Fuldaer Zeitung
3um Tode Sudermanns
Vie Bekämpfung des Gelbfiebers
tiSorttetuma folnf1
Es sich
wahrhaftig nur konnte.
* Zum Fund des Wormser Bischofsgrabes. Bekanntlich wurde kürzlich bei Freilegungsarbeiten der alten Fundamente der Paulskirche das noch gut erhaltene Grab des Wormser Weihbischofs von Merle freigelegt. Dabei wurde u. a. eine Kupferplatte gefunden, deren lateinische Inschrift auf deutsch überseht wie folgt lautet: „Teure Nachwelt! Halte in Ehren die sterblichen Ueberreste des hochgeehrten Christian Antonius von Merle, Suffra- gan-Bischof, Canonicus und Custos von Sanct
Paul, der am 2. März 1765 gestorben ist." wurde noch eine zweite Grabstätte, bei der es um ein Priestergrab handelt, freigelegt.
daß bereits in der jetzigen Haushaltsordnung eine Sicherung liege, und daß es in Deutschland nicht möglich sei, noch weiterzugehen. Der Finanzminister hat bereits jetzt das Recht, gegen alle finanziellen Beschlüsse des Kabinetts ein Beto einzulegen mit der Wirkung einer nochmaligen Beschlußfassung, wobei der Finanzminister nur durch die Mehrheit aller Minister und auch nur dann, wenn der Reichskanzler oder Ministerpräsident mit der Mehrheit stimmt, überstimmt werden kann. Bezüglich der Stellung der Regierung gegenüber dem Parlament wird der Vorschlag des Deutschen Iuri- stentages als außerordentlich beachtenswert bezeichnet, Anträge, welche die Ausgaben erhöhen oder neue Ausgaben einstellen wollen, nur dann zur Beratung zuzulassen, wenn gleichzeitig ein Deckungsantrag gestellt wird.
* Wie Mussolini regiert. In Rom hatte sich ein Miliz- Major gegenüber einem Verkehrspolizisten geweigert, auf den linken Bürgersteig zu' gehen, wie die Verkehrsordnung vorschreibt. Er rief dem Verkehrsbeamten zu, er sei ein höherer Offizier der Miliz und lasse sich nichts vorschreiben. Der Kommandeur der Miliz verhängte deshalb über den Major eine Strafe von einem 3 a I) r Festungshaft mit der Begründung, sein Benehmen entspreche einer überlebten Mentalität des alten Italien, in dem gerade diejenigen sich an die Vorschriften nicht g e h a l - t e n hätten, die ihre Ausführung zu überwachen hatten.__
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Der Amtliche Preußische Pressedienst teilt mit, daß der preußische Ministerpräsident Dr. Braun dem Major Frentz-Sudermann anläßlich des Ablebens des Dichters sein Beileid aussprach.
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Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, hat die Preußische Akademie der Künste, Sektion für Dichtkunst, an die Hinier- bliebenen von Hermann Sudermann das folgende Beileidstelegramm gerichtet: „Tief bewegt von dem Verlust, den die deutsche Dichtkunst durch den Hingang Hermann Sudermanns erlitten hat, bitten wir Sie, den Ausdruck unserer herzlichen Teilnahme an dem Schmerz der Angehörigen anzunehmen."
Geheimer Baurat Dr. h. c. Heinrich Ehrhardt ist, wie schon gemeldet, OOsährig gestorben. Er hat von seinem elften bis zu seinem zweiundachzigsten Lebensjahr rastlos gearbeitet und sich aus einem kleinen Arbeitersohn zu einem mächtigen Großindustriellen entwickelt, der neben Krupp und Siemens genannt wurde. Er war der Erfinder des Ehrhardtschen Preßoerfahrens, hat die Rheinische Metallwarenfabrik, mitbegründet und spielte in der Waffenindustrie eine bedeutende Rolle. Die Konstrukffon der Rohrrücklaufgeschütze mar hauptsächlich fein Werk.
Sudermann, auf der Höhe seiner Erfolge um die Jahrhundertwende. Er trug damals einen charakteristischen Bart, von dem viel gesprochen wurde. Das gestern hier veröffentlichte Bild zeigte den alten Sudermann, der keinen Bart mehr trug.
