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Nr. 258.

Zuldaer Zeitung (Amtliches Kreisblatt).

Mittwoch, 7. November 1928.

Tage Pflicht-

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Hierbei ist zu berücksichtigen, daß

herbeizusühren;

Hälen und Stichfanäle anzulegen, letztere soweit sie nicht selbständige Wasserstraßen bilden:

Anlegestellen mit baulichen Vorrichtungen von größerer

Bedeutung herzustellen:

kommunale oder gemeinnützige Badeanstalten in Wasser­läufen anzulegen.

3m Grundbuch eingetragene Rechte erlöschen

seiner Ware oder Arbeitsleistung einkalkulieren. Das führt selbstverständlich zur Verteuerung der Ware, so daß der pflichtbewußte Besteller oder Käufer für die Sünden der säumigen Zahler mit- büßen muß.

Zu den Personen, an die gleichfalls die Mah­nung zur besseren Erfüllung der Zahlungsverpflich­tungen gerichtet werden muß, gehören letzten En­des auch die Geschäftsleute selber. Deshalb fei zum Schluß an die Geschäftswelt selbst ein ern­stes Wort gerichtet und die Bitte ausgesprochen, mit gutem Beispiel voranzuziehen und pünktlich den Zahlungsverpflichtungen nachzukommen.

Man sollte eigentlich meinen, daß der einzelne Geschäftsmann dem Publikum gegenüber zur Er­ledigung seiner Zahlungsverpflichtungen zum Vor­bild dienen müßte. Leider ist dies aber nicht der Fall, wenn auch zugegeben werden muß, daß die vielen Außenstände manchen Geschäftsmann an der Erledigung der Zahlungsverpflichtungen hemmen. Aber auch hier wird die wirtschaftliche Notlage oft als Deckmantel benutzt. Was der Geschäftsmann von feinen Kunden verlangt, muß er in erster Li­nie von sich s e l b st verlangen. Will man als Geschäftsmann das Borgunwesen wirksam bekämp­fen, ist es in erster Linie Pflicht, selbst die Zah­lungen ordnungsgemäß und rechtzeitig zur Erledi­gung zu bringen. Deshalb sei nachdrücklichst an die Geschäftswelt die dringliche Mahnung gerichtet, selbst ein gutes Beispiel zu geben.

nicht.

Noch nicht gestellte Anträge auf Eintragung von solchen Wasserrechten In das Wasserbuch sind bei dem Bezirk-aus. schuß in Kassel ober bei der zuständigen Wasserpolireche- Hörde schriftlich oder zu Protokoll zu stellen. Rädere Aus- kunlt erteilen die Kuliurbauämter in Kassel und Fulda, sowie der Bezirksausschuß in Kassel.

Kassel, den 27. Oktober 1928.

Der Vorsitzende des Bezirksausschüsse»

I. B. gez. Bickell.

Fulda, den 6 November 1928.

Jur Stadtverordneten-Zitzung.

2£uf der Tagesordnung für die Stadtverordneten- Persammlung am Mittwoch, d. 7. November 1928, steht bekanntlich auch ein Dringlichkeitsantrag der kommunistischen und sozialistischen Stadtverordne­ten, sowie des Stadtverordneten Pappert, der kei­ner Fraktion angehört, um eine wirtschaftliche Bei- hllfe für Erwerbslose und Wohlfahrtsarbeiter betr. Linderung der Not unter den Erwerbslosen und Wohlfahrtsarbeiter.

Es dürfte die Oeffentlichkeit interessieren, zu er­fahren, wie Notstandsarbeiter, Pflichtarbeiter und Erwerbslosen vom Wohlfahrtsamt der Stadt Fulda

zeitig die Jubiläums-Verbandsfchau des Verbandes der Geflügelzuchtvereine im Regierungs- Bezirk Kassel angegliedert ist. Die Anmeldungen hierzu sind so zahlreich ergangen, daß die letzte Schau bei Weitem übertroffen ist. Man rechnet mit dem Eintreffen von über 1200 Tieren. An der Schau beteiligen sich viele der größten Verbände, Sondervereinigungen und eine sehr große Anzahl der namhaftesten Einzelzüchter. Was die Rassig- keit der angemeldeten Tiere anbetrifft, fo darf gesagt fein, daß besseres Material hier noch nicht gezeigt wurde, denn es kommen eine große Anzahl vom Auslande importierte Zuchttiere der bedeutend­sten Züchter zur Schau. Auch beste Leistungstiere werden sich dem Interessenten vorstellen, so daß jeder Zuchtrichtung Rechnung getragen ist. Es wird ein jeder Besucher der Schau von dem Gesehenen voll befriedigt sein. Um einem Jeden den Besuch zu ermöglichen, ist das Eintrittsgeld auf nur 50 Pfennig festgesetzt.

