FuldaerZertun
Anzeiger für die Stadt Julda und den Landkreis Fulda. Amtliches Kreisblatt.
Nr. 247.
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Mittwoch, 24. Oktober 1928.
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Der „Iungdo" ist also jetzt schon ein Bestandteil
erwiesen inbnTs -c Koalitionen bisher als unmöglich -uer „Iungdo" ist also letzt schon ein Beftanoteu worden 'ist. sm.u6cr Konkordienformeln hinausgegangen der Linken und die Welt wird n i e erfahren, vielen Fragen hitir an Koalitionsparteien auf die wie $err Hugenberg Präsident der Deutschnatio- I M-n will, fo schKer Politik von vornherein fest- nalen geworden ist! Mit 5 oder mit 7 Stimmen )flimmer ist nu U1 J1011 emen Koalltwnszw^ng. der I Mebrbeit
kUarx über seinen RüdVritt.
nungsverschiedenheitcn hervorgerufen. Die Herren können sich darauf verlassen, daß sich das Zentrum über die einzuschlagenden Wege diirchaus einig ist.
Die Presse der anderen Parteien braucht also durchaus sich keinen unnötigen Sorgen hinzugeben, als ret meine Amtsniederlegung irgendwie durch politisch.
Dr. Brecht ersucht den Ausschuß um die weitere Verfolgung der in seiner Denkschrift enthaltenen Vorschläge. . lieber diesen Antrag ist noch nicht ab»
spräche aber auch alle Fragen der Verwaltungs. und Derfassungsreform. Dabei wurde auch verschiedentlich auf die bekannte Denkschrift des ehemaligen Neichskanzlers Dr. Luther zurückgegriffen. Der Antrag des preußischen Ministerialdirektors
Kenntnis von der richtigen Zahl besitzt. Die Aus- Wähler, 5 Herren, find ehrenwörtlich gebunden, die Zahl nicht bekannt zu geben.
Am vergangenen Samstag fand in Magde - der Parteitag der Zentrumsportei des frtnn nnrf. 1 -Wahlkreises Magdeburg-Anhalt statt. Bei dieser en neben, dw in°gro?ana ^/rt<- sich Reichskanzler a. D. Marx "^gelegter Rede zur Frage der Kaoinetts-
len Parteworsitzenden mit ganz knapper Me h r h e i t von etwa 5 Stimmen erfolgt sei, veröffentlicht der „L 0 k a l a n z e i g e r" folgende Erklärung von zuständiger deutschnationaler Seite:
fiihro« h;« n* m« .... ««.eueiwen AULutiuiia=uu3|u;u||v».
Die Länderkonferenz.
Das Ergebnis des ersten Tages der Länderkonferenz wird von beteiligter Seite dahin gekennzeichnet, daß die bisherigen Beratungen einen allgemeinen Gedankenaustausch gebracht haben, bei dem die Stellungnahme der einzelnen Länder zu dem Problem der Reform herausgestellt wurde. Die Generalaussprache, die mit den Ausführungen des bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Held einge- leitet wurde, umfaßte naturgemäß namenllich di« praktischen Schwierigkeiten in dem Verhältnis der Länder zum Reich. Der bayerische Ministerpräsi. deut hatte als Standpunkt Bayerns besonders unterstrichen, daß die Ursachen dieser Schwierigkeiten nicht im bundesstaatlichen System, sondern darin lägen, daß dieses System nicht genügend beuch- tet werde.
Ueber dieses Problem hinaus umfaßte die Aus-
Finanzausaleick" »nb I £uuuröt^nD äur Nachricht über feinen bevorstehen- <2Ä I den Rücktritt. Er führte dabei nach dem Bericht der „Sachs. Zeitung" etwa folgendes aus:
"'m1 ^okderqrunde des Interesses steht, was die n- aere Politik anbelangt, die Frage, ob eine Umbildung des bisherigen Kabinetts erfolgen soll und in welcher Richtung. Sie Bildung des neuen Kabinetts im Juni
Block gegen Block!
