sm Gesicht. Ich sehe den Mann, blutend, und wie I man ihn nach Anlegunfl eines Notverbandes zur Bahn bringt. Leider hat dieser wackere Feuerwehrman bin Unfall mit dem Tode büßen müssen
Mittlerweile neigt sich der verhängnisvolle Tag. lieber 200 Gebäude liegen in Schutt und Asche. Ungefähr 1000 Einwohner von 1800, sind obdachlos geworden. Nun beginnt die Sorge, wo jetzt ein Uitterkom- men finden Die Schulräumc und die Kirche werden zu Unterkunftsräumen eingerichtet. Auch in der geräumigen Zuckerfabrik werden Notquartiere zur Verfügung gestellt. Alle Familien, die vom Brande verschont gebtte- den, nehmen Einquartierung. Ein großer Teil der Ab- brannten, namentlich auch viele Kinder, werden in Fmda untergebracht. Besondere Schwierigkeit machte die Un- icrbringung des geretteten Viehes, das zum größten Teil auf Wiesen und in Gärten unter freiem Himmel unter- j gebracht wurde. Vieh ist meines Wissens nur wenig verbrannt.
Da nun fast alle Lebensmittelgeschäfte abgebrannt waren, machte sich schon am Brandtag eine Lebensmittelknappheit bemerkbar. Es waren viele Lebensmittel verbrannt und nicht zuletzt auch viele Lebensmittel abhanden gekommen. Ich sehe am Abend in mancher Feuerspritze Wurstwaren und andere Lebensmittel. Cme Feuerspritze fällt mir besonders auf. Diese ist gefüllt mit feinsten Schwartemagen und steht verlassen von der Mannschaft auf dem Brandplatz. Aber jetzt kommt ein Feuerwehrmann und nimmt sich der Spritze an.
In den nicht abgebrannten Gastwirtschaften, es sind deren nur 4, geht es gegen Abend hoch her. Da das Feuer immer noch nicht ganz verloschen ist, müssen größere Brandwachen ausgestellt werden. Die anderen Feuerwehrleute huldigen dem Spruche „Gut Schlauch'. Manch schwankende Gestalt eines Feuerwehrmannes ist schon am Nachmittag und erst recht am Abend zu sehen, man begründet dies damit, daß es schade für das köstliche Naß sei, wenn es verloren ginge und so mußte '»anch« Flasche „Alten Korn" und manches Biertaß geleert werden, um den Alkohol vor seinem Untergang zu bewahren.
Das Feuer glomm noch mehrere Tage. Ich entsinne mich noch recht gut, da wir 4 Wochen keine Schule hotten, und in diesen Tagen täglich auf dem Trümmeri->ldo
herumureiften, daß noch nach 14 Tagen glimmende Stellen gefunden wurden.
Hatte sich die Lebensmittelnot schon am ersten Brand- toge bemerkbar gemacht, so in den folgenden Tagen immer stärker. Aber es gingen aus Fulda Lebensmtttel in reichlichen Mengen ein . Ich entsinne mich noch sehr gut der Brotwagen, die jeden Morgen von Fulda an- kamen Das Fuldaer Brot schmeckte den Hünieldern ;m Anfang viel besser als das Hünfelder Brot, es war viel weißer und viel leichter zu verdauen als das einheimische Brot. Da auch sehr viel Kleidungsstücke und Wwche verbrannt waren, so wurde sofort eine Hilfsaktion in die Wege geleitet, an der auch Fulda hervorragenden Anteil'nahm. Ganze Eisenbahnwagen mit Kleidungsstücker, Schuhe usw. trafen ein und wurden an bedürftige Ab- oebrannte verteilt. Auch Geldmittel wurden reichlich zur Verfügung gestellt. In meiner Erinnerung ist noch, daß über 180 000 Mark eingingen, womit manche Not gestillt werden konnte.
