Nr. 253
Mittwoch, 31. Oktober 1928
Vom Geist der deutschen Außenpolitik
it hat, er sei
der Graf Zeppelin werde die Rückfahrt sicherlich
Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen: „Die Welt im Bild" und „Buchenblätter" Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernsprecher Nr. 9 Monatl. 1,80 einschl. Postgeb. (30 bezw. 48 Pf.), ohne Zustellq
bis heute ist von der llllsteinpresse ber wahre Sacsi verhalt noch nicht mitaeteilt worden.
„___if f, das se ne
Stabilität bereits auf der fierreife bewiesen habe, nach den vorgenommenen Reparaturen durchaus f l u a t ü ch t i g iei. Weiterhin betonte Warner,
Um das Denkmal Tombe;'.
fiavas meldet aus La Rochelle, daß der dortige Bischof, Monsignore Curien, der Presse eine Erklärung zu dem Zwischenfall bei her Enthüllung der Büste Eombes hat zugehen lassen, in der es he'ßt, die offiziellen Redner hätten nach der blutigen Tragödie von Pons auf ihn die Verantwortung für dieses bedauerliche Ereignis abgeschoben. Er müsse also sprechen. Er habe gewiß ge- 9en die Aufstellung der Büste protestiert und er habe das nm müssen, denn der Bischof sei nicht nur der fitster des Glaubens, sondern auch der fiü- ter der Moral. Emile Eombes sei nichts anderes
gewesen als ein großer Feind des religiösen Ge- dankens. Seine Glorifizierung sei eine Her -
lung des Femenmordprozesses Gädicke in Stettin zu einem lebhaften Zusammenstoß zwischen dem Vertreter des Reichswehrministeriums, Oberst d. fiammerstein, und dem als Zeugen geladenen Ma. jor Buchrucker über die Hintergründe des K ü st r i n c r Putsche? im Jahre 1923. Duch- rutfer bestritt, das Wehrkreiskommando damals hintergangen und für den Putsch gefälschte Gestellungsbefehle ausgegeben oder deren Ausgabe gewollt zu haben. Daraufhin drohte Oberst v. fiammerstein mit einer Meineidsanzeige der Reichswehr, die nun tatsächlich erfolgt ist.
Sw Austen Chamberlain hat eine Erklärung veröffentlicht, in der er ausführt, er verlasse Kalifornien mit völlig wiederhergestellter Gesundheit, um in London die schwere und verantwortungsvolle Arbeit wieder aufzunehmen, die ihn dort erwarte. Außerdem spricht Chamberlain )eme Hoffnung auf weiteres freundschaftliches Zusammenarbeiten zwischen Amerika und England zur Förderung des Friedens und der Wohlfahrt der Welt aus.
Der neue schweizerische Nationalrat
Der neue schweizerische Nationalrat wird wie folgt zusammengesetzt sein: Freisinnige Demokratische Partei 57 (— 2), Sozialdemokraten 50 (+ 1), K a tholisch-Konservative 46 (+ 4), Bauern und Bürgerpartei 32 (4- 1), Liberale Demokraten 6 (— i), Ostschweizer Demokraten (so- zialpolitische Gruppe) 3 (— 2), Kommunisten 2 (— 1), Wilde 2. ______________
vollendeter Unsinn.
In der neuen Berliner Ullsteinzeitung, dem „Tempo", das den Berliner Rekord in ber Anzahl von alle paar Stunden wechselnden Zei- tungsausgaven, aber offenbar auch den Rekord au Sensationsmeldungen schlagen will — eine Berichtigung hat ja diese Presse nicht nötig' __t--
finbet sich in Nummer 41 wieder einmal eine Nack richt über die Stellung des Zentrums zu den Koa- litionsoerhandlungen. Es wird da unter anderem gesagt.
In parlamentarischen Kreisen gewinnt man den Eindruck, daß das Zentrum sich auf eine Taktik einrichtet, die ihm, wenn möglich, die Führung der Großen Koalition, also auch die Kanzlerschaft, -n die fiände spielen löst. Aus parlamentarischen Kreisen wird uns dazu erklärt, daß eine solche Haltung des Zentrums die Verhandlungen wesentlich erschweren müßte. Die Sozialdemokratie selbst will auf keinen Fall auf die Kanzlerschaft verzichten, solange sie die Verantwortung für die Regierung mitübernehmen soll."
