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soll, ist das Geheimnis des Herrn Thiel und der „Dorfzeitung". Die ganzen Ausführungen find nichts als Hetze niedrigster Art; am niedrigsten steht wohl die Behauptung, Rom habe in Versailles eine Hand im Spiele gehabt. Daß das eine Ver- «umdung ist, muß doch wohl jeder wissen, der mit Laren Sinnen die Vorgängen betrachten kann.

Mögen doch endlich alle beteiligten Kreise ein­sehen, daß heute für uns Christen andere Aufgaben bestehen, als die Auseinanderbringung der Kon­fessionen.

Die „Deutsch-Evangelische Korrespondenz" (Mit­teilungen des Evangelischen Bundes) bringt in ihrer Nr. 44 folgende Notiz:

„Die „Rheinische Korrespondenz" Heraus- geber Evangelischer Preßverband für Rheinland, dem die Deranwortung für die Richtigkeit überlassen werden mutz, bringt in der Ausgabe vom 25 Okober 1928 die Aufsehen erregende Nachricht, daß der frühere Jesuiten- pater Hermann Muckermann, der durch seine biologi­schen Veröffentlichungen bekannt wurde und einen Ruf an das biologische Reichsinstitut nach Berlin bekam, — geheiratet hot."

Diese Meldung ist bereits am Mittwoch von der „Essener Volkszeitung" (Nr. 302) kategorisch dementiert und als „völlig unwahr" bezeich­net worden. Auch wir sind unsererseits ermäch­tigt worden, zu erklären, daß die Nachricht der „Rheinischen Korrespondenz" frei erfunden ist und als ein gemeines verleumderisches Gerücht schärfste Zurückweisung verdient.

Wir erwarten, daß diejenigen Stellen, die der­artige Gerüchte mit hämischer Freude und in ge­hässiger Absicht verbreiten, von der Unwahrhaftig- keit ihrer eigenen Machenschaften Kenntnis geben.

Der verband kathol. Meistervereine ist seit dem Katholikentag zu Magdeburg eifrig mit dem Ausbau der katholischen Meistervercinsbewegung be­müht, um auch seinen Teil zur katholischen Aktion bei­zutragen. Schon im Juni d. Js. tagte in Köln eine Generalversanimlung, auf der durch Generalpräses Msgr. Hürth-Köln das vom hochseligen Generalprä­ses Prälat Schweitzer aufgestellte Programm in neuer Form vorgelegt, sowie das Derbandsstatut und das Nor­malstatut der einzelnen Vereine einer Erneuerung unter­zogen wurde. Danach trat der Verband aus dem Katho- likentag selbst durch Teilnahme mehrerer Vertreter in die Erscheinung und ließ durch den Schriftführer des Verbandes, Direktor Schmidt-Köln in der sozialwirt­schaftlichen Kommission Vortrag über die Lage des ge­werblichen und kaufmännischen Mittelstandes halten.

