Völkisches Durcheinander in Variö
5.
Amtliche Bekanntmachungen
Polizeiverordnung
a)
b)
UND LADE ZUR BESICHTIGUNG ERGEBENS! EIN
Pferde Rindvieh Schweine Schafe u.
2.
3.
1919
280 000
480 000
750 000
Poincars Loucheur Marin
Margaine Nogaro
1914 451000 918 000
1338 000 1152 000
1926
535 tOu
1396 ,'00
1441 CTO
c) i»
nehmer für die Schweine
Am Kuhstall gehen wir vorüber; denn das Rindvieh ist auf der Weide. Wir kommen zum Pferdestall. Vier Pferde hat der Bauer draußen am Kultivator, alle vier nebeneinander gespannt, — ein gutmütiger Hengst, der sich von uns streicheln läßt, steht in einem Verschlag, Zwei halbwüchsige Fohlen in einem andern. Aber die Tiere sind nicht angebunden, sondern laufen frei im Stalle umher.
Nun geben wir durch die beiden großen Scheunen, ^etzt sind sie ziemlich leer. Viele landwirtschaftliche Ma- lchmen stehen hier beisammen, dabei ein prächtiger Schlitten. Wie sich das Schlittenfahren aber auf diesen ocherreichen Wegen macht, das weih ich nicht. Oder geht es doch, nachdem sich die Löcher im Herbst mit Waj- 'er gefüllt haben und zugefroren sind?
Nun überschreiten wir an einer schmalen Stelle und ouf einem schwanken Brett den Hofweiher neben der Scheune und kommen zum Bleichrasen der Hausfrau, wo ein paar lange Bahnen selbstgewebtes Linnen ausgespannt liegen. Dre jungen Entchen spazieren rücksichtslos auf der glatten Bahn entlang, aber sie haben vorher tm Teich ihre Plattfüße gewaschen. Nebenan sind ein paar Gartenbeete mit allerlei Gewächsen. Die junge tfrau zieht ein Radieschen aus, hält es mir vor die Augen und fragt, wie es auf Deutsch heißt. Der litauische Name dafür klinat dem deutschen ähnlich. Ich nehme
der Borgiasstraße vom Kaiserplatz und von der Schulstraße her;
des Steinwegs und der Schulstraße in Länge der Stadtschule vom Buttermarkt her;
der Marktstrahe vom Friedrichsmarkt her und der Mittelstraße von der Karlstraße, Brauhaus- straße und Kanalstraße her.
Diejenigen Personen (bezw. deren gesetzliche Vertreter), die hiernach zum Besitz von Schußwaffen und Munition nicht berechtigt sind, werden gemäß § 17 Abs. 2 des Gesetzes hiermit aufgeiordert, die in ihrem Besitz befindlichen Schußwaffen und Munition unverzüglich der zuständigen Ortspoltzeibehörde in Verwahrung zu geben. Ich mache hierbei darauf aufmerksam, daß die Ablieferer straffrei bleiben und darüber hinaus noch eine Entschädigung nach dem gemeinen Wert der abgelieferten Ge- genstände zu erwarten haben, sofern sie darüber nicht binnen sechs Monaten zugunsten eines im Sinne des Schußwaffengesetzes Berechtigten durch Abtretung des Herausgabeanspruchs verfügen. Die Ablieferung muß spätestens sechs Wochen nach Inkrafttreten des Gesetzes erfolgt fein, andernfalls Bestrafung und außerdem Einziehung der Gegenstände erfolgt.
Die Aufforderung zur Ablieferung der im unrecht- mäßigen Besitz gehaltenen Waffen und Munition bezieht sich nur auf diejenigen Waffen- und Munitionsarteti, djs vom neuen Schußwaffengesetz erfaßt werden, nicht aber auf Milllarwaffen usw., die dem Reiche aus Grund früherer Gesetze und Verordnungen entschädigungslos verfallen sind. (A II 5617-28).
Kassel, am 16. Oktober 1928.
Der Regierungspräsident.
Wird veröffentlicht:
Fulda, den 9. November 1928.
