von außerhalb der Zentrumspartet stehenden Krel- I sen Dr. Brauns, Esser und Joos genannt, sicherlich die tüchtigsten Männer. Die Wahl des Parteiführers steht aber bekanntlich nicht den gegnerischen Blättern, sondern dem im Dezember stattfindenden Parteitag der deutschen Zen - t r u m s p a r t e i zu. Bemerkt sei noch, daß Dr. Marx, wenn es tatsächlich zu seinem sehr zu bedauernden Rücktritt kommen würde, sich in erhöhtem Umfang der unmittelbaren Parteitätig- zu widmen entschlossen ist.
Deutschnationalen Verhandlungen.
Freitagnachmittag haben Vorbesprechungen zu der Tagung der deutschnationalen Parteivertretung stattgesunden. Es scheint, so erklärt die „Deutsche Tageszeitung", daß bei diesen Erörterungen der Gedanke eines Parteidirektoriums in irgend einer Form an Boden gewonnen hat. Jedoch handelt es sich nur um unverbindliche Besprechungen. Zur Personalfrage bemerkt das Blatt, daß sehr beträchtliche Parteikreise entscheidenden Wert darauf legen, daß bei einem Eintritt des Geheimrat Hilgenberg in den engeren Parteivorstand auch der Verkehrsminister im letzten Kabinett D r. Koch (bekanntlich ein Gewerkschaftsführers in gleicher Weise an der Parteiführung beteiligt wird.
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, VDA. Berlin, 20. Okt. (Eig. Funkm.). Im Reichstag trat heute vormittag der deutschna^'o- nale Parteivorstand zusammen, um in einer Vorerörterung zu den Problemen Stellung zu nehmen, die die deutschnationale Parteivertretung heute nachmittag und morgen in ihren Beratungen beschäftigen werden. Wie das Nachrichtenbüro des VDA. hört, ist die in der Oeftentlickkeit aufgestellte Behauptung, daß Graf Westarp seinen Rücktritt vom Amte des Parteivorsitzenden erklären wolle, unrichtig. Der Meinungsstreit über dir Frage des Parteivorstandes und des Fraktionssitzes fei absolut noch nicht geklärt.
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Wie das Nachrichtenbüro des VDA. weiter meldet, tagte auch der Steuerausschuß der Wwt- schaftspartei im Reichstag unter Vorsitz des sächsischen Finanzministers Weber, um Richtlinien für Reformvorschläge der Partei zum Steuerwesen zu beraten. An diesen Besprechungen nahmen nicht nur Abgeordnete des Reichstages Und der Ländsr- parlam., sondern auch Vertreter der Spitzenverire- ter der Mittelstandsorganisationen teil, ü. a. vom Reichsverband des deutschen Handwerks, vom Eilsenhandel und vom Haus- und Grundbesitz. Die zu beschließenden Richtlinien sollen die Grundlage für einen Initiativantrag der Wirtschaftspartei bilden, der demnächst im Reichstag eingebracht wird. — Auch diese Beratungen werden am Sonntag erst ihren Abschluß finden.
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V. D. Z. Berlin, 20. Okt. (Eig. Funkm.). Wie bas Nachrichtenbüro des V. D. Z. meldet, trat heute vormittag in den Räumen der Gesellschaft der Freunde in Berlin der Parteivorstand der deutschen demokratischen Partei zusammen, um die Tagesordnung für die nachmittags beginnende und auch während des ganzen Sonntags .durchzuführende Sitzung des Reichsparieiausschusses der Demokraten vorzubereiten. Als offizieller Tagesordnungspunkt für diese Zusammenkunft ist nur ein Referat des Parteivorsitzenden und Reichsjustizmmisters Koch-Weser über die politische Lage vorgesehen. Es soll aber den zahlreich versammelten Vertrauensleuten der Partei aus dem ganzen Reiche ausgiebige Gelegenheit für eine gründliche und rückhaltlose Diskussion über die Lage der Partei gegeben werden.
