Fuldaer Zeitung
Anzeiger für die Stabt Fulda und den Landkreis Julda. Amtliches Kreisblatt.
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Samstag, 17. Jlovembet 1928.
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Die Parteien und der Panzerkreuzer.
Der sozialdemokratische Antrag auf Einstellung des Baues findet keine Mehrheit. — Zur das Zentrum spricht Dr. Wirth.
' Im Reichstag war am Donnerstag beim Beginn der Panzerkreuzerdebatte der Saal voll besetzt und die Tribünen waren überfüllt. Die D e- m o k r a t e n haben erklärt, daß sie den sozialdemokratischen Antrag a b l e h n e n. Sie haben einen besonderen Antrag eingebracht, der die Vorlegung eines umfassenden Marine- bauprogramms fordert. Auch die Deutsch- nationalen haben einen neuen Antrag eingebracht, der verlangt, daß die uns im VersaAer Vertrag noch gelassenen Rüstungsmöglichkeiten voll ausgeschöpft werden. Von den Ko m m u n i- sten sind Mißtrauens anträge gegen den Reichskanzler und den Reichswehrminister eingegangen.
Der sozialdemokratische Abgeordnete Wels begründete den Antrag auf E i n st e l l u n g des Baues des Panzerkreuzers. Das Schiff habe keinen Gefechtswert gegenüber den Streitkräften der großen Seemächte. Die dafür ausgeworfenen Mittel sollten zur Linderung der drückenden Not verwandt werden, die im Waldenburger Revier und anderen Teilen des Reiches herrscht. Der Redner behandelte sein Thema sehr aggressiv. Er sagt u. a.:
Unsere grundsätzliche Stellung zur Reichswehr wird durch unseren Kamps gegen das Panzerschiff nicht berührt. Wir kämpfen nicht gegen, sondern um die Reichswehr, um sie zu einem zuverlässigen Instrument der Republik zu machen. Unser Antrag entspricht den Forderungen der Zweckmäßigkeit und der Sparsamkeit, die für uns das höchste Gebot sind. Gegen die Zweckmäßigkeit des Panzerschiffes liegen genug Gutachten von Sachverstän- d i g e n vor. Jin Kampf mit einer modernen Seemacht wäre das Schiff nur eine Schießscheibe. Es ist nicht wahr, daß die vorhandenen Linienschiffe nur schwimmende Särge wären. Reichswehrminister G r o e n e r hat selbst noch am 3. März erklärt, daß die Flottenpolitik der Vorkriegszeit falsch war: wir befürchten, daß der Bau des Panzerschiffes, der ja neue Schisfsbauten nach sich ziehen soll, ein er st er Schritt auf diesem falschen Wege ist. Die Wünsche der Offiziere können nicht ausschlaggebend sein. Hat es einen Sinn, frt reinen unvollkommenen Schiffstyp ungeheure Summen-auszugeben. nur weil der Versailler Vertrag das erlaubt? Alle Argumente, die für das Schiff vorgebracht worden sind, daß es für den Küstenschutz nötig sei, oder für die Sicherung des Seeweges nach Ostpreußen, sind militärisch wertlos. Wir kämpfen für die allgemeine Abrüstung und halten es deshalb gerade in diesem Augenblick für verfehlt, ohne Zweck und Sinn Kriegsschiffe zu bauen. Niemals war unser Antrag gerechtfertigter als jetzt. Das sollte auch das Zentrum einsehen, vor allem angesichts der Schwierigkeiten, die der Ausgleich des Etats bietet. Wir haben alle verfügbaren Mittel nötig, um das furchtbare Elend des Volkes zu lindern. Wollen Sie das Panzerschitf bauen, dann müsien Sie es auch bezahlen, dcmn mässen Sie den Mut haben, einen Wehrbeitrag dasür vuszuschreiben. Wie wollen Sie den Lau des Schisses rechtfertigen, solange es in Deutschland Hunger- gebiete wie in Waldenburg gibt, solange die Wohnungsnot über das ganze Reich geht? Für die Kosten des Panzerschiffes können in Ostpreußen 30 — 40 000 Lauern angesiedelt werden. Diese Menschen wären ein besserer Schutz der Ostgrenze als ein im Ernstfälle militä- nsch unbrauchbares Panzerschlff. Lassen Sie es genug sein an der Gewalttat der Unternehmer am Rhein und an der Ruhr, tragen Sie nicht neue Erbitterung und neuen Zorn in die breiten Volksmassen, indem Sie 80 Millionen für militärische Spielereien vergeuden! (Beifall und Händeklatschen bei den Soz.)