Die Polizei-Verwaltung:
Dr. Antoni.
gaexpedition überwinterte, die Kälte auf mehr als 46 Grad Celsius herabging. In Sibirien ist z. B in Jakil- tusk sogar eine Kälte von 62 Grad Celsius, in Werchojansk (67 Grad nördlicher Breite) eine solche von 34 Grad gar nicht selten. Trotzdem liegen diese Orte nicht in einer vegetationslosen Wüste, sondern in einem Waldgebiet, und daraus können wir erkennen, wie niedrige Kältegrade die Bäume zu ertragen vermögen Kjell- man erzählt von einer krautartigen Pflanze, Cochlearic. feneftrata, die ohne Schaden die furchtbare Winterkälte der Polarnacht ertrug, obschon sie bei Eintritt des Winters noch in vollem Wachstum und Blüte stand
Die andere Zeitschrfit heißt „Schallinis" und ist ein religiös-politische. Sonntagsblatt ähnlich unserem „Boni- fatiusboten" Merkwürdig berührt es, daß jede noch so einfache Drucksache, jedes Programm, jeder Reklamezet- tel den Zensurvermerk des Militärkommandanten trägt.
Gegen halb 2 Uhr kommt Kasimir von der Schule heim, und nach dem Mittagessen, um 2 Uhr, machen wir beide einen Spaziergang. Er will mir einen Kriegs- riedhos zeigen, der dort in der Gegend liegen soll.
(Fortsetzung folgt.)
notiere ich mir die iieren. Die Anzahl
Bekanntmachung.
Am 1. Oktober 1928 ist das Gesetz über Schußwaffen und Hlunifion vom 12 .April 1928 (RGBl. Teil 1 S. 143) in Kraft getreten. Die hierzu ergangene Ausführungsverordnung des Herrn Reichsministers des Innern vom 13. Juli 1928 ist im Reichsgesetzblatte Teil 1 S. 198) veröffentlicht.
Das Gesetz gesteht grundsätzlich Besitzfreiheit für Schußwaffen und Munition zu Zum Erwerb von Schußwaffen und Munition bedarf es jedoch eines behördlich ausgestellten Waffen- und Munitionserwerbs- fcheines und zum Führen einer Schußwaffe außerhalb der Wohnung eines Waffenscheins. Für Inhaber von Jagdscheinen sind besondere Bestimmungen in dem Gesetz getroffen worden.
Zum Besitz von Schußwaffen und Munition sind nach
16 Abs. 1 des Gesetzes aber nicht berechtigt:
1. Personen unter 20 Jahren,
fer naher und steigen weit am Ufer empor. Heute, am Vormittag, zeigt mir Frau Elena den Hof und geht mit mir hinüber auf die andere Seite des Hofes, wo der Bauer mit einem Kultivator einen Acker bearbeitet Zuerst führt mich die Hausfrau nach der Wohnung ihrer Borstentiere; denn dorthin schaffen eben Kastula und Petronne neue Streu. Eine schöne Zahl des grunzenden Getiers ist hier in einigen Holzställen vereint. Für den deutschen Geschmack scheinen mir diese Tiere viel zu schlank und viel zu wenig rund. Aber der Litauer liebt den Specks nicht sonderlich, er ißt täglich sein salziges, mageres Schweinefleisch. Ich frage die Hausfrau, ob sie die Schweine verkaufen.
Geldstrafe bis zu 150 Rm. oder mit entsprechender Haft bestraft.
8 6.
Diese Polizeiverordnung tritt mit dem Tage ihre» Veröffentlichung in Kraft. Mit dem gleichen Tage wird die Anordnung v. 15. August 1927. 21 II S. Nr. 993-27. aufgehoben (A II K. 769 a).
Gaffel, am 19. Oktober 1928.
Der Regierungspräsident.
Wird veröffentlicht
Fulda, den 7. November 1928.
Die Polizeiverwaltung:
Dr. Antoni.
Die köpfe der Krise.
