Einzelbild herunterladen
 

M 255.

MUtwoch, »«» 31. Oli-ber 1923.

Fuldaer Zeitung

2. Blatt.

Druck der Fuldaer Acklendruckerel, Fulda

In jener Zeit, wo der sächsische Staat und seine

Den größten deutschen Gender hört die ganze M:-l

iu um «yuiuiv cui iiuiiue AN- oer ganzen Wen geyorl werden fai stalten. die ganz allgemein von staatlichen und | Kurzwellensendungen zu verdanken.

Sine richtige Reparatur

.ffInina.

Wer Acnendruckerel, Fulda

1

Telephon - Bestellung durch Nr. M und Nr. 898.

Plombierte BrauereiabfUllung.

Um das Vorgehen der Stadt aber genau zu verstehen, muß man folgendes bedenken. Bis im Juni dieses Jahres bezogen auf Grund alter Ab­machungen mit der Stadt auch verschiedene dieser katholischen Anstalten noch regelmäßig städtische Beihilfen. Das war nichts außergewöhnliches, denn es handelte sich ja um reguläre c a r i t a t i v e An-

„(Elimar!"

Die ein Ruf erklang es von beider Lippen. End. lich hatten sie sich gefunden.

ders ging es dabei um den Charakter und Bestand der katholischen Schulen, und die langwierigen Kämpfe in Plauen i. Vogtland oder in der Lausitz, wo die Eltern ein ganzes Vierteljahr lang ihre Kin­der vom Schulbesuch fernhielten, um die Freigabe des Gebetes vor und nach dem Unterricht zu er­zwingen, sind noch in aller Gedächtnis. Das war unter dem radikalen Kultusminister Meißner. Als die kommunistisch-sozialistische Herrschaft dann ihr rein äußeres, vorläufiges Ende erreichte und eine bürgerliche, liberale Regierung ans Ruder kam, hörten zunächst die größten Drangsalierungen auf. Ein Volksparteiler wurde Kultusminister, und er schien sehr viel Wert darauf zu legen, mit den christlichen Eltern in irgendein Einverständnis zu kommen. Die Führer der katholischen Elternschaft wußten das wohl zu würdigen, aber sie betrachteten die Entwicklung doch von Anfang an mit der nö­tigen Zurückhaltung. Sie hörten darum nicht auf. das Reichsschulgesetz zu verlangen, um endlich eine wirkliche Gewähr für die ordnungsge- mäße Einteilung des Religionsunterrichtes zu er­halten.

-Gerade zu der Zeit nun, als die letzte Vorlage des Reichsschulgesetzes scheiterte, war das liberale, sächsische Kultusministerium bemüht, einen neuen Landeslehrplan für sämtliche, sächsische Schulen fertigzustellen. Mit diesem Plan, der ganz allgemein auf die Hebung des so arg herunterge­kommenen, sächsischen Schulwesens abzielte, sollte auch der Religionsunterricht grundsätzlich eine Neu­ordnung erfahren. Er ist inzwischen veröffentlicht worden und in Kraft getreten.

Der alte Lehrplan aus dem Jahre 1876 stellte rein formell immerhin fest, daß es Aufgabe der Volksschule sei, die Entwicklung der Kinder im Sinne sittlich.religiöser Bildung zu för­dern. Der neue Plan hat das r e l i g i ö s e Mo­ment gestrichen und spricht nur noch von einer sittlichen Lebensentfaltung. Daß dieser Wort­gebrauch keine leere Formel sein soll, geht dann aus den Bestimmungen über den eigentlichen Reli­gionsunterricht deutlich genug hervor. Die Reli­gion konnte selbstverständlich nicht ganz und gar aus dem Plan gestrichen werden. Aber wenn schon früher selbst eine prote st antische Zeitschrift einmal feststellte, daß bei dem Mangel eines ver­bindlichen Unterrichtsplanes an den Schulen das, was an religiösem Wissen in den paar „angehäng­ten" Religionsstunden erfaßt werde, e r s ch r e k - kend ärmlich sei, so ist diese Klage nunmehr doppelt berechtigt. Die Zahl der Wochenstunden für Religion ist von 4 auf 2 herabgesetzt wor- d e n. Zwei Stunden bewahren ja immerhin noch das religiöse Gesicht. Diese fünfzigprozentige Herab­setzung wirkt um so auffallender, als gleichzeitig die Anzahl der Wochenstunden für die körperliche Ertüchtigung der Jugend, also für Turnen und Sport, eine fünfzigprozentige Auf- b e s s e r u n g erfahren hat. Die körperliche Er­tüchtigung hat damit schon rein zahlenmäßig im Ausdruck der Wvchenstunden den „unbestrittenen Vorzug" errungen. Was insbesondere noch den katholischen Religionsunterricht anbelangt, so hatte vor dem Erscheinen des Landeslehrplanes der

