Nr. 261.
Zuldaer Zeitung (Amtliches Kreisblatt).
Samstag, 10. November 1928.
Das Caf6 / Die Konditorei
Täglich
Künstler - Konzerte
Er wollte es sich selbst nicht gestehen, aber er stand doch nur darum da, weil er Dora sehen wollte. Dora Burton, die er liebgewonnen. Ja, er liebte das Mädchen, wenngleich er es erst ein einziges Mal gesehen hatte und sich überdies des Gefühles für sie selbst nicht deutlich bewußt war. Hatte er darum so wenig Teilnahme fühlen können, als Franz vdn Beekum am Abend vor- her die Entfremdung beklagt hatte, welche das traurige Ereignis zwischen den beiden Familien geschaffen? Franz liebte ja selber das Mädchen. Aber diese Hoffnung mußte er wohl nun für immer begraben. Nicht ganz ohne Schadenfreude stellte Arthur Roger bei sich iest, daß Franz van Beekum unter den gegebenen Umständen wohl keine Aussicht mehr hatte, die Hand der schönen Dora Burton zu gewinnen.
Mit diesen Gedanken war der Rechtsanwalt beschäftigt, während er anscheinend den unverständlichen Worten des Dankes lauschte, den ein älterer Herr im Namen bcr Familie allen aussprach, die dem Notar Burton öle letzte Ehre erwiesen hatten. Aber plötzlich fuhr er Mammen, als ihm jemand von rückwärts auf die Schulter klopfte. Es war ihm, als müsse er sich seiner Gedanken schämen.
Er schaute zurück und erblickte seinen Freund, den Detektiv. Sie verließen miteinander den Friedhof.
»Du bist auch ba?" fragte Roger, um etwas zu sagen.
»Ja, natürlich. Aber ich habe mehr Gründe, dich das zu fragen."
»D, ich war ohnehin in Schillerhorst und dachte, ich könnte mir das Schauspiel auch gleich anschauen."
„Natürlich, natürlich, es ist eine schreckliche Geschichte, nicht wahr?"
»Hast du bereits etwas herausgebracht?"
„Aber was für Gründe könnte sie haben, nicht den genauen Verlauf der Dinge mitzuteilen?"
„Das bleibt zu erwägen. Aber jedenfalls verwerfe >ch die wahrscheinlichste Lösung."
-„Warum?"
„Ja, mein lieber Freund, wenn ich dir die volle Wahrheit sagen soll, ich habe dafür nur einen entscheidenden Grund."
„Und der wäre?"
Der Detektiv zögerte einen Augenblick und sprach bann:
„Kurz unb gut — ben: — Lach mich nicht aus — Ich verwerfe bie wahrscheinlichste Lösung wegen Dora Burton, in anbetracht ihrer hartnäckigen Weigerung, ie anzunehmen. Das klingt vielleicht töricht, aber es ist so. Fräulein Burton ist vollkommen baoon überzeugt. baß ihr Onkel keinen Selbstmorb verübt hat, onbern bas Opfer eines Verbrechers geworben ist Unb die unerschütterliche Ueberzeugung ber jungen Dame bringt meine eigene Ueberzeugung immer wieber ins Wanken. Sie ist ihrer Sache so sicher, baß ich mich ihrem Einfluß nicht zu entziehen vermag unb mir immer wieder sagen muß: Der Notar ist ermordet worden unb I '4 muß ben Täter finben. Dora Burton ist ein'aana außerordentliches Mädchen." 1 0 3
i „Wieso?" fragte Roger.
„Nun, sie ist anders als die andern. Und das Eigen- I tümliche ist, daß sie früher durchaus war wie bie an- I bern. Ein liebes, sanftes, lebenslustiges Kinb, bem I ein hübsches Kleibchen unb ein vergnügter Ausflug schon I bebeutungsvolle Dinge im Leben waren. Jetzt ist sie I ganz oeränbert, außergewöhnlich entschieben unb selbst. I bewußt, aber noch lieb unb schön wie früher. Ja, ja, I du brauchst mich gar nicht so merkwürbig anzusehen, I ich bin keineswegs verliebt in sie. Du weißt, mein I Herz ist nahezu unoerwunbbar."