M 272.
Samstag, den 24. November 1928
„Sie hier?" sagte sie, „das ist mir sehr recht, das freut inich."
„Ja, Sie scheinen sich Sorgen um meinen Verbleib gemacht zu haben, Fräulein Burton," antwortete der Detektiv, „aber es freut mich ebenso sehr, daß Sie kommen, denn ich brauche gerade eine Verbündete."
„Eine Verbündete?"
„Ich habe eine Bitte an Ihre Frau Tante gestellt, und sie glaubt, mir dieselbe abschlagen zu müssen. Ich will gleich hinzufügen, daß ich ihren Standpunkt vollkommen billige. An ihrer Stelle würde ich gewiß auch nicht anders handeln."
Rosch berichtete, worum es ging.
„Und weshalb legen Sie Wert auf diese Papiere?" fragte Dora sachlich.
„Das will ich Ihnen gerne auseinandersetzen. Ich hege die Vermutung — mehr als eine Vermutung ist es freilich vorderhand noch nicht —, daß Beziehungen bestehen zwischen dem Ereignis in Ihrem Hause und dem Interesse, daß Ihr Herr Onkel gewissen Geschehnissen auf dem Eichenhof entgegengebracht hat. Er muß Fa- milienangeleenheiten aufmerksam verfolgt haben, denn er hat die Zeitung, in der von der Verhängung des Kuratels über ein Mitglied der Familie von Weitenfeld die Rede war, aufgehoben, verwahrt. Ich vermute nun, daß er mehr verwahrt hat, daß er vielleicht einen diese Sache betreffenden Akt angelegt hat. Und diesen Akt mochte ich gerne einsehen."
Dora schaute fragend auf ihre Tante. Diese aber schüttelte mit großer Bestimmtheit verneinend den Kopf. Der Detektiv bemerkte es und fuhr, ohne eine Antwort obzuwarten, fort:
„Ich begreife die Bedenken der gnädigen Frau vollkommen. Die Papiere des Notars können allerlei ent-' halten, was für fremde Augen, wie die meinen, nicht bestimmt ist. 216er da wüßte ich einen Ausweg. Wenn gniibige Frau vielleicht morgen mit Ihrem Fräulein Nichte die Papiere einmal sichteten und beiseite legten, was sich auf unsere Angelegenheit bezieht. Gewiß werden Sie auch auf- das eine ober andere stoßen, was Sie mir ruhig anvertrauen können, und das würde mich sehr glücklich machen."
„Nun," meinte Frau Burton, „das läßt sich machen."
das Soll erreichen werden. Was die' preußischen Realsteuern und die Hauszinssteuer betreffe, so hange ihre endgültige Gestaltung vom Steuervereinheitlichungsgesetz ab. Da dieses Gesetz voraussichtlich erst am 1. April 1930 in Kraft treten werde, so werde für die gesamten preußischen Gesetze eine weitere Zwischenregelung für 1929 erforderlich. Die Staatsregierung beabsichtigt, dem Landtag die Verlängerung des Gewerbesteuer- und des Hai.'s- zinsst'euergesetzes in unveränderter Form vorzuschlagen. Dagegen wird entsprechend den Wünschen des Landtags für die Grundvermögenssteuer die Einführung der nach dem Reichsbewertungsgesetz festgestellten Einheitswerte wenigstens für den nicht der Zwangswirtschaft unterworfenen Grundbesitz beabsichtigt. In keinem Falle ist aber zu erwarten, daß die preußischen Steuern die Einnahmeansätze wesentlich übersteigen werden. Die Denkschrift kommt zu dem Schluß, daß also eine ausreichende Deckung für die außerplanmäßigen Ausgaben, wenn an ihre Bewilligung auch ein noch so strenger Maßstab gelegt werde, nicht vorhanden sei, daß sie daher einen Fehlbetrag herbeiführen werden, ohne daß die Möglichkeit besteht, diesen durch Heranziehung des inzwischen völlig aufge- zehrten Betriebsfonds der Generalstaatskasse auszugleichen.