Im offiziellen Bericht des Katholikentages heißt es darüber: „Seit vielen Jabren ist es das erste Mal, daß der Katholikentag sich wieder mit Fragen des selbständi­gen Mittelstandes beschäftigt. Der Katholikentag hat mit allem Nachdruck die Notwen.digkeit der Erhaltung des Mittelstandes in Handwerk, Gewerbe und Landwirt­schaft aus staatspolitischen und volkswirtschaftlichen Gründen, sowie aus Gründen der Erhaltung von Reli­gion und Familie betont. Beim deutschen Mittelstand handelt es sich zunächst um IX Millionen selbständiger Handwerker, von denen mindestens '/• Million zur kath. Kirche gehören, die mit ihren Familienangehörigen zu­sammen 2 bis 2% Million Menschen ausmachen. Die gleich Zahl von Katholiken zählt man im Handel und in der Landwirtschaft, sodaß die Verhandlungen des Katholikentages über Mittelstandsfragen dem Interesse von 6 bis 7 Millionen Katholiken, dienen. Durch die wirtschaftliche Entwicklung in der Nachkriegszeit ist der Mittelstand in schwere Bedrängnis geraten, da der Großbetrieb die kleinen Existenzen immer mehr ver­drängt. Das gilt für das Lebensmittelgewerbe, für das Bekleidungsgewerbe, für das graphische Gewerbe sonne für das Baugewerbe im weitesten Sinne; das gilt ebenso für den Kaufmann in den verschiedensten Zweigen des Handels. Viele Mittelständler sind in eine äußerlt schwierige Lage gekommen, sodaß man heute von einer sozialen und wirtschaftlichen Not des Mittelstandes spre­chen kann. Der Katholikentag richtet die Forderung an alle Katholiken, durch Erteilung von Aufträgen, durch Kauf beim Handwerker und Kleinkaufmann und durch pünktliche Zahlung der Rechnungen den Mittelstand mit allen Kräften zu unterstützen. Des weiteren wendet sich der Katholikentag an den Mittelstand selbst mit der Auf­forderung, seine Organisationen, wie die aus den Ge­sellenvereinen hervorgewachsenen katholischen Meister­vereine sowie die katholischen kaufmännischen Vereine zu stärken, die die Berufsgesinnung pflegen, die Berufs­ausbildung fördern und an der Erhaltung der christ­lichen Familie arbeiten."

Die Hauptversammlung des Katholikentages nahm nachfolgende Entschließung zu Gunsten des Mittelstan­des an:

Der Kacholikentaa zu Magdeburg 1928 weist mff Nachdruck aus die derzeitige außerordentlich schwierige Lage des Mittelstandes in Handwerk, Handel,'Gewerbe und Landwirtschaft hin. In An­erkennung der staatspolitischen und volkswirtschaft­lichen Notwendigkeit, möglichst zahlreiche mittel- ständische Existenzen, vor allem im Interesie von Familie und Religion zu erhalten und zu schaffen, richtet der Katholikentag an alle in Betracht kom­menden. öffentlichen Stellen und an alle Katholiken in Deutschland den dringenden Appell, durch geeig­nete Maßnahmen diesem bedeutsamen Ziele zu die­nen.

Das Gebiet des Verbandes katholischer Meisterver­eine ist in mehrere Bezirke eingeteilt. Der Bezirk Nie­derrhein hat im September eine Bezirkstagung in Kem­pen abgehalten, wo festgestellt werden konnte, daß d'e Bewegung am Niederrbein im Fortschritt begriffen in. Am letzten Sonntag hat der Meisterverein Düssel­dorf unter Beteiliaunq von mehreren hundert Mitglie­dern das Fest der Fahnenweihe gefeiert. Während des feierlichen Hochamtes wurde die Fahne durch Präses Dahl geweiht. In dem nachfolgenden Festakt hielt der frühere Präses Bertrams die Festrede. Zu dem Fell konnte der Düsseldorfer Vorsitzende Fritz Krupp eine Reihe auswärtiger Vereine willkommen heißen, die am «.^mittag zu einer Bezirkstagung zusammentraten Es waren dies die Vereine: Düsseldorf, Sö'n Euskirchen, Koblenz. M -Gladbach. Rheydt Kempen. Geldern, Duis­burg, Duisburg—Meiderich, Mülbeim-Ruhr, Solingen, Elberfeld, Barmen Hagen und Gelsenkirchen. Auf, die­ser Versammlung unter Leitung des Derbandsvorsitzen- ben Stadtverordneten Welter-Köln referierte Landtags­abgeordneter, Schuhmachermeister Meistermann-Salin- gen über die Aufgabe der katholischen Meistervereine. Seine Ausführungen wurden durch Generalpräses Msgr. Hürth noch ergänzt. Die Versammlung war ein

Die Wirtschaft -cr

oche.

Don unserem Frankfurter Mitarbeiter Dr. Noll.