I Arthur Roger hatte seinen Freunb in ber Tat sor- I schenb angesehen. Einen Augenblick lang hatte ihn der Gebanke beunruhigt, ber Detektiv könnte sein Herz an
I bie schöne junge Klientin verloren haben. War ihm I auch in ihm ein Nebenbuhler entftanben? Er zuckte die Achseln. Es wäre boch zu töricht, bas anzunehmen
| Nichtsbestoweniger fühlte er etwas wie Eifersucht gegen ihn in sich aufsteigen. Unb für biefe Eifersucht war mehr Grunb vorhanben, als für das leidige Gefühl, das er
I r^rang van Beekum gegenüber nicht ganz zu unterdrücken I vermochte. Denn zwischen diesem unb Dora Burton batte ber Tob bes Notars eine unüberbrückbare Kluft gerissen, wahrenb ber Detektiv gerade in der Lage roar^ fid, vielleicht 4hre Dankbarkeit zu erwerben.
Die beiden jungen Leute schwiegen einen Augenblick.
! Endlich fragte Roger:
,j5räu(ein Burton will dich also sozusagen zwingen, die Beweise zu erbringen, daß ihr Onkel ermordet worden ist?"
„Ja, und ich glaube auch, es wird mir gelingen. ■Menn wir es mit einem Mord zu tun haben, soll mir der Täter nicht entgehen."
„Aber warum will sie das mit Gewalt? Du hattest doch selbst gemeint, sie und Franz van Beekum hätten vor der Verlobung gestanden? Hast du seither vielleicht deine Meinung diesbezüglich geändert?"
„Nein, im Gegenteil. Der Sohn des Bankier liebte sie und hätte bestimmt, wenn alles seinen gewohnten Gang gegangen wäre, um ihre Hand angehalten. Ich glaube auch, daß sie ihn ganz gut leiden mochte unb seine Werbung wohl nicht ausgeschlagen hätte."
(Fortsetzung folgt.)
die Beobachtung gemacht, daß es jedermann als die natürlichste :oad)e von ber Welt ansähe, wenn er zum Begräbnis ginge. In Schillerhorst erwartete man es nicht anbers, als baß jeber baran teilnahm, bem es möglich war. Er vermochte unter biefen Umftänben dem Verlangen, bas sich in ihm regte, nicht zu wiberstehen. Er benützte also nicht, wie er es oorgehabt, den ersten Zug, um nach Hause zurückzukehren, sondern machte es wie die andern und begab sich auf den Friedhof.
„Herausgebracht? Hm, ja, es kommt nur darauf an, was du herausbringen nennst. Em paar Kleinigkeiten habe ich entdeckt, aber sie passen noch in keine Theorie, s&k’ bie wahrscheinlichste Lösung ist noch immer die, daß der Bankier und der Notar miteinander spekuliert haben. Sie hatten an jenem Mittag eine Zusammen- funft, bei der sie feststellten, daß sie beide verloren waren, und ber eine ist bavongelaufen, ber anbere hat sich erschossen. *
Der Rechtsanwalt nickte.
„Das scheint eine ganz logische Lösung zu sein."
6t ar'c. ber Bericht ber Frau Burton nicht bazu patzt. Aber man kann vielleicht annehmen, baß sie nicht genau erzählt hat, was geschehen ist."
„So?"
„Ja benn hat sich alles so zugetragen, wie sie be- bangtet, so ergeben sich unüberwindbare Schwierig, leiten. ö
Warme
Winter-Mäntel
in großzügiger Auswahl.
Frledrichsmarkt 10, neben der Pfarrkirche.
Fuldaer fictiendrucKerel, Fulda
Schillerhorst.
