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trtb rrow, 3. Nov. (Eig Funkm.) Die Mor- a-«blätter berichten, daß gestern abend bei Gin« brud) der Dunkelheit aus dem Krater des Aetna, d-r la«6e Zeit kein Zeichen von Tätigkeit gegeben batte, plötzlicb schwarze Rauchwolken Aufstiegen, sgn<ri cilsbald rote Feuergarben mit einreg en und Lavaabfluß folgten. 5)6-5 großartige Schauspiel dauerte aber nur kurze Zeit. Gegen 7 Uhr abends war der Vulkan wieder ruhig. Der Lava-Abfluß kam bereits 50 Meter unterhalb' des Kraters zum Stillstand. In den umliegenden Ortschaften verspürte man leichte Erderschütterungen. ■
, * Ein Hemmschuh auf den Schienen. Nach Mitteilung der Reichsbahndirektion Magdeburg wurde am 1. November zwischen 17 und 18 Uhr auf dem Gleis Halberstadt-Magdeburg zwischen Warstedt und Groß Quenstedt ein Hemmschuh gesunden, der von unbekannter Hand dort hingelegt worden war. Der Hemmschuh konnte durch den Blockwärter rechtzeitig entfernt werden, so daß Betriebsstörung gen nicht eingetreten sind. Die Reichsbahndirek.- tion Magdeburg hat für die Ermittlung des Täters eine Belohnung von 300 Mk. ausgesetzt.
* Doppelter Selbstmordversuch in einer Bankierfamilie. Freitag vormittag spielte sich eine Tragödie in Berlin in der Wohnung der Bankierswitwe Rothschild ab. Frau Rothschild, eine 74jähr. Dame, die Mutter des durch seine versch Affären bekannten Moser-Rothschild-Depeiqa hat sich gemeinsam mit ihrem Sohn durch Beronal zu vergiften versucht. Beide wurden nach dem Elisabeth- Krankenbaus gebracht. Ihr Zustand ist ernst, aber nicht hoffnungslos. Der Grund zu dieser Tat -st darin zu suchen, daß in der Wohnung eite Pfändung vorgenommen wurde, die die alte Frau und deren Sohn in große Erregung setzten.
* Tödlicher Anfall eines Königsberger Aniver- sitätsprofessors. Einem tödlichem Unfall ist der ordentliche Professor Dr. Wilhelm Böltz, Leiter des Instituts für Tierzucht in Königsberg, zum Opfer gefallen. Dr. Böltz batte sich gestern auf das 'Versuchsgut der Universität begeben. Am Nachmittag wurde er von dem Administrator in einer Grcr- benböfchung tot aufgefunden. Offenbar hatte Prof. Böltz den Graben überspringen wollen, wobei sich seine Jagdflinte entlud. Die Schrotladung war ihm in den Kopf gedrungen.
*Dcr General der Heilsarmee erkrankt. Der Führer der Heilsarmee, General B o o t h, ist, wie aus London gemeldet wird, an nervöserErschövfung nicht unbedenklich erkrankt und muß sich mehrere Monate vollkommene Ruhe gönnen.
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Freitagnachmittag ereignete sich in der Dortmunder Kesfelfabrik Radoux in der Franziusstraße eine schwere Explosion. Ein ehemaliger Karbid- behälter, in dem sich Gase gebildet hatten, flog bei dem Versuch, ihn abzumontieren, mit einem lauten Knall in die Luft, durchschlug das Dach des FabriS- gebäudes und zertrümmerte es vollständig. Zwei an dem Kessel beschl/tigte Arbeiter wurden durch »en Luftdruck bis über das Dach hinaus hochgeschleudert und waren auf der Stelle tot
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Die Vorgänge in der rheinisch-westfälischen Eisenindustrie haben die ohnehin schon seit Monaten kranke Börse noch mehr geschwächt. Es ist aber doch bemerkenswert, daß die 'Aktien der beteiligten Montanunternehmungen noch am wenigsten unter dem Kursrückgang leiden, was wohl daraus zu erklären ist, daß große Engagements selbst in diesen Papieren nicht mehr bestehen. Wäre das der Fall gewesen, dann hätte man mit einem schweren Kurseinbruch und mit neuen ernsten Verlusten rechnen müssen. Im übrigen sind ja die Kurse der betreffenden Unternehmungen der Cistuiadustvie und des Bergbaues heute schon derart, daß kaum noch ein weiteres Absinken gegenüber dem inneren Werte dieser Unternehmungen in Betracht kommen kann. Wie mißtrauisch die Börse ist, ergibt sich aber vor allem daraus, daß selbst Papiere vom Range der I. G Farbenin- d u st r i e, die seinerzeit im Mittelpunkt einer stürmischen Hausse standen, im Kurse durch ganz vage Gerüchte, die neuerdings von einem Rückgang der Beschäftigung wissen wollen, gedrückt werden können. Aehnliches gilt auch für die Aktien der Bier- und S p r i t w e r t e, an denen in der letzten Zeit kursmäßig außerordentlich viel verloren worden ist.