Soweit das Zentrum hier eine Rolle spiest, ist alles, was darüber gesagt wird, ein geradezu hahnebüchener Unsinn! Genau das Gegenteil, was ihm hier unterstellt wird, will es: es denkt garnicht daran, die Kanzlerschaft zu beanspruchen, das Zentrum hat ja vielmehr bei der Neubildung der Regierung alles getan, um den Sozialdemokraten die auf Grund des Wahlergebnisses ihnen ja auch zukommende verantwortliche Führung, also auch das Kanzleramt zu sichern! Das Zentrum hat es immer wieder ausgesprochen, daß „Sozialdemokraten diese Führung übernehmen mussnr, beim es ist ja nicht unbekannt, daß es manchen ihrer Führer geradezu gruselte vor der uebernahme dieser Verantwortung! Sott etwa diese „Tempo"-Meldung ein Luftballon fein? Man soll es doch endlich einmal in der demokratischen Presse lassen, mit solchem vollendeten Unsinn immer wieder die Welt aufzupeitschen. Gerade aus dieser Ullsteinecke kommen fortgesetzt derartige En- ten, man braucht sich ja nur an die' törichten Falschmeldungen aus Anlaß des Bekanntwerdeiis der Rucktrittsabsichten des Reichskanzlers Dr. Marx vom Vorsitz der Zentrumspartei zu erinnern, und
Ueber dem weiten Ozean. . .
Sine bewegte Eturmnacht. — Zeppelin hat bereits ein Drittel der Flugstrecke hinter sich. — Bei Rückenwind zeitweije eine Fluggeschwindigkeit von 160 Kilometer. — Der erste „blinde" Lustschiffpassagier.
Feier des Neichsarbeilsministeriums.
wtb. Berlin, 30. Okt. (Eig. Funkm.). Anläßlich seines lOiahrtg.n Bestehens fand heute vormittag im geschmückten Festsaal eine Feier statt, an der zahlreiche Gäste teilnahmen, u. a. Staatssekretär Dr. Meißner,. Reichstagspräsident Löbe, Reichskanzler Müller, die Reichsminister Dr Cur- tius und fiilferding, u. a. Nach einem Mu'sikvor- trag ergriff Reichsarbeitsminister W i s s e 11 bas Wort zu einemFestvortrag.
Man schreibt uns aus parlamentarischen Kreisen: Die letzte Genfer Tagung hat eine Zeitlang eine gewisse Unruhe in die politisch interessierten Kreise Deutschlands gebracht. Nun ist es wieder ruhiger geworden: besser: man wartet ab! Nicht so die Deutschnationalen! Merkwürdig! Sie, die am wenigsten den heutigen Kurs mitgeschaffen haben und ihn nur als Regierungspartei anerkannten, sind gleich dabei, ihn wieder fallen zu lassen, wohl mehr aus purer Oppositionsneigung,als aus dem Empfinden heraus, daß die deutsche Außenpolitik wirklich verkehrt sei.
Ader es ist und bleibt überall so: Außenpolitik eignet sich nicht als Unterlage für Opposition im Innern. Die Deutschnationalen sollten das den Kommunisten überlassen, denn diese haben wenigstens die Konseguenz für sich und überdies arbeiten sie im Auftrage einer fremden Macht. Also warum ihnen Konkurrenz machen?