Eine geheimnisvolle Geschichte von Wilhelm
8] --
Roger war tags zuvor nach Schillerhorst aefnmm natürlich in ber Angelegenheit ber Familie van SeXm Er hatte lange mit feinem Freunbe Franz verbanden und auch bie Damen kennen gelernt. Die Mutter ma f<ne einfache, gutmütige Frau, bie zu nichts anderem tmftanbe war, als zu klagen unb zu jammern über bas furchtbare Schicksal, bas sie betroffen. Lisa und Su- sänne waren nette junge Mädchen, aber natürlich fehr ftitt und gedrückt, lieber bas traurige Ereignis waren nid)t viele Worte verloren worden, aber Roger hatte bas Gespräch auf Dora Burton zu lenken gewußt. Franz a?tte sich nicht weiter über sie geäußert, seine beiben Schwestern aber waren nicht mübe geworden, sie gu loben Aus ihren Worten ging jedoch hervor, baß sie Dora für ein liebes, wenn auch ziemlich verwöhntes Menschenkinb hielten. Sie hatte das Leben von ber leid). ten Seite genommen, war schön unb reich, kannte keine Sorgen unb war vor allem ber Liebling ihres nun ver« (torbenen Onkels gewesen. Die Freunbinnen bemit- leibeten sie benn auch aufrichtig, unb in ber Familie bes •öanfiers hatte man eine ganz anbere Vorstellung von ber Art, wie sie ben Schlag ertrug als ber Wirklichkeit entsprach. Arthur Roger hielt es nicht für notwendig, 3u fagen, baßer Dora Burton persönlich kennen gelernt batte. Auch seinem Freunbe gegenüber hatte er nicht baoon gesprochen. Dieser hatte ihm zwar mitgeteilt, baß ber Detektiv es abgelehnt habe, ihm zu helfen, weil er «d? bereits auf einer anberen Seite verpflichtet habe, •aber Franz van Beekum schien bies weiter nicht nahe gegangen zu sein, nachbem er ben Detektiv ohnehin nur auf Anraten feines Freunbes ausgesucht hatte unb selbst tetnen weiteren Wert auf feine Mitarbeit in ber Angelegenheit legte.
tbn*°9" ^te di. Damen getröstet, so gut cs ging, unb Jnzwil^ ^fnung °ufem glückliches Enbe gemacht. Stabt <.eS 3U fpät geworben, um noch in bie wen"-in v^i^hren, und er nahm im „Golbenen Lö-
Zimmer. Dort hatte er am folgenden Morgen
Gottesdienstordnunq
Buße soll Strafaussetzung auf drei Jahre erfolgen. — Ein 23jähriger, seit Ende Mai ds. Js. ar* beitslofer, wegen Diebstahls vorbestrafter junger Mann , hier, hatte im Sept. ds. Js. auf einem Acker bei Lehnerz vier Sack Kartoffeln „entdeckt". Tags darauf holte er und fein Vater diese vier Sack Kartoffel gemeinschaftlich ab. Der Diebstahl wurde jedoch beobachtet und der zuständige Oberlandjäger benachrichtigt. Dieser nahm Vater und Sohn die Beute ab. Trotzdem sich beide eines fal- schen Namens bedienen, konnten sie bald ausfindig gemacht und zur Anzeige gebracht werden. Der jugendliche Haupttäter erhielt wegen gemeinschaftlichen Diebstahls 20 Mk. und der Vater 10 Mk. Geldstrafe. Wegen falscher Namensangabe erhielt jeder 5 Mk Geldstrafe. — Wegen Uebertre- htng der Kraftfahrzeugordnung wurde ein Last- kraftwagenführer von Mittelkalbach zu 3 Mk. Geldstrafe verurteilt.
Aus dem Gerichksfaal.
Ein junges Mädchen aus einem Nachbarsorte hatte im Juli ds. Js. einer hier wohnenden Familie ein Tischdeckchen und aus der Wohnung einer anderen in demselben Haus wohnenden Familie mittels Nachschlüssels einmal zwei Mark, ein andermal 50 Pfg. gestohlen. Wegen des einfachen Diebstahls wurde die Diebin zu 10 Mk. Geldstrafe, wegen des schweren Diebstahls zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Bei Zahlung von 20 Mk.
tete er eben auch Wissen unb Wissenschaft im Spiegel ber Ewigkeit.
Den Schluß bes Programms machte E. Köllners „Seesturm". Der Franziskanerchor verlieh ber wirkungsvollen Komposition durch saubere Tonmalerei unb durch bie Wahrheit ber Darstellung einen besonberen Reiz.
