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fierr e Wilhelm, sang mit guter tragfahrger die Löivssche Ballade „Tom der Reimer , hie sehr freundliche Aufnahme fand. Als Zugabe L ’ die Uhr". Die Sopranistin, FrI. Erna L 1 ü h, sang mit wohlklingender Stimme die Aennchen'Ärie" aus der Oper „Der Freischütz", sowie eine Arie aus „Manon". Außerdem sang L den ^Hörern zu Dank: „Mattinatta" von ''eoncoeallo und „II Baccio" von Ardidi. Frl. Ftinirhüi; besitzt eine gute Technik und sympathische Vortragsweise. Der Rezitator, Herr Jean Bock, Eroberte durch die vorzügliche Megergabe ernster d heiterer Vortragsstücke die Herzen der Zu- , jr?r. Die gefühlsinnig gebrachten Stücke „Mutter rfJj Kind" und „Einmal wird alles vergessen sein" g^elen ebenso sehr wie die an die Lachmusteln profie Anforderungen stellenden Sachen: „Liebe", ■ ,"Radio bei Streibergers", Dem Hanjer sei Ba", ''Iägerglück" und andere. Der Baritonist, Herr K. Wilhelm trug noch beifallswürdig,, der Wan­derer" und „Vater, Mutter, Schwester, Bruder" von Lortzing vor. Mit noch zwei weiteren Musikstücken und einigen Zugaben brachte die Kapelle Hett den unterhaltsamen Abend zum Abschluß.

Die Schwindlerin in Schwesterntracht, welche, wie von uns gemeldet, in zahlreichen Stödten Betrügereien verübt hat, tonnte in Dres­den festgeno nyn e n werden. Sie Daleska Spiering, ist 32 Jahre alt und stammt aus Ham­burg. <?

Männergesangverein „winfridia".

Bunker Abend.

Am Sonntag bot der Männergesangoerein „Win­fridia" seinen passiven Mitgliedern und seinen Freun­den einen Festabend, dessen zugkräftiges Programm den Stadtsaal gefüllt hatte. Der Verein stellte sich unter Obermusiklehrer Zilliken mit seinen in Tonsicherheit, Sümmenbewegung und Ausdrucksgestaltung aufs sau­berste durchgearbeiteten Lieder abermals ein schönes Zeugnis aus. Die Vortragsfolge verzeichnete Männer-, gemischte und Frauenchöre. In prächtiger Klangfülle erschien vom gemischten Chor Dahlke, 'Sängerspruch: Frisch und forsch, mit Seele und Inbrunst fang er Su­chers „Wohin mit der Freud?" Die gut abgetönten So­pran- und Altstimmen des Frauenchores hatten der in ihrer weichen Stimmung glücklich erfaßten Volksweise: „Die alte schöne Zeit" Leben eingehaucht. Rhythmus und^ Stimmung von Fr. Wagners ^.Fiedel und Brumm­baß" wurden durch den gemischten Chor mit großer Sicherheit wiedergegeben, so daß man sich schon bei den ersten Akkorden in der heiteren Athmosphäre der Kom­position befand. Die Vortragsfolge enthielt noch drei Mannerchöre. In Mathieu Neumanns etwas billig er­fundenes, „zu Herzen gehendes" Lied „Abendfriede am Rhein" legte d'c Winfridia Gemüt und Schwung, ge­fühlvolle Lyrik in Nagels „Das Ringelein". Der warm- empfundenc Vortrag des volkstümlichsten aller Schubert- Lieder „Der Liridcnbamn" ließ die seelische Verbunden­heit des deutschen Volkes mit seinem geliebten Schubert glaubhaft erscheinen.