Mit den Aufräumungsarbeiten wurde sofort begonnen. Baracken wurden aus Plätzen und in Gärten »r- rjchtet zur Unterbringuna der Abgebrannten. Bereits im Frühjahr 1889 setzte die Neubautätigkeit ein und in einigen Jahren erstand Hünfeld viel schöner als je. Die kleinen Gäßchen verschwanden und machten schönen, breiten Straßen mit Bürgersteigen Platz. Im Zentrum der Stadt erbaute man das Rathaus, welches in seinem Blendstein-Bau einen schönen Eindruck macht, und auf das die Hünfelder mit Stolz blicken können.
Die Ursache des Brandes ist ungeklärt geblieben Man vermutete Brandstiftung und hatte auch Verdacht und zwar auf einen Gendarm mit Namen Steindamm. Dieser sollte sich auch noch wegen anderer Vergehen ver- antworten. Als seine Verhaftung erfolgen sollte, erschoß er sich. So bl-eb der große Brand von Hünfeld am 28 Oktober 1888 aui dieser Erde ungesühnt.
Am gleichen Tage (28. Okt. 1888) brannte es noch in zwei Ortschaften des Kreises Hünfeld, nämlich in Großenbach und Großentaft. Kinder soltten dort wenigstens ist es mir dies von Großenbach in Erinnerung das Feuer. angelegt haben. Sie hatten ge- hört, daß wegen des Brandes in Hünfeld die Schule geschMen war und wollten durch den Brand auch die Schulschließung erreichen Es kam wohl nicht dazu.
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Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die im Grundbuch von Fulda Band 65 Blatt Nr. 2736 eingetragenen Grundstücke:
'Nr. 1 Kartenbl 2 Porz 964'294 Grdsl. M. R. 249 Z Geb. StR 583 a Kronhoistr.
Haus Nr. 31. Bebauter Hosraum 1 a 03 qm 23 M Geb St. N. W.
Nr. 2 Kartenbl. 2 Parz. 958/333 Garten beim Garten- brunnen 3 a 24 qm 64/100 Ur. Grd St. R. Ertr.
Nr. 3 Kartenbl. 2 Parz 960/333 Hausgarten daselbst 3 a 68 qm.
Nr. 4 Kartenbl. 2 Varz. 957/334 Wasser daselbst 61 qm 12 100 Tlr Grd. St. R. Ertr.
Nr. 5 Kartenbl. 2 Parz. 959/334 Wasser daselbst 69 qm 11/100 Tlr. Grd. St. R. Ertr.
Nr. 6 Kartenbl. 2 Parz. 961/334 Wasser daselbst 45 qm 9/100 Tlr. Grd. St. R. Erlr.
Nr. 7 Karienbl. 2 Parz. 962/383 Geb St. M. 583 Bebauter Hofraum mit Hausaarten 2 a 72 qm 30 M Geb. St. N. W. Parz 974/0 333 und Parz. 975 0.333 (Hinterburg) Kronhofstraße zu Haus Nr. 27 bis 92 2 a 98 qm und 0,1 qm.
am 7. November 1928, 10 Uhr
an der Gerichtssielle Fulda, Königstraße Nr. 38 Zimmer Nr. 6 versteigert werden.
Der Versteigerunqsvermerk ist am 10. September 1926 in das Grundbuch eingetragen.
Als Eigentümer war damals der Gärtner Julius Freiß- lich in Fulda eingetragen.
Amtsgericht, Abtl. 5.
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Die Fütterung des Hundes
Sonntag, den 28. Oktober 1928, von nachm. 5 Uhr ab findet im Jägerhaus Bronnzell unser diejähriges
MW» besteh, in Gesangsvorträgen u. Tanz statt. — Wir laden unsere Mitgliederlamilien und unsere bisherigen Gäste und alle Freunde des Vereins ergebenst ein
Der Vorstand.
Johanna. Lux, Fulda
Domdechanei 11
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denn die Brände wurden in diesen Dörfern auf ihren Herd beschränkt.
