Nr. 264.
Zu? daer Zeitung (Amtliches Kreisblatf).
Mittwoch, 14 November 1928.
Bürgermeister-Versammlung in Fulda
Sonntag, den 18. November 1928, nachmittags 2.30 Uhr 1
Verbandsspiel der II. Bezirksklasse <>
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dessen Ausführung sich denen des »Welttheaters" und der „Weltmesie" in den Vorjahren würdig in-
"\e. Die packende Erzählung aus dem Prophe» Paniel, die von Byron und Heine als Ballade ärdelt worden ist, bildet den wesentlichen Gegenstand des Stückes: Belsazar oder Balthasar, der Beherrscher von Babylon, der sich von der Abgötterei und der Eitelkeit umgarnen läßt, entweiht, auf dem Gipfel seines frevelhaften Stolzes angekommen, die heiligen Gefäße, die Nabuchodono'or aus dem Temvel zu Jerusalem geraubt hatte. Da- für wird er mit dem Tod? gestraft. Der Dichter der Sakramentsspiele erblickt darin ein warnendes
dus, Gratus, Prosper und Mauritius Den aus der römischen Katakombe der hl. Agne« stammenden Leib des hl. Deodatus hat ein gewisser Bischof Augustinus Nikolaus aus dem Eremitew orden des hl. Augustin, wie er selbst beurkundet, am 10. Mai 1729 dem Franziskanerpater Thomas a Spoleto überlassen. Dieser gab am 20. Dezember desselben Jahres das Heiligtum weiter an den der thüringischen Franziskanerprooinz zugehörigen P. Johannes Thony, der 1723—29 als ®e. neralagent der deutsch-belgischen Nation an der rö» "rischen Kurie weilte und den edlen Besitz nach Fulda mitbringen konnte. Leider ist die dem bl. ^eib einst beigefügte sog. Dlutampulle im Laufe
Zeir verloren gegangen.
. Für einige hervorragende Reliquien wurden ^9en» bessere Behälter (Monstranzen, Kreuze usw.) dergestalt und so handlich gemacht, daß sie zum -nuß hingereicht werden können. Cs sind das be- londers die Reliquien von jenen Ordensheiliqen, zu, deren Ehre die Klosterkirche so oft von Lob- gejangen widerhallt. So birgt ein mit Strafen versel-enes Kreuzreliqviar eine Reliquie des großen hl. K ardinals und Kirchenlehrers B o n a v e n - t u r a , des fort, zweiten Stifters des Franziskanerordens. P. Antonius Santarelli. damals Postu- lator im internationalen Ordenskolleg St. Anton-o 1922 m' D<,rc^r?e f’e t,ern Frauenberg am 24. Mai
Andere Behältnisse enthalten Andenken von der hl. Elisabeth. Da die liebreiche Landgräfin von Thüringen die Patronin der ganzen thüring^ 'chen Ordensvrovinz der Fratres minores ist, so bat man natürlich auf den MM ihrer Reliauien besonderen Wert gelegt. Zuerst gelang es, ein Stück von jenem M a n t e l zu erhalten, den der hl. Franziskus einst selber trug und dann, wie uns Watz, ding in seinen Annales Minorium (IT. S. 159) berichtet, der hl. Elisabeth als Zeichen seiner Liebe und Derebrung und -rum D"nke für die b?m Orden chon geleisteten Dienste zuschickte. Elisabeth hielt das für' sie so überaus kostbare Geschenk wie ein Heiligtum und gab es bei ihrem Tode einer Frenn. ün. Seitdem wurde dieser Mantel nach Fr. Schmoll („die hl. Elisabeth in der bildenden Kunst") mit großer Sorgfalt von den deutschen Rittern zu Weißenburg in der Diözese Svener r^rmtthri Tu.-
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Am Dienstagnachmittag waren die Bürgermeister des Landkreises Fulda in der Harmonie zu einer Tagung versammelt. Nach einer Begrüßungsansprache des Landrats Freiherr» von (Sagern hielt der Kolonnenarzt der Fuldaer Freiwilligen Sanitätskolonne, Dr. Sebald, zunächst ein kurzes Referat über die Einrichtung von llnfallmeldestationen auf dem Lande. Angesichts des ständig wachsenden Verkehrs und der damit verbundenen Erhöhung des Gefahrenmoments sei die Einrichtung von Unfallmeldestel- len, die mit den Telephonstellen verbunden fein sollen, für jede Landgemeinde ein dringendes Erfordernis. Sie sollen im Falle eines Unfalls die Zentralstelle der Freiwilligen Sanitätskolonne in Fulda benachrichtigen, damit von dort aus sofort Hilfe gebracht werden kann. Für Masienunfälle werden laut einem Abkommen, das die Kolonne mit der Poft getroffen hat, Autobusse zur Verfügung gestellt. Auch die Anlage von Verbandskästen in jedem Dorf sei sehr anzuraten. Am Schlüsse seiner Ausführungen richtete der Redner einen Appell an die Anwesenden. die im Dienste der Allgemeinheit stehende Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz ideell und materiell tatkräftig zu unterstützen.