Run gibt es in Sachsen eine Anzahl katholischer Schulen, die s. Z. hei Ausbruch der konfessionellen Wirren nach der Revolution Sonderver. träge mit dem Staat und den Gemeinden schlos­sen, auf Grund deren die Rechte der katholischen Eltern einigermaßen gewahrt wurden. Schulen mit derartigem Charakter sind auch z. B. die heu- tigen katholischen Schulen Dresdens noch. Sie waren vor der Revolution Privateigentum der katholischen Elternschaft und wurden von dieser un­terhalten. Rach 1918 aber erzwang die Stadt ihre Abtretung zu städtischem Eigentum. In den Ver­trägen, die damals gemacht wurden, erreichten auch die Dresdner Katholiken wenigstens noch so viel, daß sie einen ordnungsgemäßen Religionsunter­richt in den paar Wochenstunden durchführen konn­ten. Nunmehr nach Herausgabe des neuen Lan­deslehrplanes tauchte unter den politisch radikal­gerichteten Stadtverwaltern Dresdens stark der Gedanke auf, für diese Schulen ebenfalls die Zahl der Religionsstunden von 4 auf 2 herabzusetzen. Trotz Sonderverträge. Sie fühlten sich unter dem Schutze eines liberalen Ministeriums vielleicht um so mehr dazu berechtigt. Aber dieser Rechts­bruch ist dock) nicht so einfach durchzuführen, er ist völlig offenkundig, und die Katholiken würden alle Gegenmittel ergreifen. So haben die vernünf. tigen Persönlichkeiten auf städtischer und Regie­rungsseite auch insofern bis jetzt gesiegt, daß noch keine positiven Bestimmungen erlassen sind. Wie­weit aber die Geheimarbeit gegen den Katholizis­mus voranschreitet, geht aus folgendem hervor. An die katholischen c a r i t a t i v e n Anstalten Dres- dens sind in letzter Zeit von der städtischen Behörde Rundschreiben verschickt worden mit der Anfrage, ob sie nicht gewillt seien, sich als städtische An­stalten in das Gemeinwesen der Stadt einzugliedern. Es wurde vor allem auf die jetzigen finanziellen Schwierigkeiten der Anstalten hingewiesen, die dann voll und ganz beseitigt würden? Dabei han­delt es sich um sehr angesehene katholische Anstal­ten, die als Krankenhäuser, Privatkliniken, Er­ziehungsanstalten einen ganz vorzüglichen Ruf be­sitzen. Diese Häuser, die vielfach von katholischen Schwestern, vor allem den sogenannten Grauen Schwestern geleitet werden, müssen augenblicklich genau rechnen, aber sie haben dafür ihre Unab­hängigkeit. Nicht zuletzt in religiösen Dingen. Die Städt ist nun raffiniert genug, die Linderung der finanziellen Sorgen der Anstalten vorzuschieben um in Wirklichkeit den religiösen Charakter zu tref­fen. Sobald sie Eigentum der Stadt sind, unter­liegen sie den städtischen Verordnungen und sind in konfeffionellen Dingen vollständig gebunden, sie werden „kommunalisiert".

