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Jtoft und die Motten nicht zerstören könnten, da sie ja wenig Sinn für die sonstigen weiblichen Liebhabereien zu besitzen scheine.
Sie wurde dunkelrot und einen Augenblick kam ihm ein bestimmter Argwohn, wohin sie denn mit ihrem Gelbe vielleicht müsse. Aber ihre dunklen Augen sahen ihn bann so klar und ruhig aus dem setzt ein wenig farbloses Gesicht an, daß er sich seines Verdachtes schämte.
„Ja", sagte sie langsam, „es stimmt schon, was Sie sagen. Ich lege nur soviel Wert auf mein Aeußeres, als ich es unbedingt in meinem Beruf tun muß Und ich habe auch eine Art der Kapitalanlage, die nicht auf der Sparkasse unseres Hauses und eben so wenig auf der Ihrigen endigen kann. Aber das dürfte Sie kaum interessieren Es ist so wenig anziehend für irgend einen an- dern Menschen, wie nur möglich Und es wünscht, es auch zu bleiben." Das war deutlich. Und wenn Anni Weberstein es darauf angelegt hätte, den Mitbewohner neugierig auf sich zu machen, als hätte sie es gar nicht । besser anfangen können. Es ging zuletzt so weit, daß er sich bei einer Auskunftei über sie und ihre Familie erkundigte.
Was er hörte, war nun traurig, aber nicht für feine I Neugier befriedigend. Das Fräulein, 27 Jahre alt, hatte weder Eltern noch Geschwister. Vater schon vor zehn Jahren durch einen Unglücksfall gestorben. Mutter hatte dem Anschein nach mit der Entschädigungssumme die Tochter erzogen und war bann bei der Typhusseuche vor fünf Jahren ebenfalls gestorben. Die Tochter hatte seither ihren erlernten Beruf der Handelswissenschaften in dem Kaufhause Feodor ausgeübt, und bekleidete dort eine gut bezahlte Vertrauensstellung. Hielt sich sonst sehr zurück, irgend etwas Nachteiliges von ihr war nicht bekannt.
Also auch nichts, Geld war fortgcworfen. Edwin Herber verlegte sich nun sogar darauf. Sonntags Annis Wegen nachzugehen. Wie ein Verliebter, sagte er sich . . . und ich bin doch gar nicht in dieses Mädchen verliebt. Nur, ich muß mich immer mit ihr beschäftigen. Ich werde noch zum Detektiv, um zuletzt in Erfahrung zu bringen, daß eben gar kein Geheimnis hinter ihr steckt! Bürgerlich ganz uninteresiantes Wesen.
Das war im Spätherbst, zur Zeit, wenn der Allwei- bersommer feine Täuschungen Über die müde Erde drei« ist. Warme Sonne schien an dem Sonntag vor dem Allerseelenfeste herunter, tausende von feinsten Spinnen- netzen sammelten die Tauperlen des Morgens und des Abends und ließen sie brtllantengleich schimmern. Da traf er Anni, als er eben nicht recht wußte, was er mit diesem Nachmittag beginnen wollte. Und da hatte er sie geradewegs gefragt, ob er sie begleiten dürfe. Sie sah viel hübscher aus als sonst, in einem neuen Mantel, schien es ihm, und einem kleidsamen, zierlichen Hütchen.
Sie sah ihn an. „Ich fürchte, mein Spaziergang sagt Ihnen aber wenig zu, Kollege. Er geht nämlich nach
Es ist ein Beweis für die schwache Seelenhaltung unserer Zeit, daß sie die Helligkeit für eine Ausnahme an- sieht.
Es gibt Grade der Heiligkeit. Wer sich mit dem geringsten begnügen will, ist in Gefahr, auch diesen zu verlieren. 2- Endringer.
C. A. Arnd FULDA.
Frankfurter Radio-Programm.
Donnerstag, den L November.
viel."
Sie seufzte. „Da sind Sie glücklicher als ich Sie wollen also wirklich mit dorthin gehen? Nun, mir soll es recht sein. Ich will Sie gerne mitnehmen. Einmal muß sich der Mensch aussprechen. Meine gute Wirtin ist eine rechtschaffene Frau. Aber sie kann doch vieles nicht begreifen. Und die Bücher ermüden bisweilen."
„Soll dann ein Gang nach dem Friedhof Sie er« heitern?"