Ein besonderer Reiz wurde bem Abend durch die Mitwirkung des Vortragskünstlers und Humoristen Fritz Schlotthauer verliehen. In der rheinischen Metro­pole stand seine Wiege Er hats wahr gemacht: Schlott- hauer ist ein bedeutender Kölner, einer hervorragender Kölner, man kann sogar saaen ein „Oberkölner". Woh­nen tut er im „goldenen Mainz". Im seiner Stimme steckt eine Urgewalt, eine urwüchsig-rheinische Kraft, die in den größten Sälen jeden Winkel erschüttern kann. Dagegen' kommt kein anderer Rheinländer an: das ist die Note des Kölners: Wuckst und Gewalt. Wie sehr der Humor auch Gemüt und Herz haben kann, bewies

Schlotthauer durch die Vortragsstücke: „Einmal wird alles vergessen sein" und „Mahnruf", ein Deutsch-öster­reichisches Verbrüderungsgedicht. Auf seinem Gange durch das Reich des Humors ließ er alle Töne anklingen, auf die ein lachhungriger Mensch eben wartet. In bun­ter Reihenfolge brachte er allerlei lustigen Schnickschnack. Seine geistige Schlagfertigkeit, seine Beherrschung von Schriftsprache und Mundarten, nicht zuletzt seine aus­drucksvolle Mimik machten ihn gar bald zum Liebling des Publikums, das Herrn Schlotthauer in heiterster Laune folgte: mochte er nun mit liebenswürdiger Grob­heit die Ausschreitungen der Frauenmode verspotten oder erzählen, daß das Lukutate in Indien die Eleptzan- ten, bei uns die Kamele sresicn. Lachsalven dröhnten in einemsort durch das Haus. Eine unendliche Fülle von Zugaben wurden gespendet, bis schließlich der Künst­ler nochmals die Bühne betrat, um mit einem stummen, aber beredten Blick auf seine Uhr zu sagen, daß auf dem Eintrittsausweis noch das Wort „Ball" stehe. 'S)

vom katholischen Gesellenverein.

Veranstaltungen in Weyhers und Dieiershausen.

Am Sonntag zeigten Veranstaltungen in Weyhers und in Dietershaufen, daß die K o l p i n g s f a ch e in der Vorderrhön im Vormarsch ist. In Weyhers hielt am Vormittag Herr Diözesanpräses Becker aus Fulda im Hauptgottesdienst die Vredigt, in Anlehnung an das Christuskönigsfest über „Das Reich Christi und der katholische Gesellenverein". Die Jünglinge und Män­ner der Pfarrei roarcn sehr zahlreich gekommen. Am Nachmittag fand im Müllerschen Saale eine außeror­dentliche Vereinsversammlung statt, zu der auch die El­tern und Angehörigen in großer Zahl erschienen waren. Ein Programm mit 14 Nummern wurde abgewickelt. Der Musikverein Weyhers hatte sich in den Dienst der Sache gestellt und führte sich vortrefflich ein durch den Beethovenschen Choral „Die Himmel rühmen des Ewi­gen Ehre" Der Gesangverein Weyhers wußte sich unter Leitung des Herrn Lehrers Pleines Geltung zu verschaffen: er trug köstliche Liederspenden vor und erntete vielen Bestall. Nachdem Herr Dechant Dr. Flügel als Präses die Versammlung begrüßt hatte, nahm Herr Diözesanpräses Becker das Wort zu einer programmatischen Rede über das Laienapostolat und die soziale Bedeutung des kacholischen Gesellenvereins. Der mit Humor durchflochtene Vortrag fand das größte Interesse der großen Versammlung. Die Aufnahme e>ner großen Anzahl Mitglieder wurde von dem Herrn Diöze­sanpräses voraenommen; er hatte für jeden einzelnen ermunternde Worte. Im Verlaufe des Nachmittag er­griffen noch das Wort die Herren Lehrer a. D. Lotter als der eifrige Schriftführer des Vereins, Maler Schle­tz u b e r, das alte Gesellenvereinsmitglied Stüber und Altseniar Fuchs von Fulda. Es war ein hervorragend schöner Nachmittag, der der Kolpingssache viele Freunde brachte.