* Der Reichspräsident und der Reichskanzler empfingen am Samstag vormittag den deutschen Gesandten in Athen, Renner. Der Reichspräsident empfing ferner den deutschen Gesandten in Kairo, Dr. von Stohrer.
* Pacellis Dank an Hessen. Nuntius Pacelli hat sür die liebenswürdige Aufnahme in Hessen dem Staatspräsidenten Adelung und dem gesamten
Richt teurer! über besser!
Don Diplom-Optiker Sauerborn. Denk an
Nachdruck verboten. Deine Augen!
Ein Qualitätserzeugnis kann leicht den Eindruck eines zu hohen Preises Hervorrufen. Aus dem gleichen Grund kommt ein Geschäft, das auf Qualitätsarbeit eingestellt ist, leicht in den Ruf, besonders teuer zu sein.
Diese Meinung besteht ganz zu Unrecht und ist auch meistens nur im Anfang vorhanden. Die Zeit bewährt sich hier als guter Lehrmeister, denn es zeigt sich bald zu deutlich, daß die Qualitätsware eine ganz andere Lebensdauer hat, wie ein minderwertiges, scheinbar billiges Erzeugnis. Dieses gilt in besonderem Maße für Augengläser-Fassungen.
gerbst In Gelnhausen.
Die Herbstsonne steht wärmend über dem Kinzigtal. In den Wäldern des Spessarts und Vogelsberges färbt sich das Laub. Rot glüht der wilde Wein durchleuchtet von Sonne. Mit dem Rotsandstein an Kaiserpfalz und Marienkirche fließt die Farbe der Herbstbläüer und des Steinbruchs am Berghang zu einer Einheit in Rot zusammen. In blaugrünen Tönen verschwimmen Landschaft und Himmel. 'Der Herbst, das ist die rechte Zeit zu einer Fahrt nach Gelnhausen.
Beherrschend steht der Dom inmitten der terassen'ör- mig ansteigenden Stadt, die umgürtet ist von dem alten, fast vollständig erhaltenen Bering und geschützt durch sieben Türme und Tore Der Dom, die M a r i e n- kirche, gehört zu den Kostbarkeiten deutscher mittelalterlicher Baukunst. In ihrer letzten Gesamtplanung dem ersten Drittel des 13. Jahrhunderts entstammend, erfährt sie durch einen der ersten — neben den Straßburger Meistern Rudolf und Erwin — mit Namen bekannten Architekten, den Meister Vingerhut, jene Rhythmpsierung, die ihr das charakteristische Gepräge gibt: die Enastellung von Vierungsturm und Hahnen- türmen, die im Verein mit Ostchor das starke Gegengewicht zu Langhaus und den wuchtigen Westturm zeitigt. Eine Sparsamkeit und Zurückhaltung in architektonischen Einzelteilen und äußeren Sckmuckformen steht im Gegensatz zu dem llederreichtum hoch- und spätgori- scher Kircken. Ein kpieleri'ches Element bringt die z>er- tiche Zwerggalerie, die zugleich die verwandtsckciftlichen Beziehungen zu den rheinischen Kirchen aufnimmt.
Von der kreuzförmig-basilikalen Anlage gehören Westturm und Lanobaus zur ersten Bauperiode. Der um 1230 anietzende Meister Hemrick Vingerhut haste in den Bauhütten am Mittelrhein und in Burgund gelernt. In ihm verbinden sich germanische Geruhsamkeit und romanische Beweglickkeit der künstlerischen Tempe- lamente zu glücklicher Einheit. Noch ist die Behandlung von Baumasse und breiter unaufgelöster Wandfläche romanüch, ebenso Komposition und Technik der ^-chit»kM-rpgU>p ahar in UL» Stuften» und Jv von bekam»
hessischen Volk telegraphisch seinen Dank ausgesprochen. -
Die Rheinlandordonnanzen.
