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Nachmittags um 2 Uhr riefen die Glocken zur Fest­andacht, an der viele Katholiken der weiteren und nä­heren Umgebung teilnahmen — ein schönes Zeichen für den treuen Zusammenhalt der Diasporakatholiken.

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Jubiläum der Diasporagemeinde Neustadl (Otla).

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Wie das deutsche Konsulat in Neapel telegra­phiert, ist der Reichsbahnrat Deipser aus B a o Salzungen tödlich verunglückt. Er befand stch auf seiner Ferienreise in Italien.

Stimmung und. Heiterkeit in Ihrem Heim...

zugleich ein Volksfest. Eine Mainzer Dichterin hat sicher allen aus dem Herzen gesprochen, wenn sie singt:

„Nun ist der Bau vollendet, er steht im Festgewand, Ihn grüßen unserer Lieder Jubelweisen, Er fordert laut uns auf, den Herrn zu preisen. Hör uns, ganz Deutschland, das so treu uns half! Rauscht auf, ihr Rheinessluten, tragt die Freudenkunde Weit über Berg und Meer nach Ost und Süd, Wo immer noch ein Herz in Heimatliebe glüht. Erstanden ist der Dom in herrlichem Gewand. Jetzt schaut er wieder hoheitsvoll ins deutsche Land. Nun höre mich und nimm, du stolzer Dom, Den Glückwunsch, zur Vollendung dir geweiht, Du hohe Brücke zwischen Rhein und Rom, Du unser Zeiger nach der Ewigkeit.

(Nun stehe hoch und treu wie vordem tausend Jahr', Daß Gott bchüte uns in jeglicher Gefahr."

Dr. K A. L.

,uch ein Wahrzeichen des völkerverbindenden und oölkerversöhnenden Geistes sein tollte. Das Schluß­wort sprach der aus Anlaß des Festes zum päpst­lichen Thronassistenten ernannte Bischof von Mainz, Dr. LudwigMariaHugo. dessen Namen der Tag und das an ihm gefeierte Werk geschichtlich verewigen. Er dankte allen, die zum guten Gelin­gen des schwierigen Unternehmens mitgeholfen haben.

Die akademische Feier im Kurfürsllichen Schloß hatte sich länger ausgedehnt, als vorgesehen war. Mit einer Stunde Verspätung begann um 7 Uhr die Festvers ammlung in der Stadthalle. Ein prachtvoller Saal, mit Wappenschildern an den Wänden, darunter auch dem Fuldaer, geschmückt, mit einer gewaltigen Menschenmenge gefüllt, nimmt uns auf. Nach einem gedankenreichen Prolog von Professor Faustmann, sprach Domkapitular Lenhart in seiner geistvollen und markigen Art Worte der Begrüßung und gab seiner Freude Aus­druck über die Auferstehung der Kathedrale, da sie nach der glücklichen Hellung ihres Leibes durch die feierliche Weihe der Altäre und durch die Darbringung des hl. Opfers an diesem Tage auch die Seele töte» dererhalten habe. Nachdem er geendet hatte, er­griff das Wort der väpstliche Nuntius, von der Versammlung mit stürmischem Jubel empfan­gen Nach seinem Gruß und Glückwunsch wies er hin auf die bedeutungsvolle Geschichte des gol­denen Mainz. „Selten hatte ich in deutschen Lan­den so wie hier das Gefühl, auf einem Boden zu stehen, der durch Line große Vergangenheit gehet-

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Umgebung. *

JUH der von Frl. Elisabeth B a ck e r mit eindrucksvoller Betonung vorgetragen wurde. Der H o ch w. Her r B i- ickoi hatte der Jubelgemeinde huldvoll ein herzliche, Glückwunschschreiben zugehen lassen, das mit arofter Freude ausgenommen wurde. Auch die früheren Seelsorger der Gemeinde: Herr Dechant Braun-Hanau, der hochverdiente Gründer, Herr Pfarrer Simon-Bremen, der Gründer der Schule, Herr Pfarrer Hüber-Hattenhof und Herr Pfarrer Krah-Kassel b. Gelnhausen und fru- Here Lehrkräfte, die alle mit Liebe, unter zahllosen Up- fern und Ueberwindungen die junge Pflanzung gepflegt, hatten in herzlichen Schreiben und Glückwunschtelegram­men der Jubilarin gedacht. Die anwesenden GeisMchen aus Gera, Jena, Pößneck, Rudolstadt, Saalfeld, Weida und Weimar übermittelten ihre Grüße und Wünsche auch im Namen ihrer Gemeinden. Außerdem lagen noch Glück­wünsche vor von Apolda, Arnstadt und Jlmenam Nach herzlichen Dankesworten unseres hochw. Herrn Pfarrers Wieder schloß die erhebende Festversammlung am Nach­mittag.