Am Abend trat der junge Gesellenverein in Dic - tershausen zum ersten Male mit einem Werbeabend in die Oefsentlichkeit. Dort teilen sich die Herren Pfar­rer Günther und KuratusLl i n g von Friesenhausen in die Leitung. Auch hier berschte im großen Mül­lerschen Saale'Großbetrieb. Sehr viele Besucher muß­ten mit einem bescheidenen Stehvlätzchen vorlieb nehmen. Das Hauptinteresse wurde auch hier der Rede des Herrn Diözefanpräfes Becker gewidmet. Er sprach iu fes­selnder Weise über die Jungmännerbewegung in unserer Zeit und über die Ausgaben des Gesellenvereins. — Der Frohsinn und Scherz tarnen hieraus zu ihrem Rechte. Die jungen Leute von Dieterstzausen führten einige humo­ristische Bühnenstücke auf, die große Heiterkeit erregten. Dazwischen eingestreut waren alte, schöne Volkslieder und Musikvortruge der Orts-Musikkapelle. Es war ein lehrreicher und gemütlicher Abend zugleich. Möge die Kolpingsidee sich immer weiter ausbreitep! F.

= Nalnrheilverein. Es ist gelungen, Herrn Dr? meb. Friedrich Katz, Sanatoriumsleiter ans Degerloch-Stutt-

gart, der von feinem letzten Vortrag her noch in bester (Erinnerung ist, wieder zu einem populär-wissenschaft­lichen Lichtbild-Vortrag zu gewinnen. Das Thema lau­tet: „Der überragende Wert einer guten Verdau un g". Unterthemen: Verdauung — Stoff­wechsel, Rückwirkung der Verdauung auf den Stoffwech­sel und umgekehrt Folgen für die Verdauung und den Stoffwechsel, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten, Beispiele, Vorbeugung und Behandlung. — Der Vortrag wird am 6. November in der Aula des Gymnasiums gehalten. _________

Me wird das Wetter?

Das über Nordwest-Frcmkreich liegende Tiefdruckge­biet hat sich unter wesentlicher Verflachung ostwärts ver­lagert. «ein Einfluß hat bisher nur im nördlichen Teil unseres Bezirks zu stärkerer Nebelbildung geführt. Sehr wahrscheinlich kommt es im nördlichen Teil des Bezirks auch zu Niederschlägen. Da der Luftdruck von Westen her stark angestiegen ist, ist mit zunehmender Aufhei­terung zu rechnen. Nach anfänglicher Abkühlung stei­gen die Temperaturen wieder an.

Witterungsaussichten für Dienstag: Fortschreitende Bewölkungsabnahme, später wieder wärmer.

Ein Werbeblatt der Firma Thoms & Dorfs für eine preiswerte Kafsee-Korn-Mischung liegt einer Teil­auflage der Fuldaer Zeiiung heute bei. Unsere Leser bitten wir um freundliche Beachtung derselben.

Schriftleiter: Dr. phil. Johanne» Kramer,

Per Führer der deutschen Beamten.

<

Bundesvorsitzender Flügel

wurde auf dem Berliner Bundestag des Deutschen Boamienbundes ohne Gegenkandidaten wiederge- wählt,

Fuldaer Land und Nachbarqelnet.

— Neuhof, Kr. Fulda. Man schreibt uns: Am 1. No­vember 1928 hoben auch die Triebwagen nach Fulda, Neuhof ab 7.21 und 14 Uhr, und von Fulda, Neuhof an 13.43 Uhr die 2. Wagenklasse. Früher koste­ten nach Fulda 3. Klasse einfach 70 Pf, 3. Klasse Mo­natskarten 16.60 Mk„ 3. Klasse Schülermonatskarten 8.30 Mk. Heute kosten nach Fulda Polsterklasse einfach 80 Pf., Polsterklasse Monatskarten 18.60 Mk., Polster­klasse Schülermonatskarten 9.30 Mk. Also ab 1. No­vember nicht mehr Ho.-Kla., sondern Po.-Kla.