Die in den letzten Monaten von der Reichsregierung mit der Interalliierten Rheinlandkom- mifsion geführten Verhandlungen über die Aufhebung und Aendemng der sogenannten Ordonnanzen haben, wie der „Vorwärts" meldet, zu keinem Ergebnis geführt. Besonders lästig wird ht den besetzten Gebieten der noch immer bestehende Zwang empfunden, Transportzeug und Pferde jederzeit zur Verfügung der fremden Heeresbehör- den zu halten. Alle Versuche, eine Milderung in dieser Beziehung zu erreichen, waren bisher vergeblich. Ebenso weigert sich die Besatzungsbehörde, für Flur- und sonstige Schäden, die der Bevölkerung bei bett Hebungen der Truppenverbände entstehen, angemessene Entschädigungen zu zahlen.
Der Weifenschatz.
Wie die „Braunschweigische Landeszeitung" von zuständiger Stelle erfährt, lehnt der frühere Herzog von Braunschweig den von der preußischen Staatsregierung durch die Presse gemachten Vorschlag, die 12 wertvollsten Stücke des' Welfenschatzes gegen vier Millionen Mark abzutreten, ab und zwar, „weil der Herzog sich einer Zerreißung des in seiner Geschlossenheit einzigartigen Kunstdenkmals wider
setzt" und „weil ihm verbindliche Kaufs n- geböte vorliegen, die für den gesamten Schatz Kaufsummen nennen, die den von der preußischen Regierung genannten Preis um ein Vielfaches überfteigen."
Das Volk muß aus dieser Stellungnahme des Herzogs einen merkwürdigen Begriff von dem erhalten, was ein solcher früherer Herrscher unter „Patriotismus" und unter „Hingabe an das Vaterland" versteht Er hält den für den richtigen Käufer, der das meiste bietet und aus Furcht davor, „den Schatz zu zerstückeln", rechnet er damit, ihn nach Amerika zu verkaufen. Daß der monarchische Gedanke angesichts solcher Erscheinungen auch durch den Geheimrat Hugenberg mit seinem Berliner Lokalanzeiger nicht zu retten ist, leuchtet ein.
Kntimilrtarisierung in Frankreich.
rotb. Paris, 20 .Oft. (Eig. Funkm.). Havas meldet aus Troyes: Die von der kommunistischen Partei für gestern angefetzte Kundgebung, um gegen die Varurteilung eines verantwortlichen Redakteurs wegen Aufreizung von Mi- titärperfonen zum Ungehorsam zu protestieren, war von der Polizei verboten worden. Da die Kommunisten trotz dieses Verbotes demonstrierten, griff die Polizei' in Stärke von 200 Mann ein und zerstreute die Manifestanten, wobei es zu einem Zusammenstoß kam, in dessen Verlauf 12 Personen verhaftet wurden.
Begebenheiten aus aller Welt.
Der Gladbecker Mord.
In dem Essener Hußmann-Prozeß wurde am Freitag nach der Pause die Mutter des ermordeten Danbevernommen. Sie hat in der Mordnacht um %4 Uhr dreimal Hilfe rufen hören. Später hörte sie jemand in strammem Schritt fortgehen. Der Angeklagte sagte hierzu aus, Frau Daube habe ihm am Morgen nach dem Morde gesagt, es sei jemand um das Haus gelaufen. Er wollte damit sagen, daß Daube verfolgt worden sei. Fran Daube erklärte aufs Bestimmteste, so etwas nicht gesagt zu haben. Weiter bekundete sie: Hußmann sagte zu mir: „Ich bin schuld, ich hätte Helmuth nicht allein gehen lasten dürfen". Nach der ersten Vernehmung hat Hußmann ganz erschüttert zu mir gesagt: „Nun soll ich es getan haben, weil ich Blut an meinem Schuh gehabt habe". Ich sagte ihm, daß ich an seine Unschuld glaube. Er sagte zu mir: „Dafür danke ich Ihnen mein Leben lang". Für Helmuth hat Hußmann kein Wort des Bedauerns oder der Teilnahme gehabt.
Aus den Verhandlungen am Freitag sind noch die Aussagen der beiden Hausangestellten hervorzuheben, die bei Kleiböhmers, den Pflegeeltern Hußmanns, beschäftigt sind. Beide erklären, daß im ganzen Hause niemand wahrgenommen hat, wann Hußmann nach Hause gekommen ist. Die Dr. Luther gegenüber gemachten Angaben, es sei bis 4 Uhr gewesen, beruhen nicht aus persönlichen Wahrnehmungen. Beide erklären auch, daß sie in keiner Weise beeinflußt worden seien.