Die Denkschrift beschäftigt sich dann mit den Lehren der bisherigen Entwicklung. Sie stellt fest, daß die Gesamtlage der preußischen Staatsfinanzen n i ch t ernft genug beurteilt werden könne. Die Hauptursache dieser Schwierigkeiten liege in den Auswirkungen der Besoldung s n e u r e g e l u n g, die mindestens 240 Millionen Rm. für den preußischen Staat koste. Der Staat sei gegenwärtig bei den persönlichen Ausgaben an der äußersten Grenze des finanziell Möglichen angelanot. Es wird betont, daß sowohl bei den dem Landtag vorgelegten preußischen Besoldungsvorschriften, als auch "beim Stellenplan im Landtag von vornherein von der Annahme aller Entschließungen abgesehen werden müsse, die eine im Einzelfall auch noch so unbedeutende Besoldungserhöhung in sich schließen. Die Staatsregierung würde es nicht verantworten können, solchen Entschließungen zu entsprechen.
Die besorgniserregende Lage der Staatsfinanzen fei aber nicht nur ein preußisches Problem. Auch bei den übrigen Ländern habe sich immer wieder gezeigt, daß es ihnen immer schwieriger wird, für das Gleichgewicht im Haushalt zu sorgen. Auch das Reich fühle in steigendem Maße die Anspannung seines Haushalts. So ist die Finanznot der öffentlichen Hand ein deutsches Problem. So dringend erwünscht es fei, die Frage der Erhebung von Zuschlägen zur Einkommen- und Körperschaftssteuer durch Länder und Gemeinden alsbald gesetzlich zu regeln,, so werde auch dieser Weg nicht zur erschöpfenden Lösung des Problems führen können, da die Volkswirtschaft konkurrenzfähig bleiben müsse. Es müsse deshalb unter allen Umständen danach getrachtet werden, in der r a - t i o n e l l st e n Weise die Einnahmen der gesamten öffentlichen Hand zu bewirtschaften und jede weitere Ausgabesteigerung zu vermeiden. Gelingt dies nicht, so kommt zwangsläufig der Zeitpunkt, wo für wichtige soziale Zwecke kein Geld mehr vorhanden ist und sich das Parlament gezwungen sehen muß, fei es auf^em ordentlichen Wege der Gesetzgebung, sei es auf dem Wege der Ermächtigung durch drakonische Maßnahmen, den Ausgabebedarf zu erdrosseln. Findet es nicht die Kraft dazu, so geraten die öffentlichen Finanzen in Unordnung. Unordnung der Staatsfinanzen aber hat nach den Erfahrungen der Geschichte noch immer den Zusammenbruch der Staatsordnung und der Volkswirtschaft zur Folge gehabt.
Es wird dann ferner als notwendig bezeichnet ein enges Zusammenarbeiten zwischen" Regierung und Parlament, und in diesem Zusammenhang eine alsbaldige Fortbildung des Haushaltsrechts.
Zu dieser letzten Forderung wird in der Denkschrift die Frage untersucht, ob die Stellung des Finanzministers innerhalb der Regierung urid die Stellung der Regierung gegenüber dem Parlament einer Verstärkung bedürfe. Bezüglich der Stellung des Finanzministers innerhalb der Regierung wendet sich die Denkschrift gegen das englische und amerikanische Beispiel und kommt zu dem Ergebnis,
in dem bequemen Lehnstuhl, daß er mit Mühe des Schlafes Herr werden
2. Blatt.
Druck der Fuldaer Ackiendruckeeei, Fulda
Schriftleiter: Dr. phil. Johannes Kramer.
Dann schloß er sachte die Tür hinter den beide: Damen und setzte sich an den Kamin, der eine wohl tuende Wärme ausstrahlte. Er schloß die Augen und aß so behaglich in dem bequemen Lehnstuhl daß er
„Auf das eine müßte ich die Damen aber noch aufmerksam machen. Es finden sich vielleicht Dinge darunter, die Ihnen völlig wertlos erscheinen, aber ich muß bitten, mir auch das nicht vorzuenthalten."
„Wir werden schon achtgeben," sagte Sora.
„Das wäre also abgemacht."
„Und nun erzählen Sie uns Ihre Abenteuer," sagte die junge Dame, „denn daß Sie Abenteuer erlebt Haden, ift wohl sicher. Und Tante mag sie ruhig hören, denn sie weiß nun, welchen Zweck Sie mit Ihren Nachforschungen anstreben, und ist ganz damit einverstanden, nicht wahr, Tante?"
