Einzelbild herunterladen
 
  

**eroe, er onoeren Ote eorge rur o-n nnanziei- len Aufbau, der nach seiner Ansicht noch gr"ße Vorsicht erheische, überlassen müsse. Der Finanz­ausschuß hat, nachdem Poincare die Sitzung ver­lassen hatte, einen sozialistischen Antrag angenom­men, in dem gefordert wird, daß die Regierung künftig das Budget so rechtzeitig einbringe, daß das Parlament -»ine wirkliche Beratung zur Kon­trolle ausüben könne. Ferner wurde gefordert, daß die ^Regierung den Beginn des Budgetjahres vom 1. Januar auf den 1. April verlegen möge.

*

Der französische Ministerrat hat unter dem Vorsiß des Präsidenten der Republik die Neufas­sung der Paragraphen 70 und 71 des Einnahme- budgets betr. die Rückgabe von Vermö­genswerten an bestimmte religiöse Ordensge- sellschaften gebilligt. eDr neue Text, w'rd der Kammer bei ihrem Wiederzusammentritt vorqelegt werden. Minister des Auswärtigen. Briand, hat dem Ministerrat über die außenpolitische Lage Be­richt erstattet.

Ehaer-Spende Preußens.

wtb. Berlin, 3. November. (Eig. Funkm.). Wie der Amtliche preußische Pressedienst mitteilt, hat der Minister für Landwirtschaft, Domänen und Forsten am 100. Todestage Albrecht Thaers, des Begründers der Landwirtschastswissenschaft, den landwirtschaftlichen Hochschulen in Berlin und Bonn-Poppelsdorf je 10000 Reichsmark als Thaerspende überwiesen. Die Zinsen aus den mündelsicher anzulegenden Be­trägen sollen alljährlich zur Unterstützung bedürf­tiger und würdiger Studierender Verwendung fin­den. Ueber die Verwendung entscheidet der Senat jeder Hochschule. __________

* Veränderungen in der Prffseabtcilung. Zum Dirigenten der vereinigten Presseabteilung der Reichsregierung und des Auswärtigen Amtes ist, der Deutschen Mlgem. Ztg. zufolge, der vortragende Legationsrat Dr. v. Kauffmann ernannt worden. Gleichzeitig wurden die Referenten Dr. Wingen, Cohn und Dr. Heide zu Regiemngsräten ernannt.

* Verbot von Reisen nach Sowiekrußland für französische Beamte. Ministerpräsident Poineare hat auf eine Frage aus parlamentarischen Kreisen erklärt, daß französischen Beamten, die sich nach Sowjetrußland begeben möchten, um das dortige Verwaltungssystem zu studieren, hierfür kein Urlaub gewährt und daß ihnen auch jedes Vi­sum verweigert werden würde, selbst wenn die An­tragsteller während ihrer Urlaubszeit die Reise unternehmen würden.

* Mohammedanische Kundgebung in Jerusalem. Aus Jerusalem wird gemeldet: Am 11. Jahrestag: der Balfourdeklaration fand eine Versammlung von über 600 mohammedanischen Notabein statt, in der gegen die angebliche Verletzung mohammedanischer Heiligtümer durch die Juden protestiert wurde. Zu dieser Versammlung waren Abordnungen aus ganz Palästina, Transjordanien und Syrieir erschie­nen. Aus Aegypten trafen Sympathie-Telegramme ein. Die Versammlung beschloß, den mohammeda­nischen Standpunkt mit Bezug auf die Klage­mauer vor dem Völkerbund und anderen amtlich m Stellen zu vertreten. Ferner wurde beschlossen, nachdrückliche Propaganda in der ganzen moham­medanischen Welt zu führen und eine panislamitische Gesellschaft zum Schutze der heiligen Stätten zu schaffen. Die Polizei hatte umfangreiche Maß­nahmen zur Aufrechterhaltung der Ordnung ge­troffen.

