Von Stbgeoröneten Andre- Stuttgart.
Neben den großen Fragen der praktischenPost- tik oibt es für die Zentrumspartet auch Lebens- anlmc A„. »>- .für ,hr- Ech-W-, und Wiedererstarkung von besonderer Bedeutung s - und den jeweiligen Wahlausfall stark zu beemflus- |euS.Äi=i*r«r mären ««echt d«°>-n. «NN der kommende Zentrumspartettag keine Zeit hätte lick mit ihnen eingehend zu de.atzen. ^^De'r Parteitag hat nicht die politische Ausgabe, an die Stelle der Reichstagsfraktion zu treten und deren Verantwortung und politischeZlelsetznng mi übernehmen. Es ist an und für sich verstand sich, Daß sich der Parteitag auch mit den umstnde- nen politischen Fragen befaßll Er darf st ader in deren Erörterung nicht schöpfen! In wemg.n Wochen werden wieder andere poetische Frch,en erster und zweiter Garnitur zur De'-atte stehen, und es muß auch dann die Reichstagsfraktton Lo- *g^Ä»^** sich der Organisation und Agitation ? Hierüber seien mir einige Ausführungen gestaltet:
1 Unter dem L i st e n w a h l s y st e m fehlt die „o?»,uk"nn«” «--Und« "L Ä mit dem Wahlkreis und der Wählerschaft. Ich bitte die Zentrumsabgeordneten und dte Part.t- ftchrunq° hieraus zu hören! Eine Aenderung des Wahlrechts tut not! Die Verkletnerung der Wast- kreife bringt die Zurückdrangung der Stande-kam b'baturen und die verstärkte Herausarbettung de. Zentrumsgedankens. „
2 Die Versammlungsta11gke11 .t-gt darnieder! Die an sicherer Stelle gewählten Abgeordneten fühlen nicht immer und überall dte Verpflichtung zur Aufrechterhaltung einer lebntd . gen Verbindung mit der Gefamtwablerschatt. W.l- fach erschöpft sich die agitatorische Tätigtest mancher
Privatschulen abgelehnt wird, entspricht nur der Mentalität dieser engherzigen Kreise, die Parität reden, sie aber weder kennen noch angewendet wissen wollen. (Herr Fahrenhorst hätte seinen Aufenthalt in F u l d a benutzen sollen, festzustellen, wie hier eine katholische Mehrheit gerade auch auf dem Schulgebiet den Gedanken der Parität pflegt. D. Schriftl.) Wiederholt haben wir unsererseits darauf hingewiesen, daß wir dem protestantstchcn Teil in seinen kirchlichen Forderungen an den Staat schon aus Gründen der E r h alt u n g u n 6 e t o r- kung des christlichen Gei st es f n m v a - thisch und tolerant g e g e n u b e r st e h e n. Daß man uns aber in unsere Angelegenheiten hm- einrebet, müssen wir dankend ablehnen.
Was Herr Fahrmborst sonst noch sagt, ist ebenso ungereimt wie die ganze Rede. Nur noch ein Beispiel:
„Schärfsten Protest aber muß oeaen die konkvrbcstä- ren Absichten in Bezug auf die B i s ck v s s w a h 1 erhoben werben, bte allein b"M Vagste oblteaen soll s):er würbe ein Bruch mit 800 Jahre alter Ueherlteferung zum Schaben bes Deutschtums erfo'aen. Mir waren unaeschützt baaegen, baß etwa in Zeiten, rote nur ste während ber Ruhrbesetzung erlebt kmben. ein Mann von ber Gesinnung bes belgischen Kardinals Mercier beutscher Erzbischof in Köln sein Over em Pole auf einem östlichen Bischofssitz wohnen könnte.
Gegen diesen Unsinn ist jedes Wort der Entgegnung zu viel! Vor allen Dingen muß man dem Redner den schweren Vorwurf machen, daß er ohne Kenntnis der Materie und der wirklichen Absichten solche Irrtümer verbreitet, denen wir keinen anderen Zweck zuweisen können, als den. daß eine hetzerische Stimmung erzeugt werden soll. Wir hoffen, daß trotz der Bemerkung, es habe dem Redner lebhafte Zustimmung und lebhafter Beifall gelohnt, der objektive deutsche Staatsbürger auch anderer Konfession und Denkart sich ein ruhiges Urteil bewahrt bat und diele Rede Fahrenhorsts als das erkennt, was sie ist: als hetzerisch.
Soweit die „Germania". Die Wertung ist deutlich. Und außerdem für u n s lehrreich.
Volarflug „Graf Zeppelin" für 1930 beschlossen.
Dr. Eckener, Reichsverkehrsm n ster v. Euerard und Frilhjof Nachen
sind in ihrer Berliner Besprechung einig geworden, die Foilchungsfahri des „Graf Zeppelin" im nördlichen Polargebiet vorzuberesten. Die Expedition ist ür das Jahr 1930 geplant Sie toll sich aus die flu^techni,chen Kenntn sie Eckeners und auf die unermeßlichen Polar-Erjahrungrn Nans.'ns stützen._______________________