Wenn der neuerwählte Vorsitzende der Deutschnationalen Volkspartei Hugenberg hält, was er so oft versprochen hat, dann wird wenigstens aus der großen Mehrheit der heutigen Deutschnationalen Volkspartei ein blockartiges Gebilde werden, das für die weitere Werbung eine Reihe von sehr „positiven" grundsätzlichen Forderungen bereit Hot, für die unmittelbare politische Praxis aber sich damit begnügt, der Politik des Reichstages Schwierigkeiten zu machen und zu versuchen, den Parlamentarismus ad absurdum zu führen. Dar-
JieLerWel!tlichuUenMerdieRSstullgSverB«ii!gmlg
Das Weißbuch und das vlaubuch.
* Die Polizeibeamken gegen den militärischen Drill. Der Vorstand des Preußischen Beamtenbun- des hat einstimmig beschlossen, beim Ministerpräsi- deuten Brpun wegen der „U e b e r s p i tzu n g und Uebertreibung des Autoritätsprin- zips in der Schutzpolizei" vorstellig zu werden, die „zweifellos durch eine starke militaristische Einstellung eines großen Teils der Polizeioffiziere Preußens hervorgerufen" sei. Der Preu- ßifche Beamtenbund regt an, dem Landtag eine Novelle zum Polizeibeamtengesetz vorzulegen, durch die die jetzt geltenden Bestimmungen über fristlose Entlassung, Entlassung wegen Ungeeignetheit und Uebertragung der Disziplinarstrafgewält auf die Offiziere geändert werden. Den äußeren Anlaß zu diesem Schritt haben einige Vorkommnisse der lebten Zeit an Polizeischulen gegeben.
d. 3s. hat schwere Kämpfe verursacht. Allem Anschein nach wird die Umbildung ebenfalls nicht ohne Schwierigkeiten vonstatten gehen. Einmal ist die Frage zu erledigen:. Wie steht es mit der Umbildung der Regierung in Preußen? Hier haben zunächst die Deutsche Volls- partei und in gleicher Weise der preußische Ministerpräsident eine ausschlaggebende Stellung. Was die Reichsregierung anbelangt, so wurde auch schon im 3uni d. ''5- als Ziel von der Zentrumsfraktion des Reichstages die Bildung der Kroßen Koalition erstrebt. Die Verhandlungen haben dieses Ergebnis nicht gehabt. Von der linken Seite wird die Erreichung dieses Zieles als Ergebnis der Verhand-lungen der kommenden Woche hingestellt. Hier muß ich zur Sprache bringen, was in einigen Blättern der Linken über meine Stellungnahme gesagt wird.
An dem Seifnipr s kenntlich, wo der krttnl Panzerkreuzers wird er- Anschauungen zu suche?^?""" für diese beiden eine Reihe von anderen ro r 9£b,cr e5 kann auch ein geschlossenes Auftreten ^en, die in yil)B ang
erschweren, zum Veispi-i c>?^lllerungskoalltwn bildung und Reichsreform. Man darf '
lassen, daß diese Schwierigkeit-»- Acht
Chane en H uq? n befg^L»" Endes d i e auch nicht außer Acht lassen! öaÄnÄ öte deutschen Regierungen immer Soa[itmn5r'egS
fassung der französischen und der meisten anderen in der vorbereitenden Kommission vertretenen Regierungen entgegengesetzt war. „Seit einiger Zeit aber ist sie sich klar darüber geworden, daß weiterer Widerstand ihrerseits gegen die Ausschließung dieser ausgebildeten Reserven angesichts von der Mehrheit der vorbereitenden Kommt
die Fraktionen "kttonszwang und dem sich schon im Lande und Erst recht die Parteien draußen Werfen werden." rncnihtfj die Presse niemals unter«
Sicherheiten und Feststellungen für eine Koalition bindet.