Drohende Hungersnot iit Tkstria.

wtb. Schanghai. 3. Nov. (Eig. Funkm.). Reu­ter: Die Erntemeldunqen aus allen Teilen Chinas lauten von Tag zu Tag schlechter und lassen be­fürchten, daß die Ernährungsverhält­nisse während des nächsten Winters wahrhaft entsetzlich werden. Der Reis, das hauptsächliche Rahrunosmittel Chinas, hat unter der Trockenheit besonders gelitten. Die Reis- Händler erklären, daß die diesjährige Ernte nur etwa 55 Prozent der Normalernte beträgt. Es wird befürchtet, daß ein Gebiet von 640000 Quadratkilometern mit beinahe 200 MillionenEinwobnernnonHunge's- n o t heimgesucht werden wird.

t Das Urfeil im zweiten Spritweberprozeh. Äm zweiten Verfahren wegen Monopolbetrugs ge­gen die Brüder Hermann und Aeinrid: Weber vurde von dem Berliner Gericht am Donners- ag das Urteil gefällt. Die 4. Große Strafkammer »at Hermann Weber für die im zweiten Prozeß /eftgefteöten Vergehen des Betruges gegenüber der

St. Hubert in Sope und Ekschichte

Zum 3. November.

Von Dr. Paul I. v o n L o n e.

„Die Große Lust, so St. Hubertus am Jagen, hatte und deswillen er öfters den Gottes-Dienst ver­säumte, gab zu seiner Bekehrung Anlaß, wie die Hi­storie meldet. Dann als er eben am Charfreytage mit seinem Knechte den Wald durchstriche, stieß ihm ein Hirsch auf, welcher zwischen den Hörnern ein Eruruix hatte, und dabey hörte er eine Stimme, die ihm ewige Verdammnis ankündigte, wofern er sich nicht bekehren würde. Dieses geschähe in dem Ardenner-Wald. nder wie andere sagen, bei dem Flusie Seine, da er noch zu Hofe lebete. Daraus faßte er gleich den Schluß, ein geist­licher zu werden."

Diese Legende, wie wir sie heute wohl alle kennen. Ist nicht so uralt, wie es den Anschein hat Und wenn wir nach der geschichtlichen Persönlichkeit forschen, von der man dies Bekehrungswunder erzählt dann werden wir erst recht erstaunt. Die „Bita Sancti Huberti" vom Jahre 750, die älteste wahre Lebensbeschreibung dieses Heiligen, etwa zwanzig Jahre nach seinem Tode von einem seiner Klosterbrüder versaßt, erzählt uns nicht das Geringste von diesem Hirschwunder. Ja, nicht einmal etwas von St. Hubertus Bekehrung.

Ums Jahr 680 kam der junge fränkische Ebeling an den Hof des merowingifchen Königs Theoderich, verließ ihn jedoch bald, um in das Gefolge des Hausmeiers von Austrasien, Pipin von Heristal, einzutreten, also bei dem Begründer der Karolinger Dynastie Durch dessen Ver­mittelung heiratete er die reiche Floribone, „eine Per­son von großen Qualitäten". Was ihn dann bewog -ns Kloster zu gehen, erzählt uns die Geschichte mcht Sie weiß nur. daß Hubert schon als Knabe ein überaus frommer Klosterschüler war und dann .dem geistlichen Sto"de durch fromme Gemüthsart und Neigung zuge­führt" wurde. Im Jahre 709 finden wir ihn als Bi­schof von Maastricht, 722 als den ersten Bischof von Lüttich, als welcher er am 3. November 727 starb Seine Gebeine wurden rund hundert Jahre später im Be-sein Kaiser Ludwigs des Frommen in das schon von Pipin 697 gegründete Kloster Andain gebracht, das daher —

Die weiteren Pläne Eckeners.

Besuch in Berlin. — „Gras Zeppelin" soll Schulschiff werden.

Wie Dr. Eckener mitteilt, hat er die Einladung des Reichsoerkehrsministers, Berlin zu besuchen, angenom­men. Er wird die Fahrt so bald wie möglich antreten. Ein Zeitpunkt läßt sich jedoch nick' bestimmen: er hängt von den Wetterverhältnissen ab Da die Tage bereits sehr kurz sind, muß das Schiff schon nachts etwa um 1 ober 2 Uhr aufsteigen, damit es auch für den Fall widri­ger Winde rechtzeitig in Berlin eintrifft Genau io würde der Aufstieg zur Rückfahrt erfolgen. Dr. Eckener hält es für ausgeschlossen, daß er mit bei Berliner Fahrt gleichzeitig den Plan verbinden kann, Ostpreußen und andere Gebiete des Reiches die bei der großen Deutschlandfahrt ausgelassen werden mußten, einen Be­such abzustatten. Der Grund dafür liegt ebenfalls in der Kürze derTage. Dagegen wird das Schckf sieben kleinere Fahrten machen, um die von technischen Behörden oorgeschriebene Abnahmeprüfung für Blaugas nachzuholen.