Tardieu Herriot
Briand Daladier
Sarraut
ERÖFFNE MORGEN, DEN 11. NOVEMBER, EINE
WEIHNACHTS- VORSCHAU
Da lacht sie und sagt: „ne yra (das nicht) — Essen. — Nix Schweine verkaufen" — Ja, bet ihrer Art der Ernährung brauchen die Litauer viel Fletsch, und es finden sich auch keine Ab-
Auf Grund des § 30 Abs. 1 der Verordnung über den Sraftfahrzeugverkehr vom 16. März 1928 (RGBl. S. 91), der §§ 5, 6, 12 und 13 der Verordnung über die Polizeiverwaltung in den neu erworbenen Landesteilen vom 20. September 1867 (GS. S. 1529), der §§ 137 und 139 des Gesetzes über die allgemeine Landesverwaltung vom 30. Juli 1883 (GS. S. 195) und des Artikels 3 der Verordnung über Vermögensstrafen und Bußen vom 6. Februar 1924 (RGBl. S. 44), sowie des Min. Erl. vom 24. März 1924 (MBl. i. V. S. 499) wird mit Zustimmung des Bezirksausschusses für die Stadt Fulda folgende Polizeiverordnung erlassen:
§ 1.
Die Durchfahrt durch den Edelzellerweg zwischen Kunzellerweg-Schildeckstraße und Friedensstraße ist mit Rücksicht auf das Landeskrankenhaus für Kraftfahrzeuge aller Art verboten.
§2,
Die Borgiasstraße, der Steinweg und die Schulstraße tn Länge der Stadtschule, die Marktstraße und die Mll- telstraße sind Einbahnstraßen.
aller Ät Derboten' bas Gefahren mit Fahrzeugen I
Zur Feier meines
2j. MBluNifiinns
am Sonntag, dem 11. d. Mts., lade ich meine werte Kundschalt uni Gäste herzlich ein
Emil Werthmüller, Landbrot-Bäckerei und Gastwirtschaft „Zur guten Quelle“ Petersberg.
Für Musik ist gesorgt.
Dann sitzen mir wieder in der Wohnstube beisammen Frau Elena spinnt und unterhält sich dabei mit ihrer Mutter, Kastula rumort in der Küche und Petronne „pocht" zu unfern Häupten am Webstuhl. Sie tut das immer, wenn sie gerade keine andere Arbeit hat Das Pochen geht bann durch das ganze Haus. Jcy nBe am D'fch un& habe mich in ein paar litauische Zeitschriften vertieft. Ta ist zunächst die landwirttcha flicke Zeitschrift „Ukininko Patarejas." Aus einem dir Hefte Knegsverluste Litauens an Ha--s- der einzelnen Arten betrug:
Entmündigte ober geistig Minderwertige, Zigeuner ober nach Zigeunerart umherziehende Personen,
Personen, die wegen Zuwiderhandlungen gegen die im § 16, Abs. 1 Nr. 4 genannten Gesetze usw. ober gegen § 17 Nr. 1—3 und § 18 des Feld- und Forstpolizeigesetzes in der Fassung der Bekannft machung vom 21. Januar 1926 (GS. S. 83) und gegen die §§ 6 und 8 des Gesetzes gegen den Forstdiebstahl vom 15. April 1878 (GS. S. 222) zu einer Freiheitsstrafe von mehr als zwei Wochen rechtskräftig verurteilt worden sind, wenn seit der Verbüßung, der Verjährung oder dem Erlaß der Strafe noch nicht fünf Jahre verflossen sind — (Ist die Strafe nach einer Probezeit erlassen, so läuft die Frist von fünf Jahren von dem Beginne der Probezeit) —,
Personen, die unter Polizeiaufsicht stehen, oder denen die bürgerlichen Ehrenrechte aberkannt sind, für die Dauer der dafür festgesetzten Zeiten.
Das Verbot gilt auch für die Anlieger dieser Straßen. § 3.
In der Karlstraße, Mittelstraße, Königstraße, am Horaserweg und in der Schulstraße wird die Höchst- geschwindlgkeit für Personenkraftwagen und Krafträder auf 20 Kilometer und die Höchstgeschwindigkeit für Lastkraftwagen auf 15 Kilometer in der Stunde festgesetzt
§ 4.