= Deukschnaiionaler handlunqsgehUsen-Verbano. Ortsgruppe Fulda. Am vergangenen Samstag nach­mittag fand die Eröffnung des neuen Jugendheims des D. H. V. in der König ft raße statt. Hierzu hatten sich zahlreiche Gäste und Mitarbeiter der Ortsgruppe em- aefunden. Vertrauensmann Müller begrüßte die Er- schienenen, besonders die Herren Regierunasassessor Lorscheider als Vertreter des Herrn Landrats, Dr. Frei,

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rotumränderten Augen in fieberhaftem Glanz leuchteten.

Arthur Roger fiel ihre außergewöhnliche Schönheit und Lieblichkeit auf den ersten Blick auf, und er, der Mann von Welt, der es fo ausgezeichnet verstand. Men- fchen jeden Alters und Ranges gleichmäßig ruhig und höflich gegenüberzutreten, war fast ein wenig verlegen, fand nicht gleich seine gewohnte Sicherheit wieder. Kam dies nur daher, daß Dora einen so außerordentlichen Eindruck aus ihn machte, oder fühlte er auch belastend die etwas gezwungene Lage, in der er sich ihr gegenüber befand, da er vor kaum einer Viertelstunde einem an­dern seine Hilfe zugesagt, der dem entgegengesetzten Ziel zustrebte?

Er hatte keine Zeit, sich bei sich selbst darüber klar zu werden, denn mit einer Sachlichkeit, die ihn in Erstau­nen versetzte, begann sie ihm darzulegen, was sie her­geführt.

„Herr Doktor", sprach sie, „ich bin gekommen um mir auf Anraten eines Ihnen befreundeten Detektivs Ihren Rechtsbeistand in einer schwierigen Sache zu er­bitten. Sie wissen wahrscheinlich bereits, worum es sich handelt."

„Ich habe davon gehört, Fräulein Burton, antwortete Roger, „lieber die Einzelheiten bin ich allerdings noch nicht genügend unterrichtet. Ihr Herr Onkel ist, so viel ich weih, gestern unter merkwürdigen Umständen plötz­lich gestorben?"

„Ja, er ist ermordet worden, ermordet von dem Mann, der sein bester Freund war oder den wir für seinen besten Freund hielten."

„Wenn dies der Fall ist, wird er der gerechten Strafe nicht entgehen."

„Das hoffe ich", erwiderte sie, „obgleich ich dessen nicht so sicher bin. Er hat gestern noch das Weite ge­sucht. Aber er muß gefunden werden. Darum habe ich mich auch bereits an Ihren Freund, den Detektiv, ge­wendet und ihn beauftragt, keine Kosten zu scheuen. Wenn er wirklich so geschickt ist, als man ihm nach- rühmt, und solche Erfolge hat, wie man berichtet, besteht immerhin auch in meinem Fall die Möglichkeit, daß der Mörder zur Rechenschaft gezogen werden kann."

„Ich kenne den Detektiv. Die Möglichkeit des Gelin- gens üü Y 'er Tat nicht gering."

I.-Nr. L. 5358.

Wird veröffentlicht.

Die Herren Bürgermeister und Gulsooisieher werden ersucht, vorstehende Bekanntmachung ortsüblich bekannt zu geben.

Fulda, den 5. November 1928.

Der Lundrak: I V. Dr. Lorscheider, Regier ungs-Asfessor.

Wohltätigkeitsveranstaltung.