Dresden, im Oktober 1928.

Lie Katholiken ^rchsi _ .....

schiedene Mal ganz außergewöhnliche Mittel in Anwendung bringen müssen, um ihre konfessio­nellen Interessen einigermaßen zu sichern. Beson­

der alte Freiherr, Tilly und Manuela — und Elimar empfing sie in dem Salon seiner Mutter. War es nicht, als wenn ihr Geist durch das Zimmer wehte und ihre Lieben unsichtbar umschwebte? War es nicht, als wenn sie, den gewohnten Strickftrumpf in der Hand, dort an jenem Fenster sitzen mußte, die kleine Frau Professor, mit dem großen, warmen Herzen?

„Das host du gut gemacht, Onkel!" sagte Carmen, mit Befriedigung die Fülle von Blumen und im anstoßen­den Gemach die festliche Tafel gewahrend. „Aber ich werde auch nicht undankbar sein, du sollst es sehen!"

„Was werde ich sehen?" fragte er, bewegter, als er scheinen wollte.

„Hernach," entgegnete sie ausweichend, „wenn wir uns mit dem beschäftigt haben werden, was uns zusam­mengeführt hat! Es ist so etwas wie ein Familienrat, den wir halten wollen!" fügte sie hinzu, indem sie rei­zend die Rolle der Präsidentin zu spielen begann. „Setze dich, Papa, — du auch, Alexander, und du, Tillys"

Manuela nahm am Fenster Platz. Sie vermied es, Elimars Blicken zu begegnen. Ihr Gesicht erglühte in rosiger Verschämtheit wie das eines jungen Mädchens.

«Nun hört mich an!" begann Carmen, nicht ohne Verlegenheit, wie wenn sie selbst über ihre Kühnheit erschrocken wäre. „Ich glaube, Papa, etwas fehlt dir dennoch, wenngleich du behauptest, du seiest jetzt ganz glücklich!"

„Was sollte das sein, Kind?" erwiderte der Freiherr mit einem schwachen Lächeln.

„Ich will es dir sagen!" begann Carmen. „Es ist der Familienbesitz, es sind die Witzlebenschen Güter, die du gern behalten hättest!"

"vm'nnere mich nicht daran!" wehrte er.

„Wenn ich trotzdem darauf zu sprechen komme," lä­chelte Carmen, „so geschieht es, um dich auch von diesem Kummer zu befreien!"

„Was willst du damit sagen?" fragte er, und feine Stimme schwankte.

„Dafe das Haus, die Güter dir wie früher gehören!" entgegnete sie fest.

Während der alte Herr, Elimar und Manuela gleich­zeitig einen Schrei des Staunens, des ungläubigen Stau­nens ausstießen, sahen Carmen und Alexander einander mit spitzbübischem Lächeln an. Die erstere fuhr fort:

städtischen Körperschaften unterstützt werden sollen Anfang Juni ober beschloß die Rote Mehrheit des Dresdener Stadtparlaments, Beihilfen und Mit­gliedsbeiträge an eine ganze Reihe ch r i st l i ch e r Wohltätigkeitsvereine und - Anstal­ten abzulehnen. Auch verschiedene evan­gelische Anstalten wurden davon betroffen. Das Kinderheim des Dincentiusvereins, die Königin Carola - Stiftung des Albert- und Bennostiftes, der katholische Fürsorgeverein für Frauen, Mädchen und Kinder, die Dia­konissenanstalt, die Bahnhofsmission, die Gesell­schaft der Grauen Schwestern usw. blieben von nun an ohne jede Beihilfe. Gleichzeitig in derselben Stadtoerordnetensitzung aber wurden die Beihilfen für andere und vor allem für proletarische, religionsfreie Zwecke ganz bedeutend erhöht. Es handelte sich also keineswegs um Geldmangel in der Stadt Dresden. So wurde z. B. die Beihilfe für das proletarische Jugendkartell um 50 Prozent erhöht, und die Internatio­nale Arbeiterhilfe erhielt fast das Drei­fache ihrer früheren Beihilfe. Nur so weit die Wohltätigkeitspflege sich christlich nennt, ist sie zu verneinen.