Nun ist es also doch zu einet äußersten Verschär­fung im Lohn st reit in der Eisenindustrie gekommen. Welche weiteren Auswirkungen und Aus­maße derselbe annehmen wird, kann man noch nicht abfehen; kein Zweifel besteht natürlich darüber, daß die gewaltsame Austragung dieses Kampfes für alle Be­teiligten und auch für sehr weite Kreise von Nichtbetei­ligten schwere Verluste und Belastungen bringen muß. Es ist hier nicht der Ort, ein moralisches Urteil über bie Form auszusprechen, in der hier eine wirtschaftliche Frage zu lösen versucht wird. An dieser Stelle wurde schon seit langem in ernsthaftetester Weise daraub hin­gewiesen, daß sich im Westen gefährliche Entwicklungen vorbereiteten. Es könnte scheinen, daß die Allgemein­heit diesen Lohnstreit etwas zu leicht genommen hat, ein großer Teil der Presse hat dazu beigetragen, daß der Eindruck entstand, im letzten Augenblick werde sich alles regeln. Vielleicht wären Enttäuschungen, wie sie nun verschiedentlich beobachtet werden, so auch an der Börse, vermieden worden, wenn man sich von vornherein ge­nauer die beiden entgegengesetzten Stellungen in diesem Kampfe angesehen hätte. Die Kampflage hatte sich von vornherein anders entwickelt als bei den bisherigen Ta­rifkämpfen. Die Lohnforderungen kamen in einem Augenblick, in dem sich das Nachlassen der Konjunktur auch in der bisher verhältnismäßig noch leidlich gün­stigen Eisenindustrie stärker ausprägte, und auf Grund des in den letzten Monaten erheblich gesunkenen Auftrags­bestandes wäre ohnehin in naher Zeit mit Arbeitsem- schränkungen auch in dieser Industrie zu rechnen gewesen. In den letzten Monaten ist auch dort schon stark auf La­ger gearbeitet worden, wodurch die Betriebsmittel der Gesellschaften immer mehr festgelegt wurden, eine Er­scheinung, die für die ganze Wirtschaft zutrifft. Unter diesen Umständen blieb, rein wirtschaftlich gesehen, keine Möglichkeit, die gleichzeitige Mehrbelastung aus der Ta­riferhöhung und der Lohnsteigerung auf das Gewinn­konto zu übernehmen, wenn man sich nicht einfach auf den Standpunkt stellen will, daß das in der Industrie arbeitende private Kapital keine Verzinsung zu erfahren braucht. Daß in diesem Falle eine entsprechende Preis­erhöhung nicht zu umgehen gewesen wäre, ist bisher von keiner autoritativen Seite widerlegt worden. In diesem Punkt setzt nun die Besonderheit des Falles ein. Die wirtschaftlichen Folgen einer Eisenpreiserhöhung gerade im jetzigen Augenblick wären recht schwerwiegende ge­wesen, einmal für die inländische Wirtschaft, da mit dem Eisen als einem der wichtigsten Rohstoffe eine neue Verteuerung einer Vielzahl von Waren, nicht zu­letzt auch des Baumarktes und vor allem in der not- leidenden Maschinenindustrie eingetreten wäre; sodann im Hinblick auf den Auslandsmarkt, auf dem das ohne­hin recht ungünstige Konkurrenzverhältnis noch erheb­lich verschlechtert worden wäre. Richtig gesehen ist der Kampf in der Eisenindustrie kein Lohnkampf, sondern der erstmals unternommene Versuch, sich gegen die stän­dige Preiserhöhungswelle und damit gegen die fort­schreitende Entwertung des Geldes anzustemmen. Das geschieht nun unglücklicherweise auf dem Rücken der Ar­beiterschaft, richtiger der Arbeiterorganisationen. Es wäre gut, diesen Gesichtspunkt im Auge zu behalten, da ja eine Verschärfung der Sage naturgemäß beider­seits zu leidenschaftlichen Auseinandersetzungen führt, und dann Umstände in den Vordergrund treten läßt, die die Grundlinien etwas verwischen. Eigenartig ist an diesem Kampfe übrigens noch, daß er zum erftenmale Gelegenheit zu Gerichtsverhandlungen geben wird da ja mit scheinbar nicht belanglosen Gründen die V e r - bindlichkeitserklärung durch den Reichsarbeits­minister als nichtig bezeichnet wird. Es ist natürlich keineswegs erfreulich, daß erst solche Kraftproben die Veranlassung sein müssen, Mängel und Unklarheiten der jungen Schuchtungsordnung zu beseitigen.