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— Fulda, 3. Nov. Dem heutigen Schweinemarkt wurden 212 Ferkel zugeführt Die Preise bewegten sich je nach dem Alter der Tiere zwischen 15 und 25 Mark bas Stück. Der Handel war schleppend; es verblieb Ueberstand.
A. Husum, 31. Off. Dem heutigen F e t t v i e h m a r f t waren 2347 Stück Hornvieh zugeführt. Der Markt wies einen guten Besuch auf. Der Handel verlief jedoch nur mittelmäßig. Die vorwöchigen Preise konnten sich nicht tn allen Qualitäten behaupten. Allerdings wurden ausgesuchte Schlachttiere, von denen viele ein Gewicht von 1400 bis 1500 Pfund aufwiesen, in allen Gattungen auch über Notiz bezahlt. Der Marktbestand wurde fast ge- raumt. Bezahlt wurde für Ochsen: 1. Qualität 50—52 Jt, 2. 45—47, 3. 38—44. Guten: 1. 48—50, 2. 42—56, 3.
Kühe: 1. 45—49, 2 41—44, 3. 35—40, aenna genährte 18-30. für 100 Pfund Lebendgewicht. Am Scbaf mar kt waren 70 Schafe und Lämmer zum Verkauf gestellt. Trotz des guten Besuches verlief der Handel nur langsam. Schafe erzielten den Preis der Vorwoche, aber Lämmer mußten im Preise etwas nachgeben. Dar Marktbestand wurde ausverkauft. Es bedangen- Schast: 1. Qualität 47-50, 2. 35-46, Lämmer 47-51, für 100 Pfd. Lebendgew. In der vorigen Woche wurden nach fud- und mitteldeutschen Städten 1700 Stück Hornvieh versandt.
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der Explosion wurde das benachbarte Hochschulgebäude und ein Sportklubhaus beschädigt. Soweit sich bis setzt überiehen läßt, wurde niemand verletzt. Lompoc bat etwa 2000 Einwohner.
Handel und
Berliner Samstags=Börfe.
Obwohl zu Beginn der heutigen Samstagsbörse einige Ißerfaufsorbers in Spezialwerten Vorlagen, war die Um- satztätigkeit geringer als erwartet und litt, wie immer unter dem frühen Beginn. Der feste Grundton, der gestern und auch iin heutigen Vormittagsverkehr erkennbar war, konnte sich zwar erhalten, es herrschte aber allgemein in Anbetracht des unsicheren Ausganges des Lohnkonfliktes und im Zusammenhang mit den bevorstehenden amerikanischen Präsidentschaftswahlen st ä r- kere Zurückhaltung. Bei einigen Spezialwerten soll Prämienware verlangt worden sein. Auch sprach man von Nochgeschäften, durch die sich die Baisse-Partei zu decken suche. Beherrscht wurde das Börsenbild von dem anhaltenden Interesse für Schuckert-Aktien Die Gerüchte von einem Umtausch gegen Siemens erhielten sich. Man hörte 2 Versionen, einmal sprach man von einem Umtauschverhältnis 3:2, ein andermal von einem solchen von 1:1, wobei die Schuckert-Aktionäre 125 Proz zuzuzahlen hätten. Der heute erschienene Reichsbankausweis mit einer Wechselzunahme um 384 Millionen, einer Erhöhung der Lombardbestände um 64 Millionen, einer Abnahme der Fremden-Gelder um 235 Millionen, einer Notenzunahme um 680 Millionen und einem Rückgang der Deckung um 8—9 Proz bei einer Goldvermehrung um 22 Millionen, war für den Ultimo nicht schlecht, anscheinend der Börse aber noch nicht allgemein bekannt. Die ersten Kurse bewegten sich etwa auf Frankfurter Abendniveau, hatten also gegen