Zu dem kommunistischen Antrag auf sofortige Vorlegung der Denkschrift des Reichswehrministers bemerkte Reichskanzler Hermann Müller es fei 1. nicht richtig, daß in der Denkschrift Auseinandersetzungen über Bestellungen in höhe von 32 Millionen enthalten seien; 2. entha-te die Denkschrift Ausführungen über die Lan d e s- Verteidigung, die nur dem Kabinett gemacht feien und die sich der ganzen Sachlage nach nicht zur Weitergabe an die Oeffentlichkeit eigneten.
Gegen die Kommunisten und Rationalsoziali- sien wurde dann der kommunistische Antrag auf Vorlegung der Denkschrift abaelehnt.
Der kommunistische Abg. Heckert erklärte in der Begründung der Anträge seiner Fraktion, bas Panzerschiff sei zum Kampf gegen Sowjetrußland bestimmt und darum würden die Kommunisten es ablehnen.
Reichskanzler Muller beantwortete in einer kurzen Erklärung die kommunistische Interpella
tion dahin, daß das Kabinett bei seinem Beschluß über die Inangriffnahme des Panzerschiffbaues an die Beschlüsse des früheren Reichstages und des Reichsrates gebunden gewesen sei. , Wenn der Wehrminister über die erste Rate hinaus schon Aufträge im Betrage von 32 Millionen vergeben habe, so entspreche das dem Etatgesetz. Von einer Bedrohung Rußlands durch das Panzerschiff könne keine Rede sein. Die Reichsregierung stehe durchaus auf dem Boden des Rapallo-Vertrages.
Beichswehrminister Gröner
betonte in seiner Erklärung zu dem sozialdemokratischen Antrag zunächst die N 0 t w e n d i g k e r t einer Flotte als Ergänzung der durch den Versailler Vertrag beschränkten Landarmee. Ein Ersatz der veralteten Schiffe sei dringend notwendig und das neue moderne Panzerschiff habe einen hohen Gefechtswert.
Marineftreitkräfte feien für den Küstenschutz wertvoller als die für den Küstenschutz verwendeten entsprechenden Landkräfte. Ein Kriegsschiff verkörpere im höchsten Matze konzentrierte, überall rasch einzusetzende Kräfte. Niemand denke an den Wahnsinn, daß sich die deutsche Flotte mit einer Seemacht messen könne oder
Reichswehrminister Dr. Groener.
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wolle. Doch sei sie wichtig zur ersten Abwehr von Ueberfällen auf deutsches Land und zur Bettung der Neutralität für die Zeit, bis der Völkerbund oder eine Großmacht eingreife, und schließlich zur Bettung der Landstreitkräfte. Die Weltgeschichte sei voll von derartigen Ereignissen und die Gegenwart werde charakterisiert durch unausgereifte Verhältnisse, latente Gärungen und allgemeine Unruhe. Den Gedanken, daß der Bau des Panzerkreuzers unsere Position in den Rüstungsverhandlungen verschlechtere, habe schon der Reichsaußenminister Dr. Stresemann abgelehnt. Der Bau — das müsse nochmals ausdrücklich betont werden — beeinträchtige die deutsche auf allgemeine Abrüstung gerichtete Politik nicht im geringsten.
Im Verlauf seiner weiteren Ausführungen hob er hervor, daß auf die Konstruktion des Schiffes die letzten technifchen Erfahrungen angewandt worden feien. Das Schiff würde durch Verwendung von Leichtmetall um 550 000 Tonnen leichter als nach der alten Bauart fein, die Reichweite der Geschütze würde die der alten Linienschiffe um 12 Kilometer übertreffen, und die Feuergeschwindigkeit würde auf das Dreifache gesteigert werden können. Der Reichswehrminister wies weiterhin auf die Beschäftigung von 3000 Werftarbeitern durch den Bau hin. Am Schluß seiner Rede stellte Minister Groener die Stabinettsfrage. Er würde die Einstellung des Baues mit seinem Amt als Reichswehrminister nicht vereinbaren können.