„Ja, er macht mich sogar stolz. Ich bin dort Grundbesitzerin geworden. Ein ganz kleines Gärtlein gehört mir jetzt dort, ein Besitz, um den ich lange gerungen habe.
„Der historische Künstler".
Zum 25. Todestage Theodor Mommsens am 1. Jtoobr.
Diesem, auch vom Ausland als „Fürsten der Wissen- schast" verehrten Gelehrten, dem bei seinem Tod am Mlerhelligentage 1903 wahrhaft fürstliche Ehren zuteil wurden, gelang das Unmögliche: eine nie wieder erreichte Masse beispiellosen Wissens zu gestalten zu einem wahrhaften Kunstwerke.
Wo wäre in alter wie neuer Zeit der Gelehrte mit einer solchen Unmenge wissenschaftlich-exakter Einzel- leistungen, die — wie ein Kenner sagte — auf ein halbes Dutzend Gelehrte vertritt, jedem einzelnen den Ruhm eines bahnbrechenden Forschers eingetragen hatte! Das bei feinem 70. Geburtstage, sechzehn Jahre vor seinem Tode herausgegebene Verzeichnis seiner Arbeiten umfaßt mehr als 900 Nummern, d. h., ohne die lieber- setzungen und nur die letzten Ausgaben geredmet. 682
und zurück machen m t gleichzeitiger Besichtigung von
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„Warum nicht? Ich habe nämlich noch wenig Tra- diiioa zu Kirchhofen. Alle meine Nachststehenden leben noch Da sagt einem der Kirchhof eigentlich noch nicht
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Donnerstag, den 1. November, 19.30 Uhr: Cosi fan ^Freitag den 2. Novemb., 20 Uhr: Madame Butterfly.
Samstag den 3. November, 19.30 Uhr: Die lustigen Weiber von Windsor.
Saifflts-Bazar-Paule Fulda, Central-Passage Artikel zur Krankenpflege.
Ms meine Mutter starb, war es gerade Die Zeit nach der Inflation. Kein Gedanke an ein eigenes Grab. Und nun hat es mich immer gepeinigt: Eines Tages kommst du an die mütterliche Stätte, die dir am liebsten auf der Welt ist und findest sie nicht mehr! Ein anderer hat das Recht, sie zu schmücken und Kränze darauf zu legen! Seither hat jeder Pfennig mich gebrannt, bis ich ihn zu den andern legte, zu dem Geld für ein eigenes Grab der Mutter. Ich sah und hörte nichts anderes . . . und es ist erreicht! Ueberall ist Gottes Erde, und ich weiß, daß es etwas Aeuherliches fein kann um den Schmuck der Gräber . . . ober ich — bei dieser Arbeit, Tag um Tag, Monat um Monat, Jahr um Jahr — ich habe doch sonst — nichts — auf — der Welt — als dies — Und nun ist meiner Mutier Grab mein Garten, der mir vorkommt wie mein Heim ..."
Ja er war ein Garten, gepflegt und schon Kein prunkvoller Stein, aber alles schön und würdig. Und als Edwin Herber die strahlende Freude in den Augen der Tochter fab, dünkte sie ihm schöner, als alle die Blumen, zu denen er geflattert war, immer von einer zur anbe- ren. Es kam ihm vor, als habe fein Herz immer nur
I auf die eine gewartet, die ihm festen Pol und Hall ge- I den könne.
„Anni", sagte er auf dem Rückwege, „ich glaube, ich habe einen Irrweg mit allerlei Dummheiten gemacht, der mich zuletzt an diesem Sonntag hierher führte. Und da ist auch manches, was ich einer gewissen Kollegin abzubitten hätte . . . Ader wenn sie ein Einsehen hätte, daß sie odn der Vorsehung mir als Frau bestimmt wäre, so würde ich mich bemühen, daß sie einmal nicht nur ein Gärtlein, sondern ein eigenes Heim mit einem Garten bekäme. Denn ich weiß jetzt, daß keine Frau der Welt so für einen, den sie gern hätte, sorgen würde, wie du, Anni." „ , m ,
Und so sollte es denn auch nach Anms Memung werden. ___________
Gedanken zu Allerheiligen.
Die Helligkeit im Himmel ist nur eine Fortsetzung der Heiligkeit auf Erden. Es glaube keiner, daß Gott ein Uebriges tun und ihm eine Extravergütung bewilligen werde, die er sich auf Erden nicht verdient hat.