Hünfeld hot sich aber im Laufe der Jahre sehr gut entwickelt und ist zu einem schönen Städtchen emporgeblüht. Da Hünfeld meine zweite Heimat wurde, in dem ich meine Kindheit und Jugend verleben durfte, jo wünsche ich ihm für die Zukunft ein weiteres Blühen, Wachsen und Gedeihen. Otto Jacob, Fulda.
Schule und Volksbildung.
--- kaufmännisches Bildungswesen. Ende September fand in Kassel eine Verbandsrats-Tagung des Reichsverbandes Deutscher Privathandelsschulen ' statt, aus der wichtige, das gesamte kaufmännische Unterrichtswesen betreffende Fragen zur Beratung kamen. Aus den Verhandlungen ist heroorzuheben, daß die Ausarbeitung einer Denkschrift beschlossen wurde, die einen Ausschnitt aus der jahrhundertealten Entwicklung des Prioathandelsschulwefens und seiner überragenden Bedeutung für das kaufmännische Bildungswesen Deutschlands geben soll und in der die Wünsck;e zum Ausdruck gebracht werden, die das Prioathandelsschukwefen im Interesse seiner Schülerschaft erheben muß Dieselbe Denkschrift soll an den Reichstag, an Abgeordnete, Ministerien, Handelskammern usw versandt werden, da Gefahr besteht, daß die Bedeutung des' deutschen Pri- vathandelsschulwesens in maßgebenden Kreisen der Oeffentlichkeit nicht mehr genügend gewürdigt wird. Als Hauptforderung wurde erhoben, daß die Freiheit und Beweglichkeit des kaufmännischen Bildungswesens gewahrt bleiben müsse und daß auch das private Handelsschulwesen gleich dem staatlichen Handelsschulwesen als vollberechtigter Bestandteil des kaufmännischen Bildungswesens bei Reich und Ländern die verdiente Berücksichtigung und Pflege findet.
Nommunalpolitisches.
— Dr. Denecke Pressedezernent des Skädtetages. Als Nachfolger des verstorbenen Beigeordneten Dr Spiek- kernagel haben die engeren Vorstände des Deutschen und öes Preußischen Städtetages den Oberregierungsrat im preußischen Unterrichtsministerium, Dr. Benecke,
zum Pressedezernenten des Deutschen und des Preußl- jchen Städtetages ernannt.
Milche Sekamtmlichungkn
Fulda.
Dem staatlichen Förster Ehli im Forsthaus Steinhaus wird mit Genehmigung des Herrn Regierungspräsidenten zu Kastel die aushilfsweise Mitwirkung bei Ausübung bei Iagdpolizei in den Gemeindejagdbezirken Steinhaug, Steinau, Almendoif und Traisbach übertragen.
Fulda, den 20. Oktober 1928.
Der Landrak: I. V. Schuster.
Die Herren Bürgermeister, die mit der Berichterstattung aus meine Verfügung vom 20. 10. ds. 3s. (Nr. 245 der Fuldaer Zeitung) betr. Angabe der Zahl der in Fuldaer Betrieben, Geschäften usw. beschäftigten und bei Fuldaer Krankenkassen versicherten Arbeitnehmer noch im Rückstände sind, werden mit Itägiger Frist an die- Erledigung erinnert.
Fulda, den 26. Oki ober 1924.
Der Vorsitzende des Staat!, Versicherungsamts Aulda-eondkreis. I. B.: Polster.
Geisa
Bekanntmachung.
Mittwoch, den 31. Oktober 1928 norm. 11 Uhr, findet im diesigen Rathaussaale ein öffentl. Termm statt zum Berkaus:
a) eines Wohnhauses mit Wohngebäude und Garten;
b) verschiedene Grundstücke.
Die Bedingungen werden im Termin bekannt geaeben. Auch erteilt der Unterzeichnete Interessenten auf Wunsch schon vorher Auskunft über das in Frage kommende Objekt.
Der Stadtvorstand:
Hohmann, Bürgermeister.
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