Der deutschnationale Abgeordnete Treviranus warf den sozialdemokratischen Ministern vor, sie hätten dem Druck der Straße nachgegeben und eine unehrliche Politik getrieben. Die Deutschna- tionälen wollten aber jetzt nicht durch taktische Maßnahmen die Regierung stürzen, sondern s e l b ft den Zeitpunkt dazu wählen.
Reichskanzler Müller wies die Angriffe des deutschnationalen Redners zurück und betonte, er und seine politischen Freunde im Kabinett seien < nach wie vor Gegner des Panzerkreuzers. Wenn eine Mehrheit für ein Mißtrauensvotum gegen i
das Kabinett vorhanden sei, müsse sie auch eine neue Regierung zustandebringen.
Für die Bayerische Volkspartei lehnte Abgeordneter Leicht den sozialdemokratischen Antrag ab mit der Erklärung, daß die A n t r a g st e l l e r alle Folgen dieser Anträge tragen müßten.
Am Freitag 14 Uhr wird die Beratung fortgesetzt.
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Nach dem Abschluß des ersten Tages der Aussprache über den Panzerkreuzer wird in parlamentarischen Kreisen nunmehr die Ablehnung des sozialdemokratischen Antrages auf Einstellung des Baues als Gewißheit betrachtet, zumal sich infolge des demokratischen Beschlusses, unter Fraktionszwang gegen den Antrag zu stimmen, die Mehrheit auf schätzungsweise 250—260 Stimmen gegen etwa 210 Stimmen, die für den Antrag zu erwarten sind, et- höht hat. Ebenso sicher wird auch damit gerechnet, daß der kommunistische Mißtrauensantrag abgelehnt wird.
Allerdings hat nicht nur in Kreisen des Zentrums sondern auch bei der Deutschen Volkspartei die Form der Ausführungen des sozialdemokratischen Redners, Abgeordneten Wels, erhebliche Bedenken ausgelöst. Deshalb wird das Kabinett mit den Fraktionsführern zu einer Besprechung zusammentreten, in der diese Verstimmung aus der Welt geräumt werden soll. Dabei wird wahrscheinlich gefordert werden, daß die Sozialdemokratie in einer Erklärung den Wehrmachtgedanken anerkennt und Sicherheit dasür gibt, daß die Frage des Weiterbaues des Panzerkreuzers durch die Abstimmung enbgültig bereinigt ist und sich derartige Episoden wie die jetzige nicht bei jeder weiteren Rate wiederholen. In parlamentarischen Kreisen rechnet man damit, daß sich hierüber eine Einigung erzielen läßt, zumal der Kanzler vor dem Plenum bereits erklärt hat, daß die Sozialdemokratie keineswegs gegen den Wehrmachtgedanken eingestellt sei. Offenbar hat auch bereits eine erste Fühlungnahme zwischen führenden Persönlichkeiten der hinter der Regierung stehenden Parteien eingesetzt. Wahrscheinlich wird die Sozialdemokratie durch einen zweiten Redner die Mißverständnisse klarstellen,, damit nach der Abstimmung der Weg für die außenpolitische Aussprache und die Tätigkeit des Kabinetts frei ist.
Ueber die Stellungnahme des Zentrums zu dem Antrag der Sozialdemokratie erfahren wir, daß die Zentrumsfraktion aller Voraussicht nach einheitlich und geschloffen gegen diesen Antrag stimmen wird. Auf keinen Fall wird eine Stimme dafür gegeben. Voraussichtlich wird sich auch niemand enthalten. Wer sich daraus nicht an der Abstimmung beteiligen zu können glaubt, wird sich entfernen. Doch wird die Zahl dieser Abgeordneten sehr gering sein.