Landrat Freiherr von Eagern hielt es für sehr wichtig, die Sanitätskolonne auch für das Land nutzbar zu machen. Auch er erachtete die Errichtung von Meldestationen auf dem Lande für sehr angebracht. In den großen Gemeinden wäre auch die Bildung kleiner Sanitätskolonnen ins Auge zu fassen.
Auf Wunsch des Landrates, der noch an einer anderen Sitzung teilzunehmen hatte, wurden vor Erledigung der übriaen Punkte der Tagesordnung zunächst einige andere Angelegenheiten besprochen. Sie betrafen die Frage der Bewährung der P o st v e r k r a f t u n g, die evtl. Wahl von Vertrauensmännern für die Fragen des Fremdenverkehrs in den einzelnen Gemeinden, die Erziehung der Landbevölkerung zur besseren Straßen- und Verkehrsdisziplin; ferner die Zi- geunerplagc, der durch energische Maßnahmen der Ortspolizeibehörden entgegengewirkt werden soll, sowie die Schwarzwildplage. Bezüglich der Losholzverteilung stellte der Landrat der Versammlung die Bildung einer Kommission aus besonders geeigneten Bürgermeistern anheim, die vor der Verteilung den zuständigen Oberförstereien ihre Wünsche vortragen sollen.
Der weitere Teil der Tagesordnung wird unter dem Vorsitz des Regierungsassessors Dr. Lorscheider er- ledigt. Zunächst spricht Direktor Schmied gen vom Ueberlandwerk über Straßenbeleuchtung tn den ländlichen Gemeinden. Sie wird mit dem Wachsen des Verkehrs eine immer dringendere Pflicht Wie der Redner mitteilte stellt das Ueberlandwerk die Straßenbeleuchtungsanlagen auf eigene Kosten her und übernimmt auch die Unterhaltung derselben. Die Gemeinden haben für die Stromabnahme eine Vergütung zu zahlen. Die jährlichen Kosten belaufen sich bei 1000 Brennstund. und einer 60 Walt starken Birne auf 25 Mark pro Brennstelle. Es besteht Aussicht, daß der
gung und des Umschlags. Auch der Schuß der Ware gegen Beschädigung oder Beraubung ist ein höherer. Die Verwendungsmöglichkeit des Behälterverkehrs wird zweifellos zwischen großen Verkehrs-Zentren bestehen und es darf erwartet werden, daß die deutsche Wirtschaft ihre Verkehrsba« Ziehungen entsprechend prüft.
Die Punkte auf den S traßensperrschildern
werden in ihrer Bedeutung noch oft verkannt oder auch mißachtet. Es sei daher in Erinnerung gebracht, daß Schilder mit fünf Punkten die Straßensperrung für den gesamten Fuhrwerksverkehr, mit vier Punkten die Straßensperrung für Lastwagen von über 5,5 Tonnen Tragfähigkeit, mit drei Punkten die Straßensperrung für Kraftfahrzeuge aller Art bedeuten. Demnach ist die Marktstroße vom Friedrichsmarkt ab, die Mittelstraße von der Karlstraße ab, die Borgiasstraße vom Kaiserplatz ab, der Steinweg vom Buttermarkt ab für den gesamten Fahrzeugverkehr, worunter auch die Fahr-«, rüber fallen, gesperrt. Die Polizeibeamten sind angewiesen, alle, welche gegen diese Verordnung verstoßen, unnachsichtlich zur Anzeige zu bringen.
führt aus
Bender & Breuer
Inh. Hermann Bender.