Ohne unangenehme Nachwirkungen wird dieser Kon­flikt keinesfalls bleiben. Selbst wenn es gelingen sollte, in Kürze eine Einigung herbeizuführen, so ist mit einer

daraus erfolgenden Verschlechterung der Gesamtarbeits­lage zu rechnen, umsomehr, als bereits zum Dezember eine Wiederaufrollung der Streitigkeiten bevorsteht, da zu diesem Termin das Arbeitszeitsabkommen ab läuft. Die Arbeitslosenziffern, die fttzt noch verhältnismäßig günstig sind, werden eine wesentliche Verschlechterung über die saisonmäßige Zunahme hinaus erfahren. Das bedeutet wiederum vermehrte Belastungen für die All­gemeinheit. Von besonderer Wichtigkeit aber ist, daß der verstärkte Rückgang oer Konjunktur zusammen mit d.clen neuen Lasten und Schwierigkeiten für die Reichs- f i n a n 3 e n eine sehr ernste Bedeutung hat. Bekannt­lich besteht für das laufende Jahr ein voraussichtlicher Fehlbetrag von etwa einer halben Milliarde; der Reichs­finanzminister hat, zum erstenmal nach längerer Zeit, ja schon Steuererhöhungen bezw. neue Steuern in Aus­sicht gestellt. Die bisherigen Schätzungen beruhen ober darauf daß sich die Wirtschaftslage nicht wesentlich rer- schlcchtere Durch Ereignisse, wie sie nun in bedrohliche Nähe gerückt sind, müssen aber die Steuereingänge des Reichs betroffen werden, sodaß bereits heute mit einem voraussichtlichen Defizit des Reichshaushalts von min­destens 600—700 Millionen gerechnet wird. Als neue Besteuerungsobjekte haben vor allem das Branntwein­monopol, dieses mit Recht, ferner Bier und Wein und die Vermögen Aussicht, zu Mehrleistungen herangezogen zu werden. Man sieht aber sofort, daß es sich hier um Quellen handelt, um die sich ein sehr heftiger Streit er­heben wird, man denke nur an Bier und Wein, aber auch die Vermögen sind bet dem großen Vermögens­schwund, der eingetreten ist, keine Steuerquelle, die nach den bisher gemachten Erfahrungen viel einbringen, will man nicht die Kapitalflucht, gegen die es keine tatfäch- iche Handhabe gibt, in großem Umfange wieder auf leb en lassen. Es rächt sich nun, daß man in den letzten Jah­ren, zunächst um die Reparationen unbekümmert das innere Budget so hat anschwellen lassen, daß die Repa­rationsleistungen nun nicht aus den laufenden Mitteln getragen werden können. Wenn man nun berücksichtigt, daß die sozialen und steuerlichen Leistungen zusammen etwa 30 Prozent des gesamten Volkseinkommens be­tragen, so wird klar, daß in der Kaufkraft des Volkes keine Reserven mehr liegen, daß eine Wegnahme von Kaufkraft etwa durch Steuern notwendigerweise den für den Wirtschaftsbedarf bereitstehenden Teil schmälern muß. Vor Hoffnungen auf eine fühlbare Reparations­erleichterung ist immer wieder zu warnen. Bekanntlich spielt man mit dem Gedanken, die im Friedensvertrag als Dauer der Zahlungen festgesetzte Zeit zu verlän­gern, dafür aber die Jahreszahlungen zu vermindern. Was das aber in Wirklichkeit bedeutet, möge an fol­gendem Beispiel gezeigt werden: der Dawesplan erlaubt eine Errechnung der Jahreszahlungen auf 37 Jahre. Bei einem Zinsfuß von 5 Prozent sind 2% Milliarden jähr­lich während 37 Jahren gleich 2.34 Milliarden während 65 Jahren. Wir müßten also eine jährliche Ermäßi­gung um nur 160 Mill. Mark bezahlen mit einer Ver- iängerung der Leistungen um 28 Jahre. Das ist also ein weiterer Grund, die Dinge jetzt nicht allzu rosig zu sehen.