Dem Zentrum wird gerade nach der Rede von Wels und den von ihm gegen die Zentrumspartei gerichteten Angriffen diese Stellungnahme außerordentlich leicht gemacht. Außerdem wird das Zentrum nunmehr von sich aus das ganze W e h r - Problem grundsätzlich aufrollen Als Sprecher der Zentrumsfraktion zu dieser Frage wird voraussichtlich der Abgeordnete Reichskanzler a. D. Dr. Wirth auftreten.
Der Antrag der Demokraten.
Die demokratische Reichstagsfraktion hat beschlossen, nachstehenden eigenen Antrag einzubringen: „Der Reichstag wolle beschließen, die Reichsregierung zu ersuchen, ein in sich geschlossenes militärisch begründetes Ersatzbauprogramm für die ausfallenden Schiffe der Reichsmarine aufzustellen, das eine Ueberficht über die Bedeutung der Forderungen für die Landesverteidigung und die finanzielle Tragweite ermöglicht, und dieses Programm vor der Beschlußfassung über die zweite Rate des Panzerkreuzers „A" dem Reichstag vorzulegen."
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DDZ. Berlin, 16. Nov. (Eig. Funkm.) In der Parteiführerbesprechung mit Kabinettsmitgliedern, die heute vormittag im Reichstage stattfand, brachten die Vertreter der hinter der Regierung stehenden bürgerlichen Parteien, wie das Nachrichtenbüro des DDZ. hört, ihr Erstaunen über den Ton der gestrigen Rede des Abg. Wels zum Ausdruck. Namentlich in Zentrumskreisen hat man es sehr unangenehm empfunden, daß Wels alle diejenigen,
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Entwurf des vielumstrittcnen panzerkrenzers „A", der jetzt den Namen „Ersah Preußen" führt.
Sfii8aeaeb^Ufinh (=*iff3s^E^psienSchiffes ohne weitere Störungen fortschreiten, so nimmt man an. daß es im Frühjahr 1932 vollendet würde- «usgegeben sind ;ur das Schiff schon 9 Millionen. Insgesamt sind die Kosten in Höhe von 32 Millionen Mark berechnet.
| bi'e für den Panzerkreuzer stimmen würden, als unsozial hingestellt habe. Ferner war man in den Kreisen der bürgerlichen Parteien der Meinung, daß gerade die stärkste der Parteien, auf die sich die gegenwärtige Regierung stützt, nicht durch eine ausgesprocl)ene O p p 0 si t io'n sr ed e die Stellung der Regierung erschüttern dürfe. Die Vertreter der sozialdemokratischen Partei verzichte, ten auf eine Auseinandersetzung über diese Frage. Sofort nach Beendigung der Besprechung trat der sozialdemokratische Fraktionsvorstand zusammen
In parlamentarichen Kreisen gibt man der Auf. fassung Ausdruck, daß sich aus der gegenwärtigen Verstimmung krisenhafte Konflikte nicht er. geben werden. Die Bildung der „Großen Koalition" dürfte durch das Verhalten des sozialdemokratischen Parteiführer Wels höchstens verzögert worden sein. Im übrigen wird die Lösunx der gegenwärtigen Verstimmung von dem weiteren Verlauf der Panzerkreuzerdebatte heute nachmittag abhängen. Cs ist damit zu rechnen, daß die Redner der bürgerlichen Mittelparteien auf die gestrige Rede des Abgeordneten Wels mit Schärfe erwidern und dadurch eine Amivori der Sozialdemokraten erzwingen. Der zweite Redner der Sozialdemokraten werde bann bie Möglichkeit haben, eine versöhnlichere Stimmung zu schaffen. Man rechnet in parlamentarischen Kreisen fest a- mit, daß der Weiter-Bau des Panzerkreuzers g e ■ billigt, bie Mißtrauensanträge und bie von mehreren Parteien aufgestellte Forderung eines festen Marine-Bauprogramms enge, nommen wird.