Wenn wir die Sttmmung unserer Wähler in Betracht ziehen, so müssen wir feststellen, daß in sehr weiten Kreisen die Meinung dahin geht, das Zentrum solle sich überhaupt nicht an der Regierung beteiligen. Es lassen sich eine Reihe sehr guter Grunde dafür anführen. Staatspolitisch ist die Ansicht aber nicht begründet. In weiten Kreisen der anderen Parteien ist man der Ueber- zeugung, daß ohne das Zentrum sich zurzeit keine starke Regierung bilden läßt. Niemals darf das Zentrum schon wegen seiner weltanschaulichen Einstellung einen das Allgemeinwohl Deutschlands schädigenden Krisenzustand herbeiführen oder auch nur zulassen Aus der angegebenen Einstellung eines großen Teiles der Wählerschaft folgt aber ohne weiteres, daß die ebenfalls in großer Einmütigkeit von der Fraktton ausgegebene Parole die Distanzierung > von der gegenwärtigen Regierung eine weitgehende Zustimmung der Zentrumswählerschaft erfuhr.
Die Zentrumspartei wird sich Verhandlungen mit dem Ziele der Bildung einer Großen Koalition nicht entziehen. Sie hat aber in keiner Weife eine Verpachtung, sie anzuregen oder einzuleiten. Das ist Sache des Reichskanzlers. Evtl, wäre es Sorge der stärksten an der Regierung beteiligten Partei Ehe das Zentrum eine neue Koalition schließt, werden eingehende Verhandlungen über eine Reihe wichtiger, leider aber ^uch unter den ^Regierungsparteien strittiger Punkte mit ter Ziele einer Einigung geführt werden müssen, schon im Interesse der Daüerfestigkeit der Regierung. Was hat es für einen Zweck, leichthin eine Koalition einzugehen, dann aber Gefahr zu laufen, daß sie bei der ersten strittigen politischen Frage auseinandersallt!
Hier muß ich, wenn ich offen fein will, daraus Hinweisen, daß die Sozialdemokratie durch ihr bisheriges Verhalten solche Verhandlungen nicht leicht gemacht hat. Sie hat sich in ihrer mehrjährigen überaus bequemen und leichten -Stellung als Oppositionspartei über die auch für eine Oppositionspartei gezogenen Grenzen hin- austreiben lassen, so daß sie selbst sowohl wie ihre Mim. ster in eine schwierige Lage gekommen sind, sobald sie genötigt waren, die Geschäfte der Regierung zu besor< gen. 3n der Zwischenzeit, seit der Vertagung des Reichs, tages, find von maßgebenden Mitgliedern der Sozialdemokratischen Partei Reden gehalten worden; es sind auch Anträge in Aussicht gestellt worden, die vom Zentrum unter- keinen Umständen ohne Bedenken hinge« nommen werden können. Hier muß eine gründliche Klärung erfolgen, ehe das Zentrum sich für eine Koalition entscheiden kann. Man kann wirklich dem Zentrum nicht zumuten, daß es den Wählern anderer Parteien zu ' Siebe eine Verantwortung übernimmt .die es sich selbst und seinen Wählern gegenüber zu tragen nicht in der Sage ist.
zösischm Regierung in der Frage der Marineklassi- sizierung gemachtes Zugeständnis der britischen Regierung die Aufgabe ihrer Opposition in der Frage der ausgebildeten Reserven ermöglichen würde."
Am Schluß wird gesagt, daß die zustimmende Antwort Japans und die ablehnenden Antworten Amerikas und Italiens gegenwärtig aufmerksam geprüft würden und eine Antwort zu gegebener Zeit erfolgen werde.