Was bedeuten diese Vorgänge? Den christlichen Anstalten wird zuerst das Leben schwer gemacht, indem ihnen auch noch die alten Beihilfen genom­men werden, und dann tritt man später an sie heran mit der Anfrage, ob sie nicht städtisch werden wollen, da sie dann aller finanziellen Sorgen ent­hoben seien. Die Absicht ist deutlich genug. So deutlich, daß natürlich die katholischen Anstalten nicht darauf hereinfallen. Aber wer bürgt dafür, daß„ nicht in allernächster Zeit eine neue und schärfere Maßnahme ergriffen wird.

Zchillerhorst.

Wir freuen jms, unseren Lesern, auch einmal einen Roman von Wilhelm'Holt vortegej zu können.

Der klare Stil, sowie der überaus spannende Aufbau und die einwandfreie, wirklichkeitstreue Handlung werden dem Werk eine gut« Auffuchm« ichern. ‘

Ber den Roman beginnt, läßt nicht vom Lesen ab, bis er Den Knoten gelöst siebt und dar Glück zweier junger Paare sich entscheidet.

.... Der Zeesener Sender, der größte Rundfunk-Sender Deutschlands und der Welt, wird in den nächsten drer Monaten so ausgebaut, daß er bereits von (Empfängern durchschnittlicher Empfindlichkeit aus der ganzen Welt gehört werden kann. Dieser neue Fortschritt ist den vortrefflich gelungenen Versuchen mit

Katholische Lehrerverband im Einverständnis mit lens haben feit 1918 ver- \ den maßgebenden kirchlichen Behörden des Bis- r ..... * • tums und in Anlehnung an die Beschlüsse der Ful­

daer Bischofskonferenz eine Denkschrift mit einem Entwurf über die Aufgabe des Religionsunter­richts beim Kultusministerium eingereicht. Die Ein­gabe fand keine entsprechende Berücksichtigung.

»Iler Art, sowie Bestecken besichtigen Sie bitte mein reichhaltiges Lager. Sachgemäße Beratung, erstklassige Fabrikate zu reellen Preisen.

Josef HäuBler, zum Traurindeck

Marktstraße 27.

Dort im fernen Mexiko, in Monterey, lebt ein glück- kicher Greis, der die kleinen Kinder nicht mehr haßt, der sie liebt, der sie verzieht. Sind es doch feine Urenkel, die beiden prächtigen kleinen Buben, die mit ihm machen, was sie wollen! Auch den Haß, kennt er nicht mehr. Don Rafaelo de Rivas, der unermeßlich reiche Ha- cienbero, dessen Vermögen dank den Anstrengungen Alexander von Dersens täglich wächst.

Als das junge Paar, von ihm sehnlichst erwartet, zu- rückkehrte, da brachte es ein anderes Paar mit, welches gleichfalls auf der Hochzeitsreise mar. Und mit jitteriv den Händen umfing der Greis feine immer noch fugeab* schöne Tochter, seine Manuela, vereinte feine Träne» mit den ihren und segnete, wo er einst geflucht batte

Sein Schwiegersohn — wie stolz er auf ihn war! 8a es war ein Deutscher, aber auch ein Fürst der Wissen­schaft, ein Mann, dessen Nome weltbekannt war!

Alle zusammen pilgerten sie nach dem Grabe de» ein- samen Toten, der mitten in feiner Iugendkrast abgerufee worben war, beteten daselbst und blickten mit beMge» «chauern zu dem auf, der in seiner Gnade die Geschick, ber Menschen leitet, ber sie in feiner unerforichlich,- Weisheit führt und ben Fluch in Segen wandelt.

Geor$ Büppel, Fulda

Fuldaer Union- und Mündiener Harter-Biere in Flaschen und Siphon'«.