Zum Schluß wird Rektor Kleiböhmer, der Pflegevater Hußmanns, vernommen. Er sagt eingehend über die Vorgänge am Mordtage aus, u. a., daß er bei der Verhaftung Hußmanns zu den Beamten gesagt habe, der Junge solle sich doch erst waschen. Er habe noch das Nachthemd angehabt und eine Arbeitshose und einen Rock darüber und sei noch ungewaschen gewesen. Die Hände waren noch schmutzig. Hußmann habe ihm gesagt: ,Zch bin unschuldig." Er habe unter Tränen von seiner Frau Abschied genommen. Bezüglich des Mesters wird der Zeuge direkt gefragt, ob er das Mester in dem Garten habe liegen lasten, weil ihm diese Tat zugeschoben wird. Der Zeuge sagt ohne Zögern unter Eid aus, daß das Mester nicht auf seine Veranlassung dahingelegt worden sei.
Der Vorsitzende erklärte dann die Beweisaufnahme für beendet und beraumt den Lokaltermin für Samstag vormittag um 9 Uhr nach Gladbeck an.
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Die Buer'sche Zeitung veröffentlicht eine Nachricht in der Angelegenheit der noch ungeklärten Herkunft der bei Hußmann gefundenen Blutstropfen. Darnach wurde gleichzeitig mit der Keilknsipe der Burschenschaftler in einem Saal desselben Hotels ein Abiturientenkommers abgehalten, an dem Hußmann vorübergehend teilnahm. Bei einem Schlag mit einem
Von entscheidendem Einfluß für den Brillenträger ist natürlich die Qualität und die Nummer des Glases, und es dürfte allgemein die Feststellung interessieren, daß es Gläser von 1 Mk. bis 80 Mk. pro Stück je nach Nummer und Qualität gibt. Die ganz teuren Gläser kommen zwar höchst selten vor, aber man sieht daraus, wie unterschiedlich der Preis für ein Augenglas allein durch die Gläser sein kann. Alle Qualitötsgläser sind zudem Markengläser, das heißt, der Preis wird nicht vom Optiker, sondern von der Herstellerfirma errechnet und vorgeschrieben. Der Optiker erhält darauf seinen Rabatt, wie dieses bei allen Markenartikeln üblich ist.
Der wichtigste Faktor beim Kauf eines Augenglases ist die Anpassung. Ein nach neuzeitlichen Richtlinien eingerichtetes optisches Spezial-Geschäft fertigt jede Brille einzeln an, genau passend für die Gesichtsform und
tion von Kreuzarmen, Kuppel und Ostchor meldet sich jene „romanisierende Frühgotik", deren Vermittler für das untere Maingebiet unser Meister Vingerhut nur. Kapitelle und Konsolen vereinigen romanische und früh- gotische Formelemente zu künstlerisch lebensvoller und technisch virtuoser Vollendung. Die stilistisch noch durchaus romanischen Bogenfelder, mit Reliefplastiken geschmückt, sind noch starrer in Struktur des Körperlichen und der Gewandbehandlung Äs die zeitgenössischen Miniaturen und Elfenbeinplastiken; jedoch von köstlicher Feinheit sind das Rankenwerk in der Archivolte unb_bie Kapitelle der Säulen am Gewände des Nord- und Südportals. Die Portaldachung wird durch einen Treppengiebel mit Nischen gegliedert. An ihnen gleitet der Blick hinauf zu den acht Wänden des Vierungsturms, die neben 8 dreigekuppelten Fenstern des Obergeschosses noch eine gleiche Serie zweigekuppelter in den Dreieckgiebeln auftneifen. Auch hier gesteigerter Rhythmus.