Italien und Reparationsfrage.
wtb. Rom, 23. Okt. (Eig. Funkm.). Wie Popolo d'Jtalia von maßgebender Seite erfährt, hat der Reparationsagent Parker Gilbert vor seinen kürzlichen Besprechungen über die Reparationsfrage Mussolini schriftlich mitgeteilt, daß er aus materiellen Gründen zu seinem Bedauern nicht nach Rom kommen könne und ihm seine Pläne dargelegt, sowie Mussolini über die Verhandlungen unterrichtet, die er zur Erreichung einer allseitigen Einigung anzubahnen beabsichtige. Parker Gilbert hatte erklärt, daß er die Mitarbeit Italiens lebhaft wünsche. Nach den ersten Besprechungen zwischen Poincare, Eurchill und Parker Gilbert richtete Cur. chill noch von Paris aus eine Kundgebung an Mussolini, worin er ihn über seine Unterredung unterrichtete und ihn um Mitteilung feiner Auffassung bat. Mussolini ernannte den Minister Pirelli zum Vertreter Italiens in dem Sachverständigenausschuß zur Lösung der Reparationsfrage. Pirelli wird die offiziellen Richtlinien Italiens darzulegen haben. Italien wird weiterhin in der zweckdienlichsten Weise daran Mitarbeiten, daß, wie Mussolini in seiner Rede im Senat am 5. Juni erklärte, im In- teresse der europäischen und der Weltwirtschaft das letzte Wort über dieses ernste Problem gesprochen wird.
* kein Wechsel des Leiters für die deutsch-polnischen Handesverkragsverhandlungen. Wie die Blätter erfahren, ist der Gedanke eines Wechsels des deutschen Verhandlungsleiters in den deutsch-polnischen Handelsvertragsverhandlungen an amtlicher Stelle nicht erwogen worden.
von der Mehrheit der vorbereitenden Kommission eingenommenen Haltung nur die Mitwirkung haben könnte, einen Fortschritt auf unbegrenzte Zeit zu verhindern. Schon im April 1927 hat der britische Vertreter in der Kommission, Viscount Cecil, deutlich ein Ausgeben des britischen Widerstandes gegen die Majoritälsanficht im Interesse der Einigung in Aussicht gestellt. Infolgedessen war man, als beide Regierungen sich in der Frage der Seeeinschränkung einem Kompromiß näherten, der Ansicht, daß der Prozeß der Einigung sehr erleichtert werden könne, wenn die französische Regierung formell verftändigt würde, daß ein von der fran-
Gestern brachte eine Anzahl von Blättern die aus der Westdeutschen Arbeiterzeitung kommende Nachricht, daß ich mein Amt als Vorsitzender der Zentrumspartei niedcrzulegen entschlossen sei. Diese Tatsache ist durchaus richtig. Ich habe in der letzten Sitzung des Reichsparteivorstandes die offizielle Mitteilung gemacht, daß ich mein Amt aus Gesundheitsrücksichten niederlege, die Geschäfte aber noch bis zum Partei-ag Anfang Dezember d. Js. führen werde. Diese Begründung ist leider durchaus richtig. Wenn aber gewisse -Blatter daran die Bemerkung knüpfen, daß ich aus pc>- lltischen Gründen zu meinem Entschluß gelangt sei, und zwar namentlich deshalb, weil ich mit meiner Ansicht, ws solle gegenüber dem Kabinett Müller Zu-
nickhaltung üben und auf eine weitergehende Bindung verzichten, nicht durchgedrungen sei, so ist das den Tat- h7f entfPrfcbenb. Ich kann hier in aller Otten- . ^,utTU.vluac. «twi ungen zinirag iji nocy niaji ao» öett feststellen, daß über das Verhalten des Zentrums I aeftimmt morden gegenüber der bestehenden Regierung keinerlei Mei- I 1 m h os,. - s.