Kanalstr. 1 Dachdeckermeister Teieph. 330
- Germania Fulda
Fuld. Spielv. Germania 09 e. V.
Frauenberger Heiligtümer.
Die Hochfeste des Franziskanerordens, wie das kommende Fest der hl. Elisabeth, ziehen immer viele Andächtige aus Stadt und Land auf unseren lieben Frauenberg. Nur wenigen dieser frommen Pilger mag es bekannt sein, daß dort auch f0 manche wertvolle Heiligtümer aufbewahrt werden, von denen nur die wichtigsten hier namhaft gemacht werden sollen.
Zunächst werden an hohen Festtagen auf dem Hochaltäre, sowie auf den Altären des hl. Franziskus und des hl. Antonius die Reliquien vieler Hei- ttgen zur öffentlichen Verehrung ausgestellt. Sie sind eingefchloffen in acht große vergoldete Holz- teliqutare, die still un|j feuchtend inmitten reichen Blumenschmuckes zwischen hohen flackernden Ker- ^"„^ehen. Ihr Verzeichnis nennt Reliquien von von mehr als 20 Märtyrern, von 3 M^hJrtfn»£r' 5 Ardensstiftern, 25 Dekennern und ff LnmmrJn °n $Un9f™uen. Auch eine Menge ®fSS T •03 dl. Land und andere hl. Stäl- t? Äift d)ffitnrm: Stücke von der Geißelungs- Jlu e' L ,;n^tanb CDm Kalvarienberge, Teile r ®ripferg und feiner hl. Mutter, Andenken , n der Krippe des Herrn, von der $r,9r!- hn1S ^h'r.DDm bl. Haus in Loretto ufw. . 2llv tm ^-Jahrhundert mit der neu einfetzen- ten Katakonwenwrschung unzählige Gräber der un- terirdtschen Begräbnisstätten Roms erbrochen und Wvl^v-rslbickt VuXnUf).nbcn Blutzeugen in alle
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lernen, mit einer Authenttk versehen im Fabre 1765 Jem Kloster Frauenberg gescheh (Ä £er kath. Kalender 1876.) Im Reliquienschrestte gegentiberstehenden St. Annaaltars ruhen fast jer ganze Körper des hl. Märtyrers Deodatus ?w'e kostbare leibliche Ueberreste von den chrstt-
Helden und Blutzeugen Simpliziu" vortunatus. Konstantius, Vener°n^
1893 P. Laurentius Caratelli, General der Kon- ventualen, die zu Padua in ehrfurchtsvoller Liebe den Leib des großen Wundertäters als ihr vornehmstes Kleinod hüten. — Die früher auf dem Frauenberge hochverehrte Antoniusreliquie, die an allen Tagen des Monats März der öffentlichen Verehrung ausgefetzt, am Feste des Heiligen und bei den Versammlungen der Antoniusbruderschaft aber außerdem noch zum Kusie dargereicht wurde, war von einer adeligen Frau von Gebsattel geschenkt. Generalvikar Damian von Ritter hatte sie nach fei. ner eigenen Bescheinigung 1765 einer anderen größeren von zwei Bischöfen rekognoszierten Antonius- relique entnommen. Diese größere war offenbar jene, die Fürstabt Konstantin von Butllar (1715— 1726) einst aus Venedig nach Fulda mitgebracht haben soll. Darum ist es schade, daß diese ehr- würdige Frauenberger Antoniusreliquie — anschei- nend im Kulturkampf — verloren gegangen ist- nur die dazu gehörige Authentik blieb erhalten'
Zu den kostbarsten Schätzen der Klosterkirche zahlen auch mehrere Reliquien des hl Franzis- kus und feiner geistlichen Erstlingstochter Klara bte hier nur erwähnt werden sollen.