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VDZ. Berlin, 11. Nov. (Eig Funkm.) Der sozialdemokratische Fraktionsoorstand beschloß, wie das Nachrichtenbüro des VDZ. hört, den Abg. D r. Breitscherd als zweiten Redner vorzuschik. Fen, falls das durch die Reden der anderen Par- teten notwendig werden sollte. In der Besprechung des Fraktionsvorstandes kam jedoch zum Ausdruck, daß eine solche Rede Dr. Dreitscheids unter keinen Umständen die gestrige Rede des Abg. Wels sabotieren wird.
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DDZ. Berlin, 16. Nov. (Gig. Funkm.) Di» Zentrumsfraktion des Reichstages beschloß heute nach einem Bericht des Abgeordneten Stege r m a l b über bie interfraktionellen Besprechungen, sich nicht mit einer kurzen Erklärung im Plenum zu begnügen; es wird vielmehr durch den Abg. Dr. Wirth feinen Standpunkt ausführlich darlegen lassen.
Die Lage in der Lisen - Industrie
Die Besprechungen beim Regierungspräsidenten Bergemann in Düsseldorf haben gleich nachdem Eintreffen des Neichsarbeitsministers Wiffell eingesetzt. Zur Besprechung waren noch Oberlandesge- richtsrat Jütten und Oberregierungsrat Briesch, bet amtliche Schlichter für Dortmund, hinzugezogen. Auch Regierungspräsident König-Arnsberg warm Düsseldorf erschienen.
Ein Vorschlag der Arbeitgeber.
Zu den Vorbesprechungen der Parteien im Eisenkonflikt berichtet die „B. Z.": Von Arbeitgeber- feite ist ein Vorschlag auf Abänderung des Lohnschiedsspruches gemacht worden, wo- nach die Stundenlohnerhöhung von sechs Pfennig nicht allgemein gewährt werden soll, sondern nur einem gewissen Teil der Arbeiterschaft. Die- jenigen Facharbeiter, bie bisher bereits einen Stirn« denlohn von 86 Pfg. hatten, sollen danach einen Lohnzufchlag von nur brei Pfennig erhalten. Die Gewerkschaften haben diesen Vorkch'äg abgelehnt und halten an dem Lohnschiedsspruch in unveränderter Form fest, sollen aber bereit fein, in der Arbeitszeitfrage Zugeständnisse zu machen.
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Unter dem Vorsitz des Zentrumsabgcordneten E s f e r ist am Donnerstag der Sozialpolitische Aus- schuß des Reichstags zusammengetreten, um so- fort zu den Anträgen der verschiedenen Parteien, die bet der Beratung des Eisenkonflikts im Reichstage eingebracht worden waren, Stellung zu nehmen. Die Vertreter der einzelnen Parteien haben sich darauf beschränkt, ihre Stellungnahme kurz zu wiederholen, fo wie sie von den offiziellen Red- nern der betreffenden Parteien im Reichstag selbst zum Ausdruck gekommen ist.
Einmütig wurde aber dem Willen Ausdruck gegeben, daß diese Anträge mit größter Beschleunigung erledigt werden müssen, um den betroffenen Gebieten möglichst rasch wirksame Hilst zuteil werden zu lassen.
* Keine Dienstentlassung des Lehrers Dennhardt. Zu der Amtsenthebung des Stahlhelm--fführer Lehrer Dennhardt-Halle, gegen den wegen angeblicher Beleidigung des Regierungspräsidenten und des Polizeipräsidenten von Halle ein Verfahren auf Dienstentlassung beantragt war, hat, dem „Lokalanzeiger" zufolge, der zuständige Minister entschieden, daß kein Grund zum Einschreiten gegen Dennhardt vorliegt. Damit wird die Angelegenheit Gegenstand der ordentlichen Gerichte, die feststellen müssen, inwieweit eine Beleidigung vor» liegt. ___________________
* Ausbau des chinesischen Rachricklenverkehrs. Aus Schanghai wird gemeldet: Zwischen der chinesischen Regierung und der Radio Eorporation of America ist ein Vertrag unterzeichnet worden, der die Errichtung einer großen dem Äerkehr zwischen China und Amerika dienenden rabiotelegra- phischen Station bei Schanghai zum Gegenstände hat. Der Betrieb wird netto den Vorschriften der