nungsverschiedenheiten in der letzten Sitzung des Par- I . M tgliedern des Landerausschusses, die
teworstandes zutage getreten sind. Auch die führenden P.cr. chsrsglerung angehoren, hat nur Manner der Zentrumsfraktion des Reichstages sind, so- I Reichsiustizminister Dr. Koch in kurzen Ausführunweit ich hei den verschiedenen Verhandlungen habe fest- I gen Stellung genommen. Im übrigen hat die fteUcn können, vollständig einer Meinung. Das Ziel für Reichsregierung am ersten Tage der 'Beratungen XS™ ist, wie bei jeder Regierungsbildung oder zunächst einmal die Länder ausführlich zu Wort
Ä&5 tes-d-mu«!-«-->-«w»*. n»*. namenlüd, „IrtfWlid, »«» ,!«,»„-« unfi»ere JjMten S-S-nf-lti, zu Haren. Sus Steifen der Sage verträgt feine fortgesetzten Regierungskrisen. Das I Landervertretung wird aber versichert, daß gerade Zentrum kann sich das Zeugnis ausstellen, daß es noch I die Beratungen gezeigt Haden, wie kehr sich das niemals leichtsinnigerweise den Sturz einer Regierung j ganze Problem der Derwaltungs- und Dersassungs- herbeigefuhrt Hütte. Gerade für die großen, in den reform noch im Stadium der Vorberei. K^ieri^n°n,zu^rledlgendengewaltigen politischen tung befindet. Unter diesen Umständen wird da- Äch ber gegenmärtigen Zusammensetzung de^ReickK merhen" tages kann als eine starke, auf eine sichere Mehrheit des I sverden, die durch eine Entschlleßung der Gesamt» Reichstages sich stützende Koalition nur die sogen Große I tonferens den Aitttraa b^mrrmen. sich -"wichst pch- Koalition bezeichnet werden. Unbeschadet des Festhal- I mal in die einzelnen Probleme zu vertiefen. Man tens an diesem Ziele kann aber niemand vom Zen- I denkt z. B. an einen Ausschuß, der das Verhältnis trum verlangen, daß es sich irgendwie ohne die nötigen I Preußens zum Reich behandelt, an je einen
Ganz anders ist die Meinung des Vorsitzenden der demokratischen Reichstagsfraktion. Reichsjustizminister Koch sprach am gleichen Samstag nach- wtttag auf einer Berliner Tagung des Demokrati- twen Parteiausschusses folgendes zum gleichen,
. I „In einem Linksblatt (?) wird berichtet, daß
Koalition in der gegenwärtigen Form be- die Wahl Hugenberg nur mit 5 Stimmen Mehr-
< rsich, wie man das genannt hat, heft erfolgt sei. Diese Zahl ist unrichtig: es ist
deutunanicht von ausschlaggebender Be- ausgeschlossen, daß der Urheber dieser Nachricht und Regierung ist so stark, wie sie sich suhlt, 1 - ■ ' - 2 ..... ~ ~
manb berrm^“»1196 Regierung zu stürzen, wird nie- Parteien ,®‘ne vorherige Festlegung der
hat sich h„? 5!n weitschichtiges Regierungsprogramm erwiesen iobnih '^1 Koalitionen bisher als unmöglich
ihm völlig zurück. Erst ein neues System, dann die alte Polltik. So ist Hugenbergs klare Meinung. Der von ihm in seiner Presse so sehr gehätschelte italienische Faschismus hat ihm in dieser Hinsicht das praktische Beispiel gegeben.