Pater Provinzial Camillus Hillendranb nahm Veranlassung, allen Teilnehmern an Der Feier uno s'.u Mitwirkenben, insbefonbere ben beiben Rebnern, sowie den Herren aus ber Stabt, welche sich für ben musikalischen Teil zur Verfügung stellten, seinen herzlichen Dank zu sagen. Besonbers warme Dankesworte wibmete er auch allen, welche in Vergangenheit unb Gegenwart bem Frauenberg ihre mUbtätige Hilfe haben zu teil werben lassen. Der Hochw. Herr Bischof hob in feiner Ansprache hervor,, er habe mit Genugtuung aus bem Vortrage bes Chronisten vernommen, wieviel Erfreuliches ber Frauenberg in ben letzten brei Jahrhunderten in ber Pflege ber theologischen Wissenschaft geleistet habe. Cs sei fein Wunsch unb sein Gebet, baß vom Frauenberg noch viel Gutes ausgehen möge in biefer sturmvollen Zeit, wo nichts so notwendig erscheine als bie Pflege ber echten kirchlichen Wissenschaft. — Der Oberhirt segnete barauf bie Festversammlung.
Georg Stamm und seine Ehefrau Elise, geb. Roßkopf, hier, Heinrichstraße 50.
Die feierliche Enthüllung des Kriegerdenkmals auf dem Stadt. Ehrenfriedhof ist, wie wir hören, auf Sonntag, den 18. November, festgesetzt worden.
Kraftpost Schlitz-Burghaun.
Samstag, den 10. November, wird die letzte Abendfahrt ab Burghaun 19,40 Uhr ausnahmsweise nur bis Langenschwarz durchgeführt. Die erste Fahrt am Montag beginnt in Langenschwarz. Abfahrt fahrplanmäßig 5,30 Uhr.
Evangelischer Gottesdienst.
Sonntag, ben 11. Noo. (23. S. n. Irin.) Fulba: 9K Uhr norm. Pfarrer Hattenborff; 11 Uhr norm. Kin- bergoftesbienft; 6 Uhr abenbs Kreispfarrer Weber. Amtswoche: Pfr. Hattenborff. Bab Salzschlirf: 10 Uhr norm. Kreispfarrer Weber.
Fulda. Mittwoch, ben 11. Nov.. 8 Uhr abenbs, im Gemeinbehaus Vortrag bes Bunbesdirektors bes Evangelischen Bunbes Dr. Fahrenhorst-Berlin über: „Luther's Erbe unb wir". Tag unb Stunbe für bie Bibelstunbe wirb noch bekannt gegeben.
Soangel. landeskirchl. «emeinschast, zulda, Suttlarftr. (7.
Sonntag, den 11. Novbr. bis emschließl. 20. Novbr. jeben Abend 81/« Uhr Evangelisation? - Vorträge durch Herrn Fabrikant Blank aus Calw. Jeden nachm. um *'»5 Uhr Bibelstunde. Jedermann iit herzlich eingelaben.
St Sturmius - Pfarrkirche. 7'/« Kommun. - Austlg. 7V» Frühmesse mit Predigt, Komm, der Jünglinge. 9 Uhr Hochamt mit Pred. Danach Christenl. '/>2 Segensand. — Hbteifirdje 6. Benediktinerinnen. Sonntag ’/<6 Konventamt, 3 Vesper; werktags 6 stille Messe, Vi9 Konventamt, 3 Vesper. Sonntag V-9kein.Konventamt.—herj-Iesu-yeim. Sonntags */»7 Uhr hl. Messe. >/>9 Uhr Amt und Predigt. 2 Uhr Andacht und Segen. Werktags ‘/,7 Uhr hl. Messe. Mittwoch abend um 8*/< Uhr Andacht und Segen. — Zriedhofskapelle am 5ranzosenwSIdchen Sonntag: 6*/< hl. Messe mit Ansprache und Kommunion - Austeilung, Werktags: 7V« hl. Messe mit Kommunion-Austeilung. — Severikirch«. 7 hl. Messe. 8 Oberrealschulgottesdienst. — Frauenberg. Hl. Messen von 5—7 Uhr. Um 8 Uhr singmesse mit Predigt und liiurg. Gebeten. 9 Uhr Levitenamt mit Predigt, Te Deum und sakram. Segen. Vi3 Andacht für den Franziskaner-Missionsverein.
Iteuenberg. */i9 Uhr Amt und Predigt. — Lehrerz. 8 Uhr Amt und Predigt. — vieterrhan. VilO Uhr Amt und Predigt.
Montag, 12. November. Jrauenberg. Fest des hl. Didakus, Bekenner vom 1. Orden. Ablaßtag. Gegen V»7 Uhr Levitenamt. Nachm. */i5 feien. Vesper mit sakram. Segen.