Die deutsche Wirtschaft kommt, diese Feststellung kann man nun allmählich machen, langsam in eine gewisse Gleichgewichtslage insofern, als sich nun ungefähr „nor­male" Verhältnisse auspendeln, wie sie bei einem un­geheuer verarmten und mit gewaltigen Lasten überbür­deten Volke gar nicht anders sein können. Man hat sich ziemlich blind immer der Auffassung hingegeben, als könnten die Vorkriegsverhältnisse nicht nur wiederher- gestellt, sondern sogar noch übertroffen werden. Diese Täuschung, auf die hier schon eindringlich hingewiesen wurde, wird nach und nach deutlich zum Bewußtsein kommen; wir werden uns mit der schmerzlichen Tatsache abfinden müssen, daß die jetzigen unbefriedigenden Ver­hältnisse, die allgemeinen Spannungen, das hohe Zins­niveau usw. noch auf lange Zeit als „Normalzustand" mit Schwankungen bestehen bleiben werden.

Beweis dafür, daß die katholische Aktion auch im Handwerk lebendig ist und der Verband katholischer Meistervereine fick, zu ihrem Träger gemacht hat. Auf die Düsseldorfer Tagung, die in erster Lime für Den Mittelrhein gedacht war, werden weitere Bezirkstagun- gen am Oberrhein sowie demnächst in Westfalen folgen.

Bus der Zentrumspartei.

= Zum Reichsparieitag, lieber die Organisation des Reichsparteitags der Deutschen Zentrumspartei erfahren wir noch folgendes: Am 6. Dezember werden vormittags Sondersitzungen ftattfinben und am Nachmittag wird der Reichsparteivorstand zusammentreten, doch hat diese Besprechung nur formalen Charakter. Der ganze 7. De- zember wird einer restlosen Aussprache der Partewer- treter aus dem Lande im Reichsparteiausschutz gewidmet (ein, und bei dieser Gelegenheit sollen alle Fragen der Organisation und Parteiarbeit besprochen werden. Auch die Frage der Wahlen, insbesondere also des neuen Par­teivorsitzenden und des neuen Reichsparteivorstandes wird bei dieser Sitzung des Reichsparteiausschusses vor- bereitet. Der eigentliche Reichsparteitag findet am 8. und 9. Dezember statt, und zwar ist die Auswahl der Referate so getroffen, daß alle die Partei bewegenden Probleme nach der grundsätzlichen, wie auch nach der praktischen Seite hin ihre geistige Durcharbeitung finden sollen. Eine eingehende Aussprache wird sich anschliehen. Für die Referate werden eingehende Richtlinien ausge­arbeitet die den Delegierten schon vorher eingehandigt werden sollen, um sie auf diese Weise mit den Problemen vertraut zu machen und eine hochstehende Diskussion | 3U =r glmtrum und Bayerische Volkspartei. Zwischen ' Vertretern des Zentrums und der Bayerischen Volks­partei werden kurze Zeit vor dem Zusammentritt des Reichsparteitages Besprechungen stattfinden, die sich nut I der Ausführung der Regensburger Beschlüsse be­schäftigen. Es wird sich dabei vor allem um eine sach­liche Stellungnahme zu den aktuellen Fragen der p r a k- tischen Politik handeln. Das Thema der Arbeits­gemeinschaft ober der Vereinigung der beiderseitigen Frak­tionen wird bei dieser Besprechung nicht zur Erörterung ftehen.