Niemand, der rom gegenwärtigen Kurs der deutschen Außenpolitik durchdrungen ist, der sie in ihrem Wesen begriffen hat, konnte auch nur einen Augenblick die Idee kommen zu einer sogenannten „starken" Handlungsweise. Die Zeiten sind vorüber. Das tun ja nicht einmal die Siegerstaaten. Politik ist eine höchst nüchterne Sache, sie ist wirklich alltäglich und verträgt nicht die große Geste. Wir könnten mit der großen Geste höchstens einen billigen Heiterkeitserfolg erringen, außerdem würden wir damit gerade unseren Gegnern den denkbar größten Gefallen tun. Wir können sie mit nichts mehr kränken, als wenn wir sachlich bleiben, sachlich alles prüfen und uns fachlich entscheiden. Das ist unsere größte Waffe, versteht man das noch immer nicht? Wer Recht hat, tut immer am besten, sachlich zu bleiben; denn er bedarf des Theaters nicht, wohl aber, wer unrecht hat, bedarf seiner einmal wegen der Gloriole und dann um den Gegner zu düpieren und ihn zu einer unbedachten Handlung zu verleiten und sich dadurch ins Unrecht zu setzen.
Wir bleiben also sachlich und nüchtern und werben dadurch den wahrhaft großen Ideen, um die es geht, den besten Dienst erweisen aljo. für uns unb die anderen, die es ehrlich meinen, kämpfen!
Aber wir sind der Meinung, daß eine sachliche X nu‘?,ternoef Politik, auch im deutschen Volke We vollen Anklang findet. Di? Zeiten sind vorüber, m denen man noch mit großen Worten Ver- fammlungen füllen und bei den Wahlen Erfolge erzielen konnte. Wer heute meint, mit der 55le= ityobe der Opposition von vor zehn oder fünf Jahren noch Sympathien zu erringen, der täuscht sich- die Stunde dafür ist endgültig vorüber. Das deutsche Volk ist recht nüchtern geworden; in manchen Dingen vielleicht zu nüchtern! Es begreift, Z°K historische Prozesse sich langsam entwickeln, und Daß man matten lernen muß. Mit Warten haben wir eigentlich alles geschaffen! Wir haben gewartet, das war die Zauberformel unserer Politik' Sollen wir das alles fortwerfen, weil einmal uns etwas nicht sogleich gelingt oder uns eine Rede enttäuscht, sogar sehr enttäuscht?
Es ist möglich, daß unser noch größere Enttäuschungen harren! Aber auch dann werden wir nüchtern und sachlich bleiben. Diefe Nüchternheit ist die schneidendste Antwort auf große Gesten von
der anderen Seite, und diese Nüchternheit können wir, solange wir wollen, wiederholen. Man kann uns einfach nicht mehr übersehen und man muß uns widder respektieren; vielleicht sind wir heute in unserer Waffenlosigkeit moralisch viel unbequemer, als wir es in der schimmernden Wehr je gewesen sind! Moralisch — wvhlgemerkt; wir wollen damit natürlich nicht den gegenwärtigen Zustand als einen idealen und unabänderlichen hinnehmen. Aber wir sind jetzt manchen auf der Gegenseite in vielen Dingen sehr unbeentern! Die Sünden des Versailler Vertrages strafen sich bereits mehr an den Vätern der Rüstungsindustr-ien! Deutschland ist wie der Geist Banquos! Wir sind wirklich unbequem!
Also es bleibt dabei! Was auch kommen mag: Wir bleiben nüchtern und sachlich, und wir tun das, was uns die Lage zu tun heischt' Immer werden wir versuchen müssen, die Ideen der Zeit iröglichst auf unserer Seite zu haben, besser können wir nicht kämpfen und erfolgreicher auch nicht. Die Zukunft wird uns mit dieser Politik recht geben; das Ausland tut es heimlich und manchmal knirschend schon heute!
wichtige Schlußfolgerung!
wtb. London, 30. Okt. (Eig. Funkm.). In einem Aussatz der „Daily News" von I. A. Spender heißt es: Der Locarno-Vertrag hat die Möglichkeit eines deutsch-französischen Krie- g e s zur Voraussetzung. Man darf fragen, in welcher Lage England sich befinden würde, wenn es gezwungen sein, sollte, an der Seite eines entwaffneten Deutschlands gegen ein Frankreich zu kämpfen, das mit Englands Zustimmung über Gebühr ausgerüstet ist. Wenn das Zugeständnis an Frankreich bezüglich der ausgebildeten Reserven seine Gültigkeit behält, bann muß England unvermeidlich dafür eintreten, daß auch Deutschland zur allgemeinen Dienstpflicht zurück- kehren darf.