Auf der Langenbrücke dürfen sich Lastkraftwagen oder Kraftomnlbufse oder Lastkraftwagen und Krast- ommbusse nicht kreuzen ober überholen. Die von auswärts nach dem Stadtinnern fahrenben Fahrzeuge haben in diesen Fällen das Vorfahrtsrecht. 3 9 0
§ 5.
Zuwiderhandlungen gegen diese Polizeiverordnung merben nnd; § 21 bes Gesetzes über ben Verkehr mit Kraftfahrzeugen vom 3. Mai 1909/21. Juli 1923 mit
Bei Kriegsfreurien in «tauen.
Ein Reisebericht von Fr Donatus $fannmüller
O bie Litauer sind reich an Liedern, überreick n ihre Dichter und Komponisten sitzen mitten tm Bolte r wohnen in den grauen Holzhäusern mit dem Idimpr»« Strohdach und — sie sind vielfach Frauen und Mädcken die daheim barfuß laufen. Gar mancher Dichter „Fach", der Künstlerlocken und einen goldenen Slemmer trägt, wäre glücklich, wenn er nur einen Teil jener Poesie im Herzen trüge, die jenen schlichten Leuten der Seele quillt. — ,us
2lls ich am Morgen in die Wohnstube trete, sitzt grQtl Gwna am Spinnrad, Kasimir sitzt an einem Ende bes ? itfc05- Un‘3 löffelt eine Früh suppe; denn er muh Uln 7 llfir in der Schule sein. Am anderen Ende sitzen zwei Mannsbilder ebenfalls beim Frühstück, -die mir als her K^cht und ein Taglöhner vorgestellt werden. Natürlich muß ich sie begrüßen, und der Taglöhner kann zudem ein wenig Deutsch, weil ihn die Deutschen bet Marsch-», gefangengenommen und nach Deutschland abgeführt haben. Der Hausherr und ich wollen wissen, wie er tn Gefangenschaft geraten ist. „£) je!" sagt er, „dos war in ßriet ganj leicht. Sie erwischten uns halt — ein gan- äes Bataillon. — Wir konnten nichts machen, der Oberst hat uns verkauft und verraten. Wir wurden gefangen." M.ehr war aus ihm nicht herauszukriegen. — Die beiden muffen hinüber ^um Straßenbau. Wie mir Kasimir er= jaglt, müßen bis Ende des Monats alle Wege in Ord- nung gebracht fein. Ich bin neugierig, wie sie das machen.
Gestern schon bin ich mit Kasimir und seinem Schwa- jern etn wenig das Feld besichtigen gewesen. Wir wa- ^en bis drüben an der Scheschupa, die ein paar Hundert Meter vom Hofe entfernt vorüberfließt. Ich hatte den S uß hier gar nicht vermutet; denn nichts deutet auf eme Nahe hin. Plötzlich, am Ende des Ackers, stehen -mr an einem iahen Absturz. Zehn bis 12 Meter unter uns lieg der Wasserspiegel. Aber das eigentliche Flliß- Sckn-oi^ 6in Stückchen entfernt, nur während der dckneeschmelze tm Fruh,ahr kommen die tobenden Was-
Kleine politische Nachrichten.
. * Neue soziale Gesetze. Der Reichstag wird eine Fülle von neuen Gesetzentwürfen wahrend seiner nächsten Tagung Est"den. Fertig ist ein Entwurf über Aenderung m der Unfallversicherung, wonach auch die Feuerwehr, das Personal von Krankenanstalten und Buhnenbetrteben in den Kr?is der Unfalloersicherug einbezogen werden sollen Die Vorlage beschäftigt die parlamentari- cken Kreise schon seit längerer Zeit. Noch nicht L' Neickstag aber bereits dem Reichsrat unter» breitet ift eine Verordnung über Krankenbehand- lung und Berufsfürsorge in der Unfallversicherung. Weiter werden gegenwärtig im Reichsarbeitsministerium bearbeitet ein Gesetz über Unfallfürsorge für Gefangene, eine Verordnung über Ausdehnung der Unfallversicherung auf Berufskrankheiten, eine Verordnung über das Verfahren bei Unfallversicherungseinrichtungen der Berufsgenossenschaften usw. Dazu treten noch einige Verordnungen, die andere Materien der sozialen Fürsorge regeln.