Der Elisabethverein der Dompfarrei plant für Mittwoch, den 14. November, im Stadtsaal eine Wohltätigkeitsveranstaltung. Der Erlös ist dazu bestimmt, der schwer notleidenden Kasse des Elisa- bethvereins — deren Mittel fast vollständig ver­braucht sind — aufzuhelfen. Bei den schlechten Zeitverhältnissen haben die Pfleglinge des Vereins, besonders die Witwen, alleinstehende Frauen und Kinder, kaum je die Unterstützung so nötig gehabt wie in der jetzigen schweren Zeit, wo der Winter mit feinen Anforderungen vor der Türe steht. Aus allen Kreisen der Bevölkerung haben sich in liebenswürdiger Weife Damen und Herren bereit erklärt, ihr Können in den Dienst der Armen zu stellen. Es wird bei der Veranstaltung eines soge­nannten „Bunten Abends" jedem Geschmack Rech­nung getragen. Das Programm, welches in den nächsten Tagen bekannt gegeben wird, ist so reich­haltig, daß den Besuchern ein genußreicher Abend bevorsteht. Um weitesten Kreisen den Besuch zu ermöglichen, ist der Eintrittspreis sehr niedrig ge­halten. Der nummerierte Platz kostet 1.— Mk., die übrigen Plätze 50 Pfg.

3m Schlotzgarten

ist die neue Bedürfnisanstalt, die in der Nähe des Kinderspielplatzes außerhalb der Schloß­gartenmauer am Waidesufer in sehr zweckmäßiger, ästhetisch und hygienisch einwandfreier Weise errich­tet worden ist, fertiggestellt und der Be­stimmung übergeben worden. Das alte Häuschen in der Nähe der Orangerie wird demnächst abge­brochen werden. Die Arbeiten an der neuen, unter­irdischen Bedürfnisanstalt am Dom machen gute Fortschritte.

Die Bärträge über Gasverwendung, die heute abend im Stadtsaal ihren Anfang nehmen und morgen und übermorgen fortgesetzt werden, sind durch die hiesigen Fraue nvere ine an- geregt worden. Sie sind aber für die gesamte Bevölkerung lehrreich und deshalb für alle Inter­essierten frei zugängig.

3. Hessen-Nassauische 3unggeflügelschau.

Am Samstag, den 10., und Sonntag, den 11. November d. I., veranstaltet der Geflügelzucht­verein Fulda t. V. (alter Verein) in der Reithalle des Stadtschlosses, Eingang Schloßstraße, seine 3. Hessen-Nassauische Junggeflügelschau, welcher gleich-

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Fulda.

Bekanntmachung.

Rechte zur Benutzung eines IBaffetlaufs in einer der im §46 des Waffergeietzes vom 7. April 1913 rPreuß. Gei. Stg. Seite 53' bezeichneten Arten eriofhen nach § 380 des Wafferoeietzes mit Abtaut des 30. April IS29 wenn nicht vorher ihre Eintragung in das Wofferbuch beantragt worden ist. , _ ,

Dazu gehören folgende Rechte, wenn sie am 1. Mai 1914 bestanden haben und nach §379 des Wassergesttzes auiredjt erhalten geb! eben find:

1. das Wasser eines Wasserlauts zu gebrauchen und zu verbrauchen, namentlich es auch oberirdisch oder unter- irdisch, unmittelbar ober mittelbar abzuleiten;

2. Wasser ober anbere flüssige Stoffe oberirdisch oder unter- irdisch unmittelbar ober mittelbar in einen Wasserlauf einzuleiten;

3. den Wasserspiegel eine» Wasserlauts zu 'enken ober zu heben, namentlich burch Hemmung bes Wasserablautseines Wasserlauts eine bouernbe Ansammlung von Wasser

„Es ist mir eine Befriedigung, dies von Ihnen be­stätigt zu hören. Aber das ist noch nicht alles. Unsere Familie wird in der Angelegenheit auch einen Rechts­beistand brauchen, und dieser Umstand hat mich zu Ihnen geführt, Herr Doktor."

Arthur Roger fand es eigentlich jetzt an der Zeit, zu sagen, daß es ihm zu seinem Leidwesen nicht möglich sei, in dieser Sache zu Diensten zu stehen. Er hasste jedoch, es vielleicht noch möglich zu machen, wenn er Näheres in Erfahrung brachte. Denn Dora Burton machte einen ungewöhnlichen Eindruck auf ihn, und er hätte in diesem Augenblick nichts mehr bedauert, als wenn sie aufgestan- ben und gegangen wäre, um ihre Angelegenheit einem andern Rechtsanwalt anzuoertrauen.

„Sie wollen mir doch helfen, nicht wahr? Das Ho­norar mögen Sie selbst festsetzen und hoch stellen."

Er blickte sie stumm an.