Die politische Lage in (Englanb.
Gewinne und Verluste der englischen Parteien feil 19241
wtb. London, 30 .Okt. (Eig. Funkm.). Der Sieg der Arbeiterpartei in Aston ist besonders bemerkenswert, weil sich der Wahlkreis feit 1910 un» unterbrochen in den Händen der Konservativen befunden hatte. Es ist der 5. Wahlkreis, den die Konservativen in diesem Jahre verloren haben. P ei 52 Ersatzwahlen seit den Wahlen von 1924 hat die Regierung einen Sitz gewonnen und 11 verloren, die Arbeiterpartei 10 Sitze gewonnen und 1 verloren und die Liberalen 4 Sitze gewonnen und 3 verloren.
Kroaten und Serben.
Die kroatischen Geistlichen gegen das gegenwärtig« Regime.
Aus Agram wird gemeldet: In der letzten Sitzung des Vereins der zum Agramer Erzbistum gehörigen katholischen Geistlichen wurde der Be- ! ichluß gefaßt, aus der bisherigen Zurückhaltung herauszutreten und offen all das als ein liebel zu verurteilen, gegen das auch die kroatische Nation einheitlich gekämpft habe. Dieser Schritt sei notwendig, heißt es in dem Beschluß, damit nicht der Eindruck erweckt werde, als ob die katholische Geistlichkeit und die kirchlichen Organisationen das gegenwärtige Regime unterstützten. Die kroatische Nation und die wahren kroatischen Patrioten könnten in ihrem Kampfe um die Reckte und die Freiheit Kroatiens stets auf die getreue Unterstützung der kroatischen katholischen Geistlichen rechnen._____________________
Kommunistenverhaftungen in polen
wtb. Warschau, 30. Okt. (Eig. Funkm.). Wie aus Lemberg gemeldet wird, haben dort die polnischen Behörden unter ukrainisch gesinnten Kommunisten umfangreiche Verhaftungen vorgenommen! Die polnische Polizei veranstaltete im Zentralkomitee der kommunistischen westukrainifchen Partei eine Streife, wobei sie 45 Personen festnahm. Es soll viel belastendes Material in die Hände der Polizei gefallen fein.___________________________
* Ein Wahlsieg der tabour-parky. Aus Ashton- under-Lyne wird gemeldet: Bei der Nachwahl zum Unterlaufe wurde Bellamy (Labour-Party) mit einer Mehrheit von 2406 Stimmen gewählt. Damit ist in diesem Wahlkreise der Sitz der Konservativen an die Arbeiterpartei übergegangen.
Pons festgenommenen Personen in Hast behalten I worden; vier davon werden sich wegen Beleidigung der Gendarmen zu verantworten haben, zwei we- I gen Widerstandes gegen die Polizei. Sämtliche I Manifestanten, abgesehen von demjenigen, der das I Denkmal beschädigt hat und gegen den ein Ge- I richtsverfahren eingeleitet worden ist, werden am I kommenden Mittwoch vor dem Gericht in Saintes I erscheinen.
Kundgebungen gegen Herriot.
wtb. Paris, 30. Oktober. (Eig. Funkm.). Als Unterrichtsminister Herriot gestern in seiner Eigenschaft als Bürgermeister von Lyon den dortigen Gemeinderat eröffnete, richtete eine Person von der Zuhörertribüne aus wegen der Vorfälle bei der Enthüllung des Combes-Denkmals in Pons an den Minister beleidigende.Aeußerungen. Das war das Zeichen zu einer allgemeinen Kundgebung gegen Herriot. Dieser ließ die Zu- schauertribüne durch Polizeibeamte räumen. Hierbei kam es zu Zusammenstößen, in deren Verlauf drei [ Demonstranten, sämtlich Angehörige der Action francaife verhaftet wurden. Die Sitzung wurde alsdann fortgesetzt. Die Demonstranten veranstalteten jedoch auf der Straße weitere Kundgebungen und es kam zu neuen Zusammenstößen mit der Polizei. Die hierbei vorgenommenen Verhaftungen wurden nicht aufrecht erhalten.