Die Gesamtwirkung des Innern präsentiert sich am vorteilhaftesten, wenn man die Kirche durch den Vorraum im Untergeschoß des Westturms betritt: bei langsamem Durchsckreiten des LanghaUtes wird die Bedeutung der Vierung als konstruktives und rhythmisches Raumelement fühlbar; leicht und mühelos tragen d'e Dienste und Rippen in ihr die Wölhung in den Sie- rungsturm hinein. Die freien Wände im Achteck sind durch je 1, die Sternwände des Transepis (QuerfchtefH durch eine Gruppe von 3 Rosensenstern belebt. Der Lettner ft springt als polygona'er Vorbau in den Sie« runasraum hinein. Sein plastischen Schmuck in den Zwickeln besieht in der typischen, während des Mistelalters auch in Bogenkeldern oft wiederkehrenden Darstellung des jüngsten Gerichts:D Auferstehung der Twen. Einführung der Guten Äs Selige in die himmlffcken Wohnungen, Verstoßung der Bösen, Sturz der Verdammten in den Höllenrachen. Das alles ist in naiver Realistik dargestellt. Fehlt es den einzelnen Figuren
ft Lettner von dem lat. „lectorium", von ihm aus wurde das Evangelium verlesen, er diente auch als Sängerbühne.
*) Lal. Mainzer Lettner 9 1239
Schläger auf den Biertisch sei dem neben Hußmann sitzenden Studienassessor Jablonski ein Stück Glas ober auch von der Klinge des Schlägers derart heftig ins Gesicht geflogen, daß Jablonski stark zu bluten anfing. Es wäre nun, so sagt das Blatt, durchaus wahrscheinlich, daß bei diesem Zwischenfall Blutstropfen des Jablonski auf Hußmann gefallen seien. Es bedürfe nur der Vernehmung der Herren, die den Vorfall beobachtet hätten und einer Untersuchung, ob das Blut des Herrn Jablonski zur Gruppe A gehöre wie das bei Hußmann gefundene Blut.
Eine neue Wendung?
rotb. Essen, 20. Okt. (Eig. Funkm.) Im Hußmann- Prozeß ist möglicherweise eine Wendung zu erwarten. Rektor Daube hat heute ftüh einen Brief bekommen, von dessen Inhalt er dem Gericht Mitteilung machte. Das Gericht scheint dem Schreiben solche W i ch- tigkeit beizumessen, daß Herr Daube zum Gericht geladen wurde.
Heute vormittag 9 Uhr begann im Garten der Pflegeeltern des Hußmann, wo das Messer gefunden wurde, der Lokaltermin. Eine Klärung bezüglich des Mesters ist nicht eingetreten, Im Haus wurde dann eine Untersuchung darüber angestellt, ob man im Schlafzimmer und im Arbeitszimmer des Hußmann das Telephon läuten hören kann. Es stellte sich heraus, daß man im Schlafzimmer, im Klosett und im Arbeitszimmer das Klingeln nicht hören kann, wohl aber auf der Treppe.
Das Programm Eckeners.
Empfang bei dem amerikanischen Präsidenten.
Dr. Ecke ncr ist am Freitag bei strahlendem Sonnenschein in Washington eingetroffen und wurde von einer großen Polizeieskorte auf Motorrädern zum Hotel geleitet. Hier empfing er Pressevertreter, denen er mitteilte, daß er hoffe, die an dem „Graf Zeppelin" notwendigen Reparaturen bis Dienstag zu be, enden und Mittwoch in aller Frühe zu feinem Rundflug über W e st- und Mittelamerika aufzu- fteigen. Hierbei wird er wahrscheinlich mit Henry Ford und einigen anderen Gästen an Bord Chicago überfliegen. In der Nacht zum Donnerstag wird das Luftschiff in der Halle von East St. Louis bleiben und Donnerstag abend wieder in Lakehurst fein. Nach Beendigung der letzten Vorbereitungen beabsichtigt Dr. Eckener, am Samstag, den 2 7. 10. die Rückfahrt nach Europa anzutreten.
Am Samstag fährt Dr. Eckener nach A k r o n (Ohio) zu Besprechungen mit den Goodyear Werken und Montag mit seinem Sohn Knud und dem Navigationsoffizier v. Schiller nach Chicago.