Ueber die weitere Entwicklung der Lustschiffahrt er­klärte Dr. Eckener, daß er hoffe, mit Amerika eine Ver­kehrsgesellschaft zustandezubringen, die bann ein noch größeres unb stärkeres Schiff baut da- ben Beanspruchungen einer Ozeanfahrt auch bei den schwer­sten Stürmen gewachsen ist. Außerdem wird dann eine neue Halle geschaffen werden, für die als günstig­stes Gebiet die oberrheinische Ebene in Frage kommt. Ueber den Ort dieser Halle läßt sich noch nichts sagen. Er wird nach fahrttechnischen Gesichtspunkten be­stimmt werden. Der „Graf Zeppelin" wird bann als Schulschiff zur Ausbilbung von Personal unb für andere Versuche benutzt werden, soweit er nicht in einem anderen als dem Transozeanverkehr Verwendung findet. Trotz dieser Pläne für die Entwicklung größerer und stär­kerer Schiffe ist nochmals zu unterstreichen, daß der „Gras Zeppelin" sich nach Ansicht Dr Eckeners auf seinen bei­den letzten Fahrten ausgezeichnet bewährt hat. wie man es nach seiner Stärke nut verlangen konnte.

Nach einer weiteren Meldung ist der Besuch des „Graf Zeppelin" in Berlin für Montag geplant. Er wird in Staaken niedergehen unb wahrscheinlich am anberei* Morgen nach Friedrichshafen zurückkehren.

*

Der Automobilklub von Deutschland hat Dr. Ecke­ner und Dr Dürr in Anerkennung ihrer Verdienste um die Luftschiffahrt die goldene Medaille des A. V D. verliehen und sie zu Ehrenmitgliedern des Klubs ernannt.

Bau einer Zeppelinhalle in Florida

Die Gooadyear Zeppelin Company bereitet in St. Petersburg (Florida) den Bau einer Luftschiffhalle vor.

Erdstoß in Kalifornien.

Die Ortschaft Lompoc im Bezirk Santa Bar­bara wurde von zwei schweren Erdstößen heitnge- sucht. Die Verbindungen mit dem Ort sind infolge des Erdstoßes unterbrochen. Die wenigen spär­lichen Nachrichten, die trotz der Zerstörung der Ver- bindungen über die Folgen der Erdstöße einlaufen, besagen, daß gleich nach dem Erdbeben der Gaso­meter des Ortes explodierte. Durch den Luftdruck

Retchsmonopolverwaltung zu einer Gesamt» strafe von zwei Ja hren Gefängnis ver- urteilt. Ein Jahr sechs Monate werden für die Un­tersuchungshaft angerechnet. Die im ersten Prozeß gegen Hermann Weber verhängte Geldstrafe von 60000 Mark wurde aufrecht erhall t e n. Gegen Heinrich Weber wurde auf eine Ge­samtstrafe von elf Monaten Gefängnis erkannt. Acht Monate Untersuchungshaft werden in Anrechnung gebracht. Ebenso wurde die ver­hängte Geld strafe von 20000 Mark du-ch die Untersuchungshaft für verbüßt erklärt. Die Haftbefehle wurden aufgehoben. Die in erster In­stanz verurteilten drei Zollbeamten wurden auf Ko­sten der Staatskasse freigesprochen.

* liebcrfall auf einen Reichswehrsoldalen. Der Reichswehrsoldat Obergefreiter Heinz Hermann i>. Jnfanteriereg'ment 8 in Frankfurt a. O. wurde auf dem Heimwege nach Forstbauden auf der nach Scbmiedeberg führenden Chaussee angeschoffen Die Hilferufe Hermanns wurden von Einwohnern ge­hört. Diese alarmierten die Krummhübeler Sani- tätskolonne, die mit einem Arzt sofort zur Stelle war. Es wurde festgestellt, daß Herman einen Durchschuß durch Leber und Niere erhalten hat. Im Verdacht stehen ein Motorradfahrer und sein Beisitzer, die in Richtung nach Schmiedeberg fuh­

ren. Hermann wurde im Auto ins Krankenhaus übergeführt, wo er bedenklich barnieberliegt.