... Das höchste und heiligste Juwel der Klosterkirche ist aber eme P art ikel vom Kreuzes stamm des Erlösers welcher — laut der 1729 ausgefertiq-
~ der Minoriten-Kardinal Coffa mit
• n?en rDOn der großen Kreuzesreliquie zu Rom, m der sog. Kirche des bl. Grabes in Je- entnommen hatte. Noch Errichtung der Kreuzwegstationen auf dem Kalvarienberg wurde ehedem die Frauenberger Kreupartikel bei der feier- Kreuzwegandacht auf dem Altäre ausgestellt UI?" J?-*0 Umzug im metallenen Vortragkreuz mttgefuhrt. wozu Fürstabt Amand von Buseck am 10. Mai 1740 die Genehmigung gegeben hatte.
Strahlen göttlicher Liebe und Gnade senden alle dtest Heiligtümer in den hoben Raum der Kloster-
Könnten sie reden, die auf den vergoldeten Altären und in den Pfeilsrwinkeln an den Kirchen- wanden stehen, alle diese heiligen unb frommen Gestalten, sie würden vieles erzählen von der Er- Neuerung religiöser Inbrunst und Kraft, die von dem Splitter des Kreuzes von Golgatha und von n hl. Ueberbleibf-ln ------
mente* weissagen und einen Altar mit Kelch und Hostie erscheinen. — Die fein ausgeführte Musik zur Einleitung und melodramatischen Begleitung, die sorgfältig vorbereitete Darstellung durch die Spieler, die sich gut in ihre Rollen eingedacht hatten, die farbenprächtigen Bühnenbilder, nicht zuletzt auch die tiefen Gedanken der Dichtung und ihre edle Sprache mußten auf alle Zuschauer einen nachhaltigen Eindruck machen. — Die Aufführung wird am morgigen Donnerstag um 8 Uhr abends und am nächsten Sonntag um %8 Uhr wiederholt. Wir möchten den Besuch wärmstens empfehlen.
Die 50 Lahre alten Dom schüler inn e»
hatten am 8. November eine Wiedersehensfeier in Fulda. Die Vorbereitungen hatte Frau Grosch übernommen, die ihrer Aufgabe gut gerecht wurde. Am Vormittag zelebrierte Herr Geistlicher Rat Kramer in der Normenkirche ein feierliches Dankamt, verschönt durch den Gesang der Benediktinerinnen. Es hatten sich 45 Domschülerin- nen, darunter auch verschiedene von auswärts, ein- gefunden. Alle begaben sich nach dem Gottesdienste in das anstoßende Kloster, um ihre frühere Mitschülerin, die ehrw. Aebtissin Katharina Trost von Fulda zu begrüßen. Am Nachmittag trafen sich die 50 Jährigen im schön geschmückten Lokale des Cafe Böhning am Waldschlößchen. Hier gab es selbstverständlich einen gemütlichen Kaffee unb am Abend ein gemeinsames Abendessen. Nach der Begrüßung durch Frau Grosch sprach Herr Pros. Dr. Donderau, früher Mädchenlehrer an der Domschule, über die Geschichte dieser Schule, die vor dem Kulturkämpfe von den Denedlktme- rinnen geleitet wurde. Her Eewerbeoberlehrer Feldmann gab interessante Lichtbilder über lebende und verstorbene Mitschülerinnen und andere denkwürdige Darstellungen im Bilde. Im Saufe des Abends dankte die jetzt in Mainz wohnende Frau P ost für die hübsche Festveranstaltung unb gab ihrer Freude Ausdruck, wieder nach langen Jahren im Kreise der alten Mitschülerinnen westen zu können.
Die Vorteile des seßhaften Ladengeschäftes.