Frau Burton nickte zögernd.
„Ja," antwortete sie, „wir möchten natürlich gerne die Wahrheit erfahren. Wenn sie nur nicht ärger ist, als wir jetzt ahnen!"
„Aerger, Tante?" fragte Dora. „Das kommt ja gar mcht in Frage. Das schrecklichste für uns wäre es, wenn sich herausstellte, daß mein Onkel selbst Hand an sich gelegt. Schrecklich freilich auch, wenn van Beekum sein Mörder wäre. Aber ich glaube jetzt, die Untersuchungen des Herrn Rosch weisen nach einer andern Seite, sodaß weder dies, noch jenes der Fall zu sein braucht."
Der Detektiv sah die junge Dame mit unverhohlener Bewunderung an.
»Ich zolle Ihrem Scharfsinn meine besondere Anerkennung, Fräulein Burton," sagte er. „Es ist nicht meine Gepflogenheit, von vermutlichen Ergebnissen zu sprechen, so lange die Nachforschungen nicht abgeschlossen sind. Denn so lange läuft man immer noch Gefahr, sich bloßzustellen. Aber das eine kann ich wohl ruhig behaupten: wir haben es weder mit einem Selbstmord des Herrn Notars noch mit einem Mord des Bankiers van Beekum zu tun."
„Das muß dir doch ein großer Trost fein, liebe Tante!"
„Ja, aber kann die Wahrheit nicht noch schrecklicher sein?"
Dora zuckte die Achseln.
„Das ist nicht möglich," sagte sie ein bißchen ärgerlich.
Der Detektiv aber entgegnete in immer gleicher Ruhe und Fassung:
* Wieviel Mich gibt es in Deutschland? Deutschland hat rund zehn Millionen Milchkühe, die täglich etwa 50 Millionen Liter Milch geben. Das entspricht einer Jahreserzeugung von 180 Millionen Hektolitern Milch. Würde man die gesamte Jahreserzeugung in Milchkannen, die durchweg 20 Liter Inhalt haben, füllen, und in Eisenbahnwagen zu einem Zug zusammenstellen, so würde dieser etwa drei Viertel der Erde umfassen. Wieviel tausend Hände müssen wohl täglich erforderlich sein zur Gewinnung, Verarbeitung und Verteilung dieses für alle Volkskreise so unentbehrlichen und hochwertigen Nahrungsmittels.
* Der Zeppelinverkehr des Postamts Friedrichshafen. Anläßlich der Amerika-Fahrt des „Graf-Zeppelin" hatte das Postamt Friedrichshafen einen außerordentlich starken Verkehr zu bewältigen. In den Stunden des Starts wurden 1069 abgehende Ferngespräche vermittelt und 421 Telegramme aufgegeben. Bei der Landung wurden 1417 abgehende Ferngespräche und 424 Tele
gramme verarbeitet. Ankamen 440 bezw. 546 Telegramme. Die aus Amerika eingegangene Briefpost bestand aus 35 Säcken mit etwa 100 000 Briefen und Postkarten. Sie wurde um 9 Uhr vom Luftschiff übernommen und war um 19.30 Uhr vollständig verarbeitet.
„Wie schrecklich die Wahrheit auch fein mag, wenn es notwendig ist, sie zu enthüllen, mp einem neuen großen Verbrechen zuvorzukommen, werden Sie sich gewiß nicht weigern, gnädige Frau, mitzuhelsen, daß die Wahrheit an den Tag komme."
Frau Burton ließ den Kopf sinken. Sie war sehr bleich geworden. Dora verstand nicht, wieso ihr die Wendung, die das Gespräch genommen, so nahe ging. Denn daß sie außerordentlich unruhig geworden war, ließ sich nicht leugnen.
Der Detektiv hatte Doras Scharfsinn feine Anerken. nung gezollt, aber sie hatte doch das Gefühl, daß ihre Tante etwas fürchtete, was sie nicht einmal ahnte. Was das fein konnte? Ob Rosch ihr mehr erzählt hatte, oder ob sie Einzelheiten bezüglich des Verbrechens wußte von denen sonst niemand Kenntnis hatte?