= Die nächste Landesausschutzsihung der Ressauifchen Zentrumspartei. Die am 23. Oktober hinsichtlich der vor­zunehmenden Wahl des 1. Vorsitzenden und feines Stell­vertreters ergebnislos verlaufene Sitzung des Landes­ausschusses der Nassauischen Zentrumspartei findet tn einer auf Mittwoch, 21, November (Buß- und Settag) erneut einberufenen Landesausschuß­sitzung ihre Ergänzung. Als wesentliche Punkte sieht die' Tagesordnung vor: Bericht der Wahlvorschlagskom­mission, sowie die Weiterberatung der am 23. Oktober noch nicht abgewickelten Tagesordnung._____________

Landwirtschaftliches.

88 Auflösung des alten Hauptgestüt« für flattblut- zucht geplant Das Hauptgestüt Beberbeck, bas aus dem alten, seit dem Jahre 1490 bestehenden landgraflich hes­sischen Wildgestüt Zapfenberg im Kreise Hofgeismar bei Kassel hervorgegangen ist, zur Zeit des Landgrafen Karl 1. von Hessen-Kassel 1690 mit der Sababurg vereinigt und dem Oberstallmeisteramt in Staffel unterstellt wurde, soll nach einer Anweisung des preußischen Landwirt- fdjaftsminifteriums bis zum Jahre 1929, spätestens 1930, aufgehoben werden. Der Vorstand der kurhessischen Landwirtschaftskammer in Kastel bittet in einer Eingabe an den preußischen Landwirtschaftsminister das Haupt- geftüt in Beberbeck zu erhalten, da mit Rücksicht auf die Erfolge der Kaltblutzucht für die kurhessische Landwirt­schaft und auch für die kurhefsische Kaltblutzucht em be- anders schwerer Verlust sein würde Erst vor ,«et Jahren wurden unter Aufwendung sehr großer Mittel gewaltige Waldgebiete umgerodet und für erweiterte Weideflächen mit bestem Erfolge hergerichtet.

frankfurter Radio-Programm.

Montag, den 5. November.

6.30: Morgengymnastik. Anschließend: Wetterbericht und Zeitangabe. 13—14: Schallplchten-Konzert. Aus Opern. 15.05—15.35: Stunde der Jugend. 15.55 bis 16.05: Hausfrauendienst, unter Leitung von Frni Man- nes 16.35—18.05: Nach Stuttgart: Konzert des Rund­funkorchesters: Neue Tänze. In der Pause: Vereins, nachrichten und andere Mitteilungen. 18.10—18.30: Le­sestunde — Aus dem Roman „Ivanhoe" von Walter Scott — Sprecher: O. W. Studtmann 18.30—19: „Ein­führung in Goethes „Faust", erster und zweiter Teil: 1. Entstehung und Leitidee, Vortrag von Jßfarrer Cie- mens Taesler. 19—19.30: Vortragszyklus der Industrie- und Handelskammer Frankfurt a. M.-Hanau: „Aktuelle Steuerfragen", Vortrag von Dr. Köbner. 19.30-19.45: Englische Literaturproben, vorgetragen von Oberstudien- rat Paul Olbrich. 19.45-20.15: Englischer Sprachunter­richt, erteilt von Oberstudienrat Paul Olbrich. 20.15 bis 21.15: Von Stuttgart: Sinfonie-Konzert 2115-22.15: Von Stuttgart: Er ist an allem schuld! Komödie von Leo Tolstoi. 22.45: Heitere Stunde.

Schriftleiter: Dr phU. Johannes Kramer, Verantwortlich für Politik und Heimatliches Dr Kramer, für den Roman und die „Buchenblätter" 21 nton Weß! er, für den übrigen Text und die Unterhaltungs­beilage Dr rer. pol Karl Auste-rmann. alle in Fulda Verantwortlich für die Anzeigen; Direktor der Fuldaer Actiendruckerei I Parze > l * r.

wie rmrd das weiter?

Das über Mitteleuropa liegende flache Tiefdruckgebie hat sich im Lause des Tages etwas nach Norden verscho­ben. Zunächst beherrscht die auf der Rückseite des Wir­bels vorgestotzene kühlere Luft ,die aber nunmehr schon als Westwind zu uns kommt, die Witterung. Bei gerin­ger Abkühlung wird es tn ihrem Bereich noch überwie- gen dbewölkt bleiben; wesentliche Niederschläge werden aber nicht mehr auftreten.