weilig 160 Kilometer geschätzt, wobei man den starken Rückenwind in Rechnung stellt. Doch wird aus den zuweilen widerspruchsvollen Posi- tions- und Kursmeldungen geschlossen, daß der Graf Zeppelin mehrfach intensiveren Sturmgonen auswich und durch Zickzackkurs günstigere Winde suchte. Offenbar liegt das Luftschiff in der Höhe von Neufundland unter Sturmwetter, das in der Presse als „Wilde Nacht über der Nen- s u n d l a n d k ü st e" beschrieben wird. Indessen äußert sich der Sekretär des Marineamtes und der Leiter des Marineflugwesens Warner, der d Graf Zeppelin eingehend überzeugt, daß das L
D er letzte Mensch, der das Luftschiff Graf Zeppelin am Montag an der amerikanischen Ozeanküste sah, war der Wärter des einsamen Leuchtturms am äußersten Ostrand van Nantucket Island namens Larsen, Um 8 Uhr abends deutsche Zeit befand sich Graf Zeppelin nach einer in Portland (Maine) aufgefangenen Meldung etwa 2 0 0 Kilometer südöstlich von Cap Säble (Neuschottland) und etwa 1800 Kilometer von Lakehurst entfernt. Das Luftschiff flog in etwa 300 Meter Höhe und hatte eine Geschwindigkeit von 120 Kilometer. Nach den Wetterberichten der auf den nordatlantischen Strecken verkehrenden Dampfer wird der Zeppelin, so bald er weiter auf den Ozean hinauskommt, wechselnde Winde und böiges Wetter antreffen.
Die H a m b u r g - A m e r ik a - Li n i e und der Norddeutsche Lloyd haben ihre in der Nähe der Flugroute betir.Lu. ,.u chiffe angewiesen, mit ihren Funkstationen die Verbindung mit dem Lufttchist ai'f’"”ehm»n.
wtb. Rcrvyork, 30. Okt. (Eig. Funkm.). Es wird hier angenommen, daß der Graf Zeppelin bis etwa 6 Uhr früh mitteleuropäischer Zeit un - gefähr ein Drittel der Gesamt st recke Lakehur st- Friedrichshafen zurück gelegt hat. Die Fahrtgeschwindigkeitin der Nähe der Neufundlandküste wird auf zeit -
i "usforderung Gottes. Sie habe keine an. | ®e.re Bedeutung als den Haß gegen Gott und die Kirche; sie fei eine öffentliche Sünde . . Dies habe er gesagt und sagen müssen. In der Praxis aber bade er folgendes getan: Er habe die Führer der Kathcgjken davon abgebracht, eine beabsichtigte Prokestverfammlung in Pons abzuhalten. Er bil- uge nicht die Doktrin der Gewalt; er könne nicht ote Handlungsweise der Opfer billigen, aber unter Berücksichtigung des Gefühls, das sie zum Handeln veranlaßte, beuge er sich vor dem Sarg mit einem Empfinden, das mehr als Mitleid ausdrücke. Die nnrklkchen Schuldigen seien die, die dieses Denkmal ernchtet hätten.
Nach dem Korrespondent des „Temps" in La Rochelle sind sieben der bei dem Zwischenfall in
(Eine Affäre Coty.
Die „Liberte" veröffentlicht ein von Seiten des „Liberte"-Redakteurs Maymard an Francois Coty gerichtetes, durch den Gerichtsvollzieher zugestelltes Schreiben, in dem Coty aufgefordert wird,' das am 24. Februar 1926 im „Figaro" abgegebene Versprechen, einer Amortisierungskasse als persönlichen Beitrag die Summe von 100 Millionen Franken aus seinem eigenen Vermögen zu überlassen, rnatv-« zumachen. In der gerichtlichen Aufforderung, die die „Liberte" beute bereits zum Abdruck bringt, heißt es: „Ich fordere Francois Coty auf, binnen drei Tagen der Autonomen Amortisierungskass- für die öffentlichen Schulden die Summe von 30 Millionen Franken zu übergeben, die den fällig gewordenen Anteil an der Gesamtsumme von 10Ö Millionen Franken darstellt und eine erste fiypothek auf fein Gesamtoermögen eintragen zu lassen, um die Bezahlung des Restes von 70 Millionen zu garantieren."