gestrigen Mittagsschluß überwiegend 1—2 prozentige Besserungen aufzuweisen. Bemberg, Zellstoff, Waldhof, Ostwerke, Karstadt, Berliner Handelsgesellschaft, Schuckert usw. gewannen bis 3 Proz., dagegen verloren Polyphon und die amtlich notierten Kaliaktien puf die Meldungen von dem rückgängigen Absatz im Olt. In demselben Ausmaße. In den unnotierten Kaliwerten war das Geschäft weiter lebhaft. Im Verlaufe gaben die Kurse auf Gewinnmitnahmen zum Wochenschluß ziemlich einfjeit um 1—2 Proz. nach. Man sprach wieder von Exekutionen für die in Schwierigkeiten geratene Züricher Bank, doch klingt dies wenig wahrscheinlich Anleihen und Ausländer ruhig. Pfandbriefmarkt nicht ganz einheitlich, Roggen- und Goldpfandbriefe eher schwächer. Devisen etwas fester. Madrid auch international weiter langsam erholt. Geldmarkt unverändert, Tagesgeld 7 bis 9 Proz., Monatsgeld 8—9 Proz., Warenwechsel ca. 7 Prozent. ________
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• Ern Polizeiwachtmeister schießt seinen Vorgesetzten nieder. Am Freitagmittag gab im Rathaus in Di Hin gen der Posizeiwachtmeister Götten auf seinen Vorgesetzten, den Polizeivbermspektor Nossen, einen Revolverschuß ab, der diesen in den Leib traf und lebensgefährlich verletzte. Man nimmt an, daß beide im Rathause eine Auseinandersetzung gehabt haben. Jedenfalls hat Götten seinen Vorgesetzten am Ausgange des Rathauses erwartet, um aus ihn zu schießen. Der Täter ist verbastet.
* Wegen Mangel an Beweisen auf freien Fuß gesetzt. Der evangelische Pfarrer S ch n o o r aus Königshorst, Kreis Osthavelland, gegen den vor einiger Zeit die Aufsehen erregende Beschuldigung erhoben worden war, daß er vor einer Reihe von Jahren seinenSchwagergetötet ha^e, ist vom Landgericht Neuruppin wegen Mangels an Beweisen außer Verfolgung gesetzt worden.
* Schluß der Beweisaufnahme im Bergmann- Prozeß. Mit der Vernehmung des früheren Stadtamtmannes a. D. Prahl, der auf günstige Auskünfte des Staatsanwaltschaftsrates Jacoby und anderer 40 000 Mark dem Lombardhaus Bergmanns zur Verfügung gestellt und verloren hat, wurde am Freitag die Beweisaufnahme im Berliner Bergmann-Prozeß nach neunzehntägiger Dauer geschloffen. Die von dem Verteidiger zur Entlastung des angeklagten Staatsanwaltschaftsrates Jacoby neu vorgebrachten Beweisantrage wurden als unerheblich abgelehnt. Am Montag werden die Vertreter der Staatsanwaltschaft zur Begründung der Strafanträge das Wart ergreifen.
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— Die Kasseler Kolonial- und Drogenfirma Theodor Aussarih in Konkurs, lieber die Kolonial- und Drogengroßhandlung Theodor Auffarth in Kassel, ist das Konkursverfahren eröffnet worden. Nach der vorläufigen Aufstellung durch einen Bücher-Revisor beläuft sich die Gesamtheit der Verpflichtungen einschließlich der festen Hypotheken auf ca. 400 000 Mark. Die Unterbilanz wurde zunächst mit etwa 50 000 Mk. festgestellt. Diese Ziffern sind, wie erwähnt, nur vorläufige und dürften sich wahrscheinlich noch erheblich verschieben Der Inhaber der Firma ist flüchtig.