Witterungsaussichten für Sonntag: Wollig bis auf- heiternd, weitere Besserung.

Neue, Vücher.

Handbuch de« guten Tone« und der feinen Sifti von K. v. Franken. 58. verbesserte Auslage (bisherig, Auflage 300.000), 304 Seiten. Preis vornehm geb. Mk 3.50. Ganzleinen Mk. 5.—. Max Hesses Verlag, Ber lin. Bücher haben ihre Schicksale! — Wenn ein Buck über den guten Ton in kurzer Zeit eine Auflage vor 300 000 Exemplaren erlebt, so ist dies ein Beweis fo wohl für das Bedürfnis dieses Buches, als auch füi feine Güte. Zweifellos find guter Ton und einwand freies Benehmen gerade in unserer Zeit erstrebenswerte! denn je. Von all den zahlreichen Büchern der gleichei Art ist uns keines bekannt, das fo viele Vorzüge in sick vereinigt wie gerade dieses. Es ist geschmackvoll ge tumben und äußerst billig. Nichts von blutleeren, ftetfei Förmlichkeiten, überall geht Verfeinerung der äußere. Formen mit innerer Veredelung, stets Höflichkeit mi Herzlichkeit Hand in Hand. Selbst der Erwachsene, de gesellschaftlich Feingebildete wird vieles aus dem Buch lernen. Kein Alter, kein Stand, keine Lebenslage is unberücksichtigt gelassen. Jedenfalls möchten wir da. Buch als besseres Geschenk zu jeder Gelegenheit, befon ders zu Weihnachten wärmstens empfehlen.

Frankfurter Börse.

1.11.

2.11.

1.11.

2. li

Staatspapiere 6% Reichsanleihe D. Anl. Ausl. Sch. Anl- Abi. Schuld 4% Oestr. Goldr. 4% Ungarn Goldr.

87,25

14,

87,25

14,2

26,4

Allg. Elektr. Ges. Bad Salzschlirf Cem. Heidelberg Contin. Ges. Daimler D. Erdöl Bert D. Scheideanstalt

87,0

27,0

133,0

79,75

130,0

206,0

86,3

183,0

78,9

133,5

205,0

Sold. Pfdbr. u. Anl.

Dürkoppwerke

Eisenw. Kaisers!.

12,62

12,5

8°/o Frkt Hyp.-B. Goid.-Pfdb.

SVoFrkf. Pfdb.-B.

Gold.-PHb.

8%L.K.Kass.G.K.Obl

95,0

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Elektr. Liet

Elektr. Licht n. Kraft Farbenindustrie Filzfabrik Fulda Frankfurter Gas Frankfurter Hot

78,8

245,0

90,0 145,75

281,0

247,0

90,0

145,0

87,0

’ GÖld-Pfdb. 26 R. 1 8°'o L. Kr. Kass.

Gold-Pfdbr. 26 R. 2 7%> L. Kr. Kass.

Gold-Pfdbr. 27 R 4

8’'o Mein. Hyp.-B. Gold-Pfdbr.

96,0

96,0

90,0

95,0

96,0

96,0

90,0

95,0

Pokorny db Witt Goldschmidt Hammersen Holzmann Pb. Kammg. Kaisers!. Konsv. Braun Lahmeyer & Co. Lingel. Schuht

94,9

129,0

257,0

160,75

82,0

78,0

95,0

86,0

82,0

Bankaktien

Mainkraftw.

Motoren Oberursel

116,75

98,25

117,0

98,5

Commerzbank

183,25

184,0

N.S.U. (Neckarfr.)

182,0

——

Danatbank

286,0

286,5

Schuhstoff Fulda

54,0

58,0

Deutsche Bank

164,0

164,0

Schuhfabrik Hera

—

D. Eff. u. W. Bk.

126,0

126,0

Siem. 4 Halske

887,0

*•

Diskonto-Ges.