Dr. Eckener bat den Vertreter des Wolffbüros, feinen Landsleuten in Deutschland mitzuteilen, daß er für die zahlreichen Telegramme, Briefe und Geschenke, die ihm aus Anlaß des Fluges nach Amerika zugegangen feien,
nicht zuletzt für die Augen, wobei selbstverständlich auch auf die Verschiedenheit der Augen Rücksicht genommen wird. An dieser Stelle sei erwähnt, daß es 160 verschiedene Vrillengrößen gibt, daß aber außerhalb dieser Brillen-Narmale nach unzählige Möglichkeiten vorhanden sind, die eine besondere Bearbeitung nötig machen.
Von größtem Wert ist ferner die präzise Werkstattarbeit. Die Gläser müssen so geschnitten und geschliffen werden, daß der geometrische Mittelpunkt des Glases mit dem optischen Mittelpunkt zusammenfällt, wie wiederum diese beiden Punkte bei der fertigen Brille in der Sehachse der beiden Augen liegen müssen.' Dieses und vieles andere trägt dazu bei, daß ein Qualitätserzeugnis optischer Kunst geschaffen wird. In unserer genauen Arbeit, bei der Anpassung sowohl rote bei der Fertigstellung, liegt das Geheimnis „Guten Sehens" und ist auch dieses
auch noch an Individualisierung, so spricht aus ihren Zügen doch unterschiedliche seelische Stimmung in der Ausdrucksform jener Zeit. An der ßettnermanb steht der Laien- ober Hl. Kreuzaltar, dessen Retabel (Rückwand) mit den Figuren der 12 Apostel, den Symbolen der vier Evangelisten und einer Kreuzigungsgruppe besetzt ist. In der Mitte gewährt eine kleine Schiebetür den Durchblick in den Chor, wie an den Jkonostasien * *er griech.-kath. Kirche. Zwei Gittertüren rechts und llnks in der Lettnerwand führen in den Chor, das Schmuckstück der Kirche. Sediliennischen und Blendarkaden gliedern die Wände, der Chorab'lchluß wird aus 5 Seiten des Achtecks gebildet. Konsolen und Kapitelle gehören zum kunstvollsten, was der Meißel mittelalterlicher Steinmetzen geschaffen hat. Die Reihe der Glas- fenfter, wenn auch nur noch zum Teil original aus dem 13. Jahrhundert, doch von Bedeutung; am besten erhalten das Mittelfenster mit dem Stammbaum Christ', lieber der alten Mensa aus dem 13. Jahrhundert erhebt sich der 4-flügeliae Hauptaltar, das Werk eines sonst nicht nachweisbaren Meisters Nikolaus Schit, aus dem Jahre 1500 Von ihm stammt wahrscheinlich die Bisie- rung, der Entwurf für die Gesamtanordnung. Für die Figuren ist die stilkritische Zuschreibung an einen bestimmten Meister oder eine bestimmte Schule, ob mittelrheinisch, tberbeutfth, nürnbergisch oder thüringisch, noch unentschieden. In reichem, technisch virtuos behandeltem Rollwerk der Baldachine steht die Madonna umgeben von den beiden Johannes, sowie Petrus und Paulus; im Tabernakeltürmchen des Aufsatzes ein Ecce homo. Die Tafelbilder des Nikolaus Sckit neigen einer barokalen Gotik zu, so in dem Anatomischen des Stephanus. In Haltung und Ausdruck der Heiligen Katharina und Magdalena liegt eine gewisse statuari che Ruhe und Gelassenheit; ein sanftes Lächeln spielt nm ihre Mundwinkel. Die Figuren stehen pastös auf Goldgrund, der nach oben in reiches Rankenwerk ausläuft. Die Außenseiten der Flügel zeigen neben einem Heil. Wolfgang (?) und dem Ritter St. Georg eine Verkündigung von der gleichen Hand wie di« Jnnenbilder.