= Arbeilereuklassungen in der Frankfurter Industrie. Die Adler werke Kleyer haben in den beiden letzten Wochen insgesamt 900 Arbeitern gekündigt, von denen bereits 700 zur Entlassung tarnen Die Betriebseinschränkung wird auf die mangelnde Beschäftigung im Aufomo- bitbau zurückgeführt. In der Schreibmaschinenabteilung hat sich hingegen die Lage etwas gebessert. In den Werken bleiben insgesamt noch etwa 4000 Mann beschäftigt. — Die Metallwerke Knodt A.-G. Frankfurt a. M.-Bockenheim haben ebenfalls ein Fünftel ihrer Belegschaft zur Entlassung gebracht
— Weitere Betriebsstillegungen in der Dasallinduslrie. Nachdem erst kürzlich der bekannte Basaltbruch „Röthenbacher Lay", der einige Zeit zuvor mit kostspieligen Verladeeinrichtungen versehen worden war, seinen Betrieb einstellte, ist nunmehr in dem mit einem Kostenaufwand von rund 100 000 Mk. aufgeschlossenen Stembruchbetrieb „Die Hege" ebenfalls die Ädert eingestellt worden. Weitere Betriebsschließungen sollen noch beoorstehen.
— 60 Millionen A K. der künftigen A. G. der Opel- werke. Die schon mehrfach erwähnten Vorarbeiten zur Umgründung der Opelwerke in eine Familien-Aktien- gesellschaft sind soweit gediehen, daß in etwa vier Wochen die Gründungsversammlunq ftattfinben soll. Das A K. wird 60 Mill. Rm. bei Bildung einer Reserve von 10 Mill. Rm. entgegen der ursprünglichen Absicht non nur 50 Mill. Rm. betragen. Die Oyelwerke legen Wert auf die Feststellung, daß die Verwaltung nur aus Familienmitgliedern bestehen wird.
= Zunahme der Konkurse im Oktober Nach Mitteilung des Statistischen Reichsamts wurden im Oktober 1928 durch den „Reichsanzeiger" 685 (im September 530) neue Konkurse ohne die wegen Massemangels abgelehnten Anträge auf Konkurseröffnung und 264 (257) eröffnete Vergleichsverfahren bekanntgegeben.
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Die Strafanträge des Staatsanwaltes.
Jtn Kyritzer Prozeß wegen der Ausschreitungen der Landbündler gelegentlich einer Demonstration in Kyritz beantragte der Oberstaatsanwalt Müller am Frei tag folgende Strafen:
Wegen qualifiziertem Landfriedensbruch und qualifi ziertem Aufruhr gegen den Angeklagten Cordes 1( Monate Gefängnis und 1000 Mk Geldbuße, gegen v Jena 9 Monate Gefängnis 600 Mk. Geldbuße, geger Staffehl 9 Monate Gefängnis und 800 Mk. Geld büße, gegen Schneider 9 Monate Gefängnis und 45C Mk. Geldbuße, gegen Lieberenz 7 Monate Gefängnis und 350 Mk. Geldbuße, gegen Sterte 8 Monat- Gefängnis und 800 Mk. Geldbuße gegen Langhoff 8 Monate Gefängnis und 400 Mk. Geldbuße, gegen S i e- gel 7 Monate und 350 Mk. Geldbuße, gegen Wieg 8 Monate Gefängnis und 400 Mk. Geldbuße, gegen Winter 7 Monate Gefängnis und 500 Mk. Geldbuße, gegen Kleine, der außerdem noch wegen Beleidigung angeklagt ist, ein Jahr Gefängnis, 200 Mk. Geld- strafe und 500 Mk. Geldbuße, gegen Bade, der gleichfalls wegen Beleidigung angeklagt ist, 8 Monate Gefängnis, 150 Mk, Geldstrafe und 400 Mk. Geldbuße. Gegen Frau v. C l i tz i n g wurden wegen einfachen Landfriedensbruchs 6 Monate Gefängnis und 500 Mk. Buße beantragt, auch gegen die übrigen Angeklagten werden wegen einfachen Landfriedensbruchs Gefängnisstrafen von 6 Monaten und Bußen von 200—500 Mk. beantragt. Bei 11 Angeklagten beantragte der Staatsanwalt Freisprechung. Der Oberstaatsanwalt beantragte für alle Angeklagten mit Ausnahme des Angeklagten Kleine bedingte Strafaussetzung, soweit die Freiheitsstrafen in Betracht kommen.
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