160,5

160,25

V. Faßt. Cassel

88,5

84,0

Dresdner Bank

Frankfurter Bank

166,0

118,0

166,25

117,25

Wayß 4 Freytag Zellst. Aschaffenb.

180,0

200,62

180,0

203,0

Frank!- Hyp.-Bank

147,5

148,0

Zellst. Waldhof

188,5

—

MeiningerHyp.-Bk.

Mitteid. Cred.-Bank

137,25

203,0

138,5

203,0

Südd. Zucker A.-G.

147,25

147,0

Reichsbank

300,0

301,0

Berg werkt-Aktien

Westbank Frank!.

100,0

100,0

Buderus Eisenw.

84,0

Aktien dtach. Transp.- Anstalten

95,0

Gelsenk. Berg'*.

Harpener Bergbau

Ilse Bergbau

241,5

121,0

136,9

Caen. Strassenbahn

95,0

Kali Aschersleben

274,0

278,0

Lloyd

144,75

145,75

Mannesmann

121,75

125,0

143,0

148,0

Riebeck

——

186,5

V. Laurahütte

66,0

66.e

Industrie-Akties

Adt Gebr.

—

32,0

Adlerw. Kleyer

105,5

106,5

Berliner L Novembe*

Devisenkurse Geld Briet

Newyork 4,19 4,20

Brüssel 58,27 58,89

Holland 168,17 168,61

London 20,88 20,87

Paris 16,87 16,41

Schwefe 80,69 80,85

Spanien 67,68 67,82

Italien 21,96 22,0

Dänemark 111,82 112,04

Norwegen 111,76 111,98

Schweden 112,08 112,80

Prag 12,42 12,44

Wien 58,98 59,10

9. November Geld Briet

4,19 4,20

58,27 58,39

168,19 168,53

20,38 20,87

16,38

80,70 80,86

67,66 67,79

21,96 22,00

111,81 112,03

111,76 111,98

112,09 112,81

12,43 12,45

58,b8 59,10

Amtliche SekaillltinnchiiM

Fulda.

Bekanntmachung.

Die mit Bekanntmachung vom 4. Dttober 1928 enge- ordnete Sperrung des Landweges Fulda-Gläser­zell innerhalb der Ortslage Horas wird mit Wirkung vom Sonntag, den 4. ds. Mts., ab aufgehoben.

Fulda, den 2. November 192s.

Set Canbraf:

________I. SB.: Dr. Lorscheider, Reg.-Lssessor._______

In dem Konkursverfahren übet das verwögen bet Firma ftohleneertrleb <5. m b Y Rod) & <£o. in fjulba ist Termin zur Abnahme der Schlußrechnung, zur Genehmigung des Schlußverzeichniffes, zur Beschluß- tassung über die nicht verwertbaren Vermögensstücke und zur Festsetzung von Vergütungen auf den 28. November 1928, 11'/, Uhr, bei uns, Zmmer Nr. 6, bestimmt.

Fulda, den 30. Oktober 1928.

Amtsgericht. Abteilung 5.

Geisa

Bekanntmachung.

Im Anschluß an den fiattgeiunbenen Verkaufstermin der Henning',chen Haus- und Grundbesttzung wird zur Abgabe von Nachgeboten nochmals eine Frist bis Dienstag, den S. Hou. ds. 3s. 12 Ahr mittags bestimmt. „ v

Schriftliche Nachgebote sind ftistgemaß bei dem Unter« zeichneten einzureichen.

Geisa, den 2. November 1928.

De^ Stadtvo« stand: f) oh mann, Bürgermeister.

Fahrrad-Faulstich spricht!

Edle Kammermusik hören Sie dar eh Parlophoü' Schallplatten, von denen ich stets ein proßei Lager unterhalte. Mittelstraße 42.

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Zeder fchfecht beleuchtete Raum widerspricht der hohen Entwicklungsstufe der heutigen Lichttechnik. JSr jeden Leleuchtungszweck gibt es passende Leuchten und passende Osram»Lampeu.

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