Der Gelnhäuser Altar gehört unzweifelhaft zu den fHr bedeutendev SLömunaen auf dem Gebiet» mittel
herzlichst danke. Leider habe er auf dieser Fahrt außer zahlenden Passagieren nur das unbedingt notwendige Ge- pack und daher auch keinen Prioatseftetär mitnehmen können, und so habe er keinen der Glückwünsche, nicht einmal den des Herrn Reichskanzlers, erwidern können. Er bitte dies auf diesem Wege tun zu dürfen. Lediglich dem Reichspräsidenten und Präsident Coolidge habe er telegraphiert.
.Am Freitagnachmittag waren Dr Eckener und vier weitere Herren vom „Graf Zeppelin" Gäste des Prä- fidentenCoolidgebei einem Frühstück im Weißen Haufe, an dem auch Marinesekretär Wilbur sowie die Sekretäre für die Kriegs- und Handelsmarine teilnah- men.
Die amerikanischen Postsendungen für den „Graf Zeppelin".
Wie die amerikanische Postverwaltung ankündigt, werden für die mit dem „Graf Zeppelin" zu befördernden Postsachen keine besonderen Briefmarken ausgegeben Die Gebühren betragen für Briefe einen Dollar und für Postkarten einen halben Dollar zuzüglich des üblichen Portosatzes.
Der Betriebsstoff für die Rückfahrt.
wtb.Lakehurst, 20. Okt. (Eig. Funkm) Hier wurden gestern Versuche mit einem amerikanischen B e- triebsgas gemacht, das etwas schwerer ist als das auf der Ausreise verwendet Blaugas. sonst aber befriedigend erscheint, sodaß das Luftschiff nunmehr eine große Quantität dieses Brennstoffes an Bord nimmt. An Bal- lonlaft find erst 10 000 cbm vorhanden, während 14000 als erforderlich angesehen werden.
Minister Grzesinski schifft sich nach Deutschland ein.
rotb. Reroyork. 20. Okt. (Eig. Funkm.) Der preußische Innenminister Grzesinski und Professor Hoetsch sind mit dem Lloyddarnpser München nack Deutschland ab gereist.
* 15 Jahre Zuchthaus wegen Totschlags. (Eig Funkm.). Das Schwurgericht in A l l e n ft e i r verurteilte nach zweitägiger Verhandlung des Flet- schergesellen Alfred K o i t k a wegen Totschlags und Brandstiftung zu einer Zuchthausstrafe von 15 Iah- ren und zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 10 Jahren. Dem Prozeß lag folgender Tatbestand zugrunde: In der Nacht zum 17. März brannte das Wohnhaus eines Fräuleins von Blonski in Windken nieder. Unter den Krümmern des Hauses fand man die Leiche der Besitzerin mit klaffenden Wunden am Schädel. Im Wobnraum wurden zwei Brandherde entdeckt und ein Beil mit Blutspuren aufgefunden. Eine größere Menge alten Silbergeldes war verschwunden, Koitka hatte sich durch Einwechslung von Silbergeld verdächtig gemacht, worauf er verhaftet wurde. Aus dem Gefängnis versuchte er einigemale aus« zubvechen. Das Gericht war der Ansicht, daß Koitka Fräulein von Blonski erschlagen habe, konnte jedoch in seinen Schlußfolgerungen nickt zur Ueberzeugung kommen, daß er die Tat mit Heber» legung ausgeführt habe.
Das Vauunglück in Frankreich.
Die Zahl der Todesopfer auf 11 gestiegen. — Immer noch eine Anzahl Arbeiter unter den Trümmern.