Man schreibt uns: In letzter Zeit hat sich bas Hausierwesen im Fuldaer Bezirk sehr breit gemacht. Hierdurch wird nicht nur der ansässige Einzelhandel, sondern auch das Publikum oft sehr stark geschädigt. Das Publikum möge doch folgendes bedenken: 1. Im ordentlichen Ladengeschäft muß es mit guter Qualitätsware einwandfrei bedient werden, weil der Kaufmann sich feine Kundschaft dauernd erhalten will und sie infolgedessen unbedingt zufrieden stellt. Die Hausierer grasen mit sehr häufig minderwertiger und daher teurer Ware die einzelnen Platze ab, kommen vielfach mit dem Auto von weither und lassen sich nie mehr in dieser Gegend blicken. Sie haben daher auch wenig Interesse an der ordnungsgemäßen Abwicklung des Geschäfts zur Zufriedenheit der Kundschaft. Geld machen ist bei ihm die Hauptsache. 2. Im Ladengeschäft kann in aller Ruhe aus der Fülle der Auswahl ausgesucht werden und nötigenfalls umgetauscht werden. Der Hausierer kann diese große Auswahl gar nicht mit sich führen und Umtausch ist meistens unmöglich. 3. Bei den sogenannten Musterkäufen sind schon die bösesten Erfahrungen gemacht worden. Die Muster find nämlich des öfteren schon anders gewesen als die gelieferte Ware. Gerade hierüber hat sich dann besonders Landkundschaft beschwert, ohne viel ändern zu können. Es ist daher nur zu empfehlen: Kauft in den seßhaften, bekannten Einzelhandelsgeschäf- ten, die nicht teuerer, meist billiger und in bezug aus die Qualitäten zuverlässiger bedienen: man bewahrt sich vor unliebsamen Ueberraschungen.
Behälterverkehr bei der Reichsbahn.
Der Kraftwagen befördert das Gut nicht nur non Ort zu Ort, sondern auch von Haus zu Haas. Umladearbeiten und dadurch bedingte Verpackungs
kosten werden erspart, die Diebstahlsgefahr ist nur eine geringe. Diesen Borteilen des Kraftwagen will die deutsche Reichsbahngesellschaft begegnen. Sie prüft z. Zt. eine Deförderungsweise, wie sie bei den engt, und ameritan. Bahnen besteht „d e n Behälterverkehr". Er besteht darin, daß man die Einheit der Wagenladung bereits am Versandort auflcft in geschlossene Teilpartien, die vom Verlader in massive und verschließbare Behälter bestimmter Abmessungen verpackt und den E'n- zelempsängern am Empfangsort in derselben Form zngeführt werden, wie sie der Absender der Eisenbahn übergeben hat. Der Absender kann die Behälter in feinen eigenen Räumen beladen, verschließen, mittels Kraftwagen zur Bahn fahren und mittels Kraus auf den Eisenbahnwagen setzen. Auf dem Empsangsbahnhose wird der Behälter mittels Kranes auf den Kraftwagen gesetzt und dem Empfänger zugefahren. Der Behälterverkehr würde sowohl für die Reichsbahn als auch für ine Verfrachter erhebliche Vereinfachung bedeuten. Die umfangreichen Abfertigung^’ und Umladearbeiten, die eine aus zahlreichen Stücken bestehende Sendung erfordert, wird zufammengefaßt zu einem einzigen vollkommen zu mechanisierenden Akt der Abferti-
berühmte Volksprediger Berthold von Regensburg erzählte, daß er ihn oft dort gesehen habe. Später i0ll sich der Mantel im Kloster Tiefental im Rheingau befunden haben, welches infolge von Beziehungen zum deutschen Ritterorden 1237 als Elisa- vetyental neugegründet worden sei. Nach Auf- ,.bung dieses Klosters 1803 kam die Relique dann an die Pfarrkirche in Ober-Walluf, wo sie noch heute öffentliche Verehrung genießt. Von hier empfingen auch die Fuldaer Franziskaner ihre Re- liquen die Bischof Endert 1903 mit seinem Siegel beglaubigte.