Am Abend kam die Fröhlichkeit und die heitere Ge- selligkeit auf ihre Rechnung. Zwei zugkräftige Theater- stücke, die von Herrn Kaufmann Alex Andres mit gro­ßem Eifer eingeübt waren und gut gespielt wurden, hielten die Anwesenden noch stundenlang in froher Fest­stimmung. Die Jubiläumsfeier ist vorüber. Manch schh» ner und guter Wunsch wurde der Jubelgemeinde für em ferneres Wachsen, Blühen und Gedeihen ausgesprochen. Mögen die kommenden Jahre und Jahrzehnte die Erfül­lung bringen. ■ ,

Hoch immer keine Lösung der thüringischen Regierungskrise.

Die Verhandlungen der Koalitionsparteien am Donnerstag verliefen abermals ohne Ergebnis. Die Beauftragten der Fraktionen werden nunmehr nochmals" Rücksprache nehmen, um dann in der kommenden Woche weiter zu verhandeln. Der Un­terhändler Bauer hat noä) keinen Entschluß dar­über gefaßt, ob er dem Präsidenten nunmehr eine Ministerliste vorlegt, um eine Entscheidung durch ; den Landtag herbeizuführen.

ligt ist. Seit den Zeiten des Imperiums war i Mainz, das die Sänger des Mittelalters ob seiner schimmernden Pracht das goldene nannten, ein Brennpunkt abendländischen Kulturlebens. Es darf sich rühmen, die Säkulargestalt eines Bonifatius, des Organisators und Metropoliten der Kirche im Frrnkenreich, unter seine Oberhirten Zu zahlen. Dessen kraftvolle Nachfolger auf dem Mainzer Crz. bischofsstuhle, die Herren und Hüter des Martins- domes, lenkten später als Erzkanzler per Ger- maniam weit über ein halbes Jahrtausend des Rei­ches Geschicke. Nicht zufrieden in ihren wehrest' ten Mauern reges, geistiges Leben, em aufstreben, des, wohlhabendes Bürgertum zu bergen, in ihrem Gebiete glänzende Hoftage und politisch bedeutsame Reichsversammlungen zu sehen, m ihrer ganzen Geschichte die des Reiches wtderzufptegeln, hat die mächtige Bischofsstadt durch die weltbewegende Tat der Erfindung der Buchdruckerkunst ihren Namen in das weite Erdenrund h'nausgetragen. Als ich heute durch den hohen Dom schritt, da sprach aus ihm, aus ferner vielgestaltigen und doch harmonisch wirkenden Architektur, aus den köst­lichen Kunstschöpfungen, die die Jahrhunderte n ihm angehäuft haben, tue Vergangenheit der Stadt und des Reiches zu meinem Herzen. Und ich emp­fand die ganze Größe des Verlustes, der mrtdem Untergang eines solchen Meisterwerkes Deutschland und die Kulturwelt in berechtigte Trauer versetzt haben würde. Ihrem Wagemut und der Hoch­herzigkeit der Gönner danken wir es, daß wir heute nicht an einem Grabe stehen, sondern freudig Auf- erstehung feiern." In pietätsvoller Weise gedachte Exzellenz Pacelli der großen Mainzer des 19. Jahrhunderts, eines Moufang. Heinrich, Haffner und vor allem des Bischofs Ketteler, den er fein charakterisierte in seinem demütigen Gehorsam, in seinem sozialen Denken und Wirken und in seiner übernatürlichen Gesinnung. Er schloß mit den Wor­ten: „Das Kleinod Ihrer Stadt, das Erbe einer glaubensstarken Vergangenheit ist durch Ihre Tat­kraft und Ihren Opfersinn vor dem Schicksal be- wahrt worden, dem kommenden Geschlechte als Ruine überantwortet zu werden. Sie haben es, um mit Ihrem großen Dichter zu reden, „erwor­ben, um es zu besitzen." In neuer Maiestat und Schönheit steht es heute da, allen zur Freude und jenen zur Ehre, denen dieses Werk der Erneuerung seine Durchführung verdankt. Sorgen Sie dafür, daß auch der geistige Gottestempel lebendigen und taksrohen Glaubens, das heilige Erbe der Vater und Führer der Mainzer Kirche, in neuer Schön­heit und Jugend, den Stürmen und Wettern der Zeiten trotzend, erstrahle — zum Wohle ihrer Stadt, zuni Heil Ihrer Diözese und Ihres ganzen Volkes^ m ..