Samstag, 17. November. Frauenberg. Gedächtnis- tag für die verstorbenen Eltern aller Mitglieder des Franziskanerordens. Um 7 Uhr feiert. Requiem.
Klofter Frauenberg.
Akademische Festfeier
Zahlreich hatte man gestern nachmittag ber Einlabung ber theologischen Fakultät ber Patres Franziskaner zu ber akademischen Festfeier, bie bem ehrwürdigen Johannes Duns Scotus, bem scharfsinnigsten Denker unter ben Scholastikern, unb zugleich als 300« jähriger Gebenktag ber Einführung bes theologischen Stubiums auf bem Frauenberge galt, Folge geleistet. Erschienen waren viele Geisllichen, an ber Spitze ber Hochwürdigste Herr Bischof, ferner bet Provinzial ber Oblaten in Hünfeld, Pater Kassiepe; auch bas Priesterseminar unb bie Bürgerschaft waren gut vertreten. Aus ber Saalbühne schaute aus einer herrlichen, von ber Statue bes seraphischen Heiligen überragten Pflanzengruppe bas Bild bes „Doctor subtilis" auf die Festversammlung.
Der vierhänbig am Klavier vorgetragene erste Satz aus Mozarts britter Sinfonie eröffnete in schönster Weise bie Feier. Dann sprach ein Frater ben von bem erfolgreichen religiösen Dramatiker, Pater Hippolytus Böhlen O. F. 'M., gebichteten Prolog, besten gebauten« schöne Verse auf bie Säkularfeier Bezug nahmen, anknüpfend an bas Schriftwort: „Des Priesters Lippen sollen bie Erkenntnis hüten, unb suchen soll man bas Gesetz von feinem Munbe." Die einbrucksvolle Wieber- gabe ber Beethovenschen Motette: „Gott ist mein Lieb" durch ben Franziskanerchor leitete über zu bem Vortrag bes Chronisten ber thüringischen Orbensprovinz Pater L. Gallus H a s e l b e ck. Als 1627 bie sächsische Provinz vom Heiligen Kreuz wieber errichtet würbe, wies man ihr Fulba zu. 1628 würbe von ber „Saxonia" ber Frauenberg als bas Stubienkloster für Theologie erklärt, bas es mit einigen Unterbrechungen — von 1812 bezw. 1815 bis 1855 unb in ber Nachkulturkampfszeit bis 1912 — auch geblieben ist. Der Vortragende wußte bie Zuhörer burch feine ebenso interessanten, wie lehrreichen, auch bes Hauches eines feinen Humors nicht entbehrenden Ausführungen über die äußere unb innere Entwicklung bes Studienbetriebes der „Thuringia" innerhalb dreier Jahrhunderte zu fesseln. Er schloß mit dem Wunsche, daß die göttliche Vorsehung ber jungen theologischen Fakultät auf bem Frauenberge Wachsen unb viele Frucht bringen möge.
Klangschönheit und Wärme der Empfindung zeich« nete sowohl das Trio für Violine, Violoncello und Klavier: Solveijgs schwermütiges Lied aus Griegs „Peer .Gynt" als auch des Benediktinerpaters Basil Breitenbach lenzessrohes „Der Vögel Abschied" aus. In sorgfältiger Durcharbeitung behandelte Pater L. Generosus Marquardt das Thema: „Et. Franziszi Stellung zu den Studien in seinem Orden": So lange die einfachen Laienbrüder die überwiegende Mehrheit im Orden bildeten, tauchte bie Frage nach ben Drbensftubien naturgemäß gar nicht auf; sie wurde erst um 1219 mit dem größeren Zustrom von Klerikern und Gebildeten brennend. Ein erster Versuch, in Abwesenheit des hl. Stifters die Studien im Orden einzuführen, wurde von Franziskus gleich nach feiner Rückkehr aus bem Orient mit aller Entfchiebenheit rückgängig gemacht. Selbst die Regelrezension von 1221 unterbindet durch ihr Bücher« verbot unb bie ausschließliche Uetonung ber Handarbeit nod) alle Wissenschaft!. Tendenzen. Der Vortragende wies sodann nach, wie bie Lebensnotwenbigkeiten bes Orbens jmt ber Zeit immer bringlicher bie Umstellung in bie- ihJL^^CJ-orberten'.LD sich auch ein hl. Franziskus «„"E" "'chr langer verschließen konnte unb in ber enbgül« h°n 1223 ben "euen Verhältnissen Rechnung
Ebings war er feitbem in nebenher Sorge nunaJn fet,1n ®ruber durch väterliche Ermah.
mmenfrf.nHri* neS Febereifer unb aller Uebertreibung Kffi. Betätigung zu bewahren, damit ja mch ] eines Ordensmannes, ber Gebetsgeist. Schaden leibe. In echt katholischer Einstellung betrach- |
Landwirte und Finanzämter.