Man sehe sich also vor, daß wenn der Reichs- kag demnächst wieder zusammentritt, er nicht gleich wieder vor neue Regierungsschwierigkeiten gestellt wird. Die Bahn für die Befestigung des gegenwärtigen Kabinetts ist noch nicht frei. Es bestehen vor allem noch Meinungsverschiedenheiten über das Maß der Freiheiten, die die beteiligten Koalitionsparteien innerhalb der Koalition für sich in Anspruch nehmen dürfen. Die Zentrumsfraktion legt Wert darauf, daß die Koali- tion eine möglichst geschlossene ist, daß die in ihr gesammelten Parteien möglichst einheitlich nämlich als die führende Mehrheit im varlamentarischen rungen mit wechselnder Zusammenstellung sein Sinne dieses Wortes austreten. Sie will ein Höchst- werden, immer wieder jedem nachfolgenden' Kabi- maß von gegenseitiger Loyalität und Verpflichtung nett öie lästige Erbschaft eines Voraufgegangenen 3n diesem Sinne schrieb die „Germania" am letz- I öuweist, weil nämlich die mittleren Parteien so- ten Samstag nachmittag (490): I wohl die alte wie die neue Politik mitmachen.
„Man wird uns zugeben, daß es bor allen Dingen I Eine solche Erbschaft ist gerade die ^an3et^reu- annmiA T” lchon als zerfrage. An solchen Erbschaften findet auch die u machet F-L wäre nach m!sere7 ssu"? §?^nseiLwe Loyalität innerhalb einer Koaolition, oberste Prinzip. Diese Dauerhaftigkeit ist »7- m.r lie unbedingt gefordert werden mutz, enic gewisse garantiert, wenn matt sich über schwierige Frag«» i,nr Grenze. Eine Grenze allerdings auch, welche die her einig wird. Wir sprechen jetzt nicht f0* fe'nt ‘ I moralische Autorität des parlamentarischen Betriebs einem bis in alle Einzelheiten gehe>tden Programm sehr hart anschneidet. Es ist notwendig, dieses
Q^,manr(4'inaf9imP hei Problem ganz klar zu sehen und auch zu lösen,
ves <jemrums icyemi uns oct Der gmnDiatzlichen bereif I ftfiaft bic gerade wir wiederholt deutlich zum Ausdnuk I Ein lustiaer Streif,
gebracht haben, um so natürlicher, als Kontraben"-» I ia auch die Sozialdemokratie und die Deut-che Volks I Rach einer Mitteilung des I u n g d e u t s ch e n, Partei sind." 'L<'- * I wonach die Wahl Hugenbergs zum deutschnationa-
Jn Paris ist in einem sogenannten Blaubuch, in London in einem Weißbuch (die Namen rühren von den Farben der Umschläge der Bücher her» die Verösfenllichung ü e: das F ottenkompwmiß ersolgt. Das englische Weißbuch umfaßt etwa 45—50 Seiten und enthält nicht nur dm Schriftwechsel zwischen der.britischen und der ftanzösischen Regierung, sondern auch die darauf bezüglichen Telegramme und Protokollauszüge aus den Sitzungen des vor- fammen zu schließen, das heißt, die fetzt bestehende I jjer Abrüstung zu See und zu Lande wegen der Regierungskombination zu einer Koal111on zu I großen Meinungsverschiedenheit zwischen der bri- erweltern und zu befestigen. Es liegt auf der I tischen und der ftanzösischen Regierung über funda- Hand, ie häufiger m der nächsten Zeit die Regie- mentale Fragen auf den toten Punkt gelangte, rungspolitik von inneren Krisen heimgesucht wird I (5ie werden ferner darlegen, wie mit voller Kennt- nöer je häufiger es Hugenberg gelingt, durch rein „iS und Billigung des Ausschusses die Erörterun- taktifches Manöver die Regierungsparteien in gen zwischen dm Sachverständigen und gewissm krttlsche Situationen zu versetzen, dieser an Autori- I Regierungen und Regierungsgruppm fortgeführt tat und Einfluß bei der Masse der Wähler ge- wurden. Aus dem Inhalt des'Schriftwechsels zwi- winnen muß. Je undichter die bestehende Regie- I schm Großbritannien und Frankreich wird ersichtlich, rmngsgememschaft sich darstellt, um so größer sind I daß die Unterstellung eines politischen Cinver- Sie Ehancen für die Hugenberg'schm Fronde. Dar- ständnisses oder eines geheimen der Oeffmtlichkeit über hinaus werden alle Demokraten, denen an I nicht zugänglichen Abkommens zwischen dm beidm »er Erhaltung des parlamentarischen Systems ge- I Ländern unbegründet ist.