Vor Kauf von M Juwelen, Wil Sille™

Regierungspersönlichkeiten immerhin noch für kon­fessionell caritative oder Bildungsanstatten etwas aufbrachte, (die Persönlichkeiten sind auch heute noch da, aber sie haben einen weit schwierigeren Standpunkt) war auch eine Beihilfe von 3000 Mk. an das Bischöfliche Ordinariat in Bautzen für ein neuauszugestaltendes Priesterfeminar in Schmochtitz geleistet worden. Diese Beihilfe stammte aus dem von der Reichs regierung „zur Förderung der Grenzgebiete" zur Verfügung gestellten Mitteln. Die Oeffentlichkeit erfuhr damals nichts davon, jetzt hat man diese zeitlich zurückliegende Tatsache entdeckt, und die Sozialdemokratie hat bereits einen Antrag im Landtag gestellt, der Aufklärung da- rüber verlangt, wie die finanzielle Lage einer der« artigen katholischen Anstalt unter die Nöte der sächsischen Grenzgebiete fällt.

Zum besseren Verständnis aller antikonfessi„i,ei» len Vorgänge mag noch zum Schluß die Bilderskur- merei in den Dresdener Schulen erwähnt sein. Um endlich ganz radikal mit allem Religiösen auf- zuräumen, war erneut vom Dresdener Rat ein Schulausschuß bestellt worden, der sämtliche Schu­len auf das eingehendste nach religiösen Abzeichen zu untersuchen hatte. Schon früher hatte man wiederholt religiöse Inschriften beseitigt, aber es war immer noch genügend übrig geblieben. Nun- mehr hat vor einigen Tagen das Dresdner Stadt­parlament beschlossen, endgültig alles auszutilgen, was noch irgendwie an Religion erinnert. Es ist ein genaues, amtliches Verzeichnis der Inschriften und Symbole angefertigt worden. Christusgestal- ten oder Engelsköpfe in Ornamenten sollen ver» lchwinden, Sprüche wie: „Bete und Arbeite", „Die Furcht des Herrn ist der Weisheit Anfang", „Gott zur Ehr und der Menschheit zum Segen", oder

Jer Kamps um Die Religion in Schien

Von Dr. Joseph Albert.

i r-- 1 । ..ii.— —...

in Schwarzdruck und einfarbigem Buntdruck, ruwie in Mehrfarbendruck liefert schnell and billig

l --Der Unbekannte, welcher beides erwarb, ist mein Groß- >»ova be elivas. Er hatte Alexander und mir damit ein Hochzeit-»eschenk gemacht! Du siehst also, daß du nach wie nor der Besitzer bleibst!"

„Ich freue mich mit euch, meine Kinder!" entgegnete 2Jer|en ernst. „Ich freue mich, daß euch erhalten bleibt, was meine Schuld euch verlieren machte, — denn die Besitzer seid ihr, nicht ich!"

„Nein, Papa!" rief Carmen lebhaft aus . „Die Gü­ter bleiben dein — nach wie vor, — Alexander und ich haben nicht die Absicht, sie zu bewirtschaften, wir planen etwas ganz anderes! Du tust uns also den Gefallen, wenn du dich ihrer annimmft, wenn du dich dort nieberJ lägt, und sie, die vielleicht etwas heruntergekommen sind, zu einem wertvollen Besitz gestaltest, — woselbst du uns aufnehmen kann, wenn wir dich jährlich auf einige Wo­chen besuchen kommen!"

Der Freiherr war tief bewegt. „Ich will versuchen, die Witzlebenschen Güter zu einem königlichen Besitz für euch und euren Nachwuchs zu gestalten! Aber ihr, was gedenkt ihr zu beginnen? Will Alexander nach Afrika zurückkehren?"

„Nein!" erklärte Carmen für ihren Gatten. „Er ist aus dem Kolonialdienst geschieden. Wir gehen nach Mexiko, dem Wunsche Großpapas gemäß. Dort wird mein Mann die Ausbeutung der schier unermeßlichen Bergwerke Großpapas in die Hand nehmen!"