Die erhöhte Veranlagung des Grund- wertes der Betriebe in der Landwirtschaft hat zu starken Beunruhigungen innerhalb der bäuerlichen Bevölkerung geführt, nachdem die Not in der Landwirtschaft trotz der verschiedenen, auf Grund der parlamentarischen Aktionen der letzten Zeit vorgenommenen Maßregeln nicht geringer geworden ist, sondern in unveränderter Stärke weiter besteht. Die Zentrumsfraktion des Preußischen Landtags hat sich daher zu einem bedeutsamen und wichtigen । Schritt entschlossen, den ihr die Landwirtschaft sicher I außerordentlich danken wird. Auf Beschluß der
katholischer Kolterbienft.
Sonntag, den 11. November. Erntebankfest. Hulda. Vom. Kollekte für den Bonif.-Verein. 1. Beichte ist: Samstag morgens von 126 Uhr ab; nachmittags von 2—3 für Kinder; von '/,5—7 Uhr und von Vi8 Uhr ab für Erwachsene; Sonntag morgens von l/z6 Uhr ab. 2. SonntagSgotteSdienste: */36, 6, >/s7 und 7 Uhr hl. Messen mit Gelegenheit zum Empfang der hl Kommunion. 7 hl. Messe und Komm, des Jugend- und Jungmännervereins in der Marienkapelle. Um 8 Uhr Pfarramt mit Predigt, Te Deum und Segen und Kommun, der Kinder des 7. Schuljahres. >/,10 Uhr Kathedralamt mit Predigt. */*ll Christenlehre für die Jünglinge. V«12 Uhr letzte HI. Messe mit Pred. >/,2 Andacht zur Mutter Gottes mit Segen. 2 Christenl. für die Jungfr. 4 Uhr Predigt. Andacht und Segen 6 Uhr abends Herz-Mariä.Bruderschaft mit Segen. 3. Werktagsgottesdienste: Jeden Morgen von Vi6—7 Uhr halbstündlich hl. Messen mit Kommunion-Austeilung. V.8 Pfarrgottesdienst mit hl. Kommunion. Um 9 Uhr letzte hl. Messe mit Austeilung der hl. Kommunion. Am Montag abend 5 Uhr Andacht für die armen Seelen _
Stabtvsarrktrche. Kollekte für den Bonifatius. Verein. Beichtgelegenheiten sind: Am Samstag nachm. 3—7,7 V--8'/,, Sonntag früh 5'/«—7 U. Sonntags- Gottesdienste: 6 hl. Messe und Kommun, der Dienstmädchen. 6'/« hl. Messe und Komm, des Iugendvereins und Jugendabteilung des K. K. V. sowie der übrigen Jünglinge. 8 erster Schulgottesdienst. Predigt und Komm, des 7. Schuljahres «MO Pfarramt mit Pred., am Schluß Te Deum und Segen. 11 zweiter Schul- Gottesdienst mit Predigt. 91/« Andacht der Jünglings- sodantat in der Severikirche. 1-/, Christenl. der Jungfr. 2'/- Uhr Bruderschaft von der Todesangst des Herrn 4 Andacht der Dienstmädchenkongreg. in der Severikirche Die hl. Kommunion wird von 5»/,—7*/. Uhr jede halbe Stunde gespendet, außerdem um 8V» und 9>/« Uhr Werktagsgottesdienste: 6,6'/,, 7V« und 8 Uhr. Mittwoch Freitag u. Samstag v. 6 Uhr ab Gelegenheit zum Beichten Freitag nachmittaa ist um 5 Uhr Segensandacht — Pfarrtirdje zum heiligen Geist. 7 Uhr Frühmesse mit Ansprache. 8 Hochamt mit Predigt, Komm, der Jüngl u. des 7. Schuljahres. V«11 KindergMtesdienst u. Ansprache. 5 abends Andacht. Mittwoch 5 Uhr abends Andacht An den Werktagen 6 Uhr und um 7*/« Uhr h, Messe' I Beichtgelegenheit jeden Morgen von Vi7 bis 7 Uhr und
Samstag von 4—6 Uhr. Sonntag morgen 6—7 Uhr — Sobnlitat. Vormittags um V,10 Uhr Gottesdienst.' -
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gutoo. ben 9 November 1928
(Eine Dankesschuld.