— Alsfeld. Die starke Wildschweinplage im nordwestlichen Teil von Oberhessen erfordert eine Be­kämpfung des Schwarzwildes auf planmäßiger Grundlage. Zu diesem Zweck haben dieser Tage hier Beratungen zwischen Vertretern der Ministerial-Forst- abteiüing und der staatlichen und standesherrlichen Forst- ämter statt gefunden, die sich mit den Maßnahmen zur Vertilgung der Wildschweine befaßten.

= Gemünden. Auf der hiesigen Station wurde der Lokomotivführer Michael Ritter des Bahnbetriebswerks Aschaffenburg beim Ueberschreiten der Gleise über­fahren und schwer verletzt. Ein Bein wurde abgefah­ren. Rach Anlegung eines Notverbandes wurde er in das ftäbt. Krankenhaus Aschaffenburg verbracht. Eine halbe Stunde nach seiner (Einlieferung starb er.

— Offenbach. Ein ISjähriges Mädchen entriß in der Krafftftraße einer des Weges kommenden Frau die Handtasche und ging damit flüchten. Bon Passan­ten verfolgt floh sie in ein Haus, wo ihr die Tasche wie­der abgenommen werden konnte. Die Polizei hat sich der jugendlichen Diebin angenommen.

— Groß-Gerau. Ein tragisches Geschick wollte es, daß am ersten Tage der diesjährigen Rübenkampagne im Betriebe der Zuckerfabrik Groß-Gerau eine Schwemmauer einstürzte und mehrere Arbeiter unter den Lehmmassen begraben wurden. Ein Arbeiter wurde bei dem Unglück getötet, ein weiterer schwer verletzt. — Dem Spirituskocher kam die 62jährige Frau Marga­rete Langendorf zu nahe, ihre Kleider fingen Feuer

und die am Körper erlittenen Brandwunden waren der art stark, daß die Unglückliche alsbald den Verletzungen erlag.

— Hofgeismar. In einem Lagerschuppen der Firma Gebr. Hild brach Feuer aus, das einen Teil des Dachstuhles und einen Lastwagen vernichtete. Der Scha­den an den in den Schuppen untergebrachten Maschine» beträgt einige tausend Mark.

Hus dem Jotzgrund.

— Oberndorf. Am ersten Oktober dies. Jahr, schiel Herr Lehrer Botthof von uns, der in vorbildlicher Gewissenhaftigkeit 5 Jahre in Oberndorf als Lehrer ge wirkt hatte und im letzten Jahre auch das Amt einet Organisten treu verwaltet hatte. Die Schulabschieds- feier, in der Herr Hauptlehrer B i a l a s ihn als treuen Kollegen und pflichttreuen Lehrer feierte, Herr Pfarrer Tragefer feine Verdienste als Religionslehrer und Or­ganist hervorhob, Herr Bürgermeister Imkeller ihm einen sehr warmen und herzlichen Nachruf seitens der Gemeinde widmet«, zeigte, welcher Beliebtheit sich der Herr Lehrer erfreute. Auch die Abschiedsgesänge und Gedichte, vor allem auch die Abschiedstränen der Kin­der offenbarten die innige Liebe zu dem ailverehrten Lehrer. Zu Beginn des Winterhalbjahres hatte die Gemeinde Oberndorf wieder eine Schulfeier. Herr Lehrer Heinemann wurde in fein Amt eingefügrt. Wiederum hatte sich Lehrerschaft, Geistlichkeit, Schule und Gemeindevertretung versammelt. Herr' Haupüetzrer hieß Herrn Heinemann'herzlich willkommen, die Schul­kinder fangen zweistimmige Vegrüßungslieder, der Ver­treter der Gemeinde begrüßte namens der Ge­meinde und Herr Pfarrer gab feiner Freude Aus­druck, daß die Gemeinde wieder einen tüchtigen Organi­sten und einen Lehrer bekommen habe, dem von Nieder- klein her der Ruf eines gewissenhaften Jugendbildners und eines Freurrdes auch der schulentlassenen Jugend vorausgehe. Möge der neue Herr Lehrer, der von Pa­derborn stammt, im Joßgrund eine neue Heimat finden.

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