legen ist, sich es sehr angelegen sein lassen muffen, I Aus dem Inhalt des englischen Weißbuches zum die Funktionsfähigkeit unseres Parlamentarismus I Flottenkompromiß ist noch zu erwähnen: Am 10. zu entwickeln, das heißt, die Parteien so zu erzie- 1 August sandte Lord Cushendun an dieWashing- h e n, daß feste Mehrheitsbildungen mit zielbewuß- I toner Botschaft ein langes Telegramm mit der ter politischer Initiative ermöglicht werden und Be- I Weisung, es dem Staatssekretär Kellogg sobald stand behalten. Es wäre nämlich leichtsinnig, anzu- i wie möglich vorzulegm. Es beginnt mit der Benehmen, daß die Hugenberg'sche Intransingenz sehr I merkung, in Washington scheine bezüglich der ge- bald Schiffbruch erleiden würde. Es wäre leicht- I nauen Reichweite und des Zieles der engkisch-fran- finnig zu hoffen, daß etwa das Fehlschlagen des zösischen Marmevorschläge eine gewisse irrtümliche Stahlhelm - Volksbegehren, das bekanntlich von Auffassung zu bestehen. Es wird betont, daß die Hugenberg mit all den Propagandamitteln, die Vereinbarung durchaus kein Vertrag sei und auch ihm zur Verfügung stehen, unterstützt wird, ein keinen bindmdm Charakter habe, wenn sie nicht Fiasko seiner grundsätzlichen Opposition ohne wei- Mr Unterzeichnung einer Konvention in Genf führe, teres in sich schließen würde. 3m Gegenteil hängt Erne vorzeftlge Veröffentllchung der Einzelheiten der Einfluß dieses neuen deutschnationalen Par- I der Vorschläge könnte nur schädlich sein. Die Auf- teiführers gänzlich davon ab, ob unser Parla- faMng, daß em Tauschhandel vorliege, beruhe auch mentarisrnus gut oder schlecht funktio- I auf emern Mlßverständnisie.
niert Denn er will ja gerade den praktischen Be- I .Lord Cushmdun spricht die Ueberzeugung aus, tniis dafür antreten, daß der Parlamentarismus I daß durch diese Vereinbarung kein amerikaniisches kn sich unfähig ift, eine wirklich zielbewußte, I ^n^resse gefährdet werde und daß eine nicht ganz
entschlossene, reibungslose und planvolle politische I bindende Vereinbarung besser sei als gar keine.
Führung zu gewährleisten. Hinter dieser Zielset- I Dm Abschluß des Weißbuches bildet eine Zirkular-
zung treten vorläufig die Momente der sozialen depesche Lord Cushenduns an die britischen Ver-
Reaktion und der monarchischen Restauration bei I ^eter in den Hauptstädten aller Länder, die in .........- - - - - der vorbereitenden Kommission der Abrüstungskonferenz vertreten sind. Darin wird ihnm zur Jnsor- mation und als Richtlinie eine Zusammenfassung der bisherigen Erörterungen der gamm Frage gegeben. U. a. heißt es: Daß die btstische Regierung bisher von einer Veröffentlichung abgesehm Hatz war z. T. auf ihren dringenden Wunsch zurück- zufuhrm, die anderen beteiligten Regierungm nicht durch etwas in Verlegenheit zu setzen, was als Versuch, einen Druck auf sie auszuübm. hätte betrachtet werden könnm, z. T. auf ihre Abneigung, nod» nicht beendete Korrespondenz über eine schwierige Frage zu verössmtlichm.
Ueber die Frage der ans gebildet en Reserven wird gesagt, die britische Regierung habe beständig eine Auffassung vertreten, die der Auf-