2' Die? ^Dokument des Geheimnisses menschlicher Schwäche läßt uns in ehrfürchtiger Wehmut fhHeJem. Es berührt uns um so tiefer, als dieser erklärte »Femd der Junker und Pfaffen" im Preußischen Abgeordnetenhause 1577 für die Gleichberechtigung d« Katholiken im wissenschaftlichen Leben einzigartig eintrat: --Ich habe den entschiedenen Wunsch, daß em jeder bedeutende Ge- lehrte, mag er auch der ultramontanen Rlchttmg anqe- hören an jeder deutschen Fakultät seine Anstellung finde und ich zweifle auch nicht daß em bedeutendes Talent diese seine Anstellung erzwingen wird. Dr. ri, -o
Setten tn Folio-, 1402 tn Quart- und 19 319 Setten m Oktavforrnat, wozu bann als Fruchte des Greisencbter- Jahr um Jahr noch neue Arbeiten, große Bucher und kleine Schriften hinzukamen. Nicht nur die eigentliche Geschichtswissenschaft, ebenso auch die Rechts-, Münz-, Sprach- und Kulturwilsenschaften verdanken dieser mar- chenhaften Arbeitskraft ungeahnte Aufschlüsse und Einblicke in die römische Geschickte
Mommsen wäre dieser „Wiederentdecker der alten ®elt" nicht geworden, fein Wissen wäre tot geblieben, hätte er nicht die gleich große Kunst besessen, dies wc.t- scklchiige Material zu gestalten. Nicht nur, daß er es kritisch sichtete und nach Ausscheidung zahlreicher Fälschungen übersichtlich zusammenstellte. Mehr noch. D>e Pedanterie des Gelehrten, die in peinlicher Kleinarbeit sich nie genug tun konnte, vereinigte er mit der feurigen Phantasie des Künstlers, die hellsichtig eine versunkene Welt wieder aufbaut und ansckaulich darstellt
Recht bezeichnend für die Zünftler und eine Mahnung noch für mstere Zeit, Fachgelehrten „UI enroiaem lumue. uoer es >»»>
Mommsens Römische Geschichte scheel ansahen. Man > . Priester notwendig, ehe auch nur der schreiendsten
aerinasckätzte diese Begabung, fesselnd schreiben zu kau- , - :^> „kn-balken wer-
nen ata „oanz schlechten Zeitungsstil". Eine gelehrte Gesellschaft "drückte sich tatsächlich so aus. Zweifellos, 1 Mommsen schrieb in bewußtem Gegensatz zu der bis- herigen Art. Man war gewohnt, alte Geschichte in dem feierlichen Ton des rhetorischen Epos zu erzählen, mit bestimmten Redewendungen, die, genau besehen, wem- aer wissenschaftlich waren, als die Dinge aristokratisch vor den Augen der Nichteingeweihten verhüllten. Mommsen vernichtete dieses vornehme Halbdunkel mit dem Hellen Acht des Tages. Unb — Ironie der Wirklichkeit! — Mommsen war tatsächlich nach kurzer Mad- ckenlehrer-Zeit in Hamburg Journalist gewesen! Redak- teur an der Schleswig-Holsteinschen Zeitung! Da mag er gelernt haben, seine Sprache von allem garten Drum und Dran zu säubern und dadurch so hrnr«ß.nd beweglich, gelenkig zu machen. Wie sprüht ferne Stami sche Geschichte von Leben, wie drastisch 'st darin alles geschildert, wie packend selbst antiguarische Kleinigkeiten m Leben umgesetzt! Wie man schließlich zugegeben hat: „Er ist der einzige Historiker, der es verstanden hat als Erzähler mit den Romanschreibern w wetteifern, ohne in die Fehler der romanhaften Geschichtsschreibung zu verfallen." Eben deshalb sind seine Sätze so wirkungs. voll, well sie „sentimentale Effektes verschmähen.
Mommsen bedient sich moderner Aussprüche, kecker Anspielungen, einfacher Worte, die die Dmge bet Nam.n nennen? Nicht um der Wissenschaft ober gar des Reizes willen. Er betrachtete die Dinge wie sie waren: fo Ml’ ten auch seine Leser alles frei sehen, ohne falsche Pietät.