Das wollte sie erfahren.
„Sie Haden mir noch immer nicht erzählt, was Ihnen zugestoßen ist," sprach sie, zum Detektiv gewendet, „und wie Sie der Gefahr entronnen sind, in der Sie schwebten."
„Und Sie noch nicht, wer Ihnen das Briefchen ge. br°cht, das Sie von meiner Lage verständigte. Aber ick glaube, Ihre Tante fühlt sich nicht wohl."
Die arme Frau sah in der Tat sehr angegriffen aus
„Bringen Sie die gnädige Frau vielleicht in ih: 3'mmer. äie legt sich wohl lieber zu Bett."
Frau Burton widersprach nicht. Auf Dora gestützt, entfernte sie sich. Unter der Tür wendete sie sich nock einmal gegen den Detektiv um und sagte:
»Und die Wahrheit wird schrecklich fein."
"Für Sie nicht so schrecklich, als die Angst, die Si' .^ctzt ausstehen. Seien Sie nur ganz ruhig, gnädig' Frau, es wird anders sein, als Sie augenblicklich fürch ten," sprach der Detektiv begütigend.
Auch in Rechen W ernste Nnuuzluge.
Der preußische (Etat. — Mit 4 Milliarden im Gleichgewicht, aber tatsächlich ein Defizithaushalt.
Amerikanische lvelpläne.
Loolidge soll Vorsitzender des amerikanischen Petroleum-Instituts werden.
wtb. Rewyork, 23. Nov. (Eig. Funkm.) „Herald Tribüne" erklärt, einflußreiche Kreise der amerikanischen Oel-Jndustrie beabsichtigen, auf der nächsten Sitzung des American Petroleum-Institutes, die anfangs Dezember in Chicago ftattfinbet, Präsident Coolidgeden Vorsitz des Institutes anzutragen. Die bisherien Sondierungen der Mitglieder haben eine allgemeine Zustimmung zu diesem Vorschläge ergeben, sodaß die Ausführung des Planes jetzt nur noch von Coolidge selbst abhänge. Die amerikanische Oelindustrie hofft, das Prestige Coolidges werde die Durchführung der Produktionsbeschränkung mit Zustimmung der Bundesregierung erleichtern, sowie die Lösung internationaler Probleme int Zusammenhang mit den Auslandslnteressen der amerikanischen Oelindustrie ermöglichen.
* Wieder eine Gefährdung des Rheingoldzuges. Um die Mittagszeit durchfuhr an einem Eisenbahn- Übergang unterhalb Rhens ein Personenauto die geschlossene Schranke. Der Schrankenbaum wurde zertrümmert und verbogen und legte sich über die Bahngleise. Im gleichen Augenblick kam auch schon der Rheingoldzug daher und fuhr gegen den Schrankenbaum, wodurch die Lampen an der Maschine sowie Fensterscheiben eines Wagen zerstört wurden. Der Zug mußte daraufhin anhalten.
Schillerhorft.
Eine geheimnisvolle Geschichte von Wilhelm Holt
18]
„Und wissen Sie, was er schließlich damit getan hat?" „Was meinen Sie?"
„Hat er das Blatt aufbewahrt?"
Frau Burton schüttelte den Kops.
„9a, ich glaube," sagte Sie.
»Und wissen Sie, wo? Sicher bei andern Papieren Aber die sind bet der Behörde, nicht wahr? Sie liegen jedenfalls bei Gericht oder in Verwahrung des Notars der vorübergehend feine Kanzlei führt."
Frau Burton zögerte einen Augenblick. Dann sagte sie:
„Ich erinnere mich, daß mein Mann dieses Zeitungs- batt nicht in seinem Büro verwahrte, sondern zu andern Papieren legte, die er in feinem Schreibtisch ein- gefchldssen hatte."
„Und sind diese Papiere noch da?"
Frau Burton nickte.
„Ja, ich habe noch nicht den Mut gehabt, sie durchwehen. Aber wenn Ihnen das Blatt fo wichtig ift, °nr>en Sie es haben."
^un schüttelte der Detektiv den Kopf.
tzi^"? gnädige Frau, die richterliche Entscheidung, über anders $e.rr f° unwillig war, kann ich leicht mühen^° einsehen. Ihretwegen möchte ich Sie nicht be-
Cin h"tte eine viel größere Bitte an Sie."