An der Unglücksstätte in Vincennes mürben bis zum Freitag abend weitere a ch t Tote geborgen, was die Zahl der bis jetzt zutage geförderten Todesopfer auf 1 0 erhöht. Die Zahl der geborgenen Schwerverletzten beträgt 5. 7—8 Arbeiter foltert noch unter den Trümmern liegen. Drr Rettungsmannschaften hörten im Lause der Nacht noch die Stimmen zweier Personen, die aber noch nicht befreit werden konnten. Im Augenblick des Unglücks waren nach Angabe des Bauleiters 29 Leute im Hause beschäftigt. Provini, der der Eft gentümer des eingestürzten Hauses ist, hat übrigens, als er sich einen Augenblick unbeobachtet glaubte, einen Selbstmordversuch unternommen. Der Stadtrat von Vincennes hat die Hergabe von Krediten zur Unterstützung der Familien der Opfer, sowie die Beerdigung der Verunglückten auf Kosten der Stadtverwaltung beschlossen. Nach dem „Journal" hat der Bauherr und Hauseigentümer, der Italiener Provin>, anscheinend aus Ersparnisrücksicht die Pläne des Neubaues nicht durch einen Architekten, sondern durch einen einfachen der Grund zu der allgemeinen Anerkennung unserer Arbeit und zu der Beliebtheit unserer Erzeugnisse. Etn Auaenglas ist eben nicht als fertige Ware zu beurteilen, sondern es stellt bas Produkt einer gewissenhaften, wissenschaftlich durchdachten Arbeit dar. Nach diesen Ge- sichtspunkten wird bei uns jedes Augenglas angefertigt, und getreu unserem Grundsatz: „Auch in der einfachsten Brille die beste Optik!" jeder Kunde bedient.
Ueberzeugen Sie sich von der Ueberlegenheit unserer Erzeugnisse und lassen Sie sich unverbindlich beraten. Diplom-Optiker Lauerborn.Fulda, Steinweg 12.
ritterlicher Altarkunst; er ist kunsthistorisch noch viel zu wenig gekannt und gewürdigt.
Noch heute um'pannt die Kinzig in zwei weitaus, holenden Armen die alte K a i s e r p s a l -5, eine aBaler- bürg aus der Mitte des 12. Jahrhunderts. 1158 ur- kundlich zuerst erwähnt als im Besitze her ©raren w Gelnhausen, bis 1180 mainzisch, wird sie erst 'N den-.tz ten Lebensjahren Barbarossas (ge|t. 1190) Reich, g • (Im Volksmund wird sie noch heute gerne, wenn auch nicht zutreffend „Sarbaroffafrurg genannt. Ihr An bau zu kaiserlich-repräsentativen Zwecken fallt m die Jahre 1190-96, allo unter Heinrich VI. (Nach De.,.o. Handbuch d. deutschen Kunstdenkmaler, überhaupt c-st 1210-20, also unter Friedrich II, auf ben Glorifizierung Barbarossas historisierend uberg-ng.) Das Mauerwerk besteht aus mächtigen Duckelguadern, am »erafrit erreicht es die beträchtliche Starke von 4 Meter Durchmesser! lieber der faulengcftufeten rnr- halte liegt die zweischiffige Kapelle, die noch k ihre ehemalige Bestimmung erkennen läßt in allgemeinem Roum für die Burginsaft-b Altarraum, «akrü ck Frauenempore bezw. Herrschastschor u. a. Aufsatt end für einen romanischen Bau die große Zahl von Stern- metzzeichen. Von dem Hos führte eine Freitreppe in den 'Batas, dessen Saal die imponierenden Ausmaße non 13 : 12 Meter hat. Die Fensterarkaden mit doppelter Säulenstellung sowie der Portal sind mit Kapitalen Sauornamenten geschmückt, die zum „formschchmc und delikatesten gehören, was romanische Meitzelarvei hervorgebracht hat; jedenfalls kann sich kein atAerer Profanbau damit messen" (Dehio, a. a. O.ft 3" beiden Seiten des Kamins befinden sich noch wohterhottene Ornamentplatten, die eine Art Mattenaeflecht als Wand- bekleidung vortäuschen sollen. Als Material fff durchweg feinkörniger leuchtendroter Sandstein oerarbe'tct Die erhaltenen Baureste sind von wildem Wein märchenhaft übersponnen, der jetzt in Herbstsonne glüht vn» sich mit dem Gestein in zauberhafter Farbenstnnmu verbindet. Der Herbst das ist die rechte Zeit zu Fahrt nach Gelnhausen. £)iaatt WcMe(.