Unb doch, auch dieser geniale „historische Künstler war nur ein Mensch. Dieses „Muster edlen Freimutes dieser Professor, der niemals Geheimrat werden wollte, er vermochte nicht fertig zu werden mit der geschichtlichen ratfadie des Christentums. Mögen noch andere Grunde rein wissenschaftlicher Art Vorgelegen haben — er umging „die Notwendigkeit, in der römischen Kaisergeschichte auch zum Christentum, zu seiner Entstehung, Ausbreitung und weltgeschichtlichen Mistwn Stellung zu neh- men." Er schrieb nur die Römische Geschichte Band 1,
Seelennot unserer Brüder im Auslande abgeholfen werben kann. Wer sich daher zu diesem Berufe fühlt und m ihm seiner Kirche unb seinem Volle zugleich dienen will, möae nähere Auskunft von der Anstalt Bedangen. Auch brave Jünglinge aller Berufe, die als Laienbruder an bleiern Werke mithelfen wollen,, sind willkommen.
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Freitag, den 2. November.
6.30: Morgengymnastik. Anschließend Wetterbericht und Zeitangabe. 13—14: Schallplatten-Konzert: '-Volkstümliches". 15.05—15.35: Stunde der Jugend. 15.5a bis 16.05: Hausfrauenbienst, unter Leitung von Flnm Pfannes. 16.35-17.35: Hausfrauen-Nachmittag, veranstaltet vom Frankfurter Hausfrauenverein E. B., Frankfurt a. M. 17.35-18.05: Von Stuttgart: Konzert. In der Pause: Vereinsnachrichten und andere Mittel- _ Jungen. 18.10—18.30: ßejeftunbe 18.30—19: Stunde des Südwestdeutschen Radioklubs. 19—19.30. cJPe,?nto= unterricht, erteilt von W. Wischhoff 19-30-1950. 20 Minuten Fortschrllte in Wissenschaft und Techni.^ 1^50 bis 20: Film-Wochenschau. 20: Von der Stuttgarter Liederhalle: Sinfonie-Konzert._____
Schriftleiter: Dr. phil. Johanne» Kromer, Verantwortlich für Politik und Heimatliches Dr. Kramer, für den Roman und die „Buchenblätter Anton W e k I e r, für den übrigen Text unb die Unterhaltungsbeilage Dr. rer. pol. Karl Aust ermo n n. alle m Fulda. Verantwortlich für die Anzeigen: Direktor be- ftulbaer Actiendruckerei I ParzeI > » r
6.30: Morgengymnastik. Anschließend: Wetterbericht und Zeitangabe. 13-14: Von Stuttgart: Mittagskon. zert. 15.0^—15.35: Stunde der Jugend. 1555—16.05. Hausfrauenbienst, unter Leitung von Finna Pfannes. 16.35—18.05: Nach Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. Mitwirkung: Hugo Kauder (Mavier). In der Pause: Vereinsnachrichten und andere Mitteilungen. 18.10—18.30: Lesestunde. 1820—19r Ion Kassel: Vor- trag. 19-19.30: Stenographischer F°rtbldungskurfuL für Anfänger unb Fortgeschrittene. 19.30—20. Stunbe der Frankfurter Zeitung. 20: Dom großen Saal Saalbaues: Konzert der Frankfurter Slng-Akademie.
— Die Zahl der katholischen Ausländsdeutschen is mit rund 20 Millionen fast ebenso groß wie dieienige de> im Reiche wohnenden Katholiken, sodaß also fast auf i» den deAchen Katholiken ein katholischer Auslandsdeub scher kommt Während aber in Deutschland auf einen katholischen Priester durchschnittlich nur 1200 eeelen entfallen, gibt es im Auslände niete ipfarreien nut nur einem einzigen Priester für 10-20 000 und mehr Seelen, dazu wohnen die Pfarrkinder vielfach auf weite Eatfer nungen zerstreut, sodaß eine regelrechte Seelsorge fast unmöglich ist Für die Auslanddeutschen besteht noch tue besondere große Gefahr, daß sie sich mit den meist der deutschen Sprache nicht mächtigen Priestern nicht verständigen können, und gar ost gehen hierdurch ehemals brave Katholiken unferm hl. Glauben verloren. Da ist es erfreulich, daß die Deutsche Auslands priest eran st alt in Bad Godesberg am Rh., die dem alleinigen Zwecke dient, in einem religiösen Verbände Priester für die Seelsorge bei den katholischen Ausländsdeutschen auszubllden, sich in diesem Jahre weiter aut entwickeln konnte. Aber es sind noch sehr, sehr
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