„Ihr geht nach Mexiko? Ihr alle?" rief Elimar schmerzlich bewegt. „Und ich?"

Jetzt war es an ber Zeit, daß auch er feinen Glücks- anteil erhielt.

„Nicht alle!" versetzte Carmen mit geheimnisvollem Lächeln.

Und sie stand auf, ergriff feine Hand, zog ihn mit sanfter Gewalt empor und führte ihn zu Manuela, die wie versteinert dafaß. Sie vereinigte die Hände' der beiden edlen Menschen, die sich so lange geliebt hatten, und sagte mit vor Rührung bebender Stimme:

„Laßt sie so, — wie die gute Mama es gewünscht hat, — ihr, die ihr euch längst gehört und es nicht aus­zusprechen wagt! Er hat es um uns verdient, und ich will, daß er ganz mein Dater fei!"

^Manuela!"

d 6-«MlaHifle Ausführung und Qualität erböir die Haltbarkeit Ihrer Schube Vamensohlen unt> LederabsShe Mk. 3.00

Serrensohlen und LederabsShe Ott 4.00

Diele »reise verstehen sich für genagelt, genäht u. gedaddelt «indersohlen und Absätze |e nach Größe. Xtn ausgenommen: Srede-Dunivnschuhe Besohlung Schuh-Znftandsehungrfabrik Schuhhaus Buben,.

Manuela.

Roman von Gustav R e b f e I b

67| (Schluß).

„Onkel," begann Carmen am nächsten Tage zu Eli­mar Consentius, den sie in seiner Klinik aufsuchte, „heute nachmittag mußt du daheim in deiner Wohnung (ein! Wir werden dich alle dort besuchen!"

,Zhr alle, Kind?"

„Ja, wir alle, wir haben uns wichtige Dinge zu er- Mlen!" erklärte die junge Frau mit Wichtigkeit

„Was denn für?"

--Du bist aber auch zu neugierig!"

„Ich möchte doch gerne wissen —"

„Du hast mich oft genug mit deinen Geheimnissen Ungeduldig gemacht!" fiel sie ein. „Es ist Zeit, daß ich dir endlich zu vergelten anfange, du böser Onkel!"

«Aber Kind, böse schiltst du mich?" lächelte Elimar.

„Ja, das tue ich! Aber, warte nur, ich werde auch «ose sein, schändlich werde ich sein, daß du es weißt! Also heute nachmittag fünf Uhr! Sorge auch für Blu, Men!" 1

„Blumen! Weshalb Blumen?"

Das ist so meine Idee! Ich mag sie gern — und ich f° groß und hübsch bin, wirst du endlich an- tangen, galant zu fein! Adieu, böser Onkel!"

Der Geheimrat sah ihr lächelnd nach, als sie mit einer Kufefianb davon eilte, dann aber befchied er Brigitte öu sich.

.. „Heute nachmittag findet bei uns eine Gesellschaft KQtt, Brigitte!" sagte er zu der Alten.

„Ach, wer kommt denn?" fragte sie.

„Alle!" versetzte ber Gelehrte lakonisch. „Carmen hat Ne mir für heute nachmittag fünf Uhr angekündigt, ^orge für ein gutes Abendessen und vor allem für Blu- Wen!* ’

„Blumen?"

„Ja, Carmen wünscht es!"

2>ie alte Dienerin schob lächelnd hinaus! Ob die m-Yt was im Schilde führt» die Carmen?" murmelte sie. „\W) habe so meine Gedanken!"

. 3ur. festgesetzten Zeit trafen sie alle ein in dem Gar- tenhause der Klopstockstraße: Carmen und Alexander. I

3n jener Zeit, wo der sächsische Staat und seine „Wie man die Aussaat hier bestellt, so erntet man Gemeinden durch Einsatz verschiedener großzügiger I in jener Welt" sind unerträglich. Selbst gegen

A5 r* ■ «WK