* Ermordung eines deutschen Kolonisten in Jugoslawien. Vor einigen Tagen drangen in dem deutschen Kolonistendorf D e s ch k a sechs unbekannte Verbrecher nach Mitteracht in das Haus des deutschen Mühlenbesitzers Philipp Kmesel ein. Nachdem der Nachtwächter überwältigt war und die Verbrecher in die Wohnung eingedrungen waren, gaben sie auf Kniesel und seine Frau mehrere Schüsse ab. Kniesel wurde schwer verletzt und erlag den Verletzungen in einem Neusatzer Sanatorium. Das Verbrechen hat unter der Bevölkerung große Aufregung hervorgerufen, da man vermutet, daß es sich um einen politischen Racheakt handelt. Kniesel war nämlich mit anderen Deutschen aus Deschka in einen Prozeß verwickelt, in dem angeblich aufgrund ihrer Aussagen während des Krieges mehrere Feschkaer Serben standrechtlich erschossen worden sind; Kniesel wurde damals vom Gericht freigesprochen. Nach dem Prozeß wurden aber gegen ihn von serbischer Seite verschiedene Drohungen gerichtet. Ein serbischer Bauer wurde als der Teilnahme an dem Morde verdächtig verhaftet._______________
Optische 3uo-5icherung.
tSei Signalüberfahren automatisches Bremsen durch die Lichlwirkung eines Raumspiegels.
Am Donnerstag vormittag wurde Pressevertretern el,ne optische Zugbeeinflussung vorgeführt, die als Versuch zur Lösung des Problems der Sicherung des fahrenden Zuges von größter Bedeutung ist. Sie beruht im wesentlichen darauf, daß bei bestimmter Signalstellung durch einen Raumspiegel eine Licht- Wirkung auf eine Selenzelle ausgeübt wird. Hinter bie» fer ist eine Tachometerscheibe angeordnet. Die Bremswirkung wird dann durch ein Relais in allen Fällen automatisch bewirkt, in denen ein Zug an einem mit dem Raumspiegel ausgerüsteten Signal in einer so großen Geschwindigkeit vorbeifährt, daß eine rechtzeitige Abbremsung bis zum Hauptsignal nicht mehr möglich wäre. Die Bremswirkung wird automatisch, also ohne Einwirkung des Führers der Maschine ausgelöst, wenn ein auf Halt stehendes Signal überfahren worden ist.
Die besonderen Vorzüge dieses optischen Systems der Zugsicherung sind darin zu erblicken daß es entgegen der anfänglichen Vermutung gegen Witterungseinflüsse fast vollständig unempfindlich ist. Es arbeitet billiger als die bisher erprobten anderen Systeme, übt einen unbedingten Zwang zum rechtzeitigen Halten aus und läßt auch zahlreiche andere Anwendungsmöglichkeiten zu. Die Einrichtung wurde bereits betriebsmäßig im Bereich der Reichsbahndirektion München in etwa 4500 Fahrversuchen erprobt, ohne daß ein Versager zu verzeichnen war. ö 0
allen Fallen automatisch die Bremswirkung auslöste in denen die mit der Einrichtung ausgerüstete Maschine'des
das Radieschen, mache es sauber und beiße hinein. Da will sich Frau Elena totlachen. Diese einfachste Verwendung kennt sie nicht. Aber an einem der nächsten -abenbe bringt sie einen Radieschensalat, in Scheiben geschnitten, und mit Rahm angemacht, auf den Tisch. Ser Salat ist gut. Weiterhin liegt ein größeres Beet mit Hanf. Der litauische Bauer kauft keine Hanfseile, sondern dreht sie sich während des Winters alle selbst. Dazu braucht er weiter keine Apparate als einen Nagel tm Türpfosten, feine flache Hand und feinen Oberschenkel. ®cn““„ wie ein Schumacher, der feinen Pechdraht „brefjt', macht er das. Ich habe einmal im Winter 1915 einem Quartierwtrt zugesehen, als er sich neue Zugstränge für die Pferde drehte.