* Erschießung eines Deutschen durch einen lu­xemburgischen Zollbeamten. (Eig Funkm.) Das Echo de Paris meldet aus Longwy: Am Donners­tag hatten zwei in Mont-Saint-Martin wohnende Deutsche einen Spaziergang nach Luxemburg ge­macht. Abends bei ihrer Rückkehr gerieten sie an der Grenze mit zwei luxemburgischen Zollbeam­ten in einen Wortwechsel. Die Beamten folgten ihnen auf französisches Gebiet bis auf 125 Meter nach. Es kam zu einer Schlägerei. Einer der Zollbeamten zog seinen Revolver und feuerte auf den 26 Jahre alten deutschen Otto Frckntze! der am Kopf getroffen und getötet wurde. Die Zoll­beamten begaben sich dann auf luxemburgisches Ge­biet zurück. Die Gendarmerie von Mont-Saint- Martin hat die Staatsanwaltschaft von Briey be- nackricktigt

* Ffinefelb schenkt fein Flnazeng dem japani­schen Flugverband. Freiherr v Hünefeld hm das Junkersflugzeug Europa, in dem er vor kurzem von Berlin nach Tokio flog, dem kaiserlich-japani­schen Flugverband in Anerkennung des ihm vom japanischen Volk erwiesenen Wohlwollens geschenkt. Freiherr von Hünefeld fährt über Sibirien nach Deutschland zurück.

Der Großkampf in der Eisenindustrie.

Keine direkten Verhandlungen.

wtb. Essen, 3. Nov. (Eig. Funkm.). Entgegen anderslaufenden Zeitungsnachrichten stellt Wtb. durch Nachfrage bei allen in Frage kommenden Stellen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer fest, daß von direkten Verhandlungen im Eifenkonflikt nichts bekannt ist Ebenso wenig ist etwas davon bekannt, daß solche Ver­handlungen angebahnt werden. Die allgemeine Lage ist ruhig.

*•

Die Voss. Ztg. meldet aus Essen: Nachdem die Aussperrung im Bezirk Nordwest durchgesührt worden ist, sind nur noch drei Betriebe vorhanden, die weiter produzieren, und zwar handelt es sich dabei um zwei Firmen, die dem Arbeitgeberverband der nordwestlichen Gruvpe nicht angeboren und die Maschinenfabrik Holstein u. Kavpert in Dortmund, die zwar dem Arbeitgeberverband angeschlossen ist, die weiter arbeitet, weil das Unternehmen größere Auslands- aufträqe auszuführen bat und sämtliche Konkur­renzfirmen außerhalb des Aussverrungsgebietes ihren Sitz haben. Die Werke zahlen ihren Beleg­schaften die Löhne nach den Sätzen des neuen Schiedsspruchs.

Gemeinsames Voraeb-n der 3 Alekallarbeiler- verbände.

Am Freitagvormittaa traten in Duisburg die Vertreter der drei Metallarbeiter-Gewerkschaf­ten zusammen, um über ein ge neinfames Vorge­hen zu beraten. ■ der Besprechung wurden nur taktische MaßnS^,. ,-n erörtert, über die jedoch die Gewerkschaften nichts Mitteilen können. Nach mehrstündiger Dauer wurden die Verhandlungen auf Samstagvormittag vertagt. Der Christ­liche Metallarbeiterverband bat für Sonntagvackmittag 4 Uhr eine große öffentliche Versammlung nach Es 1 e n einberufen.

*

Im Polizeipräsidium in Bochum fand am Freitaovorn-ittag unter dem Vorsitz des Poli­zeipräsidenten Stieler eine Bespre­chung mit den Gewerkschaftsführern der drei an der Aussperrung beteiligten Metallar­beiter-Organisationen von Bochum, Witten, Herne und Wanne statt. Der Polizeipräsident bat, auf die Ausgefverrfen in dem Sinne einzuwirken, daß die öffentliche Ordnung und Sicherheit nicht ge­stört würde. Solange die öffentliche Ruhe nicht gestört werde, würden polizeiliche Maßnahmen nicht getroffen. Er hoffe, daß es nirgends zu un- (iebfamen Vorkommnissen kommen werde.