„Ich sage dies", fuhr sie ruhig fort, „weil es mein Wunsch ist. daß Sie sich dieser Frage ganz widmen und andere zeitraubende Arbeiten liegen lassen können. Denn es ist feine alltägliche Sache. Es handelt sich um das Gedächtnis meines armen Onkels uind um die Ehre sei­ner Frau. w

„Wie meinen Sie?" state der Rechtsanwalt verwun­dert.

„Ja, um die Ehre feiner Frau. Ich will Ihnen das erklären. Meine Tante hat dazu beigetragen, van Bee- fum zu retten. Sie hat ihm dazu verhalfen, daß er in unferm Auto, in Mantel und Hut ihres Gatten, fliehen konnte. Meine Tante hat ihm gesagt, daß die Polizei ihm auf den Fersen war und seine Verhaftung bevor­stand, hat ihn zur Flucht bewogen. Es ist ein Verhäng­nis, daß die arme Frau dadurch einen furchtbaren Ver­dacht auf sich geladen hat Denn — es ist schon eine Geschichte,, aber es gibt immer Leute, die sie kennen — der Bankier hat sich einst um die Hand meiner Tante beworben. Ihre Familie war dagegen und wollte, daß sie den Notar heiratete. Das ist auch geschehen. Be­greifen Sie nun, was die Leute sagen werden? Mein Onkel, der seine Frau sehr liebte, habe sich aus Gram über sie erschossen, da ihr Herz noch tmmei r>." P.'c'um gehört habe . . ."

(Fortsetzung folgt.)

Eisenbahn-Perfenenna^. schien.

Der technische Eifenbahninspektor Rothe in Fulda ist nach Hersfeld versetzt worden. Der Güt er - V inspektor Rode in Fulda ist zum Oberinspektor ernannt worden.

vergebliche Hoffnung.

In Fulda hofften heute morgen viele, namentlich die junge Welt, daß der „Graf Zeppelin" auf feiner Rückfahrt von Berlin nach Friedrichshafen auch uns in Fulda einen „Kirmesbesuch" abstatten würde. Namentlich stieg die Hoffnung in dem Augenblick, als kurz nach neun Uhr aus Halle gemeldet wurde, daß er diese Stadt in der Richtung auf Erfurt pas­siert habe, was auf eine Fahrt entlang der Bahn-

Vor Kauf vo'

»Im, Juwelen,

einen interessanten Kampf geben. Aber hören Sie, wir müssen persönlich miteinander darüber reden. Der junge Mann ist wirklich aller Hilfe wert. Er ist ein alter Freund von mir."

Der Rechtsanwalt horchte.

„Ja, gewiß," antwortete er dann, „ich muß nur zu­erst noch hören, was die Dame sagt. Jedenfalls habe ich dem jungen van Beekum das Wort gegeben, daß ich mich für ihn einsetzen werde."

Er läutete ab und blieb ein paar Augenblicke in Nach­denken versunken.

Es war in der Tat Grund genug vorhanden, um non einem Zusammentreffen der seltsamen Umstände zu sprechen. Während Franz van Beekum bei ihm saß, um ihn um seinen Beistand in dem furchtbaren Drama anzurufen, das sich tags zuvor abgespielt hatte, war der Detektiv, mit dem Roger gelegentlich zusammen arbei­tete, im Gespräch mit einer Dame, die sich in der glei­chen Angelegenheit an ihn gewendet hatte. Aber das war noch nicht alles. Wie er feinen jungen Freund ver­anlaßt hatte, sich an den Detektiv zu wenden, so war auch dieser der Dame gegenüber vorgegangen und hatte sie seinerseits an den Rechtsanwalt gewiesen, um dessen Beistand in Anspruch zu nehmen. Sie sollten also beide nach zwei Seiten hin helfen. Das Eigentümliche an der Sache aber lag darin, daß Franz van Beekum daraus ausging, den Beweis von der Unschuld seines Vaters am Tode des Notars erbringen zu lassen, so daß nur wehr die Möglichkeit eines Selbstmordes blieb, während die Dame, wie der Detektiv dem Rechtsanwalt in der ®ile mitgeteilt hatte, alles daran setzte, zu beweisen, daß van einem Selbstmord keine Rede sein und nur ein ®°rb in Frage kommen konnte. Der Mörder könnte in diesem Fall kein anderer fein als Franz van Beekums Vater.