Nun überschreiten wir die Wiesen und gehen zu An- tanas Ambraschiejus, der seinen Acker aufreißt. Er laßt seine Pferde ausruyen, und wir unterhalten uns, so gut mir können. Sofort erzählt ihm Frau Elena mein Verbrechen an dem Radieschen. Ach, könnten doch die guten Leute einen richtigen Münchener „Radimann" bei leinem Frühstück beobachten! Auch hier gibts keine Steine im Acker, die dem Bauern das Leven schwer machen. Auch hier nur ganz kleine, runde Findlinge, bie leid)t vor bem Kultivator hochkommen, und die man für Kartoffeln hallen könnte.
Wir gehen auf einem Umwege zum Hof zurück. Ein Storch stolziert gravitätisch auf des Bauern Wiese. Der bringt uns doch daheim in Deutschland die Kinder. Und Frau Elena hat keine Kinder. Sie sagt, auch in Litauen bringt der Storch die Kinder, aber dieser da trägt sie alle hinüber in den Nachbarhof.
Von der Rückseite her kommen wir wieder auf den Hof. Nebenan liegt die Siete mit den kleinen verzierten Fenstern und dem schmucken Dachgesimse. Aber wir gehen nicht hinein, hier wird sie als Wohnung bes Knock- tes benutzt. Wir gehen ins Haus und steigen bie Bodentreppe empor. Die Mutter Akelaitis, die uns vor belÄal,f.fÜr erroanet t)at geh« mit. Hier ist vieles noch nicht fertig ausgebaut. In der Mitte, bei den zwei Ka- mmen, ist die Fleisch- und Räucherkammer. Ob ich hm- einschauen will? Nein, so neugierig bin ich nicht In dem (Subeiraum, der einmal eine Stube werden soll.
Caillaux
.... Der überraschende Rücktritt des Kabinetts Poincars hat die Köpfe ber GestÄzten" d^r^Mimster^ h1 r^@r m Mmisterkandidaten in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses gerückt. Zum Sturze
des Kabinetts der »^Nationalen Einigung" scheinen die auf unferm Bilde rechts gezeigten Margaine Noaaro vor allem aber der Ex-Mimsterpräsident Caillaux, ein alter Gegner Poincars, das meiste beigetragen zu haben.
Sonderzuges an dem Signal eine höhere Geschwindigkeit hatte, als zur rechtzeitigen Bremsung notwendig ! war. Der Vorführung dieser optischen Zugbeeinflussung ■ war im Verkehrsministerialgebäude eine theoretische Einführung in bas Problem der Zugsicherung vorausqe- gangen.
— Wieviel Kälte können Pflanzen erfragen? Sobald der erste Frost eintritt, sehen wir, daß viele Pllan- 3en schon durch eine sehr geringe Kälte zugrunde gerichtet werden. Andere können schon ganz erhebliche Kältegrade ausgehalten. So hat ber schwedische Botaniker Kjellman sestgestellt, daß in der Gegend, wo die Ve-
WHICHEH6US ADOLF WILL
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Wohnung: Sturminsstrasse 5. Telephon 886
steht ein aufgebäumter Webstuhl. Frau Elena steigt hinein und zeigt ihn mir in Betrieb. Ich kenne das noch aus meiner Kinderzeit. Sie weben gerade an einem gemusterten Handtuchstoff, unten sind vier Tritte im Betrieb.
_ _ • ------- 806 000 1573 ('M)
Der Gefamtverlust an Vieh dura, den Krieg beträgt demnach über anderthalb Millionen Stück. Es haben aber auch zwei Kriegsheere aus dieser Küche gegessen, zuerst das russische, dann bas beutsche.
Der Gesamtzuwachs an Vieh seit Kriegsende ist enorm und gibt den litauischen Bauern ein ehrende» Zeugnis. Die Vorkriegszahl wurde schon wieder um eine Million und 86000 Stück Überschrift ten. Und Litauen ist nicht groß, seine Bevölkerung be- trägt nur 2 Millionen.
Markts traGe 6.