Mit nicht endenwollendem Beifall wurde die Ansprache des Apostolischen Nuntius aufgenom­men. Nach ihm hielt der Freiburger Domkapitular Dr. Gröber eine inhaltreiche Festrede über die Geschichte des Domes und seine Bedeutung für das christliche Leben. Der Oberhirte der Mainzer Diözese wußte in seinem packenden Schlußwort den rechten Ton zu treffen und fand in der Versamm­lung einen freudigen Widerhall.

Erlesene musikalische und gesangliche Darbie­tungen hatten schon die verschiedenen Ansprachen und Reden umrahmt. Sie wurden gekrönt durch den Vortrag des „Te Deum" von Tinel für sechs- stimmigen gemischten Ehor mit Orchester durch die 600 Mitglieder der Vereinigten Kirchenchöre von Mainz und Umgebung unter der Leitung des geist­lichen Domkapellmeisters Vogt. Es machte euren

geradezu überwältigenden Eindruck und bedeutete ein würdiges Finale der Festversammlung.

Als wir die Stadthalle verließen, sahen wir eine vieltausendköpfige Volksmenge am Ufer des Rheins, die sich das angekündigte „Brillant- Feuerwerk" betrachten wollte. Es ist, nach dem Programm zu schließen, sicher etwas ganz Großartiges gewesen. Wir hatten aber genug an den Erlebnissen des Tages und begnügten uns da- mit, noch einmal den majestätisch zum Himmel em­porragenden beleuchteten Westturm des Domes zu betrachten. .

Es war ein herrliches, durch keinen Unfall und Mißton getrübtes Fest, das wir mitzufeiern die Freude und Gnade hatten. Ein Kirchenfest und

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Am vergangenen Sonntag feierte die kath. Gemeinde Neustadt (Drta) ihr 25jähriges Bestehen. Feststimmung wurde am Vorabend des Jubeltages ge­weckt durch das feierliche Geläute unserer neuen Glocken, und die wehenden Fahnen vor der Kirche verkündeten der Stadt: die kath. Mitbürger haben einen Festtag. Viele fleißige Hände hatten das Innere der Kirche sinnig mit Blumen und Kränzen geschmückt. Am Morgen des Festtages empfing in der Frühmesse eine stattliche An­zahl der Gemeindemitglieder die hl. Kommunion. Der feierliche Gottesdienst um 10 Uhr hatte die Kirche mit Gläubigen gefüllt. Das Hochamt wurde zelebriert von unserem jetzigen Seelsorger, dem hochw. Herrn Pfr. Wieder unter Assistenz der hochw. Herren Pfr. D. Dr. Burk, Pößneck und des Jesuitenpaters Casper, Du,- seldorf. Der Festprediger P. Casper zog einen treff­lichen Vergleich zwischen der opferfreudigen Arbeit des auserwählten Volkes beim Wiederaufbau des Tempels und unserer Ausgabe als Dtasporakatholiken. Am Schluß der begeisternden Festprediat erklang das Lied: „Fest soll mein Taufbund immer stehn." Während des Hoch­amtes sangen die vereinigten Kirchenchöre Neustadt (Orla) —Saalfeld die Salve-Regina-Messe von Stehle und das „Ave verum" von Mozart. Herr Eisenbahnoberinspektor Fi s ch e r-Saalfeld dirigierte und sein Sohn, Herr Bank­beamter Fische r=s!" *"’t

unserem Orgelharmonium. Die Jubelstimmung kam burd) das Tedeum am Schlüsse des Gottesdienstes zum beson-

Die weltliche Feier fand statt im festlich ge­schmückten Saale von Böttchers Hotel. Nach dem von der hiesigen städtischen Musikkapelle gespielten Einlei- tungsmarsch aus der Oper „Der Prophet" von Meyer- beer hieß unser hochw. Herr Pfarrer Wieder die Erschie­nenen herzlich willkommen und gab einen kurzen Be­richt über die Entstehung und Entwicklung der Jubel­gemeinde. Im Mittelpunkt der Feier stand die Fest­rede des hochw. Herrn Pfarrers Reinhard-Jena. Er sprach über seine Eindrücke beim Deutschen Katholiken- tag in Magdeburg, über kath. Aktion und Diasporakatho- liken. Mit großem Beifall wurden die herrlichen Aus­führungen des Festredners ausgenommen. Stimmungs- volle vierstimmige Lieder, wie „Lob Gottes", „Hört ihr nicht das Glöcklein schallen", „Abendglöcklein", Heim­kehr" und passende Musikstücke umrahmten die packende Rede. Der zweite Teil des Festprogramms galt unseren neuen Glocken. Darauf nahm auch der Fcstprolog Be-

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