. Ueberdies hat 6er Frauenberg auch Telle von isnen Heiligtümern der hl. Elisabeth bekommen, die letzt im Kloster der Elisaoethinerinnen auf derLand- ttraße in Wien aufbewahrt werden. Sophie Gör- res hat in den Historisch-politischen Blättern (1908) nachgewiesen, daß an der Echtheit dieser in Wien befindlichen Reliquien nicht gezweifelt werden kann. Lie bestehen aus dem Schädel und einigen anderen Körperteilen. Ter Hochmeister des deutschen Ordens, Erzherzog Maximilian, hatte sie 1588 aus 6cm Grabmal in Marburg erheben lassen und seiner Schwester Elisabeth geschenkt, die nach dein s ®ntten als Mitglied des dritten Ordens
des hl. Franziskus in dem von ihr gestifteten Klo- sier St. Klara in Wien lebte. Als'das Klaristen- nofter 1/82 der Aüfklärungswut jener Zeit zum Opfer fiel und abgerissen wurde, gingen die hl. Gebeine durch Schenkung Kaiser Josephs II. in ben Besitz der Elisabethinerinnen über. Dort entnahm ihnen der, Wiener Weihbischof Joh. Baptist Schneider 1900 einige Partikel und überließ sie dem hochseligen Eeneralminister P. Aloisius Lauer für das Mutterkloster seiner Heimatprovinz.
Nicht minder wertvoll sind auch jene hl. lieber» reffe Elisabeths, die einst von Papst Pius VI. dem zum katholischen Glauben übergetretenen Landgrafen Friedrich II. von Hessen zum Geschenke gemacht wurden und jetzt in der St. Elisabethkirche in Kassel verehrt werden. Durch die Güte der zuständigen Geistlichkeit kam 1908 auch davon ein willkommenes Erinnerungsstück auf den Frauenberg.
Daß auch das Andenken des hl. Antonius von Padua von feinen Mitbrüdern eifrig gepflegt wird, ist selbstverständlich. Mit einer Reliquie die-
Preis, wenn noch weitere Ortschaften sich anschliehen, auf 22 Mark herabgesetzt werden kann. Die Lawren werden durch eine Schaltuhr automatisch in und außer Betrieb gesetzt.
Im weiteren Verlauf seiner Ausführungen sprach Direktor Schmiedgen auch über die elektrische Beheizung der Kirchen während des Gottesdienstes im Winter. Der Betrieb solcher Anlagen sei sehr billig. Die Kilowattstunde werde mit 6 Pfg. berechnet. In letzter Zeit sei von dieser cheizungsmöglichkeit verschiedentlich Gebrauch gemacht worden. So habe die kathollich« Kirchengemeinde in Schlüchtern sich eine derartige Anlage geschaffen.
Regierungassess. Dr. Lorscheider, der dem Redner für seine Ausführungen dankte, wies darauf hin, daß die Bürgermeister als Polizeiverwalter verpflichtet seien, für eine ausreichende Beleuchtung ihres Ortes zu sorgen. Bisher habe man noch keinen Zwang ausgeübt, aber in Zukunft werde man darauf dringen müssen, daß die Be- leuchtungsverhältnisse den Vorschriften genügten. Bei unzureichender Straßenbeleuchtung laufe die Gemeinde Gefahr, bei einem Unfall schadenersatzpflichtig gemacht zu werden. Der Redner bat die Bürgermeister, chren ganzen Einfluß dahingehend geltend zu. machen, daß wenigstens das Notwendigste auf diesem Gebiete getan werde.
Inspektor Klein vom Heeresverpflegungsamt in SVutba teilte mit, daß er noch etwas Roggen, ferner bis Mitte Dezember noch Hafer sowie auch noch e;ne größere Menge Stroh kaufe. Die Heeresverwaltung zahle für Roggen bis 10,60 Mark, für Hafer bis 10,75 Mark, für Heu bis 6 Mark, für Stroh 1,90 Mark bis 2 Mark.
Als nächster Referent svrach Regierungsassessor Dr. Lorscheider über den Erlaß polizeilicher Strafverfügungen. Don den Aufgaben der Polizei ausgehend, erläuterte er zunächst den Begriff der Polizeiverordnung und Polizeiverfügung, sowie der polizeilichen Strafverfügung und legte dann die recbtlicken und formell. Voraussetzungen dar, von denen die Gültigkeit einer polizeilichen Strafverfügung abhängig ist. Die Verfügung hat zu enthalten: die begangene strafbare Handlung, den verletzten Strafgesetzparaaraphen, die vorhandenen Beweismittel und eine Belehrung über die dem Bestrafte:« gegen die Verfügung zustehenden Rechtsmittel. Die Ortsvolizeibehörden sind berechtigt. Geldstrafen bis zur chöhe von 150 Mark oder im Nichtbeitreibungsfalle Haftstrafen bis zu 14 Tagen zu verhängen. Am Schlüße seiner Ausführungen sprach der Redner noch über die Verhängung von Polizeistrafen gegenüber Jugendlichen.