Die „Liberte" fügt hinzu, daß sie den Prozeß dis zum Schluß durchführen und Coty zwingen werde, das zu bezahlen, was er zu zahlen sich verpflichtet habe, mithin was er schuldig fei.
Coty, der bekannte Parfümfabrikant und gleichzeitiger Verleger der deutschfeindlichen Zeitung „Figaro", ist auch in Deutschland in der testen Zeit wegen feiner Reklame viel genannt worden.
* Meineidsverfahren gegen Major Buchrucker. Wie di- „Voss. Ztg." ans Stettin meldet, wird öeIm Landgericht in Stettin ein Meineidsverfahren gegen Major Buchrucker vorbereitet. Im Mai dieses Jahres kam es gelegrnllich der Wiederaufrol-
gut bestehen, höchstens könnte sie durch widrig« Winde verlangsamt werden. Den Washingtoner Wetterberichten zufolge wird das Luftschiff mindestens 400MeilenvonderKüsteozean- wärts Sturmwetter haben. Auf Grund der verschiedenen Wetterberichte wird vielfach erwartet, daß das Luftschiff sich dem Zentrum konvergierender Stürme nähere. Die Blätter bringen ausführlich einen Ueberblick über den ersten Tag seit der Abfahrt von Lakehurst. Viel Raum wird auch Clarence Terhune gewidmet, der lick den Ruhm gesicherte habe, der e r st e b l i n d e P a ss a. gier eines Luftschiffes zu sein. World bringt eine ausführliche Lebensgeschichte und sckil- dert die früheren Erlebnisse Terhunes als blinder Passagier.
Dos Augwetter.
wtb. Hamburg, 30. Okt. (Eig. Funkm.). Das Seeflugreferat der deutschen Seewarte gibt um 11 Uhr über die Wetterlage auf dem nordatlanti» scheu Ozean folgende Uebersicht: Die Tiefdruckrinne, die sich an den Vortagen von La' rador über die Färöer nach dem Nardmeer erstreckte, ist heute nicht mehr so stark ausgeprägt. Auf der Rückseite des zwischen Island und Irland liegenden Tiefdruckgebietes hat sich ein fi o ch d r u ck- k e i l vorgeschoben, der durch kalte Lustmasfen aus dem Polargebiet gespeist wird. Durch diesen Hochdruckteil ist zunächst die Ausbreitung der Ostwärts- beroegung des Tiefdrucks über Labrador verhindert, während infolge der verschärften Tempera- turgegensätze zwischen der Rückseiten- und Sortier- feitenftrömung dem Jsland-Jrland-Tief eine neue Energie zugesührt ist. Dadurch treten die Winde in seinem Bereich stark bis stürmisch auf. Das Gebiet zwischen den stürmischen Winden liegt zwischen dem 46 und 57. Grad Nvrdbreite und dem 10. und 33 Grad Westlänge. Gepaart mit den stürmischen Winden gehen dort starke Re g e n- und Hagelschauer nieder, zeitweise verbunden mit Gewittererscheinungen. Südlich vom 46. Grad Nordbreite dehnt sich bis zu den Azoren ein Hochdruckgebiet aus, das noch weiter aufa»haui wird. Auf diesem Südabhang flauen nach Süden die Winde schnell ab und südlich vom 44 Grad
Fulda er Zertung
Anzeiger für die Stadl Fulda und den Landkreis Fulda. Amtliches kreisblatk.
Änzeigen-Preise Klemzeile (Colonel) lotai 0,15 JMt auswärts 0,20 5UC Rek amezeile: lokal 0,60 5U RC
auswärts 0,80 Bei WiederhoIur gen Raba11. vJ.JUyiy,
Postscheckkonto ftranfturt a. M. Nr 4051