♦

Zu den Vorschlägen der Vereinigung deutscher Arbeitgeberverbände, die auf eine Einschrän­kung des Schlichtungswesens hinaus­laufen, wird der Dost. Ztg. mitgetellt, daß das Reickiorbeitsministerium erst die Beilegung des Konflikts in der Eisenindustrie abwar­ten will, ehe es sich mit dem Plan einer Reichs- schlichtste 11 e befaßt.

Umfangreiche MrbeiferenfHhtngen im Siegerländer Bergbau.

Die Vereinigten Stahlwerke haben den Beleg­schaften von 12 im Siegerland gelegenen Eisenerz­gruben gekündiat. Die Gruben sollen am 15 No- zusammev mit dem sich darum entwickelnben Städtchen — den Namen Saint Hubert bekam 1568 äscher­ten die Hugenotten es ein. Was hatte dieser heilige Bischof aber besonderes mit der Jagd zu tun? Wie wurde er gar der Schutzpatron der Jäger?

Seine Begräbnisstätte liegt in den Ardennen Diese aber sind wegen ihres noch heute berühmten Wildstan­des seit uralten Zeiten immer viel von Jägern besucht worben; schon in heibnifcher Zeit hatte man dies Waldgebiet der Jagdgöttin Diana geweiht Ferner und vielleicht im Zusammenhang damit: die Mönche von Saint Hubert hakten eine auffallende Kunst in der Hundezucht entwickelt unb dabei die besondere Kenntnis erworben, von tollwütigen stunden gebissene Menschen und Tiere zu heilen. Dies Wissen verschosste ihnen bei dem Aufenthalt der vielen Jäaer hohen Ruf. Und es entwickelte sich im 10. Jahrhundert der fromme Brauch, mit einem glühend gemachten Schlüssel des Heiligen die Bißwunde auszubrennen, bei Menschen aber des Hei­ligen Stola auf die giftige Munde zu legen. Spä­ter wurde ben Hunden auch wohl mit dem geweihten Hubertus-Schlülfel ein Mal auf die Stirn gebrannt, um sie gegen Wasserscheu zu schützen.

War St Hubert damit schon in ein besonderes Ver­hältnis zu den Jägern getreten, so kam nun noch hinzu, daß her Tag. an dem er 744 heilig gesprochen wurde, der 3. November war. der Tag des heiligen E u - st a ch i u s. Das iedock war. wie mir es noch aus Chn- sioph von Schmidts schöner Jugendgeschichte missen, ein römischer Feldherr um 200 n. (Ihr., ein überaus eifrger Jäger der durch jene wunderbare Hirsch-Ersckein.mg zum Christengotte bekehrt wurde. Auf bas natürlichste verbanb sich nun dies Ereignis aus seinem Leben mit der Lebensgeschichte des heiligen Hubert, der so nickt nur zum „heiligen Jäger", sondern auch zum Schutzpatron aller Jäger wurde.

Als solcher kam er erst um 1620 nach Deutschland. Noch 1504 hatte ein Albrecht Dürer die Hirschlegende mit dem Namen des heiligen Eustachius in Kupfer gestochen! Es war die „Historia Sancti Huberti" des Jesuiten Dr. Robertus. die uns zum ersten Mal jene Eustachius Le­gende als Erlebnis des heiligen Hubert erzählt hat Sie wurde in dem jagdlustigen 18. Jahrhundert derartig aufgenommen, bah keine Parforcejagd mehr anders

vember still gelegt werden. Die Stillegung wird mit Absatzschwierigkeiten begründet. Betroffen werden etwa 55 00 Bergleute. Auch die anderen Gruben des Siegerlandes, die größtent^lls von den Konzernwerken der westdeutschen Eisen­industrie betrieben werden, kommen zum Stillstand.

Die Lage in den Randgebieten.