Oberinspektor Schuster belehrte die Anwesenden über das Gesetz bezüglich Schußwaffen und Munition vom 12. April 1928. In Frage kommen drei Arten von Bestimmungen, je nach dem, ob es sich um die Herstellung und Instandsetzung, den Handel oder den Besitz von Schußwaffen handelt/ Für die Herstellung von Waffen ist die Genehmigung des Regiernngs-
Wichkiges für Sozialrentner.
Am Freitag, ben 16. November, wird die Unterstützung an die hilfsbedürftigen Sozialrentner 6er Stadt FuDa ausgezahlt. Rote Ausweisnum- mert arten sind vorzulegen.
Der Schulgoltesdienst
für die Volksschulen beginnt im Dom, der Stabt- Pfarrkirche und der Hl. Geistkirche von Donnerstag ob morgens um %8 Uhr unb in der St. Sturmius, kirche um K8 Uhr. Der Schulbeginn ist um y=9 Uhr.
Aenderung der Statistischen Marken.
Die durch das Gesetz über die Statistik des Warenverkehrs mit dem Ausland vom 9. August 1928 eingesührten Statistischen Marken werden nach Mitteilung der Deutschen Beamtenbund-Korrespon- denz in einfarbigem Buchdruck, und zwar die Marken zu 5, 10 und 50 Rpf. in grauer, die Marken zu 1 und 5 Mark in dunkelroter Farbe hergestellt. Die bisherigen Stempelmarken zur Entrichtung der statistischen Gebühr dürfen bis zum Ablauf des 28. Februar 1929 weiter verwendet werden. Für Marken dieser Art, die ungebraucht am 1. März 1929 noch in Händen von Steuerpflichtigen oder sonst im Verkehr sind, wird Ersatz geleistet, wenn er spätestens bis zum 30. Juni 1929 bei einer Zollstelle unter Einreichung der Stempelmarken beantragt wird Nach dem 30. Juni 1929 eingehende Anträge sind von der Berücksichtigung ausgeschlossen. Die zurückgenommenen und die sonstigen bet der Zollstelle lagernden Marken alter Art sind nach dem 30. Juni 1929 in Gegenwart von zwei Beamten, von denen einer tunlichst ein Oberbeamier fein soll, in üblicher Weise zu vernichten. Größere Mengen dürfen statt dessen zum Einstamp- fen, das unter amtlichen Sicherungsmaßnahmen vorzunehmen ist, verkauft werden. Die am 1. März 1929 bei den Dienststellen der Reichspostverwaltung und bei der Reichsdruckerei noch lagernden Vorräte an Stemnelmarken alter Art sind in üblicher Weife zu vernichten.
Fleckviehzuchkgenoffenichast Fulda.
Am Samstag, den 17. November dieses Jahres 13.30 Uhr (nachmittags 1.30), findet in der „Harmonie" in Fulda eine wichtige Versammlung der Fleckviehzuchtgenossenschaft statt. Im Hinblick auf die Bedeutung der Tagesordnung für die heimische Viehzucht wird den Fleckoiehzüchtrrn die Teilnahme an dieser Versammlung dringend empfohlen.
Calderons „Gaskmahl des Balthasar".
Im Bischöflichen Konvikt wurden am vergangenen Sonntag wieder eines der gedankenreichen geistlichen Schauspiele des auch von Goethe anerkannten Dichterfürsten halberen den zahlreich erschienenen Zuschauern geboten. Diesmal war es das „Gastmahl des Balthasar".
Vorbild für jene, die es wagen, mit unreinem Her- zen zum Tische des Herrn zu gehen. Zuletzt läßt et Den Propheten Daniel von „dem hehrsten Sakra-
Auioa. oen 14 November 1928