Während der Rechtsanwalt sich noch Gedanken dar­über machte, wurde ihm die Dame bereits gemeldet. Cs mar niemand anders als Dora, die Nichte des Notars.

®ie Sang anders als tags zuvor sah die sonst immer fo fröhliche Dora heute aus! Schön war sie noch im­mer trotz des düsteren Rahmens der Trauerkleidung und des bleichen Gesichtes, in dem die vom vielen Weinen

GchMechorst.

Eine geheimnisvolle Geschichte von Wilhelm Holt

5] --

Der Rechtsanwalt hatte ein Telephon au; reincm Schreibtisch stehen, benutzte jedoch nicht dieses, sondern begab sich in die Kanzlei nebenan und telephonierte dort Im ersten Augenblick hatte Franz dies eigentümlich ge­funden, aber dann wurde ihm klar, daß sein Freund diese Maßnahme ergriff, um ihn zu schonen Er mußte den De­tektiv wenigstens oberflächlich mit der Sache bekannt ma­chen und ihm sagen, daß es sich um einen flüchtigen De­fraudanten heuchelte, und vielleicht etwas von ,yner Ueberrebungstunft anwenden, um ihn zur Annahme des Auftrages zu bewegen. Für den Sohn des Uebeltäters wäre es peinlich gewesen, Zeuge dieses Gespräches fejn zu müssen.

Arthur Roger blieb nicht lange aus. Nach einigen Minuten kam er zurück.

„Das wäre in Ordnung", sagte er, ihm ein Kärtchen mit einer Wohnungsangabe überreichend ,Der Detektiv erwartet dich in einer halben Stunde. Ich würde dich gern begleiten, aber ich kann jetzt nicht weg. Ich erwarte jemand. Man hat mir einen Besuch ausdrücklich ange- melbet, und es ist auch eine dringende Angelegenheit in Frage. 'Aber ich verspreche dir, daß ich für dich tun werde, was in meiner Macht liegt. Es soll dir nicht an Hilfe fehlen."

ijranj van Bekum dankte feinem Freund herzlich, unb dieser begleitete ihn noch bis zur Tür Als der junge Wann sich entfernt hatte, sprach der Rechtsanwalt zu seinem Diener:

„Es wird gleich eine Dame hier vorsprechen. Führen Sie sie zu mir herein, und lassen Sie bann sonst niemanb wehr vor. Ich bin heute nicht mehr zu sprechen."

Dann begab er sich wieder in sein Büro, nahm am Schreibtisch Platz und langte nach dem Telephonhörer.

„Fräulein, kann ich noch einmal 1312 haben?" Die Verbindung war rasch hergestellt.

„Hallo, ja, sind Sie’s? Hier Roger. Der junge Mann ist in einer halben Stunde bei Ihnen Das ist eine kolossale Sache. Riesig merkwürdig. Das wirb

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arbeit verlangt Ein vollbeschäftigter 81 r-

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stufte Arbeiter volle sechs Tage für dieses Geld arbeiten must, daß ihm noch, Steuer, Krankengeld, Invalidenversicherung, Erwerbslosenbeitrag und cventl. Pensionsbeiträge abgezogen werden, so daß man ein Gesarntabzug von 3 Mk. wöchent- l i ch rechnen kann. Ferner wurde fcen Wohl- sahrtsarbeitern und den Erwerbslos en noch Winterbeihilfen gewährt, die in fol­gender Leistung bestand:

Erwachsene (Frau und Mann) 3 Ztr. Kartoffeln Kinder bis zu 10 Jahren 1 Ztr. Kartoffeln

Von 10—14 Jahren 3 Ztr. Kartoffeln

Weiter wutden noch verabreicht pro Monat und Familie 2 Zentner Briketts. An kinderreiche Familien wurden noch weitere Materialien verab­reicht und Mietzuschuß gewährt.

Die wöchentliche Ausgabe des Wohl­fahrtsamtes für die hier geschilderten Betreu­en beträgt 3 020 Mark.

Die Stadtverordnetenversammlung wird zu be­schließen haben, ob über diese Unterstützung hinaus dem Antrag auf Gewährung einer einmaligen Geldbeihilfe'und der Abschaffung von Pflichtarbei­ten näher getreten werden soll.

Plombierte Brauereiabfüllung.