wtb. Hagen, 3. Nov. (Eig. Fm.) Die zusam­menfassend als Randgebiet der nordwest­lichen Gruppe bezeichneten 4 Tarifgebiete der Metallindustrie. Hagen, Schwelm, Arnsberger Ver - bandsbezirk, Siegen-Dillenburg und südöstliches Westfalen, sind von den Aussperrungen in der nordwestlichen Gruppe nicht betroffen. Neben der gemeinschaftlich von allen drei Metallarbeiter- Verbänden ausgesprochenen Kündigung des Lohn­tarifs in Hagen Schwelm sind von den 14 im Arnsberger Derbandsbezirk (Gebiet des märkischen Sauerlandes) in Geltung befindlichen Lohntarifen 4 gekündigt worden, und zwar die für das Volme- Tal, Letmathe, Menden und Schwerte. Im Tarif­gebiet des Arbeitgebervereins für das südöstliche Westfalen (Neheim-Hüsten, Meschede-Brllon, War­stein) und im Tarifgebiet des Siegerländer Ver­eins für Gruben und Hütten, der auch den Dillen­burger Erzbergbau umfaßt, sind Tarifkündigungen bisher nicht erfolgt. Lediglich die Eifenerzgruben der zur nordwestlichen Gruppe gehörenden vereinig­ten Stahlwerke wurden still gelegt. Es besteht aber die Gefahr, daß der gesamte Siegen- Dillenburger Erzbergbau, der fast aus­schließlich für die Ruhrindustrie beschäftigt ist, in absehbarer Zeit wegen Absatzmangel still gelegt wird.

Die Betriebe der rheinisch-westfälischen Kalk­werke in Hagen, Hohenlimburg und Letmathe und die Dolomitwerke in Halben, die junt Konzern der Vereinigten Stahlwerke gehören, haben heute ihre 600 Arbeiter entlassen.

Boykottierung der Werk-Konsumanstalten.

wtb. Essen, 3. Nov. (Eig. Funkm.). In einem Auftuf in verschiedenen Zeitungen Essens fordert der christliche Metallarbeiterverband die Metall­arbeiter und Gewerffchastler auf, die Werk-Konsum- Anstalten der Unternehmer nicht mehr durch Käufe zu unterstützen, sondern ihren ganzen Bedarf nur in den eigenen Konsumvereinen zu kaufen.

Postauto die vöschuna hinab.

Lin Toter — 9 verletzte.

wtb. heiliqenskadt (Eichsfeld), 3. Nov. (Eig. Funkm.). Das Postauto Heiligen st adl- D i n g e 1 st ä d t stürzte heute eine 10 Meter hohe Böschung hinab. Von den 10 I n - fassen wurden 3 verletzt. Das Unglück wurde durch eine Frau mit ihren beiden Jungen hervorgerufen, die, als der Fahrer des Postautos links überholen wollte, vor das Auto rannten. Hierbei wurden die M u t t e r u n d der 1 4 jäh- rige Sohn schwer verletzt. Der Junge ist inzwischen seinen Verletzungen erlegen, wäh­rend die Mutter in Hoffnungslosem Zustond barnieberliegt.

denn am 3. November unter St. Hubertus Namen gerit­ten mürbe. Nun entstauben bie Hubertus-Bäder (z B. bei Thale im Harz), nun wurden die Jagbschlösier „Hubertus-Burg" (bei Wermsbvrs in Sachsen) aenannt ober „H u b e rt u s - S t o ck" (am Werbelliner See in Preußen) — auch eine Reihe von Hubertus- Drb e n wurden gestiftet: der lathringisch-französilche Hubertusvrben (1786 von Ludwig XVTT. bestätigt 1815 durch Ludwig XVIII. erneuert und durch die Revo­lution 1848 aufgehoben), der Kur-Kölnische Hubertus- Orden, bann ber von Prinz Friebrich Karl 1859 zu Pots­dam gegründete „sehr edle Orden vom Weihen H'rsch Sancti Huberti", den Wilhelm TT. im Jahre 1889 be­stätigte und selbst gern bei feiner Jagblitewka trug. Der berühmteste mar ber bayerische Sand Hubertus-Orden durch ben Herzog van Jülich geschaffen anlählich seines Sieges am 3. November 1444 bei Linnich (wo noch heute ber Hubertus-Bildstock steht!), 1706 vom Kurfür­sten von der Pfalz-Neuburg übernommen, im Jahre 1800 als höchster bayerischer Orden ausgerufen und feit der Ernennung Bayerns zum Königreich (1806) durch Napoleon verliehen als „Königlich Bayerischer Haus- ritterorben vom Heiligen Hubertus".

Am meisten hat sich damals der Name Hubert eingewurzelt im bergischen Rheinlande. Hier wurden fast alle Knaben Hubert genannt. Nicht nur die ältesten! Der zweite hieß dann etwa Beter Hubert, ber dritte Pe­ter Josef Hubert. Don der Kölner Domafarre wird ein gleiches berichtet Als Sckutz vor dem Biß tollwütiger Hunde trugen Männer und Knaben am 3. November unb lange Zeit nachher bie sog. „H u b ertu s - R i e m - ch e n", kleine weißgegerbte und mit roter Farbe be- ; Jpritzte Leber-Riemchen Dieser Brauch war noch bis zum Enbe bes vergangenen Jahrhunderts selbst in Köln lebendig.