Die berebetften unter den redenden Steinen, so schreibt Kardinal Faulhaber, sind die Grabsteine Da- Grab des heiligen Bonifatius im Dom zu F-ulda sollte jedem Katholiken heilig sein. Dort ist ber Apostel der Deutschen auf der Vorderwand des Grabaltars als Marmorfigur im vollen bischöflichen Schmuck im Sarge dargestellt. Während zwei Engel den Sargdeckel heben, stemmt der Apostel, aus dem Schlafe erwachend, die Hand auf den Boden, um sich aus dem Grabe aufzurichten. Nicht als Auferstandener ist er dargestellt, sondern als Erwachender, als Auferstehender, geweckt durch den Notschrei der deutschen Diaspora.
Welch schönen Gedanken hat uns da der Künstler in Stein geschrieben. Nicht soll die Gleichgül- tigkeit gegenüber der religiösen Notlage unserer Elaubensbrüder in der Diaspora wie ein Grabstein auf uns lasten. Nein, es ist höchste Zeit, vom Schlafe zu erwachen und mit offenen Augen und praktischem Sinn an die religiösen Zeitaufgaben heranzutreten Der wichtigsten eine ist ohne Zweifel die lebensvolle Erhaltung und kraftvolle Entfaltung des heiligen Bonifatius in unserem Vaterlande. Dafür setzt seit nunmehr 79 Jahren der Bonifatiusverein ein. Seiner Tätigkeit widmete aus dem diesjährigen Katholikentag zu Magdeburg der apostolische Nuntius P a c e l l i die ehrende Anerkennung und Empfehlung:
„Ich sehe im Bonifatiusverein den Jdealtyp eines in Katholische Aktion eingesenkten und von ihrem Geiste beseelten Organismus: Apostolisches Wirken, geboren aus religiöser Begeisterung und religiösem Verantwortlichkeitsgefühl, gekennzeichnet durch das einmütige Zusammenarbeiten von Priestern und Laien, hingeordnet auf ein Ziel, die Rettung der Diasporakatholiken, und zusammengefaßt m einer festen Organisation, die ganz eingebaut ist m die gottgewollte Hierarchie der katholischen Kirche — so steht der Bonifatiusverein vor mir: Geist vom Geist der Katholischen Aktion."
- Unterstützung des Bonifatiusvereins ist die Hauptpflicht des katholischen Deutschland. Deshalb M von unserem Hochwürdigften Herrn Bischof, dem Wachter am Grabe des heiligen Bonifatius, eine allgemeine Kirchenkollekte zugunsten des Bonrfatiusverekns angeordnet worden. Möge sie offene Herzen und gebefreudige Hände finden! Wie eine Hypothek lastet ein Guthaben des heiligen Bonifatius auf dem deutschen Boden. Der Bonifatiusverein will das Guthaben des Apostels an feine Deutschen nicht verjähren lassen; er braucht unsere Mithilfe; lassen wir ihn nicht im Stich. Helsen wir ihm durch unsere Gaben, seine Aufgaben, me Linderung der religiösen Not der Diaspora, möglichst vollkommen zu erfüllen.
Persoaermachrichten.
Versetzt wurde Kataster-Obersekretär Tietz von Wächtersbach an daS Katasteramt Straußberg. Don ber Reichswehr.
Für ben als Kommandeur der 2. itatiaHerie« versetzten Generalmajor von ^mdstebt würbe Oberst Waenker von Danken- schweil zum Ches des Stabes beim Gruppenkommando 2 in Kassel ernannt.
Silberne Hochzeit.
Am Samstag, ben 10. November, feiern di« Eheleute Eust Farnung und Wichelmine, geb. Rausch, ihr 2o,ahriges Ehejubiläum. - Ferner begehen am gleichen Tag die Silberne Hochzeit Herr
HESSE
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