Telephon - Bestellung durch Nr. 22 und Nr. 298.

strecke Halle-Fulda-Frankfurt zu deuten schien. „Jetzt kommt er bestimmt," hieß es. Unser Fern­sprecher war dauernd in Bewegung, um Auskunft zu geben, zu welchem Zeitpuntt Fulda überflogen werden würde. Schon bald mußte man den Mel­dungen, die kurz hintereinander aus Gera, Greiz, Plauen und Hof in Bayern kamen, entnehmen, daß die ö st l i ch e Route eingeschlagen worden war und Fulda das Luftschiff nicht zu sehen bekommen würde. Aber die interessierten Kreise hatten sich jetzt selbst ihre Nachrichten fabriziert und „wußten bestimmt", daß der Zeppelin bereits in Gotha und in Eisenach sei, und als schon aus Nürnberg die Meldung vorlag, daß er diese bayerische Stadt um 12,15 Uhr überflogen hatte, versicherte man uns noch, man „wisse es ganz genau", daß der Zeppelin gleich über Fulda erscheinen würde. Wir entnahmen diesen Aeußerungen jedenfalls das eine, wie sehr man sich gefreut hätte, auch einmal dem herrlichen Luftschiff hier in Fulda zujubeln zu kön­nen. Aber: „Behüt dich Gott, es wäre so schön gewesen, behüt dich Gott, es hat nicht sollen sein!.." Die Bürgermeister des Landkreises Fulda sind auf Dienstag, den 13. ds. Mts., zu einer Bürgermeisterversammlung nach Fulda eingeladen worden. Vorher wird im Lichtspieltheater in der Bahnhofstraße ein Film überdieLand- j ä g e r e i gezeigt.

Der Kampf gegen das Borgunwefen.

Von der Handwerkskammer in Kassel wird uns geschrieben:

Durch die allgemeine Geldknappheit als Folge der verheerenden Wirkungen der Inflation ist in viel größerem Umfang, als gemeinhin angenom­men 'wird, das Borgunwesen eingerissen. Es ist deshalb notwendig, einmal auf die Folgen hinzu- weisen, die das Borgen für den Geschäftsmann und schließlich auch für die Allgemeinheit im Gefolge hat. Man kann drei verschiedene Arten von Kun­den unterscheiden.

Zunächst der immer willkommene Auftraggeber und Käufer, der Qualitätsarbeit und Qualitäts­ware verlangt und auch dafür die ausgedungene Gegenleistung fristgemäß erfüllt.

Sodann der Kreis der Kunden, die es als Le- lensnotwendigkeit auffafsen, an allem etwas aus- zufetzen und unter allen Umständen an jeder Rech­nung einen Abstrich machen zu müssen.

Und schließlich als Dritter im Bunde der Kunde, der bei Rechnungserhalt bzw. am Zahltage die nö­tigen Mittel nicht besitzt und nunmehr mit allen möglichen und unmöglichen Anständen sich seiner Zahlungsverpflichtung entzieht und eine Verschlep- punqsvolitik betreibt, bei der alle Mittel den Zweck heiligen

Die beiden letzten Gruppen sind die, die dem Geschäftsmann gar manche totere Stunde berei­ten. Sie mögen sich vor Augen halten, daß der Handwerker und Gewerbetreibende während der Inflation fein Betriebskapital fast gänzlich einge- büßt hat. Es war ihm bis heute nicht möglich, es wieder zu erarbeiten und sich einen Betriebsfond zu schaffen, der es ihm gestattet, ohne Gefährdung feiner Existenz in größerem Umfange für längere Zeit Kredite zu gewähren. Er kann es umsoweni­ger, als ihm seitens feiner Lieferanten ebenfalls kein nennenswertes Ziel eingeräumt wird und er auch die hohen Steuern und Abgaben inner­halb 8 Tagen nach Fälligkeit zahlen muß (was g e. wiffenhafte Geschäftsleute auch tatsächlich tun). Wenn trotzdem ter Kunde seinen Zahlungsver­pflichtungen nicht nachkommt, so gefährdet er auf der einen Seite in unverantwortlich w Weise die Existenz des Geschäftsmannes und trägt auf der anderen Seite zur Verteuerung der Waren unh Leistungen frei. Der Geschäftsmann ist gezwungen, da es ihm ja an dem nötigen Betriebskapital man­gelt, Bankkredite in Anspruch zu nehmen und muß I selbstverständlich die hohen Zinsen in den Preis 1

Ledigen beträgt: für Verheiratete ohne Kinder Kind

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