Wa^ eilen.

Dan Siegfried Bergengruen.

Der Einzelne vermag seine Handlungen aus dem einfachen Grunde nie mit ben Ansichten der Allgemein­heit in Einklang zu bringen, weil er seine Wohltaien über- unb seine Fehltritte unterschätzt, die Allgemein- j heit aber dazu neigt, das Gegenteil zu tun. Das Er»

Die Verbrauchssteuern.

«5

HO

35

130

25

20

■■15

*10

Bienteueru.ßnrzo/1-

Täbatcskuem-u- Zölle

Einnahmen aus Verbrauchsfeuem und Zöllen tn den Rechnungsjahren 1913/14 und 1924/25bis1927/28 ieKopf der Bevölkerung

übrige ZoUe- Kaffee-,Tee-, Kakao; Zündwann-leudifmiikl\ uübrürb/mchsltuemjk Salzsteuer u -zo//—^ Zudtersieueru-- zol/S Wein-u Schaumwein''

steuern u-Zölle__

MbzwtRJC SO

0

25/26 26/27 27/2B

1913i

Unsere Tabelle zeigt, daß die Einnahmen aus Verbrauchssteuern, die vor dem Krtegepro Kopf der Bevölkerung unter 25 Mark geblieben sind, in stetem Wachsen b a I d 50 M a r k e r r e t ch- t e n. Diese Erscheinung ist nicht nur aus den Um­stand zurückzuführen, daß der Realwert einer Frte- densmark etwa 1,55 Reichsmark unserer Zeit ent­spricht, sondern auch auf die Erhöhung der Tabaksteuern und -Zölle.

gebnis sind Weltschmerz unb bö’e Nachrede. Beide» Dinge, ohne die es sich besser leben ließe!

Es ist ein großer Unterschied, ob man einem -Nen- schen ins Gesicht lacht ober hinter seinem Rücken über ihn lächelt. Das eine ist ein Schwertstreich, ber pariert werden kann, bas andere aber ein Schlangenbiß, .-ezen Gift erst wirkt, wenn alle Abwehr zu spät ton an.,

Wir würben auf einem wesentlich höheren Ku.tur» Niveau stehen, wenn wir bie Verbesserung unterer äu­ßeren Lebensumstände nicht dazu erstreben wurden, um uns in Bequemlichkeit zur Ruhe setzen zu können, mv- dem um unter günstigeren Voraussetzungen größere Werte zu schaffen.

Denk mal nach!

Sie klagten „Wenn die Welt doch lernte, höflicher zu werden!" und als er sich nicht entschuldigte, keifte sie ihm nach: „Stimmet! Flegel!" „

Wenn dich jemand fragt: „Wie geht es Ihnen o heißt das in tausend Fällen: „Ich weiß beim besten Wil- (en nicht, worüber ich mich mit dir unterhalten konnte.

Wenn einer über eine vom schwachen Geschlecht Ge­walt erhält, hat das schwache Geschlecht über ihn Gewalt

.Gleichstellung von Mann und We.b! heischte sie und blickte im gleichen Augenblick wütend auf den Mann, der es nicht für nötig hielt, ihr höflichst feinen Platz in der Bahn anzubieten! .....

Was?! Uns Deutschen seien Höflichkeiten — „yremb- wörter"? Gefehlt! Wenn man sich in Deutschland an­rempelt, höre ich fast immer: „--$arbon!"

Arno Wagner, f

Reklame. Die kleine Universität an ber Ostsee hak im Sommersemester eine Rekorbzahl von Studenten. Der Magistrat bittet in einer Bekanntmachung bte Burg schäft, möglichst viel möblierte Zimmer zur Verfug U m ft-flen, um alle Musensöhne unterbringen zu . Rach Rücksprache mit seiner Frau entschließt sich alte Pedell der Universität, ein Zimmer z»

So kann man bann am nächsten Morgen in . H „ 9 chen ber Stabt unter ben Anzeigen V'^uaeb?» " möbliertes Zimmer an einen »tubenten 1 , Und dahinter in Sperrdruck: „Universität im )