"gQ ? viel größere Bitte? Was wünschen Sie sonst?" ob Sie mir t.n ®ic -gnädige Frau, ich möchte fragen, Schreibtisch ver^^"' bie W Herr Gemahl in seinem wollten?" “Qhrt hat, zur Untersuchung überlassen ben^fiopf58UrtOn überrascht auf und schüttelte lÄJ* 1,m - —**» NW
fürchtete es," antwortete Rosch ruhig
ber T- sefeT 2ll'9lnsi(f wurde ein leise- Klopfen an ter Tur hörbar, und dann trat Dora Burton ein.
Prof. Dr. Kuczynski in feinem Laboratorium.
Die Bekämpfung des gelben Fiebers, einer der gefährlichsten Infektionskrankheiten der tropischen Gegenden, hat einen mächtigen Schritt vorwärts getan. Dem Direktor des Berliner Bakteriologischen Instituts Prof. Dr. Kuczynski ift es gelungen, den Erreger des Gelbfiebers in einer bestimmten Bakterienart zu entdecken.
Die Leistung Kuczvnskis ist umso höher zu bewerten, als er und seine Assistentin während der aufopferungsvollen Forschungsarbeit selbst am gelben Fieber erkrankten
Der preußische Haushaltsplan für 1929 ift jetzt betn Staatsrat zugegangen. Er balanciert in Einnahme und Ausgabe mit 4 171 984 480 Mark. Er erhöht sich damit gegenüber dem Etat von 1928 um rund 64,5 Millionen Mark. Die laufenden Einnahmen werden auf 3927,5 Millionen, die einmaligen Einnahmen auf 244,5 Millionen geschätzt. Die dauernden Ausgaben sind mit 3843,8 Millionen, die einmaligen Ausgaben mit 328,2 Millionen festgesetzt. Gegenüber 1913 ist der Etat um rund 3 Milliarden Mark höher. Die Ueberweisungen an Reichssteuern sind nach Abzug der Gemeindeanteile usw. mit 868 Millionen, die Erträgnisse an den Preußensteuern mit 589,1 Millionen in den Etat eingesetzt.
Die Staatsregierung widmet dem Etat eingehende Ausführungen über die gegenwärtige finanzpolitische Lage. Der Zuschußbedarf der preußischen Hoheitsverwaltungen ist, wie die Uebersicht des Nettohaushalts zeigt, von Jahr zu Jahr im Steigen begriffen. Obwohl die dauernden Ausgaben im Haushalt 1928 gegenüber dem Haushalt 1927 um die gewaltige Summe von 254 Millionen, also um rund 14 Prozent gestiegen waren, und obwohl die Staatsregierung bei Bemessung des Ausgabebedarfs für das Jahr 1929 sich weitgehende Zurückhaltung auferlegt hat, hat sich eine weitere Steigerung des dauernden Ausgabenbedarfs für 1929 nicht vermeiden lassen. Auch der Haushalt 1929 ist ebenso wie seine Vorgänger tatsächlich ein Defizithaushalt. Um das äußere Gleichgewicht herzustellen, blieb nichts weiter übrig, als den Rest des Betriebsfonds von 18 Millionen und ferner MUtel, die ebenfalls an sich her Substanz zugebö- ren, nämlich die für das Rechnungsjahr 1929 vom Reiche beanspruchte weitere Entschädigung für abgetretenes Staatseigentum in Höhe von' 25 Mil- Itonen als Einnahme in den Haushalt einzustellcn.
lieber die Deckung der außerplanmäßigen Ausgaben wird ausgeführt, daß der Etat keinerlei Re erven auf der Ausgabeseite enthalte. Durch die Besoldungsneuregelung seien auch die Reiserven der persönlichen Fonds aufgezehrt worden. Die Ginnahmenfätze entsprechen dem höchstmöglichen w xrTmen’ Bef der Domänenoerwaltung und den staatlichen Bergwerksunternehmen müsse eher mit Mindereinnahmen gerechnet werden. Es stehe auch noch dahin, ob die Reichsüberweisungssteueru
Geheimrat Heinrich Ehrhardt f.